Leistungssport - Pendeln,Umziehen,.. Erfahrungen gesucht

    • (1) 22.02.16 - 14:17

      Hallo
      Es geht um meine 14 jährige Schwester (wird im Oktober 15). Sie ist sportlich ziemlich talentiert und es wurde ihr nahegelegt nach diesem Schuljahr zu einem NLZ zu wechseln.
      Meine Mutter und ich sind leider nicht wirklich sportlich und wir kennen uns auch nicht so gut aus, deshalb sind wir gerade auf der Suche nach Erfahrungsberichten.
      Meine Schwester hat einige Angebote bekommen und sich schon 3 Vereine + Probetraining angeschaut. Diese Woche folgt der 4 und letzte Verein und dann müssen wir/sie sich langsam entscheiden.
      In der "nähe" gibt es nur einen Verein der ihr nicht zu 100% zu gesagt hat, er ist so nahe das es möglich wäre hinzupendeln aber es würden alles in allem doch so viel Zeit kosten das sie oft direkt nach der Schule los müsste und dann dort und unterwegs Hausaufgaben machen müsste um pünktlich zum Training zu erscheinen. Sie käme dadurch auch immer recht spät heim oder wir müssten sie abholen um etwas mehr Zeit zu gewinnen. Meine Mutter arbeit Vollzeit und deshalb wäre das abholen von ihr schon etwas schwierig, ich arbeite Teilzeit aber im Schichtdienst also kann ich sie auch nicht immer holen.
      Es gibt Mädchen dort die es so machen und es scheint ja auch mehr oder weniger zu klappen aber das muss ja nicht heißen das es ideal ist, zu dem findet meine Schwester es wie schon gesagt nicht so toll so viel Zeit für das hin und her fahren zu nutzen.
      Die anderen Vereine wären in etwa 2, 4 und 5 Autostunden von uns entfernt und dementsprechend müsste sie umziehen. Je nach Verein würde das Internat, Wohngruppe oder Gastfamilie heißen. Sie selbst steht einem Umzug offen entgegen, sie brennt natürlich für die Sache und ist es von Lehrgängen schon gewohnt mit der Sportart mal weg zu sein.
      Der Verein der gut 2 Autostunden von uns entfernt ist hat ihr bis jetzt am besten gefallen, die Trainer und das Umfeld dort war ihr gleich sympathisch, sie würde in eine Gastfamilie ziehen und schulisch (was natürlich immer noch das wichtigste ist) wäre dort auch alles top da es noch das selbe Bundesland ist und sie so problemlos einsteigen könnte. Sie geht auf eine Realschule und macht nächstes Jahr schon den Abschluss deshalb wäre das natürlich ein dicker Pluspunkt. Auf einer Partnerschule könnte sie anschließend auch das Abitur machen (was aus momentaner Sicht ihr Ziel ist). Auch aus Sportlicher Sicht hätte sie dort eine gute Zukunft, wir haben uns natürlich von ihrem Auswahltrainer usw. beraten lassen. Aber das wäre bei allen 4 Vereinen der Fall.
      Schön ist natürlich auch das der Verein doch nicht sooo weit weg ist, wir könnten sie so problemlos am Wochenende besuchen und ihr auch zu schauen. Natürlich steht sie dem umziehen offen gegenüber aber das ist mit 14 ja trotzdem eine größere & aufregende Sache, da beruhigt sie diese Gedanke natürlich zusätzlich.
      Wäre super wenn ihr eure Erfahrung mit uns teilen könntet!

      Liebe Grüße#winke

      • Welche Sportart macht deine Schwester.
        Persönlich würde ich in soeinem Fall zu einem Internat raten, da an Sportinternaten doch die besten Vorrausetzungen sind was Sport und Schule betrifft, da passt das Training und der Unterricht.
        Eine Gastfamilie ist doch immer so ein Punkt der nach Hinten losgehen kann, find ich sehr schwierig.

        Mit Pendeln, das kommt halt aufs Kind an, meine sind zwar noch Jünger aber haben auch Fahrzeiten von 30 bzw 60 Minuten Pro Strecke zum Training und machen das ganz toll auch mit dem lernen und manchmal muss meine Älteste 20Minuten nach Schulende zum Training alles geht wenn man will.

        • Fußball.
          Aber wo ist der Unterschied zwischen Gast Familie und Internat #kratz ?
          Außer das sie nicht im Internat wohnt unterscheidet sich in der Gastfamilie nichts, sie würde trotzdem die Partnerschule besuchen, sie wohnt trotzdem in der Nähe des Traininggeländes,..
          30 Minuten bist eine Stunde würde ich jetzt nicht als pendeln bezeichnen, so lange brauchen wir schon in die nächsten größeren Städten. Bei ihr wäre es direkt nach der Schule, falls sie alle Anbindungen bekommt und nichts zu spät ist, 1 Stunde und 35 Minuten. Abends nach dem Training müsste sie öfters umsteigen (größere Gefahr das es länger dauert) und wäre zeitlich nicht besser..

          • Naja in einer Gastfamilie muss sie schon ihren Tagesablauf den der Familie anpassen bzw, viel Rücksicht auf die Familie nehmen in einem Internat hat sie mehr Freiraum für sich zum anderen geh ich ja davon aus das die Schule dann zum Internat gehört und das Leistungszentrum auch, dann sind die Trainingszeiten ja doch völlig anders und noch intensiver.

            Wie oft wäre das Training wenn sie pendeln muss. Und wie lang ist hier die fahrt mit dem Auto.
            Oft findet man jemanden für Fahrgemeinschaft zumindest für einen Teil der Strecke.

            • Der besagte Verein hat für Mädchen kein Internat von daher ist das ohnehin irrelevant, die Gastfamilien werden extra so ausgesucht das es alles passt sprich nähe zum Trainingsgelände usw. :-)
              Das Training im Verein wäre 3-4 mal wöchentlich. Mit dem Auto wären es etwa 45 Minuten, auf andere wollen wir uns da aber natürlich nicht verlassen. Es wird ja auch ziemlich ausgesiebt und deshalb steht erst mal die eigene Bewältigung der Strecke im Vorrang.

        (6) 22.02.16 - 16:24

        Deine sind aber auch in der 1. und 3. Klasse.

        Das kannst du weder bei den Unterrichtstunden, noch mit Hausaufgaben/Lernpensum mit der 9. Klasse vergleichen.

        LG,
        Natalia

        • (7) 22.02.16 - 16:40

          ohh du ich kenne hier aber schon Mädchen die 12-16 sind und bis zu 2h eine Strecke mit der Bahn täglich fahren, in der Zeit machen sie ihre Hausaufgaben, klappt alles trotz mehrfachen umsteigen, wie schon gesagt wo ein Wille ist ist auch ein Weg, aber wenn die Schwester der TE kein Problem mit Umzug hat ist das Sicherlich auch ne Lösung

          • (8) 22.02.16 - 16:48

            Wenn ich ein Kind hätte, was Leistungssport in den Umfang betreibt, würde ich auch nach einer Lösung suchen.

            Schule, Training 4 Mal die Woche und dann 4 Stunden Fahrt zum Training ist in meinen Augen kein richtiges Leben. Wann schlafen diese Kinder, von denen du schreibst? 7-8 Stunden Schule, sicher 1,5 bis 2 Stunden Training und dann noch 4 Stunden Fahrt?

            LG,
            Natalia

            • (9) 23.02.16 - 09:59

              Das Training dauert min 3h und die Mädchen sind dann wohl kaum vor 23h zu Hause, aber es gibt halt Kinder die solche Lösung einem Umzug bevorzugen.

              Leistungsport ist oft ein Volltime Job, für meine Kinder würde ich es auch besser finden wenn sie sollten sie weiterhin bei ihrem Sport bleiben, irgendwann ins Internat gehen,(da auch bei uns sonst in 2 Jahren eine tägliche anfahrt von 1,5h mit Auto ansteht mit der Bahn wäre es dann auch 2) meine Ältere ist allein deshalb auf gute Noten aus, weil sie weiß das da nicht jeder aufgenommen wird und dass man man auch gewisse Leistungen in der Schule vorweisen muss.
              Und auf Grund dessen, haben wir uns schon mit dem Thema viel auseinander gesetzt und uns informiert.

              Und was das Leben betrifft die Kinder leben ihren Sport, das und alles drum ist ihr leben, sie tun es voller Leidenschaft, und wollen nichts anderes, für Kinder die eine 2h fahrt in Kauf nehmen ist es Höchststrafe nicht zum Training zu können.
              Wenn man das nicht selber sieht bei seinen Kindern, dann ist es gewiss schwer nachzuvollziehen.

          (10) 22.02.16 - 16:57

          Wir bezweifeln nicht das es nicht möglich ist, aber ideal ist sowas definitiv nicht.

(11) 22.02.16 - 17:00

Hallo,
Ganz sicher keine einfache Entscheidung!!
Erfahrung habe ich damit gar keine, aber ich denke, wenn es um meinem Kind ginge und es nicht abgeneigt wäre, würde ich den Umzug bevorzugen. Denn die andere Option sag mir noch weniger zu.

Gott sei Dank, ist das bei uns kein Thema. Auch wenn er in seiner Sportart so ein riesen Talent hätte, hätten wir die besten Möglichkeiten vor Ort. Das gleiche gilt bei seinen Instrumenten. Ich würde mich nur sehr ungern so früh von ihm "trennen" wollen.

Für deine Schwester alles Gute!!l

LG,
Natalia

(12) 22.02.16 - 17:12

Hi,

habt Ihr schon mal überlegt, sie auf ein Mädchen-Fussball Internat zu geben, um nicht von einem Verein abhängig zu sein, der sie womöglich schon verheizt?

lg
lisa

  • (13) 22.02.16 - 17:23

    Hallo
    Da kommt im Endeffekt dasselbe bei raus, zudem gibt es in Deutschland davon nur eins mit begrenzten Plätzen, und das in einem anderen Bundesland. Der Leistungsverein der dort in der Nähe ist hat außerdem im Damen Bereich (der anders als bei den Jungs bei den Mädchen nach der u17 beginnt) keine Erstliga Mannschaft was auch etwas blöd ist.
    Der Verein der bei uns gerade auf "Platz 1" ist ist ein kleinerer, eher familiärer, bei dem der Übergang zwischen Juniorinnen und Damen ganz sanft damit beginnt das es zB. ab einem gewissen Alter/Talent immer mal so ist das die Mädchen mit den Damen trainieren und so.

    Ob sie es am Ende dahin schafft kein natürlich keiner sagen, das wurde uns aber auch klar gesagt. Also nichts nach dem Motto "xy ist das Wunderkind Deutschlands"

    Liebe Grüße

    • (14) 22.02.16 - 17:54

      Dann lass sie ziehen.
      Sie gewinnt an Erfahrung und wenn es nicht klappt, kann sie jederzeit zurück kommen, oder?
      Ein Versuch ist es wert, wenn sie mit beiden Beinen im Leben steht und nicht unter Obhut von Mama/Papa den Halt verliert.

      Schaut Euch die Familie an, macht am Wochenende etwas zusammen....

      lg
      lisa

(15) 22.02.16 - 17:37

Was für ein Glück, dass niemand hier zuhause weiß, dass ich Dornpunzel bin. Nicht auszudenken, wenn mein Sohn zufällig auf diese Seite käme und lesen würde, was ich jetzt schreibe. In der Hölle wäre Jahrmarkt!

Was zählt, ist, dass deine Schwester sich in dem Verein und dem Leistungszentrum wohlfühlt. Deswegen würde ich sagen, unterstützt sie bei ihrer Wahl. Wenn sie sich den Umzug zutraut - und sie ist ja schon vierzehn -, dann lasst sie. Ich kenne diese Spezies, für die sich das Leben nur um den Sport dreht.

Zwei Stunden sind nun auch nicht die Welt, wenn sie ganz schrecklich große Sehnsucht überkommt, seid ihr relativ schnell hingefahren, sie kann mit dem Zug übers Wochenende (jaja, ich höre es lachen, ich meine halt in der Sommer-/Winterpause oder so) nach Hause kommen. Außerdem ist nichts in Stein gemeißelt. Niemand würde deine Schwester zwingen, zu bleiben, sollte sie feststellen, dass es doch nicht geht. Hoffe ich zumindest.

Unseren Sohn haben wir nicht wechseln lassen. Liegt aber daran, dass a) der Verein im benachbarten Bundeslang liegt, er b) erst elf ist und c) er schon in einem NLZ trainiert, wenn der Verein auch nicht in der höchsten Liga spielt. Es war so, dass uns ein Scout nach eine Spiel angesprochen hat, ob wir uns ein Probetraining vorstellen könnten. Haben wir ihm erlaubt - wofür ich mir heute noch in den Hintern beißen könnte - und natürlich hätte er wechseln können. Es gab dann lange Gespräche mit dem Leiter des NLZs, bei denen unser Sohn immer dabei war. Am Ende haben wir gemeinschaftlich entschieden, dass es derzeit besser ist, wenn er bleibt, wo er ist. Die Umstellung wäre einfach zu groß, gerade auch wegen der schulischen Situation. Er wird weiterhin regelmäßig von dem Verein 'beobachtet', wir bleiben in Kontakt, aber ein Wechsel soll frühestens in zwei, drei Jahren wieder Thema werden.

Dass mein Sohn lieber heute als morgen seine Sachen packen würde, muss ich wohl nicht erwähnen. Er versteht zwar unsere Gründe, sieht es auch ein, aber er scharrt jetzt schon mit den Hufen. Er will unbedingt, will allen zeigen, dass er es kann, will es einfach schaffen. Ich bin sicher, bei deiner Schwester ist es ähnlich, nur ist sie eben älter, womit das Argument 'Alter' ebenso wegfällt wie das schulische Problem. Objektiv gesehen, sollte sie zu dem Verein wechseln, zu dem es sie zieht.

  • (16) 22.02.16 - 18:03

    Hallo
    Da erkenne ich meine Schwester echt total wieder!:-)
    Der einzige Unterschied ist wohl das es bei den Frauen selbst in der 1 Liga nicht das große Geld oder sonst was gibt. Dementsprechend sind die Scouts auch nicht so früh dran, laut dem Auswahl Trainer nehmen die meisten Vereine aller frühstens mit 12 Kontakt auf, dann aber auch eher um in Kontakt zu stehen usw. Wirklich wechseln tun die meisten zwischen 14-17.
    Auf der einen Seite ist es ein Vorteil weil es alles etwas familiärer abläuft aber auf der anderen ist es ziemlich bitter das die 0815 Bundesliga Spielerin gerade so Mindestlohn bekommt wenn man vergleicht welche Summen da bei den Männern fließen..
    Wünsche deinem Sohn auf seinem weiteren Weg alles gute!

    Liebe Grüße

    • (17) 22.02.16 - 19:02

      Ich finde, zwölf ist auch früh genug und vierzehn ein gesundes Alter, um zu wechseln. Schön, wenn das bei den Mädels so entspannt ist.

      Da habe ich schon Sachen erlebt, da frage ich mich, ob die (Fußball-)Welt eigentlich noch ganz bei Trost ist. Welchen Sinn um alles in der Welt soll es machen, Sichtungen für F-Junioren zu veranstalten? Das sind kleine Kinder, die erst einmal lernen und Spaß am Fußball haben sollen. Der BFV veranstaltet jedes Jahr für die Kinder eine Sichtung, die in diesem Jahr elf werden. Sogar das wird von vielen Trainern, die ich kenne, kritisch gesehen, weil zu früh.

      Es gibt teilweise auch wirklich aggressive Scouts, die den Eltern das Blaue vom Himmel versprechen, immer getrieben von der 'Angst', den nächsten Messi nicht an den jeweiligen Verein zu binden. Zum Glück sind die aber wohl eher in der Minderheit. Durch unseren Ältesten kenne ich viele Kinder, die zu teilweise hochklassigen Vereinen gewechselt sind. Der einzige, der noch dort ist, wechselte mit fast und hatte bis dahin Zeit und Ruhe, sich zu entwickeln. Jetzt ist er siebzehn und spielt in der Juniorenmannschaft eines Zweitligisten. Den Stress und den Druck, der die Kinder erwartet, sollte man nicht unterschätzen.

      Der ist sogar in unserem 'kleinen' NLZ schon nicht ohne. Aber eben noch im vernünftigen Rahmen.

      Bei allem Negativen überwiegt aber das Positive, muss man ja ganz klar sagen. Deine Schwester hat, wenn sie im Stützpunkt ist, sicher auch schon tolle Erlebnisse gehabt, wie (inter-)nationale Turniere, Spiele gegen andere Stützpunkte, für unseren Sohn sind das absolute Höhepunkte und genau die sind es, weshalb wir das alles mitmachen und weiter mitmachen werden. Profis werden am Ende doch die wenigsten, aber die Erfahrungen kann den Kindern niemand mehr nehmen.

      Ich hoffe, dass ihr und deine Schwester die für euch passende Lösung findet. Viel Glück dabei!

      • (18) 23.02.16 - 10:17

        Du schreibst "BFV" - dann bewegen wir uns wohl in der selben Region. ;-)

        Es wird ja noch schlimmer - es gibt Trainer (speziell ein südberliner Verein), die versuchen schon in der G (!!!) - Jugend, Kinder abzuwerben! Gerade vor Kurzem selbst bei einem Turnier erlebt. Es wurde versucht, ein Kind aus der Mannschaft meines Sohnes abzuwerben. Die Jung sind 6. Das ist krank!

        Ich würde mich übrigens im Falle der Schwester auch für einen Umzug entscheiden.
        Die Fahrzeit ist nicht zu unterschätzen und eine nicht unerhebliche Belastung.
        Um in dieser Zeit effektiv zu lernen, braucht es schon sehr viel Disziplin.
        Wenn alles vor Ort ist, kann sie sich besser auf die wesentlichen Sachen konzentrieren und hätte evtl. sogar mal noch ein bißchen Freizeit, für Sachen die Teenies eben gerne so machen.
        Mein Mann brennt auch für seinen Fußball (er ist 43), da kann man nichts machen. Auch jetzt als Trainer (im Nebenjob) ist er an 5 Tagen die Woche jeweils ca. 2,5 Stunden unterwegs. Aber er ist erwachsen und muß nicht mehr lernen. Trotzdem schlaucht das.

        Leider ist es gerade im Fußball so, dass man solche Chancen sofort ergreifen muss. Sonst ist der Zug abgefahren. Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, im Männerbereich sicher noch mehr als bei den Frauen, aber auch dort...es gibt eine Menge Talente.
        Mein Mann konnte seine Chance im Fußball aufgrund Schule/Ausbildung leider nicht ergreifen. Sie kam nie wieder. Er hadert jetzt noch manchmal damit.

        • (19) 23.02.16 - 11:01

          'Du schreibst "BFV" - dann bewegen wir uns wohl in der selben Region.'

          Nein, eher nicht. Bei uns 'herrscht' der Bayrische Fußball Verband. :-)

          'Mein Mann konnte seine Chance im Fußball aufgrund Schule/Ausbildung leider nicht ergreifen. Sie kam nie wieder. Er hadert jetzt noch manchmal damit. '

          Ja, das ist auch so ein Grund, weshalb wir unseren Sohn so weit als möglich unterstützen und uns keine Entscheidung leicht machen. Wenn es nicht klappt, sollte es eben nicht sein. Aber weder er noch wir müssen uns dann später fragen, was gewesen wäre, wenn.

          Natürlich ist es von Vorteil, dass da die ganze Familie mitzieht. DIe Kinder kennen es auch kaum anders. Mein Mann war auch lange Zeit Jugendttrainer, da fand das Familienleben am Wochenende eben auf dem Sportplatz statt. Auf Kosten der Familie oder eines anderen Kindes darf das Hobby eines einzelnen natürlich nicht gehen. Da bin ich heilfroh, dass es bei uns ist, wie es ist.

      (20) 23.02.16 - 21:50

      Ui das ist ja echt heftig #schock
      Nee so krass ist das bei den Mädchen echt nicht (zu mindest hier nicht)
      Da hast du Recht, viele Menschen verstehen es sicher nicht (meine Mutter und ich mussten da auch erst reinwachsen) aber das sind Erlebnisse die immer in Erinnerung bleiben werden, gerade fiebert meine Schwester auf den Landespokal (? oder wie auch immer das Turnier heißt bei dem ganz Deutschlands Auswahlmannschaften gegeneinander spielen) hin und erhofft es sich als junger Jahrgang Aufmerksamkeit hinsichtlich der Nationalmannschaft auf sich zu ziehen

      Mal sehen ob das klappt, wäre ihr größter Traum #ole

Hallo

Meine Schwester hat mit 14 angefangen eine Akademie zu besuchen, weil sie ihr kostspieliges Hobby zum Beruf machen wollte.
Sie stieg dann jeden Tag nach der Schule in den Zug und fuhr eine Stunde zum TRaining, Hausaufgaben und Essen während der Fahrt. Gegen 22 Uhr war sie wieder zu Hause.
Es war sehr anstrengend. Meine Mutter hatte fast keine Zeit mehr für mich und alles drehte sich immer um meine Schwester. Manchmal bin ich abends mitgefahren um sie abzuholen, um nicht im stillen Haus alleine zu sein und im Bett zu liegen.
Ich war 11.
Mit 16 bestand meine Schwester die Aufnahmeprüfung und wurde damit zum Studium zugelassen. Sie beendete daher die Schule nach der Zehnten und zog aus. Mein Vater war dagegen, weil ihm das alles zu kostspielig wurde. Meine Mutter boxte es dennoch durch.
Meine Schwester sah ich nun fast gar nicht mehr und sie lebte auch zunehmend "in ihrer eigenen Welt".
Ich war 13 und hätte sie sehr gebraucht.
Aus heutiger Sicht finde ich das alles furchtbar.
Sie bedauert viel von damals, hat auch einige Jahre danach der ganzen Sache, dem Studium und dem "Traumberuf" den Rücken gekehrt, und ich habe unter der Situation damals sehr gelitten, meine Mutter und meine Schwester so entbehren zu müssen.

Ehrlich gesagt, wenn es meine Tochter wäre, ich würde es nicht erlauben. Dass die Geschwisterkinder und unser Familienleben darunter leiden, geht für mich nicht in Ordnung.
So hart das jetzt klingen mag, aber ich würde nicht um jeden Preis den Traum eines jungen Mädchens durchboxen wie es meine Mutter tat.

LG

  • Hallo
    Tut mir Leid das es bei euch so gelaufen ist aber bei uns sind die Rahmenbedingungen ja ganz ganz anders.
    "Wir" sind nur meine Schwester, meine Mutter und ich. Weitere Geschwister gibt es nicht, natürlich haben wir noch andere Familien Mitglieder (Tante,Onkel,Oma usw.) aber die haben damit ja nicht direkt was zu tun.
    Und außer Fahrdienste, zuschauen und Ausstattung kaufen (was ja aber auch beim Breitensport so ist) mussten wir nicht. Kostspielig ist es auch nicht..
    Trotzdem danke für deine Antwort

    Liebe Grüße

    • Ok.
      Wenn deine Mutter damit leben kann.
      Ein 14-Jähriges Mädchen ist wirklich jung und noch dazu ist die Pubertät nicht zu verachten.
      Diese extreme Distanz zum eigenen Kind könnte ich in diesem Alter nicht verantworten als Mutter.
      Eine Gastfamilie finde ich eine ganz furchtbare Option, das würde ich niemals in Erwägung ziehen. Dann lieber alleiniger Auszug (mit 14 wohl nicht möglich) oder Internat.
      Aber kostspielig sind ja nicht nur Ausstattung und Fahrerei, sondern auch eben der Umzug, die Unterkunft mit allem drum und dran.
      Und jetzt dreht sich erstmal alles nur um das "Hobby", dafür wird auch Schule etwas vernachlässigt und überhaupt, Familie, Freundschaften... für welchen Preis?

      Meine Schwester hat wie gesagt irgendwann erkannt, was für einen Menschen dieses "Genre" aus ihr gemacht hat, beruflich muss man da eh mit 35 aussteigen und anschließend kann man höchstens als "ausgedienter" Lehrer tätig sein. Der Körper ist Kapital, das ist alles schon furchtbar für eine heranwachsende Frau. Ich empfehle so ne Laufbahn niemandem.
      Mit Anfang/ Mitte 20 hat meine Schwester ihr Abi nachgemacht und nochmal was "Anständiges" studiert, von dem man auch leben kann.

      Ich will dir nichts madig reden, aber mir wäre das "volle Programm" einfach too much. Würde ich nicht unterstützen.

      • Was genau findest du an der Gastfamilie schlecht ?

        Naja in einem NLZ ist das schon mehr als Hobby, dort kommen nur die mit entsprechendem Talent hin (die auch schon in entsprechenden Auswahlen sind). Kostspielig ist es nicht..
        Schule wird auf keinen Fall vernachlässigt, Elite Schulen des Fußballes sind auf solche Kinder/Jugendlichen ausgelegt, die Vereine ebenso. Es gibt Hausaufgabenhilfen, Nachhilfe Lehrer, Prüfungsvorbereitungsgruppen,... usw. Dinge die "normale" Schüler für teures Geld kaufen müssen bekommen sie dauerhaft von ausgebildetem Personal :)
        Zudem zählt nicht nur die sportliche Leistung sondern auch die Schulische, wer meint Schule hängen zu lassen kann sogar ganz rausfliegen. (oder erstmal die "sanftere" Variante in Form von Trainings/Spielverbot).
        So wie bei deiner Schwester geht das hier eh nicht, es wird von Seiten der Vereine aus erwartet das die Kinder/Jugendlichen sich ihr Berufliches Standbein aufbauen, ein Schulabschluss und eine Ausbildung/Studium sind Pflicht was mithilfe vom Verein auch sehr gut möglich ist.

        • Ne Gastfamilie sind schlicht Fremde.
          N Mädel in der Pubertät in ne andere Familie zu geben?
          Na ja. Ich finde es braucht den Rückhalt der eigenen Familie. Und zwar nicht nur am Wochenende.

          Wobei der bei nem Internat ja auch nich gegeben wäre...

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