Vorzeitiges Einschulen mit 5 1/2. Erfahrungen Bitte! ?

    • (1) 03.03.16 - 22:31

      Hallo,

      War schon viele Jahre nicht mehr. Aber da ich früher immer so viele gute Antworten und Hilfe bekam. Dachte ich, ich versuche es einmal.

      Ich bin Erzieherin und Mutter von drei Mädels. Grosse 12 Jahre geht auf Gymnasium in die 6.Klasse. Mittlere 9 Jahre jetzt noch 4.Klasse kommt auch aufs Gymnasium. Meine kleinste wird im April 5.

      Nun meine frage wer hat Erfahrung mit der frühen einschulung? Ich weiß, jedes Kind ist unterschiedlich, man kann es nicht verallgemeinern.

      Meine kleine ist sehr fit. Konnte mit 2 1/2 jahren Skifahren, mit 3 Fahrrad fahren und machte mit 3 Jahren das Seepferdchen. Gehört in ihrer Kindergarten Gruppe von den Vorschülern zu den größten ist 115cm gross.

      Sie spielte schon immer mit älteren Kindern. , anstatt mit gleich altrigen. Sie spielt mit allen Vorschülern in ihre Gruppe, die auch dieses Jahr auf jeden Fall in die schule kommen. In ihrer Gruppe sind gerade 3 kinder in ihrem Alter. , mit denen will sie nie spielen.

      Bin echt im Zwiespalt, wenn sie bleibt sind all ihre Freunde weg. Auch wenn ich sie vergleiche mit den 1 Jahr älteren kann ich kein Unterschied finden.

      In zwei Wochen haben wir die Esu (Einschulungsuntersuchung) und auch das Gespräch mit Erzieherin und Kooperationslehrerin.

      Ich weiß das die Erzieherin dagegen ist. Aber als Mutter kennt man sein Kind doch am besten.

      Sorry für das lange blau blau. ..

      Aber danke fürs zuhören und Antworten.

      Gruss Bettina

      • Hallo Bettina

        bist du dir wirklich sicher, das sie in allen bereichen soweit ist wie die älteren?

        Da sind dann teilweise Kinder in der Klasse die bis zu zwei Jahre älter sind und das fortwährend. Meinen großen habe ich zurück gestelllt und das OBWOHL die Erzieherin meinte, er wäre schulreif. Er konnte auch tatsächlich schon gut rechnen, kannte alle Buchstaben etc. aber er war einfach noch zu schüchtern und zu unselbstständig.

        Ich kenne deine Tochter wirklich nicht und es hört sich nicht an, als ob sie sozial noch nicht so weit wäre. Durch die Situation mit meinem Sohn weiß ich, das man sehr gut auf das eigene Kind hören kann. Was will denn SIE?? Mein Sohn wollte nicht in die Schule, obwohl dann seine momentan besten Freunde nicht mehr im Kindergarten waren und die Entscheidung war genau richtig wenn man sie im Nachhinein sieht.

        Persönlich bin ich damals mit gerade 6 eingeschult worden, gegen den Willen meiner Mutter (war wohl noch nicht so flexibel damals) Mittlerweile weiß ich, das vieles besser gelaufen wäre, wenn ich das eine Jahr noch im Kindergarten gehabt hätte. Ich wäre reifer gewesen etc. mehr will ich da jetzt nicht drauf eingehen.

        Überlege es Dir gut. Ich drücke die Daumen, das du die richtige Entscheidung triffst!

        LG
        Melanie

        • Hallo.

          Danke für deine Meinung.

          Meine Tochter ist sehr selbstständig. Zieht sich komplett fertig alleine an. Macht sich selbst die Haare. Auch lesen kann sie schon. Zählen auch bis 40.

          Erst heute hatten wir es davon. Ich habe sie gefragt ob sie nicht doch noch im Kindergarten bleiben möchte. Und sie hat ganz energisch gesagt...Nein ich will in die Schule und nicht im Kindergarten bleiben.

          Gruss Bettina

            • Hallo,

              Welches Kind kennt die schule bevor es in die schule kommt?

              Sie sagt sie möchte Lesen, Schreiben und Rechnen lernen , so wie ihre grossen Schwestern.

              • (6) 04.03.16 - 08:18

                Das wollte mein kleiner auch immer (hat auch einen großen Bruder)...und ist trotzdem noch ein Jahr in der Kita geblieben.
                Seine Konzentration und Leistungsbereitschaft ist jetzt, ein Jahr später, deutlich besser geworden und trotzdem noch sein Thema - zumindest die Konzentration.
                Er ist sowas von langsam und ablenkbar in der SChule, dass er zu Hause fast täglich nacharbeiten muss - und bringt trotzdem in Tests und mündlich im Unterricht so gute Leistungen, dass sich die Lehrerin eher Sorgen macht, dass er unterfordert als überfordert ist... Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das ein Jahr früher ausgesehen hätte. Schon jetzt saß er im ersten Halbjahr gelegentlich unterm Tisch und wusste immer, was alle anderen in der Stunde getan oder nicht getan hatten...war dabei aber selbst kaum dazu gekommen, in seinem Heft zu arbeiten...#schein

                Natürlich kann Dir niemand die Entscheidung abnehmen aber ich glaube, dass es Kindern mehr schadet, zu früh in die Schule zu kommen als etwas zu spät...wenn die Kita die fitten Kinder entsprechend zu fördern und fordern vermag.

                LG

                a79

          Hallo,

          Wenn kein Zweifel besteht, dass dein Kind dem Schulalltag sozial und emotional gewachsen ist, dann lass sie einschulen.

          Im Zweifelsfall würde ich abraten.

          Meine wären zur Einschulung exakt 6 gewesen und ich hab nicht eingeschult. Sie sind kognitiv echt gut: lesen fließend und sinnentnehmend auch Buecher für die dritte Klasse, sie rechnen bis 100, zählen bis 1000, wenn es sein muss. Aber sie wären mit der Selbstorganisation und dem auf-sich-gestellt-sein ueberfordert gewesen.

          Aus welchem BL seid ihr? Hier bräuchte man ein psychologisches Attest, um so jung einzuschulen.

          LG
          Delfinchen

          Das ist aber auch kein Grund. Ich kenne fast kein Mädchen, dass in dem Alter sagt, dass es noch gerne im Kindergarten bleiben möchte.

          Und bis 40 zählen als Grund aufzuführen... naja ...#kratz

      Hallo Bettina,

      meine Meinung kommt von der schulischen Seite. Ich bin zwar noch keine Mama und eher in einem anderen Forum unterwegs. Aber deine Frage spricht mich sehr an, daher hier noch mein Senf ;-)

      Ich habe jeden neuen Turnus immer wieder 4 bis 5 Vorzeitige. Von denen ist einer wirklich schulreif: kann sich organisieren, konzentrieren, durchsetzen, zurücknehmen, einstecken, austeilen, ist feinmotorisch schon weit genug entwickelt, kann erste Abstraktionen nachvollziehen... Kurz, ein ideales schulreifes Kind.
      Andere Vorzeitige sind wie viele der Regulären auch: sie haben gute Tage und schlechte Tage und erleben Frust wie Freude.
      Aber leider ist auch immer wieder einer dabei, für den die vorzeitige Einschulung eine absolute Fehlentscheidung war. Da vergeht dann kein Tag ohne Tränen, weil für die Schule eben doch noch was fehlte. Wenn ich mir dann die Unterlagen vom Screening anschaue, sind diese Kinder bei mir bisher immer gegen die Empfehlung der Schule eingeschult wurden.

      Aber an sich und für die Zeit vor dem Screening:
      Allein das Alter macht keine Aussage über Schulreife. Auch manch 6jähriger hat seine Auf und Abs und marschiert nicht einfach so durch. Daher ist 5 1/2 erstmal nur eine Zahl.

      Ihr solltet für eine gute Entscheidung auch die Schulbedingungen bei euch berücksichtigen. Wenn die Klassenstärke die Obergrenze erreicht (28 Kinder in Bayern!) und dann vielleicht noch über 50% der Kinder Migrationshintergrund haben, dann hätte ich bei jedem Kind Bauchweh, aber bei den Kleinen ganz besonders.

      Dann gebt bitte auch den Lehrern beim Screening eine Chance. Ich weiß, auch Lehrer sind bei weitem nicht perfekt und täuschen sich. Aber grad bei Vorzeitigen werden bei uns immer die ganz alten Hasen zu Rate gezogen. Da kommt doch viel Erfahrung zum Tragen. Und auch wenn sie nur mit einem unbefriedigendem "ich habe kein gutes Gefühl" antworten, dann hört auf sie. Erfahrung lässt sich nicht immer in Worte fassen.

      Wenn aber alle Bedingungen gut sind und auch das Screening gut läuft: Dann kennst du euer Kind am besten und triffst die Entscheidung.

      Und falls du oben über meine Beschreibung eines idealen schulfähigen Kindes gestolpert bist... Ich finde es sehr viel, was die Kinder eigentlich alles mitbringen müssen. Daher meine kleine Übertreibung. Aber als Mutter von schulpflichtigen Kinder, weißt du wovon ich rede.

      Toi toi toi euch für eure Entscheidung!
      crodino

      • (10) 06.03.16 - 19:29

        Oh, an so einen "alten Hasen" bin ich mit meinem Ältesten geraten! Der wurde 2 Wochen nach dem Stichtag 6 und ich wollte ihn einschulen, da er schon mit 4 angefangen hat zu lesen, mit 5 Bücher wie "Tintenherz" gelesen und über die Schuldfrage im zweiten Weltkrieg diskutiert hat.

        Einschulungsuntersuchung sagte: absolut schulreif. Erzieherin wollte ihn im Kindergarten behalten wegen feinmotorischer Defizite (oder aber : ein Schulanfänger macht weniger Arbeit in der Gruppe als ein neues 3jähriges...).

        Der alte Rektor der Schule nimmt Jungs generell erst mit fast 7, alle anderen werden zurückgestellt. So kam also bei der Schulanmeldung bei meinem Sohn nach seinem "Test" (einen Zug ausschneiden) natürlich raus: nicht schulreif.

        Ich habe ihn dann an einer freien Schule vorgestellt, die haben ihn eine Woche zur Probe genommen und dann entschieden "Einschulen ja, aber nicht in die erste, sondern direkt in die 2. Klasse!".

        Heute ist er in der 10. Klasse, hat super Noten und macht in 2 Jahren mit 15 sein Abi.

        Der Weg war nicht immer leicht, aber anders wäre es bei ihm überhaupt nicht gegangen. Ihm ist sogar heute noch oft langweilig in der Schule, obwohl er früh eingeschult wurde und 2 Klassen (1. und 4.) übersprungen hat.

        Hätte ich auf diesen "alten Hasen" gehört, wäre mein Kind wahrscheinlich irgendwann durchgedreht vor Langeweile.

        Ach so, ausschneiden kann er immer noch nicht - ich übrigens auch nicht. Wenn es danach ginge, wäre ich heute mit 40 noch nicht schulreif.

Unsere Grundschulrektorin sagt, es gibt ein paar Kinder, die kommen klar mit einer vorzeitigen Einschulung, aber meistens würde es langfristig Probleme geben. Zur Schulfähigkeit gehören nicht nur einzelne Entwicklungsbereiche, sondern alle. Das würden die meisten Eltern übersehen, weil sie vor allem die besonders positiven Seiten ihrer Kinder betrachten.

Du schreibst von motorischer Entwicklung und älteren Freunden. Ganz ehrlich, nur wegen der Freunde und einer überdurchschnittlichen Körpergröße würde ich mein Kind nicht früher einschulen lassen. Freundschaften ändern sich.

Natürlich gibt es Kinder, für die eine vorzeitige Einschulung genau das Richtige ist. Ob Deine Tochter dazu gehört, das kann man aus dem kurzen Post nicht heraus lesen. Grundsätzlich finde ich aber, dass man durchaus zuhören und ernstnehmen sollte, was die Erzieherinnen und die Kooperationslehrerin berichten. Sie erleben das Kind in der Gruppe und da verhält es sich u.U. ganz anders als zu Hause und zeigt Stärken und Schwächen, die daheim gar nicht zum Tragen kommen. An Deiner Stelle würde ich die Entwicklungsgespräche mit den Erzieherinnen und der Kooperationslehrerin (die ESU ist bezüglich der Schulfähigkeit ja nicht besonders aussagekräftig, da nur eine Momentaufnahme...) abwarten und dann in Ruhe entscheiden.

  • (12) 03.03.16 - 23:44

    Weil Du nach konkreten Erfahrungen gefragt hast:

    Die Tochter einer Freundin wurde mit 5,5 Jahren eingeschult, weil sie UNBEDINGT in die Schule wollte. Die Mutter sah das Kind reif, weil sie u.a. schon ganze Bücher selber lesen konnte. Die Erzieherinnen fanden das Kind aus sozialen und emotionalen Gründen noch nicht reif genug. Das Kind wurde trotzdem eingeschult und die ersten 1-2 Jahre fand die Mutter auch, dass alles super läuft. Dann bröckelte es langsam, es stellte sich heraus, dass das Mädchen von Anfang an dem Druck nicht gewachsen war, gemobbt wurde und viel in der Schule geweint hatte. Am Ende der vierten Klasse sagte die Freundin zu mir, dass sie es inzwischen bereuen würde, damals nicht für das Kind und über den Kopf des Kindes die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Sie würde niemals wieder ein so junges Kind einschulen. Ist vermutlich nicht die Erfahrung, die Du hören wolltest, aber die einzige, die ich habe bei einem so jungen Kind.

    Liest Deine Tochter eigentlich Buchstaben, Wörter oder ganze Texte (sinnerfassend)?

    • Hallo, meine Tochter liest einzelne Wörter und Sätze im Silben lesen.

      • Okay, also noch keine Texte/Bücher. Einzelne Worte können in unserem Bekanntenkreis schon sehr viele Kinder mit vier, fast fünf Jahren lesen, vor allem, wenn es sich um jüngere Geschwister handelt. Da haben die Kinder oftmals eine sehr starke Motivation, endlich auch das zu können, was die Geschwister schon gelernt haben. Insgesamt wirken jüngere Geschwister oft viel reifer. Mit meinen Jungs (Kind 3+4) hatte ich das selbe "Problem". Der Kindergarten sprach mich kurz nach ihrem fünften Geburtstag an, ob ich sie nicht mit 5,5 Jahren einschulen wolle, weil sie von ihrer gesamten Entwicklung her beide eher den Vorschulkindern entsprechen würden (gespielt haben sie mit Kindern aller Altersklassen).

        Ich bin immer etwas skeptisch, wenn es um frühe Einschulung geht, wenn die Kinder nicht gerade hochbegabt sind (und auch nicht für jedes hochbegabte Kind ist eine frühe Einschulung richtig...). Wir haben uns bei unseren Jungs dagegen entschieden.

        Aber wie gesagt, man muss den Einzelfall abwägen und das "Gesamtpaket" betrachten. Daher halte ich es für wichtig, sich alle Meinungen auch von anderen Betreuungspersonen anzuhören, ihre Erfahrung zu nutzen und hinterher die Entscheidung zu treffen, die nach abwägen aller Aspekte den größten Nutzen für das Kind zu haben scheint. Ob es die richtige Entscheidung ist, erfährt man oft erst nach Jahren.

Hallo,

für mich gehört ein Kind, dass im April 5 wird auf keinen Fall im August in die Schule.

Schon gar nicht bei den oben genannten Gründen. Es geht vielen Kindern so, dass sie von ihren Freunden getrennt werden im letzten oder vorletzten Kindergartenjahr. Das solltest gerade du als Erzieherin doch wissen, dass sowas absolut kein Argument ist. Freundschaften finden sich spätestens in der Schule schnell!!

Sie ist ja nicht mal 5 1/2, wenn sie eingeschult wird!! Ich finde das krass früh.. viel zu früh. Und wenn ein Kind nicht absolut hochbegabt ist, völlig überflüssig.

lg

Top Diskussionen anzeigen