Warum Latein?

    • (1) 07.03.16 - 18:06

      Hallöchen, #winke

      ich weiß, die Frage "Latein oder Französisch oder Spanisch oder..." hat keine Ende :-p
      Aber es würde mich interessieren, warum deutsche Kinder Latein lernen wollen / müssen.

      Kurz zu mir, damit ihr den Hintergrund versteht :-D

      Ich bin selber Französin, arbeite seit über 15 Jahren in Deutschland.
      Meine Muttersprache ist dann französisch.

      Ich habe folgende Sprachen studiert:

      6. Klasse: 1. Fremdsprache: Englisch
      8. Klasse: 2. Fremdsprache: Deutsch (damals war entweder Spanisch oder Deutsch zur Auswahl)
      8. Klasse: Altgriechisch (kein Wahlpflichtfach sondern als Option- Dauer 2 Jahre). Hier war Latein auch zur Auswahl
      9. Klasse: 3. Fremdsprache: Russisch (kein Wahlpflichtfach sondern als Option - Dauer 3 Jahre)

      Die französische Sprache hat keine Deklination. Es ist schwierig für uns das Ganze mit Dativ / Genitiv usw. zu verstehen.
      Außer wenn man Latein oder Altgriechisch studiert ;-) . Man versteht besser die Grundlagen. Es sind zwar tote Sprachen aber auch eine Reise in eine frühere Zeit. Ich habe richtig Spaß damals gehabt. #pro

      Aber wie gesagt Latein und Altgriechisch stehen uns in Frankreich nur als Option. Es sind nicht mal Nebenfächer.

      Also warum wollen / müssen deutsche Kinder Latein lernen?
      Ist es für euch Eltern eine Fenster zur Kultur, Allgemeinbildung, Philosophie z.B?
      Hilft es dem Kind in deutscher Grammatik oder Sprachkunde?
      Ist Latein als PlusPunkte gesehen?

      Vielen Dank für eure Meinungen / Erfahrungen!

      LG
      Alex

      • Hallo
        Wer spricht den hier von "müssen"? #kratz
        Latein lässt sich meiner Meinung nach mit beliebigen anderen Sprachen ersetzen, wir selbst leben zwar ein recht internationales Leben aber ich kenne etliche Menschen die nach der Schulzeit quasi nicht mal English benötigen weil sie einen Beruf erlernt haben in dem es einfach nicht nötig ist und auch ihr Lebensstil sieht so aus.
        Je nach Berufswunsch oder Wunsch des erlernens einer anderen sprachen kann es ein Vorteil sein aber von muss zu sprechen halte ich für falsch.
        Kommt halt einfach immer auf die Vorlieben und Talente des Kindes Ans..

        LG

      Keine Ahnung... Meine Tochter will das unbedingt!!!!! lernen. Sie möchte absolut kein Französisch lernen. Mir ist es egal! Ich habe französisch gehasst, das weiß sie aber nicht.

      Ich möchte dass sie das für sich entscheidet. Dann bin ich wenigstens nicht schuld wenn es ihr nicht gefällt. Ich wurde zu französisch gezwungen von meiner Mutter....

      Meine Tochter hat in einem sehr alten Buch in einem Museum lateinische Schrift gesehen und möchte unbedingt wissen was in dem Buch steht.

      Mona

    Hallo!

    Üblicherweise muss man für ein Abitur in DE 2 Fremdsprachen über mindestens 4 Schuljahren erfolgreich (mindestens mit Note 4) abgeschlossen haben.
    Man muss in DE nicht ein Abitur machen. In anderen Schulformen muss man 3 bzw. 4 Schuljahre Englisch gehabt haben für den Abschluss.

    Bei einem Teil der Gymnasiasten sind 2 Sprachen ein notwendiges Übel und bei einem Teil der Gymnasiasten sind 4 Sprachen erst der Anfang.
    Manchmal kann man sich die Fremdsprachen aussuchen (ich glaube ohne Englisch geht es gar nicht), manchmal, wie im Falle meines Sohnes sind die Fremdsprachen und deren Anzahl durch Wahl des Profils festgelegt. Wenn es nach meinem Sohn ginge und nach der halben Klasse, wäre Englisch vollkommen ausreichend, die können alle auf Latein verzichten, auf Französisch aber auch. Also insofern ist "Latein lernen müssen" eher ein relatives Muss.

    LG, I.

    (9) 07.03.16 - 19:52

    Hallo!

    Latein zu lernen ist wohl einerseits hier "Tradition" und gehört zur humanistischen Bildung.
    Manche Berufe erfordern auch Lateinkenntnisse.

    Andererseits: Ich musste für mein vertieftes Englischstudium (Bayern) das große Latinum nachweisen. Ohne Latinum keine Möglichkeit, das Staatsexamen abzulegen. Auch Französischkenntnisse (auf niedrigerem Niveau) waren erforderlich. Ob das heutzutage noch so ist, weiß ich allerdings nicht.

    Viele Grüße
    Ulrike

    Latein wird nur an Gymnasien unterrichtet und nur eine Minderheit der Gymnasiasten lernt heute noch Latein. Zur Zeit muessen u.a. Theologen, Philosophen, Historiker und alle, die eine moderne romanische Sprache studieren wollen das Latinum vorweisen. Wer im Studizm weitere alte Sprachen braucht hat ohne Latinum ein Problem. Außerdem ist es schon sinnvoll die Grundlagentexte abendländischer Kultur auch im Original lesen zu können.

    Mein Sohn belegt ab Sommer Latein als 2. Fremdsprache. Ich bin damit gerne einverstanden, aber er hätte auch Französisch belegen dürfen. Ehrlich gesagt liegt ihm Latein wahrscheinlich besser.

    • "Latein wird nur an Gymnasien unterrichtet" woher nimmst du denn diese "Weisheit"?

      lg

      • Hier ist das im Schulgesetz so geregelt. Wozu sollte ein Haupt- oder Realschüler, der kein Studium anstrebt denn Latein lernen? Er braucht gar keine zweite Fremdsprache. Auch wer ein eine zweite FS in der Realschule lernen will hätte von einer lebenden Sprache wohl mehr.

        • Es gibt ja auch noch andere Schulformen. Ich kenne einige SchülerInnen, die kein Gymnasium besuchen und trotzdem Lateinunterricht haben.

          Dass ich Schulgesetz steht (welches Bundesland überhaupt?), dass nur Gymnasien Latein unterrichten dürfen, kann ich nicht glauben.

          Wieso braucht man nur eine zweite Fremdsprache, wenn man studieren möchte? Allein um die Zulassung zum Abitur zu erhalten, braucht man eine zweite Fremdsprache und auch an Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen oder anderen weiterführenden Schulen (gibt ja in jedem Bundesland andere Namen) kann die Quali für die Oberstufe erworben werden. Wovon der jeweilige Schüler mehr "hätte", liegt an vielen Details.
          Ich kenne sehr viele Menschen, die sich an lebenden Sprachen sehr schwer tun, aber in Latein ganz gut waren und so mit guter Note ihre Zulassung für das Abitur sichern konnten.

          Aber man kann schlecht etwas behaupten, das einfach nicht stimmt und es dann mit Verallgemeinerungen, die auch nicht unbedingt stimmen, belegen wollen.

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