Erfahrung mit Ganztagsgrundschule

    • (1) 09.03.16 - 17:51

      Hallo Ihr Lieben
      heute gab es eine erhitzte Diskussion im Kindergarten, ob jetzt der Ganztagszug oder der Halbtagszug der Grundschule "besser" wäre, wobei ich immer finde, dass man das nicht so pauschal sagen kann, kommt ja auch auf die Schule, das Kinder usw an.

      Mich würde aber mal interessieren, wie Eltern mit Grundschulkindern im Ganztag das aus ihrer Perspektive sehen. Gerne auch Eltern aus Ba-Wü denn hier ist auch unsere Schule.

      Funktioniert bei Euch das pädagogische Konzept? DH müssen die Kinder zu Hause wirklich keine Hausaufgaben mehr machen oder lernen? Hier wird gesagt, dass die Kinder nach 16 Uhr auch wirklich frei haben. Funktioniert bei Euren Kinder das Lernen in der Gruppe? Wieviel Feedback zum Leistungsstand Eurer Kinder bekommt Ihr? Was für Aktivitäten (Sport/Musik) werden angeboten?

      Mein Sohn ist im Halbtag weil es zu seiner Einschulung den Ganztag noch nicht gab. Er hat massive Probleme mit der Freiarbeit, weswegen ich ihm den Ganztag auch nie zugetraut hätte. Daher interessiert mich natürlich auch, wie im Ganztag mit leisungsschwachen Schüler umgegangen wird.

      Danke im Voraus an alle, die sich die Mühe machen mir zu antworten.

      Viele Grüße
      S.

      Wie findet Ihr die Ganztagsgrundschule

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      • Ich kann den Ganztag nur empfehlen. Hausaufgaben gemacht, na ja das kommt drauf an, mittlerweile klappt es bei uns. Meine Tochter würde am Nachmittag es nicht mehr schaffen alle Hausaufgaben zu erledigen, da ist sie einfach platt.
        Das Angebot bei uns ist super, Musik, Kunst, Sport, Schach, Spielen es ist für jeden was dabei. Die Lehrer und Betreuer kennen jedes Kind. Die aktivitäten sind Jahrgangsübergreifend, was ich auch sehr vorteilhaft finde. Meine Tochter kennt so ganz viele Kinder! Wenn man arbeitet, ist das für das Kind meiner Ansicht nach die beste Lösung.
        LG
        Juva

        Es funktioniert, ja. Das mit den Hausaufgaben nachmittags nach der Schule, insbesondere am Anfang, halte ich für ein Gerücht. Später müssen die Kinder dann für Arbeiten lernen...also wieder "Hausaufgaben" und die Dauerhausaufgabe Lesen gibt es immer. Dazu kommt dann eben in der 2. noch das 1x1,...

        Lernt das Kind zu Hause nicht noch ZUSÄTZLICH und erledigt nicht noch ZUSÄTZLICH "Hausaufgaben", wird es eventuell schwierig. Die Lernzeit in der Schule ist nicht mal ansatzweise mit Hausaufgaben zu vergleichen.
        Gerade für Lernschwache Kinder kann es ein Gewinn sein - das Kind muss selbstständig arbeiten können. Darum geht es.

        Hallo,

        bei uns gibt es keine Ganztagsschule im Grundschulbereich und darüber bin ich froh. So ist man auch als Berufstätige Mutter flexibel. Alle Kinder besuchen die Halbtagsgrundschule, einige nehmen das 8-13 Uhr Angebot an (ohne Mittagessen - häufig von Hausfrauen favorisiert) und andere nutzen das Angebot des offenen Ganztages. Wobei bei uns auch eine teilweise Nutzung, also z.Bsp. nur 3 Tage/Woche möglich ist (halboffiziell).

        Liebe Grüße Andrea

      • Ich kann auch nur positives berichten. Unser Sohn ist in einer Ganztagsklasse und wir und er sind sehr zufrieden. Ersmtal denke ich, hängt das aber nicht vom Bundesland, sondern vom Konzet ab und ob gebunden oder ungebunden. Unsere ist gebunden und damit stellt sich nicht die Frage, ob die Hausaufgaben erledigt sind, weil es einfach keine gibt. Und ja um 15.30 Uhr ist für unsere Kinder der Schulalltag wirklich abgeschlossen und nichts mehr zu tun. (außer Freitags, da ist nur bis 12.30 Uhr Schule und es gibt Hausaufgaben, auch deshalb, weil natürlich die Eltern auch ein bisschen wissen sollten, was in der Schule läuft...Wir sind übrigens in Bayern. Wir hätten Auswahl zwischen gebundener Ganztag, Mittagsbetreuung und Hort. Unser Hauptkriterium war, dass unser Sohn sich in kleineren Gruppen leichter tut und eine klare Sturktur braucht. in Ein Gruppe von 60 Schülern in der Mittagsbetreeung zu kommen, und entscheiden zu müssen, ob an spielt, Hausaufgaben macht, bastelt etc. würde ihn überfordern. Es ist aber wirklich sehr vom Kind abhängig. Bei uns will auch die Rektorin, dass man das schon in der "Bewerbung" so begründet, für sie ist es eindeutig kein "Betreuungsangebot". Das schöne bei uns ist, dass es sehr viel Freiraum gibt. Sprich es wird nicht 5 Stunden gelernt und dann ist Freizeit, sondern, es wird dann auch mal schon nach zwei Stunden ne halbe Stunde Playmobil gespielt oder am Schulhof getobt, wenn "Fleißig gearbeitet" wurde... Das genießen die Kinder sehr und ich finde sie wurden so sehr sachte an die Schule rangeführt. Dann haben sie auch viele Projekte, wie Trommeln usw., sie haben einfach einen sehr guten Betreuungschlussel, sind auch immer wieder geteilt. Sie haben, das stimmt, auch relativ voft Freiarbeit, allerdings glaube ich, dass das die Selbständigkeit eher fördert. Unsere Lehrerin kriegt es adurch auch sehr gut hin, die unterschiedlichen Stärken zu fördern, sprich manche sind da bei den Liiesmal Heften nun nach einem halben Jahr fast fertig, andere machen das ganze erste Jahr nur zwei... Also langweilen tut sich da niemand und es ist niemand überfordert. Allerdings sagt die Schule immer wieder, dass dies ene sehr homogene und leistungsstarke Klasse ist, könnte natürlich auch anders sein. Also ich denke, es hängt vom Konzept, demm Kind und natürlich den Lehrkräften ab.

        Wie eine Vorschreiberin schon schrieb: Entscheidend ist, ob es sich um eine gebundene oder offene Ganztagsschule handelt. Bei einer gebundenen Ganztagsschule ist das Lernkonzept darauf ausgerichtet, das die Kinder (und Lehrer) auch nachmittags in der Schule sind. Da kann dann deutlich entzerrt und flexibler gelernt werden.

        Bei einer offenen Ganztagsschule geht es in erster Linie um die Betreuung nach Schulschluss. Und das mit einem deutlich schlechteren Personalschlüssel und schlechter qualifizierten Mitarbeitern als beispielsweise in einem Hort. Und wenn eine 'pädagogische Mitarbeiterin' (die Qualifikation gibt es per Volkshochschulkurs) 25 Kinder bei den Hausaufgaben beaufsichtigen soll, ist es sehr verständlich, das Hilfe und Motivation einzelner Kinder auf der Strecke bleiben.

        Grüsse
        BiDi

      • Hallo welcome,

        es kommt zuerst auf dein Kind an, wie viel Zeit es für "sich" braucht und wie leistungsstark es ist.

        Ich für meinen Teil war eine sehr starke Schülerin und musste nie großartig lernen. Ich kenne es auch nicht stundenlang über den h´Hausaufgaben zu hängen. Aber ich brauchte am Nachmittag gerade in der Schulanfangszeit immer noch eine Pause für ein Nickerchen. Ich wäre mit Unterrichtszeiten bis 15 Uhr schlicht einfach überfordert gewesen.

        Es gibt viele Zwerge, für die wäre Unterricht bis Mittags eindeutig besser. Nach dem Mittagessen sofort wieder Unterricht mit Benotung schafft einfach nicht jeder. Große Ruhepausen sind in der Ganztagsbetreuung eigentlich nicht vorgesehen. Ich denke es kommt außerdem auch auf das Konzept der Schule an, was nachmittags geschehen soll.

        Ich denke nicht, dass die Ganztagsbetreuung jegliche Arbeit daheim den Eltern und dem Kind abnimmt.

        Es ist auch die Frage ob Du ein eher leistungsschwaches Kind dadurch motiviert bekommst bzw ob es nicht davon erschlagen wird und Schule anfängt schon in diesen jungen Jahren zu hassen.

        Hallo,

        ich finde das ist kein einfaches Thema. Mein Sohn geht in eine normale Grundschule und fährt danach in den Hort zum Essen, Hausaufgaben machen und Spielen. Die Hausaufgaben werden betreut, aber nicht auf Richtigkeit geprüft etc.. Das finde ich persönlich sehr gut, da ich ansonsten gar keine Chance habe zu erfahren, wie mein Sohn steht und woran man zuhause arbeiten muss. Hausaufgaben sollten ja von den Kindern eigentlich selbständig erledigt werden können. Sie dürfen natürlich Fragen stellen, wenn sie etwas nicht verstehen. Das traue ich in der Grundschule auch Nichtlehrern zu :-)

        Ich kontrolliere also zuhause und wenn er schlampig gearbeitet hat, dann macht er sie nochmal bzw. verbessert sie. Ich habe aber auch den Willen mich damit auseinanderzusetzen.

        Im Ganztag verliert man als Eltern meiner Meinung eher die komplette Kontrolle, weil zumeist auch alle Unterlagen in der Schule verbleiben, da die Kinder ja nicht so "schwer" tragen sollen (das ist auch bei uns in der normalen Schule so, mein Sohn muss also selbständig alles mitnehmen was er braucht).

        Der Ganztag hat sicherlich bspw. für Kinder von Eltern, die die deutsche Sprache nicht gut beherrschen Vorteile.

        Andererseits ist man dann ziemlich unflexibel, wenn nachmittags noch Unterricht ist - Verabredungen und Hobbies sind beschränkter.

        VG
        B

        Ich wundere mich schon lange über die große Zustimmung zur Ganztagsschule. Vielleicht sind ja hier im Forum viele damit aufgewachsen, kennen die Kindheit mit der Halbtagsschule nicht so.
        Glücklicherweise bin ich schon älter, habe eine Kindheit gehabt, die ich nicht tauschen möchte.
        Natürlich ist es für die Eltern schön, wenn sie ihr Kind gut untergebracht wissen und sie unbeschwert ihrer Arbeit oder ihren Hobbies nachgehen können.
        Die Frage muß aber heißen: "Wie finden es die Kinder"?

        Natürlich gab es schon immer brave Kinder, die gerne in der Schule geblieben sind. Das war aber, jedenfalls früher, die absolute Minderheit.
        Können sich die Eltern nicht an die eigene Kindheit erinnern? Unbeschwert spielen, die Sorgen der Schule ganz beiseite schieben, damit man frisch und ausgeruht am nächsten Tag in die Schule gehen kann? Hausaufgaben waren mal mehr, mal weniger. Und wenn es mal weniger waren, hatte man etwas davon, nämlich mehr Zeit zum spielen.
        Ich habe es glücklicherweise nicht erlebt, ab der zweiten Klasse unter Druck gesetzt zu werden, damit auch ja der Übergang in die weiterführende Schule klappt. Allerdings hatte ich das Glück, in Berlin zur Schule zu gehen. Da gibt es bis heute nicht die Entscheidung, Kinder mit 10 Jahren beurteilen zu müssen, wie sie sich wohl entwickeln werden. Da hatte man wenigstens bis zur 6. Klasse Zeit, und die Beurteilung mit 12 Jahren ist schon sehr zweifelhaft.
        Ich war ein schlechter Schüler, durfte aber trotzdem meine außerschulischen Erfahrungen machen. Und, welch großes Wunder, ich habe mich auch weiter entwickelt, habe studiert und einen anständigen, lukrativen Beruf ergreifen können. Obwohl man das bei mir mit 12 Jahren garantiert nicht sehen konnte.

        Das lag auch nicht an der heilen Familie. Die war zwar heil, aber ich bin ohne Vater aufgewachsen, Mutter war Rentnerin, Geschwister waren auch da, Geld war also knapp.

        Aber ich hatte eine schöne Kindheit mit Freiheiten, wie sie die Kinder heute nicht mehr kennen. Und ich habe mich immer gefreut, wenn die Schule um 13:00Uhr zu Ende war!
        Das habe ich auch meinen Kindern gegönnt. Die ebenfalls trotzdem studiert haben und ehrenwerte Berufe gefunden haben. Obwohl sie keine Ganztagsschule hatten.

        Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Erwachsenen das gesamte Gedächtis der Ereignisse vor dem 20. Lebensjahr verloren haben.

        Man sollte sich manchmal erinnern.

        Gruß Bernd

        (10) 10.03.16 - 11:56

        Hallo S.

        Bei uns gibt es die Tagesschulen in der Stadt flächendeckend. Sie sind freiwillig - und man nutzt sie gut. Und sehr druchmischt: Also von berufstätigen Eltern oder solchen, die Einkind-Haushalte haben und mehr Umgang mit gleichaltrigen wollen, von solchen, die nur ein bis zwei Tage die Tagesstruktur nutzen und dann wiederum diejenigen mit Problemkindern, die so sozialisiert werden sollen. Also ein Abbild der Gesellschaft...

        Bei uns ist es tatsächlich gegeben, das die Kinder dort die Hausaufgaben erledigen. Sofern sie auch sagen, dass sie welche machen müssen. Aufgabenhilfe ist es aber nicht. Es wird nicht kontrolliert und geholfen nur in dem Umfang, der die Arbeit gerade zulässt.

        Dass sie innerhalb von Blockzeiten am Mittag auch mal einen Ausflug machen wurde mal kommuniziert. Aber das ist wirklich sehr rar. Meist sind sie einfach im Schulhaus und auf dem Pausenplatz. Die Ausflüge stehen im Werbeprospekt - in Realität geht es fast nie, weil immer zu wenig Personal da ist, um die Kinder zu betreuen, die nicht mitkönnen, weil sie z.b. Termine, Nachmittagsschule oder ähnliches haben. Auch die Sportanlässe, die früher druchgeführt wurden (z.B. Fussball-Plauschturnier, Tischtennis-Turnier etc.) wurden nie wiederholt.

        Für kleinere Kinder (bis max zehn) und für Mädchen, die gerne basteln ist es prima. Für Jungs im Sommer mit dem Fussballspielen auf dem Platz auch noch okay - aber es wird halt schon aus Einfachkeitsgründen meist wenig mehr als basteln angeboten.

        Sie haben ein Musikzimmer - aber das ist zum Musik hören gedacht. Also Hausaufgaben aus dem Musikunterricht können sie nicht machen. Man kann die Betreuung verlassen, um z.B. an einen Hobby teilzunehmen - und es wird kontrolliert, ob man wieder kommt. Das ist es eigentlich.

        Es steht und fällt mit dem Team dort. Wirklich. Wir hatten eine Leiterin, bei der sind sie immer in den Wald gegangen, haben OLs gemacht mit den grösseren Kindern etc. Oder sie sind sogar ins Freibad. Heute hat es ein anderes Team - und sie gehen nie mehr weg oder machen nie mehr was spezielles. Früher wurde es auch von der Stadt unterstützt. Jetzt wollen sie auf Nummer sicher gehen, dass nichts schief geht, dass keines Verletzt wird etc... und entsprechend ist es recht öde geworden. Meine Kleine nutzt die Tagesstruktr noch an 2 Tagen. Der Grosse hat sich ab diesem Semester geweigert.

        Gründe, warum mit der alten Leitung die tollen Angbote gestrichen wurde, gibt es viele. Sicherheit ist eines, Betreuungsschlüssel ist einer (je weniger Personal, je weniger Möglichkeiten was mit einer einzelnen Gruppe Kinder zu machen), mehr Regeln seitens der Stadt - und dann die Eltern. Wenn Eltern schon rumstänkern, weil das Kind am Tischtennis-Turnier keine Medaille bekommen hat und dass das total unfair sei... dann überlegen es sich die Leute dort auch, ob sie das überhaupt je wieder anbieten sollen. Also Eltern sind auch ein Problem.

        Danke an alle, die mir geantwortet haben. Mir ging es tatsächlich um die gebundene Ganztagsschule, wo die Kinder vor 16 Uhr nicht abgeholt werden dürfen, dh Schulpflicht bis 16 Uhr besteht.
        Tatsächlich zeigen auch hier die Antworten dass es viele zu lang finden.
        Ich hätte mir natürlich gewünscht, dass sich mehr Eltern melden, deren Kinder auf die gebundene Ganztagsschule gehen, um direkte Erfahrungsberichte zu erhalten.

        Das System mit offener Nachmittagsbetreuung scheint aber doch der Favorit zu sein?
        Danke nochmal.

        Viele Grüße
        S.

        Hallo,

        ich denke es ist schwer dazu eine pauschale Antwort zu geben. Jede Schule ist anders, die Klassen sind unterschiedlich und jedes Kind kommt mit dem Ganztag unterscheidlcih zurecht...

        Bei uns klappt es sehr gut und ich bin froh daß es das Angebot gibt. Die Hausaufgabenbetreuung teilen sich Lehrer und Erzieher. Meine Tochter ist sehr lernwillig und kommt uahc in der Schule gut zurecht. Daher reicht ihr die Zeit vollkommen aus. Zuhause lernt sie nur noch Vokalbeln oder mal ein Gedicht auswendig.

        Es gibt aber auch Kinder, die Schwierigkeiten haben, weil sie z.B. trödeln oder keine Lust haben oder den Stoff nicht verstandne haben. Dann wird es schwierig, denn du bekommst halt keine Einzelbetreeung in der Schule. Wenn das Kind nach der OGS noch Hausaufgaben machen muss ist es echt hart weil dann doch meistens die Luft raus ist.

        Pädagodisches Konzept? Naja, kann ich bei uns nicht so erkennen - muss aber auch nciht. Die Kinder haben Zeit zum lernen, spielen und essen. Das ist immer bis 15 Uhr. Danach kann man noch Angebote wählen. Ob einem die gefallen ist natürlich sehr individuell. Es gibt schon aus allen Bereichen angebeote, also es ist für jeden was dabei. Das kann aber meiner Ansicht ein richitges Hobby nicht ersetzen. Wenn man in die Musikschule oder den Sportverein geht, wird das dort natürlcih veil intensiver betrieben.

        LG, Bille

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