Logopäde - Schule - Eltern

    • (1) 08.04.16 - 08:10

      Hallo,
      ich weiß momentan nicht so recht: was ich davon halten soll:
      wir schulten Jonathan (unser 2. u. jüngstes Kind) im letzten Jahr ein (er ist Mitte August geboren, somit einer der jüngsten), aber er ist sehr groß, machte beim Einschulungstest super mit .........er brauch jedoch noch Logopädie.

      Schule läuft gut, er ist jetzt kein 1er Schüler, aber von 1-4 .......Deutsch tut er sich schon schwer, so dass ich viel mit ihm zusätzlich übe. Er lässt sich leicht ablenken, merke ich auch bei den Hausaufgaben. Er arbeitet auch nicht zügig, trödelt gerne. Logopädie läuft das ganze Schuljahr über weiter. Wobei ich anfang des letzten Jahres Logopäden wechselte, weil beim vorherigen so gar nichts voran ging. Beim jetzigen ging es voran, aber sehr langsam. K u. T spricht er jetzt, R und Ch meist auch ...........es happert jetzt noch bei den Verbindungen Kr, u. Tr/Dr, Gr, und ng ..............................der Logopäde hat vorher auch Erzieher gelernt, anfangs war er mir sympathisch. Doch mittlerweile - ich weiß es nicht. Jonathan ging anfangs gerne hin, mittlerweile nicht mehr. Ich denke: er hat jetzt insgesamt 2 1/4 Jahre Logo hinter sich (zwischen drin eine 3monatige Pause) ..........jetzt ist grad die Frage noch 1 x 30 Std. oder gleich Pause u. dann ab Sept. weiter. Ich tendiere grad zu einer Pause, der Logopäde meinte gestern: er auch, und er meinte auch: er käme nicht weiter, aber an ihm (am Logopädie) liege es nicht. Er empfiehlt uns zur Erziehungsberatungsstelle zu gehen. Seiner Meinung nach wäre Jonathan Verhaltensauffällig, würde sich nicht wie ein 6jähriger verhalten ........... . Jonathan ist halt kein Kind das immer zu allem "ja" sagt ...........wenn er aber "nein" sagt, beharrt er darauf. Wenn er etwas kaputt macht, er verleugnet es immer erst. Erst auf nachbohren gibt er es dann doch zu .........aber ich würde jetzt echt nicht sagen: er ist verhaltensauffällig.

      Ich werde jetzt einen Gesprächstermin mit der Klassenlehrerein ausmachen - ihre Meinung einholen. Beim Zwischengespräch war aber alles ok, er müsste halt manchmal aufmerksamer sein und mehr mitarbeiten .................mehr Mitarbeit wünschten sich die Lehrerin von mir in den 1. 2 Schuljahren auch immer u. die Aufmerksamkeit ok: aber er ist einer der jüngsten.

      Wie würdet ihr reagieren? Ich weiß ehrlich gesagt nicht: was ich bei der Erziehungsberatung soll? Ich habe keine Probleme mit Jonathan. Klar sage ich manches 2 x bis er es dann macht, aber ist das nicht normal ..............das man als Kind gerne mal sich manches 2 x sagen lässt? Wenn es etwas angenehmes ist, wie z. B. "wer Eis essen möchte komm in die Küche!" ....da hört er auch prompt.

      Viele Grüße
      Judith mit Johanna (8 J.) u. Jonathan (6,5 J.)

      • (2) 08.04.16 - 08:24

        Hallo,

        m.E. ist eine Erziehungsberatung nur dann notwendig, wenn Du als Elternteil an Deine Grenzen kommst und gerne mal Lösungsansätze oder auch Deine bisherigen Versuche, die Probleme mit dem Kind zu händeln, aus einem anderen Blickwinkel reflektieren möchtest, um zu schauen, wo evtl. noch andere Möglichkeiten sind.

        Ich würde an Deiner Stelle auch eher mit der Lehrerin sprechen, um zu erfahren, wie sie Deinen Sohn einschätzt.
        Meiner ist auch keiner, der in der SChule einfach so durchläuft - war mein Großer aber auch nicht. Viele Verhaltensweisen, die Du beschreibst, erkenne ich an meinem Jüngsten wieder:

        Er ist sehr langsam, oft haben alle anderen schon viel mehr geschafft als er und er muss zu Hause nacharbeiten. Er lässt sich bei seinen Schreibarbeiten seeeehr leicht ablenken und braucht manchmal für 5 Schreibzeilen über eine halbe Stunde, weil zwischendurch der Stift runterfällt, dann sitzt er unter dem Tisch, dann muss er gähnen und sich strecken...ist auf jeden Fall sehr kräftezehrend für mich als Mutter - und für die Lehrerin auch, die sich ja nicht ständig neben ihn setzen und ihn antreiben kann.

        Er wirkt oft scheinbar unaufmerksam.

        Komischerweise, schreibt er bei den täglichen Übungen und kleinen Tests gute Resultate. Seine Lehrerin schwankt immer noch zwischen dem Gedanken an Über- oder gar Unterforderung. Fakt ist, er bekommt deutlich mehr mit, als es scheint. Wir arbeiten derzeit noch über Motivation und Wochenrückmeldungen. Ich hoffe einfach, dass es irgendwann "klick" macht und sehe erstmal keinen Grund für weitere Diagnostik - die Lehrerin auch nicht. Sollte es im nächsten Jahr noch so sein, würden wir wohl mal Richtung Aufmerksamkeitsdefizit schauen...

        Mein Großer hat auch die Kurve gekriegt, ist jetzt in der 4. Klasse und ein Schüler mit 2er-Durchschnitt. Er war immer einer, der sich "aus dem Fenster träumte" und nicht anfing, zu arbeiten. Er ist immer noch nicht der Schnellste, aber mittlerweile weiß er, dass es einfach Dinge gibt, die gemacht werden müssen - je eher, desto besser. Mit ihm waren wir allerdings auch beim Schulpsychologen, die eine leichte Konzentrationsschwäche feststellte. Er musste halt lernen, sich zu fokussieren - klappt aber mittlerweile ganz gut. Therapien o.ä. hat er nie bekommen.

        LG

        a79

        Hallo,

        Erziehungsberatungsstelle halte ich so aus Deiner Beschreibung heraus auch nicht für nötig.

        Ich würde mit der KL sprechen und mit dem KiA. Logo-Pause kann durchaus sinnvoll sein, damit sich alles Gelernte setzen kann.

        Eventl. wäre Ergotherapie auch ein zusätzlicher Weg, den man einschlagen könnte; dort könnte er an seiner Konzentration arbeiten und lernt zu fokussieren.

        Einen 6-Jährigen, der nicht zu allem "Ja" sagt, halte ich jetzt nicht für verhaltensauffällig.

        Was stört Dich an dem Logopäden?

        LG

        • Momentan stört mich an dem Logopäden, dass er weniger Logo macht, sondern sehr auf das Verhalten von Jonathan achtet. Er reizt ihn gezielt, dann bockt er .......dann dauert es bis er wieder runter kommt (normal würde ich jetzt sagen) ........und das ist jetzt nicht nur einmal, das ging die letzten 29 Stunden so ..........dass ich sage: wenn er von 45 Min. Logo grad mal 10 Min. Logo macht ...........sonst alles andere .........ich weiß nicht. Klar hängt vieles zusammen, aber sein Vorschlag: Erziehungsberatungsstelle .......finde ich quatsch. Aber ich werde mir die Meinung der Lehrerin mal einholen.
          Lg

      Wenn ein Sechsjähriger, der schon lange zur Logopädie geht, irgendwann da einfach nicht mehr mag, vielleicht weil auch die Chemie zum Logopäden nicht so stimmt, sehe ich da überhaupt nichts ungewöhnliches drin.

      Solange Du mit Deiner Erziehung Dich nicht überfordert fühlst oder von verschiedenen Seiten zurückgespielt bekommst, dass Dein Kind auffällig ist, sehe ich da keinen Handlungsbedarf. Erziehungsberatungsstellen haben wirklich genug zu tun.

      Und dass ein Kind mal "nein" sagt, erst auf die zweite Aufforderung hört oder eben trödelig ist und sich nicht so gut konzentrieren kann, bedeutet für mich nicht, dass da eine Erziehungsberatung eingreifen muss.

      Ich würde mich bei der Klassenlehrerin erkundigen, wie sie die Entwicklung so sieht in Bezug auf die Konzentration und die Mitarbeit - dann kannst Du immer noch schauen, ob da wirklich noch eine fachliche Behandlung zusätzlich hilfreich sein könnte.

      LG

      Anja

      • Danke dir .......genauso denke ich auch und ehrlich: ich glaube nicht, dass die Klassenlehrerin mir was Neues erzählt. Allerdings hat sie ihn seit Montag auch zu einem Jungen gesetzt, der gerne anstiftet - und Jonathan lässt sich gerne anstiften. Wobei ich seit Montag täglich höre "Jonas kitzelt mich und hört nicht auf, da kann ich nicht aufpassen" ............ich sagte ihm nun täglich, sag zu Jonas "nein, hör auf", notfalls laut, dass es die Lehrerin hört u. dann kannst du ihr es erklären. Mal sehen ob er es heute macht .........die Tage davor traute er sich nicht ............in der Schule ist er nämlich doch eher der ruhige.
        LG Judith

    Hallo,
    Kinder sind keine Roboter und keine Soldaten. Ich bin, wie du auch, der Meinung, dass sie eine eigene Persönlichkeit haben und durchaus auch bestimmte Anweisungen absichtlich "überhören" dürfen.
    Etwas anderes macht mich allerdings stutzig. Eure Dauer der Logopädie ist bereits sehr lang. Es ist kein Geheimnis, dass Kinder ihre Therapiepausen brauchen. Erst in den Therapiepausen lernen sie das anzuwenden, was sie in den Therapien gelernt haben. Die Pausen sind mindestens genauso wichtig, wie die Therapien selbst. Es ist klar, dass dein Kind "voll" ist und keine Fortschritte mehr machen kann. Es braucht eine Pause um das Gelernte anzuwenden und zu verarbeiten.
    Eine Erziehungsberatungsstelle vorzuschlagen, weil er mit seinem Job überfordert ist, halte ich für absolut daneben.

    • ...ach ja, meine Kinder haben mittlerweile Logo seit 7 und 4 Jahren, aber es gab öfter einen Therapeutenwechsel. Jeder einzelne hat den Kindern gut getan, obwohl sie immer mit den Therapeuten gut klar kamen. Es ist auch mal gut, eine neue Art der Therapie und einen neuen Ausgangspunkt zu haben. Ein neuer Therapeut bringt wieder "frischen Wind" da rein.

      • genau das ist der Punkt. Wir wechselten zu ihm, weil bei der vorherigen Praxis er nie nur einen Therapeuten hatte - mal war eine krank, mal der andere .........das war nervig ....jetzt hatte er immer den gleichen, aber ich denke: er brauch eine Pause u. dann tendiere ich momentan zum Wechseln, weil ich merke: er geht nicht mehr gerne zu ihm.
        Meine Tochter hatte auch Logo - 1 Jahr, dann war alles ok.

Ich würde auch zu einer Pause raten. Manchmal ist einfach alles zu viel.

Mein Sohn geht schon lange zur Ergo. Zur Einschulung haben wir pausiert und erst im April wieder begonnen.

Bei der Ergo gibt es auch Gruppenangebote zur Konzentrationsförderung. Vielleicht wäre das was?

Wenn er in Deutsch noch Probleme hat, ich finde die Bücher von tiptoi gut. Da gibt es Deutsch 1. Klasse und Deutsch 2. Klasse. Der Stift spricht mit dem Kind.

Viele Grüße

Julia

  • Danke, habe schon im letzten Jahr die Buchstabenburg geholt u. jetzt auch Magors Lesezauber ............über Ergo dachte ich auch schon nach. Mal sehen was die Lehrerin meint. Wobei ich denke: wenn er mal keine Therapie hätte (bis Sept.) wäre vielleicht auch schön.
    Viele Grüße
    Judith

    • Ergo kann man mit Logo nicht vergleichen, finde ich. Mein Sohn war auch mal bei der Logopädie wegen Lispeln. Er fand es anstrengend und langweilig dort. Ergo liebt er. Das ist für ihn genauso toll wie ein Hobby.

Ich wurde auch grad zur Erziehungsberatung geschickt vom kiga mit dem Ergebnis, dass sie mir dort nur sagen konnten, dass ich bei Ihnen falsch bin. Die können Kinder nicht testen. Sprich wenn dann mit dem Kinderarzt oder Wende dich an ein spz, wo sie ihn auch wirklich testen könnten

(14) 08.04.16 - 14:00

Hi,

es gibt leider recht wenig gute Logopäden.

99% diagnostizieren immer " Rückstand" anstatt eine wirklich zu prüfen, was hinter den Sprachproblemen steckt. Da brauchst du einen Logopäden, der sich stetig fortbildet.
Leider sind die Kinderärzte auch diesbezüglich schlecht ausgebildet.
Ich kann nur raten, in den Ferien Termine in einer Sprachklinik zu holen ( gabriele-iven.de), denn das sind Vollprofis und können recht schnell erkennen, ob mehr dahinter steckt und somit der normale therapeutische Ansatz falsch sein kann und somit nur Zeitverschwendung ist.

Mit diesem Ansatz haben wir meiner Tochter geholfen, die leider auch bei verschiedenen Logos war, über mehrere Jahre, leider war die Zeit für den Müll.
Erst danach ging es mit großen Schritten vorwärts und auch das Verhalten hat sich verändert.

lg
lisa

Top Diskussionen anzeigen