Zwischenzeugnis 8. Klasse schlecht - wie motivieren?

    • (1) 18.04.16 - 21:26

      Heute hatten wir Elternsprechtag, und die Quartalsnoten meines Sohnes (13, 8. Klasse) sind noch schlechter, als ich erwartet hatte: zwar Zweier in den Sprachen und in Chemie, aber Fünfer in Biologie, Kunst und seinem Wahlpflichtfach Darstellen & Gestalten, eine 4- in Arbeitslehre und in Deutsch 4-5 (dort hatte er einfach vergessen, die Wochenarbeit abzugeben, die als mündliche Note zählt, und steht damit mündlich auf Sechs.

      Vom Intellekt her, daran hat auch die Lehrerin keinen Zweifel, müsste er nirgends große Probleme haben, aber seine generelle Arbeitshaltung ist einfach schlecht, in den meisten Freiarbeitsstunden schwatzt er oder listet Autotypen auf ... Eigentlich will er ja Abitur machen, aber fängt oft gar nicht zu Arbeiten an und hat seinen Kopf oft ganz woanders.
      Gibt es andere Eltern, deren Kinder auch solche Durchhänget hatten und sich doch wieder bekrabbelt haben?

      In seiner Freizeit gibt es nur noch das Handy, was hier schon zu heftigen Auseinandersetzungen geführt hat; dazu hat er zum Teil einen Freundeskreis, der nur rumhängt und aus Langeweile Quatsch macht ... Wir sind diesbezüglich schon in Beratung und haben Unterstützung vom Jugendamt, aber bis jetzt lief die Schule wenigstens so einigermaßen.

      Er verspricht immer, dass er sich anstrengen will, aber das hält dann mal ein paar Tage an. Und da er uns bezüglich der Noten auch oft anlügt oder einfach sagt, Dinge erledigt zu haben, obwohl das nicht so ist, komme ich mir auch einfach verarscht vor - er muss nicht glänzen, aber mit diesen Noten wäre ein Jahr später die Versetzung gefährdet, von der Qualifikation für die Oberstufe ganz zu schweigen.

      Kontrolle will er nicht, und er ist ja eigentlich auch alt genug - sorry dass es so lang ist ...

      Liebe Grüße
      Anja

      • Hallo,

        "Kontrolle will er nicht, und er ist ja eigentlich auch alt genug"

        Das wäre bei mir das Thema. Dann wird er halt kontrolliert, abgefragt und gut ist es wenn es nicht von alleine funktioniert.

        Ich habe hier auch einen faulen Socken zu Hause. Würde er sich anstrengen, wäre er gut 2 Noten besser. Er macht halt das Nötigste und gut ist.

        So einfach kommt er hier aber nicht weg. Ich kontrolliere schon. Frage, ob er alles gemacht hat und wo er Schwierigkeiten hat. Nickt er fleißig alles ab, bitte ich ihn abends mir kurz zu zeigen, was so der letzte Stand in jedem Fach für den nächsten Tag ist. Merke ich - wohlgemerkt abends gegen 20 Uhr - er flunkert mich an und er hat überhaupt keinen Plan von Nichts - muss er noch grob durchlesen, um was es geht. Das Programm läuft täglich.

        Schulaufgabentermine bekommt er, diese möchte ich auch haben. Hängen in der Küche. Hier setze ich mich aber auch mind. 3 Tage vorher täglich mit ihm hin und schaue, was er da so treibt. Gebe ihm Übungsaufgaben, die ich auch kontrolliere.

        Unser Sohn ist 11, geht in die 6te Klasse aufs Gym. Anders funktioniert es hier nicht. Gibt halt einfach Kinder, die besser sind, wenn eine Kontrolle stattfindet. Andere machen das alleine. Auch Recht, meiner gehört halt nicht dazu.

        Freunde, die nur rumhängen und Mist bauen, würde ich auch regeln. Sportvereine und Unternehmungen. Auch hier würde er kontrolliert werden und auch gelenkt.

        Unsere Kleine ist genauso. Schnell Hausaufgaben, vollkommen egal ob richtig oder falsch, Hauptsache fertig. Auch sie kommt damit nicht durch. Wird entweder wegradiert oder ich setze mich mit ihr zusammen hin - schon funktioniert es und zwar einigermaßen richtig.

        LG
        Caro

        • Ich halte von diesen strikten Kontrollen nicht so viel. Meine Mutter hat mich von A-Z kontrolliert und Druck gemacht,
          Gebracht hat das gar nichts. Ich habe sie dann angelogen, ich geh zu der oder der und lerne, um mal ein bißchen Freizeit zu haben.
          Ich glaube, wenn sie mich mal in Ruhe gelassen hätte, wäre ich Richtung Abi auch motivierter gewesen. So habe ich nach der 11. Klasse abgebrochen.

          Danke für diese ehrlichen Worte. Unser kommt erst in die 6. Ich merke allerdings, dass ich in letzter Zeit immer an gewisse Sachen erinnern muss. In dieser Woche musste ich erstmals hart durchgreifen und er durfte nicht zu seinem geliebten Training. Von wegen Hausaufgaben gemacht....erst konnte Sohnemann es gar nicht glauben. Bislang war ich immer recht gutmütig und habe mehr angedroht als durchgesetzt bzw. es klappte auch so. Als nun diese Woche die Konsequenzumsetzung erfolgt war, war er fassungslos. 1 Stunde Geheule und wütendes Geschreie und dann natürlich sämtliche Überredungskünste.....er tat mir eigentlich schon leid.....nur, wenn man jedes Mal wieder weich wird, nimmt er einen irgendwann gar nicht mehr ernst. War dann noch ein schöner Nachmittag, nachdem er begriffen hatte, sein Gejammer nützt nichts. Hat sogar noch einen Kuchen gebacken.....schlechtes Gewissen würde ich sagen.

      Ich glaube das Problem haben viele Eltern und wenn denn noch die Liebe dazu kommt. Mein Sohn war ikn der 6 Klasse sehr schlecht und mußte das Gymnasium verlassen. Er hatte dort auch eine ziemlich üble Klasse. Außerdem war er schon voll in der Pupertät. Jetzt in der 8 Klasse hat er ein sehr gutes Zeugnis. Er macht freiwillig seine Hausaufgaben kümmert sich um seine Mappen.

      Ich kenne auch Eltern deren Kinder das große Schwänzen angefangen haben. Wennn es soweit ist, wird es richtig problmatisch.

      Hi Anja,

      mein Patenkind ist ähnlich. Ab der 8. Klasse häuften sich 4er und 5er. Mehrmals sah es so aus, als ob er das Gymnasium verlassen oder die Klasse wiederholen müsste. Das wollte er auf keinen Fall!

      Er hat es dann immer irgendwie geschafft. In der 10. Klasse nur mit einer Nachprüfung in Mathe (das war mal sein bestes Fach)
      Jetzt ist er in der 11 und ich hoffe er schafft das Abitur. Er möchte anschließend studieren.

      Viele Grüße

      Julia

    • Hallo,

      das Handy wäre in dem Fall weg bei meiner Tochter, zumindest unter der Woche, bzw. deinstallieren wir dann bspw. WhatsApp #schein #schein
      Das haben wir allerdings von Anfang an so gehalten.

      Ansonsten läuft es ja schon länger etwas aus dem Ruder? Ist er auf dem Gymnasium?

      LG

      Hallo,
      ich denke solche Durchhänger sind in der Pubertät nichts ungewöhnliches.

      Wie wäre es mit einer Zeitkontrolle am Handy? Wenn die Zeit um ist, dann kann er damit gar nichts mehr machen. Du kannst auch die Zeiten einstellen, wo er überhaupt was machen darf und welche Apps wann funktionieren. Also nicht nur, dass er z.B. 2 Stunden am Tag was machen darf, sondern auch dass er erst ab 16 oder 17 Uhr die Spiele, Youtube oder was auch immer benutzen darf.

      LG,
      Natalia

      Hallo!

      Nun mein Sohn hatte in der 6. und 7. so einen katastrophalen Durchhänger, auch psychisch bedingt.

      Er hatte zu gar nichts irgendeine Motivation und das ganze Leben war sinnlos, die Schule somit erst Recht, die Kumpels waren alle blöd (mein Sohn war frühpubertär, die anderen liefen noch um den Apfelbaum rum).
      Ich habe es im Guten mit vielen Gesprächen versucht, ich habe es im Bösen mit Strafen und Kontrolle versucht, unser Verhältnis hatte sehr darunter gelitten und wir waren auch kurz davor ihn woanders unterzubringen - Internat. Letztlich habe ich kapituliert und ihm die alleinige Verantwortung übertragen, aber auch gesagt, dass zu egal welchem Thema er egal welche Hilfe braucht, er wird die bekommen, ABER er muss sie einfordern. Ich kann ihm nichts mehr von den Augen ablesen.
      Wir haben dann alles eingestellt (z.B. Nachhilfe in Latein) und ihn allein gelassen.
      Ich habe für mich beschlossen mich auch nicht aufzuregen, sollte er die Schule wechseln müssen oder ein Jahr wiederholen müssen. Wir haben ihm auch diverse mögliche (realistische und für ihn fassbare) Lebensläufe vorgestellt, eben ohne Wunder und ohne Katastrophen. - Vielleicht hat ihm das irgendeinen (Entscheidungs-/Selbstfindungs)-Druck genommen.

      Irgendwie hat es dann doch "Klick" gemacht und die 8. Klasse läuft prima und wie geschmiert. WIE er das macht da stehen mir zwar die Haare zu Berge: keine Hefteinträge, er schleppt NIE Bücher mit, etc. - also eigentlich wäre das der Punkt wo alle Eltern vollkommen austicken müsste. Mit viel "Ohmmmm" und Augen zu übersehe und überhöre ich das. - Es kostet mich viel da nicht auszurasten, aber das Ergebnis ist einwandfrei. Er hat mittlerweile auch "seine" Fächer gefunden (alle NaWi-Fächer, Mathe, Powi, Ek, Eng, Deu) und hat ein deutliches Einsehen, dass er in den nicht-Lieblingsfächer (Reli, GE, Latein, Kunst) zumindest eine 3-4 schaffen will und muss. - Das hat er im Griff. Mittlerweile habe ich den Eindruck sind die hochpubertären Phasen auch abgeschlossen und das Hirn befindet sich nicht mehr im Abbau sondern im Aufbau. Er lacht auch wieder mit uns, er sucht auch unsere Nähe und ist auch wieder für gemeinsame Unternehmungen zu gebrauchen.

      Ich kann Dir aber auch keinen Rat geben und eine Patentlösung anbieten, schließlich haben wir auch alle Möglichkeiten ausprobiert und ich kann Dir nicht sagen, was davon letztlich eher zum Erfolg führt. - Vielleicht einfach alles und vielleicht einfach nur der Ausdruck der Bekümmernis und des "es ist mir nicht egal!"

      LG, I.

      Erst einmal danke für die bisherigen Antworten. Tatsächlich - ich versuche mich kurz zu fassen - sind die Probleme auch in anderen Bereichen da, und an diesen "Baustellen" wollten wir jetzt eigentlich zunächst arbeiten.

      Unser Sohn ist auf der Gesamtschule, so dass er in diesem Schuljahr auch noch nicht sitzenbleiben kann. Aber den Ernst der Lage hat er - so scheint es mir zumindest - noch nicht wirklich begriffen. Da ein Großteil der Aufgaben dort erledigt wird (dafür stehen sieben Zeitstunden zur Verfügung), kann das nicht einfach zu Hause alles kontrolliert werden.

      Unter anderem wegen des Handys hat es bei uns in der letzten Zeit derart heftige Auseinandersetzungen gegeben, dass unser Sohn abgehauen ist über Nacht und dann auch eine Zeitlang nicht zu Hause gewohnt hat - ein Zusammenleben war nicht möglich. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt haben er und wir dann Regeln aufgestellt, die eigentlich für beide Sachen machbar sein sollten - aber er schafft es einfach nicht, diese einzuhalten. Technische Möglichkeiten sind die Ultima Ratio (in der Vergangenheit hat so etwas gar nicht gefruchtet), aber damit üben wir natürlich Macht ihm gegenüber aus.

      Sorge macht mir auch, dass er so lethargisch ist - Handy und falsche Freunde sind das eine -, aber er kann sich oft einfach zu nichts aufraffen; selbst normale schöne Dinge fallen dann einfach aus, weil er nicht aufsteht. Das kann ja alles mal sein in der Pubertät, aber ich spüre deutlich, dass es ihm dabei nicht gut geht, nur bekommen wir einfach kaum Einblick in sein Innenleben.

      LG
      Anja

      • (11) 19.04.16 - 10:31

        Hm, ich hab ja schon gemutmaßt, daß hier mehr im Argen liegt, in dem Fall ist es natürlich einfach zu sagen, Handy weg und gut. Vielleicht habt Ihr zu spät reagiert, bzw. begonnen zu reagieren, jetzt ist er in einem Alter, da gehen auch noch die Hormone mit ihm durch, vermute ich zumindest. Ich würde hier Stück für Stück beginnen, sich Dinge zu verdienen. Ein Handy hätte meine Tochter dann wieder, wenn alles andere funktioniert hat. Nach der Schule wird erst der Schulkram erledigt, dann ist Handyzeit und am Abend ist auch irgendwann Schluss damit. Allerding würde meine Tochter (noch) nicht abhauen wegen dieser Lapalie, aber wie sind das eben von vorn herein anders angegangen.

        LG

        • (12) 19.04.16 - 10:58

          Eigentlich sind wir schon relativ streng gewesen, obwohl unser Sohn mit seinem 13 Jahren der Jüngste in seiner Klasse ist und gerade jetzt in der Pubertät einen ständigen Anpassungsdruck spürt - dabei hätte er das echt nicht nötig, aber wir sind die letzten, die ihm das sagen können.

          Bis zum Sommer letzten Jahres gab es zwar auch mal die eine oder andere Baustelle, aber irgendwie sind wir dann auch immer wieder zu Lösungen gekommen, es gab schöne Momente in der Familie, er hatte normale Freunde - irgendwie ist er uns entglitten. Ein Stück weit ist es ja normal, dass die Freunde wichtiger werden, und viel läuft ja heute über das Handy - aber auf Druck hat er dann zunehmend aggressiv reagiert, war Gesprächen einfach nicht mehr zugänglich ... Es geht ihm nicht gut dabei, und das weiß er auch :-(

      Hallo!

      Nun bei vielen Kindern funktionieren Macht- und Kontroll-Spielchen der Eltern. Bei uns ist es definitiv nach hinten losgegangen.
      Je mehr Druck wir ausgeübt haben umso ärger und irrationaler kam der Gegendruck und der Ausbruchsversuch. Ich will nicht sagen, dass es immer und überall so ist, dafür musst Du Dein Kind besser kennen um abzuschätzen ob weniger Druck und mehr Eigenverantwortung (bis zur Überforderung) mit allen Konsequenzen der bessere Weg ist.
      Ich finde keine Alternative ist einfach für Eltern.

      Vielleicht ist es auch nicht "nur" Pubertät und Erziehungsbaustelle vielleicht ist auch eine depressive Episode drin. Vielleicht auch noch nicht behandlungsbedürftig. Könnt Ihr das vielleicht beim KiA klären? In dem Kontext würde ich auch UNBEDINGT erwähnen, dass Sohn es nicht schafft (trotz Bemühen) gemeinsam erstellte Regeln einzuhalten und es ihm dabei schlecht geht.

      LG, I.

      • Schon im vergangenen Herbst ist mein Sohn in einigen Belangen ziemlich übers Ziel hinausgeschossen, und da Reden nicht half, haben wir dann wirklich sehr deutlich Konsequenzen angekündigt und auch durchgezogen - es hat sich nichts an seinem Verhalten geändert.

        Es ist halt eine ständige Gratwanderung: Einerseits sind wir als Eltern verantwortlich für ihn und müssen ihn vor allzu großem Unsinn auch schützen, andererseits wollen wir ihm ermöglichen, dass er selbst Verantwortung übernimmt und Freiheiten hat.

        Das mit der depressiven Episode halten wir auch für möglich - er will ja anders, kann sich aber einfach nicht aufraffen, und das ist nicht nur bloße pubertäre Faulheit. Als er nicht zu Hause war, ging es besser, aber bis auf relativ strikte Hausregeln hatte er dort auch keine Pflichten, ist aber immer früh aufgestanden. Wir werden da auf jeden Fall bald handeln!

        LG

        Anja

        • Na ja ich sprach auch nicht von "künstlichen" / elterlichen Konsequenzen, sondern von natürlichen Konsequenzen ...
          Für mein Sohn ist es eine Katastrophe, die Klasse oder gar die Schule wechseln zu müssen. Wir sind die Szenarien durchgegangen, wann es dazu kommt und was ihn dann erwartet (nichts Schlimmes, aber eben nicht so wie es jetzt ist) und das reichte ihm als Motivation .... Wir haben ihm auch klar gemacht, da Reden nichts hilft, dass wir auch nicht mehr reden sondern den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen! - SEINE alleinige Verantwortung!

Liebe Anja, nur zwei Gedanken:

der eine, zum Handy (habe ich diese Woche von einer Freundin gehört, gefällt mir und ich will das demnächst auch ausprobieren, wenn mein Sohn demnächst (zum 13. Geburtstag) ein Touch-Handy bekommt): freie Verfügbarkeit des Handys im EG, oben nicht. Damit will ich verhindern, dass er sich mit dem Handy in seinem Zimmer verkriecht. Was mir an dieser Variante gefällt ist, dass er einerseits selbst die Kontrolle hat, aber andererseits nicht komplett in eine andere Welt abdriftet. Wie gesagt, über Erfahrungen kann ich noch nicht berichten, halte es aber für einen Versuch wert.

Was mir noch ein bisschen geholfen hat in der Sicht auf meinen ebenfalls pubertären Sohn ist das Buch Teenieleaks von Paul Weiss-nicht-mehr. Untertitel "was wir denken, wenn wir nichts sagen". :-) Habe dadurch mehr Verständnis dafür bekommen, wie viel Energie die Kids auch für ihre soziale Hackordnung aufwenden müssen.

Und auch wenn die Fünfer ärgerlich, weil unnötig sind: Habt Ihr Euch richtig über die Zweier gefreut? Die Fünfer kann er sicher noch hinbiegen, die sind vermutlich als Warnschuss gedacht. Wenn er selbst das auch so sehen kann mit dem Warnschuss (und mit Würdigung seiner guten Noten) wird er selbst die Kurve kriegen.

Liebe Grüße!

  • Wir haben nur eine Etage :-) Das Handy ist letztlich in meinen Augen auch nicht der Übeltäter an sich, sondern auch ein Mittel, um sich abzulenken; und mit der Zeit setzt da natürlich ein Gewöhnungseffekt ein, der kaum Raum für andere Aktivitäten lässt. Tatsächlich ist aber für ihn das Gefühl der Freiheit sehr wichtig, auch wenn man hinter den Kulissen schon Sachen einschränkt.

    Ich merke schon, dass mein Sohn viel Energie dafür aufwendet, wer ihn wie sieht, und dabei auch Sachen tut, von denen er selbst weiß, dass sie nicht richtig - auf viele wirkt er unheimlich cool, aber er ist in Wirklichkeit gar nicht so ein selbstbewusster Typ. Gerade habe ich noch ein anderes Buch über Pubertät, dass mich manchmal auch einfach lachen lässt (von Rogge).

    Über eine Fünf in Kunst ärgere ich mich nicht, das weiß mein Sohn auch. Die Lehrerin gestern sah es als nicht sehr wahrscheinlich an, dass er in Deutsch noch eine Drei schaffen kann, das hat im letzten Halbjahr mit Anstrengung geklappt, was ich auch toll fand. Die andere Fünf ist in einem Hauptfach in dem er sich selbst aufgegeben hat, weil er mit der Lehrerin einfach nicht klar kommt. Ich kann persönlich sogar nachvollziehen, dass die so gar nicht sein Fall ist, aber er beteiligt sich ja auch nach eigenen Angaben kaum und ist dazu noch oft sehr schnippisch. Und ja, für die guten Noten haben wir ihn gelobt, und bei dem einen oder anderen Dreier ist auch noch Luft nach oben, sogesehen hast Du natürlich recht, dass man da nach vorne blicken sollte.

    LG
    Anja

Unser Junior wird 13 und ich habe das Gefühl in seinem Kopf ist eine Riesenbaustelle...
#schwitz

Bei uns gibt es die Reglung, die Zeit die er zu Hause was für die Schule bekommt, die bekommt er auch zum Zocken (wichtig Zeitrahmen angeben indem er spielen darf- sonst kommen sie auf die Idee bis ultimo spielen zu wollen, weil sie ausreichend Spielezeit angehäuft haben. Bei uns ist 21 Uhr in der Schulzeit Schluss)
Es gibt also ein Zeitkonto.... Und er selber hat es in der Hand wie lang er spielen kann.
Handy wird zu Hause bei uns eingezogen. Mit der Option, wenn es in der Schule klappt kann er auch zu Hause das Handy länger bei sich behalten. Abends wird es eingezogen.

Wir haben mal den Tip bekommen ihm die Erfüllung eines Herzenswunsches in Aussicht zu stellen , wenn sich der Notendurchschnitt bei xy liegt.
Es sollte dann aber schon ein richtig inniger Wunsch sein.
Klingt interessant für uns....

Es ist wirklich nervend , wenn sie unter ihren Möglichkeiten bleiben#aerger

LG
Karna

LG
Karna

Hallo,

wenn ich mich richtig erinnere, habe ich kürzlich schon mal ein Post von dir gelesen, in dem du in anderen Zusammenhängen schreibst, dass dein Kind gerade schwierig ist und ihr nun Unterstützung bekommt. Ist das richtig? Sonst Sorry, #sorry wenn ich euch verwechsle.

Ich denke, dass es nichts bringt, das Problem isoliert zu sehen. Es ist vermutlich ein Aspekt der Probleme, die ihr gerade erlebt. Was sagt euer Sohn denn selbst? Was ich mir vorstellen kann ist, dass es ziemlich "cool" ist, in der Schule nichts zu machen. Meine Tochter ist auch in der 8ten und da sind die Helden die, die irgendwie nichts gebacken sind und sich den Lehrern gegenüber ziemlich frech und forsch benehmen. Versuchst du als Schüler gegen den Strom zu schwimmen, dann ist das ziemlich schwierig und kostet dich doch einige "Popularitätspunkte".

Da man euch und euren Sohn nicht kennt, mal ein paar Ideen:

a) Wir haben einen Bekannten, der selbstständig ist (und alleinerziehend). Sein Sohn hat in der 8. Klasse ähnliche Mucken gemacht. Da hat er ihn gezwungen, ihm einen vollen Tag im Betrieb zu helfen - war wohl ein 12 Stunden Tag. Abends hat er sich hingesetzt und ihm vorgerechnet, was er nun an dem Tag verdient hat, welches Monatseinkommen er hat und welche Ausgaben. Er hat ziemlich offen mit ihm darüber gesprochen, dass er wirklich hart buckeln muss für relativ wenig Geld, er aber aus verschiedenen Gründen wenig andere berufliche Perspektiven hat. Er hat seinem Sohn erklärt, dass er sich für ihn wünscht, dass er einfach einfacher durchs Leben kommt und dass ihm daher die Schulbildung sehr wichtig ist. Da hat's geholfen. Junior macht nun Abitur, hat ihn wohl doch sehr abgeschreckt. Analytisch betrachtet war es eine Mischung aus Abschreckung und emotionalem Appell :D.

b) Das totale Kontrollspiel. Hat hier ja schon jemand vorgeschlagen - gab aber schon Gegenstimmen. Wir haben eine Auszubildende, die in einer betreuten WG lebt - mit knallharten Regeln (kein Piercing, keine gefärbten Haare, anständige Klamotten). Sie kann sich "Privilegien" dadurch verdienen, dass sie wirklich im Alltag sehr ordentlich funktioniert. Sie hat bei uns ein Heftchen und wird da eingetragen, dass sie die Woche wirklich pünktlich, höflich und motiviert am Arbeitsplatz war und wir das mindestens mit "gut" bewerten würden, dann darf sie am Freitagabend weg (und muss in den Alkomat pusten, wenn sie wiederkommt). Man muss sagen, dass sie selbst das gut findet, sie kommt wohl aus einem sehr chaotischen Elternhaus und lernt zum ersten Mal Struktur - sie hat so eine "Einsicht" und sagt "klar, stinkt es mir, wenn ich samstags für die Berufsschule pauke, aber meine Betreuer wollen ja nur das Beste und dass das klappt!". Ich glaube ohne die Einsicht ist es sehr schwer und einfach nur nervenaufreibend.

c) Ich selbst fahre bei meinen Kindern das "erledige erst alle Aufgaben, dann bekommst du ..." Prinzip. D.h. sie kommen heim, machen die Hausaufgaben, packen den Ranzen, üben ihr Instrument, lesen ein wenig (Gott, klingt spaßfrei bei uns #schein) und bei schönem Wetter gehen die Kleinen eine Stunde raus und dann dürfen sie (natürlich mit Einschränkung) den restlichen Tag machen, was sie wollen. D.h. meine Tochter bekommt dann das Handy zurück (das sammeln wir täglich ein, wenn sie durch die Tür kommt), die Fernbedienung für den Fernseher, etc.

d) Vielleicht motiviert er sich selbst, wenn er ein Ziel hat? Wenn man versucht, ihn ein berufliches Praktikum oder so machen zu lassen und er merkt, dass er gewisse Leistungen für diese berufliche Bahn bringen muss?

Auf jeden Fall würde ich aber das Gespräch mit eurem Kind suchen und ihm klar machen, dass die Zeugnisse, die er jetzt hat, die Weichen für sein weiteres berufliches Leben sind.

GLG
Miss Mary

  • Du erinnerst dich schon richtig, wir bekommen seit einiger Zeit Unterstützung und empfinden die Zusammenarbeit mit Jugendamt, Erziehungsberatung und Erziehungsbeistand für unseren Sohn auch als wirklich hilfreich - nur das braucht natürlich alles seine Zeit.

    Ja, für die Schule zu lernen ist total uncool, und gerade unter den Jungs in seiner Klasse gibt es kaum welche, die wirklich was tun, Ziele haben - manche haben echt nur Blödsinn im Kopf und auch kein Korrektiv seitens der Eltern.

    So richtig realisiert unser Sohn nicht, dass wir Eltern (beide studiert) schon einfach arbeiten müssen - er nimmt nur wahr, dass ich den ganzen Tag weg bin, während mein Mann als Musiker sehr unregelmäßig arbeitet und auch viel Freizeit hat - dafür schmeißt er aber den Haushalt. Dass wir gerade finanzielle Sorgen haben, ist ihm auch mit Nennung von Zahlen nicht klar zu machen, da wir im Vergleich zu vielen seiner Mitschüler schon gut zurecht kommen.

    Auf Kontrolle reagiert er total allergisch und will einfach nicht wahrhaben, dass er nicht die gleichen Freiheiten wie seine zum Teil älteren Freunde haben kann; vielmehr hat er fast panische Angst, nicht gemocht zu werden, wenn er eben mal etwas nicht darf. Er leidet schon darunter, dass es ihm zB schwer fällt, eine Aufgabe überhaupt anzufangen - er hat oft das Gefühl, dass das alles zu viel ist, weil er halt sehr unsystematisch arbeitet.

    Im Prinzip ist es bei uns auch so, dass er erst seine Sachen erledigen soll, bevor er am Handy hängt - er braucht dann aber selbst für die einfachste Sache ewig oder liegt nur gelangweilt in seinem Zimmer. Wir versuchen schon, viel Struktur in den Alltag zu bringen, aber manchmal entzieht er sich einfach allem.

    Praktikum steht bei ihm jetzt ohnehin an, und wenn er aus "was mit Autos" etwas macht, soll es uns recht sein. So wirklich einen Plan hat er aber nicht, und handwerklich zwei linke Hände - die Gesamtschule tut aber viel dafür, die Berufswelt näherzubringen.

    Letztlich versuchen wir gerade, überhaupt wieder ins Gespräch miteinander zu kommen und hoffen auch, dass er wieder mehr Zeit in die Freunde investiert, die irgendwie "geerdet" sind und nicht nur vor lauter Langeweile Blödsinn im Supermarkt anstellen und dann ein Hausverbot bekommen.

    Dass er handeln muss (anstatt immer nur was anzukündigen oder sich selbst und andere zu belügen), ist als Botschaft klar formuliert worden von uns; ich hoffe sehr, er kann das auch nach und nach umsetzen.

    Liebe Grüße
    Anja

    • Wir scheinen dieselben Kinder zu haben#schock#schock#schock

      Und noch erschreckender wir machen vieles ähnlich im Bezug auf das Kind.

      Auch wir haben zugesehen, dass er möglichst mit Freunden verkehrt sie etwas geerdet sind.

      Jetzt hat er eine Freundin und mit ihr zusammen hat er schon echt Mist gebaut. Beide haben sich selber am Vormittag schulfrei erteilt und nahmen am weiteren Unterricht nicht teil. Sie vergnügten sich in der Stadt:-[
      Zudem lebt die Freundin in einer schwierigen Familiensituation, dazu kommt dass die Mutter aufgrund ihrer Arbeitszeiten erst am Abend oder späten Abend zu Hause ist und sich erst dann um sie und ihre Balange kümmern kann.
      Der Freundin bescherrt es ein Leben frei von Regeln und Kontrolle , was meinem Sohn natürlich fasziniert.
      Nun wollte mein Kind da übernachten und auch sie wollte bei unserem Sohn übernachten.

      Nun haben wir (aufgrund der Probleme der Mutter ) beschlossen, dass wir dann lieber beide bei uns haben , um das Ganze wenigstens ein bisschen beobachten und lenken zu können.
      Ihr erster Besuch bei uns war ein Desaster für uns alle.
      Beim zweiten Besuch lief es besser und mit jedem Besuch läuft es besser.
      Die Freundin schafft es immer besser sich mit zu integrieren und an die häuslichen Regeln zu halten. Sie zieht unseren Sohn da auch mit.
      Sie fühlt sich auch recht wohl bei uns. Sie selber hat meinem Sohn gesagt, dass sie mich mag , weil ich auch gut erkläre warum ich z.b will dass sie diese oder jene Regel einhalten.
      Irgendwie tun sich beide auch gut.(wird auch von der Schule bestätigt) aber da die beiden aus dem selben Holz geschnitzt sind, ist es ganz gut sie im Auge zu behalten, denn sie können sich auch beide schnell ins Gegenteil ziehen.

      Ich wünsche dir gute Nerven!
      Karna

Hallo,

mein Bruder ist Gymnasiallehrer und er sagt, dass wäre für das Alter, gerade bei Jungen, typisch und ganz normal. Pubertät halt. Er rät den Eltern ruhig zu bleiben. In 99% der Fälle würden die Kids spätestens ab der 10. wieder komplett rund laufen und wissen worum es geht.

LG
Michaela

(25) 22.04.16 - 17:17

Mehr individuelle Betreuung und Gruppenunterricht fördern! Wichtig ist, dass das Kind nicht allein mit dem Schulstoff allein da ist, sondern wirklich motiviert wird. Wenn die Eltern schon nicht wissen, weswegen die Noten resultieren, dann muss ich mir ehrlich die Frage stellen, ob sie überhaupt mitbekommen, was an Wissen dem Kind vermittelt wird. Vielleicht hilft auch ein Einblick in die Schulsysteme. Wird mit veralteten Schulbüchern gelernt, werden keine PCs oder E-Learning Plattformen genutzt, ist Gruppenunterricht angesagt? Sowas kann in Gesprächen mit Lehrern herausgefunden werden. Auch Empfehlungen an Lehrer, bestimmte Schulbücher oder Lernmedien (vgl. z.B. https://www.fwu-shop.de/ ) zu nutzen, gehört dazu. Die Bildung eines Kindes ist nicht alleinige Aufgabe der Pädagogen.

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