Wahl der Grundschule

    • (1) 21.04.16 - 13:22

      Ich bin nach wie vor unsicher, zerbreche mir schon seit längerem den Kopf, was die richtige Wahl ist. Ich könnte einen Gastantrag durchbekommen, wenn ich wollte.
      Deshalb würde ich mir Meinungen wünschen, wie ihr die verschiedenen Punkte gewichten würdet bei der Entscheidung.

      Zur Auswahl stehe zwei Schulen. Eine in unserem Stadtteil, eine in dem Stadtteil, wo mein Sohn momentan den Kindergarten besucht.

      Auf Schule 1 haben ich angemeldet. Hier was ich darüber weiß, teils von Eltern, teils durch die Anmeldung.
      Es ist eine Schule mit Inklusion.
      Wahlweise gebundener Ganztag, wir würden das aber vorerst nicht in Anspruch nehmen.
      Das Einzugsgebiet ist leicht multi- Kulti geprägt, aber kein Brennpunkt.

      Viele russisch stämmige Kinder aber inzwischen auch viele andere Migranten.
      Insgesamt vielleicht 40%- 50% der Kinder (geschätzt)
      Allerdings haben die meisten ausreichende bis gute Deutschkenntnisse.

      Die Schule hat einen mittelguten Ruf.
      Mein Sohn könnte hin laufen, von der ersten Klasse an.
      Es gehen nur zwei Kinder aus seinem Kindergarten in diese Schule. Zwei ausgeprägte Rabauken. Seine Freunde gehen alle in Schule 2
      Es gibt 2-3 Klassen pro Jahrgang. Alle proppenvoll.
      Pädagogisch scheint diese Schule gute Konzepte zu haben, sie erreichen auch schwierige Kinder, gehen auf die Leistungen des einzelnen (scheinbar) gut ein.

      Schule 2 ist dort wo sein Kiga ist, er würde mit seinen bisherigen Freunden gehen.
      Wer in unserer Stadt sein Kind auf dem Gymnasium sehen möchte, wählt diese Schule. Einzugsbereich ist das bessere Wohnviertel unserer Stadt, der Migrantenanteil ist gering.
      90% der Kinder dieser Schule gehen aufs Gymnasium. Der Leistungsanspruch ist auch nicht zu knapp. Höher als in Schule 1.
      Teilzeitschule mit Übermittags Betreuung.
      Mein Sohn könnte laufen, aber erst ab der zweiten Klasse, da der Weg etwas weiter und schwieriger wäre.
      Die Schule hat einen guten Ruf unter den Eltern, bei Pädagogen wird der hohe Anspruch etwas kritischer gesehen.

      Mein Sohn ist ein Muss Kind um wenige Tage und wir fürchten es wird ihm nicht leicht fallen, sich in den Schulalltag einzufinden. Kognitiv ist er zu 100% schulreif. Er kann auch stillsitzen und zuhören, wenn ihn etwas interessiert. Er fügt sich aber ungern in neue Gruppen ein und gibt gerne den Clown.

      Sehr bewegungsfreudig, Langeweile mag er gar nicht, dann macht er Blödsinn.
      Er spricht auch nicht mit jedem Erwachsenen, wenn dieser ihn falsch anpackt.
      Er hat viele Freunde, sucht sich aber gerne den größten Rabauken als Vorbild und eifert ihm nach.

      Ich hatte mich eigentlich wegen der Nähe inzwischen schon für Schule 1 entschieden, aber mein Mann zweifelt.
      Befürchtet dort findet er mehr Rabauken als Vorbild. In Schule 2 wären die Kinder durch den Anspruch ehrgeiziger, was sich auf unser Kind dann übertragen würde.
      Bei war das so als Kind, ich lernte erst, als ich eine Freundin hatte, die das tat.

      Er ist sich nicht sicher ob Schule 1 die richtige Wahl ist.

      Wie würdet ihr die Punkte gewichten, was wäre euch wichtig?
      Ich persönlich finde es am wichtigsten, dass mein Kind glücklich ist auf seiner Schule.
      Klar wünsche ich mir eine erfolgreiche Schullaufbahn, welche Mutter tut das nicht?

      Trotzdem ist mir vorerst mal wichtig, dass das Kind sich in der Schule gut einfindet, Freunde findet, sich wohl fühlt.

      Dann kommt die Leistung doch von allein, oder?

      Ich bin gespannt auf eure Meinungen

      • Habt ihr einen Tag der offenen Tür? Dein Sohn sollte sich beide ansehen finde ich. Er muß ja jeden Tag hin gehen. Dann eine pro und contra Liste erstellen. Und danach entscheiden. So würde ich es tun.

        • Tag der offenen Tür gibt es nicht.
          Mein Sohn war mit dem Kindergarten nun schon zwei Mal in Schule 1 zu Besuch und hat kein Problem damit dort hin zu gehen.
          Er selbst hat nicht den Wunsch geäußert auf Schule 2 zu gehen.
          Ich möchte ihn mit der Wahl auch nicht gerne verunsichern.

          • Hm, das verstehe ich. Aber ich würde mein Kind nicht einfach in Schule 2 anmelden ohne das er sie ansehen konnte. Ruf doch mal an und frag ob ihr mal schauen könnt.

      (5) 21.04.16 - 14:31

      Hallo, habt ihr denn überhaupt eine Wahl? Hier in Hessen gilt das Sprengel-Einzugsgebiet, da müsste man einen Gastschulantrag stellen, wenn man auf eine andere Schule will.

      Ansonsten, jede Schule muss sich an den gültigen Lehrplan halten - wo bitte soll da ein höherer Anspruch herkommen? Darauf würde ich nicht viel geben.

      Andererseits geht dein Sohn vielleicht 10 - 13 Jahre zur Schule, mit seinem dann erreichten Abschluss soll er aber einen Beruf ergreifen, der ihn gut ernährt und Spass macht. Je geringer der Abschluss, desto weniger Auswahl hat er dann für seine 40 - 50 Jahre Berufsleben.

      Übrigens können auch die "größten" Rabauken ausgezeichnete Schüler sein, gerade in der Grundschule ist das soziale Verhalten nicht immer gleichlautend mit dem Arbeits-/Lernverhalten.

      In der Klasse meines Sohnes sind 5 - 6 Pappenheimer (Jungs), inklusive meinem Sohn, die aber ALLESAMT super in ihren schulischen Ergebnissen sind, nur eben halt bewegungsfreudig und rabaukig ....

      LG
      Bettina

      • (6) 21.04.16 - 14:52

        Der höhere Anspruch liegt am Tempo, welches in der 2.Schule vorgelegt wird.
        Die Kinder in Schule 2 sind wohl meist gut gefördert und starten mit einem gewissen Grundwissen (Ich denke mein Sohn könnte mithalten, wenn er will, wenn....)
        Es wurden schon Sätze geschrieben, während in Schule 1 angeblich noch gemalt wurde (für meinen Wildfang ein Graus)
        Wer in Schule 2 nicht mitkommt, hockt eben zu Hause länger. Das Pensum an Hausaufgaben ist deutlich größer als in Schule 1.
        Ich habe mir das aus den Aussagen verschiedenster Eltern gesammelt.
        Ich denke aber der höhere Anteil von Gymnasiasten an Schule 2 kommt eher dadurch zustande, dass in Schule 1 auch Förderkinder gehen. Da weiß man von Anfang an, dass sie kein Gymnasium besuchen werden.
        Aber binden die den Lehrer so sehr, dass für die Regelkinder zu wenig Zeit bleibt?

        Durch meine Arbeitsstelle hätte ein Gastantrag gute Chancen.

        Die Sprengelschule ist ziemlich überlaufen, weil Ganztag. Die rücken gerne ein Kind raus.
        ;-)
        Mein kleiner ist ja selbst kein Engel. Aber gerade deshalb hätte ich gerne positive Vorbilder für ihn.
        Ach... ich weiß nicht und hoffe einfach durch eure Gedanken meiner eigenen Meinung besser auf die Spur zu kommen.

        • (7) 21.04.16 - 20:01

          Hallo,

          "Wer in Schule 2 nicht mitkommt, hockt eben zu Hause länger. Das Pensum an Hausaufgaben ist deutlich größer als in Schule 1."

          Das kann in Schule 1 aber auch nach hinten losgehen, weil Dein Sohn sich unterfordert fühlt.
          Unsere Tochter (3. Klasse) ist in einer Schule, wie bei Euch Nr. 2. Da gibt es auch nicht wenige Kinder, die einiges zu Hause lernen müssen. Unsere Tochter lernt fast nie, ist mit einem anderen Mädchen Klassenbeste und nölt mir dauernd die Ohren voll, dass alles zu häufig wiederholt würde, und dass sie sich langweilt.
          In Eurer Schule 1 würde sie die Wände hochgehen. Das möchte ich mir gar nicht vorstellen... #schwitz

          Ich würde an Eurer Stelle Schule Nr. 2 nehmen.

          LG

          Heike

    (8) 21.04.16 - 15:19

    Hallo,

    meine Meinung dazu ist.. geb nicht so viel auf Gerüchte und Getratsche. Gute Kinder werden auch auf solchen Schulen ihren Weg machen und es werden auch andere "normale erzogenen" Kinder dort sein.

    Auf guten Schulen kann man auch blöde Lehrer erwischen, da hilft dir das ganze Konzept nichts! Wenn dein Kind das Zeug zum Gymnasium hat, wird er die Empfehlung auch dort bekommen!

    Wir haben uns für unseren Sohn entschieden, dass er auf die laufnahe Schule (Brennpunktschule) geht und das war jetzt im Nachhinein auch gut so! Er hat feste Freunde, er ist integriert (war der Einzige aus seinem Kiga dort), er kann rumfahren und seine Freunde raus klingeln. Und er besucht ab dem Sommer die 5. Klasse eines sehr angesehenen Gymnasium hier ;-)

    lg

    Ich würde die 2. Schule wählen.

    Hallo Marisa13,

    meine Meinung:

    Ruf der Schule: liegt immer im Auge des Betrachters. Gerne sind ja die Lehrer/Schule Schuld, aber ist das Wirklich so?Ich kann nur aus Erfahrung sagen: Oft wird eine Schule für gewisse Dinge verantwortlich gamcht.Ist einfacher, als das Fehlverhalten im Kind zu sehen.
    Also auf "Ruf" würde ich am wenigsten achten bzw. mir den Empfehlungsgeber bewusst anschauen.

    Migrantenanteil: das ist deutschland und das ist auch gut so - wir haben einen sehr hochen Anteil und was soll ich sagen: Da merkt man keinen Unterschied.Ob sich Eltern einbringen, sich um Kinder kümmern und Erziehung (Rabauke) hat sichts mit der Nationalität zu tun. Sage ich aus Erfahrung!

    Inklusion: wenn richtig durchgeführt, dann eine ganz tolle Sache -Für alle Beteiligten.
    Das wäre für mich der erste Punkt, wo ich tatsächlich "etwas darauf" achten würde.

    Vorbild/Rabauken - Die hast Du überall!

    Ehrgeizige Kinder: das interssiert die Kinder doch nicht wirklich. Hier ist vielleicht der Elternhaushalt etwas eher hinterher -aber muss nicht sein - da kann ich keine Unterschiede ausmachen.

    Bildungsplan: ist überall gleich und es kann auch passieren, dass in der gleichen Schule unterschiedlich gearbeitet wird. Spreche aus Erfahrung.

    Deutschkenntnisse: manchmal schwer mit den Eltern, aber die Kinder sind fit. Manchmal tun die Kids sich etwas schwerer in Deutsch (der/die/das) aber auch Muttersprachler tun sich schwer.

    Wie gesagt: für mich wäre nur das Thema Inklusion evtl. ein Thema und dann die Freunde.Wobei das "trennen" auch nicht das Ende der Freundschaft bedeutet.

    Grüße

    (11) 21.04.16 - 18:40

    Hallo marisa.

    Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Ansprüche und der entsprechende Lehrplan der beiden Schulen soooo immens auseinander gehen.

    Es gibt überall "gute" und "weniger gute" Lehrer. Genauso wie es da und dort Rabauken gibt.

    Und auf den Klatsch und Tratsch von zig verschiedenen Mamis würde ich schon erst recht nix geben. Da fragst du 10 Muttis und hast 12 verschiedene Meinungen.;-)

    Ich würde ihn zu nächst gelegenen Schule schicken und gut. Wenn er das Zeug zu einer weiterführenden Schule hat, dann kann er das auch von Schule 2 aus.
    Und wenn es heißt: 90 % von den Schülern der Schule 1 .... dann käme mir das doch etwas spanisch vor. Da drängt sich mir eher der Gedanke auf, dass die zuviele Kinder "weiter kommen lassen", um ihren guten Ruf zu wahren. Aber nicht deswegen, weil sie ein sooo tolles Konzept mit sooo tollen Pädagogen und sooo wohlerzogenen und wissbegierigen Schülern haben. #rofl

    LG

    (12) 21.04.16 - 19:44

    Ich bin immer wieder erstaunt,,woher eine Schule ihren guten oder schlechten Ruf hat. Da halten sich abenteuerliche Gerüchte ganz hartnäckig. Wir gehörten zu der Kathegorie "hier soll es einfacher sein" als an der Mitbewerbeschule der gleichen Fachrichtung. Komisch nur, dass alle das Zentralabitur schreiben müssen,,egal wie sie an ihr Wissen gelangt sind und es bei uns jedes Jahr eine hohe Aussteigerquote gab - durchgängig vom Berufsgrundschuljahr bis zur gymnasialen Oberstufe. Und das ohne nennenswerte Unterschiede zur Mitbewerberschule, an der es ja so viel schwerer sein sollte. Die Storys mit guter oder schlechter Schule oder höheren und weniger hohen Ansprüchen hörten wir am laufenden Band. Es.gibt gute und engagierte Lehrer und weniger engagierte Lehrer. Es gibt alte Hasen, die 30 Jahre im Geschäft sind, ihre Erfahrungen gut nutzen und an die SuS weitergeben können. Und es gibt welche, die in dem Alter ausgebrannt und einfach verbraucht sind. Es gibt großartige, junge Kollegen und völlig untaugliche, junge Kollegen, die zwar viel wissen und engagiert sind, ihr Wissen aber in keinster Weise an Kinder und Jugendliche weitergeben können.

    Das ist die eine Seite - die du als Mutter NIEMALS durch Hörensagen von außen beurteilen kannst. Zumal du nicht weißt, welche Lehrerkombination ihr bekommt und welche Wechsel, Elternzeiten, Pensionierungen ihr in den Schuljahren miterleben werdet.

    Die Ansprüche können gar nicht so differenziert sein. Es gibt einen verbindlchen Lehrplan, den es weitestgehend einzuhalten gilt. Unterschiedlich sind u. U. die Methoden der Vermittlung - die einen unterrichten klassisch im Frontalunterricht, die anderen lieben ausschließlich Gruppenarbeit, andere fangen früh mit Präsentationen durch die SuS an, einige vermitteln Mathe anhand von Montessori Materialien, andere vermitteln es eher abstrakt.

    Was hast du für Sorgen mit Inklusion? Du weißt doch gar nicht, welcher Art die Einschränkungen der Kinder sind, auf die ihr trefft. Ich habe festgestellt, dass die I-Kinder die geringen Probleme machen, denn für sie gibt es zusätzliches Personal von Sozialpädagogen, Schulbegleitern, Förderlehrer etc.etc. Alle kümmern sich intensiv und die äschulen sind im Vorfeld darüber informiert und wissen, was in etwa auf sie zukommt. Dagegen gibt es den großen Anteil von Kindern mit auffälligem Verhalten, die aber keine Diagnose haben - und das durch sämtliche Schichten des Systems. Vom Kind mit Migrationshintergrund, das zuhause lernt, dass weibliche Lehrererinnen keinesfalls das letzte Wort haben dürfen, bis zum Unternehmersohn, dessen Vater nach jeder Ordnungsmaßnahme aufgrund nicht sozialverträglichem Verhaltens seines Sohnes den Familienanwalt bemüht, der per se erst einmal Widerspruch einlegt und dem Sohn so vermittelt, dass schlechtes Benehmen generell mit ensprechenden finanziellen Mitteln gesellschaftsfähig gemacht wird. DAS ist der Löwenanteil an Problemen, mit denen sich herumgeschlagen wird und der Zeit und Energie frisst. Ich glaube nicht daran, dass es DIE gute oder bessere Schule gibt.

    (13) 21.04.16 - 19:57

    klar ist schule wichtig

    ABER das kind muß auch fürs gym das zeug haben

    weil es sonst schon schwer wird

    und da gehört viel Eigenständigkeit , Selbständigkeit, Neugierde, iq auf jeden fall, dann aber auch die sozialen Kompetenzen und was ganz wichtig ist Leistungsbereitschaft

    nur weil man es aufs gym schafft heißt es noch lange nicht das man es dort 8j durch hält

    daher eher aufs Bauchgefühl mit der Mischung des Kopfes hören weil man sich das leben nicht unnötig schwer machen muß

    (14) 21.04.16 - 21:20

    Ich würde mein Kind fragen, es wird dort gern hingehen wo es sich wohlfühlt

    (15) 22.04.16 - 07:36

    Konzept schön und gut, aber am Ende kommt es doch auf die LehrerIn an, die die Klasse deines Kindes bekommt, die wird 4 Jahre lang in der Schule die wichtigtes Person sein und für diese Person wird dein Kind lernen und arbeiten oder eben auch nicht...

    Nach der Auswertung etlicher Studien ist klar, dass "normal schlaue Kinder" mit eigentlich allen Schulkonzepten an das selbe Grundschulendziel kommen - wenn eben diese LehrerIn stimmt.

    Erfahrungsgemäß halten sich Schulen aber sehr zurück mit der Preisgabe der kommenden KlassenlehrerInnen. Deshalb am Tag der offenen Tür fragen, auch im Bekanntenkreis fragen und dann eine LehrerIn wünschen, bei uns klappt das meist.

    (16) 22.04.16 - 07:50

    Definitiv Schule2 und zwar vorallem wegen des hohen Ausländeranteils bei Schule 1.

    Das klingt böse, ich weiß, aber 50% ist einfach wahnsinnig viel. Diese Kinder brauchen einfach oft mehr Betreuung und nehmen viel Zeit des Lehrers in Anspruch. Zeit, die dann für dein Kind abgeht.

    Und so enorm hoch kann der Anspruch in Schule 2 ja gar nicht sein, wenn von dort 90% aufs Gym gehen.

    Ich gebe dir mal einen Denkanstoß, auf den ich vor der Einschulung meiner Kinder nie gekommen wäre. Leider sind wir mit eben dieser Tatsache total reingefallen.

    Wir haben ein Kind, das eurem in einigen Punkten gleicht. Kognitiv gaaaanz weit, sozial eher problematisch. Auch wenn sich das bei unserem Kind anders äußert, ist das Prinzip doch das gleiche und wir hatten die gleichen Gedankengänge wie ihr.

    Unser Kind zieht sich bei Unterforderung sozial zurück. Sie wird dann in der Gruppe "problematisch", weil sie untergeht und sich auch zwischen 100 Kindern alleine fühlt. Das geht bis zu depressiven Verstimmungen.

    Das wussten wir vorher und haben dementsprechend die Schule gewählt. Wir hatten die Wahl zwischen einer Brennpunktschule (ich vergleiche es jetzt mal mit eurer Schule 1) und der "First-Class-Grundschule" (bei euch Schule 2).

    Wir haben uns aus ähnlichen Gründen wie bei euch für Schule 2 entschieden. Absolut hohes Niveau, tolles Konzept, die meisten Kinder, die von dort kommen, gehen erfolgreich aufs Gymnasium.

    Tja, und dann war sie dort. Und es war für sie einfach zu wenig. Hohes Niveau in der Grundschule ist nämlich nicht das, was ich mir immer vorgestellt habe. An dem Punkt könnte man sagen, egal, muss die Schule (auch im Rahmen ihres Konzepts) eben drauf reagieren. Hat sie aber nicht getan. Meine Tochter wurde einfach fallen gelassen. Und man hat einfach so weitergemacht. Und meine Tochter wurde von Tag zu Tag depressiver.

    Sie sollte (aus unserer Sicht) in der gemischten Klasse (1. und 2. Schuljahr zusammen) einfach geräuschlos in die 3. Klasse wechseln. Ein Kind aus ihrer Klasse, was ein paar Monate älter war, ein Junge und größer als sie, kognitiv aber auf einem ähnlichen Stand - sie in Deutsch stärker als er, er in Mathe etwas stärker als sie, durfte das. Sie nicht. Mit so hochwertigen Begründungen wie: Sie guckt immer so süß! und Seien Sie doch froh, wenn sie ohne Aufwand die Klassenbeste ist!

    Das letzte Argument, warum sie nicht wechseln darf (zum Halbjahr in den 2.-Klasse Unterricht) war: Es kommt jetzt Subtraktion 10er Übergang. Das muss sie unbedingt systematisch lernen, sonst fehlen ihr Mathematikgrundlagen.

    Was soll ich sagen, sie hat dann die Schule gewechselt. Dumm nur, dass an dieser Schule dieses Thema schon vor den Ferien dran war. Sie hat es also nie gelernt. Heute, 4 Jahre später, ist sie immer noch der total Mathe-Freak, der durch alle altersgerechten Themen durchhuscht und freiwillig nachmittags nicht altersgerechte Mathekurse besucht.

    Diese Schule hatte es also überhaupt nicht drauf, meiner Tochter auch nur ansatzweise gerecht zu werden, obwohl sie so ein hohes Niveau hat.

    Ein Lehrer der "Schule 1" half mir damals etwas in der Argumentation und bestätigte, dass so ein Kind bei ihnen an der Schule definitiv springen würde. Sie haben an der Schule so viele "Baustellen-Kinder" und damit auch die Kompetenz, damit umzugehen. Egal, wie die Baustelle aussieht.

    Meine Tochter hatte dann an einer völlig anderen Schule (Umzug) eine Lehrerin, die mit ihren Besonderheiten einfach intuitiv umgegangen ist. Auch diese Schule hat ein hohes Niveau und objektiv betrachtet wirklich eine tolle Ausrichtung (viele Vorträge, viel sinnvoller Multimedia-Einsatz).

    Aber jetzt hat sie wieder eine Lehrerin, die sich hinter ihrem "hohen Niveau" einfach versteckt und meint, dass es da keine Ausreißer geben kann. Gibt es aber, sitzt in ihrer Klasse, wird ignoriert!

    Also von Grundschulen mit hohem Niveau und gutem Ruf bin ich persönlich geheilt!

    Hi,

    also das mit "Ehrgeiz übertragen" - sei Dir da mal nicht so Sicher! Bei meinem Sohn ist das definitiv nicht der Fall :-p. Ihm egal, was andere für Noten haben, Hauptsache er kommt irgendwie durch #zitter.

    Ansonsten würde ich Schule 2 nehmen. Gründe dafür gibt es viele, aber die weißt Du selbst. Meine beiden Kinder gehen / gingen auch nicht in die Sprengelschule. Weil wir das nicht wollten. Ja, der Schulweg ist weiter, laufen geht theoretisch und machen wir auch hin und wieder, ich hole die Kleine aber in der Regel mit dem Auto ab.

    Beide Kinder sind alleine auf die Grundschule gegangen, also ohne Kindergartenfreunde. War nie ein Thema. Haben sich beide superschnell integriert. Beim Wechsel vom Großen auf die Weiterführende Schule dann, ist er wieder alleine auf eine Schule. Haben zwar etliche die gleiche Schulform gewählt, aber dennoch auf verschiedene Schwerpunktschulen. Auch das war ihm egal, für ihn war es wichtig, dass es einen tollen Sportplatz gibt #schwitz. Er hat auch hier wieder schnell Anschluss gefunden und fühlt sich wohl.

    LG
    Caro

    (19) 22.04.16 - 09:41

    Hallo,

    das klingt genau wie 2 Schulen bei uns im Ort.

    Wir haben unseren Sohn in der Schule angemeldet die bei euch Schule 2 wäre. Also mit Freunden, hoher Leistungsanspruch, weiterer Weg. "Elite" Schule von der viele aufs Gymnasium gehen.
    Nach einem Jahr haben wir gewechselt. Dort war das problem das alle Kinder die nicht funktionierten wie eine maschine "krank" waren. z.B. ADS, ADHS, Dyskalkulie und LRS. Sämtliche Schüler mussten getestet werden und ich fand das da teilweise sehr viel druck gab. Freundschaften haben sich sofort zerschlagen, die Eltern mischten mit weil sich viele für was besseres hielten usw.

    Jetzt geht er auf eine Inklusionsschule in der nähe, Einzugsgebiet auch multi kulti und er kannte dort niemanden. Schule ist auch gut zu Fuss zu erreichen.

    Er war ganz schnell in der Klassengemeinschaft und hat gute neue Freunde gefunden. Der Unterricht ist individueller. Die sehr guten Schüler bekommen teilweise andere Hausaufgaben auf.
    Im grossen und ganzen ist mein empfinden so das man dort mehr auf die unterschiedlichen Kinder eingeht. Von dort gehen auch Kinder aufs Gymasium. :-)
    Bei uns gibts auch viele Rabauken aber da hält mein Sohn sich von fern.

    Also, ich würde euch zur Schule 1 raten.

    lg emilylucy

    (20) 22.04.16 - 10:38

    Hallo!

    ich habe nun bald 2 Kinder durch die GS gebracht.

    Beide sind kognitiv sehr stark und sozial SEHR unterschiedlich, jedoch keiner wirklich "in der Norm".
    Kind 1 ging auf eine Elite-Schule, Kind 2 musste von derselben Elite-Schule in die Sprengelschule wechsenn nach der 1. Kl.
    Die Elite-Schule hatte selber an sich einen hohen Anspruch, dem sie gar nicht gerecht wurde und der eher durch "Selektion" der passenden Kinder versucht wurde zu erreichen.
    Nun aber die Entwicklung die so ein Kind von der 1. bis zur 4. durchmacht ist voller Überraschungen und es tun sich "Baustellen" auf, wo nie jemand was vermutet hätte und umgekehrt blühen Kinder auf, wie man es nie erhofft hätte.

    An der Elite-Schule wurden Kinder, die nicht ins Schema passten, aussortiert, links liegen gelassen, dann sind sie von alleine gegangen oder sie wurden passend fürs Schema gemacht!
    Die Sprengel-Schule konnte eher besser auf solche Kinder reagieren, es hatte eben auch nicht so groß die Möglichkeit die Kinder auszusortieren. Und dennoch hatte mein Kleiner auf der Sprengelschule in 3 Jahren 3 Klassenlehrerinnen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Die sind SEHR unterschiedlich mit der Individualität der Kinder umgegangen.
    Unterforderung konnte auf beiden Schulen nur bedingt / kurzfristig behoben werden.

    Rabauken finden sich überall. Meine beiden Kinder sind nicht die Rabauken-Anführer, aber die sind der 1. Anhänger des Rabauken. Und diese Kinder finden sich klassenübergreifend binnen Sekunden! JEDE Klasse hat einen schlimmsten Rabauken - das habe ich ab dem KiGa gelernt und ich finde räumliche Trennung dann zwar bequem aber auf Dauer erfolglos als Konzept!
    Mein Kleiner hatte ab KiGa als Rabauken den FE., A., R., Leon (1), FR., B., Leon (2). Irgendwann stand von allen eine Trennung an, durch KiGa-Gruppen-Wechsel, Einschulung, Klassenwechsel, Umschulung. Seit er in die Sprengelschule gewechselt hat wird er von Leon 2 vorsichtig auf Distanz gehalten, aber beide haben in den letzten 3 Jahren dazu gelernt und dürfen sogar seit geraumer Zeit zusammen in einer Bank sitzen, weil sie es gut im Griff haben und ein produktives Team sind.
    Deswegen würde ich auf "viele Rabauken" nichts geben!

    Im Übrigen besucht Kind 1 von der Elite-GS das Elite-Gym und Kind 2 von der Sprengel-GS dasselbe Elite-Gym. Kind 2 von der Sprengel-GS ist aber besser vorbereitet darauf!
    Meine Erfahrung sagt, dass auf dem Elite-Gym die Dichte der Rabauken nicht geringer ist als auf der Gesamtschule und mein Kleiner wird treffsicher seine Freunde unter den Rabauken finden #schwitz
    Sozial schwierig bleibt spannend - egal wie die Schule heißt!
    Kognitiv stark setzt sich durch - egal wie die Schule heißt!
    Die Eltern-Begleitung durch die GS ist m.E. entscheidend für eine gute oder schlechte GS-Zeit.

    LG, I.

    (21) 22.04.16 - 10:52

    Hallo zusammen und vielen Dank für eure tollen Antworten.

    Auch wenn sie sehr unterschiedlich sind, helfen mir die Erfahrungsberichte weiter.
    Ich arbeite mal die Punkte einzeln ab, das schafft sicher besseren Überblick :-)

    Der Migrantenanteil von Schule 1: ist nur geschätzt, er wird tatsächlich nicht öffentlich angegeben.
    Sehen kann man das auch nicht, weil es oft russischstämmige Kinder sind. Diese fallen optisch nicht auf. Allerdings fallen sie auch sprachlich oder sonst tendenziell eher nicht auf, so dass sich meine Bedenken diesbezüglich in Grenzen halten.
    Wie gesagt, ein Brennpunkt ist es nicht.
    Einige Flüchtlingskinder mit schlechten Sprachkenntnissen wird es wohl in allen Schulen geben. Die werden (hoffentlich) gleichmäßig verteilt und nicht alle an einer Stelle eingeschult. Informationen darüber gibt es aber keine.

    Inklusion an Schule 1
    Mein Sohn besucht einen Kindergarten mit Inklusion. Ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen. Klar, wenn Inklusion umgesetzt wird in der Schule, ohne die nötigen Mitarbeiter zu haben, wird es schwierig.

    Ich habe bisher zumindest noch nicht von Problemen gehört was das betrifft. Genau wissen wie die Umsetzung ist kann man im Vorfeld natürlich nicht.

    Freunde:
    Ein Junge aus seiner Gruppe wird mit ihm in die Schule kommen (ein Rabauke der gerne mal andere Kinder für sich die Streiche spielen lässt) aber sie kommen bisher klar.

    Freunde sind sie nicht direkt.

    Die beste Kiga Freundin meines Sohnes geht auf Schule 2, die Eltern fördern aber die Freundschaft der Kinder nicht, weil sie ihre Tochter wohl gerne ruhiger hätten. Dazu trägt mein kleiner Wildfang nicht bei, die sind sich eher ähnlich ... ;-)
    Mein Sohn braucht zwar lange, um sich anzufreunden und einzufinden, aber im Kiga in seiner Gruppe gibt es eigentlich kein Kind, mit dem er gar nicht klar kommen würde.

    Das hat nur ziemlich gedauert.

    Einige hier schrieben, dass sie in einer leistungsbezogenen Grundschule eher schlechte Erfahrungen gemacht haben. Genau das ist es, was meine Bauchgefühl anmahnt, ohne es genau zu wissen.
    Mein Sohn kein Kind, welches man in eine Klasse setzen kann und er liefert brav Leistung ab. Es wird sehr viel davon abhängen, wie gut die Lehrkraft auf ihn eingeht. Wie genau sie hinschaut.
    Viele Erwachsene, die ihn kennenlernen ERKENNEN ihn erst nach längerer Zeit.
    Für fremde mauert er oder gibt den Clown oder Frechdachs.
    Seine Erzieherin, die ihn bereits über ein Jahr kennt, hat ihm bezüglich Schulreife mal ein wenig "auf den Zahn gefühlt".
    Ergebnis: Wenn man ihn lässt, spielt er den ganzen Tag frei. Aber sie war baff erstaunt, was er alles weiß und kann, wie gut sein Allgemeinwissen ist und auch sein Fachwissen in bestimmten Bereichen. Das hat sie in dem ganzen Jahr gar nicht gemerkt.
    Ich frage mich eben auch, wie weit man in den beiden Schulen bereit ist auf die Eigenheiten der Kinder einzugehen.

    Viele Hausaufgaben werden für meinen Sohn ein Problem sein. Dazu hat er schlicht keine Lust. Das weiß ich schon jetzt.

    Im Moment tendiere ich weiterhin zu Schule 1 vom Gefühl her.
    Ich hatte keinen schlechten Eindruck vor Ort, ich war ja zur Anmeldung dort.
    Mein Sohn hat schon einen "Paten" zugeteilt bekommen, bei den Besuchen war er neugierig und aufmerksam. Er weiß auch schon, dass dies "seine Schule" ist und findet das selbstverständlich, da sie nur 10 Minuten Fußweg entfernt ist.

    Ich habe einfach die Hoffnung, dass sie ihn dort mit seiner speziellen Art besser annehmen, als in Schule 2, wo die Kinder für meine Gefühl eher "funktionieren" müssen.
    Außerdem habe ich (echt peinlich) ein wenig Angst vor den leistungsorientierten Müttern, obwohl ich das nicht müsste.

    Wir können durchaus mithalten, aber irgendwie ist meine Denke anders.... weiß auch nicht.

    Alles in Allem bleibt die Unsicherheit eine falsche Entscheidung zu treffen.
    Denn immerhin beeinflusst diese Entscheidung sicher den Verlauf seiner Schullaufbahn.

    • (22) 22.04.16 - 17:35

      Alles in Allem bleibt die Unsicherheit eine falsche Entscheidung zu treffen.
      Denn immerhin beeinflusst diese Entscheidung sicher den Verlauf seiner Schullaufbahn
      ----

      Ganz ehrlich, ich kann deine Gedanken irgendwie verstehen, weil man das Best für sein Kind möchte. Aber wir sprechen hier von einer GRUNDSCHULE und nicht von der Frage,,ob versäumt wurde, das Kind rechtzeitig in Eton anzumelden.

      Was wäre denn eine falsche Entscheidung? Wenn man erst einmal ist, wo man ist, lässt sich schwerlich berurteilen, ob Plan B die bessere Alternative gewesen wäre.

      selbst in der anschließenden Sek. I gibt es kaum Entscheidungen, die man später nicht korrigieren könnte. In Bayern ist ja vieles anders. Zu NRW kann ich dir jedenfalls versichern, dass Hauptschüler es mit viel Fleiß und Talent über verschiedene Wege bis zum Abitur bringen können. Selbst mit einer bloßen Ausbildung - egal welche Richtung - erlangt man mit einem entsprechenden Notendurchschnitt im.Abschlusszeugnis (3,0 oder besser und mind. 80 Stunden Englisch auf einem bestimmten Level) automatisch den Realschulabschluss und von da kann es weitergehen, wenn der Betreffende es wünscht. Es gibt in der.Ausbildung Doppelqualifizeirungen, die mit Berufsschulabschlusss und Fachabitur zeitgleich abschließen. Es gibt Abendrealschulen und Abendgymnasien für die absoluten Spätzünder. In NRW ist das Schulsystem so durchlässig für praktisch Jedermann, der Talent und Willen hat, dass fast alles möglich ist auf unterschiedlichen Wegen. Wie Bayern da aufgestellt ist, weiß ich natürlich nicht.

      Nach 8 Jahren Erfahrung an einem Berufskolleg mit unterschiedlichen Vollzeit- und Teilzeitbildungsgängen und jetzt aktuell an einer Gesamtschule, sträuben sich mir noch immer die Haare, um was sich Eltern einen Kopf machen und welche Sicherheiten sie im Vorfeld wollen. Am liebsten würden sie seit dem Kindergarten das Leben der Kinder vorgezeichnet haben mit allen Eventualitäten.

Top Diskussionen anzeigen