6-jährige nässt immer wieder mal ein - und es ist ihr egal

    • (1) 25.04.16 - 08:49

      Hallo guten Morgen,
      meine Tochter wird übermorgen bereits 7 Jahre alt! Nachts war sie noch nie trocken, sie trägt immer noch Windel. Wir haben es ein paar Mal versucht, aber ohne Erfolg. Was das angeht, bin ich aber noch halbwegs entspannt. Wir waren schon 2 mal bei der Urologin. Rein organisch ist alles in Ordnung. Nur ist ihr Blasenvolumen laut Miktionstest eher gering.
      Was mich aber eher stresst ist die Tatsache, dass sie es auch tagsüber immer wieder mal nicht auf die Toilette schafft. Erst hat sie immer behauptet, dass sie es nicht merken würde. Ich weiß aber aus der Vergangenheit, dass es, wenn sie drauf achtet, eben schon geht (Thema Fernsehverbot - das einzige, was geholfen hat). Und dann hatten wir letzte Wochen ein längeres Gespräch, in dem sie mir gestanden hat, dass sie es schon merkt, aber halt gerade im Spiel ist oder was auch immer und dann zu spät geht. Das Schlimmste aber ist - SIE scheint es überhaupt nicht zu stören. Sie läuft auch die ganze Zeit mit einem nassen Höschen rum, wenn es ist. Das war im Kindergarten schon so. Ich hatte sie in der Kindergartenzeit quasi jeden Tag pitschnass abgeholt. Irgendwie hat dort keiner so richtig drauf geachtet von den Erziehern, obwohl ich es ihnen echt oft gesagt habe. Somit scheint es für meine Tochter nicht anormal zu sein, wenn da unten alles nass ist... und ich kann gar nicht sagen, wie kirre mich das macht!!! Habt Ihr noch irgendeine Idee, wie man so ein Kind motivieren kann!?!?!? Von Nachts spreche ich ja gar nicht mal... wir haben aber im Juli eh einen Termin in der Enuresis-Sprechstunde in einer Kinderklinik....aber eigentlich dachte ich, dass das nur nachts betrifft.... hatte ich mich leider getäuscht :-(

      • Fakt ist: deine Tochter ist inkontinent, aus welchen Gründen auch immer.
        Wer nicht kontinent ist, trägt geeignete Einlagen. Ob Windeln bei Babies oder Pants für grössere Kinder oder Erwachsene oder Einlagen.
        Deshalb verstehe ich irgendwie gerade nicht, warum du deine Tochter ohne rumlaufen lässt?
        Schön wenn es sie nicht stört, aber vielleicht stört es ihr Umfeld? Oder möchtest du irgendwo sitzen wo vorher einer mit uringetränkter Kleidung sass? Möchtest du den Geruch in der Nase haben?

        Inkontinenz an und für sich ist absolut nichts wofür man sich schämen muss, aber keine geeigneten Massnahmen zu ergreifen ist rücksichtslos.

        • Also, ich hatte zu dem Thema ja 2 mal mit der Urologin gesprochen. Der Punkt ist, dass meine Tochter gleichzeitig auch sehr faul ist. Die Befürchtung ist also - wenn sie Windelhöschen, Binden etc. trägt, macht sie erst recht rein und verlässt sich darauf. Außerdem ist es nicht so, dass das jeden Tag passiert. Ich würde mal sagen, 70/30. (70% für Tage, an denen sie trocken ist). Grundsätzlich kann sie sehrwohl einhalten. Bei ihr ist das keine körperliche Sache, sondern rein "Kein Bock". Und da wäre eine Einlage eher kontraproduktiv, weil sie das in ihrer Faulheit nur noch unterstützt

          • Deine Überlegungen mögen bezogen auf deine Tochter richtig sein (individualethisch) , aber aus Sicht auf die Gesamtsituation und ihr Umfeld (sozialethisch) unhaltbar.

            Bei allem Verständnis, wäre ich Mutter eines Klassenkameraden eines inkontinenten Kindes, würde ich auf geeigneten Massnahmen bestehen!
            Nach deiner Rechnung muss also das schulische Umfeld an 3 von 10 Tagen mit allen Konsequenzen eines einnässenden Kindes tragen. Das betroffene Kind selber trägt jedoch keine Konsequenzen, da es sie scheinbar weder stört noch ihr Schamgefühl altersgerecht entwickelt ist.

            Meinen Kindern habe ich beigebracht, dass jeder in erster Linie für die Konsequenzen seines Handeln selber verantwortlich ist und nicht das Umfeld. Ob das Handeln freiwillig oder aufgrund der Umstände geschieht ist dabei irrelevant.

            Die Lösung wäre also für mich:
            Das inkontinente Kind trägt geeignete Inkontinenzhilfsmittel. Wenn es diese wiederum dazu nutzt aus Faulheit nicht aufs Klo zu gehen, dann müssen daraus für das Kind entsprechende Konsequenzen resultieren.
            Da die Ursache der Inkontinenz NICHT geklärt ist, würde ich aus Fairness dem Kind gegenüber auf eine schnelle und umfassende Diagnostik pochen. Juli? Never, so lange würde ich nicht warten.

            • gut, dann habe ich dazu mal eine Frage - wie sähen denn Deiner Meinung nach geeignete Konsequenzen aus, wenn das Kind dann aus Faulheit immer schön in die Windel/Einlage pinkelt?

              und b) wieso genau denkst Du, dass das nicht abgeklärt wurde? Wie gesagt waren wir bereits 2x beim Urologen. Körperlich ist alles in Ordnung. Ihr Blasenvolumen ist noch nicht ausreichend ausgereift, aber wenn sie darauf achtet, geht das. Psychologisch ist auch abgeklärt. Daher kommt es also auch nicht. Was genau kann man denn da noch weiteres abklären!?

              • Vorausgesetzt es gibt keinerlei psychische oder physische Ursachen wären mögliche Konsequenzen (nebst Belohnung wenn es klappt) das selbstständige Einkaufen und Entsorgen der Pants, eine Mitfinanzierung (weniger Taschengeld, oder in Form von Arbeitsleistung im Haus). Nicht als Strafe, sondern als Mitbeteiligung am erhöhten Aufwand welcher durch ihre Bequemlichkeit entsteht.
                Wenn ich im Zug erste Klasse statt zweiter Klasse fahren will, muss ich ebenfalls bereit sein, mehr dafür zu bezahlen.
                Einlagen werden selbstständig gewechselt und zwar rechtzeitig, usw. Geduscht (mindestens im Intimbereich) wird immer wenn eingenässt wurde (Prophylaxe wegen Harnwegsinfekten und aus geruchstechnischer Rücksichtnahme)
                Sie ist 7, da ist bereits sehr viel Eigenverantwortung möglich und eigentlich auch sehr viel Potential um Zusammenhänge zu verstehjen, wenn man sie gut erklärt.

                Was die Abklärung anbelangt: wie und wo sie psychologisch abgeklärt wurde weiss ich nicht, aber sie scheint ja in verschiedenen Bereichen über keine altersgemässe Reife zu verfügen, was wurde dazu gesagt? Wurde das Problem, dass Inkontinenz ein Schutzverhalten sein kann, in Betracht gezogen?

                Ich würde mich nun mal mit der Situation so nicht zufrieden geben.

                • ja, das meiste davon machen wir aber sowieso schon.

                  Wie genau kommst Du darauf, dass sie in verschiedenen Bereichen keine altersgemäße Reife hat!? Diese Aussage finde ich etwas anmaßend!

                  • Wenn du beschreibst, dass deine Tochter mit 7 noch nicht kontinent ist (eher kleines Blasenvolumen kann man kompensieren mit diversen Handlungsmassnahmen), diesbezüglich noch keine Eigenverantwortung ("es ist ihr egal, sie ist bequem, faul") übernimmt, dass ihr Schamgefühl noch nicht vorhanden ist, oder zumindest nicht altersgemäss, dann sind das nun mal bereits einige Punkte in welchen sie nicht ihrem Alter entsprechend entwickelt ist.
                    Das ist doch nicht wertend, anmassend oder schlimm, für mich als Mutter wären dies einfach Indikatoren genauer oder eben noch hinzuschauen, damit ich den Bedürfnissen des Kindes gerecht werde!

                    • Der Punkt ist aber eben, dass ich mir sehr viele Gedanken machen und eher genau hingucke als weniger. Ich hatte das Thema auch schon beim Kinderarzt. Ist ja nicht mal im Ansatz so, dass mir das wurst ist... im Gegenteil. Ich bin nur an einem Punkt, wo ich nicht mehr weiß, was ich noch tun soll..

                      • Dann ist möglicherweise dein Bauchgefühl richtiger als die (abwiegelnden) Antworten der Ärzte.
                        Du bist allererste Fachperson dein Kind betreffend, du musst Ärzte, bei Bedarf Psychologen finden, welche dies respektieren, die keine Hierarchie herstellen zwischen dir als "nur" Mutter und ihnen als "Fachleuten". Auf deinem Gebiet bist DU die Fachperson, genau so wie der Arzt auf seinem.
                        Beispiel Pants: du als Mutter, was ist dein intuitives Gefühl? Die Urologin hat dir geraten darauf zu verzichten, stimmt dieser Rat für dich? Deckt er sich mit deinem Bauchgefühl?

            Wow, ich finde Deine Antwort ganz schön brutal. Woher weißt Du, dass das Umfeld darunter leidet? Bei ein paar Tröpfchen in der Hose bekommt das vermutlich keiner mit, das riecht auch kaum und keiner aus dem Umfeld muss irgendwelche "Konsequenzen" (was auch immer Du in dem Zusammenhang meinst) befürchten. Von der Grundschulrektorin meiner Tochter weiß ich übrigens, dass in der ersten Klasse noch recht viele Kinder Probleme damit haben und gelegentlich einpinkeln. Nur hängt man das nicht an die große Glocke, um die Kinder nicht bloß zu stellen. Vermutlich waren also auch Deine eigenen Kinder schon oft von den "Konsequenzen" einpinkelnder Kinder betroffen, ohne dass Du es mitbekommen hast.

            Was, wenn die TE ihr Kind falsch einschätzt und das Kind tatsächlich darunter leidet? Hast du daran schon mal gedacht? Druck machen ist dann der falsche Weg, wenn man langfristige Probleme vermeiden möchte...

            • Gelegentlich? An mindestens 3 von 10 Tagen? Von ein paar Tropfen war nicht die Rede sondern von richtigem Einnässen. Das geht über ein gelegentliches "Malheur" hinaus, per Definition handelt es sich dabei um Inkontinenz.

              Und natürlich haben meine Kinder in dem Alter auch mal eingepinkelt oder miterlebt dass dies Klassenkameraden passiert ist, dabei handelte es jedoch sich um Ausnahmefälle, welche sie ziemlich beschämend fanden.

              Aus dem Dialog mit der Themeneröffnerin habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie ihr Kind durchaus sehr gut einschätzen kann und sich sehr reflektiert mit der Situation auseinandersetzt.

              Ich arbeite in der Altenpflege, im hohen Alter ist Inkontinenz völlig normal, nicht inkontinent zu sein ist die Ausnahme, ich habe keinerlei Probleme mit der Thematik, keinerlei Ekel, habe selber sechs Kinder geboren, werde also folglich eines Tages auch betroffen sein, vorausgesetzt ich lebe so lange ;-) aber Ursachen nicht kennen und ohne geeignete Schutzmassnahmen regelmässig die Kleidung voll zu urinieren, nein tut mir leid, geht für mich schlicht nicht.

              • So unterschiedlich kann der Eindruck von einem Text sein... ;-) Ich hatte im Ausgangsbeitrag eher den Eindruck, dass die TE sehr gestresst von der Situation ist, es ihr selber peinlich ist und sie deshalb eine schnelle Lösung sucht. Die TE selber: "ich kann gar nicht sagen wie kirre mich das macht!!!" Hört sich für mich eher gestresst und nicht tiefenentspannt und reflektiert an.
                Wenn das "Höschen" voll ist, dann verstehe ich übrigens nur die Unterhose darunter, mehr nicht.

Top Diskussionen anzeigen