Rückstellung rückgängig machen - geht es überhaupt ?

    • (1) 13.05.16 - 22:51

      Hallo,

      Ich habe heute im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit ein Mädchen als Fall bekommen, dass auf Antrag zurückgestellt wurde. Jetzt ist es aber so, dass diverse Fachleute behaupten, Kind soll doch eingeschult werden, weil man dem Kind im Kiga nicht helfen kann und auf einer Förderschule man weitaus gezielter auf es eingehen kann.

      Obwohl ich die Argumentation aus bestimmten Gründen dahinter verstehe, bin ich arg skeptisch und fragend, geht es überhaupt ? Wir haben Mai#

      Hat unter euch sowas jemand schon erlebt. Ich habe so etwas noch nie gehabt.

      #winke

      • also erst mal würde ich abklären, ob nicht eine vorschule oder ein anderes angebot, die es ja auch an förderschulen mit dem entsprechende nFörderschwerpunkt gibt, i nFrage kommt.

        Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen ,daß etwas dagegen spricht.
        Die "rückstellung" ist ja eine zeitlich befristete Aufhebung der SchulPFLICHT- aber es können ja durchaus auch Kinder eingeschlut werden ,die nicht schulpflichtig sind (so genannte "kann kinder" oder ebe nmit entsprechenden Test auch Kinder, die vorzeitig eingeschult werden, obwohl sie noch nicht schulpflichtig sind).

        (3) 13.05.16 - 23:32

        Das kann man so nicht sagen. Wie soll es denn eingeschult werden?

        Prinzipiell wäre bis zum Tag vor der Einschulung eine Rücknahme der Rückstellung möglich. Genauso möglich wäre aber auch eine Änderung der Einrichtung, in die sie rückgestellt wird. Also von Kindergarten in die Vorklasse der Förderschule beispielsweise - denn auch das ist eine Rückstellung, obwohl eine Einschulung stattfindet.

        Ich habe das mit meinem Ältesten durch. Er war in der Vorklasse (zurückgestellt) in der Sprachheilschule und dann ab der ersten Klasse ganz normal in der Regelgrundschule. Die Förderung in der Förderschule ist um das Vielfache besser als das Absitzen eines weiteren Jahres im Kiga. Wenn ich mich entscheiden müsste bei einer Rückstellung, dann würde ich mein Kind immer nur einschulen in eine Vorklasse. Nach 3 Jahren Kiga lernt ein Kind dort nichts mehr - das hätte es in den letzten 3 Jahren schon alles lernen können. Da bringt das eine Jahr nun auch nichts mehr.

        • (4) 13.05.16 - 23:37

          Liebe Kati,

          ich erfahre es von der Tante aus dem Schulsmt sowieso am Dienstag aber mögest du recht haben. Ich schaue, ob jetzt gerade die Förderschule, die wir meinen, eine Vorschulklasse hat.

          Kannst du folgende Aussage nachvollziehen:
          Ich bezweifle aber, dass sie die Förderschule schafft.

          Hallo:-[:-[ welche Möglichkeit dann ?

          Ich schaue, ob es sie Vorklasse gibt.

          • (5) 13.05.16 - 23:53

            Ja, kann ich. Es gibt unterschiedliche Förderschulen. Einige unterrichten durchaus nach Regellehrplan und das kann man durchaus auch "nicht schaffen".
            Zu diesen Förderschulen zählt z.B. die Sprachheilschule, Schwerpunkt Sehen, Schwerpunkt Hören, Emotional/Sozial und auch die Körperbehindertenschule hat definitiv Klassen, die nach Regellehrplan unterrichtet werden.
            Nur die Schule mit dem Schwerpunkt Lernen und die Schule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung unterrichten generell lernzieldifferent. An diesen beiden Schulen besteht man quasi immer. Das Lernziel orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten des einzelnen Schülers.

            In der Regel würde das natürlich eher so aussehen, dass man einen Schüler mit festgestellten sonderpädagogischen Förderbedarf nicht sitzenläßt, sondern ihn einen anderen Förderbedarf zuteilt.

            • (7) 14.05.16 - 15:42

              Ja, hier hätte es sich um den Schwerpunkt ,,geistige Entwicklung" gehandelt.

              Ich habe geschaut. Sie haben keine Vorschulklasse. Das Mädel ist sehr klein und jung. Aber ich kann die Gründe nachvollziehen.

              Was ich aber sehr bezweifle dass es wirklich noch geht. Das Verfahren zieht sich laut Beschreibung doch etwas, ich glaube kaum, dass man es noch schafft aber werdencwir wir sehen.

              #winke

              • (8) 14.05.16 - 19:51

                Hallo,
                nein, in GE-Schulen wird etwas anders verfahren. Eine Vorklasse wäre völlig sinnlos.
                In einer GE-Schule hier bei uns gehen Kinder völlig verschiedenen Alters zusammen in eine Klasse. Es kann also sein, dass in einer Klasse ein Kind einer 1., ein Kind einer 2., ein Kind einer 3. und ein Kind einer 4. Klasse zusammen sitzen. Da der Lehrplan sowieso höchst individuell ist, ist das völlig egal. Es kann sein, dass das Kind der 1. Klasse mehr Schulstoff lernt als das Kind der 4. Klasse bisher je hatte.

                Nur - mit welchem Grund bekommt man bei einem GE-Kind eine Rückstellung durch? Das ist ja völlig sinnlos. Das Kind wird ja dadurch nicht weniger behindert. Es wird ja definitiv nicht an Wissen aufholen und dann normal beschult werden können. Meinen Jüngsten habe ich nie Rückstellen lassen - er hat Förderbedarf GE. Er wird inklusiv beschult in einer Regelgrundschule ;-). Das klappt dank seiner Schulbegleitung, einer sehr engagierten Klassenlehrerin/ einer sehr engagierten Förderschullehrerin und vielen Therapeuten sehr gut.

                • (9) 14.05.16 - 20:14

                  Ja. ich verstehe, was du meinst. Wo ei, was ist die Abkürzung GE ?

                  Ja, der kleine und feine Unterwcheid ist, dass die Mutter etwas weniger IQ hat als du. Eigentlich ist das Versagen der Schule und anderer Beteiligter.

                  Ich bekam es plötzlich auf den Tisch. Ich organisierte einen Helfer- Tisch von beinahe halt allen Ämtern dazu und begriff erst nach und nach, was da für Mist glaufen ist.

                  Blöd ist nur. Dass Mädchen ist extrem klein. Kleinwüchsig.

                  Nee, Auf dieser Förderschule gehen alle Kids eines Jahrgsnges weiter zusammen.

                  Ich danke Dir für die Hilfe!

                  Wie lange dauerte bei euch die Feststellung des sonderpödagogischen Bwdarfs?

                  #winke

                  • (10) 14.05.16 - 21:34

                    Naja, eine Schule mit Schwerpunkt GE (Geistige Entwicklung) ist DIE Förderschule schlechthin. Dort gehen die am schwersten behinderten Kids hin. Eine geistige Behinderung ist natürlich Voraussetzung - die meisten Kids haben eine Mehrfachbehinderung.
                    Dort wird kaum Schulwissen unterrichtet, sondern hauptsächlich Alltagspraktische Fähigkeiten vermittelt, therapiert und betreut.
                    Wie das Mädchen aussieht, interessiert dort niemanden. Die Kids sind ALLE schwerst behindert. Das verstehen sie nicht. Mein Jüngster weiß bis jetzt nicht, dass er behindert ist. Er hat erst mit 6 Jahren angefangen zu sprechen. Er wüsste gar nicht, was das Wort bedeutet. Viele Kids auf der GE sind der Lautsprache gar nicht mächtig.

                    Ich habe es selbst durch bei meinen Jungs durch. Das Problem ist einfach, dass nicht einmal die Schulen wissen, wie das Procedere bei behinderten Kindern ist. So einfach ist das nicht. Dazu kommt, dass die Eltern es natürlich nicht wissen können und eigentlich der Schulleiter in der Pflicht ist, die Eltern zu beraten. Die Schulen sind keineswegs neutral und beraten auch nicht ordentlich. Sie wollen ihre Förderschulen voll bekommen und sie wollen die behinderten Kids auf gar keinen Fall in "ihre" Grundschulen haben. Behinderte Kids bedeuten immer viel Arbeit. Man muss sich ändern - weg von dem gewohnten Frontalunterricht, weg von dem Einheitsbrei und hin zu differenzierten Unterricht. Das das JEDEM Kind hilft, sehen sie nicht.
                    Das AOSF hat bei meinen Kindern 8 Monate bzw. 1,5 Jahre gedauert. Ich kenne aber auch schon Aussagen von Anderen, wo es nur 4 Wochen gedauert hat. Bei meinem Ältesten wird derzeit wieder ein AOSF geschrieben. Das läuft jetzt seit Februar und das Gutachten ist noch nicht einmal fertig ;-(.

                    • (11) 14.05.16 - 22:09

                      Oh tut mir leid.

                      Gehe ich der Logik nach, dem was du gesagt hast, ist es für den Schulleiter erledigt, weil er das Kind dieses Jahr nicht auf der Schule hat. d.h. der einzig mögliche Weg ist - Mutter zieht die Rückstellung zurück und deiner Beschreibung nach würden damit alle automatisch in den Zugzwang kommen.
                      An sich müsste die Mutter somit umgehend handeln bzw, ich sie dahingegen beraten.

                      Vielen Dank für die tollen Erklärungen.

                      #winke

                  (12) 14.05.16 - 23:19

                  Für ein Fördergutachten ist bei uns immer eine Frist von 6 Wochen einzuhalten (NRW). Das gelingt jedoch nicht immer, da wir oft mehrere Gutachten gleichzeitig bekommen und für die Begutachtung kein Unterricht ausfallen soll.
                  LG

            (13) 14.05.16 - 23:14

            Es ist eventuell möglich einen Gastschulantrag zu stellen, wenn das Verfahren jetzt zu kurzfristig kommt. Vielleicht ist das eine Möglichkeit????
            Lg

      (14) 14.05.16 - 00:02

      Aber gerade in speziell diesem Fall würde ich eine Vorklasse einer Wiederholung des Kindergartens doch arg vorziehen. Die oftmals aus dem Hut gezauberte Argumentation "ein Jahr länger Kind sein" ist an den Haaren herbeigezogen. Grundschulkinder lieben eigentlich die Schule. Sie sind gerne schon die "Großen".
      Und dieses Jahr ohne jeden Druck langsam die Schule und ihr System kennenzulernen ist für so ein Kind nur optimal. Vorklasse bedeutet hier halb Kindergarten und halb Schule, wobei das Kind schon eingeschult ist und den Regularien des Schulamtes unterliegt. Es gibt also schon kleine Hausaufgaben (10 Minuten pro Tag), einen Ranzen, Ferien, eine Klassenlehrerin, eine Schultüte bei der Einschulung,...
      In einer Förderschule kann das Kind seine ärztlich verordneten Therapien bekommen und es kann noch zusätzlich weiter von der Schule gefördert werden (Psychomotorik, Alltagspraktische Fähigkeiten, Schwimmen, Sprachheilunterricht,... je nachdem was das Kind hat). Wo gibt es das so geregelt im Kiga? Dort wird so ein Kind maximal betreut.

      (15) 14.05.16 - 09:11

      Hallo Antonia!
      Ich arbeite an einer Förderschule (NRW) und bei uns ist es so, dass wir zwar keine Vorschulklassen/Eingangsklasse mehr haben (wurde leider abgeschafft) aber wir nutzen bei allen Schülern die komplette Schuleingangsphase. Das heißt bei uns konkret, dass die Schüler 2 Jahre für den Stoff der ersten Klasse haben. Durch gemeinsame Lernschienen/ Förderbänder ist es auch möglich, dass sehr schwache Kinder im zweiten Schulbesuchs-jahr auch in einzelnen Fächern noch einmal eine Klasse tiefer starten könne.

      Oftmals ist es sinnvoll an einer geeigneten Förderschule zu starten, wenn abzusehen ist, dass ein Jahr länger im Kindergarten die Entwicklung nicht aufholen wird. In NRW ist die Rückstellung sowieso kaum noch möglich. Kinder mit geringen Entwicklungsrückständen schulen wir dann oft nach 2 Jahren zurück. Kinder die jedoch in der Grundschule starten (auch mit Inklusionsbedarf) kommen oft nach einigen Jahren zu uns und haben dann sehr viel Lernfrust und sehr große Lücken im vergleich zu den Mitschülern die bei uns gestartet sind.
      Leider läuft Inklusion bei uns in der Gegend sehr schlecht, da die Klassen viel zu groß sind und viel zu wenige Sonderpädagogen in den Regelschulen arbeiten. Ich weiß, dass es in anderen Bundesländern und auch Kommunen besser läuft. Bei uns leider nicht, denn wir haben sein 2 Jahren stark steigende Schülerzahlen.
      Generell finde ich aber, lieber an der Förderschule starten und dann zurück ins Regelsystem, als in der Grundschule von Beginn an zu scheitern und dann als sehr schwaches Schulkind an der Förderschule seelisch wiederaufgebaut zu werden.
      LG Basket

(17) 17.05.16 - 11:37

"Nach 3 Jahren Kiga lernt ein Kind dort nichts mehr - das hätte es in den letzten 3 Jahren schon alles lernen können. Da bringt das eine Jahr nun auch nichts mehr. "

So prinzipiell würde ich das auch nicht sagen. Manchmal muss ein Kind nichts besonderes mehr "lernen", sondern braucht einfach nur Zeit zum Entwickeln, ohne dass es echte Defizite hat.

Wir sehen das bei meinem Sohn. Der ist ein spätes Musskind, wir haben ihn (in NRW)zurückstellen lassen. Eigentlich hat er nichts, was mit Defiziten zu begründen wäre, er entwickelt sich gut, eben nur etwas hinter seinem offiziellen Geburtsdatum…. Es gibt einfach Sachen, die kann er jetzt durchs Wiederholen im Kindergarten lernen, die er beim ersten Mal ggf. noch nicht aufnehmen konnte.

In seinem Fall bringt das Jahr durchaus was, nämlich die Zeit, die er braucht, um sich so zu entwickeln, wie das sein eigenes Tempo vorgibt.

  • (18) 17.05.16 - 12:48

    Es geht um ein GE - Kind und NICHT um deinen Sohn.
    Dieses Kind hat nicht nur geringe Defizite, sondern ist zumindest geistig behindert. Damit geht ein Entwicklungsrückstand von mehreren Jahren in allen Bereichen einher.
    Im Kindergarten wird dieses Kind nur bereut. Also getreu nach dem Motto "Satt und sauber." - falls überhaupt.

    • (19) 17.05.16 - 12:55

      Ja, das habe ich nach der gesamten Diskussion auch rausgelesen.... Ich hatte früher geantwortet, als gelesen... #schwitz

      So hatte ich das nämlich nicht verstanden, nach den ersten paar Beiträgen. Und dann fand ich Deine Aussage eben zu absolut. Es klang so wie "Kein Kind sollte mehr als drei Jahre im Kindergarten bleiben, da lernt es eh nüscht mehr....."

      • (20) 17.05.16 - 12:59

        ;-)
        Bei uns geht eine Rückstellung in den Kindergarten übrigens nicht mehr. Es geht nur noch eine Rückstellung in die Vorschule. Wobei ich das als Verbesserung ansehe - wie gesagt, mein Ältester war dort und es hat ihm wirklich geholfen. Damals ging eine Rückstellung in den Kiga noch - er war eines der letzten Jahrgänge, wo es gegangen wäre, aber wir wollten nicht.

        • (21) 17.05.16 - 13:07

          In welchem Bundesland seid ihr? Bei uns war die Rückstellung eben nur in den Kindergarten möglich, ne Vorschule haben wir hier gar nicht, sondern nur die Vorschulprogramme der Kindergärten. Und die sind ziemlich individuell, bei uns aber wie gesagt Extraklasse....

          • (22) 17.05.16 - 15:13

            Hessen - die Vorschulprogramme im Kiga sind bei uns vernachlässigenbar. Die laufen einmal in der Woche für 1-2 Stunden und fallen jede zweite Woche dabei auch noch aus (Erziehermangel). Jedes Jahr steht unter einem bestimmten "Projekt". Bei meinem Ältesten war es das Thema "Milch" - bei meinem Jüngsten war es das Thema "Apfel" (beide haben übrigens nicht den gleichen Kiga besucht).

    (23) 17.05.16 - 12:59

    :-)

    Und jetzt habe ich nochmal genau nachgeguckt....

    Dein Beitrag war gleich die zweite Antwort und verwies ebenfalls auf DEINEN Sohn ;-)

    (Ach, dass wir Mütter immer auf unsere Erfahrungen zurückgreifen müssen....)

    Insofern ist mir eben diese Absolutheit aufgefallen, die sich im Laufe der gesamten Diskussion relativiert hatte :-)

    Also nicht immer gleich mit Apfelmus schießen!

(25) 17.05.16 - 12:56

Ach ja...
In einem Jahr in der Förderschule, die speziell auf solche Kids zugeschnitten ist und sie in Kleinstgruppen (solche Minigruppen gibt es in keinem Kiga) speziell fördern kann, lernen diese Kinder mehr, als in einem Jahr weiter im Kiga.

Woher willst du wissen, wie es deinem Sohn in der Vorschule ergangen wäre? Mein Jüngster war auch kein Vorschulkind. Er wurde nicht zurückgestuft. Aber nachdem ich weiß (und eben auch den Vergleich gesehen habe) zwischen der Förderung im Kiga und in der Vorschule, kann ich dir sagen, der Kiga fördert NULL gegen die Vorschule. Gerade für Kinder mit Problemchen ist die Vorschule super. So gibt es einen langsamen Übergang zwischen Kiga und 1. Klasse. Sie müssen noch nichts lernen, aber sie lernen schon mal das System der Schule kennen. Was nützen 4 Jahre Kiga und dann kommt wieder der Hammer in der 1. Klasse?

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