Sohn macht keine Hausaufgaben...

    • (1) 14.05.16 - 09:17

      Hallo,

      mein Sohn besucht derzeit die 5. Klasse einer Realschule. In der 4. Klasse hatte er von den Noten her zwar eine uneingeschränkte Empfehlung für das Gymnasium, dennoch entschied ich mich für die Realschule, da er sehr unorganisiert, unkonzentriert und teilweise unselbstständig war.

      Nun kam er in die 5 und mein Sohn wandelte sich um 180 Grad. Alles lief perfekt. Im Oktober kam ein Elternbrief der Deutschlehrerin und die Einladung zum Gespräch. Mein Sohn vergisst ständig Arbeitsmaterialien und Hausaufgaben in Deutsch sowie Geschichte (gleiche Lehrerin). Des weiteren sei er sehr unkonzentriert und folgt nicht dem Unterrichtsgeschehen. In beiden Fächern stand er aber glatt 1. Ich habe ihn ins Gebet genommen und es lief wieder. Das Zeugnis kam, alles Einsen bis auf Mathe, da hatte er ne 2. Klassen- u. Fachlehrer rieten mir aufs Gymnasium zu wechseln. Ich ging dem Rat nach und meldetet ihn für die 6. Klasse dort an. Seit der Anmeldung tut er rein gar nix mehr für die Schule. Die Noten sind noch gut. Er schreibt nur jetzt statt der Einsen überwiegend Zweien. Ist aber auch ok, dafür, dass er nichts dafür tut. Nun kam gestern wieder ein Brief der Deutschlehrerin. Das Gleiche Thema wie zuvor. Er macht keine Hausaufgaben. Mich lügt er an, er hätte nichts auf. Und das ständig. Er schreibt sie aber ein. Wenn ich nicht ständig kontrollieren würde, hätte er sie noch öfter "vergessen". Aber nur in Deutsch und Geschichte. Alle anderen Fächer laufen. Und das sind seine besten Fächer. Sein bester Freund ist am Gym. Dem macht er die Deutschhausaufgabe, seine eigenen macht er nicht. Und permanent die Lügerei und die Ausreden deshalb. Ich mache mir echt Gedanken ob es richtig ist, ihn ab der 6. Klasse aufs Gymnasium zu schicken und bin kurz davor ihn dort wieder abzumelden.

      Warum macht er das? Er kann mir keine Antwort darauf geben. Wenn es ein Fach wäre, welches ihm unangenehm ist oder er Probleme hätte, könnte ich das nachvollziehen. Mathe liegt ihm nicht so. Da klemmt er sich komischerweise dahinter.

      Meine Angst ist, dass er am Gym genauso faul ist und komplett hinten runter fällt.

      Habt ihr einen Tipp oder kennt das wer?

      LG
      Michaela

      • kann es nicht genau umgekehrt sein, also dass er einfach total unterfordert ist und deswegen unkonzentriert? Wenn er nichts macht und trotzdem gut ist, würde das für mich dafür sprechen und auch dass er keine Hausaufgaben macht. Er sieht ja, dass er es auch so kann, warum also sollte er was tun (aus seiner Sicht sogar nachvollziehbar........wer von uns tut schon gerne mehr als das Nötigste bei Dingen, die man nicht unbedingt muss und die nicht wirklich Spaß machen).
        Die Frage ist ja, kann er sich grundsätzlich konzentrieren und ist es nur da, wo er sowieso gut ist.
        Dann würde ich mal schauen, ob es da Lösungen gibt. Habt Ihr mal auf Hochbegabung testen lassen???
        lg

        • Wie schon gesagt, Mathe liegt ihm nicht so. Da macht er die Hausaufgaben und konzentriert sich in den Arbeiten. In anderen Fächern hat er auch stets seine Arbeitsmaterialien dabei. Jedenfalls kamen da noch nie Beschwerden.

      Vermutlich langweilen ihn die Hausaufgaben zu Tode. Genauso wie der Unterricht. Er schreibt Einser, obwohl er dem Unterricht nicht folgt und keine Hausaufgaben macht und Du überlegst ernsthaft, ob der bevorstehende Wechsel auf's Gymnasium richtig ist?

      Ja! Es ist das einzig Richtige! Und selbst wenn er da wieder keinen Handschlag tut und Einser schreibt - wo ist das Problem? Und wenn er keine Einser schreibt, klemmt er sich doch dahinter. Also: Dein Sohn macht alles richtig.

      Grüsse
      BiDi

    • Hallo! Ich denke auch, dass er an der jetzigen Schule unterfordert ist. Er hatte laut Grundschule das Zeug zum Gymnasium zu gehen. Ich denke die Entscheidung zu wechseln ist richtig. Konzentration kann auch mit der Forderung kommen.

      Wir standen vor der selben Entscheidung. Ich hätte auch die Realschule für meinen Sohn aus den gleichen Gründen wie bei euch vorgezogen. Die Klassenlehrerin machte mir eine klare Ansage, das Sohnemann nichts an der Realschule zu suchen hat und deutlich mehr gefordert werden muss.
      Nach den Sommerferien wechseln er dann in Klasse 5 an das Gymnasium. Ich weiß,dass die Entscheidung richtig ist.
      Lg

      Ich denke, er ist auf der Realschule falsch. Mein Sohn hatte auch Gýmnasium- Empfehlung und mein Mann wollte gern, dass er lieber zur Realschule ginge.

      ICh ahtte aber den Satz der Lhererin im Ohr: "Melden Sie ihn unbedingt auf dem Gymnasium an, auf der Realschule wird er schnell die Lust verlieren! Ihr Sohn m´braucht die Herausforderung, für ihn muß LErnen kreativ sein: bei überwiegend Auswendiglernen langweilt er sich schnell. Da würden seine Leistungen leiden, obwohl er alles verstände." Er war dann auf dem Gymnasium.

      Und genauso hört sich die Beschreibung deines Sohnes an. Denn die Lehrerin sieht es ja anscheinend ähnlich. Was meint denn dein Sohn zum Wechsel?

    • Hallo,

      ich weiß von meinen Neffen, dass sie nie Hausaufgaben gemacht haben, die ganze Gymnasialzeit über nicht.

      Das Abi haben sie alle drei geschaft, 2 sogar mit einem 1-er Abi.

      Bei meiner Tochter muss ich darauf achten, dass sie ihre Hausaufgaben macht, weil sie sich in der Schule eher schwer tut.

      Allerdings würde ich beide Augen zurdrücken, wenn sie gute Noten hätte.

      GLG

      Hallo,

      Leistung und mangelnde Struktur sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Meine Tochter ist in ähnlicher Konstellation auf einer Realschule, sie macht zwar Hausaufgaben, hat aber Probleme mit der Struktur. Weil sie eine sehr gute Schülerin ist, fliegt sie bei vielen Lehrern unter dem Schlamperradar durch (oder die denken sich "sie ist ja auch so gut ...").

      Sie tat sich in der 5. Klasse auch schwer damit, für Fächer zu packen. Das kannte sie aus der Grundschule nicht. Wir haben ihr dann so ein Regalsystem gekauft, wo jedes Schulfach ein DiNA4 Fach hat. Da packt sie (nach dem Hausaufgabenmachen) die Fächer ein, die sie am nächsten Tag nicht hat und holt die raus, die sie hat und packt.

      Hausaufgaben gehen bei uns ganz gut dadurch, dass sie sie zuverlässig aufschreibt. Hausaufgaben macht sie direkt nach den Mittagessen, dann lernt sie noch ein wenig, dann ist "Freizeit". Wenn das mit dem Hausaufgabenaufschreiben nicht geht. Meine Tochter schreibt ihre insbesonders so gut auf, weil sie von der Mutter eines Mitschülers gebeten wurde, die jeden Tag über Whatsapp an die Mutter zu schicken. Der Mitschüler hat keine Ahnung, dass meine Tochter die Informantin ist. Zu Weihnachten bekommt sie immer ein Geschenk für den Spiondienst und ist mit dem Deal sehr zufrieden. #schein

      GLG
      Miss Mary

      Hi....

      ich kenne das, leider! Meine ist 5.Klasse Gymnasium und seit der ersten Klasse haben wir ärger wegen den Hausaufgaben. Jetzt erst wieder.....dabei ist sie gut in der Schule. Wenn nu dieses nicht wäre....oder das verträumte im Unterricht was die Lehrer stört.
      Bin immer wieder mal bei den Lehrern deswegen....es nervt!
      Aber....trotz Gymnasiums gute Noten, trotz Hausaufgabenschlamperei passt alles sonst.
      Sie liebt ihre Schule!

      Rede mit den Lehrern der neuen Schule vielleicht gleich wie man das im ihren Augen packen kann ohne viel Stress.

      Mona

      So lang ist das Schuljahr ja nicht mehr - ich denke also Augen zu und durch!

      Mit der klaren Ansage Gymnasium muss anders werden ! Da solltest du dann auch dran bleiben, soetwas verabreden wie Hausaufgaben aufschreiben und zeigen was er in Mathe etc. aufhat.

      Ich glaube in der aktuellen Klasse ist nichts mehr zu retten.

      (11) 15.05.16 - 11:06

      du schreibst, dass ihm mathe nicht so liegt und er sich dahinter klemmt.
      in deutsch halt nicht, er hat aber trotzdem gute noten.

      ergo: du hast ein schlaues kind, der sich anscheinend selber gut einschätzen kann und weiss, wo er klotzen muss und wo nicht. das ist zwar für euch nervig, aber ich sehe da keine indikation, ihn auf die realschule schicken zu müssen. das wäre ja kompletter blödsinn, weil er den anforderungen auf dem gymnasium offensichtlich gewachsen ist, aber halt etwas renitent.

      wenn er merkt, dass er nicht mehr ohne lernen hinterherkommt, dann wäre ja zu erwartend ass er drauf reagiert, wie er es eben in mathe tut.

      hast du schon mal probiert, ihm einfach zu sagen, dass du weisst, dass es langweilig ist, die hausaufgaben in deutsch zu machen und er auch so mitkommt, aber er sie doch bitte trotzdem machen soll, weil es sonst nur sinnlos stress gibt, den man sich echt sparen kann?
      das hat bei meiner tochter funktioniert. mein mann ist amerikaner, ich halb britin und sie hat englisch in der grundschule. meine tochter hatte die ganzen arbeitsblätter für zu hause nie gemacht, weil die für nen muttersprachler wirklich stupide waren (ganz viele bildchen zum ausmalen und dergleichen). zu allem überdruss ist die lehrerin auch wirklich unangenehm und hat ein riesen problem damit, dass mein kind breit amerikanisch spricht. da hat meine tochter dann auf stur gestellt und dementsprechend ging das dann auch an die wand. das kind hat aber auch erst eingelenkt, als ich ihr sagte, dass sie ja wohl wisse, dass ihre lehrerin voll ätzend ist und es echt besser wäre, den blödsinn einfach zu machen, damit die nicht wieder ausflippt. so vernünftig ist sie dann doch, dass ihr das einleuchtet. ich glaube, sie musste einfach mal hören, dass ich auch verstehe, dass das extrem frustran für sie ist. seitdem läuft's und sie hat ne eins auf ihren ordner bekommen, die lehrerin ist wieder glücklich, dass ihre autorität anerkannt wird und alle können entspannt heim gehen.

      iich würd den bub wirklich auf'm gymnasium lassen, weil stell dir mal vor, wie langweilig ihm auf dauer auf der realschule wird.... das komplett unausgelastete hirn hat dann zeit, sich blödsinn auszudenken. da kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass er dadurch auf einmal den drang verspürt, kooperativ und gewissenhaft seine hausaufgaben zu machen.

      lg

      (12) 15.05.16 - 22:46

      Hallo,

      bei meinen Dreien war es auch immer so (bzw ist es noch), dass sie am allerallerallerwenigsten Bock auf Deutsch-HA hatten.
      Nicht, dass sie dort schlechte Noten hatten (nicht einmal der Mittlere, und er hat LRS) - sie hatten schlicht keine Lust dazu,fing schon in Klasse 2 an.

      Der Jüngste ist aktuell Klasse 2, ist überall kognitiv vollkommen im grünen Bereich, macht HA- aber Deutsch ist immer ein Krampf,wie vei den Großen.

      Auf Nachfrage sagt er,dass er das alles mega langweilig und " bebich" - also babyhaft/albern findet....und mal ehrlich, wenn man nicht gerade eine super unterhaltende Lehrerin erwischt, die es einem super "schmackhaft" macht und selbst bei den HA den Nerv trifft- besonders spannend sind Deutsch-HA bis Klasse 8/9 eher selten.

      Zu den Lügereien würde ich vielleicht etwas sagen-zB dass es verständlich ist,wenn man zu bestimmten Dinfen keine Lust hat,aber Lügen nicht okay ist und dabei Vertrauen flöten geht...

      Ich würde ihn ruhig wechseln lassen, vielleicht erübrigt sich das Problem schon alleine durch den neuen Stil der neuen Lehrkraft, und ein gewisser Druck scheint sich auf dein Kind ja durchaus positiv auszuwirken.

      Alles Gute,
      Lulu

    Dein Sohn ist wirklich klug!

    Warum sollen HA erledigt werden? Um sich noch nicht angeeignetes Wissen einzutragen und Gelerntes zu vertiefen. HA erledigen die SuS für sich, nicht für die Lehrer.
    Ich kann deinen Sohn völlig verstehen. Was soll sich verbessern ,wenn er die HA erledigt? Er hat ja praktisch keine Defizite und die Argumente, warum HA angefertigt werden sollen, greifen bei ihm nur schwerlich.

    Ich kenne die Problematik von meinem Patenkind. Er war auf der Realschule und hat ab Klasse 8 eine grundlegende Wendung durchgemacht. Schreib nur noch 1en. Die HA waren auch ein ständiges Streitthema. In der Oberstufe hat er dann argumentiert, das ihn die HA langweilen. Er habe schließlich im Unterricht aufgepasst. Wofür solle er den Stoff nochmal durchkauen. Meine Freundin hat es dann irgendwann einfach ausgesessen und es aufgegeben, auf die Briefe der Lehrer zu reagieren. Die haben es dann auch mal eingesehen. Er ging anschließend weiter in die gymnasiale Oberstufe. Das erste Jahr hat er sich dort auch eher gelangweilt und meinte immer, er hoffe, dass es hier doch irgendwann mal richtig zur Sache ginge. Das Abi hat er mit 1,1 bestanden (leider 1 Punkt an der 1,0 vorbei, was ihn ein wenig geärgert hat)

    Ich würde es an deiner Stelle entspannt abwarten und auf den Verstand deines Sohnes vertrauen. Klugheit hat übrigens nichts mit Selbstorganisation zu tun.

    (15) 24.05.16 - 08:53

    Dein Thread ist zwar schon etwas länger her aber ich antworte noch einmal.

    Bei deinem Sohn geht es ja eher ums Organisieren als ums Verstehen. Deshalb würde ich ihn einfach die Konsequenz tragen lassen, falls die Note etwas schlechter ist durch das Durchgehende Nichterledigen der Hausaufgaben. Dann ist es eben nur ne 2+ statt ne 1; ne 2- statt ne 2+. Ist zwar ärgerlich aber sollte es Deinen Sohn ärgern sind diese etwas schlechteren Noten ein Grund für ihn, das Lernverhalten zu ändern, nicht die Erwartung die Lehrer und Eltern an seine Arbeitsweise stellen.

    Bei meinem Sohn auf dem Gymnasium mußten die Eltern in Kl. 5- 7 ímmer durch ne Unterschrift zur Kenntnis nehmen dass ihr Kind 3 x die Hausaufgaben vergessen hat.

    Die Mathelehrerin hat das als Einzige noch bis einschl. 8. Kl. gemacht. Weißt du, wie ich da reagiert habe, als in der 8ten noch solche Zettel hier zuhause ankamen? Mit einem Schmunzeln, das mein Sohn auch mitbekam, unterschrieben. Spätestens ab Kl. 7 erkannte ich schon an seinem amüsierten Grinsen und Zettelwedeln, dass wieder eine Unterschrift anlag.

    Für mich sind Hausaufgaben in der Verantwortung des Schülers, ich konnte da zigmal unterschreiben, und meinem Sohn ermahnen, seine Aufgaben zu machen. ER entschied ob er sie macht. Und da er in Mathe 1er und 2er schrieb, war dieses Zettelmitgeben für ich echt lächerlich.

    Meine Beiden konnten sich aber auch schon im 2.Schuljahr selber organisieren, Und Aufgaben vergessen, das dauerte Monate, bis die "3 x vergessen" zusammenkamen.

    Ich würde zu den Gesprächen der Lehrerin gehen, mir das gelassen anhören, ihr signalisieren, du hast das registriert; da aber nun kein Drama raus machen, Wie gesagt, am Besten wirkt es, wenn dein Sohn die Konsequenz selber spürt.

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