Kind mit schlimmen Verhalten in der Klasse

    • (1) 12.07.16 - 17:12

      Hallo,

      mein Sohn kommt im Sept. in die 3. Klasse. Jetzt in der 2ten ist nach den Pfingstferien ein Junge dazu gekommen, der sich sehr auffällig verhält. Er stiehlt, schlägert, sagt unmögliche Worte zu anderen Kindern und stört massiv den Unterricht.

      Mein Sohn (und auch andere Mitschüler) leidet unter diesem Jungen. Ich habe ihn mir schonmal vorgeknöpft und mit ihm gesprochen, aber es kam nur 'ja ja' und geändert hat sich nichts. In den letzten beiden Tests hat mein Sohn sehr schlecht abgeschnitten. Er sagt, weil er sich nicht konzentrieren konnte, wegen dem Jungen - der würde dauernd Geräusche machen und das lenkte ihn ab.

      Ich habe mitbekommen, dass die Mutter Gespräche mit der Schule hatte und das Kind schon 4 oder 5 Mal zur Direktorin musste, sowie bereits Verweise bekommen hat - alles in dem Zeitraum von Pfingsten bis jetzt. Die Klassenlehrerin stößt anscheinend an ihre Genzen.

      Beinahe täglich kommt mein Kind nach Hause und wurde von dem Jungen wiedermal geärgert und geprügelt. Das zieht ihn ganz schön runter; er leidet und hat sogar schon gesagt, dass er auf eine andere Schule möchte (aber es ist die einzige am Ort). Das ist unmöglich.

      Weiß jetzt nicht, was ich machen soll, damit es meinem Sohn besser geht. Kurz habe ich überlegt, die Mutter anzusprechen. Neulich habe ich sie mal gesehen; sie sah so abgehärmt aus. Ich glaube, die weiß auch nicht mehr, was sie noch machen soll mit dem Kind. Außerdem sprechen sie wahrscheinlich dauernd irgendwelche Eltern an; da möchte ich mich nicht mit einreihen; das ist für die Mutter sicher unerträglich, immer von allen möglichen Leuten darauf angesprochen zu werden.

      Jetzt habe ich meinem Sohn aus meiner Ratlosigkeit heraus gesagt, er soll sich wehren. Ich bin nicht in der Schule; ich kann ihm nicht helfen - er muss da selber durch und dem Jungen zeigen, dass er das mit meinem Sohn nicht machen kann. Ich weiß jetzt wirklich keinen anderen Rat, wie dieses verhaltensauffällige Kind es sonst merken soll, als wenn ihm auch mal ein anderes Kind eine scheppert.

      Was kann ich sonst noch tun? Hat wer noch eine Idee?

      Gruß
      Mare88

      • (2) 12.07.16 - 17:30

        Ich würde mit der Lehrerin reden. Schließlich ist es Ihr Verantwortung und die Leistungen deines Kindes scheinen ja auch darunter zu leiden....

        • (3) 12.07.16 - 18:50

          Das muss ich wohl dann mal noch machen. In 3 Wochen sind Ferien und dann übernimmt eine andere Lehrerin die Klasse von der 3. bis zur 4. Klasse.

          Danke für Deine Antwort!

          MAre88

      (4) 12.07.16 - 17:31

      Ohje gleich wirst du gerupft...

      • Mein Weg wäre es mit der lehrerin zu reden und für alle Beteiligten akzeptale lösungsvorschläge zu fordern. Es gibt tatsächlich verhaltensgestörte Schläger. Es gibt aber auch gemobbte kinder die in ihrer Not um sich schlagen während die mobber sich in ihrer Unschuld sonnen...

(8) 12.07.16 - 17:53

Hallo,

mein erster Anlaufpunkt wäre auch die KL. Und zwar konsequent jedesmal, wenn es ausartet; am besten alles protokollieren.
Sich das Kind selber "vorknöpfen" bringt meistens nichts und kann ausserdem nach hinten losgehen.

Ansonsten hätte ich meinem Kind auch geraten, sich in akuten Situationen entsprechend zu wehren. Das kann aber nicht der beste und einzige Weg sein.

Zu Deinem Sohn: Wenn er sich deswegen nicht konzentrieren kann, solltet Ihr Übungen machen.

Wegen Geräusche (auf die offensichtlich noch nicht einmal der Lehrer reagiert) Tests mehrfach zu verhauen, klingt seltsam. Eventl. benötigt Dein Sohn Ohrstöpsel. Oder er sucht einen Schuldigen...

Ich würde das eine von dem anderen trennen.

LG

  • (9) 12.07.16 - 18:56

    Da die Lehrerin nach den Ferien eine andere ist, hatte ich mich nicht mehr dazu entschließen wollen.

    Mein Sohn hat etwas Probleme, bei der Sache zu bleiben. Er lässt sich sehr schnell ablenken. Ich habe schon gesehen, dass es an manchen Schulen Projekte gibt, wo solche Kinder so eine Art Bauarbeiter-Kopfhörer für Kinder im Unterricht tragen (z. b. wenn sie Tests schreiben oder für sich selber arbeiten sollen), aber ich frage mich, ob das Kind damit lernt, störende Geräusche zu 'überhören'. Zweifellos wird es konzentrierter arbeiten können.

    Was für Übungen meinst Du denn in der Richtung? Er muss was schreiben oder rechnen und ich lasse nebenher eine Märchen-CD laufen oder mache selber Geräusche? Würde mich interessieren...

    Gruß
    Mare88

    • (10) 12.07.16 - 19:13

      Wenn Dein Sohn solche Konzentrationsprobleme hat, lass ihm Termine beim Ergotherapeuten geben.

      Eventl. reicht schon ein Doppeltermin aus zur Diagnostik und um Dir Übungen an die Hand zu geben.

      • (11) 12.07.16 - 19:21

        Gleich Ergotherapeut? Nee...ich weiß nicht! Finde ich etwas übertrieben.

        Er kann mit normalen Geräuschen umgehen (Stiftklappern, Blätterrascheln, Stuhlrutschen, etc.), aber dieser Junge macht mit seinem Mund irgendwelche Schnalz-, Klack- und Schmatzgeräusche - und zwar absichtlich! Das würde mich auch total nerven, wenn ich dabei was wichtiges schreiben soll.

        Die Lehrerin sagt wohl was, aber wie das aussieht, kann er mir nicht genau sagen.

        • (12) 12.07.16 - 19:32

          Ergotherapie ist nichts Schlimmes.

          Ich habe nur darauf reagiert:
          "...Mein Sohn hat etwas Probleme, bei der Sache zu bleiben. Er lässt sich sehr schnell ablenken. ...."

          Wie geht's denn den anderen Kindern?

          • (13) 12.07.16 - 19:39

            Ich weiß schon, was Ergo ist; mein älterer Sohn hatte das mal bekommen.

            Die anderen Kinder, die ich gefragte habe, erzählen alle sehr ähnliche Sachen. Vor allem haut er und nimmt Sachen weg. Aber auch der Freund meines Sohnes hat im letzten Test schlechter als normal abgeschnitten.

            Schreibe jetzt grade eine Mail an die Lehrerin. Mal schauen...

            Mare88

            • (14) 12.07.16 - 19:44

              Ich würde persönlich mit ihr sprechen.

              • (15) 12.07.16 - 19:53

                Ja, natürlich, aber mit der Mail habe ich jetzt gleich schon mal was in rollen gebracht. Auf ein Gespräch muss ich erst wieder ein paar Tage warten und bald sind Ferien.

                Ich schaue jetzt mal, wie sie reagiert und treffe mich dann nochmal mit ihr.

                Mare88

(16) 12.07.16 - 20:45

Hallo,

vielleicht hatte der Junge auch einfach das Pech zu nah an dem Kind zu sitzen, bzw. die Lehrerin hat schlechtere Ohren.

Jedenfalls finde ich es unsinnig, dass der Junge wegen dieses Störenfrieds lernen soll, sich trotz nerviger Geräusche zu konzentrieren.

Ich finde es nicht annormal, dass man sich bei nervigen Geräuschen nicht konzentrieren kann. Mein Chef sorgt z.B. auch für eine ruhige Arbeitsumgebung, damit ich mich konzentrieren kann, und ich kann als Mutter schon gut nervige Geräusche/Geschwafel ausblenden. ;-)

Ich darf ausserdem daran erinnern, dass die meisten Leute sich durch brummende Elektrogeräte gestört fühlen, selbst wenn sie gerade nichts wichtiges zu tun haben und obwohl das häufig so leise ist, dass schlechter hörende Menschen es gar nicht bemerken. Zudem ist das ein regelmäßiges Geräusch, was sich leichter ausblenden läßt.

LG

Heike

(17) 12.07.16 - 18:47

Sich das Kind vorknöpfen nutzt gar nichts. Denn entweder ist er so unerzogen, dann geht ihm deine Standpauke am Allerwertesten vorbei oder er hat wirklich ein Problem, eine Störung und dann kann er nicht wirklich was dafür und kann es eben auch nicht einfach so ändern und leidet vielleicht selber drunter so zu sein wie er ist.

Deshalb, Lehrer ins Boot holen. Dieser Junge braucht Hilfe, entweder in dem die Eltern Hilfe bekommen wie sie ihm Regeln und Grenzen beibringen oder professionelle Hilfe in Form von Therapie usw. Aber das ist nicht das Ding anderer Eltern die Familie an zu sprechen ob sie ihr Kind nicht vielleicht mal zum Psychologen bringen wollen oder sich ans Jugendamt wenden wegen Erziehungshilfe. Wenn jemand einer Familie das nahe legen kann dann die Lehrerin oder Schulleitung.

Und ein Verhaltensauffälliges Kind wird auch nicht plötzlich normal weil die Klassenkameraden sich wehren und austeilen. Das könnte eher sogar das Gegenteil bewirken

  • (18) 12.07.16 - 19:01

    >> Und ein Verhaltensauffälliges Kind wird auch nicht plötzlich normal weil die Klassenkameraden sich wehren und austeilen. <<

    Nee, natürlich nicht, aber stillhalten kann ich meinem Sohn jawohl auch nicht raten. Und vielleicht sucht der Junge sich dann einen anderen... Blöd für den anderen, aber in dem Fall ist mir mein Sohn wichtiger und ich will das natürlich abwenden von meinem Sohn.

    Mare88

    • (19) 12.07.16 - 19:19

      Mit Zurückschlagen macht dein Sohn es nicht besser, vielleicht bekommt er sie dann erst so richtig drüber weil der andere dann richtig austeilt.

      Ihr solltet den Kindern raten zusammen zu halten. Hier war so ein Mädel in der 4. Klasse. Kam als "neue" im 4. Schuljahr dazu und dann noch auffällig. Irgendwann waren die Klassenkameraden sensibilisiert. Die merkten wenn sich was anbahnte und haben sich dann als Gruppe gegen sie gestellt. Alle gegen einen ist auch nicht nett aber sie wurde nie geschlagen, allerdings zur Not auch von 5 Kindern festgehalten wenn sie wieder schlagen und treten wollte. Die Kinder hielten sie dann einfach fest bis sie sich beruhigt hat. Damit konnte die Klasse gut leben. Allerdings auch mir der Aussicht "Die paar Monate halten wie sie unter Kontrolle".

      Jetzt zieht das Mädel wieder um. Schulwechsel hätte ja eh angestanden, aber jetzt wieder eine neue Schule wo sie keinen Kennt. Wird es auch nicht besser machen.

      • (20) 12.07.16 - 19:30

        Da kommt es immer auf den Klassenzusammenhalt an. Bei der unsrigen ist das Gemeinschaftsdenken nicht so ausgeprägt oder nur partiell (5 Mädchen und 17 Jungs). Bei den Jungs geht es manchmal etwas chaotisch zu. Mein Sohn hat keinen Freundeskreis, der sozusagen eine feste Gemeinschaft bildet. Er hat einige, mit denen spielt er gerne und auch immer wieder, aber das wechselt oft. Er ist also eher am Rand einer Gruppe, als mittendrin, weshalb ER sich auf Hilfe von anderen nicht verlassen kann, andere hingegen schon.

        Naja, deshalb wird er vielleicht auch öfter für Ärgereien von dem auffälligen Kind ausgesucht und nicht die Kinder, wo gleich noch 5 andere 'mitkämpfen' würden.

        Mare88

(21) 12.07.16 - 18:55

Hallo!

Vorab: erste Anlaufstelle sollte die Lehrerin sein, dann die Mutter des Kindes und dann ggf die Rektorin!

Zum Thema:
Wir haben auch so einen Kandidaten in der Parallelklasse - aber der schlägt zusätzlich noch Lehrerin und Mitschüler. Einfach vom der Schule suspendiert oder schmeissen geht nicht, denn es besteht Schulpflicht. Erst müssen verschiedenen Maßnahmen erfolgen: Auszeiten und spezielle Strafen, z.B. versetzte Frühstücks- und Pausenzeiten, Gespräche, stundenweise Ausschluss vom Unterricht etc. ...

Bei uns rieten alle Lehrerinnen den Förderbedarf testen zu lassen( Förderbedarf emotionale Entwicklung) - aber die Eltern wollen nicht. Jetzt hat die Schule einen Antrag auf Feststellung auf Schulfähigkeit beim Gesundheitsamt gestellt, der wohl durch geht. Entweder kommt das Kind auf eine Förderschule oder es bekommt einen Integrationshilfe...
Mir tut das Kind einfach nur Leid, denn kein Kind ist grundlos so...

LG

(25) 12.07.16 - 20:59

Hallo,

solche Kinder können trotzdem von der Schule fliegen. Erstens gibt es noch andere Schulen und zweitens andere Möglichkeiten.

Der Sohn einer Bekannten von uns ist von zwei Grundschulen geflogen, weil er auf die anderen Kinder losging. Er galt dann zwei Jahre lang als nicht beschulbar.

Er ist Autist und rastet aus, wenn er sich unsicher fühlt.

In der Zeit mußte die Mutter ihn nach einem vorgegebenen Programm zu Hause unterrichten. Momentan wird er nur stundenweise beschult, und hat ständig einen Betreuer/Integrationshelfer (keine Ahnung, wie das genau heißt) an seiner Seite.
Es gibt leider keine Förderschule in vertretbarer Entfernung, die für ihn geeignet wäre.

LG

Heike

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