10 Jährige mit Übergewicht

    • (1) 25.07.16 - 20:03

      Hallo,

      ich suche dringend einen Rat. Es geht um meine Nichte. Sie ist 10 Jahre alt. Sie hatte schon immer die Tendenz zum Übergewicht, aber sowohl ihre alleinerziehende Mutter als auch ihre Oma haben immer gesagt, dass verwächst sich noch oder wenn sie mal krank wird braucht sie ja auch Reserven. Ich fand diese Aussagen schon immer unbedacht.

      Jetzt ist es so, dass sie in letzter Zeit verstärkt zugenommen hat. Sie isst den ganzen Tag und kennt überhaupt kein Sättigungsgefühl. Wenn sie sich ein kleines Eis aussucht und danach sieht, dass jemand anderes ein großes isst, ist sie sauer und möchte auch ein großes. Sie isst mehr als viele Erwachsene in der Familie, bedauerlicherweise finden diese das lustig. Sie ist sehr gierig und versessen auf Essen und hat auch kaum Geduld zu warten, bis z.B. alle am Tisch ihr essen bekommen haben. Ihre Mutter ist sehr mager (ca. 1,75m und 50 Kilo),sie ist die Typische Weißbrot, Schnitzel und Pommes Person, ganz nach dem Motto was der Bauer nicht kennt... Der Vater hat das Kind alle 2 Wochenenden und versucht sie natürlich mit allem möglichen zu locken, er möchte ihr nichts verbieten.....

      Ich weiß mir keinen Rat mehr, das Kind tut mir unendlich leid. Mein Mann und ich sind schon seit Jahren immer wieder an dem Thema dran, aber da die Situationen immer schlimmer wird sind wir uns einig, dass wir der Mutter auf "krasse" Art und weise die Augen öffnen müssen.

      Wie kann ich der Mutter klar machen, dass sie dem Kind schadet und sie bei einer Ernährungsumstellung unterstützen? Gibt es gute Lektüre zu dem Thema Übergewichtige Kinder? Ich bin für jede Hilfe dankbar!!!

      • Ich finde nicht, dass dich das überhaupt etwas angeht.

        • Du hast vielleicht recht. Ich halte mich einfach raus und lass das Kind in ihr Unglück laufen.

          Die Einzige, die darunter leiden muss und wird ist meine Nichte, die am wenigsten dafür kann!

          Würdest du das auch denken wenn das Kind extrem Mager ist oder vielleicht blaue Flecken hat?

          Vogel Strauss Taktik?

          Ich finde sehr wohl dass man gerade innerhalb der Familie genau schauen darf, sich sorgen sollte und auch mal den Mund auf macht.

          Das Kind kann da selber nix tun, dafür sind die Eltern da. Wenn diese aber dir Augen verschließen sollte jemand anderes sie wach rütteln. Übergewicht ist schlimm, Kinder im Wachstum können das mehr an Gewicht nicht brauchen..... Ist es so wie sie schreibt hat das Mädel vielleicht schon eine Essstörung und braucht Hilfe

          Mona

        • Massives Übergewicht bei Kindern gilt rein gesetzlich als Kindeswohlgefährdung, das wird in unserer Gesellschaft nur oft noch nicht so verstanden (ausser von den meisten Jugendämtern und Ärzten...).
          Als sei ein fettes Kind niedlich, süß und lustig. Sorry für den Ausdruck.
          Fettleibigkeit schon im Kindesalter ist für wesentliche Folgeerkrankungen verantwortlich, da alle Knochen noch sehr weich sind.
          So darf man sich später nicht wundern, wenn diese Kinder nicht nur Diabetes und co haben, sondern auch kaputte Gelenke, Zähne, usw.
          Diese Aussage "das geht dich nix an", suggeriert, das Kind sei Eigentum der Eltern/der Familie, die es scheinbar haltlos mästen.
          DAS ist gruselig.

      Hallo :)!

      Ich verstehe deine Gedanken.

      Was sagt der Arzt (falls du das weißt)?

      Gibt es Gründe warum sie so viel isst (Elternhaus / "Mobbing" / sonst was)?

      Wie geht deine Nichte damit um?

      Wie groß und schwer ist sie? Hat sie nur pölstrchen oder ist es massiv?

      Steht ihr in gutem Kontakt?

      ich weiß viele Fragen. Auch wir haben eine weile mit hemmungslosem Essen bei unserer Tochter gekämpft.

      Lg buxxerle

    • (7) 25.07.16 - 21:54

      Was heißt denn für dich 'Übergewicht'? Das wäre schon wichtig, zu wissen. Ist das Kind kräftig gebaut oder kann es sich nicht mehr bewegen, weil es zu dick ist?

      Grundsätzlich finde ich es gut, wenn solche Probleme in der Familie Aufmerksamkeit finden. Manchmal brauchen eben auch Eltern den Holzhammer, um zu sehen, was offensichtlich ist. Bei den eigenen Kindern fällt das mitunter schwer.

      Ich für meinen Teil würde mich aber erst einmischen, wenn die Situation für das Kind gesundheitsgefährdend ist, sprich, wir hier von starkem Übergewicht sprechen.

      Hallo!
      Wie gross ist soe denn und was wiegt sie?

      Mein Sohn ist vom Essverhalten auch so und isst mehr als ich. ABER er macht viel Sport, hat Hummeln im Hintern und wiegt deshalb 'normal'.

      Mir würde das Kind auch leid tun, aber als Tante hast Du eine denkbar schlechte Ausgangslage die Situation zu ändern, wenn die Mutter durch "normale" Ansprache bisher kein Einsehen gezeigt hat.

      Ja und? Was heißt bei Dir übergewichtig? Hüftgold und nicht die elfenhafte Figur manch jünger Mädels?

      Es ist nicht Dein Kind und wenn die Eltern nichts machen,warum willst Du dich dann einmischen?
      Du bist die Tante die sicherlich in der Nähe wohnt, oder?
      Warum holt ihr sie nicht mehrmals in der Woche ab und macht Sport....Radltour am Wochenende, kleine Wanderungen, schwimmen gehen, etc. etc.

      Wir haben auch in der Nachbarschaft einen Jungen, der wirklich "fett" ist und der Bruder und die Mutter nicht. Ist halt so.

      Meine Tochter isst auch nicht mehr als der Bruder (ich würde sogar behaupten um einiges weniger)....er ist dürr und bei ihr setzt es eher an (aber nicht dick). Ich koche gesund, etc. aber soll ich ihr jetzt das Essen vor der Nase wegziehen oder im Verhältnis nur noch kleinere Portionen geben, wenn sie Hunger hat?

      Wie heißt es so schön....die Kids sind noch im Wachstum.#ole#schwitz#rofl

      LG
      LIsa

      • Sie ist an einer Grenze angekommen an der man sagen kann es hat nichts mehr mit Babyspeck zu tun. Sie hat einen sehr dicken Bauch. Shirts der Größe S für Frauen welche mir passen und ich bin mit 1,78m und einem normalen Gewicht absolut nicht mager gebaut bekommt sie nicht annähernd über ihren Bauch gezogen.

        Es geht mir nicht darum, mich irgendwo einzumischen oder jemandem etwas vor zu schreiben. Ich denke dabei nur an die Gesundheit des Kindes!

        WIR kümmern uns schon darum, dass sie Sport macht. Mein Mann geht montags immer mit ihr schwimmen und sie hat kürzlich neue Laufschuhe von uns bekommen, dass sie mit meinem Mann laufen gehen kann. Natürlich in einer für Kinder angebrachten Intensität. Die Mutter kümmert sich da absolut nicht drum und ist dankbar, dass wir das machen. Warum sollen wir ihr nicht einfach mal mit dem Holzhammer sagen, dass sie ihr Kind nachhaltig schädigt mit der Ernährung?!?!?

        Ich möchte hier aber auch keine Grundsatzdiskussionen führen ob mich das etwas angeht oder nicht. Ich möchte einfach Erfahrungen oder Tipps erhalten zum Thema Übergewichtige Kinder. Bücher, Homepages.....

        • Naja,

          ich bin auch schlank und nicht soo groß und mir passen auch nicht alls S-Shirt.
          Erstrecht bei Deiner Körpergröße musst Du mir S schon extrem schmal sein.

          Meine Tochter trägt bei 154 cm Körpergröße Damen XS, und es spannt je nach Hersteller auch oft extrem. Und ich würde sagen, sie ist nicht dick.

          DAHER hat diese Kleiderangabe überhaupt kein Richtwert.

          LG
          Lisa

          in meiner erfahrung dient die holzhammermethode hauptsächich dazu, dass man seinen frust abreagiert und dabei sein gegenüber komplett entfremdet. klingt in meinen ohren also nicht sonderlich zielführend.

          wenn du sagst, dass die mutter heilfroh ist, dass ihr sie mit sport etc. unterstützt, dann klingt das, als tätet ihr ja schon was für's kind und sie das auch annimmt. ihr jetzt mit aller gewalt ihre unzulänglichkeit vorzuführen würde eventuell dazu führen, dass sie dann garkeine hilfe mehr von euch annehmen kann, weil ihr sie persönlich damit angreift.

          sie wird ja sicherlich ihr kind nicht aus bösartigkeit mässten.

          außerdem finde ich ehrich gesagt die wortwahl, die du benutzt, um die situation zu beschreiben sehr krass. da klingt einiges an frustration raus und es wirkt extrem verbissen. vielleicht wäre es also hilfreich für euch, wenn ihr euch etwas weniger darauf konzentriert, was das kind isst und euch einfach weiter darum bemüht, dass die kleine in euch bezugspersonen findet, die sie unterstützen und denen sie vertraut. das ist mitunter sehr viel wert und kann auf dauer mehr bewirken, als wenn sie den eindruck gewinnt, dass ihr euch gegen sie oder ihre mutter stellt. (z.b. finde ich es jetzt nicht ungewöhnlich, dass ein kind am esstisch ungeduldig ist und meint nicht abwarten zu können, dass alle ihr essen bekommen haben. das gespräch habe ich mit meinen damen auch des öfteren und die zwei haben kein gramm fett am leib. auch essen sie oft mehr als ich, was nicht wirklich verwunderlich ist, nachdem die zwei wachsen wie unkraut. und zeig mir doch mal bitte ein kind, das nicht nach dem größten eis schielt. )

          im übrigen kann das kind auch kerngesund und dick sein. solange sie sich bewegt und nicht adipös ist, sind ein paar kilo mehr oder weniger nicht zwangsweise ein indikator dafür, wie gesund sie ist.

          ihr seid da, ihr sorgt euch um eure nichte, das ist sehr viel wert und bringt dem kind mehr, als wenn sich jetzt alle zerstreiten und sie am ende noch denkt, sie sei dran schuld.

          lg

          Hallo,

          die Kleidergröße sagt da leider garnichts aus - ich bin genauso groß wie Du, habe einen BMI von 23,5 und würde in S nie reinpassen - Hosen 42 bzw Jeans 33 Kleider 40/42.
          Größe und Gewicht sind da bei Kindern schon aussagekräfitiger.

          LG Katie

          Der Holzhammer kann das Jugendamt sein. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, wirklich MASSIVES Übergewicht gilt hier in Deutschland als Kindeswohlgefährdung mit allem, was dazugehört. Bis zur Herausnahme des Kindes aus der Herkunftsfamilie.
          Das sollen die allein erziehende Mutter samt Wochenend Papa sich mal auf ihren Zungen zergehen lassen. SIE sind verantwortlich dafür, was ihr Kind isst. SIE sind verantwortlich für ihr Gewicht und dessen Ursachen.

          Also, ist die Mutter die Schwester deines Bruders? Hat er Zugang zu ihr? Wer hat Zugang zu ihr (zu der MUTTER, nicht zur Tochter, die kann da allein nur sehr wenig machen in ihrem Alter und bei dem, was du an Verhalten beschreibst)?
          Es ist wichtig, dass die Mutter ihre Verantwortung erkennt und wahrnimmt. Klingt vielleicht für manch einen Menschen überzogen, ist aber wichtig.

          Und wenn man hier liest "ich habe AUCH Übergewicht, na und?", dann haben diese User nix verstanden. Ein Kind, das haltlos isst, Übergewicht hat und klares Suchtverhalten an den Tag legt, hat ein Problem. Ein körperliches UND ein psychisches Problem. Hinzu kommt, dass sie auch in Zukunft mindestens körperliche Probleme mit sich herumtragen wird, selbst wenn sie als Erwachsene schlanker würde.

          Denn ihre Knochen wachsen JETZT und geben JETZT ihrem JETZIGEN Gewicht nach.

          Es ist etwas ganz anderes, als Erwachsener dick zu sein denn als Kind.

          Wie auch immer, lass dich nicht beirren, wenn du das Verhalten des Kindes so auffällig findest, wenn du dir ernsthaft Sorgen machst, aber bei der Mutter nichts erreichst, dann lass dich beraten. Entweder direkt beim Jugendamt oder aber bei einer Beratungsstelle wie Caritas, Diakonie, pro familia etc.

          Ich betreue derzeit mehrere schwer übergewichtige Kinder (sie sind so alt wie meine Kinder, wegen aber bei selber Größe drei mal so viel...), deren Eltern nicht erkennen, wo das Problem liegt. Man sieht schon jetzt, was für gesundheitliche Folgen das Essverhalten und das Gewicht bei diesen Kindern hat.

          L G und alles Gute!

          White

          http://www.bzga-kinderuebergewicht.de/basisinformationen/medien/broschueren/

          schau da mal nach!

    Hallo,

    wie groß und wie schwer ist sie denn?

    Sind körperliche Erkrankungen ausgeschlossen? Ich habe z.B. einen Hyperinsulinismus, bin aber als Kind einfach nur unter Appetitzügler (die inzwischen verboten sind) und Dauerdiäten gesetzt worden, die so überhaupt nichts genützt haben.

    Zumal ich eine unheimliche Sucht auf Süßes entwickelt habe.

    GLG

Hallo

Ich war auch immer das Pummelkind in der Familie. Meine Schwester die zarte Fee. Wir beide waren früh essgestört. Essanfälle, kein Sättigungsgefühl, heimlich fressen (netter kann man es nicht formulieren).... Meine Schwester hat anschließend erbrochen, ich nicht. Bei uns beiden ging es im Grundschulalter los. Und jetzt mit um die 40 sind wir mit dem Thema trotz ungezählter Therapien nicht durch.
Ich glaube das hinter solchen Symptomen massive andere Probleme stecken. Diese müssen nicht offensichtlich sein, für das Kind aber sehr quälend. Die allerwenigsten fressen weil es so viel Spaß macht.

In deiner Beschreibung erkenne ich mich gut wieder. Ich habe auch immer die größten Portionen gegessen, hatte regelrechten Futterneid,.... Bei mir ist ein großer Teil der Gründe in dem Familie zu finden. Alle haben nur das Beste gewollt, die Umsetzung war für meine Schwester und mich eine Katastrophe. Ich stamme aus einer wirtschaftlich sehr erfolgreichen, gebildeten, vordergründig intakten Unternehmersfamilie. Ich glaube das nur professionelle Hilfe uns den Weg hätte erleichtern können. Das hätten meine Eltern nie zugegeben oder uns zu Liebe annehmen können. Hilfe übrigens nicht im Sinne von Ernährungsberatung und Sport, das wurde mir genügend aufgenötigt, hat das Problem nur verstärkt (Stichwort Heimlichkeit). Sondern Arbeit am eigentlichen Problem wäre nötig gewesen. Hier ist es ein katastrophales Selbstbild, kein Selbstbewusstsein, das ging bis zum Suizidversuch in der Jugend.

LG

da du von "der mutter" schreibst, gehe ich davon aus, dass es deine schwägerin ist, nicht deine schwester?

wie es scheint, habt ihr nicht die beziehung, um die mutter davon zu überzeugen, dass sie das kind falsch ernährt.

wenn andere faktoren als ernährung und bewegungsmangel ausgeschlossen sind, dann würde ich an deiner stelle nicht bei der mutter ansetzen, sondern beim kind. mit 10 jahren ist sie diejenige, die entscheidet, ob sie etwas ändern möchte oder nicht.

(anders sieht es für mich bei 2- oder 3-jährigen aus, die auch manchmal regelrecht gemästet werden, da muss man die eltern erreichen)

verbringt möglichst viel zeit mit ihr, schafft schöne erlebnisse, gewöhne sie an gesunde snacks. du kannst das essen nicht einfach ersatzweise einstellen, dann hat sie zu viel verlustgefühl, du brauchst also eine ersatzhandlung, zumindest übergangsweise. versuch viele kalorienarme snacks wie möhrchen. die schmecken süss, enthalten aber kaum zucker. ansonsten gurke, paprika etc, lieber mehr gemüse als obst, das als zwischenmahlzeit immer parat steht. unterwegs notfalls auch mal zuckerfreie kaugummis.
dann kannst du die phasen ohne essen langsam ausdehnen, von ein paar minuten über eine halbe stunde bis zu einer stunde. in der zeit kannst du sie ablenken, indem du etwas mit ihr unternimmst, bastelst etc.

wenn sie gerne sport macht, ist das natürlich umso besser. schwimmen finde ich persönlich jetzt nicht so optimal, weil das bei den meisten kindern doch eher planschen ist als sport. aber vielleicht tanzt sie gerne oder skatet oder so etwas? sie sollte schon ins schwitzen kommen, sonst ist es witzlos.

und wie gesagt: das a und o ist das eigene bewusstsein dafür, was man seinem körper antut. das ist mit 10 jahren wirklich nicht zu früh. meine 8-jährige weiss genau, wann sie ihrem körper etwas gutes tut und wann nicht und welche folgen bewegungsmangel und ungesunde ernährung haben können.

wenn du noch ein paar jahre wartest, wird es für die kleine immer schwieriger, ich finde es jetzt schon sehr, sehr spät, gegen die probleme anzugehen. insofern finde ich gut, dass du dich einmischen willst.

Hallo,

ich finde es gut, dass Du Dir Sorgen machst und Dich über das Thema informieren möchtest.

Leider kann ich Dir selber jetzt keine Tipps dazu geben.

Was ich aber sagen möchte: Dick sein ist nicht schön, und es wird für sie in ihrem Umfeld Probleme machen. Sie braucht auf alle Fälle jemanden, bei dem sie so sein kann, wie sie ist, und ihr nicht dauernd sagt, dass sie das zu ändern hat.

Sicherlich ist es nicht gesund, aber Dicksein ist nicht das Einzige, was sie ausmacht und das sollte es auch nicht sein.

Bei mir war das so, dass meine Mutter mir immer gesagt hat, wie dick ich doch sei. Mein Bruder auch. Ich war sicherlich nie sehr schlank, aber ich hab immer viel Sport gemacht, war durchtrainiert und wenn andere ne 38 hatten hatte ich ne 42. Noch dazu bin ich einfach sehr weiblich, riesen Brüste und ausladende Hüften....
Ich hab mir ein Leben lang eingeredet, dass ich nicht gut bin, so wie ich bin. Dass ich nur gut bin und was erreichen kann, wenn ich schlank bin. Wenn mich ein Kerl nicht wollte dann nur wegen der Figur, wenn ich einen Job nicht bekommen hab dann nur deswegen. Ich habe es auch oft versucht zu ändern, und wenn das dann hieß, kotzend über der Kloschüssel zu hängen. Als ich dann ausgezogen bin hab ich immer noch viel gegessen, weil ich froh war, dass ich das in Ruhe tun konnte, ohne dass meine Mutter kam und mir wieder alles weggenommen hat ("Das reicht, Du bist eh viel zu dick!")
Am Ende hab ich es doch geschafft, nen Kerl abzubekommen (Wie meine Mutter so schön sagt: Sei froh, dass Du so einen gefunden hast!), und mit ihm drei wunderbare Kinder zu kriegen.

Ich bin immer noch nicht schlank, ich kämpfe, damit klar zu kommen, mal mehr, mal weniger.

Auf alle Fälle bin ich aber wirklich sehr beliebt, witzig und kenne tausend Leute, das soll jetzt nicht angeberisch klingen, es soll nur sagen, dass man das auch haben kann ohne die Idealmaße.

Ja, Deine Nichte wächst noch, und vielleicht sogar kommt sie selber drauf, dass dann immer noch zuviel drauf ist. Vielleicht ändert sie es dann, vielleicht auch nicht.

Sei Du einfach nur für sie da und unterstütze sie, ohne ständig erhobenen Zeigefinger. Ich glaube da gibt es später noch genug...

Alle Gute für Euch!

(24) 26.07.16 - 16:33

Hallo

Es ist schön, dass du dir um deine Nichte Gedanken machst. Aber da sie eine schlanke (magere) Mutter als Vorbild hat, hast du wenig Einfluss.

Ich mag Kids nicht, die gierig ihr Essen reinschlingen, den anderen neidisch aufs Eis gucken und nie den Hals voll kriegen. Ich habe dann immer das Gefühl, sie würden sonst auch immer darauf achten, nie zu kurz zu kommen.

.... und genau das ist wohl das Problem. Sie kompensiert ggf. schlicht das Glück damit. Eltern geschieden, Oma etwas rückständig (sorry, es ist deine Mutter - aber welcher moderne Mensch glaubt noch, bei 10jährigen verwachse sich das Gewicht einfach so...).

Das Dumme ist, dass sie für die Esserei gelobt wird, dass man es lustig findet. Sie damit lockt. Das ist schade.

Das einzige, was etwas bringen würde, wäre eine grundlegende Veränderung. Sportklub, Familienausflüge in den Klettergarten, Tanzunterricht, Ernährungsumstellung für die ganze Familie... aber wenn die Familie nicht die Lust, Energie oder das Wissen hat, da mitzuziehen, dann geht gar nichts.

Weisst du: Mein Nachbar hat seinem Sohn (8) das coolste Bike gekauft, dass für Kids hergestellt wird. Sogar ich hätte das gerne gehabt! Aber weder der Nachbar noch dessen Frau noch sonstwer geht je mit dem Kind Velofahren. Glaubst du, das Rad wurde je weiter bewegt als vom Auto zum Veloständer? Nö. Eben: Wenn die Familie nicht mitzieht, dann ist eh nichts zu machen...

  • Glücklicher Weise handelt es sich bei den beschriebenen Personen nicht um meine Mutter und Schwester, sondern um meine Schwägerin und Schwiegermutter. Sowas hätte es bei uns Zuhause nie geben!

    Wir haben eben mit der Mutter Klartext gesprochen. Das Kind geht jetzt zum Arzt, dann Ernährungsberatung und ggf. eine Therapie bei einem Kinderpsychologen.

    Zudem haben wir verschiedene Sportprogramm gesucht von denen sie sich etwas aussuchen soll. Der Anfang ist gemacht. Wir müssen allerdings dahinter bleiben, sonst schläft das ganze wieder ein.... Traurig aber wahr!

    Mein Mann und ich unternehmen eh ständig tolle Sachen mit dem Kind, wenn die Mutter jetzt nicht in die Puschen kommt werden wir also auch das übernehmen.....

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