Benotung bei Inklusionskindern

    • (1) 20.08.16 - 14:11

      Hallo Zusammen,

      Meine Tochter (6) ist gerade in die 2. Klasse gekommen, ab dem Halbjahr gibt es Noten. Nun soll entschieden werden, ob eine Mitschülerin, ein Inklusionskind, anders benotet werden soll. Sie kann nur wenige Buchstaben und Zahlen und hat in den Hauptfächern immer einen Förderlehrer neben sich sitzen.

      Mein Mann ist im Elternbeirat und genauso wie ich dagegen, dass ein anderer Maßstab für dieses Kind verwendet wird. Versteht mich bitte nicht falsch, es geht nicht darum, ob ich dieses Kind mag oder nicht, es geht mir darum, dass es für andere Kinder deprimierend ist. Kinder vergleichen ja schon sehr regelmäßig und ausführlich ihre Antworten und Arbeiten und wenn sie sehen, dass dieses Mädchen nur 1/4 der Aufgaben hat und trotzdem die selbe Note oder sogar besser ist das demotivierend.

      Die andere Mutter im Elternbeirat ist mit den Eltern von diesem Mädchen sehr gut befreundet und aufgrund dessen natürlich für den anderen Notenmaßstab. Angeblich kann man das Kindern super erklären. - Das wage ich zu bezweifeln, noch dazu bringt es dem Mädchen ja auch nichts. Spätestens auf einer weiterführenden Schule fällt ihre alles auf die Füße.

      Reagiere ich falsch? Wie würdet ihr in dieser Situation denken und handeln? Ist es wirklich möglich die Situation den Kindern so zu erklären, damit sie es verstehen - obwohl das Mädchen in der Klasse eigentlich gar keine Freunde hat aufgrund ihres Verhaltens?(ständig rein reden, kann ihre Kraft nicht einschätzen, beleidigt andere ohne es zu merken, usw.)

      Freue mich auf eure Antworten und Meinungen.

      Vg

      • Hallo!

        Wir wohnen in NRW und mein Sohn wird zielgleich unterrichtet - er muss das selbe Leistung erbringen wie seine Mitschüler.
        Ein Junge aus der Klasse hat Den Förderbedarf Lernen und er wird zieldifferent unterrichtet. Er lernt in seinem eigenem Tempo weiter, bekommt aber keine Noten auf dem Zeugnis sondern eine Beurteilung.

        LG

        • Hier geht es wirklich um die Benotung. Das Mädchen hat zwar andere Bücher usw., soll aber die gleichen Arbeiten schreiben wie der Rest - nur mit der anderen Benotung. In dem Fall fände ich es besser, wenn sie gar keine Noten bekommt oder eben gleich benotet wird. Das wollen aber ihre Eltern verhindern.

          Ach so, es gibt nicht nur verschieden Förderbedarf. Es gibt auch Nachteilsausgleich bei Rechenschwäche o.ä. .
          Vielleicht solltet ihr euch erstmal erkundigen bevor ihr sofort eine Verschwörung seht...

          • Ich seh da keine Verschwörung. Frage mich nur, wie ich es meinem Kind erklären soll, dass die 2 Noten schlechter ist als xy, obwohl sie gleich viele Punkte hat.

            Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die ganze Inklusionssache eher skeptisch sehe. Es ist ein Unterschied, ob in einem Fach / Bereich ein Defizit vorliegt oder eben durch die Reihe weg.

            • (6) 20.08.16 - 14:35

              Ganz einfach: Erkäre deinem Kind, dass es keinen Nachteil hat, den es auszugleichen gilt.

              Es steht euch natürlich frei, einen Antrag auf Nachteilsausgleich zu stellen. Dann wird das überprüft und ggf. gestattet.

          • Also ich kenne mich nur bei Förderbedarf in NRW aus und d da ist es so, dass die Kinder entweder zielgleich unterrichtet werden und die erbrachte Leistung identisch mit der Leistung der Regelkinder sein muss. Oder eben zieldifferent und diese Kinder sind mit dem Stoff ganz wo anders, erreichen quasi nie das Klassenziel und bekommen keine Noten.

            Beim Nachteilsausgleich kenne ich nur sowas, das Kinder mehr Zeit bekommen, die Aufgabenstellung anders formuliert wird oder so.

            Welchen Förderbedarf hat sie denn? Oder hat sie eine Lese-/Rechtsschreibschwäche?
            Egal was, bei uns wird das nicht mal ebenso beschlossen und schon gar nicht haben Elternhaus Mitspracherecht...

            • Bei ihr gibt es nur die Diagnose "Entwicklungsverzögerung". Sie kann sich halt gar nicht konzentrieren usw und dadurch weder lesen, schreiben oder rechnen. Sie hat also in allen Fächern massive Probleme, aber nur in Deutsch und Mathe einen Förderlehrer. In den anderen Fächern quatscht sie halt dazwischen, schläft oder beschäftigt sich anderweitig, nicht immer leise.

              Verstehe auch nicht, warum wir gefragt werden, aber wenn man schon seine Meinung sagen darf...

              • Entwicklungsverzögerung.....

                ....ist ein leider weit verbreiteter Begriff!
                Ein in der Entwicklung verzögertes Kind ist scheinbar eindeutig, (für Eltern, die das Glück haben das das eigene Kind "scheinbar normal" ist)
                Eindeutig zurück geblieben????
                Eindeutig unfähig emotional zu sein???

                Also mein Sohn ist auch so einer #schock

                Also Entwicklungsverzögert!

                Er hat AVWS #sorry

                Es gibt sowas und sorry....das grösste Problem (meiner Erfahrung nach) ist nicht das Defizit der Kinder, sondern die Einsicht der Eltern!
                Es gibt Möglichkeiten, den Kindern zu Helfen! Aber dazu müssen die Eltern verstehen und akzeptieren, das ihr Kind unterstützung braucht!

          Hallo

          Also mit meiner Tochter, sie kommt im September in die Schule, geht ein besonderes kind in den Kindergarten.
          Das Mädchen hat Trisomie 21. Meine Tochter versteht sehr gut, weshalb dieses Mädchen trotz "schlechterer" Arbeit bei den Vorschulkindern genauso gut bewertet wird, wie die anderen...
          Auch die anderen Kinder verstehen das, obwohl sie noch jünger sind, als eure Tochter.

          Vielleicht solltet ihr hier ansetzen und mit eurer Tochter reden. Als Schulkind sollte man das schon verstehen.

          Das Mädchen kommt jetzt auch mit ihnen in die Schule, mit Schulbegleitung.
          Ich bin mir sicher, dass unsere Tochter und die anderen Kinder sehr gut verstehen werden, warum das Mädchen trotz voraussichtlich"schlechterer" Arbeiten ähnlich bzw gleich benotet wird....

          Liebe Grüße

          (14) 20.08.16 - 23:21

          Eigentlich ist das einfach zu erklären.
          Erklär ihm einfach dass das andere Kind nicht so stark ist und deswegen weniger leisten muss, da es sonst nie eine Chance hätte eine gute Note zu bekommen.
          Sag ihm es ist das selbe als wenn ein unsportliches Kind eher losrennen darf, als sehr starke Kinder.

          LG

          (15) 22.08.16 - 11:24

          Sorry, ich lese Deine Zeilen und mir schwillt schon der Kamm..... DU möchtest Deinem Kind also nicht erklären, warum es eine andere Note bekommt als das Inklusionskind. Dann ist ja viel besser *räusper*, dass das Inklusionskind gar keine Note bekommt. Na klar. Wie seine Eltern ihm DAS dann erklären sollen, kann Dir dann ja egal sein, was? Entschuldige, wenn Dein Mann im Elternrat ist und sich bereit erklärt hat, ALLE Eltern zu vertreten, dann soll er sich entweder fachschlau machen oder sich enthalten. Punkt. Sich gerade bei so einem sensiblen Thema vom schlechten Bauchgefühl leiten zu lassen, ist wohl absolut der falsche Weg.

          Schon mal überlegt, dass kein GESUNDES Kind einfach so ein Inklusionskind wird? Das da im günstigsten Fall "nur" ein Defizit hinter steht - im schlechtesten Fall aber auch eine schlimme Krankheit. Da hat es das I-Kind ja gut getroffen, bei euch auf so vorurteilsfreie Eltern zu stoßen. Die sind ja bei sowas sowieso meistens das größte Problem.... tss tss.

          Grüße
          pitti-lise

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