Sohn (7,5 J.) hört nicht auf die Lehrer

    • (1) 27.08.16 - 21:30

      Hallo,

      ich brauche mal euren Rat, evtl hat jemand ja auch schon sowas erlebt und hat Tipps für mich.

      Mein Sohn ist 7,5 J und geht in die 2. Klasse.

      Bisher war immer alles in Ordnung, bis auf kleinen Rangeleien mit anderen Jungs.

      Seit etwa 2 Wochen hört mein Sohn nicht mehr auf Ansagen der Lehrer, ignoriert sie, bricht Regeln und spricht nicht mit den Lehrern wenn sie wissen wollen was los ist.

      Die Lehrerin bat mich nun um ein Gespräch und möchte gemeinsam mit mir eine Lösung finden. Das Problem ist wohl größtenteils nur den Pausen.

      Habt ihr evtl Ratschläge o.ä. für mich?

      Viele Grüße

      • Naja, rede vorher mit deinem Sohn, was evtl. mit dem Lehrer oder anderen Kindern passiert ist.

        Fühlt er sich unverstanden, ist er immer der Schuldige egal was passiert ist.....

        Ist es eine Lehrerin die er vorher schon hatte? Oft testen die Schüler Grenzen aus, besonders nach den großen Ferien.

        ABER das Problem kann auch bei Lehrer liegen, d.h. beide Seiten sehen und nicht sofort Deinen Sohn verurteilen.

        Kannst du das Gespräch mit anderen Müttern suchen und mal abfragen, wie allgemein die Stimmung in der Klasse ist?

        lg
        lisa

        • In der Klasse sollen viele schwierige Jungs sein.

          Mein Sohn sagt oft, dass er vorher Streit hatte und er sich gewehrt hat und sich so eben unverstanden fühlt.

          Am Freitag zb. ist er einfach nach einem Streit nicht zur Pausenaufsicht gegangen, er ist einfach weggerannt.

          Es hat immer mit unterschiedlichen Lehrern zu tun laut meinem Sohn.

          Mein Sohn redet auch nicht gerne, wenn was vorgefallen ist, sondern "bockt" und "mault".

          Mit meinem Sohn bin ich immer im Gespräch.

          • Hallo,

            ich würde Deinem Sohn mal ins Gewissen reden, dass er sich mit diesem bockigen Verhalten selbst ins Abseits manövriert.

            Wenn er hingeht und den Lehrern sagt, was Sache ist, macht das einen deutlich besseren Eindruck, als wenn er sich in eine einsame Ecke verkriecht, während die anderen die Gelegenheit haben, den Lehrern ihre Version der Geschichte aufzutischen. Gerade, wenn die Lehrer ihn nicht kennen, ist er bei denen dann nachher derjenige, der angefangen hat, Mist zu machen.

            Ich schätze, Dein Sohn fühlt sich von den Lehrern unverstanden und ungerecht behandelt und hat deswegen beschlossen, ihre Hilfe nicht in Anspruch zu nehmen.
            Entweder er hat aus dem gleichen Grund beschlossen, nicht auf sie zu hören oder

            er versucht, sich bei diesen schwierigen Jungs beliebter zu machen, indem er bewusst Regeln bricht und nicht auf die Lehrer hört.
            Aber damit schafft er sich ja nur immer mehr Probleme.

            Ich würde an Eurer Stelle ein Gespräch zu dritt, also Dein Sohn, Du und die Klassenlehrerin, führen.
            Dabei sollten auf jeden Fall auch die Mitschüler ein Thema sein, mit denen Dein Sohn sich da streitet. Ich vermute, dass er von denen gemobbt wird. Dann muss die Lehrerin vermitteln.

            Ich würde eventuell sogar über einen Schulwechsel nachdenken, wenn man in dieser Klasse nur die Wahl hat, sich mit den schwierigen Jungs zu streiten oder Mist zu machen, um bei ihnen als cool zu gelten. Der Unterricht wird in dieser Klasse auch nicht sonderlich hochwertig sein, wenn die Lehrer ständig damit beschäftigt sind, diese Kinder zur Räson zu bringen.

            LG

            Heike

            • (5) 29.08.16 - 07:11

              Hi,

              es gibt aber leider auch zu viele Lehrer, die keine Lust habem Streit zu schlichten.
              Kommt ein Kind zu oft zum Lehrer um Hilfe zu erbeten.... wird es teils sogar abgewarscht. Das ein Kind dann keinen Bock mehr hat und zwischen den Stühlen sitzt ist normal.

              Mit einem Kind würde ich nicht das Gespräch beim Lehrer suchen.....es gibt viele Lehrer, die die Kinder lieb und nett bei solch einem Gespräch fertig machen ...das schürrt noch mehr Ängst.

              Sicherlich ist ein bockiges Verhalten auch nicht zielführend aber verständlich.

              lg
              lisa

      Ich würde auf alle Fälle mit dem Kind und weiter dann mit Lehrern und ggf. der Schulleitung reden. Ursache kann wirklich eine ungünstige Kombi aus schwierigen Jungs sein. So eine Truppe haben wir zuletzt vier Jahre mit durchgeschleppt. Im Nachhinein hätte man sie lieber zwischenzeitlich trennen sollen. Die Lehrerin hatte bis zum Ende große Probleme mit der Truppe und schien auch nervlich am Ende durch zu sein. Das hat der ganzen Klasse Kummer gebracht.

      Ich drücke Euch die Daumen!

    • Hallo,

      >>Habt ihr evtl Ratschläge o.ä. für mich?<<
      Hast Du Deinem Sohn Verhaltensregeln beigebracht? Weiß er, was Regeln bedeuten und daß man sich daran halten muss? Ich meine das nicht böse, also bitte versteh mich nicht falsch. Wie verhält er sich denn zu Hause?
      Warte das Gespräch mit der Lehrerin einfach ab, es ist schwer, etwas zu raten, wenn man die Hintergründe nicht kennt ;-)

      LG

      Gut, dass du dich ernsthaft mit dem Anliegen der Lehrerin befasst.

      Meine Nachbarin hat die Hilferufe der Lehrerschaft so lange ignoriert, bis sich diese entschloss, das Kind mit 7.5 Jahren als "unbeschulbar" einzustufen. Seither fährt jeden Morgen ein Behinderten- und Schülertaxi vor, um das Kind in eine Sonderschule zu fahren... Ich finde, man hätte anders regeln können.

      Ich habe mir entsprechend viele Gedanken gemacht, einige Ideen:

      - Frag den Sohn, wie er die Situation empfindet
      -- ob er die Lehrerin mag
      -- ob er den Unterricht mag
      -- ob er die Kinder mag

      -- ob er denkt, die Kinder mögen ihn
      -- ob er denkt, die Lehrerin sei an seinem Wohl intressiert

      - Mach dir Gedanken, wie du die Lehrerin abholen kannst
      -- geh an so eine Elterngespräch
      -- frag ganz genau, in welchen Situationen der Sohn nicht spurt
      -- frag, wie die auswirkungen sind - stört es nur, gefährdet es andere oder den Unterricht
      -- biete an, 2x aktiv am Unterricht mitzuwirken (oder passiv den Unterricht zu beobachen)
      -- signalisiere auf allen Ebenen, dass du das Problem ernst nimmst, ohne das Kind zu verurteilen
      -- biete an, einmal pro Woche (für einen kurzen Zeitraum) als zusätzliche Pausenaufsicht zu fungieren
      -- schlag vor, ein Elternheft zu führen (Heft, in das die Lehrerin kurz schreibt, wie der Tag mit dem Kind war. Das Kind bringt das Heft jeden Abend heim und lässt es visieren. Für die Konsequenzen bist du verantwortlich)
      --schlag vor, dass das Kind mit ihr einen "Verhaltensvertrag" verfasst

      -Mach dir Gedanken, was du zusätzlich anbieten könntest
      -- Sei offen und transparent: --ist es ggf. einfach in einer schweren Phase (Scheidung, Trennung, Geschwister, Wohnortwechsel, Streit in der Familie)
      --ist es nötig, das Kind abklären zu lassen
      -- ist das Kind ggf. körperlich nicht ausgelastet. Frag die Lehrerin aktiv nach freiwilligem Schulsport etc. - einfach auch nur schon um zu zeigen, dass du dir rundherum Gedanken gemacht hast.

      ich weiss, das klingt nach mega viel Arbeit - und wenn du berufstätig bist, wird dir das einige Tage Ferien kosten. Aber das kann es wert sein. Denn es bricht mir jeden Tag aufs neue das Herz, wenn ich meinen Nachbarsjungen morgens alleine in dieses Behindertentaxi steigen sehe... nicht nur - aber auch - weil seine Eltern gaaaaanz lange der Meinung waren, die Schule müsse gefälligst selber gucken, wie sie mit dem Kind fertig werden...

    Das Problem müssen die LehrerInnen lösen und nicht du!

    Gruß

    Manavgat

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