Realschule oder Gesamtschule?

    • (1) 09.09.16 - 12:58
      Inaktiv

      Hallo!

      Mein Sohn ist nun in der 4. Klasse und langsam machen wir uns Gedanken um die weiterführende Schule. Gymnasium schließe ich aus. Denke, das Tempo ist da zu schnell für ihn und das würde nur zu Stress führen. Er ist ein ganz guter Schüler, weder sehr gut noch schlecht. Besonders ehrgeizig ist er nicht, aber er ist zuverlässig und macht seine Sachen in der Schule.

      Zur Wahl steht jetzt eine Gesamtschule oder Realschule. Was sind da die Vorteile und Nachteile? Bei der Gesamtschule kann man natürlich das Abitur machen. Die Realschule endet mit der Mittleren Reife. Hier ist es aber so, dass es ein berufliches Gymnasium und auch mehrere FOS gibt, wo man das Abi bzw. Fachabi erwerben kann. Nach der 10. Klasse soll also durchaus nicht Schluss sein, aber dann ist er wohl alt genug, um zu wissen wie es für ihn weitergehen soll.

      Beide Schulen werden natürlich noch angeschaut.

      Gerne auch Meinung von Lehrern, wenn es hier welche gibt.

      • Hallo
        Meine Tochter war erst auf der Realschule und dann auf einer beruflichen Schule auf der man die Fachhochschulreife und die allgemeine Hochschulreife machen kann.
        Das würde ich immer wieder so machen, ich sage es ganz ehrlich: das Konzept von Gesamtschulen sagt mir nicht wirklich zu. Zumindest nicht von denen die ich hier näher kenne.
        Mit der Realschule waren wir super zufrieden. Toll ist natürlich auch das man sich, wenn man weiter zur Schule will, danach schon für einen Zweig entscheiden kann wenn man schon weiß in welche Richtung man will (sozial,kaufmännisch,..). Die Intensität auf solchen Schulen ist was das angeht nämlich wirklich nicht mi "normalen" Schulen zu vergleichen.

        LG

        • (3) 09.09.16 - 16:23

          Schön, dass deine Tochter erfolgreich ihren Weg gegangen ist.

          Ich weiß selber nicht, wie ich das Konzept der Gesamtschule finden soll. Letztendlich muss Sohn mit der Schulwahl glücklich werden.

          LG

      hallo,

      ich bin damals nach der realschule auf ein sogenanntes gymnasium mit aufbaustufe gegangen (berlin).. der sprung auf ein normales gymnasium war für mich einfach nur horror....
      bis zur 10. klasse bin ich ohne groß etwas zu tun mit noten zwischen 1-2 durch gekommen...
      in der 11. dann bin ich teilweise von 1auf 5 abgerutscht (beispiel mathe physik...)mit ach und krach bin ich dann zum probejahr auf 4 gekommen...
      ich musste eine ehrenrunde drehen und habe mein abi am ende mit 3,6 gemacht...(in der 10. klasse war mein durchschnitt 1,6) es war einfach nur horror...
      ob diese beruflichen gymnasien da anders sind kann ich nicht beurteilen.
      liebe grüße

      • (6) 09.09.16 - 16:32

        Das ist nicht so schön zu hören. Der Sprung von Realschule auf ein Gymnasium ist nicht zu unterschätzen, da mache ich mir keine Illusionen. Wir haben hier Zentralabitur, also gehe ich davon aus, dass das sogenannte berufliche Gymnasium auch daran teilnimmt. Ich frage mich, wie hoch das Niveau in den verschiedenen Kursen der Gesamtschulen sind. Hat der schwerste Kurs wirklich Gymnasialniveau? Deine Antwort würde eher für die GS sprechen, jedenfalls in der Theorie.

        LG

        • Hab vorgestern mit einer Mutter gesprochen, die eins ihrer Kinder auf einem örtlichen Gymnasium und das andere Kind auf der örtlichen Gesamtschule und sie meint, sie kann sich nicht vorstellen, wie sich das Niveau bis zur Oberstufe auch nur annäherungsweise angleichen soll. Sie ist generell sehr zufrieden mit der Gesamtschule, sagt das also nicht, weil sie die Schule doof findet oder so. Nur das Niveau ist halt sehr unterschiedlich.

          Ich persönlich denke, dass in der Oberstufe in der Gesamtschule richtig gepowert wird. Trotz den 13 Schuljahren haben die ja nachmittags sehr lang Unterricht hier bei uns.. also auch mal locker bis 17/18 Uhr. Ich vermute mal, dass der fehlende Stoff tatsächlich erst ab der 11 aufgeholt wird. Am Ende müssen ja auch die Gesamtschüler dasselbe Abi schreiben, wie die Gymnasiasten.

          • (8) 11.09.16 - 10:11

            Schwierig, von Null auf 180. Bei uns gibt es Zentralabi. Also kann keiner vorwerfen, das Abi sei bei den Gesamtschülern leichter. Laut einem Zeitungsartikel aus der örtlichen Presse haben 1/6 der diesjährigen Abiturienten der kooperierenden Gesamtschulen einen Schnitt von Eins mit Komma und 1/3 besser als 2,1. Wieviele von den Gesamtschülern überhaupt Abi machen, steht natürlich nirgendwo.

    Hallo,
    ich finde, es sind bei Schulen immer mehrere Aspekte wichtig.

    1. die Größe ... es mag ja der Trend zu den 1200 Schülern-Schulen gehen, aber nach 200/300 Schülern in der Grundschule ist das wohl eher ein Schock. Optimale Lernbedingungen sind das nicht.
    2. die Entfernung zur heimischen Wohnung ... ja, ich weiß, es ist im Grunde egal - aber bei 6-8 Jahren Schule, sollte man das vielleicht ins Auge fassen. Nicht jedes Kind findet es über eine so lange Zeit toll ewig in Bus/Bahn zu sitzen und dann vielleicht noch mehrmals umsteigen zu müssen. Darunter leidet die Schulleistung gewaltig.

    Logisch muss man wissen, welche Schulart überhaupt in Frage kommt. Ich würde hier klar die Realschule wählen. Ich bin gegen diese Zusammenführung aller Schularten unter ein Dach. Da leidet meistens die Haupt- und die Realschule. Nur die Gymnasiasten werden wirklich gefördert. Toll welche Angebote die alle bekommen. Für die Haupt- und Realschüler gibt es nichts. Da mal richtig hinschauen!
    Ich bin damals nach meinem Realschulabschluss in einer einfachen Realschule auf ein berufliches Gymnasium gewechselt und habe in 3 Jahren mein Abi gemacht. Bei uns hat man immer gesagt ungefähr 1 Note schlechter als der Realschulabschluss wird das Abizeugnis. Das hat auch gepasst. Wenn dein Kind diesen Weg mit der Option Abitur gehen will, ist er allerdings ziemlich eingeschränkt in der Fächerwahl. Günstig wäre das gleich zu Beginn zu fragen, ob das wirklich in der Realschule überhaupt möglich ist.

    (14) 09.09.16 - 16:40

    Die Entfernung von beiden Schulen sind machbar und bei uns schon berücksichtigt.

    Die eine Schule ist größer als die andere. Aber Ich glaube die Umstellung auf eine Schule mit viel mehr Schülern würde er ganz gut verkraften. Und die kleinere Schule ist auch keine kleine schnuckelige Schule.

    "Ich bin gegen diese Zusammenführung aller Schularten unter ein Dach. Da leidet meistens die Haupt- und die Realschule. Nur die Gymnasiasten werden wirklich gefördert. Toll welche Angebote die alle bekommen. Für die Haupt- und Realschüler gibt es nichts. Da mal richtig hinschauen!! Das habe ich nicht richtig verstanden. Meinst Du die Haupt- und Realschüler in den leichteren Kursen der Gesamtschule?

    "Wenn dein Kind diesen Weg mit der Option Abitur gehen will, ist er allerdings ziemlich eingeschränkt in der Fächerwahl. Günstig wäre das gleich zu Beginn zu fragen, ob das wirklich in der Realschule überhaupt möglich ist." Das habe ich auch nicht so richtig verstanden. Was fragen, ob das in der Realschule möglich ist. Das berufliche Gymnasium fängt mit der 11. Klasse an, und da können sich Gymnasiasten, Realschüler mit bestimmten Schnitt, etc. anmelden.

    LG

(15) 09.09.16 - 17:03

Hi,

ich selbst ging auf eine Gesamtschule (bis zur 10. Klasse, in der 11. dann Wechsel auf reines Gymnasium mit Bundeslandwechsel) und das Konzept in Hessen ist sehr gut und gewachsen. Wir hatten auf dem Gymnasium die gleichen Angebote wie Real- oder Hauptschüler und es sind auch viele zwischen den Zweigen gewechselt - idR erfolgreich.

Gesamtschulen, die von jetzt auf gleich entstehen, weil der gesetzgeber das so will, können das meist gar nicht so schnell gut und richtig umsetzen. Man muss sich die Schule einfach anschauen. Wie so oft steht und fällt es mit der Motivation.

Ich empfinde die Gesamtschulen - wie ich sie kenne - als sehr vorteilhaft. Zum einen, was die Felxibilität und Durchlässigkeit des Systems betrifft aber auch unter dem Aspekt der Schulfreunde. Ich war eine der wenigen aus meinem Freundeskreis, die das Gymnasium besucht haben. Und trotz allem haben wir uns auf dem Schulhof und auch nach der Schule getroffen und die Freundschaften erhalten können. Viele sogar nach der Schulzeit. Auch Hausaufgaben waren nie ein Problem - die haben mir idR Freunde aus der Realschule gebracht, wenn ich krank war.

Schau dir beide Schulen an, schau dir das Konzept an, höre dich vor Ort um - und vor allem, lass Deinen Sohn mit entscheiden. Er muss die Schule viele Jahre besuchen und sollte sich dort wohl fühlen. Die perfekte Schule gibt es mMn sowieso nicht.

Gruß
Kim

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