Beginnendes Mobbing? Wie verhalten?

    • (1) 16.09.16 - 17:36

      Hallo Zusammen,

      folgendes Problem: Mein Sohn ist dieses Jahr in die 5. Klasse gekommen zusammen mit mehreren anderen ehemaligen Klassenkameraden. Mit seinem ehemals besten Freund aus der alten Klasse ist es nun leider in der neuen Schule direkt eskaliert, die Beiden haben sich total verstritten und jeder sieht sich im Recht. Soweit so gut und nichts Neues unter Kindern.

      Nun entwickelt sich aber dieser Streit langsam m.E. Richtung Mobbing. Mein Sohn ist von dem Streit emotional getroffen, während sein ehem. Freund einfach nur stinksauer ist. Während mein Sohn versucht hat, sich wieder zu vertragen, will der Andere nichts mehr von ihm wissen, ich habe ihm daher auch geraten, sich erst Mal aus dem Weg zu gehen, was aber natürlich nicht immer einfach ist, wenn man in derselben Klasse ist und teilweise auch dieselben Freunde hatte. Hatte deshalb, wenn der "Ex-Freund" zur Zeit meinen Sohn auch in der alten Gruppe nicht mehr akzeptiert. Und da fängt für mich das Mobbing an, denn sobald mein Sohn sich nur ihm oder einem der alten Klassenkameraden nähert, heißt es schon "Verpiss dich, du Opfer, das sind nicht mehr deine Freunde, du stalkst uns wohl, hau ab!" und es kommt auch zu Handgreiflichkeiten. De Facto ist meinem Sohn aus der alten Gemeinschaft nur noch ein anderer Freund geblieben, die anderen hatten immer schon mehr mit dem anderen Jungen zu tun und verhalten sich passiv, beteiligen sich also nicht an dieser Ausgrenzung, setzen sich aber auch nicht dagegen ein.

      Mein Sohn ist davon nun emotional fix und fertig, da dies täglich geschieht, und weint viel - meist heimlich auf dem Klo o.ä., aber wenn er rauskommt, sehen die Anderen (vor allem neuen Klassenkameraden) natürlich, dass er verheult ist und fragen was los ist, holen teils auch den Lehrer dazu, und da kam es dann gegen den Willen meines Sohnes auch einige Male schon dazu, dass der "Ex-Freund" von den Lehrern gemaßregelt wurde, meinen Sohn in Ruhe zu lassen. Der ist darüber aber nur noch mehr erzürnt, sieht meinen Sohn als Petze, die Tränen einsetzt und lügt (angeblich habe er nichts gemacht und mein Sohn heult ohne Grund), um ihn anzuschwärzen.

      Jetzt dachte ich, ich versuche das mit der Mutter zu klären, aber das Telefonat hätte ich mir auch sparen können, da sie ihrem Sohn glaubt und mir drohte, wenn meiner nicht aufhört, ihren Sohn bei Lehrern und den neuen Mitschülern schlecht zu machen, würde sie den Lehrer mal anrufen und ihm erzählen, was für eine theatralische Heulsuse mein Sohn ist (sie kennt ihn seit 2 Jahren auch von privaten Treffen, er hat bei ca. 30 Treffen EIN Mal geweint, weil er sich weh getan hatte, das hält sie ihm bis heute vor, weil ihr Sohn angeblich nie weint).

      Ich weiß nun echt nicht, was ich machen soll? Macht es Sinn, dass ich mich an den Klassenlehrer wende, bevor sie es tut, damit er nicht noch das glaubt, dass mein Sohn nur Theater macht? Oder meint Ihr, dass die Lehrer das eh schon gut selbst einschätzen können, wie es wirklich ist, und sich von solchen Aussagen nicht beeindrucken lassen? Ich werde weiter meinem Sohn den Rücken stärken, dass er in der Schule nicht mehr so viel weinen muss und nicht in die Opferspirale gerät, aber was kann ich sonst tun, um ihm zu helfen? Mir ist noch eingefallen, dass sein ehem. Freund in der 4. Klasse einem anderen Jungen genau so zugesetzt hatte, auch von dem hieß es, Petze, Heulsuse, hat keine Freunde, während dessen Mutter es als Mobbing bezeichnete. Ich habe damals dem ehem. Freund geglaubt, aber jetzt habe ich Deja-Vu und denke, dass es evtl. sein Naturell ist, auf diese Art Macht zu erleben, und mein Sohn nun das nächste Opfer ist.

      Was kann ich nur tun? Bin echt mit fertig! :-(

      LG und danke fürs lesen !!!
      sie71

      • Hallo,

        ich würde um ein Gespräch bitten, in dem der Lehrer moderiert und als Schlichter fungiert. Einladen würde ich dazu beide Jungs und die Mütter, denen aber klar sein sollte, dass sie eigentlich nur als Zuhörer da sind und nicht, um sich auch noch gegenseitig zu bekriegen. In diesem Gespräche sollte der Konflikt erörtert werden, beide sollten darüber sprechen dürfen wie sich fühlen und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.

        vg, m.

        Ich würde auf jeden Fall das Gespräch mit dem Lehrer suchen, da eine massive Ausgrenzung in keiner Klasse erwünscht ist. Der Lehrer wird sicher ein Interesse daran haben, eine funktionierende Klassengemeinschaft aufzubauen, also wird er wissen wollen, ob es Störungen gibt.

        Vermutlich ist Dein Sohn wirklich ein bisschen "Heulsuse" und der andere wirklich ein bisschen "Arschloch", aber man muss im Leben auch lernen, damit umzugehen.

        Ich weiss, wie schwer das ist, meine (in der Schule) überbrave Tochter hatte da auch ihre Schwierigkeiten, als die Mädelszickeren in der Schule angefangen haben (bei uns wars in der zweiten Klasse) und hat sich alles extrem zu Herzen genommen. Letztlich hat es sie aber stärker gemacht zu lernen, damit umzugehen, festzustellen, was wahre Freunde ausmacht und wie man mit Ekelpaketen umgeht. Mittlerweile herrscht wieder einigermassen Frieden in der Klasse.

        (4) 16.09.16 - 19:35

        Danke für Eure Antworten. Ja, ich denke auch, es ist am Besten, die Kinder lösen die Probleme möglichst selbst oder lernen, damit klarzukommen, werde trotzdem mich jetzt erst Mal übers Wochenende beruhigen und dann am Montag mal in der Schule anrufen und den Klassenlehrer zumindest darüber informieren, dass es da momentan ein Problem gibt und wie sich das aus unserer Sicht äußert, damit der auch Bescheid weiß und entsprechend dann darauf achten und ggf. handeln kann, wenn nötig.

        • Ich kann dir ein wenig nachfühlen, da es meiner Tochter (jetzt 1.Klasse) mit ihrer besten KiGa-Freundin auch so geht. Nicht so massiv, dass es Mobbing wäre, aber der Streit schwelt ganz schön #schwitz

          Allerdings denke ich nicht, dass die Kinder immer die Fähigkeit haben, solche Probleme selbst zu lösen. Konfliktfähigkeit muss man m.E. auch lernen. Und manche Kinder können auch einfach nicht aus ihrer Haut und sich vertragen, auch wenn sie das insgeheim vielleicht wollen würden. In eurer Situation kommt erschwerend hinzu, dass die Mutter nicht mitspielt.

          Was hat die Jungs denn vorher verbunden, wenn sie mal beste Freunde waren? Gibt es da noch irgendwelche Anknüpfungspunkte?

          Gibt es vielleicht einen Schulpsychologen, der helfen könnte? Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass sich die Situation bald löst!

      Hallo,
      also ich würde auf jeden Fall das Gespräch mit dem Lehrer suchen .Der ja Frieden in der Klasse will uns sowas nicht duldet.

      Aber ich würde auch deinem Sohn raten das er sich einen neuen Freundenskreis sucht,da sind doch sogar Kinder die bemerken das es ihm schlecht geht .

      Rate ihm doch dazu mal 2 Jungs zu euch einzuladen.

      Also wenn ich sowas lese bin ich echt froh mein Kind kam letztes Jahr in die weiterführende ,und keiner ging mit ihr.Nur ein Kind, das weil aus dem Nachbardorf in einer anderen Klasse.

      Sie musste sich ganz neue Freunde suchen und das hatte sie sehr schnell .Und ich hatte vorher Sorgen heute mittlerweile 6 Schulj. kann ich nur darüber lachen.

      Alles Gute

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