Übergang waldkindergarten zur schule?

    • (1) 17.09.16 - 20:03

      Hallo
      Mein kind wird in 2 jahren eingeschult. Zur zeit geht er in einen naturkiga, ähnlich wie wald kiga, nur dass sie einen ganz normalen gruppenraum om kindergarten haben und nicht njr im wald unterwegs sind.
      Aber jeden tag aussen. Iih weiss das nsch dem mittagessen für die vorschulkinder keine aufgaben gibt die sie mschen sollen (mein kind wird aber nach dem mittagessen geholt).
      Aber ich glaube es ist nicht so intensiv wie vielleicht in anderen gruppen.

      Meine frage ist auch eher wie sie mit dem "stundelang draußen" zu "stundenlang innen-auf einem stuhl still sitzen" klar kommen? War es für sie eine große u stellung?

      Lg

      (4) 17.09.16 - 20:16

      Huhu,

      In der 1. Klasse sitzt man nicht stundenlang still auf einem Stuhl. Die Zeiten des reinen Frontalunterrichts sind glücklicherweise an fast allen Schulen in Deutschland vorbei.
      Der Unterricht ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Länger als 20 min dauern in den ersten beiden Jahren die notwendigen Konzentrationsphasen eigentlich nicht.

      In NRW gibt es viel fächerübergreifenden Unterricht. Da wird z. B. Ein Thema ("Igel") sowohl als Sachkundethema wie auch in Deutsch und Mathe durchgenommen. Es gibt dazu beispielsweise verschiedene Stationen, an denen die Kinder Dinge erarbeiten können, so dass es abwechslungsreich ist und sie zwischen den Stationen umhergehen können. Wenn die Lehrerin merkt, dass die Kinder unruhig werden, dann schiebt sie einfach 15 Minuten Sport oder Musik ein. Bei uns in der Klasse gab es auch Morgenkreis, Gruppenarbeit, etc. Und immer war es OK, wenn die Kinder auch mal aufstanden. Kinder, die mit einer Aufgabe fertig waren, durften sich in die Leseecke (mit Sitzkissen) setzen und dort Bücher anschauen.
      Ich würde mir da jedenfalls keine großen Sorgen machen.
      Was bei meinem Sohn wichtiger war, war das regelkonforme Verhalten, gerade in der Kommunikation. Dazwischenrufen war beispielsweise ein No-Go. Das fand mein Sohn anfangs schwierig, da es im Kindergarten immer sehr laut war und nur die lautesten sich durchsetzen konnten.

      LG

      Hanna

    Eine Bekannte von mir hatte zwei Kinder im Waldkindergarten und beide haben sich in der ersten Klasse schon damit schwer getan, einen ganzen Vormittag mit so vielen Kindern (25 statt vorher 12 oder 13) in einem geschlossenen Raum zu verbringen. Ihre Kids waren mittags einfach fertig, weil sie das Gesamtpaket Schule als sehr anstrengend empfunden haben (mehr als andere Kinder aus regulären Kindergärten).
    Außerdem waren ihre Kinder in den ersten beiden Schuljahren deutlich mehr krank als andere Kinder, weil ihre Kids in der Wald-Kiga-Zeit kaum mal einen Infekt abbekommen haben (draußen ist die Ansteckungsgefahr einfach nicht so groß wie in einer geschlossenen KiGa-Gruppe). Das Immunsystem hatte offenbar Nachholbedarf.
    Dennoch haben für meine Bekannte immer die Vorteile des Waldkigas überwogen; hätte sie noch ein drittes Kind bekommen, wäre auch das wieder im Waldkindergarten gelandet.

    LG

    • Danke für deine antwort.
      Das stell ich mir eben auch schwierig vor, ganzen vormittag aussen oder ganzen vormittag innen. Das ist schon ein ganz anderer lärmpegel.
      Ih finde unseren kiga auch super und würde es nicht ändern! :)

Wir hatten keine Probleme, im Gegenteil unser Sohn war Waldkind und hat die Umstellung prima geschafft. Dies gilt auch für seine Waldfreunde. Auch hier gab es keine Probleme. Stillsitzen, Bastelarbeiten, Vorschule gab es auch im Wald.

Die Geräuschkulisse war anstrengend für ihn, hier sind die klassischen Kindergartenkinder natürlich abgestumpft. Allerdings hat er sich schnell gewöhnt, findet den Lärm aber trotzdem doof und ist gerne leise...das kommt auch mir zugute#hicks.

Also alles gut. Die Vorteile, die die Kinder aus dieser Kiga-Form mitbringen überwiegen und diese Erfahrungen nimmt ihnen keiner mehr!

Hallo,
meine beiden Söhne waren auch im Waldkindergarten und sind jetzt in der 2. und 4. Klasse.
Sie hatten keinerlei Probleme mit der Umstellung und sind beide sehr gut in der Schule.
Vorschule haben sie in abgespeckter Form im Kindergarten gehabt, ich hatte nie das Gefühl, dass sie hier gegenüber den "Hauskindergartenkindern" Defizite gehabt hätten. Wir haben zu Hause gelesen, gebastelt, auf Wunsch auch mal gerechnet und das hat völlig ausgereicht.
Für meine Jungs war der Waldkindergarten toll, sie sind an der Natur interessiert und kennen sich aus, sind grob- und feinmotorisch fit (gut im Klettern bzw abschätzen, was geht und was nicht, können Schnitzen und mit Werkzeug umgehen). Ich würde sie wieder dahin schicken.
LG
Petra

(10) 18.09.16 - 16:58

Hallo,

wir waren/sind zwar nicht im Waldkindergarten aber im Strandkindergarten :-)

Meine Söhne sind nun 3. und 5. Klasse und bisher lief die Schulzeit völlig problemlos. Im Benehmen sind sie nicht anders als andere Kinder außer, dass meine Söhne ohne maulen lange Strecken gehen und das auch bei Regen (Schulweg 1.Klasse zu Fuß ca. 40 Minuten).
Über den Klassenraum oder dessen Geräuschkulisse hat sich keines meiner Kinder beklagt.
Beide hatten Spaß im Kindergarten, haben sich aber auch auf die Schule gefreut.

Auch die Tatsache, dass sie bei der Einschulung keinen kannten (der Strandkindergarten bezieht seine Kinder aus ganz Kiel und nicht nur aus einem Stadtteil) hatte sich nach einer Woche gegeben.

Unsere Tochter ist auch im Strandkindergarten (hat ebenfalls noch 2 Jahre bis zur Einschulung) und ich würde diesen Kindergarten immer wieder wählen.

Mach dir keine Gedanken.

cgwkmg

(11) 18.09.16 - 20:50

Hallo,

auch, wenn Erstklässler nicht stundenlang still sitzen müssen, besteht der Unterricht trotzdem daraus, dass man 20 Minuten o.ä. Zeiten ruhig auf einem Stuhl verbringen können sollte und das mehrmals pro Vormittag + Hausaufgaben. ;-)
Es gibt durchaus Kinder, denen das schwer fällt, und die haben auch heute noch Schwierigkeiten.

Wie benimmt sich Dein Sohn denn zu Hause? Setzt er sich auch mal länger ruhig hin, malt, bastelt, baut was, guckt sich Bücher an, spielt mit Euch Gesellschaftsspiele oder ähnliches?
Wenn ja, wird das in der Schule wahrscheinlich funktionieren.

Wenn er aber zu Hause auch nichts in der Richtung macht, könnte es problematisch werden. Dann würde ich versuchen, ihm Sachen schmackhaft zu machen, bei denen man eine Weile ruhig sitzen und sich konzentrieren muss.

Im letzten Jahr vor der Schule zu Hause ein bißchen mit Vorschulheften und LÜK oder ähnlichem zu arbeiten, wenn der Kindergarten gar nichts in der Richtung macht, kann auch nicht schaden. Sonst gerät er gegenüber Kindern aus anderen Kindergärten ins Hintertreffen.

LG

Heike

(12) 18.09.16 - 22:22

Meine Großes war im Waldkindergarten und geht jetzt in die 2. Klasse.

Es war überhaupt kein Problem! Man liest ja immer wieder Statistiken, dass diese Kinder sogar besonders gut sitzen bleiben können, denn nur die Kinder, die sich gezielt auspowern können, können dann auch sitzen. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber es gab bei uns keine Probleme (5 Kinder aus dem Waldkindergarten waren in ihrer Klasse).

Meine hat etwas hinterhergehinkt bei der Feinmotorik. Sie wollte einfach nie gern puzzlen und sie malte zwar gern, aber einfach nicht gut. Das mag einfach an ihr liegen, aber es war auch nicht schlimm. Mit der Einschulung hat ihr zeichnerisches Talent schnell zugenommen, mittlerweile malt sich sehr viel besser, wenn auch noch etwas schlechter als andere Gleichaltrige.

Mit dem Schreiben oder Stifthalten hatte sie keinerlei Probleme.

Kurz um: es war ein völlig problemloser Übertritt in die Schule

Mhhh, ich finde einige Aussagen hier wirklich schwierig.

Ich kann dir mal erklären, wie das bei uns war.

Meine Große war in einem riesigen Kindergarten mit viel, viel Außengelände, was zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter genutzt wurde. Zusätzlich gab es einmal pro Woche einen "Pflicht-Wald-Tag", der ebenfalls bei 30°C und Sonnenschein genauso durchgeführt wurde wie bei Regen oder -10°C.

Regelmäßig hingen verschlammte, nasse Regenhosen im Treppenhaus und die Stiefel konnten quasi allein laufen. #rofl

Und dann kam Schule. In die Klasse meiner Großen kamen 5 Kinder aus diesem Kindergarten. Die Älteste wurde kurz nach der Einschulung 7, ihre Freundin dann im November. Die beiden Jungs waren ebenfalls November-Kinder. Und mein Kind war mit Abstand die Jüngste (Juni-Kind).

Richtig schwere Probleme hatte die Älteste. Sie heulte tagein tagaus. Die Freundin war davon massiv betroffen und daher monatelang gehemmt. Die beiden Jungs und Meine hatten ein ganz anderes Problem. Sie haben sich massiv gelangweilt, weil der Kindergarten einfach so genial vorbereitet hat. Bei dem einen führte das zu einem Klassensprung. Bei dem anderen dazu, dass er massive Verhaltensprobleme an den Tag legte. Meiner Tochter wurde der Klassensprung verweigert (zu jung #augen). Wir haben dann die Schule gewechselt, aber so richtig glatt läuft es immer noch nicht.

Die anderen beiden Mädels haben sich inzwischen eingelebt (sind jetzt ja auch schon 6. Klasse #rofl) und inzwischen keinerlei Probleme mehr.

Ich bin also wirklich der Meinung, sowas hat mit Waldkindergarten oder nicht absolut nichts zu tun. Es kommt immer auf das Kind in Zusammenspiel mit den jeweiligen Pädagogen an. Wir haben gelernt, dass es unter Lehrern viele schwarze Schafe gibt. Und mit denen muss man lernen zu leben.

Aus heutiger Sicht hat die glückliche, ausgelassene frühe Kindheit im Wald da viel solide Basis geschaffen. Alles andere ist Glück oder eben Pech.

Hi,

ich habe zwei ehemalige Waldkinder, die inzwischen in die Schule gehen.
Bei beiden hat der Übergang reibungslos geklappt.

Unser Waldkindergarten hat eine sehr engagierte Vorschularbeit. Viele schicken ihre Kinder gezielt im letzten Kindergartenjahr in den Wald.
Der Schwerpunkt liegt dabei aber nicht beim "Stillsitzenüben". Die Kinder lernen v.a. Selbstorganisation und Eigenverantwortung: Material zusammenhalten, Zeit einteilen, Aufgaben merken und selbständig abarbeiten usw.

Das zahlt sich in der Schule aus. Auch die "Knallerkinder" kommen in der Regel in der Schule gut klar.

LG Helga

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