Mit Hauptschulempfehlung auf Realschule gut durchgestartet (pos. Update)

    • (1) 19.09.16 - 19:59

      Hallo ihr LIeben,

      Anfang des Jahres hatte ich bereits zur Schulsituation meiner Tochter gepostet:

      http://www.urbia.de/forum/6-kids-schule/4729047-hauptschulempfehlung-aber-hiesige-hauptschule-eher-fragwuerdig-was-jetzt?page=2

      Wir leben in Niedersachsen und somit geht unsere Tochter bereits seit dem 04.08. auf ihre weiterführende Schule. Nach meinem Post von damals haben wir uns noch einmal intensiv mit den möglichen Optionen in Sachen weiterführende Schule für unsere Tochter auseinander gesetzt. Wir haben den Versuch gestartet, sie auf der Gesamtschule anzumelden, was aber grandios gescheitert ist, da zu viele Kinder auf zu wenige Plätze verteilt werden mussten. Somit entschied das Losverfahren und unsere Tochter zog eine der vielen "Nieten". Wir meldeten sie darauf hin auf der hiesigen Realschule an.

      Zuerst hatten wir Bedenken, aber unsere Tochter ist offenbar wirklich gut auf dieser Schule angekommen. Ihre Mappenführung - die früher absolut unterirdisch war - ist inzwischen vorbildlich, sie begeistert sich für den Unterricht, ist mündlich viel aktiver als früher und auch die ersten guten Noten aus Tests und Lernzielkontrollen sind eingetrudelt :-). Sie bemüht sich freiwillig zum Üben und erledigt verlässlich ihre Hausaufgaben. Es ist, als ob ein Schalter umgelegt worden wäre. Man muss aber auch dazu sagen, dass sich diese Schule sehr intensiv um ihre Schüler bemüht und sie auch selbst zur Verantwortung zieht wenn etwas fehlt. Insofern hat sie schnell gemerkt, dass sie besser gut vorbereitet sein sollte - auch für (unangemeldete) Lernzielkontrollen. Für uns war das völlig ungewohnt, da unsere hiesige Grundschule nur allzu gern immer wieder die Eltern in die Pflicht nimmt und wir Eltern eher als verlängerter Arm der Schule gesehen wurden.

      Natürlich ist es für Lorbeeren noch viel zu früh, aber ich spüre an und in meinem Kind eine Veränderung. Ihr Ehrgeiz scheint geweckt zu sein und sie ist vielmehr bereit, sich auf das Lernen und die Arbeit mit und um das Lernen einzulassen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich für meine Tochter freue, dass es "Klick" gemacht zu haben scheint. Und ich danke nochmals allen, die mich damals bestärkt haben, sie nicht auf der Hauptschule anzumelden, sondern ihr die Chance auf der Gesamt- oder Realschule einzuräumen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Jetzt aber ist die Entscheidung richtig, denn mein Kind ist glücklich auf ihrer Schule.

      VLG von deichbrise

      • Ich finde es toll, dass du hier so positiv berichtest. Vor allem ist es toll für deine Tochter.

        Für mich (aus meiner Perspektive) ist es aber leider auch eine Art Bestätigung, dass es viel zu viele schlechte Grundschulen gibt. Ich hoffe, nächstes Jahr (Grundschule geht hier 6 Jahre, die Große ist in der 6.) ähnlich positiv berichten zu können...

        Hallo
        Keine Ahnung ob ich dir damals schon geantwortet habe, aber ich musste gerade an die Zeit denken bei der es bei meiner ältesten Tochter Empfehlungen gab. Damals waren diese noch verbindlich. Zu unserer Grundschule gehörte auch eine Hauptschule die nicht ganz so viele Schüler hatte und es immer mal in Frage stand sie zu schließen bzw. mit einer anderen zusammenzufassen.
        Einige bemühte Lehrer wollte das unbedingt verhindern und drohten Hauptschulempfehlungen zu hauf an, obwohl es keine eigentliche Begründung gab#klatsch Eine der besten Freundinnen meiner Tochter ist dann auch dort gelandet und gleich nach der 5ten Klasse ohne Probleme auf die Realschule gewechelst und da war sie nicht die einzige. Von den ehemaligen Hauptschülern habe es dann auch alle geschafft..
        Alles gute weiterhin!

        LG

        super, das freut mich echt deinen bericht zu lesen. ich drücke euch die daumen, dass sie weiter herzeigt, was sie alles drauf hat.

        lg

      • Darf ich mal fragen, inwiefern die Schule ihre Schüler zur Verantwortung zieht? Wie setzt die Schule das um?

        • Da kann ich Dir ein Beispiel aus unserer Schule nennen. Mein Sohn erzählte erst gestern, dass es Strafstriche gibt für nicht erledigte oder zu Hause vergessene Hausaufgaben. Hat man drei Striche, muss man am Freitag nachsitzen, hat man zwölf Striche gesammelt gibt es einen Verweis.

        • Bei uns haben die Schüler ein sog. Schülerbuch. Täglich wird kontrolliert, ob Hausaufgaben gemacht worden und alle Materialien vorhanden sind. Falls nicht, gibt es einen Eintrag, den wir als Eltern abzeichnen müssen. Beim dritten Eintrag im gleichen Fach gibt es eine Strafarbeit die als Hausaufgabe zu erledigen ist. Glaub mir, die Kinder lernen dadurch ziemlich schnell, dass sie besser gut vorbereitet sein und die Hausaufgaben auch wirklich erledigen sollten :-).

          • (8) 20.09.16 - 14:04

            So unterschiedlich sind Menschen.
            An der Schule meines Sohnes gab es auch solche Strichlisten, in denen jeder vergessene "Furz" eingetragen wurde. Bei 5 Strichen duften die Eltern zum Gespräch antanzen. Die Klassenlehrerin hat in der 5. Klasse bis zu den Weihnachtsferien 13 Elterngespräche führen müssen!

            Ich hoffe, dass es bei euch nicht so extrem ist. Mein Sohn wollte (auch aus anderen Gründen), die Schule in der Mitte der 6. Klasse verlassen, mir war es nur recht. Man erlebt ja viel als Eltern, aber so ein System, wo jedes kleinste Fehlverhalten sofort in Listen festgehalten wird, empfand ich als unmenschlich. Besonders die "Elterngespräche" waren einfach nur überflüssig. Da wurden die Eltern bestraft und nicht die Schüler. Aber auch die Schüler gehören nicht "bestraft", wenn sie ihren RAdiergummi, den zweiten Bleistift oder das Päckchen Tempotaschentücher nicht dabei haben. Die Schüler, deren Mamas dann wieder anfingen, abends den Ranzen des Juniors zu packen, waren da klar im Vorteil. Die andere Hälfte durfte dann zum "Gespräch" anrücken. Meinen Sohn haben die Striche zunehmend kalt gelassen, die gewissenhafte Schüler (inklusiver der Mütter) hatten immer Angst, etwas vergessen zu haben. Ich habe diese Zeit in keiner guten Erinnerung.

            Grüße
            Matea

            • Woher weißt du denn, dass bei den anderen Kindern die Mütter die Schultasche gepackt haben? Warst du dabei?

              Vielleicht waren die anderen Kinder auch einfach nur weiter als dein Kind und haben es geschafft, abends ihren Kram einzupacken?!

              • (10) 20.09.16 - 21:01

                "Warst du dabei?"

                Ja, ich war dabei, als sie es mir erzählt haben. :-)
                Manche haben aktiv gepackt, andere haben abends die Endkontrolle durchgeführt.

                Grüße

                Ich berichte mal von uns hier:

                Wir hatten in der Mitte der 3. Klasse in der Elternversammlung die Diskussion, dass zahlreiche Kinder es nicht schaffen, die richtigen Materialien für die Hausaufgabe aus dem Klassenraum mit nach Hause zu nehmen.

                Deswegen muss ständig mit dem Hausmeister verhandelt werden (Bitte was???), um am späten Nachmittag als Elternteil an die Materialien zu kommen (Nochmal: Bitte was???). Bis dahin war es 2,5 Jahre üblich, die Sachen in der Schule zu lassen. Alle Kinder hatten also 2,5 Jahre Zeit, das System zu üben und bei Problemen mit Eltern und Lehrern Strategien zu entwickeln. Und nein, den Hausmeister zu "missbrauchen" ist in meinen Augen keine Strategie #augen

                So. Meine eigene Tochter in dieser Klasse hatte bis dato nie Schwierigkeiten. Es lebe die Demokratie. Das System wurde umgestellt. Alle nehmen alles immer mit. Ergebnis: MEINE Tochter hatte Probleme mit der Umstellung, weil sie noch nie in ihrem Leben abends eine Schultasche gepackt hat. Kein Problem (in meinen Augen). Da muss sie halt durch und es lernen. Ich helfe ihr gern, Strategien zu entwickeln, aber ich packe weder eine Tasche noch führe ich eine tägliche "Endkontrolle" bei einer 9Jährigen durch.

                Soweit, so gut. Nur war meine Tochter plötzlich der "Vergesser" der Klasse!!! All die Kinder, die es nicht geschafft haben, ein bestimmtes Heft oder ein konkretes Buch mit nach Hause zu nehmen, hatten urplötzlich alle Materialien vollständig parat - jeden Tag.

                Aber nein. Ich war nie dabei, wie eine Mutter eine Tasche gepackt oder endkontrolliert hat.

                Kurz zuvor hat sich meine große Tochter (10) an einer Eliteschule beworben. Im Gespräch mit der Direktorin wurde auch gefragt, wie sie ihre Sachen packt/organisiert. Sie antwortete wahrheitsgemäß damit, dass sie sich um alles allein kümmert. Sie erhielt die Aussage, dass das ja für eine 10Jährige 4.-Klässlerin ungewöhnlich sei. Die meisten Kinder bekommen da noch Unterstützung.

                Aber nein, wahrscheinlich war auch die Direktorin nie dabei, wie eine Mutter eine Tasche gepackt oder endkontrolliert hat.

                Nur ändert das nichts an den Tatsachen: Die anderen Kinder waren oder sind nicht einfach nur "weiter" als meine Kinder. Die meisten Kinder hier haben nun mal belegbar Helikoptereltern.

                • "Die meisten Kinder hier haben nun mal belegbar Helikoptereltern."

                  Ich habe bis vor kurzem meinem Sohn tatsächlich auch den Ranzen gepackt. Sogar ich allein, ohne seine Anwesenheit. Mein Sohn ist jetzt 2. Klasse. Zu den Helikoptereltern zähle ich mich aber trotzdem nicht! Mein Sohn geht seit langem, als einer der wenigen Kindern in seiner Klasse alleine in die Schule und auch wieder nach Hause, er macht seit dem ersten Tag an alleine seine Hausaufgaben in seinem Zimmer und ich habe nicht ein Gespräch mit der Lehrerin geführt, weil ich mein Kind als benachteiligt angesehen habe, obwohl er mal tatsächlich mal fälschlicherweise eins auf den Deckel bekommen hat. Da war mein Kommentar auch nur: "Sowas kann passieren, wenn man ansonsten genau der Jenige ist, der diesen Quatsch macht!"
                  Warum ich aber bis vor kurzem seinen Ranzen gepackt habe, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht! Es hat sich irgendwie so ergeben, ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, ich habe es einfach gemacht. Allerdings ist es mir jetzt schon 2x ziemlich nah beieinander passiert, dass ich was vergessen hatte einzupacken#schwitz. Mein Sohn kam beide Male schimpfend nach Hause und ich dachte mir nur, neee so geht das nicht, ich bin die Dumme vor der Lehrerin (mein Sohn hat ihr ja auch klar gesagt, dass seine Mutter den Ranzen packt), die es nicht mal zustande bekommt, die richtigen Hefte ein zu packen.

                  Da erst habe ich mich gefragt, warum ich das überhaupt mache, schließlich kann das nicht in MEINER Verantwortung liegen. Und vorallem, möchte ICH nicht mehr die dumme Mama sein, die es nicht auf die Reihe bekommt einen Ranzen richtig zu packen, da soll mein Sohn schön selbst seinen Kopf dafür herhalten! #schein

                  Ich wollte damit nur sagen, dass nicht jede Ranzen packende Mutter eine Helikoptermutter ist! ;-) Manche Dinge werden einfach gemacht/erledigt, ohne dass man sich darüber große Gedanken macht und es muss erst einen Vorfall geben um sich bewusst zu machen, was man da eigentlich tut! ;-)

                  • (13) 21.09.16 - 14:31

                    Die Mütter, die zugegeben haben, dass sie wieder Ranzen packen müssen, waren auch keine "Helikoptermütter". Wenn dein Kind aber heulend nach Hause kommt, weil es irgendeinen Firlefanz von der Materialliste vergessen hat (wir reden hier nicht von Büchern oder Heften), dann bleibt einem nicht viel anderes übrig.

                    Einen Erst- oder Zweitklässler beim Packen zu unterstützen, finde ich altersgerecht. Wenn es dann jedoch in der 3. und 4. Klasse klappt und dann so ein kleinkariertes System eingeführt wird, dass ein 5.Klässer schlichtweg überfahren wird, dann macht das für mich wenig bis gar keinen Sinn. Na ja, ist auch nur eine weitere bittere Pille, die man als Eltern im Laufe der Schulkarriere der eigenen Kinder schlucken muss... macht den Kohl auch nicht mehr fett...

                    Wie gesagt, ich habe drei Kreuze gemacht, als mein Sohn diese Schule verlassen hat.

                    Grüße
                    Matea

      Guten morgen,

      Das klingt super!

      Oft passen sich Kinder der Lernumgebung an. Das kann an der Gesamtschule ein Nachteil sein.

      Ich hoffe, es läuft weiterhin so gut!

      Viele Grüße

      Julia

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