Kind wird ausgegrenzt - was tun?

    • (1) 21.09.16 - 18:53

      Hallo zusammen!

      Meine Tochter (11) besucht die 6. Klasse einer Gesamtschule. Sie wollte unbedingt nach der Grundschule dahin, weil die meisten aus ihrer Grundschulklasse dort hingehen.

      Die Kinder wurde dann nach "sozialer Kompentenz" auf die Klassen verteilt und sie war ohne eine ihrer Grundschulfreundinnen in einer Klasse.
      Das war zunächst kein Problem.

      Im Laufe der fünften Klasse bildeten sich Freundschaften und kleine Cliquen unter den Mädchen. Da meine Tochter die Pausen immer mit ihren alten Klassenkameradinnen verbracht hat, grenzte sie sich selbst ein wenig aus, ich vermute zumindest, dass das ein Grund ist.
      Mit der Zeit haben die Grundschulfreunde in ihrer Klasse Freundinnen gewonnen, mit denen sie jetzt die Pausen verbringen.
      Meine Tochter ist es nicht gelungen, auch jemanden zu finden und ist jetzt der völlig Außenseiter.

      Ein weiterer Grund könnte sein, dass sie im letzten Schuljahr viel gefehlt hat, weil sie einfach viel krank war.

      Zudem ist es so, dass die anderen Mädchen alle jemanden in der Klasse haben, die sie vorher schon kannten.

      In den Pausen ist meine Tochter nun völlig allein. Sie geht in die Bibliothek und wartet dort die Pause ab. Oder sie sitzt in der Pausenhalle.
      Ich habe vor ein paar Wochen einen Zettel auf dem Schreibtisch gefunden, auf dem sie sich "Pausenstrategrien" zurecht gelegt hat, unter anderen "so tun, als ob ich lerne".

      Es spielten sich zwischendurch Szenen ab, wie dass meine Tochter sich zu einer Gruppe Mädchen dazu gestellt hat und auch versucht hat, sich am Gespräch zu beteiligen. Die Mädchen überhörten und übersahen sie und gingen dann einfach weg.

      Mit ihrer Klassenlehrerin habe ich schon telefoniert, die wollte gern mit den Mädchen sprechen, aber meine Tochter möchte nicht, dass die Mädchen mit ihr spielen, weil die Lehrerin denen das gesagt hat.

      Ich weiß nicht mehr, was wir machen sollen. In eine andere Klasse möchte meine Tochter auch nicht, weil auch dort bereits feste Freundschaften entstanden sind.

      Habt Ihr vielleicht einen Rat? Was würdet Ihr tun?

      Lg
      bruchetta

      • Hallo
        Mmh das ist wirklich blöd. Ich finde ehrlich gesagt aber auch das die anderen Mädchen ,zumindest in dem beschriebenen Fall, nicht "aktiv" (wenn man das so sagen kann) ausgrenzen. Freundschaften kann man nicht erzwingen. Wie sie die Situation gelöst haben war natürlich nicht der Knaller.
        Ich kann auch verstehen das deine Tochter nicht will das die Lehrerin die Mädchen animiert mit ihr zu spielen. Das würde es langfristig denke ich nur schwerer machen.
        Wie läuft es denn im Unterricht bei Partner- oder Projektarbeiten? Hat sie außerhalb der Schule Freundschaften oder ein Hobby?

        LG

        Och, das tut mir ja schon beim lesen leid #schmoll
        Ist verfahren und ich kann die Denke deiner Tochter verstehen....wenn es sie zu sehr belastet, hilft wohl nur ein Schulwechsel...ansonsten: aussitzen und auf bessere Zeiten hoffen.

        Hallo!

        Wir haben hier leider das gleiche Problem. Unser Sohn (7 Jahre) hat mir heute auch gesagt, dass er sich in seiner Klasse und im Hort ausgegrenzt fühlt. :-( Das hat mich schon ziemlich getroffen. Er möchte nicht, dass man mit der Lehrerin oder der Betreuung spricht. Ich bin auch ratlos und sehr unsicher, was ich machen soll. Über seinen Wunsch möchte ich mich eigentlich nicht hinwegsetzen. Aber ich weiß nicht, ob er das alleine hinbekommt.

        Denkst du, dass die Situation etwas mit der Art/dem Charakter deiner Tochter zu tun hat?

        Viele Grüße

        Kath.a.rina

      • Moin,

        ohje, das tut mir sehr leid für Deine Tochter :-(

        Ich würde mit dem Schulpsychologen und Vertrauenslehrer sprechen, zum einen kann er Deiner Tochter Tipps geben wie sie sich richtig verhält, zum anderen kann er ein "unabhängiges" Projekt z.B. starten, also nicht sagen "Ihr dürft xy nicht ausgrenzen" aber mal was generell zum Thema Ausgrenzung in der kompletten Jahrgangsstufe, Projekte zum die Klasse mehr zusammenzubringen, sowas kann die Schule schon diskret steuern wenn sie dazu kompetente Personen hat ohne dass es sich nur um Deine Tochter dreht, ein guter Klassenverband schadet keinem.

        LG
        Pikku

        Mmh, das ist natürlich wirklich blöd gelaufen und tut mir leid für deine Tochter. Vermutlich kommen da mehrere Faktoren zusammen: bereits bestehende Freundschaften, längeres Fehlen deiner Tochter, Cliquenbildung (wie sie halt manchmal so stattfindet) ...

        Natürlich kann man keine Freundschaften erzwingen, aber es sollte der Lehrerin schon ein Anliegen sein, dass niemand in der Klasse ausgegrenzt wird und sich dann bei Gruppenarbeiten oder Schulausflügen unwohl fühlt. Das Thema "Stimmung in der Klasse" kann ja auch durchaus mal allgemein thematisiert werden.

        In der Klasse meines Sohnes war es zB so, dass ein Junge als "Heulsuse" verschrieen war, weil er eben nicht so cool tut wie viele andere. Das wurde im Klassenrat besprochen, und im Elterngespräch wurde mein Sohn (der anfangs mit dem Jungen mal befreundet war) auch direkt gefragt, warum er mit dem Jungen immer Streit sucht. Ich habe dann auch noch mal deutlich mit ihm gesprochen und ihm geraten, dem Jungen aus dem Weg zu gehen, wenn er ihn nicht mag, aber nicht weiter zu sticheln. Das hat schon funktioniert.

        Im Laufe der Jahre (mein Sohn ist jetzt in der 9. Klasse) hat sich die Cliquenbildung merklich abgeschwächt, natürlich gibt es Kinder, die von Beginn an befreundet waren, aber es gibt keine wirklichen Außenseiter und der Klassenzusammenhalt ist groß.

        Einen wirklichen Rat kann ich dir nicht geben, wünsche Deiner Tochter aber, dass sie sich nicht ins Schneckenhaus zurückzieht und doch noch Kontakte knüpfen kann.

        VG
        Anja

      • Hallo
        Wir haben gerade ein aehnliches Problem. Mein Sohn ist zwar in Klasse 1 aber er war tatsaechlich das einzige Kind das von "ausserorts" dazu kam. Alle anderen scheinen ab Geburt zusammen gewesen zu sein.
        Nach genereller Unmut ueber die Schule kommt jetzt das Problem das er keinen Anschluss finden kann und dadurch auch wieder die extreme Form der Unmut kommt.
        Wir stehen in Kontakt mit seiner Lehrerin.
        Ich mache mir echt Sorgen und hoffe das sich das ganze irgendwie gibt. Vielleicht finde ich ja auch Anregungen unter den Antworten.

        GLG

        Hi,

        wir hatten das vier Jahre in der Grundschule und jetzt in der 5ten Klasse scheint der schon guten Kontakt gefunden zu haben.

        ABER, damit mein Kind nicht ganz in der Grundschule untergegangen ist, haben wir die Kids zu uns eingeladen, im Sommer in den Pool, Übernachtungen, Spielen, etc. etc.

        Somit war immer ein lockerer Kontakt da und auch mal Gegeneinladungen erfolgten.
        Aber erzwingen kann man nichts.

        Und ja, es gibt Kinder, die lassen sich blenden, Wir hatten eine Mutter in der Klasse die hat Nachmittags richtige Events als " Spielenachmittag" organisiert und da war dann klar, wo z.B. die Mädchen hingegangen sind. Meine Tohcter hat so ihre damals beste Freundin verloren, die dann Verabredungen sagt hat und dann lieber zur anderen gegangen ist.

        Sonst fahrt große Geschütze aus und macht mal am Wochenende tolle Dinge und ladet die Mädels dazu ein.....#schein

        lisa

        (9) 21.09.16 - 21:59

        Oh je, das hört sich nicht schön für deine Tochter an. Ich kann Dir leider keinen Tipp geben, da selbst noch keine Erfahrung damit und hoffentlich in Zukunft auch nicht. Aber meine Meinung dazu ist erst mal es weiter zu versuchen und erst dann, wenn es nicht klappt, die Klasse zu wechseln. Aber vielleicht ist wirklich die Klassenkonstellation blöd...
        Was bedeutet "Die Kinder wurde dann nach "sozialer Kompentenz" auf die Klassen verteilt"? Das habe ich nicht verstanden. Und woher weißt Du das?

        Liebe bruchetta,

        deine Tochter soll nicht den Kopf hängen lassen und sich lieber Strategien überlegen wie sie Anschluß finden kann. Es gibt doch sicher ein zwei Mädchen, die eher sozial veranlagt sind. Diese mal am Nachmittag anrufen, fragen ob man sich nicht mal verabreden kann.
        Nicht aufgeben wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Oder Nachmittagsangebote besuchen, die ein anderes Mädchen auch besucht. Oder ein Hobby suchen, über das sich besser mit bestimmten Mädchen Anknüpfungspunkte finden lassen.

        Und ja wenn mein Kind so leidet würde ich auch mit der Schulsozialarbeiterin oder Klassenlehrerin reden was für Möglichkeiten es gibt sie zu unterstützen und sie dabei nicht blosszustellen.

        Allerdings hatte ich als Kind auch so eine Phase habe sehr gelitten. Ich habe mir dann irgendwann überlegt woran es liegt. Ich habe vielleicht zu angestrengt versucht Kontakt zu bekommen. Habe mich dann erstmal mit Sachen beschäftigt die mir Spass machen und bin ansonsten offen und nett aufgetreten. Dann sind plötzlich andere auf mich zugekommen von denen ich es nicht erwartet hatte. Ich bin also selber dadurch gekommen.

        Es gibt immer Auswege, überlege mit Deiner Tochter welchen Weg ihr gehen wollt.
        LG
        Juva

        Oje... Deine Tochter besucht eine bestimmte Schule, nur weil "die meisten" (nicht mal alle;-)) ihrer Grundschulfreundinen dort hin gingen und sie das eben einfach so wollte? Puh. Die Schullaufbahn bestimmt den gesamten Rest des Lebens. Nur von sowas würde ich das nie, nie, nie beeinflussen lassen#schock Freunde lassen sich ÜBERALL finden! Habe selbst einiges an Erfahrung mit Schulwechsel - aus verschiedener Sicht und ja, dazu gehört auch der Abschied, aber eben auch die Bereicherung durch neues. Das fängt in der Schule an, wird in der Ausbildung und im Studium nicht anders sein und im Beruf schon gar nicht. Will sie "den meisten" Grundschulfreundinen bis zur Rente folgen? Springen wenn es andere tun? Und ihr es zulassen?

        Nun ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen (wortwörtlich).

        - Sie hat die Pausen immer mit ihren alten Klassenkameradinnen verbracht hat, grenzte sie sich selbst ein wenig aus. DAS HÄTTE MAN GLEICH AM ANFANG EINLENKEN SOLLEN. DAS RESULTAT IST DANN JA KLAR.

        - Meine Tochter ist es nicht gelungen, auch jemanden zu finden und ist jetzt der völlig Außenseiter. HIER KOMMST DU INS SPIEL.

        - Ein weiterer Grund könnte sein, dass sie im letzten Schuljahr viel gefehlt hat, weil sie einfach viel krank war. DAS KANN JEDEM PASSIEREN.

        - Zudem ist es so, dass die anderen Mädchen alle jemanden in der Klasse haben, die sie vorher schon kannten. DAMIT HAT MAN RECHNEN KÖNNEN.

        Zu diesen Punkten kann ich raten eine Art Feier zu veranstalten. Nun kommen so viele Feiertage auf uns zu, da sieht das Ganze auch nicht gewzungen und an den Haaren herbeigezogen aus;-) Mir fällt als erstes Halloween ein... Deine Tochter soll ein paar ihrer alten und ein paar ihrer neuen (diese sollten in der Überzahl sein) einladen. Bspw. 2 alte und 4 neue Freunde. Sie soll sich mit ihnen bei Euch umziehen, also das Kostüm anziehen, sich schminken und um die Häsuser ziehen etc.
        Du musst nun das Zepter in die Hand nehmen und die Beziehungen ein wenig pushen. Ich würde auch nicht zu viel Zeit vertreichen lassen und jetzt schon einladen... Damit sich die Kids schon mal freuen und GEMEINSAM planen können.

        Oder eine Übernachtungsparty mit einem oder zwei neuen Mädchen. Lasst Euch etwas einfallen. Aber der Punkt ist, dass Deine Tochter noch eine Weile in und mit dieser Klassengemeinschaft verbringt und wenn diese Art von Bindung nicht von selbst zu Stande kam, Du nachhelfen musst. Ladet mal sie, mal die und mal jene zum Hausaufgaben machen oder shoppen ein... Die Mögichkeiten sind gross.

        Mit der Lehrerinn würde ich trotzdem reden. Das muss Deine Tochter ja nicht erfahren:-p Sie kann nämlich auch einen enorm großen Teil dazubeitragen und Beziehungen, bspw. durch Gruppenarbeiten bestimmen. Arbeitet mit der Lehrerin zusammen! Wobei ich der Meinung bin, dass ihr sowas schon aufgefallen sein sollte. Vielleicht kommt es ja sogar von ihr aus zur Sprache beim nächsten Elterngespräch.

        Hallo,

        in der Klasse meiner Tochter gab es einen Jungen, der war von vorn herein "unbeliebt", warum weiß keiner, er hat nichts gemacht. Die Lehrerin hat sich sehr eingesetzt, die Eltern haben viel mit ihr gesprochen. In der 6. Klasse plötzlich hat sich das Kind einbringen können und jetzt in Klasse 7 ist er sogar zum Klassensprecher gewählt worden.
        Triff Dich mit der Klassenlehrerin und besprich das mit ihr und sucht nach Lösungen, auch, wenn Deine Tochter das nicht möchte, sie fühlt sich ja nicht wohl mit der Situation :-(

        LG und alles Gute!

        Hallo!

        mein Kleiner ist auch so ein schwieriger Kontaktmensch .... und muss auch eher aufpassen um nicht alleine da zu stehen. Er ist aber auch kompromisslos: entweder er "heiratet" die Freunde oder es gibt keine Kontakt. Also ein hausgemachtes Ding!

        Große Parties mit einem Aussenseiter sind eher dazu geeignet den Aussenseiter noch weiter außen hin zu schieben, deswegen würde ich eher Treffen im kleinen Kreis und nicht gleich in epischer Länge organisieren, am besten mit jemandem der schon dasselbe Hobby / Interessen pflegt (Malen, Reiten, Sport, Musik, Tanzen). Sie müssen nicht das Hobby nun gemeinsam betreiben, aber es erleichtert die Kommunikation. Vielleicht sollte Deine Tochter eine AG besuchen und so zu anderen Mädchen nicht notwendigerweise aus der Klasse Kontakt aufbauen.

        Meistens gibt es nicht nur einen Außenseiter in der Klasse, es gibt immer so ein paar die nicht recht Anschluss haben, vielleicht auch nicht suchen. Vielleicht kennt Deine Tochter auch so jemanden mit dem sie auch zusammenpassen könnte.

        Lg, I.

        Vielen Dank für die netten Antworten und Eure Ratschläge.
        Ich schrieb ja, dass ich die Klassenlehrerin kontaktiert habe. Die hat Annika jetzt zu einem der Sozialpädagogen geschickt, der tatsächlich ein wenig helfen konnte.
        Er ermunterte Annika zu kleinen Schritten auf die Mädchen zu.

        So fragte Annika heute eines der Mädchen, ob sie zur Siegerehrung einer Ralley, die vor kurzem stattfand, mit ihr zusammen setzen möchte.,
        Das Mädchen bejahte und der erste Schritt ist getan.
        Nächste Woche hat sie einen weiteren Termin beim Sozialpädagogen.
        Vielleicht wird es ja noch was!!! #schwitz

Top Diskussionen anzeigen