Probleme nach Schulwechsel - Schulangst

    • (1) 23.09.16 - 11:35

      Hallo!
      Normalerweise lese ich hier nur still mit, aber heute wende ich mich auch mal mit einem Problem an euch. Noch vor ein paar Wochen hätte ich mir niemals vorgestellt, so ein Problem selbst zu haben. Ich weiß, wirklich helfen kann mir hier niemand, aber es tut gut, es aufzuschreiben...

      Meine Tochter (im August 10 Jahre alt geworden) hat vor 3 Wochen von der Grundschule (hier in Österreich "Volksschule" genannt) auf ein Gymnasium gewechselt. Sie hatte in der 4.Klasse ein Abschlusszeugnis mit 1,0 Notendurchschnitt, war Klassenbeste und hatte eine klare Empfehlung für das Gymnasium. Sie war Klassensprecherin, selbstbewusst - aber sehr sensibel. Sie hat sich selbst für das Gymnasium entschieden.

      So, in der ersten Woche nach den Ferien ging es noch ganz gut in der neuen Schule. Ein bisschen ein mulmiges Gefühl vielleicht, ein bisschen Aufregung. Alles groß und neu eben. Ich muss auch dazu sagen, wir wohnen ländlich und meine Tochter hat eine sehr kleine, familiäre Grundschule besucht, hatte eine ganz liebe Lehrerin und in der 4.Klasse nur 10 Mitschüler im gleichen Jahrgang. Also alles wirklich toll für sie.

      Das Gymnasium ist in der nächstgelegenen kleinen Stadt (10 km entfernt), mit Bus einfach von uns aus zu erreichen. Hier natürlich deutlich größere Verhältnisse: ca 700 Schüler insgesamt, 5 Klassen haben neu begonnen, jeweils mit ca. 24 Schülern. Viele neue Lehrer,... ihr kennt das ja.

      In der 2.Schulwoche wurde meine Tochter gleich mal krank und konnte nur an zwei Tagen die Schule besuchen. Hier fing es schon an, dass sie täglich über Angst vor dem Busfahren klagte. Wir dachten, es liegt daran. Am Busfahren. Auch neu für sie. Leider ein sehr unfreundlicher Busfahrer, der gerne mal ins Mikro brüllt, wenn Kinder zu laut sind.
      Wir haben dann mit ihr vereinbart, dass sie eine Zeit lang von der Schule abgeholt wird, um ihr die Eingewöhnung zu erleichtern und ihr den Stress etwas zu nehmen. Also morgens mit dem Bus in der Schule und nach der Schule mit Mama/Papa/Opa nach Hause.

      Leider wurde es trotzdem immer schlimmer....

      Wir sind nun am Ende der 3.Schulwoche und mittlerweile habe ich ein Häufchen Elend zu Hause. Von meiner lustigen, fröhlichen Tochter ist kaum noch etwas übrig. Es gibt jeden Tag Tränen. Morgens wacht sie bereits um 5:30 Uhr auf und hat starke Bauchschmerzen, erbricht sogar. Sie isst nichts. Und warum? Weil sie Angst davor hat, in die Schule zu gehen. Es war also gar nicht das Busfahren das Hauptproblem...

      Sie kann nicht benennen, warum sie überhaupt Angst hat. In der Schule ist nichts vorgefallen, bis jetzt klappt es (aus meiner Sicht) dort ganz gut. Sie wird von den Lehrern gelobt. Es ist einfach Angst vor diesem "Neuen". Sie fühlt sich unsicher und alleine in der Schule. Eine richtige Freundin hat sie dort leider (noch) nicht. Es besuchen zwar 1 Mädchen und 2 Jungs aus ihrer alten Klasse die gleiche Schule und sind sogar in der gleichen neuen Klasse. Aber das hilft ihr nichts. Das Mädchen ist keine Freundin (sorry... es ist leider ein gemeines, zickiges Biest) und mit den 2 Jungs hat sie auch keinen engeren, freundschaftlichen Kontakt. Ein paar neue Mädchen hat sie schon kennengelernt, aber bis Freundschaften entstehen, dauert es eben etwas... Die meisten Mädchen kennen sich auch schon aus ihren alten Schulen, da ist es etwas schwierig für meine Tochter dazu zu stoßen.

      Die ganze Situation belastet unsere Familie enorm. Alle leiden darunter. Am meisten natürlich meine Tochter. Sie ist unglücklich, wirkt depressiv. Die Schule macht ihre keinen Spaß, sie ist jeden Tag froh, wenn der Schultag vorüber ist. Unglaublich.... denn bis jetzt hat sie es immer geliebt, in die Schule zu gehen.

      Nächste Woche hab ich einen Termin beim Klassenvorstand meiner Tochter, um das Problem zu schildern. Am Montag haben wir einen Termin bei einer Psychotherapeutin für Kinder-und Jugendliche. Eine Homöopathin hab ich auch schon kontaktiert... Wir versuchen alles, um unserer Tochter zu helfen. Wir reden viel darüber, bestärken sie,...usw. usw. Busfahren muss sie derzeit gar nicht mehr, das schafft sie gar nicht mehr. Wir bringen sie hin und holen sie ab.

      Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht? Erfahrungen mit Schulangst ohne bestimmten Auslöser?
      Vielleicht könnt ihr mir Tipps geben.... Was kann ich noch tun?

      Sorry, dass es so lang geworden ist.
      Danke fürs Lesen.

      Liebe Grüße,
      Sandra

      • Hallo!

        Das tut mit leid für Euch.

        mein Sohn hat auch von der wohlbehüteten GS (40 Kinder im Jahrgang) nun zum GYm im Nachbarsort mit 240 Schüler im Jahrgang gewechselt.

        Er hatte Respekt vor dem Wechsel, es klappt aber alles über meinen Erwartungen gut.

        Ich denke ihr habt jetzt mal alles in die Wege geleitete um Deiner Tochter zu helfen. - Mehr geht gar nicht!

        Wartet erst einmal ab, wie sich das entwickelt. Das Gespräch mit der KL finde ich sehr wichtig.

        LG, I.

        (3) 23.09.16 - 12:26

        Deine Tochter scheint sehr dünnhäutig und sensibel zu sein, nicht alle Menschen sind taff und zäh.j

        Wenn mir eines mittlerweile GEHöRIG auf den Senkel geht, ist es der Anspruch der Umwelt , dass ein Kind ab einem bestimmten Zeitpunkt funktionieren müsse.
        Manche Kinder brauchen sehr viel Zeit, um sich auf eine einschneidende Veränderung einzulassen.
        Ich habe auch eine extrem empfindsame, zu empathische ,sich viel zu viele Gedanken machende Tochter, die sich häufig selbst im Weg steht.
        Ich habe sie bei ihren Ängsten immer begleitet, aber mich bemüht sie nie zu bemitleiden!!

        Es ist nicht schlimm Angst zu haben, es ist nur schlimm , wenn man mit dieser alleine ist.
        Und DAS ist deine Tochter nicht.
        Ihr seid extrem umsichtig und engagiert.

        Sensible Kinder stärkt man, indem man ihr Wesen akzeptiert , ohne sie in Watte zu packen.
        Verdammt schwer!!:-(

        Wenn meine Tochter sich gegen etwas mit einer starken Angstreaktion zur Wehr setzen wollte ( z.b. die vorletzte Klassenfahrt ), haben wir ihr klar gemacht, dass wir ihre Ängste verstehen, wir sie, wenn es gar nicht geht auch jederzeit abholen, sie aber mitfahren muss und keine Chance hat dem zu entgehen. Mitfahren musste sie ( obwohl sie Wochen vorher schon nicht mehr geschlafen hatte) , weil wir ihr das dennoch zutrauten und ihr diese schöne Erfahrung , stärker, als die eigene Angst zu sein, auch nicht nehmen wollten.
        Heute liebt sie Klassenfahrten!

        Viele , über feine Antennen verfügende, Kinder sind trotzdem stark!!

        Ich denke eurer bevorstehendes Gespräch mit der Psychotherapeutin wird euch weiterbringen!

        • (4) 23.09.16 - 12:44

          ""Ich habe auch eine extrem empfindsame, zu empathische ,sich viel zu viele Gedanken machende Tochter, die sich häufig selbst im Weg steht.""

          Diese Beschreibung erinnert mich sehr an meine Tochter. Unser Mädels dürften sich wohl ähnlich sein :-)
          Ich danke dir für deine Antwort!

          Du hast ganz recht, sie muss lernen, stärker als ihre Angst zu sein. Natürlich MUSS sie in die Schule gehen. Das sage ich ihr auch so. Wir tun rundherum alles, um ihr zu helfen. Aber wenn sie in der Schule ist, kann sie sich nur selbst helfen. Da kann ich sie nicht begleiten und ihr die Hand halten.

          Ich hoffe, es wird bald besser. Es ist ganz schlimm, sein Kind jeden Tag so leiden zu sehen.... :-(

          Liebe Grüße,
          Sandra

      Sie geht doch erst 3 Wochen zur Schule, da muss man doch nicht alle Geschütze auffahren:

      "Nächste Woche hab ich einen Termin beim Klassenvorstand meiner Tochter, um das Problem zu schildern. Am Montag haben wir einen Termin bei einer Psychotherapeutin für Kinder-und Jugendliche. Eine Homöopathin hab ich auch schon kontaktiert..."

      Das ist ja Wahsinnn. Warte noch ein paar Wochen, sie muss doch erstmal ankommen.

      • Sie erbricht jeden Morgen vor lauter Angst mehrmals und isst nichts. Weint nur, keine Fröhlichkeit mehr... und da soll ich einfach ein paar Wochen lang gar nichts tun? Nein, das kann ich nicht...

        LG Sandra

        • Natürlich ist es richtig, dass Du für sie da bist und dass ihr mit dem Lehrer Kontakt aufnehmt, um zu erfahren, wie er deine Tochter erlebt. Aber drei Wochen sind azch eine kurze Zeit, und gleich Homöopathie und Psychologe finde ich Auszug etwas viel, weil das Deiner Tochter vermittelt: "Mit mir stimmt was nicht!"

          Ist sie denn sonst ein selbständiger Typ? Mein Sohn zB mochte in der Grundschulzeit partout nicht allein Bus fahren, aber bevor es auf die weiterführende Schule ging, haben wir klar gesagt: Das musst Du jetzt bald tun, und Du schaffst das! Wir sind dann erst zusammen gefahren, und schnell wollte er alleine - so wie er auch erst in Begleitung mit dem Rad und dann rasch alleine gefahren ist.

          Er ist auch sehr sensibel, was Neues angeht: wichtig ist bei ihm, das richtige Maß zu finden zwischen "Ängste ernstnehmen" und "Wir schaffen das." Noch jetzt im Sommer hatten wir echt das Drama: er hatte sich begeistert für eine Freizeit angemeldet, wollte dann aber plötzlich partout nicht mitfahren. Mit einer Vertrauensperson könnten wir dann einen Kompromiss aushandeln: wenn da alles total blöd bist, darfst Du vorzeitig heimfahren. Es war so super da, dass er sich 14 Tage nicht einmal gemeldet hat!

          Ich wünsche euch, dass deine Tochter sich nicht von ihrer Angst beherrschen lässt und dass euch die Gespräche mit dem Lehrer und, wo es jetzt schon mal angebahnt ist, mit dem Psychologen ihr dabei helfen.

          VG
          Anja

          Ich verstehe, dass du deiner Tochter helfen möchtest. Aber auch ich finde die Geschütze nach 3 Wochen sehr heftig!

          Als erstes (das hätte ich allerdings schon gemacht) würde ich mit dem Klassenlehrer sprechen. Wenn es nicht am Bus fahren liegt, würde ich sie auch mit dem Bus fahren lassen.

          Ich bin kein Bachblüten-Fan, aber ich hätte erstmal probiert ihr Rescue-Tropfen zu geben - und wenn es nur einen Placebo-Effekt gehabt hätte. Und evtl einen Sorgenfresser mit in die Schule...

          Mein Mann wurde als Kind zum Psychologen geschleppt wegen einnässen. Dabei hatte er "nur" eine Harnwegsverlegung. Er hat das als Stigma empfunden... gerade die Sache mit dem Psychiater oder Psychologen finde ich in dem Stadium mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

    (9) 23.09.16 - 15:51

    Hallo

    Ich denke, es ist nicht gut, wenn sie den Bus nicht nimmt. Jedenfalls nicht, wenn die paar bekannten MitschülerInnen das machen. Dann grenzt sie sich selber aus.

    Ich würde darauf bestehen, sofern du abklären kannst, ob nicht IM Bus etwas passiert, dass sie also z.B. dort angepöbelt wird oder so.

    Es gibt Kinder, die kommen nicht so gut klar mit grösseren Rahmen. Gerade wenn man das kleine, familiäre geschätzt hat.

    Es war ggf. auch nicht gerade gut, dass sie mit 10 Jahren alleine Busfahren etc. nicht kannte! Sowas übt man doch schon im Vorfeld. Das ist aber nicht mehr zu ändern.

    Mein Sohn mochte die Vorschule nicht. Er ist klug und alles - aber hat einfach den Dreh damals nicht hinbekommen. Da war wichtig, die Lehrerinnen mit ins Boot zu holen, ohne gleich als Glucke zu wirken.

    *Also warte doch mal bis zu den Herbstferien und mache eine Woche vorher einen

    Termin mit dem Hauptlehrer ab.

    *Lass sie den Bus nutzen, damit sie sich nicht ausgrenzt oder lächerlich macht mit Oma-Taxi etc.
    *Lass der Sache nicht so viel Raum dass gleich alle darunter leiden
    *Nimm das Problem ernst aber erklär auch, dass es eignetlich keine Alternative gibt
    *Sag ihr, dass ihr einen Zeithorizont bis Herbstferien macht -und dann nach anderen Lösungen schaut - sie muss aber auch Ideen bringen
    *Erklär ihr, dass in jeder Organisaiton, Schule, Verein eine gewisse "Eingewöhnungszeit" normal ist - und dass die Neulinge oft hochgenommen werden
    *Macht mit ihr einen Notfallplan was sie KONKRET machen kann, wenn sie Angst bekommt (zum Lehrer gehen, anrufen...)
    *Klär ab, wie sie die Mitagspause verbringt. Kannst du gucken, dass sie mit dem "Biest" essen kann? oder den Jungs? Oder einer neuen Schülerin - sie muss es selber packen, aber helfen kann man ja. Alleine in der Pause sein ist schlimm...

    Ich will nichts unterstellen und bin mir der ländlichen Situation bewusst. Aber ich denke, sie war schon fast zu sehr behütet. Wenn schon alleine Busfahren ungewohnt ist... da muss sie lernen, selbständiger zu werden. Es ginge einfach, wenn du z.B. einige Sachen mit ihr übst:
    *Selbständig in die Stadt fahren um eine schöne Agenda zu kaufen
    *Selbständig in den Musikunterricht gehen
    *Selber anrufen um Termine abzusagen oder abzumachen
    *Selber zum einkaufen gehen (auch Lebensmittel - einfach alles selber von der Auswahl bis zum Zahlen an der Kasse)
    *mit einer Freundin selber abmachen und ins Kino gehen (Abmachen, Weg, Besuch, Retour)
    Das sind alles Sachen, die man mit 9 alleine kann. Auch auf dem Land. Wir leben auch ländlich. Aber ich habe immer wichtig gefunden, dass meine Kids selbständig sind und sich behaupten können. Und ich habe immer darauf geachtet, dass sie "HILFSBRUCKEN" haben. Also wissen, was sie tun können, wenn etwas nicht mehr angenehm ist, wenn sie sich unwohl fühlen.

    Nun kannst du neben dem Stress in der Schule nicht gleich auch das ganze Privatleben auf den Kopf stellen - aber wenigstens alleine einkaufen schicken und sinnvolle fahrten alleine mit dem Bus müsstes du gleich einführen.

    • (10) 23.09.16 - 17:47

      Hallo!
      Vielen Dank für deine Antwort!
      Du hast ein falsches Bild von meiner Tochter bekommen. Ich hab sie aber im Text auch nicht ganz genau beschrieben- sonst wäre mein Text noch viel länger geworden ;-)

      Also...
      Meine Tochter war bis jetzt keinesfalls überbehütet! Sie war immer sehr selbstständig - das ist mir auch wichtig. Ich bin alles andere als eine Glucke.
      Busfahren (mit einem großen, öffentlichen Bus) war bis jetzt nicht nötig, weil sie ihren Schulweg bis jetzt ALLEINE zu Fuß oder mit dem kleinen Dorf-Schulbus erledigt hat. Mein Mann und ich sind voll berufstätig. Sie war nach der Schule also auch mal einige Zeit alleine zu Hause, hat sich ihr Essen warm gemacht, etc.

      Wege zur Musikschule (sie spielt Gitarre) und zum Ballett - macht sie alles alleine mit dem Fahrrad.
      Sie geht liebend gerne alleine ins Geschäft bei uns im Ort zum Einkaufen.
      Sie übernachtet gerne bei Freundinnen. Projekttage mit Übernachtungen mit Schule usw. waren kein Problem. Sie moderierte mit Mikrofon die Zirkusabschlussfeier und das Sommerfest in der Schule.

      Sie ist also bis jetzt durchaus selbstbewusst und selbständig gewesen (aber sensibel!). Ich keine meine Tochter gerade kaum wieder. Solche Probleme hatten wir bisher NIE.

      Es hat ihr durch den Schulwechsel komplett den Boden unter den Füßen weg gezogen.

      Liebe Grüße,
      Sandra

      • Da fehlt es - glaube ich - bei euch aber auch etwas an Selbstreflektion...

        Wenn sie bisher an einer Schule war, in der pro Jahrgang gerade mal 11 Kinder waren, dann war dieses "Selbstbewusste" doch bisher nur bei 50 Kindern. Das ist verdammt KLEIN. Das sind weniger Kinder als nun in einem Jahrgang.

        Nur weil das Busfahren bisher nicht NÖTIG war, heißt das doch nicht, dass man das nicht macht. Die "Ausrede" bringen hier auch Eltern in der 4. Klasse, weil sie ja eh "an der Schule mit dem Auto vorbeifahren".

        Und "mit dem Fahrrad" heißt doch ländlich auch, dass sie mal 5 km auf einem Feldweg oder einer wenig befahrenen Straße gefahren ist.

        Sie war selbstständig und selbstbewusst - in einer "Dorfgemeinschaft", wo jeder jeden kennt.

        Aber so eine riesen Schule und ein durchgreifender (das muss er nunmal) Busfahrer in einem normalen Linienbus sind eine völlig andere Hausnummer.

        Und ja, sie hat da ganz klare Defizite gegenüber anderen Kindern in dem Alter. Unsere "Stadtkinder" (also nicht nur meine eigenen) fahren hier ab der 1. Klasse mit dem Linienbus (in unserem Wohngebiet keine Schule im Umkreis von 5 km), sie erledigen alleine ihre Hobbys mit Bus und Bahn oder Fahrrad (durch die Stadt!) und sie treten mit ihren Hobbys oft in großen Rahmen auf (2000 Zuschauer).

        An den weiterführenden Schulen merkt man ganz klar den Unterschied zu den Kindern, die solche Erfahrungen bis dahin noch nie gemacht haben (wohnen neben der Schule, haben keine Hobbies, werden zu allen Verabredungen etc. gebracht). Und diese Kinder fallen nahezu alle in ein tiefes Loch. Wenn deine Tochter noch dazu sensibel ist, wird sie da schwer wieder raus finden. Da braucht ihr jetzt einfach Geduld (und vor allem solltet ihr nicht überdramatisieren!!!)

        • So, und soll ich jetzt deiner Meinung nach mein Haus verkaufen und in die Stadt ziehen, damit meine Tochter nicht die von dir beschriebenen "Defizite" hat??? Wir wohnen nun mal ländlich und somit sind nun mal keine täglichen Fahrten mit Bus oder Bahn MÖGLICH!

          Ein Busfahrer muss durchgreifen - ja - aber er muss nicht respektlos mit den Kindern umgehen und grundlos (und es war grundlos!) durch den Bus brüllen.

          Auch meine Tochter ist mit ihren Hobbies schon vor großen Publikum aufgetreten (zb. landesweite Wettbewerbe mit ihrer Tanzgruppe). Soviel nur dazu...

          Du stellst meine Tochter leider so dar, als wäre sie bis jetzt in einem Paralleluniversum aufgewachsen, in dem sie nichts von der Welt da draußen mitbekommt, nur weil wir ländlich wohnen. Viele Kinder wohnen doch am Land und viele von ihnen haben KEINE Probleme mit dem Schulwechsel. Es ist also hauptsächlich eine Frage der Persönlichkeit. Meine Tochter ist eben sensibel. Kann man nicht ändern. Auch sie wird es schaffen und da brauchen wir Geduld - da hast du ganz recht.

          Danke für deine Antwort!
          LG Sandra

          • Ich habe nicht den Eindruck, dass du mich verstehst.. #winke

            Beispiel: Das Schwimmen lernen

            Es gibt Kinder, die lieben Wasser und lernen mit 4 schwimmen.

            Es gibt Kinder, die lieben Wasser und lernen später schwimmen, weil es in ihrer Nähe vielleicht keinen passenden Angebote gibt.

            Es gibt Kinder, die hassen Wasser. Sie werden aber früher oder später durch Eltern oder Angebote in der Nähe daran gewöhnt und lernen im normalen Rahmen schwimmen.

            Es gibt Kinder, die hassen Wasser oder haben gar kein Wasser (keine Schwimmhalle, nichts) in der Nähe. Es kommt das Schulschwimmen, sie gehen in die Nichtschwimmergruppe und lernen schwimmen (immer noch null Probleme).

            Und dann gibt es Kinder, die hassen Wasser oder sind damit nie in Berührung gekommen. Sie gehen zum Schulschwimmen, kommen in die Nichtschwimmergruppe und haben ein Riesenproblem damit! Sie weinen, sie werden von den Mitschülern (deshalb) kritisch beäugt, sie wollen lieber in der Schwimmergruppe mit den Freunden sein, sie fühlen sich ausgegrenzt, sie bauen eine Antipathie zum Schwimmen auf. Sie hassen schwimmen und haben damit dann mindestens ein Jahr ein großes Problem.

            Während die Eltern von Fall 1 einfach Glück haben und es einfach flutscht, haben die Eltern vom vorletzten Fall auch Glück. Denn es ist die gleiche Situation wie im letzten Fall, nur das Kind reagiert anders darauf.

            Und so ist es bei euch. Ihr wusstet, euer Kind ist sensibel. Ihr wusstet, sie ist sehr, sehr behütet ohne "städtische" Anforderungen aufgewachsen. Und ihr habt nichts gemacht, nichts geübt, im übertragenden Sinne kein "Wasser über die Augen laufen lassen".

            Und daher habt ihr jetzt das Problem. Natürlich gibt es andere dörflich aufgewachsene Kinder, die mit dem Umstieg keinerlei Probleme haben. Aber ihr wusstet doch, dass EURE Tochter sensibel ist!!!

            Und genau deshalb hättet ihr gewisse Dinge vorher mit ihr üben sollen (zum Beispiel selbstständig in die Stadt fahren, die es ja scheinbar nur 10 km von euch gibt!)

            PS:

            "Leider ein sehr unfreundlicher Busfahrer, der gerne mal ins Mikro brüllt, wenn Kinder zu laut sind."

            Du schriebst "grundlos". Das ist nicht grundlos. Ein Busfahrer muss sich konzentrieren. Geht das nicht wegen einer zu hohen Geräuschkulisse, dann muss er durchgreifen. Und wenn es ZU LAUT ist, bringt ins Mikro säuseln leider auch nichts...

            Mich hat mal ein Busfahrer mit meinem Schreibaby "ausgesetzt". Dem lief der Schweiß literweise. Er hat es echt versucht. Aber ihn hat das Geschrei so zugesetzt, dass er uns alle in Gefahr gebracht hätte, wenn er unter diesen Umständen weitergefahren wäre...

            Dass deine Tochter es noch nie erlebt hat, wenn jemand in eine laute, tobende Mäute "brüllt", ist auch ein Symptom ihrer ausschließlichen Dorferfahrung.

            Was micht wundert: Auf großen, landesweiten Events wie Tanzwettbewerben gibt es die Situationen auch regelmäßig (laute Mäute und einer, der das regelt)... Das müsste sie nach deinen Schilderungen also eigentlich gewöhnt sein.

(15) 23.09.16 - 20:54

Ich denke auch ,dass man als Mutter auf seinen Instinkt hören sollte.

Sich in schwierigen Phasen externe Hilfe zu holen, bevor sich manifeste Angsstörungen bilden, finde ich nicht schlimm.

Warum sollte das Kind denken, dass mit ihm etwas nicht stimmen würde?

Wenn ein Gespräch bei der Psychotherapeutin das Kind stärkt und ihm hilft, warum sollte man diese Chance nicht nutzen?

Natürlich kann man auch noch ewig warten und das Kind leiden lassen, aber warum?

Was ist denn eigentlich so schlimm, wenn man einen Psychologen aufsucht?

Ich würde meinem Kind immer sagen,dass es so wie es ist großartig sei, aber man einfach Strategien entwickeln sollte, die einem das Leben erleichtern.

Ich kenne leider einige Familien, die professionelle Hilfe zu spät gesucht haben.

(16) 23.09.16 - 23:28

Hallo Sandra,

als ich gerade deinen Text las, habe ich direkt ein "dejà vü " gehabt. Solche Probleme hatte ich mit meiner jüngsten Tochter im ersten Grundschuljahr.#zitter Ich kann dich auch vollends verstehen und mir gut vorstellen, wie du mit deinem Kind "leidest".

Zu allererst hätte ich auch schnellstmöglich das Gespräch mit dem KL gesucht, evtl. kann man dann direkt ein Auge auf deine Tochter halten, um zu gucken, wie es ihr in der Schule überhaupt geht. Das Kind erbricht und geht schon mit Bauchweh in die Schule!? Geht gar nicht. Ich kann auch nichts mit den Aussagen anfangen, ach warte mal noch ein paar Wochen, muss sich erst einspielen..ect. ect. NEIN, das Kind hat jetzt Probleme und da würde ich auch eingreifen. Gut, dass ihr bald ein Gespräch habt.

Was mich so irritiert ist, dass sie vor dem Schulwechsel eigentlich ganz "taff" war und doch vieles allein hinbekommen hat. Dann nach Schulwechsel ein völlig verändertes Kind.#kratz Bist Du sicher, dass wirklich NICHTS vorgefallen ist??? Das kam mir als erstes in den Sinn. Kann ja auch irgendeine blöde Bemerkung von Mitschülern sein , oder ähnliches? Wird sie gemobbt von irgendjemanden??

Ausserdem denke ich, dass sie völlig alleine ist. Keine richtigen Freunde aus der alten Schule, wenn ich das jetzt mal so sagen darf. Bei uns steht der Schulwechsel nächstes Jahr an und ich werde tunlichst darauf achten, dass meine Tochter nicht alleine in eine neue Klasse kommt!! Ansonsten hätte ich genau das gleiche Drama, das weiß ich jetzt schon. Alleine ist immer doof und nicht jedes Kind schliesst gleich Freundschaften oder ist so offen, um auf andere zuzugehen. Vielleicht könnt ihr auch mal Mitschüler/innen zu Euch einladen oder ihr macht einfach mal was mit anderen ab. Ich weiß, ist auf weiterführenden Schulen nicht so einfach wie in der Grundschule, man kennt sich ja nicht. Aber wenns hilft, wäre mir das egal und ich würde einfach versuchen, Kontakt mit anderen Mädchen herzustellen .

Ach Menno, mehr Tipps habe ich jetzt auch nicht, aber ich wünsche Euch ganz viel Kraft und Ausdauer!

LG Michi

(17) 25.09.16 - 22:53

Hab dir eine persönliche Nachricht geschickt????

Hallo,

bei meiner Tochter war das letztes Jahr auch so. Ich habe echt überlegt, ob sie überhaupt an der richtigen Schule ist. Es war fast identisch. Das ganze zog sich bis nach den Weihnachtsferien und seitdem klappt alles seltsamerweise. Sie fühlt sich wohl, ist Klassenbeste, hat Freunde und Spaß. Sie hat extrem lange gebraucht um anzukommen. Auch ich war in der Zeit nur noch ein Nervenbündel, da meine Tochter nur noch am Weinen oder Rumhacken war.

Ich hoffe es ist bei Euch auch so, dass es bald besser für sie wird.

(19) 29.04.18 - 02:42

Dieser Beitrag ist zwar schon älter aber trotzdem wollte ich was dazu sagen

Du schreibst sie hat jeden morgen gebrochen da würde ich mir mal Gedanken machen ob das ein Virus oder so ist und mit ihr zu Arzt gehen

Dann schreibst du noch: Sie ist nix
Hat sie denn überhaupt nix mehr gegessen? Also gar nix mehr? Dann könnte es auch Magersucht oder so sein

Wenn das mein Mädchen wäre und sie jeden Tag rumgenörgelt hätte. Hätte ich ihr aber gehörig gesagt das sie nicht ohne Grund die ganze Zeit rumheulen hat dazu hätte ich ihr noch eine hefige Lektion erteilt. Damit sie mir das nächste mal einen Grund nennt.

Mein Tipp wäre gewesen sie in eine Klinik oder zum Psychater zu bringen denn wenn man immer weint und einem keinen Grund nennt dann ist das ist das nicht normal !

Es hätte aber auch sein können das sie alles nur schauspielert weil sie keine Lust auf Schule hat oder so

Dann hätte ich mich auch gefragt ob das überhaupt alles wegen der Schule ist


Liebe Grüße

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