Kinder, die eine Brille bekommen. Weitsichtigkeit. Frage

    • (1) 04.10.16 - 06:33

      Guten Morgen,

      mein Sohn hat seit einer Woche eine Brille. Er ist weitsichtig und hat eine Hornhautverkrümmung. Aufgefallen ist das eigentlich erst bei der Schuluntersuchung.

      So, nun hat er seit einer Woche diese Brille. Er muss sie den ganzen Tag tragen. Er sagt, vom 1. Moment an, dass er ohne Brille besser sehen kann. Mit Brille sieht alles "komisch" aus. So ganz genau kann er das nicht beschreiben. Er sagt, dass er mit Brille alles breiter sieht. Manchmal sagt er, er sieht verschwommen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob er überhaupt weiß, was verschwommen bedeutet.

      Ist das normal? Muss sich das Gehirn erst an den Blick durch die Brille gewöhnen? Ich trage keine Brille, ich hab also absolut keine Ahnung wie es ist, wenn man eine Brille trägt.

      Liebe Grüße

      • (2) 04.10.16 - 07:05

        Hallo,

        wart ihr bei einem Augenarzt mit Sehschule? Das ist ganz wichtig für Kinder. Meine beiden Großen haben auch eine Brille und sind von Anfang an gut damit zurecht gekommen. Weil sie dann einfach besser gesehen haben. Sind auch weitsichtig mit Hornhautverkrümmung. Das einzigste was du machen könntest ist, die Brille noch einmal prüfen zu lassen, ob die Werte stimmen.

        LG

        • (3) 04.10.16 - 07:11

          Wie alt waren deine Kinder, als sie eine Brille bekommen haben?

          Habe noch nie etwas von einer Sehschule gehört.

          • (4) 04.10.16 - 07:18

            Die Sehschule wird von einer Orthoptistin gemacht. Hört sich jetzt mehr an als es ist. Sie macht eben die Tests. Beim ersten AA hat es der Arzt selber gemacht. Allerdings muss ich sagen, dass die Orthoptistin des jetztigen AA gründlicher ist als der AA und sich auch mehr Zeit genommen hat. Sie ist auch der Hauptgrund warum ich bei dem AA bin. Sie hat sofort gesehen, dass meine Tochter leicht schielt - beim anderen AA war angeblich alles unauffällig.

            Mein KIA hat mir damals allerdings auch einen AA mit Sehschule empfohlen.

            • (5) 04.10.16 - 07:56

              Stimmt schon, eine Sehschuluntersuchung ist gerade bei Kindern sinnvoll. Ich bin selbst gelernte ORthoptistin und habe schon haarsträubende Erlebnisse bei Augenärzten gehabt, wo man mir erzählte, dass man bei einjährigen Kindern (ich war mit meinem Sohn da) noch nichts untersuchen könne (die wussten nicht, dass ich ORthoptistin bin, ich wollte gern eine zweite Meinung und mir fehlten zu Hause die Untersuchungsgeräte...)....da war ich nie wieder...
              Gerade bei Schielen sind manche Augenärzte nicht geschult, dies gut zu erkennen und auch zu untersuchen, um welche Schielform es sich handelt und diese zu therapieren - dies wiederum ist das Spezialgebiet einer ORthoptistin, die in einer 3jährigen schulischen Ausbildung genau dies lernt.

              LG

              a79

          (6) 04.10.16 - 09:52

          Meine waren 3 und 4 Jahre damals als sie ihre Brillen bekamen. Ja, die Orthoptistin nimmt sich viel mehr Zeit für die Untersuchung der Kinder, der Augenarzt schaut nur einmal im Jahr auf den Augenhintergrund, ob da alles in Ordnung ist, das andere macht alles die Orthoptistin.

    (7) 04.10.16 - 07:13

    Hallo,

    meine Tochter hat mit 5 Jahren ihre Brille bekommen. Sie ist auch weitsichtig und schielt leicht. Sie hatte nie über Probleme geklagt und hat sie auch immer auf.
    Habt ihr einen guten Optiker in der Nähe? Das wäre mein erster Ansprechpartner. Er kennt das Problem sicher bzw kann die Brille nochmal testen.

    Lg

    • (8) 04.10.16 - 08:42

      Beim Optiker werden nur bei Erwachsenen ein Sehtest gemacht (Ausnahme: bei 17jährigen der Sehtest für Führerschein). Da vermute ich, wird er auch nicht die Sehstärke der Brille testen; außer die TE hat noch die Werte, die der AA ermittelt hat.

      • (9) 04.10.16 - 09:00

        Wer sagt denn so etwas?

        Bei mir wurde mit 9 eine Kurzsichtigkeit festgestellt, und der Optiker meines Vertrauens hat IMMER die Stärken noch einmal überprüft, bevor er die Gläser bestellt hat. Und dabei war er genauer, als je ein Augenarzt sein könnte!
        Natürlich macht das nicht jeder Optiker, aber dass Optiker generell erst ab 18 Sehtests machen stimmt nicht.
        Für den Sehtest zum Führerschein musste ich dann übrigens zu einem anderen Optiker, da mein Optiker dafür nicht zugelassen war.

        LG

        • (10) 05.10.16 - 15:21

          Ich als Orthoptistin sehe das immer zwiegespalten.
          Natürlich kennt sich der Optiker bestens mit der Optik aus, er ist der Brillenfachmann und ja, er kann auch einen Sehtest und eine subjektive (also vom Patienten mit "besser" "schlechter" bei Gläschen vorhalten bewertet) Brillenbestimmung machen...und jetzt kommt das große aber:

          Er kann nicht ins Auge reinschauen, d.h., Augenerkrankungen, die das Sehen beeinflussen, erkennt er u.U. nicht und bei Kurzsichtigkeit besteht - gerade bei der Brillenbestimmung durch Testung nur durch Refraktometer (das ist dieses Gerät, wo man ein Bildchen anschauen muss und dabei wird die Brillenstärke gemessen) - die Gefahr, dass das Auge akkommodiert. Das heißt, das Auge bemerkt, dass dieser anvisierte Punkt nicht in "unendlich" liegt und stellt die Augenlinse auf die vermeintlich näher liegende Entfernung ein...dadurch entstehen wiederum zu hohe Werte bei Kurzsichtigkeit und DESWEGEN bin ich bei Kindern immer dafür, die Werte durch Tropfen bestimmen zu lassen, so dass die Linse (die bei Kindern noch sehr stark gekrümmt werden kann = hohe Veränderung der gemessenen Werte) gelähmt ist und der Wert genauer wird.

          Ich habe in der Praxis auch mit Optikern zusammen gearbeitet, wenn es um das Einschleifen von Prismen ging oder um Sonderanfertigungen bei besonders ungleichen Brillenwerten (z.B. hatte ich mal bei einem Kind eine Seite Fensterglas, andere Seite -10...) und davon haben dann auch die Patienten was aber das eine kann ohne das andere nicht funktionieren - allerdings schreibst Du das ja auch nicht...mein Text ist daher nur vorbeugend.

          LG

          a79

    (11) 04.10.16 - 13:12

    Hallo,

    wir waren heute beim Optiker. Er meint, dass die Brille selbst ok ist. Wir sollen einfach noch ein bisschen abwarten. Er sagte, dass sich das nach einer Woche gelegt haben muss, aber da mein Sohn es noch keinen Tag geschafft hat, die Brille wirklich durchgehend zu tragen, kann das der Grund sein, dass es bei ihm etwas laenger dauert, bis er sich dran gewoehnt hat.

    LG

(12) 04.10.16 - 07:15

Hallo,

wenn meine Tochter oder ich eine neue Brille bekommen, dann dauert das höchstens einen Tag bis wir uns daran gewöhnt haben. Eine Woche hört sich für mich schon sehr seltsam an. Ich würde lieber nochmal, wie schon erwähnt zum Augenarzt mit Sehschule. Bei meiner Mama war es schon mal so, dass sie bei einer Brille die Gläser falsch eingeschliffen haben.

Halte uns bitte auf dem Laufenden.

Liebe Grüße

Sonja

  • (13) 04.10.16 - 13:14

    Hallo,

    wir waren heute beim Optiker. Die Brille selbst scheint ok zu sein.
    Wir sollen es noch eine Woche ausprobieren. #schwitz

    LG

    • (14) 04.10.16 - 23:48

      Das meinte der Optiker bei meiner Mama auch und in der Sehschule stellte sich dann heraus, dass es der Optiker versemmelt hat. #schwitz

(15) 04.10.16 - 07:51

Hallo,

es wäre interessant zu wissen, welche Werte er genau hat (steht auf dem Brillenpass drauf). Grundsätzlich kommt es bei Weitsichtigkeit häufig vor, dass das Sehen ohne Brille in den ersten Wochen als "besser als mit" beschrieben wird und hier ist der Grund dafür:

Das weitsichtige Auge ist im Vergleich zum Körper zu kurz geraten, d.h. die Lichtstrahlen, die in das Auge fallen, bündeln sich erst hinter der Netzhaut und erzeugen also auf der Netzhaut ein unscharfes Bild. Mit der Augenlinse kann Dein Sohn durch vermehrte Linsenkrümmung diese Lichtbündelung nach vorn verschieben und das Bild so selbst ohne Brille wieder scharf machen (mit der Hornhautverkrümmung geht das dann nicht mehr...kommt also auf die Stärke an, ob er einen Vorteil davon hat). Jetzt mit Brille muss das Auge erst lernen, dass es diese Linsenkrümmung nicht mehr machen muss und entspannen kann, da die Brille nun diese Aufgabe übernimmt ...und solange es das noch nicht hat, sieht Dein Sohn verschwommen. Das "breiter sehen" kann übrigens von der Korrektur der Hornhautverkrümmung kommen - vorher hat er nämlich alles quasi stabförmig verzerrt gesehen und der Ausgleich lässt nun alles breiter erscheinen....
So viel mal zur groben Erklärung.

Wichtig ist natürlich, dass die Brille unter Augentropfen, also mit erweiterter Pupille bestimmt wurde, damit die Werte auch stimmen. Nach 6-8 Wochen wird der Augenarzt Deinen Sohn nochmal sehen wollen, um einen erneuten Sehtest mit Brille zu machen - da sieht man dann, wie gut a)Dein Sohn sich an die Brille gewöhnt hat und b)wie mit Brille die Sehschärfe ist. Wichtig ist aber tatsächlich, dass er die Brille täglich und zwar möglichst viel trägt.

LG

a79

  • (16) 04.10.16 - 13:28

    Hallo,

    vielen Dank fuer deine Antwort.

    Seine Werte sind 2,5/2,00 und bei der Hornhautverkruemmung 1,00.

    Er hat beim Augenarzt die Tropfen bekommen. Vorher war alles eher unauffaellig. Erst nach den Tropfen wurde dann die Weitsichtigkeit diagnostiziert.

    Den naechsten Termin haben wir erst in einem halben Jahr.

    LG

    • (17) 05.10.16 - 15:04

      Wie waren denn die Werte beim Sehtest ohne Brille?
      Wenn ich die Werte so sehe, denke ich, wenn nicht noch ein Schielen im Spiel gewesen ist (und davon schreibst Du ja nichts), wird der Augenarzt auf Grund der Hornhautverkrümmung die Brille verordnet haben, da Dein Kind diese nicht ausgleichen kann. Weitsichtigkeit wird ansonsten, bei unauffälligem weiteren Befund (also Kind hat keine Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verschwommensehen in der Nähe oder eben Schielen), bei Kindern erst so ab 2-3 (eher 3) Dioptrien verordnet.

      Dennoch würde ich mir für in 6-8 Wochen einen Kontrolltermin für die Sehschärfe mit Brille holen. Dann kann auch besprochen werden, wie weiter verfahren wird, falls Dein Sohn trotz regelmäßigen Tragens seiner Brille immer noch das Gefühl hat, nicht gut zu sehen. Denn dann kann es theorethisch auch sein, dass etwas am Gläserschliff oder der Brillenzentrierung nicht stimmt...aber eins nach dem anderen.

      LG

      a79

(18) 05.10.16 - 15:49

Sehr gut erklärt.

Ohne Brille sieht es für mich aus als würden Wände usw. leicht zu mir hin kippen. Aber mein Gehirn hat das immer ausgeglichen. Also ich wusste "Wand, grade, Türrahmen, grade..." und habe es dann auch so wahr genommen. War eine Umstellung mit Brille dann. Die erste Zeit sah alles so aus als Kippe es weg. Treppen laufen war ganz komisch und ich musste echt aufpassen nicht zu fallen. Mein Arzt meinte auch das mein Gehirn Zeit braucht sich um zu stellen. Was schräg wirkte hat mein Hirn grade gemacht und was jetzt grade im Auge an kommt korrigiert mein Hirn fälschlicherweise weiter hin.

(19) 04.10.16 - 09:05

Hallo,

Mein Mann und meine Kinder sind alle weitsichtig.
Die Kinder haben die ersten Tage ein wenig gejammert über die Brille, sie können wohl in die Ferne ein wenig schlechter schauen , als ohne Brille, weil alles etwas breiter und größer wirkt (ist ja bei mir als kurzsichtige genau andersherum).
Aber nie so schlimm wie bei euch, ich würde es nochmal kontrollieren lassen, irgendwas stimmt da nicht.

Mein großer Sohn konnte irgendwann nicht mehr durch seine Brille gucken, beim letzten Termin in der sehschule wurde nun festgestellt das er keine mehr braucht, seine Werte haben sich verbessert, dadurch war mit Brille auch nur noch alles sehr verschwommen und ich dachte im ersten Moment nur er will das Teil einfach aus Eitelkeit nicht mehr tragen.

LG

  • (20) 04.10.16 - 13:18

    Hallo,

    das ist halt das Problem, das mein Sohn hat. Er traegt sie, aber sobald jemand kommt, setzt er sie ab. In der Schule hatte er sie auch nie auf. Leider haben die Lehrer auch nicht drauf geachtet.

    Ich bin mir einfach nicht sicher, ob er durch die Brille wirklich schlechter sieht oder ob er das einfach nur sagt, um sie nicht tragen zu muessen.

    Wenn er sie traegt, dann jammert er auch nicht. Wenn er sie absetzt und ich frage ihn , warum er seine Brille nicht auf hat, dann erzahlt er, dass er ohne besser gucken kann ...

    LG

    • (21) 04.10.16 - 14:17

      Verstehe...
      Klingt mir bei der Schilderung aber eher danach das er die einfach nicht tragen möchte.
      Das Thema hatten wir mit dem Großen ne Weile auch. Zuerst war er total stolz auf die Brille und hat ohne zu jammern sie immerzu getragen, bis sein bester Kumpel meinte er sieht blöd aus damit, da war vorbei und sie wurde permanent in der Schule abgesetzt.
      Von den Lehrern kann man eben auch nicht erwarten ständig zu kontrollieren, welche Kinder Brillen tragen und wer sie zwischendurch absetzt.

      Nach vielen Erklärungen warum das nun mal so muss, ging es dann irgendwann wieder. Zudem ich selbst auch eine Brille trage und er es auch kennt.

      Kontrollieren würde ich es dennoch, aber wie gesagt... würde die Brille wirklich stören, würde er wohl permanent jammern und nicht nur wenn ihm einfällt das er sie eigentlich blöd findet.

(22) 04.10.16 - 09:17

Mein Sohn ist auch weitsichtig 2,5 /2,25 Dioptrien und bei der Hornhautverkrümmung hat er Werte von 1,5/1,75.

Er bekam mit 5 Jahren eine Brille und wollte sie nach zwei Tagen gar nicht mehr absetzten, weil er endlich richtig sehen konnte. Also keine Probleme.

Wir waren allerdings auch bei einem Augenarzt mit Sehschule.

(23) 04.10.16 - 09:30

Hallo,

mein Sohn (4) hat auch seid einigen Monaten eine Brille , es wurde hier ja schon oft geschrieben -wichtig ist das ihr nochmal in eine Sehschule geht , wir haben uns auch ein Fachgeschäft gesucht was speziell für Kinder eröffnet wurde und uns wurde auch mit einer speziellen Brille gezeigt wie unser Sohn ohne sieht , ich war echt erschrocken #heul udn seid dem er die Brille hat , will er sie auch nicht mehr absetzten;-)

Auf alle Fälle lasse das nochmal klären .

Lg

(24) 04.10.16 - 09:30

Hi,

merkwürdig....normalerweise sollte Dein Sohn gleich besser sehen.
Kinderaugenarzt mit Sehschule/Augentropfen ...alles getestet?

Leider gibt es Augenärzte, die bei Kindern nicht besonders acht geben, daher tendiere ich immer zu Kinderaugenärzten.

Optiker messen keine Kinder aus (bei uns erst ab 13. Jahren oder gute Stammkunden auch jünger) aber es wäre eine Möglichkeit, hier mal parallel zu testen, ob komplett andere Werte rauskommen.

LG
Lisa

  • (25) 05.10.16 - 15:07

    Das mit dem Sofort-Besser-Sehen ist leider bei Weitsichtigkeit oft nicht der Fall, da die Augen gewohnt sind, die Weitsichtigkeit selbst auszugleichen und bei Aufsetzen der Brille dieser Ausgleich quasi erstmal doppelt erfolgt, wodurch man dann wieder verschwommen sieht - erst wenn das Auge selbst keinen Ausgleich mehr macht, wird auch das Bild durch die Brille scharf...und das kann ein paar Tage bis Wochen dauern. Daher auch die Kontrolle der Sehschärfe nach 6-8 Wochen ...zumindest machen die Augenärzte (und ich als Orthoptistin auch) dies in den meisten Praxen so.

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