3.Klasse.Wann und wie lernen?

    • (1) 12.10.16 - 22:21

      Hallo,

      Meine Tochter geht nun in die 3.te.
      Der Unterschied zur 2ten Klasse ist extrem.

      Jeden Tag hat sie sehr viel Mathe auf und eigentlich täglich zu lernen.
      Wir sind jetzt in Woche 4.

      Es waren schon 2 Gedichte sie benotet wurden.

      HSU steht täglich im Heft zu lernen, sind schon gut 10 Blätter.
      Nun soll sie täglich 10MIN laut lesen und Fremdwörter schreiben üben.

      Vokabeln sollen anhand einem Karteikasten gelernt werden.
      Zudem muss sie nun noch ein Referat vorbereiten und halten.

      Finde nur ich das ziemlich viel?

      Wir schaffen dieses Pensum nicht.
      Täglich bis 13uhr schule, dazu noch einmal nachmittags 1 AG.

      Ihre Privaten Termine finden erst am späten Nachmittag statt,aber wir könnten bis dahin locker pausenlos lernen.

      • Ach ja ....Lernen eure Kids Sachen wie HSU alleine?
        Ich habe damals allein gelernt und wurde dann abgefragt. Hier funktioniert das noch nicht.
        Ich muss mit ihr lernen.

        Die Sache mit dem alleine lernen ist auch etwas Erziehungssache. Ich habe meinen Sohn sofort dazu angehalten, Aufgaben allein zu lösen. Als er noch nicht lesen konnte, habe ich lediglich die Aufgabenstellung vorgelesen. Danach musste er allein. Wenn ich mit ihm gelernt hätte, wäre er super bequem geworden. Und hätte sich schön alles vorsetzen lassen. Du kennst Dein Kind natürlich am besten. Ich schreib nur, wie ich es gehändelt habe. Mit meinem konnte ich es so machen. Es war und ist für uns die beste Lösung.

        Das mit dem Lernpensum zieht an. Das stimmt. Ich kann Dir nur den Tipp geben, das Problem bei den Lehrern anzusprechen. Oftmals liegen zu viel Hausaufgaben auch an mangelnder Absprache zwischen den Lehrern.

        Bei uns wurde in der 2. Klasse was gesagt. Seit dem hat sich vieles verändert. An einem Tag gibt es gar nichts auf. Dieser Tag kann dann genutzt werden, um andere Sachen aufzuarbeiten oder einfach mal Kind sein zu dürfen.

        solange du ernsthaft schreibst:

        "WIR könnten bis dahin locker pausenlos lernen." läuft definitiv irgendwas schief!!!

        Hatte deine Tochter denn mal die Chance zu lernen, was passiert, wenn sie nicht VON ALLEIN ein HSU-Blatt nimmt und sich das anguckt? Ich schätze, die Antwort lautet Nein.

        Dann lass sie. Sie wird lernen, was sie wann braucht (und auch, wenn sie deine Hilfe braucht).

        Ich sagte heute sowas zu meiner großen Tochter (11, 6. Klasse Grundschule) wie: Siehste, so ist das, wenn man sich gut vorbereitet!

        Und sie: "Ich hab mich doch nicht vorbereitet! Ich hab die Hausaufgaben gemacht und mir nochmal den Hefter angeguckt. Das war es!"

        Ähm. Ja. Jetzt weiß ich (bei ihr), dass es in Fleisch und Blut übergegangen ist. Aber das war ein laaaanger, laaaaanger Weg. Wichtig (finde ich) ist, dass man auf diesem Weg immer und immer wieder "locker" lässt, um zu schauen, was das Kind schon selbst schafft.

        Im Übrigen habe ich noch eine Kleine (4. Klasse Grundschule). Da läuft das alles wesentlich besser und von allein. Es hängt also wirklich stark vom Kind ab!

        Und nochmal PS: Das hat nicht unbedingt was mit (Schul)Leistungen zu tun. Die Große ist der klassische "Überflieger", die Kleine ist weitestgehens "durchschnittlich".

      • (5) 12.10.16 - 22:44

        Huhu,

        Hat sie echt jeden Tag Mathe und jeden Tag HSU? Mein Sohn hatte nur 3x pro Woche Mathe und 2x HSU, es waren oft Doppelstunden.

        Er musste in der ganzen Grundschulzeit kein einziges Gedicht lernen, nur einmal seinen Text für ein Theaterstück.
        Vokabeln wurden nicht gelernt, gab es nicht.
        Referate wurden komplett in der Schule erstellt, es war verboten, zuhause etwas daran zu tun (außer Material zu recherchieren und auszudrucken).

        Fremdwörter? Nö.

        Lesen sollten sie in der 1. Klasse, mein Sohn hat in der 3. Klasse Bücher wie Percy Jackson gelesen, sicherlich mindestens 30 min pro Tag.

        Für Sachkunde hat er nie gelernt, nur ca. 10 min wiederholt, wenn er wusste, dass ein Test geschrieben wird. Das war einmal pro Halbjahr und das Thema war bekannt. Es waren dann immer ca. 4 Arbeitsblätter.

        Ist schon interessant, wie unterschiedlich die Bundesländer sind.

        Mein Sohn kann fast fehlerlos rechtschreiben (macht noch Kommafehler) und kann alle notwendigen Rechenoperationen mit natürlichen Zahlen, Sachrechnen, Textaufgaben, einfache Geometrie... Ich wüsste nicht, was er jetzt mehr könnte, wenn er Vokabeln gelernt und Gedichte auswendig gelernt hätte.

        LG

        Hanna

        • (6) 12.10.16 - 22:58

          Sachkundetest war z. B.:

          Thema "unsere Stadt",

          - Nenne 8 Stadtteile
          - Durch welche Orte/Stadtteile fließt <örtlicher Fluss>?
          - Welche Gemeinden gehören zu unserem Landkreis?
          - Nenne 5 Autokennzeichen aus unserem Landkreis
          - Was zeigt das Wappen unserer Stadt und warum?
          - Wie heißt unser Stadteil und warum heißt er so?

          Er hat sich die Arbeitsblätter noch einmal durchgelesen, ich habe ihm dann ein paar stichprobenartige Fragen gestellt, mehr hat er nicht gemacht.

          Schwerer war es nie.

          LG

          Hanna

          • (7) 13.10.16 - 07:54

            Da habt ihr aber einfach Glück, so übersichtlich und simpel ist es eben nicht überall.

            Das variiert einfach. Von Bundesland zu Bundesland, aber auch von Schule zu Schule, teils sogar von Lehrer zu Lehrer. 4 relevanten HSU BLättern im Halbjahr ist wirklich sehr übersichtlich

            • (8) 13.10.16 - 08:49

              Sie hatten durchaus mehr Blätter im Halbjahr, aber sie haben nicht zu jedem Thema eine Arbeit geschrieben. In Sachkunde gab es viel Portfolioarbeit, d. h., es wurden Hefter zu bestimmten Themen bearbeitet und diese wurden dann benotet (richtiger Inhalt, Sorgfalt, Vollständigkeit, ...). Zum Thema "Skelett" wurde z. B. ein Heft selbst von den Kindern erstellt, mit Deckblatt etc. Außerdem wurde in der Schule ein Referat zum Thema "Weihnachten in anderen Ländern" erstellt. Aber das sollte komplett in der Schule bearbeitet werden, es war keine Hausaufgabe.
              In der 4. Klasse wurden schon viele Themen behandelt, aber nur zum Thema "Unser Ort" und Sexualkunde wurde eine Arbeit geschrieben. Und dann gab es noch die Fahrradprüfung.
              Ich denke aber mal, den Hauptanteil an der Note hat die Mitarbeit im Unterricht ausgemacht.

              • (9) 13.10.16 - 09:45

                Es scheint trotzdem sehr schülerfreundlich zu sein.
                Gerade die benoteten Hefter... einfacher gehts ja kaum.

                Bei uns wird halt jedes Thema schriflich geprüft, angesagt oder nicht angesagt, und die schriftlichen Tests machen den Großteil der Noten aus. Das kann schon recht anstrengend werden. Sicherlich gibts auch Referate, Abfragen und andere mündliche Noten, aber die alle zusammen machen vielleicht ein Drittel der Note aus, wenn man Glück hat.

                Die Kinder kommen damit auch zurecht, man bekommt ja meist mit, wenn etwas geschriebenwird. Aber vor den Tests muss man schon ordentlich lernen. Wenn es einen bei einem unangesagten Test mal doch blank erwischt, kann das durchaus ins Auge gehen.

                Ich finde das nicht unbedingt gut so (die Mischung wäre es wahrscheinlich;-)), aber man muss es halt so nehmen, wie es ist.

                Bei meinem Sohn lief die Sachkundebenotung auch zu 80% über mündliche Mitarbeit, Referate und den vollständigen, sauberen Hefter. Tests gab es ganz selten und wenn, dann waren sie nicht besonders anspruchsvoll.

                Meine Tochter (selbes Bundesland, selbe Schule, aber andere Lehrerin) läuft das ganz anders. Der Hefter interessiert die Lehrerin überhaupt nicht und die Tests sind schon ziemlich umfangreich.

                Referate findet sie doof, deshalb macht sie die nicht (O-Ton der Lehrerin #augen).

                Jetzt gab es das Thema Wald und sie mussten sämtliche Laub- und Nadelbäume mit Früchten und Blättern zuordnen können, die Photosynthese erklären können, Tiere im Wald mit den Fachbegriffen benennen (also Körperteile der Rehe z.b. mit Fachbegriffen.. wie nennt man das Rudel der Wildschweine, was ist der Unterschied zwischen Rehen und Hirschen usw.). Regeln im Wald und Umweltschutz gabs dazu. Ich finde das im Vergleich schon sehr krass und wundere mich, dass es auf ein und derselben Schule so unterschiedlich gehandhabt werden kann/darf.

          (11) 13.10.16 - 10:17

          Uff, ihr Glücklichen!

          Bei uns waren es alle Bundesländer und Hauptstädte und von unserer Stadt alle Stadtteile, 5 Flüsse/Kanäle, 5 Waldgebiete, 5 Schlösser/Burgen, 5 Industriegebiete, 5 Kirchen, 5 Sehenswürdigkeiten aufzählen können und dazu das Stadtwappen zeichnen und erklären können. Ich fand das ganz schön heftig.

          LG
          Jenx

          • (12) 13.10.16 - 10:27

            Bundesländer haben sie auch behandelt, aber die waren nicht Bestandteil einer Arbeit. In der 3. hatten sie außerdem alle deutschen Inseln, aber auch die wurden nicht schriftlich abgefragt.

            Deutsche Flüsse, Wälder, Burgen wurden in der Grundschule nicht sehr intensiv behandelt. Ich glaube, sie mussten diese lediglich einmal auf einer Deutschlandkarte einzeichnen, mehr aber nicht.

        Hallo,

        da hattet ihr Glück, dass die Fragen so simpel waren, die meisten Fragen, die du nennest, konnten die Kinder sicherlich schon vor dem Unterricht beantworten.
        Dafür muss man im Normalfall natürlich nicht lernen.
        An unserer Grundschule waren die Fragen deutlich umfangreicher und/oder komplexer.
        In der 3. Klasse gab es auch immer Transferaufgaben im HSU-Test.

        LG

    Hallo,

    die Unterschiede scheinen je nach Bundesland tatsächlich ziemlich groß zu sein.

    Ein angekündigter Test pro Halbjahr, für den ca. 4 Arbeitsblätter gelernt werden müssen, wäre hier der Traum eines jeden Drittklässlers :-). Hier wurden 2 bis 3 Proben (in der 3. Klasse unangekündigt) geschrieben, jeweils mit ca. 10 Seiten Lernstoff, in der 4. Klasse auch teilweise mehr.

    Gedichte mussten 3 pro Schuljahr gelernt und aufgesagt werden, wobei ich das nicht schlimm finde.
    Heftführung wurde hier gar nicht benotet, das wurde einfach vorausgesetzt, dass sie ihre Hefte ordentlich führen.

    LG

Der Sprung bzw.das Anforderungsniveau ab Klasse3zieht, wiedu es richtig beobachtest ordentlich an. In welchem Bundesland seit ihr?

Zwischen 13 Uhr und dem zu Bett gehen, gibt es also genug Raum zum Lernen. Findet schnell einen Weg, wenn deine Tochter damit nicht klar kommt, fährt der Zug eben mit ihr in die andere Schule.

Lernt gemeinsam, Frage ab, kontrollieren ihre Hausaufgaben und halte die Prüfungen im Auge.

Lernen muss gelernt werden!

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