3.Klasse.Wann und wie lernen?

    • (1) 12.10.16 - 22:21

      Hallo,

      Meine Tochter geht nun in die 3.te.
      Der Unterschied zur 2ten Klasse ist extrem.

      Jeden Tag hat sie sehr viel Mathe auf und eigentlich täglich zu lernen.
      Wir sind jetzt in Woche 4.

      Es waren schon 2 Gedichte sie benotet wurden.

      HSU steht täglich im Heft zu lernen, sind schon gut 10 Blätter.
      Nun soll sie täglich 10MIN laut lesen und Fremdwörter schreiben üben.

      Vokabeln sollen anhand einem Karteikasten gelernt werden.
      Zudem muss sie nun noch ein Referat vorbereiten und halten.

      Finde nur ich das ziemlich viel?

      Wir schaffen dieses Pensum nicht.
      Täglich bis 13uhr schule, dazu noch einmal nachmittags 1 AG.

      Ihre Privaten Termine finden erst am späten Nachmittag statt,aber wir könnten bis dahin locker pausenlos lernen.

      • Ach ja ....Lernen eure Kids Sachen wie HSU alleine?
        Ich habe damals allein gelernt und wurde dann abgefragt. Hier funktioniert das noch nicht.
        Ich muss mit ihr lernen.

        Die Sache mit dem alleine lernen ist auch etwas Erziehungssache. Ich habe meinen Sohn sofort dazu angehalten, Aufgaben allein zu lösen. Als er noch nicht lesen konnte, habe ich lediglich die Aufgabenstellung vorgelesen. Danach musste er allein. Wenn ich mit ihm gelernt hätte, wäre er super bequem geworden. Und hätte sich schön alles vorsetzen lassen. Du kennst Dein Kind natürlich am besten. Ich schreib nur, wie ich es gehändelt habe. Mit meinem konnte ich es so machen. Es war und ist für uns die beste Lösung.

        Das mit dem Lernpensum zieht an. Das stimmt. Ich kann Dir nur den Tipp geben, das Problem bei den Lehrern anzusprechen. Oftmals liegen zu viel Hausaufgaben auch an mangelnder Absprache zwischen den Lehrern.

        Bei uns wurde in der 2. Klasse was gesagt. Seit dem hat sich vieles verändert. An einem Tag gibt es gar nichts auf. Dieser Tag kann dann genutzt werden, um andere Sachen aufzuarbeiten oder einfach mal Kind sein zu dürfen.

        solange du ernsthaft schreibst:

        "WIR könnten bis dahin locker pausenlos lernen." läuft definitiv irgendwas schief!!!

        Hatte deine Tochter denn mal die Chance zu lernen, was passiert, wenn sie nicht VON ALLEIN ein HSU-Blatt nimmt und sich das anguckt? Ich schätze, die Antwort lautet Nein.

        Dann lass sie. Sie wird lernen, was sie wann braucht (und auch, wenn sie deine Hilfe braucht).

        Ich sagte heute sowas zu meiner großen Tochter (11, 6. Klasse Grundschule) wie: Siehste, so ist das, wenn man sich gut vorbereitet!

        Und sie: "Ich hab mich doch nicht vorbereitet! Ich hab die Hausaufgaben gemacht und mir nochmal den Hefter angeguckt. Das war es!"

        Ähm. Ja. Jetzt weiß ich (bei ihr), dass es in Fleisch und Blut übergegangen ist. Aber das war ein laaaanger, laaaaanger Weg. Wichtig (finde ich) ist, dass man auf diesem Weg immer und immer wieder "locker" lässt, um zu schauen, was das Kind schon selbst schafft.

        Im Übrigen habe ich noch eine Kleine (4. Klasse Grundschule). Da läuft das alles wesentlich besser und von allein. Es hängt also wirklich stark vom Kind ab!

        Und nochmal PS: Das hat nicht unbedingt was mit (Schul)Leistungen zu tun. Die Große ist der klassische "Überflieger", die Kleine ist weitestgehens "durchschnittlich".

      • (5) 12.10.16 - 22:44

        Huhu,

        Hat sie echt jeden Tag Mathe und jeden Tag HSU? Mein Sohn hatte nur 3x pro Woche Mathe und 2x HSU, es waren oft Doppelstunden.

        Er musste in der ganzen Grundschulzeit kein einziges Gedicht lernen, nur einmal seinen Text für ein Theaterstück.
        Vokabeln wurden nicht gelernt, gab es nicht.
        Referate wurden komplett in der Schule erstellt, es war verboten, zuhause etwas daran zu tun (außer Material zu recherchieren und auszudrucken).

        Fremdwörter? Nö.

        Lesen sollten sie in der 1. Klasse, mein Sohn hat in der 3. Klasse Bücher wie Percy Jackson gelesen, sicherlich mindestens 30 min pro Tag.

        Für Sachkunde hat er nie gelernt, nur ca. 10 min wiederholt, wenn er wusste, dass ein Test geschrieben wird. Das war einmal pro Halbjahr und das Thema war bekannt. Es waren dann immer ca. 4 Arbeitsblätter.

        Ist schon interessant, wie unterschiedlich die Bundesländer sind.

        Mein Sohn kann fast fehlerlos rechtschreiben (macht noch Kommafehler) und kann alle notwendigen Rechenoperationen mit natürlichen Zahlen, Sachrechnen, Textaufgaben, einfache Geometrie... Ich wüsste nicht, was er jetzt mehr könnte, wenn er Vokabeln gelernt und Gedichte auswendig gelernt hätte.

        LG

        Hanna

        • (6) 12.10.16 - 22:58

          Sachkundetest war z. B.:

          Thema "unsere Stadt",

          - Nenne 8 Stadtteile
          - Durch welche Orte/Stadtteile fließt <örtlicher Fluss>?
          - Welche Gemeinden gehören zu unserem Landkreis?
          - Nenne 5 Autokennzeichen aus unserem Landkreis
          - Was zeigt das Wappen unserer Stadt und warum?
          - Wie heißt unser Stadteil und warum heißt er so?

          Er hat sich die Arbeitsblätter noch einmal durchgelesen, ich habe ihm dann ein paar stichprobenartige Fragen gestellt, mehr hat er nicht gemacht.

          Schwerer war es nie.

          LG

          Hanna

          • (7) 13.10.16 - 07:54

            Da habt ihr aber einfach Glück, so übersichtlich und simpel ist es eben nicht überall.

            Das variiert einfach. Von Bundesland zu Bundesland, aber auch von Schule zu Schule, teils sogar von Lehrer zu Lehrer. 4 relevanten HSU BLättern im Halbjahr ist wirklich sehr übersichtlich

            • (8) 13.10.16 - 08:49

              Sie hatten durchaus mehr Blätter im Halbjahr, aber sie haben nicht zu jedem Thema eine Arbeit geschrieben. In Sachkunde gab es viel Portfolioarbeit, d. h., es wurden Hefter zu bestimmten Themen bearbeitet und diese wurden dann benotet (richtiger Inhalt, Sorgfalt, Vollständigkeit, ...). Zum Thema "Skelett" wurde z. B. ein Heft selbst von den Kindern erstellt, mit Deckblatt etc. Außerdem wurde in der Schule ein Referat zum Thema "Weihnachten in anderen Ländern" erstellt. Aber das sollte komplett in der Schule bearbeitet werden, es war keine Hausaufgabe.
              In der 4. Klasse wurden schon viele Themen behandelt, aber nur zum Thema "Unser Ort" und Sexualkunde wurde eine Arbeit geschrieben. Und dann gab es noch die Fahrradprüfung.
              Ich denke aber mal, den Hauptanteil an der Note hat die Mitarbeit im Unterricht ausgemacht.

              • (9) 13.10.16 - 09:45

                Es scheint trotzdem sehr schülerfreundlich zu sein.
                Gerade die benoteten Hefter... einfacher gehts ja kaum.

                Bei uns wird halt jedes Thema schriflich geprüft, angesagt oder nicht angesagt, und die schriftlichen Tests machen den Großteil der Noten aus. Das kann schon recht anstrengend werden. Sicherlich gibts auch Referate, Abfragen und andere mündliche Noten, aber die alle zusammen machen vielleicht ein Drittel der Note aus, wenn man Glück hat.

                Die Kinder kommen damit auch zurecht, man bekommt ja meist mit, wenn etwas geschriebenwird. Aber vor den Tests muss man schon ordentlich lernen. Wenn es einen bei einem unangesagten Test mal doch blank erwischt, kann das durchaus ins Auge gehen.

                Ich finde das nicht unbedingt gut so (die Mischung wäre es wahrscheinlich;-)), aber man muss es halt so nehmen, wie es ist.

                (10) 13.10.16 - 10:36

                Bei meinem Sohn lief die Sachkundebenotung auch zu 80% über mündliche Mitarbeit, Referate und den vollständigen, sauberen Hefter. Tests gab es ganz selten und wenn, dann waren sie nicht besonders anspruchsvoll.

                Meine Tochter (selbes Bundesland, selbe Schule, aber andere Lehrerin) läuft das ganz anders. Der Hefter interessiert die Lehrerin überhaupt nicht und die Tests sind schon ziemlich umfangreich.

                Referate findet sie doof, deshalb macht sie die nicht (O-Ton der Lehrerin #augen).

                Jetzt gab es das Thema Wald und sie mussten sämtliche Laub- und Nadelbäume mit Früchten und Blättern zuordnen können, die Photosynthese erklären können, Tiere im Wald mit den Fachbegriffen benennen (also Körperteile der Rehe z.b. mit Fachbegriffen.. wie nennt man das Rudel der Wildschweine, was ist der Unterschied zwischen Rehen und Hirschen usw.). Regeln im Wald und Umweltschutz gabs dazu. Ich finde das im Vergleich schon sehr krass und wundere mich, dass es auf ein und derselben Schule so unterschiedlich gehandhabt werden kann/darf.

          (11) 13.10.16 - 10:17

          Uff, ihr Glücklichen!

          Bei uns waren es alle Bundesländer und Hauptstädte und von unserer Stadt alle Stadtteile, 5 Flüsse/Kanäle, 5 Waldgebiete, 5 Schlösser/Burgen, 5 Industriegebiete, 5 Kirchen, 5 Sehenswürdigkeiten aufzählen können und dazu das Stadtwappen zeichnen und erklären können. Ich fand das ganz schön heftig.

          LG
          Jenx

          • (12) 13.10.16 - 10:27

            Bundesländer haben sie auch behandelt, aber die waren nicht Bestandteil einer Arbeit. In der 3. hatten sie außerdem alle deutschen Inseln, aber auch die wurden nicht schriftlich abgefragt.

            Deutsche Flüsse, Wälder, Burgen wurden in der Grundschule nicht sehr intensiv behandelt. Ich glaube, sie mussten diese lediglich einmal auf einer Deutschlandkarte einzeichnen, mehr aber nicht.

        (13) 13.10.16 - 19:58

        Hallo,

        da hattet ihr Glück, dass die Fragen so simpel waren, die meisten Fragen, die du nennest, konnten die Kinder sicherlich schon vor dem Unterricht beantworten.
        Dafür muss man im Normalfall natürlich nicht lernen.
        An unserer Grundschule waren die Fragen deutlich umfangreicher und/oder komplexer.
        In der 3. Klasse gab es auch immer Transferaufgaben im HSU-Test.

        LG

    (14) 13.10.16 - 20:10

    Hallo,

    die Unterschiede scheinen je nach Bundesland tatsächlich ziemlich groß zu sein.

    Ein angekündigter Test pro Halbjahr, für den ca. 4 Arbeitsblätter gelernt werden müssen, wäre hier der Traum eines jeden Drittklässlers :-). Hier wurden 2 bis 3 Proben (in der 3. Klasse unangekündigt) geschrieben, jeweils mit ca. 10 Seiten Lernstoff, in der 4. Klasse auch teilweise mehr.

    Gedichte mussten 3 pro Schuljahr gelernt und aufgesagt werden, wobei ich das nicht schlimm finde.
    Heftführung wurde hier gar nicht benotet, das wurde einfach vorausgesetzt, dass sie ihre Hefte ordentlich führen.

    LG

Der Sprung bzw.das Anforderungsniveau ab Klasse3zieht, wiedu es richtig beobachtest ordentlich an. In welchem Bundesland seit ihr?

Zwischen 13 Uhr und dem zu Bett gehen, gibt es also genug Raum zum Lernen. Findet schnell einen Weg, wenn deine Tochter damit nicht klar kommt, fährt der Zug eben mit ihr in die andere Schule.

Lernt gemeinsam, Frage ab, kontrollieren ihre Hausaufgaben und halte die Prüfungen im Auge.

Lernen muss gelernt werden!

Wichtig ist aus meiner Sicht, schnell ein lernrythmus zu vereinbaren. Wir haben dies zB schon ab der ersten Klasse eingerichtet. Feste lernzeiten für hausaufgaben etc.

Sei beruhigt,in der4.Klasse Bayern ist der Sprung vollzogen. Da gibt es nur noch die 22 Prüfungen und fertig ist die Laube.

Also 30-60 min. Sollten ausreichen und Wochenende auf die kommenden Exen vorbereiten

(17) 13.10.16 - 08:11

Ich denke, ihr müsst erst noch richtig in der 3. Klasse ankommen. Natürlich wird einem am Anfang erzählt, was alles erwartet wird, aber letztendlich wird nichts so heiß gegessen wie gekocht.
Wenn sie dreimal die Woche laut liest, das aber regelmäßig und nicht nur die ersten Wochen, reicht das sicher aus. Das ist sicherlich mehr als die meisten anderen tun.
Gedichte kommen ja nicht ständig dran, ebenso Referate. Natürlich ist das dann zeitweise etwas mehr Arbeit (wobei man sich gerade das Referst ja sehr gut einteilen kann), aber dann ist es auch wieder vorbei. Gleiches mit den Fremdwörtern. So viele sind das doch nicht und irgendwann kann sie die doch und muss sie nur noch hin und wieder wiederholen (im Idealfall).

Natürlich sind die Hausaufgaben in der 3. Klasse deutlich mehr. Auch HSU wird anspruchsvoller. Aber daran wird sich dein Kind gewöhnen und auch schneller werden. Wenn sie regelmäßig länger als 1 Stunde an den reinen Hausaufgaben sitzt, würde ich mit der Lehrerin sprechen.
Und alles Zusätzliche wie lesen oder Fremdwörter schreiben, macht sie entweder an den Tagen, an denen sie schnell mit den Hausis fertig ist, oder eben am Wochenende.

(18) 13.10.16 - 08:12

Ja ab der dritten Klasse wird nochmal angezogen. Ich muss aber da auch unsere Klassenlehrerin loben, die die Kinder da auch schon echt gut vorbereitet hat. Dann wird der Sprung in die weiterführende Schule vielleicht nicht ganz so riesig sein wie bei anderen aus unsere Schule. Sie ist dafür bekannt ein schnelles Tempo zu haben.

Seit den ca 7 Wochen von dem Sommerferien bis jetzt zu den Herbstferien haben sie 2 Diktate und ein Deutschtest geschrieben. Ein Gedicht musste auswendig gelernt werden. Ein Mathetest und heute ein HWSU Test. Englisch haben sie 2 mal die Woche, da muß zu jeder Stunde neue Wörter bzw. Vokabeln gelernt werden. In Deutsch haben sie dann noch geheftete Zettel bekommen wo sie pro Woche 10 Wörter gelernt werden mit der richtigen Rechtschreibung, das wird jeden Montag geschrieben.

Achso Unterricht haben sie 4xdie Woche 6 Std. Bis viertel vor 2 und einmal 5 std.

Meine Tochter ist sehr ergeizig und zielstrebig. Sie lernt einiges alleine, vieles nimmt sie aus dem Unterricht mit. Ich frage sie dann öfters nochmal ab oder diktiere ihr Sachen.

Nachmittags macht sie dann Leistungsturnen und Handball. Somit ist jeder Nachmittag auch ausgeplant. Noch schafft sie es locker und möchte es gerne so aber ich habe auch gesagt, wenn es zuviel wird muss sie irgendwo kürzer treten. Ich sehe das zwischen Mittagessen, Hausaufgaben und lernen bis zu den nachmittags Aktivitäten nicht viel Zeit bleibt aber es passt noch.

Seid ihr in Bayern?

Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Bundesländer das handhaben.

Mein Sohn ist in der 3. Klasse in NRW.

Hausaufgaben sind täglich Mathe und Deutsch und 2 mal pro Woche Englisch Vokabeln ins Heft übertragen. An Mathe sitzt er nie länger als 5 Minuten, für Deutsch braucht er so 15 Minuten, weil er noch sehr langsam schreibt.

Es gab bisher eine Mathe Arbeit, eine Grammatik Arbeit und einen Lesetest.

Vorbereitet hat er sich darauf nicht. Seine Ergebnisse waren prima. Ich merke an den Hausaufgaben bereits, das er alles gut verstanden hat.

Bringt die Paukerei in Bayern den Schülern was? Oder ist das nur Druck und Auslese?

Viele Grüße

Julia

  • (20) 13.10.16 - 09:38

    Ich frage mich das auch immer. Ich selbst bin in Bayern zur Schule gegangen und auch damals hieß es schon, dass das bayrische Abi viel schwieriger ist als im Rest der Nation. In der Grundschule habe ich damals (Ende 70er) nie gelernt. Ich war allerdings durchaus eher eine "Streberin" und habe die Hausaufgaben freiwillig, sorgfältig und gerne gemacht, ebenso wie irgendwelche Sonderaufgaben. Ich hatte bis auf Handarbeit, wo ich eine 3 hatte, ein reines Einserzeugnis. Ohne über die HA hinaus zu lernen.

    Vermutlich ist es heute anders und die Ansprüche sind weiter gestiegen. Ich weiß z. B. Nicht, ob wir in der Grundschule viele Gedichte lernen mussten, 1-2 kurze pro Jahr aber sicherlich schon. In der 5./6. Klasse waren auf jeden Fall welche dran, richtig lange sogar wie "Die Bürgschaft". Und Englisch hatten wir ja in der Grundschule damals auch nicht.

    Auf dem Gymnasium angekommen, musste ich damals erstmal das Lernen lernen. In der 7. und 8. hatte ich einen Noteneinbruch, da kam die Pubertät dazu und Schule war auf einmal doof. Da hatte ich in Physik durchaus mal die eine oder andere 5 in einer Ex. #schein Die 11. Klasse habe ich "übersprungen" (in D, ich habe sie in den USA gemacht) und trotzdem mein Abi geschafft mit einem guten Zweier-Schnitt. Und damals war anscheinend auch in Bayern die Grundschule nicht so krass wie heute, sonst wäre ich da sicher nicht so easy durchgekommen...

    Ich habe hier in NRW nicht den Eindruck, dass zu wenig von den Kindern verlangt wird, aber eben auch nicht zu viel (im Sinne von unnötig, übertrieben). Heute ist der Unterricht viel interaktiver gestaltet als früher und die Formate sind viel abwechslungsreicher. Mein Sohn hat in Bio z. B. bereits das Verhalten von Achatschnecken beobachtet und daraus Schlüsse abgeleitet, sowie Blätter mikroskopiert, um die Zellstruktur zu analysieren. Sowas gab es bei uns nicht. Da gab es trockene Theorie, ein paar Plastikschaustücke, ausgestopfte Tiere und den einen oder anderen Film des "Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht". :-p

    Wenn ich hier Berichte von bayrischen Grundschulen lese, dann finde ich das dort verlangte durchaus übertrieben. 22 schriftliche Arbeiten für das Übertrittszeugnis??? Ich denke, dass ein Klassenlehrer auch ohne diese Tests sehr gut einschätzen kann, welche Kinder fürs Gymnasium geeignet sind und welche nicht.

    Hallo!

    meine Kinder besuchen die Schule in Hessen, ich komme aber aus Bayern und kann Dir ganz verbindlich sagen, dass bayersiche GS-Kinder tatsächlich das Doppelte im Hirn haben, wie hessische GS-Kinder. Hessen und NRW sind sehr vergleichbar (schlecht).
    Meine Freundin hat 3 ca. gleichaltrige Kinder in der bay. Dorf-GS, daher weiß ich das sehr genau. - Es ist das doppelte Wissen!
    Oberflächlich betrachten haben alle Lesen, Schreiben, und die 4 Rechenarten gelernt und ein bisschen Englisch - in der Tiefe sieht es anders aus!

    Man kann sich sehr wohl drüber streiten, ob es sinnvoll ist 4 GS-Jahre verstreichen zu lassen ohne die Kinder mit HAs auch nur ansatzweise auszulasten - meine brauchten in der GS auch maximalst!!!!! 5 Minuten (teilweise weil sie gut sind und ganz bestimmt auch weil das Anforderungslevel sehr gering ist!). Sie wären auch mit dem doppeltem Pensum bei weitem nicht ausgelastet gewesen. Ich halte diesen Umgang für mindestens 50% der Kinder - verschwendete Zeit während der Zeit-sinnlos-totschalgen perfektioniert werden kann! Soviel ausserschulische Auslastung kann man gar nicht organisieren!

    Meine Kinder sind gut bis sehr gut im Gym unterwegs, aber ich habe sehr große Zweifel ob die jemals an einer bay. Uni mithalten könnten ohne zumindest in den ersten paar JAHREN sowohl an Erschöpfung als auch an mangelndem Grundlagenwissen extremst zu leiden. Deswegen werden sie vermutlich in einer hess. Uni mindestens mittelmäßig mithalten können, sofern keine bay. Kinder kommen und ihnen zeigen werden wo wirklich der Hammer hängt.

    Sie sind einfach der Einäugige unter den Blinden!

    LG, I.

    • (22) 13.10.16 - 15:49

      Huhu,

      An unserer ehemaligen Grundschule gibt es seit diesem Schuljahr überhaupt keine HA mehr, dafür jeden Tag eine halbe Stunde länger Unterricht mit "Lernzeit".
      Ich glaube nicht, dass es bei irgendeinem Abiturienten im Studium an "mangelndem" Grundwissen liegt, wenn er mit dem Studium nicht klar kommt. Außer vielleicht bei Mathe, aber wer studiert das schon, wenn er kein ausgeprägtes Talent dafür hat? Bei so vielen Studiengängen werden Dinge behandelt, die in der Schule gar nicht vorkamen. Wenn man Abitur hat, ist doch alles nochmal auf Null gestellt und man beginnt von vorne.
      Medizin oder Jura beispielsweise. Ich glaube nicht, dass einem der Biologie/Chemieunterricht oder Sozialkunde/Wirtschaft&Recht hier weit bringt...

      Das Gymnasium verschafft eine breite Allgemeinbildung, von der man bestimmt 80% im Studium nicht benötigt, da es eine Spezialisierung ist.

      Informatik ist schon auch ein Mathelastiges Studienfach, aber im Studium werden die Grundlagen am Anfang auch wieder behandelt, nur geht es da sehr viel schneller als in der Schule.
      Wenn ich was Technisches studieren wollte, würde ich z. B. an die RWTH Aachen gehen. Die liegt bekanntlich in NRW und ist "trotzdem" eine Spitzenuni.

      LG

      Hanna

      Ich bin damals im Studium auch bayrischen Studenten begegnet. (Erasmus Austausch)
      Die waren nicht erfolgreicher als die anderen Austauschstudenten.

      Mein Mann hatte einen Promotions-Kollegen aus Bayern, der nach der Grundschule auf die Hauptschule musste und dann mühsam sein Abi nachgemacht hatte. Dabei war er sehr intelligent.

      Da zweifelt man dann schon am bayrischen System. ..

      Das sind natürlich alles Einzelfälle, ich habe ansonsten nur einige Dokus gesehen, die den Druck auf die Schüler zeigen.

      Viele Grüße

      Julia

(24) 13.10.16 - 09:01

Hm ,wo wohnt Ihr denn?

Ich kann das so von hier in HH nicht bestätigen. Meine Tochter geht in d.4. Klasse ,ich kann mich nicht erinnern ,dass sie bisher großartig mal gelernt hat. Ja ,mal ein Gedicht (das kommt ja nicht so häufig vor) oder mal für ne Arbeit ,aber sonst?

Diese Woche schreiben sie einen Englischtest ,das ist wirklich einfach ,kann sie aus dem Unterricht. Dann schreiben sie einen größeren Test in Mathe über 2 Tage (Lernstandüberprüfung....kommt alles mögliche dran,kann man sicht nicht wirklich vorbereiten....da wird die Zeit gestoppt ....3 min für 21 Aufgaben etc.)....dieses wird aber nicht bewertet.
Am Freitag schreiben sie auch noch einen Deutschtest. Wörtliche Rede ,Zeichensetzung etc.

Mein Großer besucht Klasse 8 (Gymnas.) ,ja ,der muss hin und wieder lernen ,dieses Halbjahr ist recht straffes Programm .
Aber das ist nur phasenweise ,nicht tägl.

Unsere Kids trainieren beide 3x die Woche ,haben oft am WE Wettkämpfe und d. KLeine besucht Mo-Do den Hort (15:30 /16 Uhr) ,die HA erledigt sie erst zu Hause ,sie schafft das locker. Dazu braucht sie nie länger als 10-30 min .

Ich denke ,das läuft in d. verschied. Bundesländern total unterschiedl..Es kommt sicher auch immer auf das jeweilige Kind an.
Aber Euer Pensum kann ich gar nicht nachvollziehen.

LG Kerstin

(25) 13.10.16 - 10:31

Hallo,

wieso hat sie täglich HSU auf? Hat sie das jeden Tag? Kann ich mir kaum vorstellen.

Das 10 minütige laute Lesen kann man auch gut auf den Abend vorm Schlafengehen verschieben. Meine Tochter 9 bekommt in dem Alter noch gerne vorgelesen abends, da kann man sich ja z.b. abwechseln. Jeder immer 5 min am Stück, da sind die 10 min schnell gelesen.

Vokabeln kann jetzt nicht so die mega Menge sein in der 3 Klasse. Wenn sie da halbwegs im Unterricht aufpasst, müsste das locker zu schaffen sein.

Was muss sie in Mathe lernen, außer den Aufgaben? Dann müsste sie ja vorher irgendwas nicht verstanden haben...

Referat wird sie nun nicht täglich und vermutlich auch nicht wöchentlich halten müssen.

Ich finde, du machst aus einer Mücke einen Elefanten.

lg

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