Nach der 10. aufs Gymnasium, machen das Viele?

    • (1) 15.10.16 - 10:11

      Hallo,
      meine Mädels sind zwar erst in der 3. Klasse aber ich mache mir jetzt schon Gedanken, auf welche weiterführende Schule ich sie schicken möchte. Wenn die Noten so bleiben, werden beide wohl die Empfehlung fürs Gymi bekommen. Allerdings steckt bei einer der Beiden viel lernen dahinter. Während es Zwilling Nr.1 schwer fällt, sich die Sachen anhand des reinen Unterrichts anzueignen, so gibt es bei Zwilling 2 keine Probleme. Nach welchem Prinzip habt ihr entschieden, ob eure Kinder aufs Gymi gehen oder zur Realschule? Ich möchte halt auch, dass sie noch Zeit für Hobbies, Freunde usw haben. Und ist es denn wirklich so schwer, wenn man nach der 10. Klasse dann von der Realschule aufs Gymi wechselt. Wer hab damit Erfahrungen und kann berichten?

      Gruß Sammy

      • Hallo, wie leben in S.-H., und hier gibt es Gemeinschaftsschulen. Meine Töchter sind auf einer mit integrierter Oberstufe, so dass man nach der 10. mit dem entsprechenden Schnitt die Befähigung für die Oberstufe erhält. Dann macht man sein Abitur in 9 und nicht in 8 Jahren, was entspannter ist. Diese Gemeinschaftsschule ist eine gebundene Ganztagesschule, so dass die Kinder nach 16.00 Uhr in der Regel Freizeit haben.
        Beide hatten eine Gymnasialempfehlung, aber G8 fanden wir zu heftig. Beide sollen noch genug Zeit für Freunde und Hobbys haben. Das war auf jeden Fall die richtige Wahl. Beide haben gute Noten, trotzdem recht viel Freizeit und werden, wenn es so weitergeht, locker in die Oberstufe kommen. LG

        Hallo
        Wenn ich vom Freundeskreis meiner Tochter ausgehe und den Kinder die ich kenne die auf der Realschule waren, definitiv. Es haben wirklich fast alle auf das BK oder eine der gymnasialen Zweige (Wirtschaftsgymnasium,..) gewechselt.
        Meine Tochter war erst auf dem WG, ist dann aber aufs BK gewechselt. Wieso und weshalb ist eine längere Geschichte. Es lag aber nicht wirklich an den Leistungen also soviel dazu.
        Für sie war es trotzdessen das richtige. Ich denke es gibt einfach Kinder die länger brauchen. Nur weil man nicht von Anfang an auf dem Gymnasium ist heißt es nicht das man nicht generell das Potenzial hat oder es entwickelt. Ich kann natürlich auch nur von unserem Bundesland sprechen aber hier ist es wirklich ideal und man hat alle Möglichkeiten.

        LG

        Hallo,

        meine Tochter hatte eine "wacklige" Gymnasialempfehlung, allerdings eine sehr strenge Grundschullehrerin in Klasse 4. Da gab es keine 1er - schon aus Prinzip nicht. Meine Tochter war in der 4. Klasse eher unsicher und wollte es immer allen Recht machen.

        Wir hatten Angst, dass sie sich auf dem G8 selbst verheizt. Daher haben wir sie auf einer Realschule angemeldet, auch weil sie sich auch für praktische Dinge interessiert, z.B. kocht und näht sie unheimlich gerne und hat sich sehr darauf gefreut, dass es Hauswirtschaft in Baden-Württemberg als wählbares Hauptfach gibt. Keines der angegebenen Profile auf den Gymnasien war so, dass ich sie dort gesehen habe.

        Für sie war es die richtige Entscheidung. Sie ist nun in der 9. und möchte unbedingt danach auf ein berufliches Gymnasium. Beim Elternabend wurde gesagt, dass es an ihrer Realschule so 50% und 50% ist - 50% machen nach der Realschule eine berufliche Ausbildung, die anderen gehen auf weiterführende Schulen. Der eher "praktische" Zugang in manchen Dingen kam ihr wirklich entgegen.

        GLG
        Miss Mary

        • P.S. Bei unserem Entscheidungsprozess kam schon auch zu tragen, dass es bei uns in der Gegend sehr gut erreichbar sehr viele berufliche Gymnasien gibt (wir leben in B-W, die beruflichen Gymnasien haben unterschiedliche Profilfächer und beginnen erst mit der 11. Klasse).

          Bei ihr hat sich nun ein sehr klares Profil herauskristallisiert, das sie interessiert. SIe sagt auch, auch wenn sie auf dem allgemeinbildenden Gymnasium wäre, würde sie nach der 10ten auf das berufliche Gymnasium wechseln, einfach, weil die Richung eher ihrem derzeitigen Berufswunsch entspricht.

          Hätte es nun sehr wenige Alternativen etc. gegeben, hätte ich eher darauf gedrängt, sie gleich auf dem Gymnasium anzumelden. Auch ist "Realschule" nicht "Realschule" - da gibt es ziemlich große qualitative Unterschiede, auch wenn alle nach dem gleichen Lehrplan unterrichten. Da haben wir auch ziemlich genau hingeschaut.

          GLG
          Miss Mary

          Hi Mary,

          wie bitte kann es "aus Prinzip" keine 1er geben? Hä? Wenn in Mathe z. B. alles richtig ist, also 100 % (je nach Notenschlüssel der Schulen auch mit 98 % oder 95 %), gibt es definitiv eine 1! Da kann auch ein Lehrer "aus Prinzip" nichts dran rütteln.

          Und wenn es in den Klassen dieser Lehrerin nie (!) 1er gibt, würde das sowohl dem Lehrerkollegium und vor allem auch den Eltern auffallen, die das sicherlich nicht unkommentiert lassen würden. Im Lehrerkollegium könnte ich mir vorstellen würde die Frage auftrauchen, ob sie den Stoff nicht richtig übermittelt, wenn es nie 1er gibt...

          Ich denke, dass solche Aussagen immer dem eigenen supjektiven Empfinden geschuldet sind und nicht der Realität entsprechen (es sei denn, du hast sämtliche Noten von sämtlichen Schülern welche die Lehrerin unterrichtet vorliegen) Eher hat man mit der "strengen Lehrerin, die aus Prinzip nie 1er gibt" eine nette Entschuldigung, wenn das eigene Kind keine 1 hat.

          Und WENN es so wäre, dass die Lehrerin so gestrickt ist, gäbe es mit Sicherheit schon Anfragen der Eltern deswegen, weil DAS würde auffallen. Aber ich denke dass es eher so sein wird, dass es sehr wohl 1er bei dieser Lehrerin gibt, aber sie bei mündlichen Abfragen z. B. sehr streng benotet und es enstprechend schwer ist, eine 1 zu schaffen. Und selbst mündliche Abfragen sind nicht einfach nach dem Motto "ich gebe keine 1er" durchzuführen.

          VG
          Gael

          • Naja, es wird schon 1er gegeben haben, halt nicht so oft wie in anderen Schulen.

            Tatsache ist aber, dass es Schulen gibt, bei denen 3/4 der Schüler den Schnitt fürs Gymnasium schaffen, in anderen Schulen ist es knapp 1/3. Und das Jahr für Jahr und dem gleichen Klientel.
            Woran das liegt? Tja, da kann man nur vermuten. Böse Zungen behaupten es hätte etwas mit der angegliederten Hauptschule der einen Schule zu tun...

            Hallo,

            die Lehrerin hat kein Mathe unterrichtet, daher war es recht einfach, die Noten zu etwas drücken. Sie hatte einen Notenschlüssel (auch im Aufsatz), wo 19,5 von 20 Punkten eine 2 war. Einen halben Punkt konnte man z.B. auch für sehr abstruse Dinge abziehen (Schrift krakelig, Überschrift nur einmal statt zweimal unterstrichen, ein Wort zweimal geschrieben und nicht gemerkt ....).

            Natürlich kenne ich nicht alle Noten, aber es war so ein "Dauerbrenner" bei Elterngesprächen. Es gab tatsächlich Kinder, die sich anschließend sogar auf dem Gymnasium erst einmal verbessert haben, weil da bei Aufsätzen "nur" Inhalt, Sprache und Rechtschreibung zählte und sie auf einmal dann auch eine 1,5 oder so schreiben konnten, was bei uns nicht möglich war, da der Notenschlüssel eine 1, nicht vorsah.

            In MNK (das ist Heimat- und Sachkunde, Musik, BK und ich glaube Textiles Werken) war es schlicht unmöglich, eine 1 zu bekommen (es war genauso unmöglich, eine 5 zu bekommen, weil man irgendwas immer konnte). Sie sagte auch selbst, dass sie die letzte 1 in MNK vor mehreren Jahren vergeben habe. Sie machte auch keinen Hehl daraus, dass sie das G8 für Teufelszeug hielt.

            Sie ging nach meiner Tochter in Rente. Sie wurde beim Elternabend da durchaus darauf angesprochen und sagte immer "eine 2 reicht ja für das Gymnasium, ich möchte nicht, dass sie dann kommen und mir sagen, Sie hätten sich das einfacher vorgestellt!".

            Notengebung hängt durchaus auch von Schulpolitik ab. Wir leben ja im ländlichen Raum und hatten eine kleine Hauptschule drei Dörfer weiter, die eigentlich einen sehr guten Ruf hatte, da sie viele Probleme von städtischen Hauptschulen nicht hatte. Das ging sogar soweit, dass es Eltern gab, die ihr Kind aus der Stadt auf diese Hauptschule schickten. Damit die Schülerzahlen dort stimmten, lag (als die Grundschulempfehlung in B-W noch bindend war) die Zahl der Hauptschulempfehlungen, die die angegliederte Grundschule aussprach, deutlich höher als woanders. Das gleiche galt für die Einschulung ... merkte man, dass einige Schüler für die Klasse im Folgejahr fehlten, wurden einige "Rückstellungsempfehlungen" mehr ausgeprochen. Das gibt es tatsächlich.

            Das andere Extrem gibt es auch. Hier gab es letztes Jahr eine Grundschulklasse, in der bis auf vier Kinder alle anderen eine Gymnasialempfehlung hatten.

            GLG
            Miss Mary

            Ich möchte mal gern wissen, wie es möglich ist, dass so viele Leute bei urbia irgendwie "fern" der Realität leben...

            Natürlich gibt es diese Lehrer. Und natürlich fällt das den Schülern und Eltern auf. Und natürlich können sie das auch ansprechen. Das können sie beliebig oft. Nur ändert das den Lehrer nicht. Und die wenigsten Schulen können sich einfach einen neuen backen.

            Meine Kids (4. und 6. Klasse) haben übrigens gerade so eine Lehrerin in Mathe. Da muss eben alles stimmen für eine 1. Und das Niveau ist auch relativ hoch.

            Beide Klassen schaffen es im Moment nicht (aufgrund der bombastischen Vorbildung #augen) diesen Anforderungen gerecht zu werden. Das wird bei der Großen mehr oder weniger darauf hinauslaufen, dass es keine 1 in Mathe geben wird (oder wenn, dann eher so eine Ausnahme-Vorzeige-1).

            Ich finde das übrigens nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Bei dieser Mathelehrerin lernen die Kinder nun richtig was!

      (10) 15.10.16 - 10:56

      Ich kann nur für Bayern sprechen.

      Bei uns gibt es an einigen Gymnasien die Möglichkeit nach der 10. Klasse RS in die 10 Klasse Gym zu wechseln um dann in 13 Jahren das normale Abitur zu machen. Das geht durchaus, ist aber nicht ganz einfach, vorallem wenn die 2. Fremdsprache noch dazu gelernt werden muss (Je nach Zweig auf der RS halt).
      Wesentlich leichter ist es nach der 10 RS in die 11. Klasse FOS zu wechseln und dort in zwei jahren Fachabitur zu machen. Das ist der übliche Weg, viele Schüler machen das. Außerdem kann man an der FOS noch ein 13. Jahr dranhängen und je nach dem ob die 2. Fremdsprache verhanden ist auch allgemeines Abitur oder zumindest das fachgebundene Abi machen.

      Ich habe ein Kind im Gym und eins auf der RS. Natürlich haben die Kinder auf dem Gym mehr Wochenstunden als auf der RS, davon aber abgesehen haben sie auch nicht mehr zu tun als auf der RS. Gelernt und gearbeitet werden muss überall, geschenkt wird einem auch auf der RS nichts. Mein Sohn (10. Klasse Gym) hatte all die Jahre mehr als genug Freizeit, überarbeitet oder megagestresst war er noch nie. Voraussetzung dafür ist allerding, dass die Kinder wirklich fürs Gym geeignet sind, sprich sich in der GS wirklich leicht tun, über eine Art fotographisches Gedächtnis verfügen und ohne viel Aufwand den nötigen Schnitt erreicht haben.

      • (11) 15.10.16 - 11:44

        Hallo,

        Deinen letzten Abschnitt finde ich schon krass - ich hatte auf jeden Fall kein fotographisches Gedächtnis und ganz ohne Lernen ging es bei mir auch nicht...habe trotzdem Abitur...allerdings in Hessen - vermutlich ein großer Unterschied zu Bayern. Ich kann mir dennoch kaum vorstellen, dass alle von Dir genannten Faktoren eine Grundvoraussetzung (mal abgesehen von der Eignung) für das Gymnasium sind...

        LG

        a79

        • (12) 15.10.16 - 12:23

          Welche großartigen Faktoren?

          Dass man in der Grundschule ohne große Anstrengung den Schnitt fürs Gym errreicht haben sollte?

          Wenn man in der Grundschule schon viel arbeiten muss und es nur mit großem Fleiß und viel Anstrengung schafft zwei 2er und einen 3er in den Hauptfächern zu bekommen, ist man normalerweise nicht fürs Gym geeignet (Ausnahmen bestätigen hier natürlich wie immer die Regel). Das ist nicht krass, sondern realistisch.
          Beim fotographischen Gedächtnis hast du vielleicht Recht, bzw kommt es darauf an, was man darunter versteht. Man sollte eben nicht ewig brauchen um sich etwas merken zu können. Denn wenn ich für jedes der zahlreichen Nebenfächer auch nur 20 Minuten zur Vorbereitung brauche, für die Hauptfächer entsprechend länger, wirds doch schnell stressig.
          Ich weiß nicht wie es in Hessen ist, aber bei uns drohen ja ständig unangekündigte Test und Abfragen, da sollte man den Stoff der letzten Stunde schon immer parat haben.

          • (13) 15.10.16 - 13:14

            War bei uns auch so.
            Ich hatte einsen und zweier bei Übertritt auf das Gymnasium und würde auch meine Kinder nur mit solchen Noten hingehen lassen (außer vielleicht Kunst und Sport...da wären auch 3er nicht tragisch) - damit wäre mein Großer ein Kandidat fürs Gymnasium.
            Viel wichtiger finde ich jedoch, dass die Kinder schon bereit sind, auch von sich aus was zu tun für die Schule, weil sie merken, dass es Sinn macht - und da ist mein Großer noch nicht...zum Glück haben wir hier in Brandenburg 6 Jahre Grundschule und er ist erst in der 5.... wir haben also noch etwas Zeit.
            Mit den "Faktoren" meine ich, a) das fotografische Gedächtnis und b) dass es allen ganz leicht gefallen sein muss - es gibt Kinder mit 1er und 2erZeugnissen, die dafür dennoch auch in der Grundschule schon was tun müssen und solche, denen es, wie sagt man so schön , quasi zufällt...ich finde nicht entscheidend, ob man schon in der Grundschule etwas lernen musste für die Noten sondern eher, ob die Bereitschaft vorhanden ist und ob sie vom Kind aus motiviert ist. Ich musste schon immer - wenigstens ein wenig - lernen....und habe das auch gern getan. Dafür wusste ich dann im Gymnasium, wie das funktioniert und hatte auch dort keine SChwierigkeiten, mich hinzusetzen dafür...andere Kinder, denen es sonst immer in den Schoß gefallen war, stellten plötzlich fest, dass sie für gleichbleibend gute Noten plötzlich auch was tun mussten (viele zumindest) und kamen damit nicht immer gut klar (man muss ja auch lernen lernen...). Und genau an dem Punkt bin ich mit meinem Sohn - schlau zu sein hilft halt nicht immer, man muss dieses Wissen auch einsetzen können bzw. wissen, wo man welches herbekommt...

            LG

            a79

    Von der Realschule kann man heutzutage nicht auf ein G8-Gymnasium wechseln, aber es gibt ja auch andere Möglichkeiten (Fach- oder Berufsoberachulen, je nach Bundesland auch andere).

    Aktuelle Erfahrungen zum Wechsel von Realschule auf ein G9-Gymnasium habe ich nicht, aber zu meiner Schulzeit sind da viele gescheitert.

    Je nach Bundesland kommen natürlich auch Gemeinschaftsschulen oder Gesamtschulen in Betracht, die eine integrierte Oberstufe haben.

    VG
    Anja

    • Ich danke euch schon mal für eure doch meist positiv klingenden Antworten. Aus meiner Jugend weiß ich, dass es Vielen so ging, wie Anja berichtet hat. Sie sind daran gescheitert....aber das scheint sich ja (zumindest in einigen Bundesländern) geändert zu haben...

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