Schreiben nach Gehör... wie lernen sie das richtige Schreiben?

    • (1) 15.10.16 - 10:15

      Hallo,
      meine Mädels haben von Anfang an Schreiben nach Gehör gelernt. Ich habe von Anfang an Fehler korrigiert, auch wenn man das ja nicht tun sollte... Nun ja, sie sind jetzt in der 3. Klasse und mich schockiert es richtig, wenn ich ihre Fehler sehe. Egal ob Abschreibtexte oder Diktate...es sind doch noch ganz schön viele Fehler drin. Gibt sich so was mit der Zeit, oder habt ihr mit euren (älteren) Kindern immer noch das "Problem", dass sie nicht fehlerfrei schreiben können? Und wie kann man das am Besten üben? Freie Texte schreiben lassen? Abschreibtexte? Diktate? Würde ihnen gerne helfen, weiß aber nicht so recht, wie.....

      Gruß Sammy

      • (2) 15.10.16 - 11:37

        Hallo!

        Ich habe das Drama beim Sohn meiner Arbeitskollegin mitbekommen - jetzt in der 6. Klasse hat er keine Probleme mehr. ABER sie haben wahnsinnig viel zu Hause geübt, gerade in der 4 Klasse. Z.B. mit Diktate.....

        Mein Sohn ist in der 2. Klasse und eigentlich sollen die Kinder auch nach Gehör schreiben und sie werden auch gelobt , wenn sie z. B. "ßIMER" schreiben.

        ABER die Lehrerin schreiben das Wort immer richtig drüber und auch wir Eltern wurden dazu angehalten zwar zu loben, aber auch die Schreibweise der Erwachsenen ( ;-) ) zu zeigen.
        Zusätzlich fangen sie jetzt in der 2. Klasse mit Lernkarten an Wörter richtig zu schreiben. Ende der 1 Klasse hat die Lehrerin angefangen eine gewisse Wörter (Ich, du, und, sind, die etc) quasi als Diktat zu üben, so dass der Umfang der richtig geschriebenen Wörter immer größer wird.

        LG

        (3) 15.10.16 - 11:37

        Hallo,

        das ging mir mit meinem Großen auch so, der nach dieser Methode gelernt hat. Dann haben wir das Bundesland gewechselt und der Kleine lernt von vorneherein anders schreiben (mit Korrektur). Ich habe jetzt schon den Eindruck, der Kleine schreibt fehlerfreier als der Große - und die beiden sind 3 Klassen auseinander!

        Wichtig bei der von Dir genannten Methode ist, dass die Kinder viel lesen und sich so auch richtige Schreibweisen quasi "anlesen" - ich will gar nicht wissen, wie kathastrophal die Rechtschreibung aussähe, wenn mein Großer nicht so lesebegeistert wäre#schock...
        Dennoch verbessere ich mittlerweile bei beiden immer die Fehler, irgendwann muss es ja mal besser werden. Ich denke, gerade bei Kindern mit Leghasthenie o.ä. wird Schreiben nach Gehör als Methode schwer nach hinten losgehen...

        LG

        a79

        • (4) 17.10.16 - 12:10

          Hallo!

          Das muss aber nicht an der Unterrichtsmethode liegen.
          Meine Schwester und ich sind 4,5 Jahre auseinander - als meine Schwester eingeschult wurde, war ich in der 5. Klasse. Schreiben nach Gehör gab es damals noch nicht. Trotzdem hatte meine Schwester schon in der Grundschule eine bessere Rechtschreibung als ich - ansonsten war sie die deutlich schwächere Schülerin: Ich hab Abitur und studiert, sie hat sich sogar auf der Realschule schwer getan, hat diese nach der 9. Klasse verlassen und den Realschulabschluss in einer 2jährigen schulischen Ausbildung gemacht, die sie auch noch um 1 Jahr verlängert hat.
          Es gibt einfach Kinder, denen die Rechtschreibung keine Probleme macht, egal nach welcher Methode sie unterrichtet werden. Und es gibt Kinder, die tun sich einfach schwer - selbst wenn sie anfangs nicht nach Gehör schreiben. Das hängt im Übrigen auch nicht unbedingt mit der Lesekompetenz zusammen. Ich hab von Anfang an viel und gerne gelesen, habe mit 8 schon die "Sammelbände" aus dem Schneider-Verlag innerhalb weniger Tage verschlungen, während meine Schwester in dem Alter freiwillig kein Buch in die Hand genommen hat.
          Bei der Rechtschreibung ist es da wohl nicht anders, als bei allen anderen Leistungen, die die Kids erbringen sollen: Es gibt talentierte Kinder und untalentierte Kinder. Bei der Rechtschreibung gehörte und gehöre ich wohl zu letzteren ;-).

          LG

      (5) 15.10.16 - 12:02

      Hallo,

      Ich bin froh, dass diese Methode bei uns mit diesem Schuljahr obsolet geworden ist. Ich koennte mich Tage darueber aufregen.

      Schreiben lernt man durch Schreiben. Jeden Tag 4-5 Saetze und dann selbst korrigieren lassen, dafuer immer wieder Rechrschreibregeln an die Hand geben.

      Ich wuerde auch den Grundwortschatz aus 1/2 wiederholen lassen.

      In 7er Einheiten einteilen, pro Tag eine Eingeit. Dabei das Wort 5 mal schreiben lassen und dann einen Satz, in dem das Wort verwendet wird. Klingt mühsam und stupide, aber ich hatte schon Schüler, die sich so von 5 auf 2 im Rechtschreiben verbessert haben.

      LG
      Delfinchen

      (6) 15.10.16 - 12:37

      Schreiben nach Gehör ist der grösste Sch...., den die Schulreformer je angezettelt haben.

      Mein Sohn kann kaum ein Wort ohne Fehler schreiben, und er ist nicht der einzige, was ich so mitbekommen. Kein Wunder, jetzt hatten sie schön 3 Jahre Zeit, sich die falsche Schreibweise anzueignen! #klatsch
      Wir haben auch immer alles korrigiert, aber im Rahmen der Hausaufgaben. Da unser Sohn zudem noch Legastheniker ist, hatte er schon immer zusätzliche Arbeiten auf. Das reicht meiner Meinung nach, irgendwann soll er auch noch spielen können.

      • (7) 15.10.16 - 17:22

        Null Ahnung von der Methode oder?

        • (8) 15.10.16 - 19:59

          Die "Methode"an sich klingt ganz supi. Fakt ist, kaum einer der Freunde meines Sohnes kriegt einen fehlerfreien Satz hin.
          Das ist ein klassischer Fall von Theorie und Praxis, zumindest bei uns an der Schule.

          • (9) 15.10.16 - 22:04

            <Die "Methode"an sich klingt ganz supi. Fakt ist, kaum einer der Freunde meines Sohnes kriegt einen fehlerfreien Satz hin.>

            entweder du übertreibst, oder die Lehrerin wendet bei euch die Methode vollkommen falsch an.

            Hier kommen die Kinder sehr gut damit zurecht und ich hab 2 Kinder ohne jegliche Rechtschreibprobleme!

            • Da wärst Du mit Deiner Erfahrung in meinem Freundes/Bekanntenkreis aber allein auf weiter Flur!
              Ich kenne verschiedene Elternpaare, die Kinder unterschiedlichen Alters haben, die auch auf verschiedene Schulen gehen: Alle sind einstimmig der Meinung, dass diese Methode ihren Kindern nur Probleme bereitet hat. ALLE mußten (oder müssen) wochen/monatelang mit ihren Kindern Rechtschreibregeln pauken und trotzdem haben die Kinder immer noch Schwierigkeiten, obwohl sie teilweise schon an den weiterführenden Schulen sind.

              Hallo,

              das kommt glaube ich total aufs Kind an. Meine beiden Großen hatten die Methode auch - meine Tochter konnte am Ende der 2.Klasse nahezu fehlerfrei schreiben.

              Mein mittleres Kind tut sich bei solchen Dingen wie Groß- und Kleinschreibung, -ck, etc. noch in der 5. Klasse schwer. Das kam in der Grundschule ziemlich zu kurz ... ich werde notgedrungen einen Tag in den Herbstferien opfern und ein paar Dinge mit ihm besprechen. Es ist aber absehbar, dass er das in den Griff bekommt.

              Bei meinem kleinen (3. Klasse) ist die Orthografie eine absolute Katastrophe. Er tut sich sprachlich ohnehin nicht leicht und schreibt viele "kleine" Worte phonetisch, wenn er sich nicht konzentriert, schreibt er Dinge wie "kaine" oder "aine" oder "immär" oder "fiehlleicht"... In der 2. Klasse habe ich begonnen, ihn 10 Minuten am Tag lesen zu lassen und habe eine Fehlerwortkartei angelegt. Leider war seiner Lehrerin in Klasse 1 und 2 der Meinung, dass sich das "verwächst" - was bei vielen Kindern sicher so ist (so auch bei meiner großen Tochter). Mein Sohn ist nun jemand, der massiv Probleme mit der Rechtschreibung hat.

              Dieses Einschleifen von falschen Wörtern (ich hatte schon eine Diskussion mit der Lehrerin, dass ich ihn nicht "unt" schreiben ließ) ist für ein Kind, das ohnehin Probleme mit der Rechtschreibung hat, katastrophal. Er hat nämlich nun in Klasse 3 einen Lehrer, der erwartet, dass richtig geschrieben wird, etwas, was die Hälfte der Klasse nun wohl kann - und er hat im 1. Übungsdiktat 73 (!) Fehler, was von Seiten des Lehrers mit einem traurigen Smilie kommentiert wurde. Das war's. Weitere Übungen, gar einen Förderplan oder weitere Unterstützung ist absolute Fehlanzeige.

              Somit haben wir nun wirklich eine Fehlerwortkartei angelegt und uns bei einer befreundeten Grundschullehrerin zum Tee eingeladen. Ich habe mir über die Unifernleihe zwei Bücher geliehen und habe kürzlich einen Tag frei genommen und habe in der PH Bibliothek nach Lernmaterial Ausschau gehalten. Ich bin aber irgendwie sauer ...

              20 Minuten meines Tages gehen nun drauf, meinem Kind von der Pike auf die deutsche Rechtschreibung beizubringen (von der Zeit, die ich verwende, mich überhaupt in die Didaktik etc. einzulesen, ganz zu schweigen). Zusätzlich zu den Hausaufgaben. Von Seiten der Schule, die ja Mitverursacher ist, kommen traurige Smilies. Super.

              Das heißt für mich in der Konsequenz, wenn ich nicht möchte, dass mein Kind dauerhaft mies rechtschreibt (und von 73 Fehlern in einem 120 Wörter Text kommt er nicht ohne dauernde Hilfe runter) habe ich nun den Schwarzen Peter. So kann Rechtschreibdidaktik eigentlich nicht funktionieren.

              GLG
              Miss Mary

        (12) 15.10.16 - 20:19

        Hey,
        mich würde tatsächlich der Sinn hinter dieser Methode interessieren und welche Vorteile es hat. Meine Kinder sind noch U4, daher ist das hier eigentlich noch kein Thema. Ich habe aber von der Methode gehört und die Hände über dem Koof zusammengeschlagen, weil ich es (ohne den Hintergrund zu kennen) für totalen Quatsch halte.

        LG

        • (13) 15.10.16 - 21:05

          Als allererstes muss man dazu sagen, dass es sichum eine Methode handelt, um lesen zu lernen und nicht zum schreiben lernen. Deswegen heisst die Methode korrekt Lesen durch Schreiben (und nicht schreiben nach Gehör, wie viele behaupten)

          Die Kinder lernen am Anfang anhand der Anlauttabelle lautreue Wörter zu schreiben (Baum, Löwe, Lampe, Haus,...). Lesen wird am Anfang an sich (zumindest bei uns) nicht explizit geübt. In der Regel macht es nach wenigen Wochen echt Klick und die Kinder lesen tatsächlich! Ich war echt baff.

          Dazu können die Kinder von Anfang an alles schreiben, was ihnen in den Sinn kommt. Die Wörter werden immer korrekter, denn sie hören auch die Anlaute immer besser.

          Dazu fängt man zeitnah mit einfachen Rechtschreibregeln und Lernwörter, die auch angefragt werden.

          Bei uns lautet die Regel: in freien Texten dürfen die Kinder nach Gehör schreiben (um nicht die Kreativität zu hindern). Bekannte Lernwörter und Rechtschreibregeln werden aber konsequent korrigiert (zählen aber nicht als Fehler). Bei Diktate/Arbeiten zählen sie natürlich als Fehler.

          Mein Großer ist mittlerweile in der 7. und schreibt so gut wie fehlerfrei (besser als manche Erwachsene hier im Forum :-))

          Ich mag die Methode sehr und habe die Texte der Kinder von Anfang an sehr genossen (der 2. ist in der 2. Klasse und auch bei ihm merkt man schon die Entwicklung und die Wörter werden immer leserlicher bis ganz korrekt)

          LG,
          Natalia

          • (14) 15.10.16 - 21:46

            Hey,
            danke dir für die Erläuterung! Das klingt in jedem Fall schon anders und durchdachter, als einfach nur die Schlagwörter "Schreiben nach Gehör". :-)

            LG

            • (15) 15.10.16 - 21:50

              Genauso ist das :-)

              Wie einige geschrieben haben, scheinen aber Lehrer zu geben, die das ziemlich wortwörtlich nehmen und tatsächlich 4 Jahre lang Null korrigieren. DAS ist natürlich grausam!!

              LG,
              Natalia

          Es funktioniert ab er auch nur in sofern, dass die Kinder richtig zuhören (können) und die Methode auch richtig gelernt wird.

          Es dient auch der Motivation der Kinder, dass sie unglaublich schnell lesen und schreiben können.

          Ich bin totzdem dagegen, allein die ganze Lernerei der "Lernwörter" fällt sehr vielen nicht so einfach und ist damit zusätzlicher Lernstoff.

          • Das mit den Lernwörtern sah hier so aus:
            10 für uns relativ einfache Wörter hingen die ganze Woche über groß und fett geschrieben an der Wand/Tafel. Die Kinder bekamen Anfang der Woche auch einen Zettel mit diesen Wörtern, am Freitag wurden sie als "Diktat" geschrieben. Die Wörter selber erlebten in dieser Woche ihr Highlight sozusagen und wurden oft genutzt und geschrieben.

            Keins meiner Kinder hat dem eine große Bedeutung zugeschrieben und die einfach so mitgelernt und behalten (!). Geübt haben die nie. Ich weiß, dass es bei anderen Kinder anders war, aber meine beiden haben das einfach so beim Lesen/Schreiben übernommen.

            "Zusätzlichen Lernstoff" hast du bei der anderen Methode aber doch auch. ich saß früher oft zuhause über den Hausaufgaben und schrieb die Wörter gefühlt tausend Mal ab. Meine Kinder habe ich sehr, sehr oft beneidet um diese neue Methode.

            Die Lernwörter hat man mit der anderen Methode im Prinzip aber auch und zwar von Anfang an. Das Argument ist völliger Quark.

            • Naja aber dann lernt man eben die Wörter die schwierig zu schreiben sind aber nicht auch noch die, wo man durch Umgangssprache oder Dialekt z.B. nur einen Buchstaben "verschluckt" oder die Schreibwesen von einfachen Wörtern: Vogel mit "V" aber Fisch mit "F", dann mit 2 "n" oder machen mit "ch" etc. #bla

    (20) 15.10.16 - 20:52

    Fakt ist auch, dass wir (dank dieser Methode) noch nie eine so hohe Zahl an "seelisch behinderte Kinder " haben, die unter ihrer LRS leiden.

    Diese Aussage ist nicht von mir, sondern von der Psychologin und Leiterin der Erziehungberatungsstellen bei uns im Kreis, die vor kurzem in Ruhestand gegangen ist!

    Lg Basket

    • (21) 16.10.16 - 21:31

      Und diese Studie hast du selbst durchgeführt oder sicherlich einen Quelle, die das belegt?

      Bein gespannt und wette, dass nichts kommt :-p

      • (22) 17.10.16 - 13:49

        Habe ich diese Aussage getroffen oder die Psychologin?
        Es war ein Interview mit der Psychologin, dass sie zu ihrem Abschied gegeben hat und in der Zeitung stand.

        Meine Erfahrung als Förderschullehrerin, die regelmäßig Testen und Beraten muss, bestärkt diese Aussage.

        Und nochmal, mein ziemlich kluges großes Kind hat ja so sehr schnell gelernt, jedoch war die Umsetzung so schlecht, dass die RS heute im freien Schreiben gruselig ist. Mein kleiner (normaler) Sohn lernt es anders und ist ganz anders aufgestellt!

    (23) 17.10.16 - 11:41

    Das sagt jetzt EINE EINZIGE dir bekannte Psychologie, deren Job es war, sich ausschließlich um Kinder irgendwelchen Schwierigkeiten zu kümmern. Dass sie evtl. eine etwas fokussierte Wahrnehmung hat, ist dir nicht aufgefallen?

    Ja, möglicherweise gehen heute mehr Kinder zu Therapien und nehmen mehr Hilfsangebote wahr als noch vor Jahrzehnten. Man kann streiten, wie sinnvoll das immer ist, aber Fakt ist auch, dass sich um viele Problemkinder damals keiner gekümmert hat. Sie sind dann mit ihrer LRS einfach durchs Leben gelaufen, hatten dadurch ordentliche Nachteile, ohne dass es irgendwen interessiert hat.

    Man kann das Fazit, dass diese Psychologin zieht auch anders deuten: Es dürfen einfach heute mehr Kinder Hilfsangebote und Therapien wahrnehmen!

    Bei jeder Methode fallen Kinder durchs Raster. Ich persönlich fände es super, wenn man die Methoden individuell auf die Kinder abstimmen würde. Es gibt ganz sicher eine Menge Kinder, die von dieser "Lesen durch Schreiben"-Methode profitieren, meine z.B. Und es gibt die Kinder, besonders, wenn sie nicht Muttersprachler sind oder Hörprobleme haben, für die die herkömmliche Methode besser wäre.

    Nur diese pauschalen Aussagen dazu, dass früher gefälligst alles besser war, kann ich nicht mehr hören. Es war nicht besser und auch in meiner Generation gibt es viele Rechtschreibversager. Nur sind die nicht zur Therapie gegangen (s.o.).

(24) 15.10.16 - 21:12

Ich würde mal sagen, gerade WENN man Ahnung hat, MUSS man gegen diese Methode sein.

(25) 16.10.16 - 14:58

Ein sehr freundlicher und konstruktiver Kommentar.

#klatsch

Top Diskussionen anzeigen