Gymnasium vs Realschule - Unterschied bei gleicher Zeit?!

    • (1) 15.10.16 - 13:44

      Hallo zusammen,

      meine Tochter ist nun in der 4. Klasse Bayern und so langsam müssen wir uns mit der weiterführenden Schule auseinandersetzen.

      Dazu hört man gerne mal die Meinung von Müttern, welche die Kinder bereits auf einer infrage kommenden Schule haben.

      Oft höre ich (von den Realschulmüttern) - warum das Gymnasium antun? Schließlich kann das Kind in genau der gleichen Zeit entspannter das Abi machen. Also ab der 10. Klasse Realschule (Französisch ab der 6. Klasse möglich) bis zur 13. weitermachen und das allgemeine Abitur machen oder eben bis zur 12. und das Fachabi machen.

      Wir hätten die Möglichkeit nach Bayern (wo auch G9 möglich wäre) oder BaWü (G8) zu gehen, da wir an der Grenze wohnen (BaWü wäre etwas näher - bisher ist sie in Bayern in der GS).

      So, da frage ich mich. Bei G9 - 13 Jahre Schule und Abi. RS ebenfalls 13 Jahre Schule und Abi.
      Was ist der Unterschied? Bei einem Infotag in Bayern hatte man auf jeden Fall den Eindruck - RS praxisbezogen und auch mehr Unterricht in diesen Bereichen. Aber wie holen sie den Stoff in der gleichen Zeit dann auf? Wie ist das möglich, wenn es an der RS etwas entspannter ist?

      Am Ende der Schule müssen alle die gleiche Prüfung ablegen.

      Wo ist der Unterschied?

      Sorry, für die vielleicht dämliche Frage aber ich höre von vielen Seiten "auf keinen Fall Gynmasium"..... Was ist an diesem Weg einfacher, wenn es doch das gleiche Endergebnis sein soll?

      Vg Alex

      • Hallo
        Nur eine kleine Anmerkung, wenn dein Kind die Möglichkeit hat in BW auf die Schule zu gehen muss es sich in der Realschule keinesfalls für die Sprache entscheiden. Die 3 Jahre Sprache auf der nächsten Schule reichen aus für das allgemeine Abitur.

        Meine Tochter war auf der Realschule und ich fand tatsächlich das es dort praxisbezogener zugeht als auf dem Gymnasium. Das gleiche gilt für die Schule die sie nach der Realschule besuchte, es gibt sogar Schüler die extra vom Gymnasium aus diesem Grund auf diese Schule rüber wechseln.
        Letztendlich kommt es finde ich einfach auf das Kind an. Meine Tochter hätte ich tatsächlich ab Klasse 5 nicht auf dem Gymnasium gesehen, ab Klasse 11 aber schon. Das was sie in der Realschule alles gelernt hatte und der Fakt das sie die Prüfungssituation (sowohl mündlich als auch schriftlich) schon kannte sehe ich als weiteren Vorteil.
        "Entspannt" ist es auf keiner Schule. Lernen und arbeiten muss man auf jeder Schule, es gibt halt Unterschiede im Stunden,Stoff und in den Fächern.
        Was den Stoff angeht der Nachzuholen ist: in BW ist G8 ja mehr verbreitet, beim Wechsel nach der Realschule bzw. 10 Klasse folgen dann aber 3 Jahre Unterricht anstatt 2. Gerade im 1 Jahr geht es dann um solche Themen.
        Es hat alles seine Vorteile und Nachteile. Einiges ist sicher auch Anssichtssache. Letztendlich kommt es aber auf die Schulen an (ja auch da gibt es Unterschiede) und natürlich auf das Kind.

        LG

        • Achso, dazu noch eine Quelle falls jetzt wieder jemand kommt und meint "Neee kann gar nicht sein das ist nicht das richtige Abitur!!!!!":
          "BERUFLICHES GYMNASIUM
          Das berufliche Gymnasium der dreijährigen
          Aufbauform führt nach der mittleren Reife –
          mit mindestens zwei Fremdsprachen – zur
          allgemeinen Hochschulreife. Schülerinnen
          und Schüler, die beispielsweise aus der
          Realschule überwechseln und in der Mittel-
          stufe keine zweite Fremdsprache belegt
          haben, erwerben die erforderlichen Kennt-
          nisse in einer zweiten Fremdsprache in den
          drei Jahren der Oberstufe. Je nach Angebot
          der Schule stehen die Sprachen Französisch,
          Italienisch, Russisch oder Spanisch zur Aus-
          wahl. Schülerinnen und Schüler, die die
          zweite Fremdsprache bereits mitbringen,
          haben die Möglichkeit, in der Oberstufe eine
          dieser Sprachen als dritte Fremdsprache zu
          beginnen"
          http://www.fg.vs.bw.schule.de/org/fremdsprachen.pdf
          https://www.service-bw.de/leistung/-/sbw/Berufliches+Gymnasium+dreijaehrige+Aufbauform++Aufnahme+beantragen-942-leistung-0

      Hallo,

      wir kommen zwar nicht aus Bayern, aber ich habe letztens mit einer Mutter geredet. Sie hat ein Kind hier auf dem Gymnasium und eines auf der Gesamtschule (auch schon eine relativ hohe Klasse, glaub Klasse 8 #kratz).

      Sie meint, sie findet beide Schulen gut und sieht ihre Kinder sehr gut aufgehoben, aber sie kann sich absolut nicht vorstellen, wie sich das Niveau bis zur Oberstufe jemals angleichen soll. Sie hat ja den direkten Vergleich und die Kinder sind nicht weit auseinander vom Alter her. Letzendlich machen ja hier alle dasselbe Abitur.

      Es kann also im Prinzip nur durch Nachholarbeit in der Oberstufe geschehen, m.M. nach. Zumindestens hier in unserem System (NRW). Ich weiß, dass es zu meiner Zeit (80er) ein hartes Stück Arbeit war, wenn man von der Realschule aufs Gymnasium wechselt nach der 10 und nur die Wenigsten haben diesen Sprung gepackt.

      Bei uns im Kreis gibts ausschließlich G8 Gymnasien und Realschüler müssen die 10. Klasse auf dem Gymnasium wiederholen. (Aber die 10. ist ja im Prinzip schon die Oberstufe, keine Ahnung ob es durch das Wiederholen einfacherer wird oder eher gleich bleibt).

      lg

      • Ja, irgendwas muss eigentlich auf der Strecke bleiben. Wenn bei G9 die gleiche Zeit beansprucht wird, kann das doch nicht funktionieren.

        Mich ärgert natürlich, dass mir diese Frage nicht am Infotag eingefallen ist, an dem alle Schulen vertreten waren..... Auf die Antwort wäre ich gespannt gewesen.

        Lg Alex

        • Ich kann dir as mal aus meiner Sicht berichten. Und für mich gibt es zwei Knackpunkte in der Geschichte...

          Ich habe 2002 Abi gemacht. Da gab es hier G9, kurz darauf (wieder G8). Schon damals war es so (und ich meine, das ist mittlerweile in allen Bundesländern so), dass man "erst einmal" den ganz normalen Stoff bis zur mittleren Reife (10. Klasse) gemacht hat. Damals wurden zwar keine Prüfungen abgelegt (heute schon), aber der stoff wurde bis dahin vollumfänglich vermittelt. Dann beginnt die Oberstufe. Allerdings zählen für das Abi (meiner Meinung nach auch überall) nur die letzten 2 Jahre. Rein strukturell (mal so von außen betrachtet) hängt das 11. Jahr im Gymnasium also in der Luft. Selbst die Fremdsprache braucht man rein rechnerisch in diesem Jahr nicht. Es reicht auch so bis zum Abi.

          Also wozu dieses 11. Jahr? Ich hab mich das damals als Schüler gefragt und verstehe es bis heute nicht. Alle Mitschüler, die gute Abiturienten waren und ein besser gestelltes Elternhaus hatten, sind in diesem Jahr ins Ausland gegangen. Ich nicht. War nicht drin. Ich war so richtig schön "übrig". Und das Jahr war "übrig". Ich freue mich, dass es für meine Kinder wieder G8 gibt. Und sollte ein Kind länger brauchen, gibt es hier prima durchlässige Systeme. Aber wieso sollte ich von vornherein meinem Kind nicht zutrauen, etwas in 6 Jahren hinzubekommen, was 1000nde Kinder im Land jährlich super hinbekommen? #kratz

          Und die andere Sache ist: Natürlich gibt es zahlreiche alternative Systeme, die zu einem Abi oder Fachabi führen. Auch mit einem Fachabi kann man heute (fast) alles studieren. Das ist mir bewusst und in einem gewissen Rahmen finde ich das auch toll. ABER die wenigsten ehemaligen Absolventen dieser Bildungsgänge haben ein Studium tatsächlich durchgezogen. Angefangen, ja. Absolviert, nein.

          Die Zulassung zu einem Studium und die tatsächliche Studierfähigkeit sind zwei verschiedene paar Schuhe. Und wenn man dann schon ein Jahr länger in der Schule war als andere und dann noch das ein oder andere Jahr für das gescheiterte Studium draufgeht, müssen viele in meiner Bekanntschaft aufpassen, dass die nicht den Anschluss verlieren.

          Was ich aber viel wichtiger finde: Ihnen wird jahrelang vorgemacht, dass die alles erreichen können. Dann merken sie (meiner Meinung nach viel zu spät), dass sie an ihre persönlichen Grenzen kommen und scheitern. Es ist schwer, in dieser Situation nicht den Glauben an sich selbst zu verlieren.

          • Mit dem studieren hatte ich an dem Infoabend auch so verstanden: Gymnasium, dann Abi -Beruf möglich... aber eigentlich werden die Kinder auf ein Studium vorbereitet mit dem Lernpensum, welches eben verlangt wird (gerade in sehr anpruchsvollen Studiengängen). Ich denke auch, das Gymnasium ist eine bessere Ausgangslage fürs Studium und man kann es besser einschätzen ob man evtl doch scheitert oder nicht.

            An der Schule in Bayern fände ich es eben beruhigend, dass man sich später entscheiden kann - kommt das Kind gut durch G8, hat es doch etwas Probleme und braucht etwas länger G9.

            G8 würde ich nicht ausschließen - wenn es eben nicht auf die Kosten des Kindes geht. Ich denke, man hört einfach zuviel und macht sich dadurch noch verrückter....

            • "Ich denke, man hört einfach zuviel und macht sich dadurch noch verrückter.... "

              Genau das ist es. Und nur mal so nebenbei: Die Möglichkeit, (mindestens) ein Jahr dranzuhängen (freiwillig wiederholen) geht immer und überall. Dafür braucht man kein G9...

          Hallo!

          Genau so sehe ich das auch. Auch bei mir schon (Abi 1993 - da war man in den alten Bundesländern noch weit entfernt von G8) war die 11. Klasse Gymnasium vollkommen überflüssig - nicht nur von der Wertung fürs Abi sondern auch von der Vermittelung des Stoffes her. Inhaltlich wurde in der 11. Klasse entweder Stoff aus der Mittelstufe wiederholt, oder der neue Stoff wurde in der 12. Klasse noch einmal durchgenommen.

          Bei uns war es tatsächlich noch möglich, auf ein allgemeinbildendes Gymnasium zu wechseln, wenn man den qualifizierenden Realschulabschluss hatte. Allerdings gab es in unserem Jahrgang noch eine Art "Integrationsklasse", in der die ehemaligen Realschüler explizit auf die gymnasiale Oberstufe vorbereitet wurden. Einige Fächer hatten wir aber schon mit den Realschülern gemeinsam, und hier wurde sehr deutlich, dass die Realschüler zwar in etwa den gleichen Stoff durchgenommen hatten, die Art der Vermittelung war aber eine gänzlich andere. Bei den Realschülern wurde sehr schnell erkennbar, dass sie den Stoff zwar gelernt , aber teils nicht verstanden haben. Während wir z.B. in Mathe Formeln immer und immer wieder hergeleitet und bewiesen haben, haben die Realschüler die Formel präsentiert bekommen und auswendig gelernt. Und so war es eben in den anderen Fächern auch. Auf der Realschule bekamen die Schüler ihr Wissen in "mundgerechten" Portionen fein säuberlich zerlegt vorgesetzt, auf dem Gymnasium mussten sie sich vieles doch selbst erarbeiten. Und genau das ist es, was einen Abiturienten letztlich zum Studium befähigt.

          Trotzdem würde ich momentan für mein Kind nicht G8 wählen (auch wenn der Stoff bis dahin leicht zu vermitteln wäre). Der Grund liegt aber in der Struktur von G8. Es wird nämlich nicht in der Oberstufe gestrafft sondern schon und v.A. gleich am Anfang (nach Auskunft von Eltern mit G8-Kindern vorwiegend in den Klassen 6-7). Da haben die Kinder nach der 9. Klasse das Wissen, was Realschüler und G9 Kinder erst nach der 10. Klasse haben. Sollten sie allerdings dann nicht in die gymnasiale Oberstufe wechseln, haben sie keinen Schulabschluss. Nach der 10. Klasse besteht zumindest die Möglichkeit, die rüfung für den Realschulabschluss abzulegen (wir hatten den damals sogar noch automatisch in der Tasche, meine Schwester musste 13 Jahr später dafür eine separate Prüfung machen, die aber für alle 10.klässler verpflichtend war). Und darum würde ich meinen Kindern unter diesen Vorraussetzungen G8 nicht zumuten wollen (allerdings gibt es bei uns in der Stadt so gut wie keine Schule mehr, die G8 auch nur anbietet - die Nachfrage ist zu gering).

          LG

          (10) 17.10.16 - 19:22

          Also ich habe zu der 11. Klasse eine andere Meinung. Sie war auch in meiner Erinnerung entspannter als in der Mittel- oder Oberstufe. Aber bei uns war das keine verschwendete Lebenszeit. Natürlich lernt man auch in der Zeit was. Meine Schulfreunde schwärmen immer noch von der Klassenfahrt, die wir in der 11. gemacht haben. Ein Paar sind in die USA gegangen, aber das war eine Minderheit und nicht nur die besten Abiturienten. Kann es sein, dass Du keine gute Erinnerung an deine Schulzeit hattest und einfach nur schnell weg solltest? Ich kenne Leute mit schlechterem Abi, die Ärzte geworden sind und kenne Leute mit gutem Abi, die an der Uni aus anderen Gründen gescheitert sind.

          • Ich glaube, du hast mich da etwas falsch verstanden...

            Ich habe meine Schulzeit beste Erinnerungen. Rückblickend hatte ich tolle Lehrer, die uns immer respektvoll behandelt haben und einige tolle und verrückte Erinnungen zu unserer Schulzeit beigetragen haben. Es war einfach eine tolle Zeit!

            Aber ein paar von uns waren in der 13. Klasse einfach "überreif". Als ich am Ende der 12. Klasse war und die 13er gerade ihren letzten Schultag hatten, begrüßte mich der Hausmeister am nächsten Tag mit den Worten "Du bist ja immer noch hier!!!"

            Und das traf damals einfach mein Gefühl und das Gefühl von vielen anderen. In der 11. war es so, dass der Tutorenkurs schon gegründet war. Wir waren nicht sooo viele, da wir "speziell" gewählt hatten (10 oder so). Ungefähr die Hälfte war im Ausland in dieser Zeit und ja, wenn man keine Wiederholung notwendig hatte (hatte ich nicht), war man "übrig".

            Und ja, für viele von uns war es in der 11. schon relativ klar, wie es weitergeht. Das Abi war nur noch reine "Formsache". Und da freut man sich natürlich auch auf das Studium, auf das, was danach kommt. Und das zieht sich dann zusätzlich!

            Und was das andere betrifft: Ich meinte nicht gute und schlechte Abiturienten, da hast du mich völlig falsch verstanden. Es geht darum, WO du Abitur gemacht hast. Bei uns war es zum Beispiel damals so, dass es gute Gymnasien und "Wald-und-Wiesen-Gymnasien" gab. Wem es auf einem guten Gymnasium schwer fiel, wechselte oft auf eines der anderen. Da gab es dann nicht nur überhaupt ein Abi, sondern auch noch ein gutes.

            Am Ende hat es den Betroffenen aber nichts geholfen, da sie zwar nun ein Abi in der Tasche hatten, oftmals aber gar nicht in der Lage waren zu studieren, also nicht studierfähig. Das wiederum liegt an der Arbeitsweise der Schulen (welche Schulform auch immer).

            • (12) 18.10.16 - 13:06

              Danke für deine Antwort. Zwei Leute und zwei ganz verschiedene Erfahrungen... Natürlich ist das lange her, aber ich kann mich nicht erinnern, dass Stoff in der 11. wiederholt wurde. Fand es nur leichter, weil paar Fächer wegfielen. Tutorenkurse hatten wir nicht. "Wald- und Wiesen-Gymnasien" auch nicht. Bei uns in der Stadt gab es mehrere Gymnasien, da hat keiner zur anderen gewechselt. Es kamen auch keine RS-Schüler zu uns oder zu den anderen Gymnasien. Die gingen dann zu den beruflichen Gym oder FOS. In welchem Bundesland hast Du Abi gemacht?

(13) 15.10.16 - 17:22

Ich weiss nicht wie das in Bayern und BaWü ist, in Niedersachsen braucht es eine 3.0 oder besser um den erweiterten Sekundarabschluss zu erreichen und damit an ein allgemein- oder berufsbildendes Gymnasium zu wechseln und die Oberstufe zu absolvieren.
Ein Gymnasiast muss versetzt werden. Er kann sogar in Klasse 10 sitzenbleiben und einen neuen Anlauf nehmen. Realschüler haben die Prüfungspaukerei in Klasse 10 und wenn sie den notwendigen Schnitt nicht erreichen, keine zweite Chance.

In Klasse 11 (ich gehe jetzt mal von G9 aus) sind es die ehemaligen Realschüler, die ordentlich Gas geben müssen - für die Gymnasiasten ist jetzt die beste Zeit für einen mehrmonatigen Auslandaufenthalt (behaupten zumindest die Lehrer am Gymi meiner Söhne), jetzt kommt nämlich viel Wiederholung als Vorbereitung auf die Qualifikationsphase.

Ich halte Abi über den Umweg Realschule nicht für stressfreier. Aber es ist eine gute Möglichkeit für Kinder, bei denen der Knoten ein bisschen später platzt.

Aber darum geht es in Klasse 4 gar nicht. Da kommt es auf das Jetzt an. Wo wird sich das Kind JETZT wohler und aufgehobener fühlen. Wie sich die Kinder mit 14 / 15 Jahren entwickeln haben werden, weiss doch eh keiner.

Grüsse
BiDi

  • (14) 15.10.16 - 23:08

    Hallo,

    auch in BaWü brauchts einen Schnitt (ich weiß jetzt nicht welchen aber mind. 3 denke ich) wenn man nach der 10. weitermachen möchte. Ich finde das auch sinnig. Eine Chance das zu schaffen sollte ja schon vorhanden sein.

    Ich denke sogar, sie würde von ihrer Art aufs Gym passen. Da weder ich noch mein Mann auf dem Gym waren, fällt uns der Schritt wahrscheinlich noch schwerer weil ich einfach keinen Einblick habe, was auf sie zukommt. Wir werden alle Infotage nutzen und sie soll sich selber ein Bild machen. Tendenziell möchte sie lieber aufs Gymnasium - auch wenn die Freunde eher auf die RS gehen werden.

    Lg Alex

    • Meine Meinung: Dann ist doch wohl ziemlich klar, dass das Kind auf dem Gymnasium angemeldet wird. Sollte es wider erwartend zu riesigen, unüberwindbaren Hindernissen kommen, macht man sich DANN einen Kopf, wie es weitergeht.

      Das Argument, dass ihr beide keinen Einblick in die Schulform Gymnasium als Jugendliche hattet und daher nicht wisst, was auf sie zukommt, ist meiner Meinung nach ziemlich unwichtig. Oder sollte es zumindest sein.

Frage: Um was geht es bei der Wahl des Schulzweiges und was ist dein Ziel?

Heutzutage ist der Weg zum Abitur für das ganze Volk politisch gewollt und über wirklich viele verschiedenste Wege möglich geworden. Dass dadurch die Absolventen für die Unis nicht besser wurden ist landläufig bekannt geworden, aber was soll`s.

Die Frage ist jedoch warum soll das Kind auf eine bestimmte Schule oder aus welchem Grund soll das Kind einen bestimmten Schulabschluß machen? Was sole es erfahren, sehen , lernen?

Unsere Kinder lernen und erfahren für's Leben und nicht primär um einen bestimmten Schulabschluß zu machen. Auch haben wir doch die Wahl zu wählen welche gymnasiale Schwerpunkte es erfahren und darin ja auch mit gewollter Mühe, Anstrengung, Niederlagen und Arbeit ausgebildet werden soll.

Wir legen selbst legen wert auf eine breite humanistische Bildung, auf ein bestimmtes Menschbild in unserem rein persönlichen Umgang und stellten uns nicht die Frage welcher der leichteste Weg in Klasse oder Schule A oder B ist.

  • Gute Frage. Du hast recht. Es geht nicht um den leichtesten Weg.

    Darüber muss ich nachdenken.

    Sie ist sehr wissbegierig, lernt gerne, möchte wissen - weil sie es schön findet etwas zu verstehen.

    Sie möchte lieber aufs Gym. Die Frage "warum" beantwortete sie damit, dass sie es toll findet am Ende der Schule die Auswahl zu haben was sie machen möchte. Weil man dort viel lernt und mehrere Sprachen lernen kann. Dies würde sie mehr als die Praxis wie Hauswirtschaft oä in der RS interessieren.

    Danke für deine Sicht.

    Lg Alex

    Du sprichst mir aus der Seele. Hauptsache jeder kann studieren - dann verdient er später gut und bekommt irgendwann auch mal eine ordentliche Rente - *ironie off!*

    Nur leider wird dabei übersehen, dass eben nicht jeder Mensch das Zeug zum Studium hat. Ich hatte in der Grundschule einen Jungen in der Klasse, der von Anfang an ein schwacher Schüler war. Er hat dann sogar die 4. Klasse (und später wohl auch noch eine Klasse) wiederholen müssen. Irgendwann hatte aber auch dieser Junge seinen Hauptschulabschluss in der Tasche und begann eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker. Der Ausbilder war zufällig mein Onkel, der regelrecht geschwärmt hat, wie fähig dieser junge Mann war. Der konnte nach 4 Wochen jeden Motor auseinander bauen und wieder zusammensetzen. Seine schulischen Leistungen blieben aber sehr schwach.

    Dieses Beispiel zeigt in meinen Augen ganz deutlich, dass es einfach Menschen gibt, die in speziellen praktischen Bereichen super sind, obwohl sie eben nicht das Zeug haben, einen guten Schulabschluss hinzulegen und letztlich zu studieren. Vor 25 Jahren hatten diese Menschen aber noch reelle Chancen - heute fallen sie leider aus dem System. Lieber dreschen wir sie durch eine berufsvorbereitende Maßnahme nach der nächsten. Eine Ausbildungsstelle finden sie nur mit ganz viel Glück, ansonsten winkt Harz4.

    Leider denkt die Politik aber nicht zu Ende: Wenn alle studieren sollen, wenn alle möglichst gebildet sein sollen und möglichst viel verdienen sollen - wer baut dann unsere Häuser, wer schneidet dann unsere Haare, wer leert dann unsere Mülltonnen? Und wer sitzt beim Supermarkt an der Kasse? Wir brauchen doch auch die Menschen, die einen Ausbildungsberuf ergreifen, wir brauchen Handwerker und Servicedienstleister. Die fallen doch nicht vom Himmel. Und einen studierten Maurer kann kein Mensch bezahlen!

    Ich denke, wir sollten die Kinder / die Schüler da abholen, wo sie stehen. Wenn jemand in der Grundschule super Noten hat und sich total leicht tut, ist er auf dem Gymnasium gut aufgehoben und wird auch später seinen Weg machen. Aber es gibt eben Schüler, für die das Gymnasium eben nicht optimal ist, oder sogar solche, die am Besten auf der Hauptschule aufgehoben wären (wenn das heutzutage ohne weitere Schulen nicht schon Endstation wäre). Warum sollen wir diese Kinder so quälen?

    Natürlich gibt es auch noch die Spätzünder, die in der Grundschule den Stift kaum halten konnten und irgendwann problemlos auf dem Gymnasium klarkommen. Die gab es aber vor 30 Jahren genauso. Mein Cousin hat die Hauptschule nur bis zur 9. Klasse besucht (mit Ach und Krach) - dann Ausbildung, Abendschule, Studium - heute ist er Maschinenbauingeneur - war auch vor 30 Jahren nichts unmögliches!

    LG

(19) 15.10.16 - 18:51

Hallo!

Interessante Frage, die beschäftigt mich auch. ;-) Hier (SL) gibt es eigentlich keine Realschulen mehr, nur noch unter kirchlicher Trägerschaft. Es wird geraten auf die Gesamtschule/Gemeinschaftsschule zu schicken, wenn man mit dem Gymnasium nicht sicher ist. Das ist mein Dilemma, und ich weiß, dass ich nicht alleine mit meiner Meinung da stehe. Die Gemeinschaftschule/n hier machen nicht den besten Eindruck. Sicher kann das in anderen Bundesländern/Städten anders sein, aber bei uns ist das halt so. Neben den, sagen wir mal "normalen" Kindern, gehen auch alle "schwierige" Schüler (meine damit beispielsweise verhaltensauffällige Schüler, nicht leistungsschwächere Kinder) auf diese Schule. Es gibt ja keine andere Schulformen als Gym und GS. Erschwerend kommt hinzu, dass es hier nur G8 gibt. Nicht falsch verstehen, ich glaube schon, dass es Kinder gibt, die das spielend schaffen.

Außerdem habe ich mal einen Auftritt der örtlichen GS gesehen. Ganz ehrlich, das hat mich ganz und gar nicht überzeugt. Persönliche Frage für mich ist also: RS (ist ein sog. Realgymnasium) oder Gym mit bestimmten Profil? Man kann zwar von der RS auf das Gym wechseln bzw. weitermachen, das stelle ich mir aber schwierig vor. Ich würde für mein Kind das Abi an einem beruflichen Gymnasium bevorzugen (beginnend ab Klasse 11 und Abi in Klasse 13) oder das Fachabi an einer FOS, je nachdem was Kind möchte. Angeblich ist die RS auch gut, aber das ist nur vom Hörensagen, aber auch ehemalige/aktuelle Schüler des kirchlichen Gymnasiums sind sehr zufrieden. Die Grundschullehrerin meinte, dass für die Empfehlung die VERA-Ergebnisse der 3.Klasse herangezogen werden. Die Ergebnisse sind uns auch bisher nicht mitgeteilt worden. Werden bei Euch auch die VERA-Ergebnisse herangezogen?

  • (20) 15.10.16 - 20:13

    Hallo,

    in BaWü hat man kein Empfehlung. Da kannst du dein Kind hinschicken, wo du es für richtig hältst. Passiert dadurch natürlich öfter, dass im Gym Kinder sind, welche den Schnitt def. nicht haben....auf der RS das gleiche.

    In Bayern ist es notengebunden. Sie bekommen ein Übertrittszeugnis, welches im 2. Halbjahr ausgestellt wird und die Noten bis dahin berücksichtigt werden. Bis 2,33 Gym, bis 2,66 RS. Der Rest Mittelschule (früher Hauptschule) in Mathe, Deutsch und HSU.

    VERA hat bei uns überhaupt keinen Einfluss gehabt.

    Schwere Entscheidung....

    • (21) 15.10.16 - 21:39

      Bei uns (NRW) gibt es nicht bindende Empfehlungen.
      Jedoch schauen die Schule schon auf Empfehlungen und Noten.
      Am Gymnasium , dass mein Sohn besucht wurden keine Kinder genommen die keine volle Empfehlung bekommen haben (das Gym ist sehr beliebt und sucht sich daher die Schüler aus).
      Auch die Realschulen schauen sich die Empfehlungen an.
      LG Basket

      • (22) 15.10.16 - 22:50

        Wir haben hier nur eine Realschule + Gymnasium (jeweils in Bayern oder BaWü). Da kann man leider auch nicht wirklich "aussuchen".....

        Ich weiß, dass es mit Mittelschulempfehlung kein Problem ist, auf die RS zu kommen und ebenso mit Realschule ins Gym. Scheinbar nehmen sie alle.

        In Bayern schaut das natürlich anders aus. Da gehts nur um den Schnitt.

        Meine Tochter hatte einen Schnitt von 1,33 im Zeugnis, Tendenz bisher nicht schlechter.

        Das mir die Entscheidung so schwer fallen wird, dachte ich auch nicht..... Ich werde mich im Elterngespräch auf die Lehrerin verlassen "müssen" und meine Tochter soll sich alle 4 Schulen anschauen. Ich hoffe, dann wird es klarer.....

        Lg Alex

        • (23) 15.10.16 - 23:12

          Ich würde mir die schulischen Profile anschauen. Was interessiert deine Tochter? Wo liegen ihre Stärken? Danach würde ich die Schulen wählen und sie dann ansehen.
          Bei uns bleiben zwei Schulen über. Für uns war eine Schule ganz klar vorne. Mein Sohn hatte aber ganz klares Mitspracherecht. Er hat sich aber auch für unseren Favoriten entschieden.
          Bei der Anmeldung hatten wir dann noch eine unsichere Zeit, da nicht klar war, ob er einen Platz bekommen würde ( Nachbarstadt), da es sehr viele Bewerbungen gab. Daher haben wir uns sehr über eine Zusage gefreut und unser Kind ist sehr glücklich an der neuen Schule.
          Lg

          • (24) 15.10.16 - 23:14

            Von der Realschule( war auch ein Gedanke von mir) hat die Klassenlehrerin ganz klar abgeraten, da er dort nicht genug gefordert wird.

            (25) 15.10.16 - 23:25

            Musik wäre ihr wichtig. Dies wird allerdings überall angeboten. Auf dem Gym etwas intensiver. Aber ich denke, ich muss da die Infotage abwarten. Und ganz klar die Empfehlung der Lehrerin. Ich weiß allerdings, dass sie das Gym eher verhalten empfiehlt. Aber wenn es die Empfehlung gibt, kann ich mich (als Momentaufnahme wenigstens) drauf verlassen, denke ich.

            Danke

            Lg Alex

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