Leistungsschwimmen, 1. Klasse, Gnaztagsschule

    • (1) 08.11.16 - 15:24

      Hallo zusammen!

      ich brauche mal eure Meinung.

      Mein Sohn (6 Jahre) schwimmt seit nunmehr 2 Jahren. Im Sommer hat er seine Abzeichenkurse mit Silber beendet und schwimmt seitdem im Breitensport des Vereins mit. Ihm macht das Schwimmen grossen Spass!

      Nun ist es so, dass er ab dem nächsten Halbjahr nicht mehr den Breitensportkurs besuchen kann, da er zu der angebotenen Uhrzeit noch Schule haben wird.
      Ich bin gerade auf der Suche nach einem anderen Verein, nach Rücksprache mit dem Schwimmlehrer gäbe es aber auch die Möglichkeit, dass er ins Leistungsschwimmen wechselt, da er sehr talentiert ist und die Trainer aus diesem Bereich anscheinend eh schon ein Auge auf ihn geworfen haben.
      Das würde aber 2-3 Mal Training in der Woche bedeuten....

      Ich selber habe in meiner Jugend auch Leistungssport gemacht (Leichtathletik) und habe damit sowohl gute, als auch schlechte Erfahrungen gemacht. Allerdings war ich etwas älter.
      Ich mache mir so meine Gedanken, ob es einmal zeitlich aber auch vom Anspruch her nicht vielleicht etwas viel sein könnte. Er ist in einer Ganztagsschule und hat 3x die Woche bis 15.30 Schule.
      Er selber hätte Lust dazu, allerdings kann er die Ausmaße sicherlich nicht wirklich einschätzen.
      Neben dem Schwimmen geht er noch 1x wöchentlich zum Parkour-Training.

      Gibt es hier vielleicht jemanden, der Erfahrung hat? Ich würde mich über einen Austausch sehr freuen!

      Vielen Dank und viele Grüße,
      Pili

      • Der Sohn meiner Freundin (10) ist im Leistungssport für Hockey und eben auch auf einer Ganztagsschule.
        Das ist manchmal schon echt viel, da auch er mehrmal pro Woche trainiert.

        Ich würde es mal versuchen. Wenn ihm das alles zuviel wird, kannst Du ihn ja wieder rausnehmen.

        (3) 08.11.16 - 15:48

        Hallo,

        mein Sohn hat einen ähnlichen "Werdegang" hinter sich.

        Er hat mit vier in einem Kurs das Schwimmen gelernt und mit sechs Jahren auf eigene Faust das Silberabzeichen gemacht, bevor er dann im gleichen Jahr in den Schwimmverein eingetreten ist. Er kam nach einem Vierteljahr in den Leistungsbereich und hat dann sofort zwei- bis dreimal in der Woche trainiert.
        Zusätzlich hatte er (und hat er noch immer) einmal in der Woche Musikschule und einmal Judotraining (das hat er dann allerdings zwei Jahre später aufgegeben). Natürlich ist das viel! Meinem Sohn fiel und fällt die Schule sehr leicht, so dass er dafür nachmittags keinen großen Zeitaufwand hat. Er war aber auch nie in einer Ganztagsschule und ist selbst jetzt im Gymnasium fast immer um 14 Uhr zu Hause. Dazu kommt, dass die Trainingszeiten in unserem Verein am späten Nachmittag und abends am Wochenende liegen. So hatte er trotz allem immer viel Freizeit und Zeit, sich mit Freunden zu treffen.
        Inzwischen ist er elf Jahre alt, trainiert seit kurzem fünfmal die Woche und ist Mitglied in einem überregionalen Förderkader. Schwimmen ist schon lange nicht mehr nur Spaß, sondern auch harte Arbeit. Mal schauen, wo die Reise hingeht und ob er auf Dauer dabei bleiben wird oder ob ihm die Pubertät da einen Strich durch die Rechnung macht.....

        LG Lena

        Probiert es aus, meine jüngere Tochter trainiert seid der ersten Klasse 5 mal die Woche, sie ist zwar in keiner Ganztagsschule, aber dafür hat sie Hausaufgaben zu erledigen und Fahrt von 1h pro Strecke zum Training. Training dauert zwischen 3-4h.

        • Sie ist 30 Stunden pro Woche für Ihren Sport unterwegs #schock

          Ganz ehrlich. Begabte Kinder können gerne gefördert werden, aber das finde ich sehr extrem. 10 Stunden Fahrt pro Woche plus 20 Stunden Training.
          Na ja, jedem das seine...

          • Naja es gibt nun mal nicht überall echt gute Fördermöglichkeiten so bleibt einem nur fahren, man gewöhnt sich dran und anderseits viele Kinder fahren auch mit Bus ne gute Stunde zur Schule und zurück, da sagt auch keiner was...hier sind zumindest die Schulen in 5min Fussweg entfernt.
            So passt es schon, und die Kinder lieben ihren Sport.

      Ansonsten kannst du dich hier vielleicht austauschen. :)

      http://urbia.de/club/sportliche+kinder+-mehr+als+nur+ein+hobby

      (8) 08.11.16 - 16:24

      ...ich würde es nicht machen, sondern einen anderen Verein wählen.

      2-3x für so ein junges Kind - und dann kann er ja noch nicht mal selber hin... Sondern müsste immer kutschiert werden. Alleine 2-3x in den Fussballclub, wo man selber hinlaufen kann ist noch ein bisschen was anderes...

      Ich habe auch Leistungssport gemacht. Aber ich war auch älter. Mein Sohn hat in dem Alter mit Eis-Hockey begonnen und hat es geliebt. Aber als er merkte, dass er nie mehr wirklich frei im Quartier spielen kann, begann er es zu hassen. Wenn andere ins Freibad oder in den Hof gingen, hätte er ins Training müssen. Wir haben nach der Probezeit aufgehört - obwohl uns natürlich immer wie Honig runter ging, wie begabt er sei... Aber er hätte auf so viel verzichten müssen. Und wenn wir so in die Zukunft guckten - was wollen wir für ihn? Eine eventuelle Profi-Karriere oder ein Kind, das noch rechts und links Hobbies machen kann, offen ist, selber mit Freunden abmacht?
      Für uns war klar, dass er halt sehr gerne mit Freunden selbständig was macht und wir den Fahrservice nicht bieten wollen und müssen. Heute spielt er immer noch Eishockey, natürlich längst nicht auf dem Niveau der Kids, die dabei geblieben sind. Dafür spielt er Fussball, Tenorflöte, Gitarre und ist im Kinderchor und spielt Tennis... er ist sehr ausgeglichen, vielseitig...

      Wenn er in dem Alter so intensiv für etwas trainiert, hat er zwangsläufig zu wenig Musse, um noch ganz viel anderes anzusehen. Er wird das Schwimmen lieben (hoffe ich) aber nicht die Zeit haben zu merken, dass sein Talent z.B. in der Musik liegt..

      Freunde von uns haben beide Kinder im leistungsschwimmen.

      Die kleine ist in der 2. und hat 3 mal Training.

      Der große in der 6. und hat 5 mal schwimmen plus 3 mal Krafttraining. Er war bis letztes Jahr auf einer privaten Ganztagsschule. Jetzt haben die eltern ihn auf ein normales Gymnasium gegeben. Ganztagsschule plus der Sport ging nicht mehr, va weil nie die Hausaufgaben fertig waren und er die nach dem Training machen musste. Jetzt ist er meist um 14 Uhr daheim, hat 2-3 Stunden Zeit für die hausis und dann geht's ins Training.

      Ich habe Selbsttäuschung Leistungssport gemacht und bin eigentlich froh, dass meine Kinder da keine Ambitionen haben. Sie sollen lieber einfach zeit haben und gern auch mal Langeweile

      (10) 08.11.16 - 17:28

      Ich habe 2 Kids ,die Leistungsschwimmen machen ...seit mehreren Jahren.
      Der Große wurde auch gesichtet ,er hat es aber dort nicht weiter machen wollen ,d.h. ,man hat kaum Freizeit ,es ist eine ewige Fahrerei ,fast jedes Wochenende Wettkämpfe ,6x die Woche Training (also spätestens wenn man hier am Olympiastützpunkt trainiert / dort auch d.Schule besucht) -ab Klasse 5.
      2 Jungs aus der Schwimmgruppe unseres Sohnes machen das aktuell ,sind 13 Jahre alt.
      Auch an Feiertagen wird trainiert. In den Ferien ist dies auch selbstverständlich ,meistens fahren sie ins Trainingslager. Nä. Mai geht es in d.Ferien nach Fuerteventura für sie ins Trainingslager. Die Kosten dafür sind nicht unerheblich. Das nur mal am Rande.
      Die einzigen Ferien ,die sie haben ,sind 3-4 Wochen im Sommer ,alle anderen Ferien sind zum Trainieren verplant.
      Man kann so gut wie nie auf Geburtstage ,sich mal verabreden ,für andere Hobbies ist gar keine Zeit.

      Das Kind muss das absolut wollen!

      Unsere Tochter haben wir gar nicht erst sichten lassen. Die Trainer waren sauer mit uns.

      Aber wir können uns das für unsere Kinder nicht vorstellen. Wir ermöglichen ihnen viel. Aber sie sollen auch noch Kind sein dürfen.

      Wir Eltern arbeiten beide im Schichtdienst ,haben beide abwechselnd WE-Dienste +Feiertagsschichten.Stress haben wir genug. Unsere Ferien mit den Kids sind uns heilig. Die Zeit ist schon rar ,die man miteinander hat.

      Ich will es Euch nicht ausreden. Aber es gibt auch viele negative Seiten.
      Eigentl. bin ich froh ,dass unser Sohn nach einigen Wochen selbst gesagt hat ,dass ihm das Training am Olympiastützpunkt zu viel ist. Somit hat er uns d. Entscheidung abgenommen.

      LG Kerstin

      (11) 08.11.16 - 17:37

      Hallo,
      also irgendwie ist mir unklar, wieviel Tage bei euch eine Arbeitswoche hat.
      3 mal die Woche bis 15:30 Uhr - das ist eine Menge. Wann ist er dann tatsächlich zu Hause? Klar ist die Hausaufgabenbetreuung/Lernzeit in der Schule, aber was ist mit dem Lernen für Arbeiten, Lesen eines Buches, Lernen eines Gedichtes,...? Direkt nach der Schule hat kein Kind Lust gleich wieder zu lernen und nach einer Pause ist es fast schon zu spät.
      1 mal wöchentlich Parkour-Training sind 4 verplante Nachmittage.
      Wenn ich bedenke, dass eine Arbeitswoche nur 5 Tage hat, weiß ich jetzt nicht, wo du die 2-3 Tage für das Schwimmen noch hernehmen willst.

      Mein Ältester (jetzt 4. Klasse) hat "nur" an 2 Tagen bis 15:30 Uhr Unterricht, wir wohnen direkt gegenüber der Schule 16:00 Uhr ist er zu Hause. Er hat aber zusätzlich noch an 2 Tagen Therapien (mit ziemlich langen Anfahrtsweg). Dieses im Kindergarten oft genannte "Kind sein" kann man voll vergessen. Er lernt nur noch. Jede Woche wird irgendeine Klassenarbeit geschrieben.

      Ich würde das definitiv nicht machen. Nicht das dein Kind übersieht, wo die Prioritäten liegen.

      (12) 08.11.16 - 17:55

      Hallo Pili,

      bestünde nicht die Kompromissmöglichkeit, das Kind in der anderen Gruppe, aber eben nur 1x oder 2x in der Woche trainieren zu lassen, so dass es in dem jungen Alter auch noch andere Sport- / Freizeitmöglichkeiten hat?

      6 Jahre ist doch sehr jung für Leistungssport. Ich selbst habe Schwimmen als Leistungssport ausgeübt, 5 - 6 mal wöchentlich trainiert plus Krafttraining plus Wettkämpfe an vielen Wochenenden plus Kadertraining. Ich war älter. Habe mit 10 so richtig damit begonnen und hatte meine stärkste Zeit mit 15 / 16. Das muss man wirklich mögen.
      Eigentlich bin ich froh, dass meine Kinder eher vielseitig interessiert sind und Schwimmen für sie "nur" ein Hobby ist.

      Unser 1. Klässler hat auch Silberabzeichen und trainiert 1 x die Woche Schwimmen. Er ist eine absolute Wasserratte, aber auch sehr verspielt; möchte springen, tauchen etc. Für ihn wäre Leistungstraining nichts. Wie ist das bei eurem Sohn? Möchte er "hart" trainieren oder ist er einfach sehr gerne im Wasser?
      Seid ihr gewillt, viele Wochenende bei Wettkämpfen zu verbringen?

      Unsere Kinder haben im Jahr vllt. 5 Wettkämpfe - das reicht uns als Familie absolut!

      Unsere Tochter (4. Klasse) geht 2x wöchentlich ins Schwimmtraining. Für sie wäre reines Leistungstraining auch nichts. Sie spielt sonst noch Geige, Fußball, geht turnen...

      Ich selbst trainiere eine Schwimmgruppe im Verein und wir sind da sehr flexibel. Ein so junges Kind könnte bei uns in einer beliebigen Gruppe in die es passt an beliebigen Tagen mitschwimmen: mit angepasstem Trainingsplan. Vielleicht wäre das bei euch im Verein ja auch möglich.

      Viele Grüße
      Ulrike

      Hallo pili,

      Ich denke, dass die Diskussion zwei Aspekte hat:
      Das eine ist die Komponente Leistungssport, das andere die Tatsache, dass die Zeit für freies Spiel weniger wird.

      Zum Thema Leistungssport kann ich nicht so viel sagen, ich denke, da musst du gucken, wie viel Druck da bei eurem Verein aufgebaut wird. Wir haben hier in der Nachbarschaft ein Mädchen, allerdings mittlerweile 4. Klasse, die 4 x in der Woche zum Geräteturnen geht. Und die nehmen das schon ernst mit Wettkämpfen etc., aber sie lassen die Kinder auch Kinder sein; und wenn man mal zum Kindergeburtstag geht statt zum Training, dann ist das auch ok.

      Zum Thema der Menge der Aktivitäten - und ich denke, darauf haben die meisten schwerpunktmäßig geantwortet, kenne ich einige Mütter, die sagen, maximal zwei Aktivitäten in der Woche. Meine 8-jährige hatte im letzten Schuljahr 5 x in der Woche Sport (+ 1x Klavier). Ich denke, da sind die Kinder sehr verschieden; andere toben auf der Straße rum. Meine braucht das eher in geregelter Form - viel Bewegung aber in einem geschützten Raum, wo sie sich sicher fühlt, mit den gleichen Regeln/ ohne Überraschungen ( die ist wahnsinnig hibbelig und wenn sie nicht genug Bewegung hatte, merkt man das sehr schnell ;-) )

      Wir sind nicht in der Ganztagesklasse sondern haben das Modell Schule + Hort, was ich an der Stelle besser finde, weil man eben freier ist, wenn eine Aktivität früher ist (und man selbst mehr mitbestimmen kann, was die Kinder machen). Sehr zu ihrem Bedauern, habe ich ihr dieses Schuljahr zwei Sportnachmittage gestrichen, weil sie eben auch noch andere Sachen machen möchte und das einfach alles nicht mehr geht. Sport ist bei uns meist eher spät - halb fünf/fünf; schwimmen erst um sechs. Da wird's dann schon spät, bis wir zu Hause sind. Die anderen Aktivitäten kann sie vom Hort aus selbst erreichen.

      Ich denke, einfach ausprobieren und gucken, wie es ihm geht - im Endeffekt wird es an deinem Sohn liegen, ob er das in der Form möchte.

      Viele Grüße

      Hallo,

      gibt es einen "Knebelvertrag"? Wenn nein, dann würde ich es versuchen.

      Der Sohn von meiner Freundin war auch sehr schnell mit den Abzeichen durch und für Gold noch viel zu jung. Er hatte dann in der Wettkampfgruppe mit trainiert, aber schnell das Interesse verloren, weil die andere Kinder mindestens 5 Jahre älter waren, deutlich größer und er als "kleines Talent" war in jedem internen Wettkampf immer mit Abstand der letzte, weil ihm die körperlichen Voraussetzungen noch fehlten.

      LG

      (15) 10.11.16 - 21:33

      Hallo,

      bei meinem Sohn war es ganz genauso, mit 6 hat er das Leistungsschwimmen mit damals 2 bis 3 x Training pro Woche begonnen und ist in die Ganztagsschule gegangen (Mo - Do bis 15:30 Uhr).

      Ich hatte am Anfang auch Bedenken, aber ihm hat es Spaß gemacht und der Sport war ein guter Ausgleich zur Schule.

      In der Ganztagsschule hatte er in der Regel keine Hausaufgaben auf, und trotz Training hatte er genug Zeit für andere Hobbies, Verabredungen und Spielen.
      In dem Alter sind es auch noch nicht allzu viele Wettkäpfe (nur die kindgerechten), sodass die Wochenenden weitgehend komplett frei sind.

      Mittlerweile geht er in die 6. Klasse und trainiert 5 x wöchentlich und es macht ihm immer noch Spaß.

      Probiert es einfach aus, wenn es ihm zu viel wird, könnt ihr ihn wieder rausnehmen und nach einer Alternative suchen.

      LG

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