Erfahrungen gesucht: In der GS eine Klasse überspringen

    • (1) 23.11.16 - 10:21

      Guten Morgen,

      wie im Betreff steht, suche ich Eltern mit ihren Erfahrungen, deren Kind eine Klasse übersprungen hat. Seit Tagen quälen mich Gedanken, was das Beste für unser Kind ist.

      Unser Kind (Jahrgang 2010) wurde regulär in diesem Schuljahr eingeschult. Bereits vor Schulbeginn konnte es rechnen und kannte einige Buchstaben. Das Interesse für Zahlen entwickelte sich bereits im Kindergarten, das Lesen der Uhr hat es sich selbst beigebracht.

      Nun ist es so, dass es immer öfter nach Hause kommt und erzählt es sei langweilig gewesen. Inzwischen kann es lesen und kennt alle Buchstaben. Die Anlauttabelle wird vollkommen verweigert. Hausaufgaben, sofern nicht in der Betreuung erledigt, sind in 3 - 5 Minuten fertig. Es giert nach mehr, ständig müssen wir irgendwelche Aufgaben stellen, auch wenn wir sagen, es sollte mal Schluss sein.

      Unser Kind ist gut strukturiert und kann sich über längere Zeit gut konzentrieren. Aber die Frustrationsgrenze ist gering, wenn etwas auf Anhieb nicht klappt. Im allgemeinen ist es vor allem in der Schule (zuhause aber auch) ein "braves" Kind, eher zurückhaltend und wenig fordernd. Daher wird es in der Schule oftmals "übersehen". Aussage der Lehrerin: "Noch gibt es sich zufrieden."

      Nun überlege ich, ob ich es zum Halbjahr in die 2.Klasse springen lassen soll. Aber es quälen die Gedanken, ob es dann nicht doch überfordert ist. Auf der einen Seite möchte ich die bestmögliche Förderung und ein zufriedenes Kind, auf der anderen Seite möchte ich es nicht überfordern bzw. frustrieren. Frustration kann auch bei Unterforderung eintreten. Den fehlenden Stoff könnten wir zuhause, neben der Schule, erarbeiten.
      Da die Schule jahrgangsübergreifend 1 - 4 unterrichtet, würde es im Klassenverband bleiben. Meinem älteren Kind fiel in der GS auch alles recht leicht, dieses beklagte sich aber selten über Langeweile und machte stoisch alles mit. Bei dem jüngeren Kind weiß ich nicht, ob es genauso würde, oder ob es nicht irgendwann abschalten würde.

      Natürlich muss ich das Gespräch mit den Lehrern suchen, aber eure Erfahrungen helfen mir hoffentlich meine Gedanken zu ordnen. Eine HB schließe ich aus, das Kind ist pfiffig, merkt sich alles sehr leicht und technisch / mathematisch interessiert.

      Viele Grüße
      Maxi

      • (2) 23.11.16 - 10:42

        Hallo
        Ich denke etwas bei dem man quasi nicht vergleichen kann, dafür sind die Situationen einfach zu individuell. Ich schreibe einfach mal wie es bei uns war, meine Tochter konnte zur Einschulung bereits gut rechnen,schreiben und lesen. Kognitiv und sozial war sie weiter als ihr eigentliches Alter und sie orientiere sich auch was die Freunde angeht eher nach oben.

        Nach der Einschulung war es dann sehr schnell klar das sie sehr unglücklich ist mit der Situation. Die störte zwar nie, machte keinen Quatsch oder ähnliche, aber sie war eben unglücklich darüber das sie nicht mit anderen Kindern auf ihrem Niveau aktiv am Unterricht teilnehmen konnte.
        Wir haben das Glück eine tolle Schule und tolle Lehrer zu haben, für diese war schnell klar das es für sie wohl am besten wäre die Klasse zu überspringen. Ihr nur extra Material zu geben hätte einfach nicht gereicht. Sie ist richtig aufgegangen nachdem sie wechseln durfte. Bisher (Klasse 4) war es also genau die richtige Entscheidung. Laut ihren Lehrern hätte sie auch das Zeug gehabt gleich 2 Klassen zu überspringen (sie war dort dann nur für einzelne Stunden), aber als Septemberkind und wegen der Zukunft war das weil es ja so gut geklappt hat keine Option.

        LG

        • (3) 23.11.16 - 11:32

          Mir geht es nicht um das Vergleichen, oder mein Kind vorzuführen. Mir geht es um Erfahrungen anderer Eltern positiv und negativ, dazu hat dein Beitrag beigetragen.

          Wir haben auch eine tolle Schule, ich war die 4 Jahre mit dem älteren Kind sehr zufrieden, die aber auch sehr gute Lehrer hatte.

          Mein jüngeres Kind, orientiert sich, wie deins auch, schon immer an älteren Kindern. Freundschafts- und Spieltechnisch war nie ein "Mütterarrangement" möglich :-p.

          Das Verhalten meines Kindes ähnelt deinem. Stört nie, macht die Dinge die es machen soll, ist aber nicht zufrieden. Bereits zu Beginn es Schuljahres ging es dem Kind nicht schnell genug.

          Ich habe irgendwie das Gefühl, das mein Kind aufgrund seines Verhaltens, untergeht. Nett, lieb und brav. Es gab Situationen, da hat es sich zuhause beschwert, nicht gesehen bzw. beachtet worden zu sein, obwohl es lange bei der Lehrerin stand und ihr mitteilen wollte, es sei fertig. Im Gespräch erwiderte diese, dass es schon mal vorkommt, es nicht gesehen zu haben, weil es an anderen Stellen "brannte". Ich bin nicht dabei, also weiß ich nicht, wie oft es "brennt" und Kinder nicht beachtet werden.

          Auch bin ich überfragt, ob Zusatzmaterial reicht (so weit waren wir im Gespräch nicht). Letzte und diese Woche bekam es was anderes als die anderen. Laut Aussage des Kindes war es okay.

          Vielen Dank für deinen Beitrag und alles Gute für deine Tochter, dass es weiterhin so gut läuft. Ich freue mich ja auch, dass es schulisch keine Probleme gibt, dass kann aber auch ein wenig Fluch sein.

          VG

          • (4) 23.11.16 - 11:59

            Klar, ich wollte damit nur sagen das es nur weil es für uns super war natürlich nicht die generelle Lösung für alle ist.
            Das Problem mit den Lehrern hatten wir nicht, ich wusste natürlich was sie konnte, habe aber nichts von mir aus gesagt. Ich wollte das sie ganz unvoreingenommen starten kann. Ihre Lehrerin kam letztendlich selbst auf mich zu nachdem sie ihre Beobachtungen gemacht hat und auch mit ihr geredet hat. Wir haben aber auch keine Jahrgangsübergreifenden Klassen.

            Das zusätzliche Material hat zwar etwas geholfen aber meiner Tochter hat es nicht gereicht.Auch wollte sie aktiv am Unterricht teilnehmen mit Kindern die soweit sind wie sie.
            Vielen Dank! Ich stehe immer in Kontakt mit den Lehrern, jetzt natürlich nicht mehr so intensiv wie am Anfang, und diese sind super zufrieden mit ihrer Entwicklung und sehe aktuell auch keinen Anlass zur Sorge für die Zukunft.
            Wie es wirklich kommt weiß man natürlich nicht. Nächstes Jahr geht es auf die weiterführende Schule und wie es da in ein paar Jahren aussieht macht mir natürlich schon etwas Sorgen.

      (5) 23.11.16 - 12:16

      Hallo,
      ich würde zu allererst mal mit der Lehrerin sprechen. Wenn jahrgangsübergreifend unterrichtet wird, durfte dein Kind dann schon bestimmte Sachen in der 2. Klasse mitmachen?
      Ich habe hier einen 1. und einen 2. Klässler in jahrgangsübergreifenden Klassen. Der 2. Klässler durfte in der 1. Klasse sehr viel Mathe von der 2. Klasse mitmachen, konnte dann bereits das kleine 1x1. Auch beim Lesen und manch anderen Sachen war er eher auf 2. Klässler Niveau. Aber eben nicht beim Schreiben. Wenn ich mir jetzt anschaue, was in der 2. Klasse bereits für Texte geschrieben werden, traue ich das auch meinem derzeitigen sehr fitten 1. Klässler nicht zu (obwohl er bereits recht gut liest, alle Buchstaben kennt, Hausaufgaben sind sehr schnell erledigt). Es werden Diktate geschrieben. Die Kinder müssen die Klein- und Großschreibung schon recht gut beherrschen usw.
      Unsere Große war auch immer ihrer Klasse weit vorraus, hat sich aber in der Schule nicht gelangweilt, außerdem haben wir sie in der Freizeit sehr gut ausgelastet (Sport, Instrumente, Begabtenförderung an der Hochschule etc.). Jetzt geht sie in die 8. Klasse, ist nach wie vor eine 1er Schülerin und hat es leicht in der Schule, wir würden es wieder so machen.
      Also Erfahrung mit überspringen haben wir nicht, nur mit Kindern, die dem Klassenniveau vorraus sind, aber in ihrer Klasse bleiben.
      Ach ja eine Nichte von uns wurde mit 5 eingeschult und hat die 2. Klasse übersprungen. Von den Noten her alles super, 1er Abitur, mit 17 Medizin studiert, jetzt mit 22 fast feritg. Aber es waren keine einfachen Zeiten für das Kind, als es z. B. 12 war und Mitschüler bereits 14 oder 15. Allerdings wäre es bei deinem Kind ja kein so großer Altersunterschied.
      LG

      (6) 23.11.16 - 12:22

      Hallo,

      kann jetzt erlich gesagt keine Punkte finden , die dafür sprechen das dein Kind jetzt eine Klasse überspringen soll #kratz frage mich auch warum man sich über sowas Gedanken macht , wenn du weder mit der Lehrerin gesprochen hast , noch die Lehrerin auf dich zugekommen ist.

      Das was du schreibst , klingt nach meiner Tochter...sie meint auch sie langweilt sich in der Schule , ist immer eine der ersten in der Schule...wissbegierig und kann alles sehr schnell umsetzen , Mathe auch Top etc. aber ich wäre jetzt nicht auf die Idee gekommen deswegen sie gleich in die zweite Klasse zu setzen....warte doch erstmal das Gespräch ab....und dann siehst du weiter....

    • (7) 23.11.16 - 12:29

      Hallo,

      ich schreibe Dir auch mal einfach, wie das bei uns so war.

      Meine Mittlere war leider sozial schon ein wenig auffällig. Sie ist so ein ruhiges Kind, aber wenn ihr was gar nicht passt, dann gibt sie so richtig Gas und wie die KiGa Leitung sagte "sprengt mir die Gruppe"....
      WIr haben sie auch mal testen lassen, da war sie frisch fünf, da wurde keine Hochbegabung festgestellt, aber man konnte auch einen Bereich beim Test nicht werten... irgendwie alles ein wenig seltsam....#kratz

      Sie konnte auch schon immer recht viel, sie las flüssig und schnell, Mathe ist nicht so ihres, aber da konnte sie auch den Stoff der ersten Klasse, als sie in die Schule kam. Sie ist eigentlich eine sehr introvertierte Person, macht viel mit sich selbst aus und braucht nicht viele Freunde, das auch noch zum sozialen. Sie ist sicherlich sehr sensibel, wenn nicht hochsensibel, und checkt eher mal die Lage, schmeißt sich nicht gleich ins Getümmel und beobachtet lieber.

      Nach vier Wochen Schule, als ich sie zufällig mal vorm Klassenzimmer abgeholt hab machte die Lehrerin den Vorschlag, die Klasse zu überspringen. Sie meinte sie könne ihr nichts mehr beibringen. Noch dazu kamen öfter sehr viele Wutausbrüche dazu, wenn Kleinigkeiten nicht funktionierten (Kleber ging nicht auf, Tasche war voll, aber Brotzeitbox musste noch rein....)Sie war also schon auffällig.

      Zuhause meinte sie oft, sie möchte nicht mehr zur Schule. Sie meinte:"Die machen da nur Sachen, die ich schon kann.... alles Babykram" usw....

      Dennoch hat sie es abgelehnt, zu überspringen.

      Wir haben es also dann dabei belassen, sie bekam extra Aufgaben.

      Nach den Weihnachtsferien aber wurde die Laune immer schlechter. Sie hat gemerkt, dass sich nix tut. Es ist immer noch das gleiche, öde Zeugs, das vorher schon dran kam und das hat sie nicht mehr gepackt. Sie wollte dann nicht mehr in die Schule. Bauchschmerzen und so weiter.... Hausaufgaben waren eine Qual, weil sie sich geweigert hat diesen Babykram zu machen.

      Sie hat dann zum Halbjahr erstmal drei Wochen zum Schnuppern in der zweiten verbracht. Das war auch wirklich schwer (wegen der Lehrerin, das alles würde den Rahmen sprengen), aber wohl auch eher für mich als für sie. Sie war vom ersten Tag an wie ausgewechselt, sehr fröhlich und ging gern zur Schule...

      Wir hatten am Montag ein Gespräch bei der Lehrerin in der ersten, da wurde beschlossen, dass sie die Woche drauf zum schnuppern kann. Bis Freitag dann war sie gerne nachmittags bereit, Sachen nachzuholen (Schreibschrift!), als sie dann aber in der zweiten war war sie zufrieden mit dem, was sie in der Schule zu tun hatte, und wollte nichts mehr machen zu hause. Das finde ich solltest Du bedenken.

      Es ist viel fürs Kind auch: Neue Lehrerin, wie ist die so, wer ist da in der Klasse (und die sind ja dann doch schon 1,5 Jahre zusammen und kennen sich), was machen die so und wo gehöre ich überhaupt hin??(Gut, der Lehrer und Klassenwechsel fiele bei Euch weg) Ich war erstaunt, wie leicht das meine doch gepackt hat, so vom Anschluss und sozialen her.... Da hab ich mir wohl mehr Gedanken gemacht.

      Notentechnisch war sie am Anfang nicht gut dabei, hat in der ersten Probe in Deutsch eine 5 kassiert, da war sie gerade zwei Tage in der zweiten. Das sollte aber nicht ausschlaggebend sein.

      Ich hab wirklich versucht, viele Informationen überall einzuholen, hab viel mit befreundeten GS-Lehrerinnen telefoniert, viel im Internet, und ich denke wirklich, dass das ausschlaggebende ist: Die Lehrerin befürwortet es/schlägt es vor, und das Kind will es auch.

      Ich sehe es jetzt bei einer Bekannten aus dem KiGa: Das Kind wurde hochbegabt getestet, und die Mutter wusste schon vorher, dass das Kind die erste überspringt. Aber irgendwie sieht nur sie das so, und die Lehrerin zieht nicht. Und ich finde, wenn man von Seiten derer nicht unterstützt wird bringt das alles nix. Es ist denke ich ein Unterschied, wenn die Lehrerin der ersten zur aufnehmenden Lehrerin geht und sagt: Die Eltern wollen, dass das Kind überspringt.... als wenn sie sagt: Ich finde, ich kann dem nichts mehr beibringen, der kann schon in die zweite. Ich hoffe, Du verstehst, was ich sagen will.

      Vielleicht wäre es eine Option, wenn bei Euch eh jahrgangsübergreifend unterrichtet wird, ihm mal ein paar Aufgaben der zweiten hinzulegen?? Dann sieht man doch, wie er so dabei ist und ob er das packt. Aber auch das muss die Lehrerin befürworten, wenn sie ihm die SAchen der zweiten hin legt mit dem Hintergedanken "weil die Mama denkt Du kannst das...." ist nicht gut, da sollte sie schon eher sagen/denken: Der hat das drauf, das probieren wir jetzt mal!

      Uns wurde immer vorgeschlagen, sie ein Instrument lernen zu lassen, damit sie da gefördert und beschäftigt ist. Hat sie auch. Macht sie immer noch, bringt immer noch nix. ;-)

      Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen, ist jetzt vielleicht ein wenig lang und wirr, sorry.

      LG Karin

      (8) 23.11.16 - 12:55

      hallo,
      seit wann bestimmen eltern, in welcher klassenstufe sich ein kind befindet?
      das, was du beschreibst, klingt für mich einfach nur pfiffig. nicht weniger, nicht mehr.

      ich kann deine überlegungen nicht nachvollziehen, ein überspringen sollte von der lehrerschaft ausgehen, die dein kind im unterricht erlebt und nicht von eifrigen muttis.
      ein überspringen wäre an unserer GS überhaupt nicht möglich, gab es noch nie. da die schule aber mit dem hb-verbund zusammenarbeitet, werden unterforderte kinder gezielt gefordert mit material und kursen. das geht aber grundsätzlich vom KL aus.
      vg

      (9) 23.11.16 - 13:17

      Beim Test des Großen wurde uns damals gesagt, dass ein Sprung immer das letzte Mittel sein sollte. Man sollte vorher mit Enrichment (Vertiefung) arbeiten.

      Sofern es nicht explizit von der Lehrerin angesprochen wird, wäre ich auch sehr vorsichtig und würde es mir niemals "anmassen", mit so einem Ansinnen an sie heranzutreten. Das hat immer einen so merkwürdigen "Beigeschmack".

      Natürlich wäre ein generelles Gespräch mit der Lehrerin sinnvoll, aber eben ohne so vorzupreschen - möglicherweise kommt sie ja auch von selbst auf diese Idee, sofern es wirklich keine anderen Förder- bzw. Fordermöglichkeiten gibt. Aber eigentlich ist doch jahrgangsübergreifender Unterricht perfekt für solche Kinder.

      Ansonsten gibt es sicher genug Kinder, die in der 1.Klasse unterfordert sind. Bei meinen Zwillingen gab es 1/3 Kinder, die bereits vor der Schule lesen konnten. Meine Kleine hat zu der Zeit auch schon Bücher wie Sternenschweif oder Ostwind gelesen. Schreiben kann sie nach ihrer eigenen "Rechtschreibung" ;-) und der Stoff in Mathe stellt sie auch vor keine Herausforderung. Auch sie meinte, dass sie ja quasi schon alles kann. Aber in der 2.Klasse kann ich sie nun wieder gar nicht vorstellen.

      Das Gleiche gilt für ihren Zwillingsbruder, der vor der Schule gar nicht lesen konnte, inzwischen aber auch seine Comics selber liest (natürlich noch stockend), dafür ist er in Mathe extrem fit und da sicher auch auf 2.Klasse-Niveau.

      Aber wenn ihr Euch wirklich unsicher seid, wäre eventuell eine Testung vielleicht doch eine Möglichkeit. Es geht ja nicht nur darum, einen IQ-Wert zu bekommen, sondern man bekommt eigentlich auch Hinweise über Stärken / Schwächen und Tips für´s weitere Vorgehen an die Hand. Als der Große getestet wurde, hat die Testungsstelle sogar Kontakt zur Lehrerin aufgenommen, das Ergebnis erklärt und Tips gegeben, wie man weiter vorgehen kann. Wie gesagt, ein Sprung als letztes Mittel.

      Wie gesagt, ich würde es erstmal noch etwas laufen lassen, aber gut beobachten, ob sich beim Kind noch mehr Leidensdruck aufbaut.

      Hattet Ihr eigentlich schon ein Elterngespräch ? Bei uns gab es das kurz vor den Herbstferien.

      (10) 23.11.16 - 13:18

      Hallo,

      was sagen die Leherer dazu?

      LG

      (11) 23.11.16 - 13:28

      Hallo,

      habe nicht mehr soviel Zeit, jedem zu antworten, daher eine an alle.

      Zu Beginn möchte ich klar stellen, dass ich eben nicht zu den übereifrigen Müttern gehöre, die in ihrem Kind einen zweiten Einstein sehen. Eher im Gegenteil! Ich möchte mein Kind eben nicht überfordern und / oder frustrieren. Ich möchte ein zufriedenes, ausgeglichenes Kind.

      Das Gespräch mit der Lehrerin gab es schon. Sie sagte ja: "Noch macht er alles brav mit." Da stellt sich für mich die Frage, wie lange noch?
      Sie sagte aber auch, dass es vom Stundenplan her schwierig wäre, ihn zumindest in Mathe beim 2. Jahrgang mitlaufen zu lassen. Da er ja so unauffällig ist und sich nicht beschwert habe ich das Gefühl, sie sieht ihn nicht "richtig". Es ist eine erfahrene Lehrkraft, die dem Überspringen eher kritisch gegenübersteht.

      Bedenken habe ich gerade in Deutsch. Er liest, er schreibt, kennt alle Buchstaben, aber ob er einen Text zustande bringt? Sein neustes Projekt, er möchte ein Buch schreiben. Thema weiß er noch nicht ;-). Da wäre dann doch recht viel aufzuholen, denke ich.

      Inzwischen hat er auch die ein oder andere Zusatzaufgabe, bzw. andere Aufgaben als die anderen Erstklässler bekommen. Ich kann aber nicht sagen, ob diese aus dem 1. oder 2. Jahrgang sind. Das Material bleibt überwiegend in der Schule.

      Letztendlich sei gesagt, dass natürlich nicht ich entscheide, ob eine Klassenstufe übersprungen wird, sondern alle Beteiligten gemeinsam! Nun stellt sich mir die Frage, ob ich ein weiteres Gespräch suche, oder ob ich es einfach weiterlaufen lassen sollte. Im Moment impliziert das Weiterlaufen leider ein unzufriedenes Kind.
      Die Schule selbst hat mit dem Überspringen bzw. Wiederholen sehr viel Erfahrung. Ich habe alles im Komplettdurchgang mit dem älteren Kind ja schon erlebt und weiß durchaus wo der Hase langläuft.

      Die Frage, zu Hause in anderen Bereichen fördern und fordern oder in der Schule? Zu einem Mannschaftssport geht er, das Instrument, was er lernen möchte ist sehr laut. Bevor ich bei meinen Kindern ernsthaft mit Musikunterricht begonnen habe, habe ich immer geguckt, wie die Schule anläuft. Es gibt da soviel Neues und die Kinder sind in den ersten Wochen ja oftmals vom Schulalltag erschöpft.

      Laut Aussagen von der Lehrerin und die Betreuerinnen der offenen Ganztags ist er gut angekommen und kann den Schultag und die Betreuung gut bewältigen.

      Nochmals #danke für eure Antworten und ich freue mich auf weiteren Austausch.

      VG

      • (12) 23.11.16 - 14:46

        Da fühle ich mich jetzt angesprochen. Unser Kind ist auch auf einer tollen Schule mit Jahrgangsmischung 1-4. Unser Sohn ist nach den Herbstferien von Klasse 2 in 3 gesprungen. Durch die Jahrgangsmischung hatten wir das ganze Jahr als Probezeit, ob es klappt, er könnte ja im Klassenverband bleiben, hat an den Lernangeboten der dritten Klasse teilgenommen und die Lehrerin hat ihm zusätzlich Diagnosebögen für die zweite Klasse gegen, um zu sehen, wo es noch klemmt. Er hat alle lernzielkontrollen der 2. Klasse mitgeschrieben und die Klassenarbeiten der 3. auch. Nach dem Halbjahreszeugnis gehörte er schon wieder zu den besten drittklässlern. Ich finde gerade in dem System ist es völlig problemlos zu springen. Die Folgen mit später in die Pubertät kommen, immer der jüngste sein etc. hat man ja immer, aber für unseren Sohn war es der einzig mögliche weg und wir sind froh, dass die Schule so toll mitgezogen hat.

    (13) 23.11.16 - 14:49

    Man kann doch probieren und ihr Aufgaben aus der zweiten Klasse geben, wenn es sonst eh alles bleibt wie es ist.
    Wenn das zu schwierig ist, was ich nicht glaube, dann kann man ja den Stoff der ersten wieder mitmachen.

    In einer jahrgangsübergreifenden Schule sollte das doch kein Problem sein.

    (14) 23.11.16 - 16:02

    Bleib im Kontakt mit der Lehrerin, gerade in einem jahrgangsübergreifenden Konzept sollte es doch gut möglich sein, Deinem Kind Aufgaben aus der zweiten Klasse zu geben, um einer Unterforderung Einhalt zu gebieten.

    Mein Sohn (jetzt 14) hat sich in der ersten Klasse sehr unwohl gefühlt - auch mit Zusatzaufgaben wurde es nicht besser. Der Impetus zum Überspringen ging von der Lehrerin aus, und mein Sohn wollte das auch. Außerschulisch wurde er eh u.a. durch Instrumentalunterricht gefördert.

    Leider war die Lehrerin der aufnehmenden Klasse wenig begeistert, ein Kind, das kognitiv weit, aber von der Arbeitsorganisation halt ein Erstklässler war, aufzunehmen, und das hat sie auch deutlich gemacht. Und meinem Sohn fiel es auch schwer zu akzeptieren, wenn er etwas mal nicht gleich konnte. Hochbegabung wurde erst später festgestellt, als er im Laufe der dritten Klasse alles daran setzte, nicht mehr zur Schule zu müssen. Mit fachlicher Unterstützung von außen wurde es dann besser, aber hätte ich vorher gewusst, wie schwer ihm die Zeit wird, hätte ich das Rad zurückdrehen wollen.

    Hab Geduld, bleib mit der Lehrerin in Kontakt!

    VG
    Anja

    (15) 23.11.16 - 16:32

    Meine Erfahrung:
    Wenn das Thema nicht von Seiten der Schule angesprochen wird, dann sollte man es lassen.

    Sprich auf jeden Fall mit der Lehrerin!!!!

    (16) 23.11.16 - 16:45

    Hallo,

    Unser Sohn ist damals am Ende der Sommerferien nach der ersten Klasse in die dritte Klasse gesprungen.
    Allerdings war eine sehr ausgeprägte Hochbegabung vorher bekannt.

    Du sagst, du würdest Hochbegabung ausschließen.
    Das ist nicht möglich! :-D
    Nur ein standardisierter Intelligenztest kann das!

    Sie ist auch nicht so selten und die betroffenen Kinder sind oft keine total auffälligen Genies,
    sondern wie du sagst, einfach nur pfiffig!

    Wenn dein Sohn unzufrieden ist und einen Leidensdruck hat, würde ich die Option der Akzeleration unbedingt mit der zuständigen Lehrkraft besprechen.

    Besonders und Hochbegabte Kinder sind , wenn keine Teilleistungsstörungen vorliegen, in der GS naturgemäß unterfordert.
    Die einen leiden darunter, andere nicht.

    Bei unserem Sohn gab es damals keine andere Möglichkeit, es wurde vor allem von der Schule forciert , da es keine Konzepte für die Begabtenförderung gab, war das der einfachste Weg.

    Der Sprung änderte allerdings an der Unterforderungssituation gar nichts.

    Daher muss man halt gut abwägen, ob Enrichement möglich und eventuell sinnvoller wäre.

    lg

    (17) 23.11.16 - 19:58

    Hallo,

    ich denke überspringen lassen wäre sehr gewagt... Die Schule hat ja gerade erst angefangen.
    Noch ist der Stoff recht lasch! Aber das wird anziehen und ich würde das mal nicht unterschätzen.

    Besprich mit der Lehrerin dass Dein Kind zusätzliche Aufgaben zu bearbeiten bekommt. So wird das an vielen Schulen gemacht. Das nimmt die Langeweile raus wenn dein kind mit den regulären Aufgaben schon fertig ist.

    Hält die Situation an kannst Du immer noch überspringen ins Auge fassen.

    Sollte der Stoff aber doch mal schwieriger für dein kind werden, so kann es die zusätzlichen arbeitsblätter weg lassen und alles läuft wie gehabt.

    (18) 23.11.16 - 20:38

    N'abend zusammen,

    hier tut sich ja einiges. Vielen Dank für die weiteren Erfahrungsberichte und die verschiedenen Meinungen und Denkansätze.

    Natürlich kann nur ein fundierter Test eine Hochbegabung ausschließen, da mein Kind zwar schon speziell ist, etwas andere Interessen hat als andere Kinder in dem Alter, möchte ich es nicht testen lassen. Er ist so wie er ist, jedes Kind ist anders und hat seine liebenswerten Seiten und auch seine liebenswerten Macken. Bis auf die schulische Unzufriedenheit gibt es keinerlei Probleme, da er so akzeptiert wird wie er ist.

    Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich noch 1-2 Wochen abwarte, gucke wie sich die Unzufriedenheit entwickelt.

    Da er glücklicherweise recht viel (für seine Verhältnisse) aus der Schule erzählt, erfahre ich, was er so macht bzw. ob er das ein oder andere zusätzlich macht. Wie gesagt, gestern erzählte er, er hätte in Deutsch ein Heft bekommen, da stünde eine 2 drauf. Darin durfte er dann arbeiten. Ich kenne das Heft nicht, weiß also nicht, um was sich genau handelt.

    Ich dachte auch, dass gerade beim jahrgangübergreifenden Unterricht Sprünge nach oben und unten in D und M möglich wären. Damals bei meinem älteren Kind schien das problemlos bei einem Mitschüler möglich zu sein.
    In dieser Klasse wird irgendwie Zurückhaltung geübt?!

    Wünsche euch einen schönen Abend.

    VG

    • (19) 24.11.16 - 08:45

      Hallo,

      ich frage Dich noch einmal, hast Du schon mit den Lehrern darüber gesprochen? Was meinen die zu Deinem Vorhaben oder entscheidest Du im Alleingang?

      LG

      • (20) 24.11.16 - 13:49

        Hallo,

        wie ich bereits geschrieben habe, hatte ich ein Elterngespräch zum Elternsprechtag. Da waren die Aussagen: "Noch macht er brav alles mit" und ein Übergang in M ins 2. Schuljahr sei vom Stundenplan im Moment schwierig.

        Wir gingen auseinander, dass wir beide die nächste Zeit beobachten wollen. Nach dem Elterngespräch hat sich, wie bereits erwähnt, in Sachen Zusatzaufgaben bzw. eines weiteren Heftes in D, was ich aber nicht kenne, da es in der Schule liegt, etwas getan.
        Wie gesagt, Inhalt der Aufgaben kenne ich nicht.

        Ich sehe hier ein oftmals unzufriedenes Kind, dass selbst nach einem anstrengendem Schultag (meiner Meinung nach) noch irgendwelche Aufgaben rechnen möchte.

        Sie erwähnte überspringen in dem Gespräch, aber da war ich noch kategorisch dagegen und daher dachte ich, hole ich mir mal die Meinungen derer, die Erfahrung haben.

        Natürlich werde ich ein weiteres Gespräch führen.

        VG

(21) 23.11.16 - 21:03

Hallo,

ich finde, gerade im 1. Schuljahr sind die Unterschiede zwischen den Kindern riesig. Aber es wird nach den Schwächsten gegangen, denn es müssen ja alle Lesen und Schreiben und die Grundlagen des Rechnens lernen.
Das heißt aber umgekehrt, dass sich etwa 1/3 der Klasse mehr oder weniger stark langweilt, weil sie entweder schon alles können oder es schnell begreifen.

Für mich ist Langeweile im 1. Schuljahr überhaupt kein Grund, um zu springen.

Ich selbst konnte auch schon vor dem 1. Schuljahr Schreiben, Lesen und Rechnen. Selbverständlich war das 1. Schuljahr für mich total langweilig. Das 2., 3. und 4. Schuljahr ging dann so. Ich war immer eine der drei Besten und habe mich immer wieder mal gelangweilt.
Aber im 5. Schuljahr war dann Schluß mit meiner Überflieger-Karriere. Auf dem Gymnasium bin ich überall auf 3en abgestürzt und habe mich dann weiter im Bereich 2 bis 4 (je nach Fach und Lehrer) bewegt. Ich will gar nicht wissen, wie das gelaufen wäre, wenn ich eine Klasse übersprungen hätte und ein Jahr früher dort gelandet wäre... #zitter

Unsere Tochter (4. Klasse) hat im 1. Schuljahr blitzschnell alles gelernt, was sie vorher nicht konnte und sich anschließend gelangweilt. Das tut sie seitdem die ganze Zeit mit sehr guten Noten. Aber sie hat mir gesagt, dass sie keine Lust hat, eine Klasse zu überspringen, weil sie dann von ihren Freundinnen getrennt würde und weil sie keine Lust hat, den Stoff des dann fehlenden Schuljahrs nachzuarbeiten.

Ich kenne zwei Kinder, die vor ein paar Jahren die 3. Klasse übersprungen haben. Der eine ist jetzt auf einer Schule mit Hochbegabten-Zweig und kommt dort offenbar gut klar. Das Mädchen ist jetzt in der 7. Klasse Gymnasium und hat immer noch überall 1en.

Ich denke, Überspringen kann klappen und auch sinnvoll sein. Aber ich würde auf jeden Fall das zweite Schuljahr abwarten, weil das 1. Schuljahr viele Kinder unterfordert, und die Tatsache, dass ein Kind dort unterfordert ist, nicht viel aussagt.
Bis dahin soll die Lehrerin Deiner Tochter lieber Knobelaufgaben geben, wenn sie sich langweilt.

Für eine Steigerung der Frustrationstoleranz und gegen Langeweile durch Unterfoderung für zu Hause kann ich übrigens ein Musikinstrument empfehlen.
Unsere Tochter spielt Gitarre und hat damit gelernt, dass es Dinge gibt, die ihr nicht in den Schoß fallen, dass es sich aber rentiert, wenn man etwas übt, was man nicht kann.

LG

Heike

(22) 24.11.16 - 18:56

meine 2te Tochter konnte bereits mit 4 lesen und mit 5 schreiben, auch fdie Zahlen kannte sie. Allerdings war gerade erst als sie in die Schule kam, so kamen wir mit der Lehrkraft zusammen zu dem Entschluss es erstmal zu beobachten, sie bekam halt zusätzliche Arbeitsblätter in Deutsch aus Klasse 2 und 3, durfte Mitschülern helfen .

Mittlerweile ist es ihr in der 2ten Klasse nicht so langweilig, sie hat halt den Vorteil fast nie Hausaufgaben zu haben und nie lernen zu müssen.

Der Hauptgrund war für uns , der dass es später zu Schwierigkeiten kommen kann, wenn ihre älteren Mitschüler in die Pupertät kommen und sie noch weit von entfernt ist.

Wenn es alterübergreifend ist kann dass Kind doch noch einfacher Aufgabenbekommen die es fordern.

(23) 24.11.16 - 22:30

Hi,
Da unser Junior, Jahrgang 11, seitdem er 2 Jahre alt ist, das Alphabet konnte, mit drei sich die Uhr (halbe und ganze Stunde ) lesen beigebracht hat und mit ende drei Jahren das rechnen anfing, waren wir auch gespannt wo das hingeht. Mit anfang fünf Jahren hatte er das Lesen gestartet und rechnete dann auch + und - ( bis 99) sowie einfache malrechnungen. Wir haben nicht gewartet, bis er regulär in die Schule gekommen wäre, sondern haben ihn dieses Jahr mit eingeschult. Bisher fühlt er sich wohl. Ich wollte genau das Problem, das ihr habt, vermeiden. Ich bin kein Freund von überspringen in den ersten Jahren, da ich denke, sie lernen teotzdem Dinge, die ihnen dann evtl später beim Überspringen, fehlen. Hoffe ihr trefft die richtige Entscheidung.
Lg Conny

(24) 28.11.16 - 18:20

Ich kann an ein wenig Langeweile in den ersten Schulmonaten (in denen es ja wirklich noch um gar nichts geht) absolut nichts Schlimmes finden.

Finde es geradezu lachhaft, hier gleich ans Überspringen zu denken, sorry.

Sein Sohn soll mal in der Schule ankommen, die Lehrerin kann ihn mit Zusatzstoff füttern - wenn sowieso klassenübergreifend unterrichtet wird, ist das ja kein Problem.

Und zuhause gibt es auch noch tausend Dinge, die man erforschen und lernen kann.

LG

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