Erfahrungsberichte von Medikinet bei ADHS

    • (1) 24.11.16 - 09:05

      Hallo Ihr Lieben,
      Unser Sohn Finn-Lukas (7) ist ein Ex Frühchen (35ssw) hat Asthma und ADHS. Sin seit dem 3. Lebensjahr im SPZ weil da schon der Verdacht im raum stand. Mit 6 Jahren wude es dann doch bestädigt aber nicht stark Ausgeprägt und wir sollten es mit Ergo und förderung Zuhause ohne Medis versuchen und haben dann auf Empfehlung des KiA es mit Esprico versucht da es Pflanzlich ist. Das wahr auch die Empfehlung vom SPZ. Im gegenzug schrieben sie aber das wenn er in der Schule Probleme bekommen sollte das man dann mit Medis weiter machen müssen. Jetzt ist der Tag doch gekommen. Mit mehreren Gesprächen mit Schule KiA und Ergo starten wir Morgen mit Medikinet 10mg für den Anfang was aber dann noch gesteigert wird. Jetzt meine Frage gibt es hier welche die auch ihren Kindern Medikinet geben und mir berichten können wie die Wirkweiße ist und was mich am meisten Interesiert die Nebenwirkungen. Ich weiß das jedes Kind anders ist. Aber irgendwie würde mich es doch beruhigen.

      LG Stephi mit Lea-Marie 8 und Sogenkind Finn-Lukas 7

      • Hallo,

        ich kenne mich mit ADHS leider gar nicht aus, sehr wohl aber mit Asthma. Und da läuten bei mir die Alarmglocken. Dein Sohn soll ADHS haben, nicht sehr stark ausgeprägt. Asthma-Medikamente haben oft Nebenwirkungen, die unter Umständen auch ADHS ähneln können. Wurde das mal abgeklärt?

        LG

        Wahrscheinlich willst Du das von mir nicht hören wollen, aber ich würde wohl eher andere Dinge versuchen, bevor ich zu Medikamenten greife.

        Andere Möglichkeiten wären z. B. Marburger Konzentrationsprogramm, Verhaltenstherapie, Neurofeedback...

        Eine Medikamentengabe sollte immer das letzte Mittel sein, denn wenn er wirklich ADHS hat, muss er vermutlich sein ganzes Leben damit zurecht kommen. Das aber bringt ihm kein Medikament bei...

        Andrea

        • (4) 24.11.16 - 09:30

          Ich rate Dir Folgendes: such Dir als erstes einen Psychoherapeuten für Kinder/Jugendliche der sich mit ADHS auskennt. Stell Dein Kind vor & macht einige probatorische Sitzungen. Dann wirst Du ein klares Bild davon erhalten, ob es wirklich ADHS ist.

          Von SPZ-Diagnosen beim Thema ADHS halt ich nicht viel... die kennen sich mit dem Thema nicht wirklich aus.

          Andrea

      Hallo,

      ich kann Dir berichten.

      Btw: es ist immer "schön", wenn man um Erfahrungsberichte bittet, und ungefragt Empfehlungen kommen à la "Probier doch erst dies und jenes" und "keine Medikamente" etc.
      Glaubt mir, es macht sich KEIN Elternteil diese Entscheidung leicht. Man hat schon vieles/alles durch, bis man an diesen Punkt kommt und sein Gewissen auf Herz und Nieren geprüft. Warum also immer dieses "schlechte-Gewissen-machen", wahrscheinlich noch von Leuten, die das Problem gar nicht selbst kennen?!

      So, das musste mal raus.

      Zum Thema: meine Tochter ist 10 Jahre alt, in der 5. Klasse, seit Ende der 2. Klasse eine ausdiagnostizierte LRS. Die ganze Zeit auch Verdacht auf ADHS, seit knapp 9 Monaten diagnostiziert. Alle Diagnosen/Gutachten sowohl von Sozialarbeitern der Schule als auch einer Kinder- und Jugendpsychologin erstellt und bestätigt (zur Beruhigung hier!).

      Seit ca. 6 Monaten erhält sie 10 mg retardiertes Medikinet am Tag.
      In der Schule ist ein deutlicher positiver Unterschied spürbar. Wir haben extra am Anfang die Lehrer nicht über den genauen Beginn der Medikamentengabe informiert, um ein unvoreingenommenes Feedback zu erhalten. Und das war und ist bisher sehr positiv. Sie ist aufgeschlossen und aufnahmebereit, kann sich besser konzentrieren und fokussieren, ist dabei aber klar und wach und ruhiger (nicht "betäubt", wie manche behaupten). Den Effekt bemerkt sie auch selber. Wir wiederum merken den Unterschied extrem, wenn sie keine Kapsel nimmt (sehr zappelig und reizbar, manchmal kaum ansprechbar, lernen/Hausaufgaben etc. nahezu unmöglich usw).

      Die Kehrseite ist bei unserer Tochter leider verminderter Appetit (teilweise sehr stark) und Schlafstörungen. Wobei wir bei letzterem nicht genau wissen, ob das tatsächlich am Medikament liegt oder an ihrem Krankheitsbild (sie entwickelt psychische Aufälligkeiten, die aber bereits vor der Medikation anfingen). Sie schläft oft erst gegen 0 Uhr ein, muss aber um 6.30 Uhr wieder hoch. Das reicht natürlich nicht. Sie sagt, sie kann einfach nicht einschlafen.

      Mit dem Essen , das ist leider ein großes Problem, da sie sowieso sehr dünn ist. Wir müssen sie morgens zum Essen regelrecht zwingen. Tagsüber isst sie dann gar nichts, abends mal so, mal so. Ich habe aber auch das Gefühl, dass das ein "Machtspiel" von ihr ist. Sie merkt, dass mir/uns das zunehmend Sorge bereitet und kokettiert oft damit.
      Wir hatten heute ein längeres Gespräch mit der Psychologin und sind zu dem Schluß gekommen, dass hier wohl vieles auf "Machtspielchen" hinaus läuft, was wir durchbrechen müssen.
      Als nächstes wird eine Therapie und evtl. auch eine Kur für unsere Tochter folgen (auch wenn mein Mann sich noch nicht dazu durchringen kann).

      Aufgrund der Schlafprobleme werden wir jetzt unretardiertes Medikinet mit 10 mg/Tag versuchen. Das wirkt nur ca. 4 Stunden, was (leider) kein ganzer Schultag und vor allem nicht die Hausaufgaben-Situation ist. Mal sehen, wie es klappt..

      Gruß, S.

      Hallo,

      mein Sohn hat Ads ohne H und nimmt Ritalin.
      Als schlimmste Nebenwirkung hat er den verringerten Appetit und somit immer den Hang zum Untergewicht. Da muss man morgens mit den Frühstück ordentlich reinhauen und abends möglichst noch mal warm kochen und vollstopfen....ausserdem gibt es in der Apotheke hoch kalorienreiche Trinknahrung zur Ergänzung.

      Wir sind da aber immer in sehr strenger Kontrolle in einer Kinder und Jugend Psychiatrie einer Uni Klinik.
      Du solltest wirklich schauen, dass du nicht nur irgendeinen Arzt hast, der dir die Pillen verschreibt, sondern eine gute medizinische Betreuung in der auch du dich sicher fühlst.
      Parallel kann auch noch Ergo oder Neurofeedback helfen, aber viele Kinder können in den Therapien nur wachsen mit den Tabletten, weil die die erst in die Lage versetzen, therapiert zu werden.
      Das Asthma muss natürlich auch noch in die Therapie mit Psychopharmaka eingebunden sein, nicht das sich da was beisst von den Medikamenten her.
      Alles Gute für den kleinem Mann....meiner ist auch ein Frühchen.
      Simnik

    • Mein Sohn hatte 3 Jahre, Ergo, Marburger Training, ........ und gebracht hat es NULL.

      Erst mit Medikamenten konnte er das in der Therapie erlernte auch umsetzen.

      Für uns war die Medikation ein Segen. Und wenn er mal keine nimmt hab ich spätestens Mittags die Nerven blank liegen (er reagiert erst wenn man ihn zig mal ruft oder ihm zig mal sagt was er tun soll, fängt diverse Dinge an und bringt nichts zu ende, wegräumen vergisst er aber auch so dass er ein Chaos im ganzen Haus zu verteilen schafft........)
      Mein Sohn hat an sich keine Nebenwirkungen. Er war immer schon sehr dünn und ein mäkeliger Esser, das ist aber durch die Tabletten nicht schlechter geworden.
      Was wir bei Methylphenidat hatten war ein ausgeprägter Rebound, wenn die Wirkung aufhörte war er wirklich mit der Kneifzange nicht an zu fassen. Ganz schlimm auf Krawall gebürstet, nur kontra........Aufgrund dessen haben wir im Sommer auf Elvanse umgestellt. Das ist ein Amphetaminderivat, dauert zwar länger bis es anfängt zu wirken (MPH ca 30 Minuten, Elvanse min. 1 Stunde) aber es wird auch nicht so schnell abgebaut und wirkt somit länger und gleichmäßiger. Ansonsten sind Wirkung und Nebenwirkungen vergleichbar.

      Hallo,

      mein Sohn hat ADS ohne Hyperaktivität. Er ist 7 Jahre alt. Ergotherapie hat er seit 3, 5 Jahren, im Bereich der Aufmerksamkeit konnte ihm diese aber nicht helfen.
      Die Klassensituation überforderte ihn total, er konnte sich nicht auf die Lehrerin konzentrieren.
      Nach vielen Untersuchungen im SPZ/Htz, die ich im übrigen sehr kompetent finde, haben wir jetzt die Diagnose.

      Er bekommt seit den Herbstferien 10mg Ritalin.
      Nebenwirkungen haben wir etwas weniger Appetit Mittags, aber dafür isst er Abends oder beim Frühstück mehr. Mein Sohn war aber immer ein unkomplizierter Esser.
      Die Schule läuft seit dem völlig entspannt. Eigentlich sollte er zurück ins erste Schuljahr, davon ist jetzt keine Rede mehr.

      Ich kannte bisher nur Kinder mit Hyperaktivität, die medikamentös eingestellt sind. Die Wirkung bei einem Träumerchen konnte ich mir nicht wirklich vorstellen.
      Das Medikament wirkt bis ca. 11 - 12 Uhr.
      Am Vormittag ist er sehr aufmerksam, reagiert zügig, ist ausgeglichen; Nachmittags wird dann schon schwieriger... Ich bin mir aber noch unschlüssig ob wir ein retard Medi testen wollen.
      Mir ging es primär um die Schule und da haben wir mehr erreicht als ich für möglich gehalten hätte.
      Was mich ärgert ist das viele so tun.... Ach ja dein Kind hat die neue Modekrankheit.....Oder Sprüche wie ADHS gibt's doch gar nicht, ich erkenne auch mich 1:1 wieder in meinem Sohn, die Diagnose hätte auch bei mir vor 30 Jahren gepasst. Wer meinen Sohn nicht in der Schule oder während Testungen erlebt hat, der konnte sich auch nicht vorstellen das er dort solche Probleme hatte.

      Hallo Stephi,

      so eine Entscheidung für Medikamente ist natürlich nicht leicht. An Deiner stelle würde ich mir aber eine zweite Meinung eines Kinder- und Jugendpsychiaters bzw. Psychologen einholen, der sich damit wirklich auskennt.

      Die Meinung Deines Kinderarztes in allen Ehren, aber Esprico ist mitnichten pflanzlich. Pflanzlich klingt immer so gesund und ungefährlich... Esprico ist aber eine Mischung aus Fischölen (DHA) und somit nicht pflanzlich. Was natürlich stimmt, ist, dass es ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Medikament ist, aber so eine dahingedroschene Unwahrheit würde mich schon am Arzt zweifeln lassen....
      LG
      Punkt

      Hallo!

      Erfahrungsberichte: 1x ADS (schwach) und 1x ADHS (mittelmäßig).

      Die Wirkung war sofort und unmittelbar sichtbar - wie beim Umlegen eines Schalters (so viel zum Thema Erziehung .....).
      In Kombi mit einer Intensiv-Verhaltenstherapie von 1/2 bzw. 1 Jahr sind sie komplett unauffällig, auch in Stresssituationen nicht.

      Bei Medikinet müsst Ihr aufpassen, dass das Frühstück reichhaltig ist, sonst wirkt das nicht!

      Die häufigste und andauernde Nebenwirkung ist Appetitlosigkeit - bei einem mehr beim anderen fast gar nicht.
      Kopfschmerzen in der Anfangszeit (3-4 Wochen) bei einem gar nicht, beim anderen mehr.
      Tics - bei einem sind sie nachhaltig zurückgegangen, der andere hat das sehr heftig entwickelt. Wären die nicht verschwunden nach 6 Wochen hätten wir deswegen das Medi absetzen müssen.

      Versuchen geht immer, Absetzen geht auch schnell und binnen 4 h ist es Geschichte.
      Im Übrigen kann es bei 10 mg bleiben, wenn die Wirkung da ist.

      VG, I.

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