Essstörungen - Kein Thema in den Schulen ?

    • (1) 24.11.16 - 11:14
      Inaktiv

      Hallo,

      Ich würde mich mal interessieren, ob oben genanntes Thema im Schulunterricht eurer Kinder thematisiert wird.

      In meiner Schulzeit wurde ab Klasse 5 regelmäßig über die Gefahren von Essstörungen gesprochen. Das scheint heute nicht mehr so thematisiert zu werden.

      Meine Tochter (7. Klasse) und ihre Freundinnen finden extremes Schlanksein attraktiv.
      Von Magersucht und co. haben sie noch nie etwas gehört.
      (Außer durch mich, aber das interessiert nicht :-()

      Beliebtheit wird auch von fehlenden Kilos auf der Waage abhängig gemacht.

      Im Schulprojekt "Ernährung" gibt es an der Schule meiner Kinder diverse Themen, Fast Food, Gefahren durch fettes Essen, Übergewicht........das Thema Magersucht/Bulimie wird komplett ausgelassen!

      Auf der Schule gibt es vielleicht 2 Prozent kräftigere Kinder, darunter auch eine Handvoll sehr kräftige Kinder, aber es gibt sehr viel mehr Kinder, die augenscheinlich sehr sehr schmal sind.

      Gerade die Mädchen werden nun ab Klasse 7 immer dünner.
      Dass sie durch Wachstum Babyspeck verlieren ist klar, ich meine wirklich auffälliges Schlanksein!
      Normalgewichtige Kinder wie meine Tochter ( 154cm ,41 Kilo) empfinden sich als pummelig und wollen den anderen nacheifern.

      Wie sensibilisiert ihr eure Kinder diesbezüglich?

      Der Vergleich innerhalb einer Peergroup ist so prägend, hat Schule da keine Verantwortung ?
      Da kann ich mir als Mutter "den Mund noch so fusselig reden", mein Einfluss schwindet einfach naturgegeben.

      Mir scheint, dass dieses Problem seitens der Schulen einfach ignoriert wird, ist das bei euch anders?

      • HI,

        bei uns an der Schule (Realschule, Bayern) wird das sowohl in Biologie als auch in HE (Haushalt und Ernährung) besprochen. Am Gym meiner großen Kinder gab es zu Essverhalten ein Bioprojekt.

        Ist wohl - wie so oft - schul- und vor allem lehrerabhängig

        LG

        Hallo
        Ich bin mir ziemlich sicher das Ernährung und Esstörungen bei meiner Tochter in Bio (Realschule BW) ein Thema waren. Dann noch im Wahlpflichtfach, das hätten dann aber natürlich nicht alle. Meine Tochter hatte "Esstörungen" sogar als Thema für die Abschlussprojktarbeit in diesem Fach.
        Dann habe ich sowohl bei ihr als auch durch Freunde/Bekannte immer mal mitbekommen das es Projekte/Unterricht zu diesem Thema gab. Ich kann also nicht bestätigen das dieses Thema an der Schule vorbei geht.
        Explizit habe ich mit meiner Tochter ehrlich gesagt nie über "Schlankheitswahn" geredet, sie und ihre Freunde waren eher auf einen sportlichen Körper aus und für sie war ein extrem schlanker Körper eher abschreckend.

        LG

        (4) 24.11.16 - 11:37

        Huhu,

        Hier an der weiterführenden Schule gab es dazu kürzlich eine Projektwoche.
        http://klang-meines-koerpers.de
        Sprich: hier wird es nicht ignoriert.

        LG

        Hanna

      • Interessant. Bei uns ist das seit der 1. Klasse Dauerthema.
        In der Grundschule nennt sich das noch "Gesunde Ernährung", ab der weiterführenden Schule gibt es eine Schülerfirma "Kochen". Man versucht Essen eben als etwas natürliches darzustellen und nicht als etwas krankhaftes.

        hm, von der Freundin die Tocher hat sich auf 44 Kg runtergehungert. War vorher normal schlank. Ist erst viel gelaufen und hat viel Sport gemacht und tja irgendwann ist es allen aufgefallen. Macht jetzt eine Therapie. Es liegt oft daran, dass diese Möchtegernmodels dumme Sprüche machen und es gibt leider Mädels die sich das richtig zu Herzen nehmen und für die Familie ist es schrecklich da alle Mißbrauch etc vermuten. Die ganze Familie ist jetzt in Therapie und die hätten das niemals für möglich gehalten. Es kann jeden treffen. Die Lehrer sehen meiner Meinung nach so etwas auch zu spät. Meine Freundin hat im Lehrergespräch gehört, dass an dieser Schule wie vermutlich an allen anderen auch in jeder Klasse mindestens 1 Kind therapiert wird wenn nicht Magersucht dann etwas anderes. Mein Sohn erzählt mir, dass die Mädchen ständig über nicht so dünne Mädchen lästern. Da stimmt irgendwie aber auch etwas im Elternhaus nicht - das ist meine Ansicht. Hier wird weniger gelästert und ich hoffe, dass wir das unseren Kindern mitgegeben haben ansonsten würde ich stinksauer werden.

        • (7) 28.11.16 - 22:21

          Das ist wirklich tragisch!

          Aber wenn das Elternhaus den Kindern keinen Halt bietet wäre es ja besonders wichtig,

          solche Themen in der Schule zu thematisieren.

          Ich denke auch, dass Lehrer heute eher wegschauen, wahrscheinlich sind sie mit diesem Phänomen überfordert und halten Distanz für angebrachter als sich einzumischen.

          Nur leider gibt es immer noch ca. 150 tote Mädchen jährlich deutschlandweit als Folge von Magersucht/ Essstörungen!!

      Hallo,

      hmmm, hier ist Ernährung eigentlich ständig Thema- zieht sich wie ein roter Faden durch alles Phasen, wobei das "zu wenig" tatsächlich gefühlt weniger im Fokus steht:

      Begonnen mit dem sogenannten "gesunden Frühstück" im KiGa, über die
      "Ernährungswoche" in Klasse 1, das ewige Dauerthema "gesundes Pausenbrot", Getreide in Klasse 3, und -im Zusammenhang mit der Veränderung des Körpers in Klasse 3/4 , wenn das erste Mal Sexualkunde unterrichtet wird - dass manche dann sehr schlank oder etwas fülliger (an bestimmten Stellen) werden , und anders Hunger haben...

      Nun hatte eines meiner Kinder in der GS auch noch eine Lehrerin , die ziemlich Öko eingestellt war, dazu vegan usw , sie hat "Essen" und Ernährung immer und immer wieder thematisiert , was irgendwann echt ausuferte, allerdings ist sie , zT auch deswegen , nicht mehr da an der GS...

      ...aber gut - das ist natürlich nur eine Ausnahme....

      Auf der Weiterführenden Schule habe ich ein Kind in Kl.10 und eines in 12 - Thema war es bei beiden ,(vielleicht weil es auch an der Schule konkrete Fälle von Magersucht gab) , und besprochen wurde es im Rahmen einer Ethikeinheit (meine ich?), außerdem haben beide "Supersize me" im Biounterricht geguckt als sie Ernährungslehre hatten...

      Es stimmt schon - gefühlt wird eher Übergewicht , schlechte übermäßige, ungesunde Ernährung usw thematisiert .

      Wir hatten damals auch in Reli oder Bio (?) eine richtig lange Einheit zum Thema "Bulimie, Anorexie usw..", wo der Unterschied ist etc.

      Damals war es auch viel mehr Thema in den Medien, Victoria von Schweden usw.,es gab etliche Melodramen zum Thema, die Zeitschriften waren voll davon ....vielleicht lag es auch daran?

      Kennt ihr diese dämliche Din A4 Wette?

      Sowas sollte echt besprochen werden....

      GlG,

      Lulu

      • (9) 28.11.16 - 22:06

        Lustig, genau wie bei dir wurde das bei uns auch in der Schule besprochen, mit der Folge, dass extremes Magersein misstrauisch beäugt wurde.

        Daher fiel so mir auch so auf, dass meine Kinder ständig mit dem Thema der gesunden Ernährung konfrontiert werden, aber man diese quälenden Themen eher ausgeblendet.

        Interessant, bzw. bedauerlich, dass nicht alle Schulen über die Gefahren des übersteigerten Schlankheitswahns sprechen, warum eigentlich?

        Wahrscheinlich keine Zeit!

        Leistungsoutput scheint wichtiger als gesunde und psychisch stabile Kinder :-(!

    Bei uns zieht sich das Thema gesunde Ernährung schon seit dem Kindergarten durch.

    Essstörungen habe ich damals im 9. Schuljahr als Thema gehabt. Da haben wir in Deutsch ein Buch gelesen (Jeden Tag ein Stück weniger von mir), einen Film gesehen und explizit eben über Symptome gesprochen, was passieren kann, Folgen usw.

    Hallo,

    hm ich war bis 2005 in der Schule und wir hatten zwar ein paar mal das Thema Gesunde Ernährung allerdings nie in dem Zusammenhang Magersucht und Co. Es war unseren Lehrern eher wichtig das Essen kein Zwang und vor allem nicht in Dauerschleife durchgekaut wird.

    Als allerdings in meiner Ausbildung das Thema aufkam (Baumschulgärtnerin) haben wir uns geweigert irgendwas in der Richtung zu machen.

    Ich denke je mehr das Thematisiert wird und durchgeleiert wird desto nerviger wirds für alle Seiten. Denn ich denke man sensibilierst nicht in dem man ständig die gefahren aufzählt.

    Viel wichtiger ist da man das Selbstbewusstsein für seinen Köper stärkt. Und zwar so wie er ist. Und das ist denke ich eher ein Thema was mehr Raum haben sollte als der Schlankheitswahn.

    • (12) 28.11.16 - 22:14

      Na ja , das geht ja mit dem Thema des übersteigerten Schlankheitswahns einher.

      Nur wer sich so akzeptiert wie ist, seine Körperwahrnehmung positiv besetzt und sich nicht von den dürren Mädchen aus den Medien zu sehr beeinflussen lässt, kann stark bleiben.

      Wenn Schlanksein unkritisch als absolut erstrebenswert gilt, beginnt eine unaufhaltsame Dynamik.

      Daher denke ich schon, dass es sinnvoll wäre über die Gefahren von Essstörungen aufzuklären

      und diesen coolen Touch des Magerseins zu durchbrechen.

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