Wie bekomme ich die Situation noch in den Griff?

    • (1) 25.11.16 - 06:42

      Hallo zusammen,

      Wir als Eltern wissen wirklich keinen Rat mehr und sind vollkommen hilflos. Was können wir noch tun?

      Folgende Situation. Wir leben in einer Kleinstadt mit einer kita und Grundschule, welche Klassenstufe nur 1 mal vertreten ist. Mein Kind ging seit seinem ersten Geburtstag in die kita da, zusammen mit seinen jetzigen Klassenkameraden. In der kita war er Auffälligkeit im sozialen verhalten, konnte aber keiner sagen was es war. Er ist Typ klassenclown und wird ausgegrenzt. Einiger Tipp war, versuchen Sie es parallel mit einem Sportverein um Freunde für ihn zu gewinnen. Ist er seit dem. Aber da herrscht eher akzeptieren statt Freunde. Als er eingeschult wurde ging es weiter. Ihr Kind ist sehr auffällig, lassen Sie es untersuchen. Es bestand Verdacht auf hochbegabung. Gemacht,getan, Ergebniss: visuelle Wahrnehmungsstörung und Emotionaler Rückstand, ergoterapie! Dies tun wir auch seither, stehen im engen Kontakt mit dem Jugendamt und nix trägt Früchte oder keine kann uns richtig helfen. Dann hieß es Psychotherapie, Termin da, Ende Februar! Bin angemeldet.

      Nun gestern wieder erneut in der schule ein Vorfall und mein Kind wird wieder wie im ersten Schuljahr dauerhaft vom Sport ausgeschlossen. Muss stattdessen schriftlich arbeiten, für paar Wochen. Steht aber Leistungstechnisch auf 1. Vorfall? Folge eines spitzers. Er Sitz alleine. Vor seiner Bank lag er, die Lehrerin hob ihn aif und ging dann. Danach nahm ihn einer weg und behauptet es sei seiner. Beide fehlen den Kindern. Dieser Streit setzte sich bis zu sportstunde durch und mein Kind wurde ausgeschlossen. Er ist ohnehin Außenseiter, und das so schön wieder bestätiget alles. Wir hatten sogar den schulspychologen eingeladen. klassenclown bestätigt, Wahrnehmungsstörung auch, schulwechsel nicht berührwortet. Umliegende Schulen inkl. Private wurden auch abgelehnt. Er muss in dieser Klasse verbleiben. Normale förderschule ist er zu gut, jetzt will die schule eine e-schulenüberprüfung machen. Die schule wäre 30km entfernt. Mein Sohn ist 8 und in der 2. Klasse.

      Wir kann ich meinem Sohn noch helfen?

      • Hallo,
        schwierige Situation. Ich kann deine Verzweiflung spüren.
        Der Ansatz, ihn von einer Schule mit Schwerpunkt emotionale- soziale Förderung untersuchen zu lassen, ist gut. Warte das Ergebnis ab. Sollte das die richtige Schule sein, würde ich ihn auf alle Fälle dahin geben, da im Förderschulbereich ganz anders mit den Kindern umgegangen wird und seine "Defizite" auch gefördert werden. Das ist im Regelschulbereich so gar nicht möglich.
        Gruß

        • Ich verstehe aber den sinn direkt nicht. Die schulspychologin hat selbst gesagt das Problem sollte mit Hilfe der schule in der schule gelöst werden, selbst schulbegleiter wurde abgelehnt, er sei nicht Auffällig genug. Vor der e-schule haben wir in dem sinne Angst das er den verpasste Lernstoff nichtmehr aufholen kann. Wie geschrieben, Leistungstechisch ist er an der Spitze, die e-schule Unterrichtet hier aber nur den förderschulstoff später Hauptschule. Aktuell steuert er laut Fachkräfte aber auf mindestens realschule hin. Somit wäre ee schulisch da unterfordert. Und der rückwechsel an die normale schule wäre erschwert. Da die e- schule nur bis klasse 6 geht. Somit wäre sicher das er ab der 7. Hauptschule macht. Grundsätzlich ist es für uns in Ordnung, allerdings denke ich bei aktuellen Leistungsstand verschenkt er dann sein Potential. Klar kann er das dann mit viel fleiß aufholen. Aber bis dahin ist auch die popertät? Wobei viel kids dann auch nur noch das nötigste machen wollen.

          Mein Sohn selbst sagt auch, er fühle sich in der klasse nicht wohl, lehnt aber ein schulwechsel ab, sieht dies nicht als Chance sondern Strafe. Seine Ansicht nach sind es die anderen. Laut schule ist er ja nicht immer der anfängt, aber immer mit dabei. Er provoziert andere, und die anderen ihn. Die Klassengemeinschaft selbst ist wirklich nicht gut. Nur mein Sohn ist der einzige Außenseiter. Somit will ihn die schule eher loshaben. Haben wir den Eindruck

          • Gerade bei Ausgrenzung und Mobbing hilft ein Schulwechsel. Wenn die Integration in der Gruppe von Anfang an nicht geklappt hat - hier seit Kita-zeit - würde ich, da ich auch mal in dieser Situation war, einen Schulwechsel bevorzugen.

            Das haben meine Eltern auch gemacht und danach war es in Ordnung. Ich hatte dann zwar auch nicht so viel Kontakt zu den anderen Klassenkameraden aufgrund er Entfernung von 30km. Aber das hat sich mit den Hobbies kompensiert. Viel wichtiger wäre es, wenn er über seine Hobbies einen guten Freund findet. Das reicht wirklich aus. Und ich würde auch alle andere Hilfe annehmen, auch die psychologische, weil das sonst Spätfolgeschäden verursachen kann, u.a. Depressionen usw.

            Es klingt immer schön, wenn man es ohne externe Hilfe versucht, aber ich habe sowohl das massive Mobbing als auch die Depression hinter mir. Einige Verhaltensmuster sind schwer zu durchbrechen, besser jetzt als im Erwachsenenalter, weil es sehr schwer ist, die eingefahrenen Wege wieder zu verlassen. Als Kind fällt das deutlich leichter.

            Liebe Grüße
            marjatta

      Hi,

      probiert es mal mit einem Selbstbehauptungskurs - nicht Selbstverteidigung!
      Hier lernt er mit verschiedenen Situationen besser umzugehen, sich selber zu reflektieren, sein Verhalten zu analysieren. Es wird viel in Rollenspielen gearbeitet und die Kids lernen untereinander, wie verschiedene Situationen beim Gegenüber aufgenommen werden.

      Ich verstehe gut, was Du meinst. Mein Sohn wurde 4 Jahre in der Grundschule ausgegrenzt, aktives Mobbing, etc. und die Lehrer meinten immer nur, das er Schuld hat, das er den Kontakt nicht sucht, etc. etc. War irgendetwas in der Klasse, war er Schuld, auch wenn er an dem Tag gar nicht da war. Schubladendenken ...

      Jetzt auf der weiterführenden Schule ist alles komplett anders! Es herrscht komplette Normalität! Ein Schulwechsel kann helfen aber probiert ersteinmal andere Schritte aus, denn vieles liegt auch am eigenem Verhalten, wie er auf andere wirkt.
      Wenn er reifer für sein Alter ist, dann ist es für viele schon unheimlich und ein Ärgernis.
      Leider sind viele Lehrer nicht ausgebildet, um Kindern wirklich zu helfen und zu unterstützen. Mobbing in der Grundschule wird leider totgeschwiegen, teils von den Lehrern noch mit ihrem falschen Verhalten unterstützt.

      LG
      Lisa

    Ich würde zuerst mal einen Gang zurück schalten, JEDE Therapie stoppen. Alle momentan beteiligten "Fachleute" mal vom Kind absolut fernhalten. An dem Kind werden seit Jahren Doktorspiele gemacht, ein wahres "je-ka-mi" OHNE eine saubere Abklärung und Diagnose. Alle sind komplett auf seine vermeintlichen Defizite fokussiert, geradezu eingeschossen.
    Wenn sich die Schule sperrt: Kind ein paar Wochen krank schreiben lassen und gut ist.

    Und dann: SERIÖSE, umfassende Abklärung. Durch die geschilderten Auffälligkeiten darauf bestehen, dass er von einem ausgewiesenen Autismusspezialisten (Psychiater, kein Feld-Wald-Wiesen-Psychologe mit Online-Diplom bitte). Es könnte rein theoretisch eine Form von Autismus sein, ich sage aber NICHT, dass es das ist. Emotionale Unreife, seine Streitkultur, "Wahrnehmungsstörung" (auch hier der Fokus auf ein vermeintliches Defizit) hohe Intelligenz usw. sind jedoch ernstzunehmende Verdachtsmomente. Wenn sein Problem anderswo liegt wird ein Autismusexperte dies erkennen und zuordnen. Umgekehrt ist das nicht der Fall, liegt sein Problem im Bereich einer Autismusspektrumsstörung, dann werden unqualifizierte Therapeuten dies nie im Leben erkennen und mit ihren Doktorspielen weiterfahren.

    • An einer Art autismus dachten mein mann und ich auch schon. Adhs und ads wurde ausgeschlossen. Lediglich das Langzeit eeg ergab bei reizüberflutung Auffälligkeiten ähnlich wie adhs. Aber an autismus dachte bisher niemand der Ärzte. Vielleicht ist dein Ansatz vielleicht doch der Schlüssel. ???? vielen Dank.

      • Wo habt ihr euer Kind denn testen lassen? Alles außer der KJP ist kein Facharzt in dem Gebiet. Wenn du schwanger bist, gehst du doch auch nicht zum Urologen, oder?

        Nur mit extrem viel Glück hast du einen Kinderarzt, dem diese seelische Behinderung(en) überhaupt auffallen könnten. Normalerweise übersehen das Kinderärzte völlig. Dafür sind sie nicht ausgebildet. Auch in SPZs findet man üblicherweise keine Psychiater, sondern nur eine Psychologin. Aber nur der Psychiater ist der Arzt, er kann Diagnosen stellen, Medikamente verordnen, ... Viele Menschen werfen das durcheinander.

        Bei uns liegt die Wartezeit für einen Ersttermin in der KJP bei 6-8 Monaten. Du musst dich wirklich beeilen und sage echt dass es dringend ist wegen der Schule. Nur das Ergebnis der KJP kann den Förderbedarf Emotional/Sozial noch stoppen.

        • KJP ist Kinder und Jugendpsychiatrischer Dienst oder? Selbst die sind nur leider teilweise fähig Autismusdiagnosen zu stellen, denn auch ihnen fehlt meistens die Spezialisierung.

          • Kinder- und Jugendpsychiatrie. Aber man kann sich ja vorher informieren, ob die ein angeschlossenes ATZ (Autismustherapiezentrum) haben. ;-)

            • Das stimmt. Wobei, wenn ich nur schon AutismusTHERAPIEzentrum höre werde ich misstrauisch. Autismus ist nicht therapierbar im Sinne von heilbar. Woher nehme ich die Gewissheit, dass ein Ort der sich so nennt eine echte Ahnung davon hat, was Autismus ist und was nicht? ;-)

              • Autismus ist nicht heilbar, aber seine vielfältigen Nebenschauplätze sind sehr wohl - unter dem Aspekt: dieses Kind ist Autist - teilweise therapierbar. Das ist ein Unterschied ;-).
                Mein Jüngster hat die 3 Jahre hinter sich, mein Ältester hat gerade damit angefangen. Bei uns wird ausschließlich nach TEACCH gearbeitet. Eine Therapie für das Kind in erster Linie, aber auch für die ganze Familie und das restliche soziale Umfeld.
                Die ganzen normalen Therapien sind für Autisten völlig sinnlos, weil ihre Wahrnehmung anders funktioniert. Der Autismustherapeut fungiert als "Schnittstelle".
                Das gemeinsame Ziel ist z.B. dass das Kind sprechen lernt. Der Logopäde ist hier genauso "hilflos" wie der Autismustherapeut, aber zusammen funktioniert es. Der Logopäde sagt, was gemacht werden muss (also was ist der 1. Schritt), der Autismustherapeut sagt wie das gemacht werden muss. Braucht das Kind vielleicht optische/taktile Hilfen, Rituale, bestimmte Wortabfolgen,...
                Mein Jüngster konnte z.B. zu Beginn der Therapie absolut gar kein Wort sprechen und nur sehr simple Anweisungen verstehen. Ein Hauptziel war es, ihn zur Lautsprache zu bringen. Er hat auf einem völlig anderen Weg sprechen gelernt als ein gesundes Kind. Also so lernt man das normalerweise nicht ;-), aber letztendlich waren wir erfolgreich. Sein erstes Wort war "Nutella", sein erster Zweiwortsatz war "möchte Nutella". Er hatte damals gelernt immer auf die Frage: "Was möchtest du?" mit "möchte ..." zu antworten. Und Nutella hat er nur bekommen, wenn er es verbal "angefordert" hat. Heute kennt er deutlich mehr Wörter und spricht auch längere Sätze. Wenn er jedoch aufgeregt ist, verfällt er sofort in Babysprache und dann geht nichts mehr. Das ist dann eine richtige Spirale aus Wut und Trauer, weil er sich nicht ausdrücken kann. Da hilft nur noch eine Rückkehr zu den Anfängen: " Was möchtest du?" und er erinnert sich automatisch an die Antwort...

                • Du hast natürlich recht, im Idealfall funktioniert eine Therapie so. Zu oft aber ist noch der Anspruch da, Autismus heilen zu wollen.
                  Wie wenn ich in eine Sprachschule gehen würde um Chinesisch zu lernen und die meinen mich von meiner Muttersprache heilen zu können oder zu müssen.

        In einer Kinderklinik, von Neurologen und Psychologen. So viel kaum was auf, wirklich nur beim iq-test Wahrnehmung. Sprache, mathe, selbst Emotionen waren ok. Mein Sohn erkennt laut test die Zusammenhänge einzelner Gegenstände nicht, oder von Situation. Psychologin hat das so erklärt das die 2 gehirnhälften nicht miteinander arbeiten, er hat auch nie die körperliche gekreuzt. Inzwischen schon 2 Jahre ergo und keine Besserung, trotz einbinden der übungen im Alltag und Hausaufgaben.

Top Diskussionen anzeigen