Tochter spielt mit "Zeugin Jehovas" - Fragen

    • (1) 02.12.16 - 15:36

      Hallo,
      in unserer Nachbarschaft lebt eine Familie, die bei den Zeugen Jehovas ist. Ich als Freidenkerin sehe da sofort rot, ist für mich eindeutig eine Sekte, die nichts Gutes verheisst.

      Bis das große Kind eingeschult wurde, hat man von der Familie nicht viel mitbekommen - am Dorfleben nehmen sie nicht teil.

      Interessanterweise sind die Kinder für sich SEHR kommunikativ und offen und seit das Mädel in der Schule ist, kommt sie ständig vorbei (auch mit dem kleinen Bruder) und zur Zeit spielt sie häufig mit meiner Tochter (2.Klasse, Mädchen mittlerweile dritte Klasse).

      Heute war Theaterausflug mit der Schule, das Mädchen durfte nicht mit. Generell ist bei uns natürlich Weihnachtsstimmung pur angesagt, Adventskalender, Deko, Plätzchen und das ganze Programm. Das Mädchen ist glaube ich zur Zeit gerne bei uns... aber irgendwie finde ich das auch befremdlich, denn sie ist mit ihren 9 Jahren schon total abgeklärt, sehr erwachsen - spielt bevorzugt Barbie mit meiner Tochter, und zwar eher so Barbie, wie ich es damals erst mit 12 gespielt habe (Tochter spielt eher noch Prinzessin-Barbie und keine Beziehungsdramen ;-) ) .

      Naja, mich interessiert ehrlich gesagt gerade, wie das Mädchen wohl denkt und fühlt und vielleicht gibt es hier Leute, die Erfahrung mit Kindern von Zeugen Jehovas haben.

      Klingt dämlich, aber die Sekte missioniert ja sehr gerne, muss ich Angst haben, dass meine Tochter von ihr "missioniert" wird....wir sind nämlich eine sehr offene, liebevolle Familie (ja, lobhudel, stimmt aber ;-) ).

      Mach mir einfach gerade Gedanken, weil das Mädel schon wieder da ist....auch darüber, wie ich ihr vielleicht helfen kann.
      K.

      • misch dich nicht in die Freundschaft ein, wenn die Eltern so schlimm wären, dann wäre das Kind nicht bei euch.

        (3) 02.12.16 - 16:31

        Hallo,

        ich würde mir da nicht so viele Gedanken machen. Ich hattedamals auch einen Klassenkameraden, der Zeuge Jehovas war und es war ein sehr netter, hilfsbereiter und kommunikativer Junge, der mir eigentlich immer nur auffiel, weil er so gut vorlesen konnte, wie kein anderer. Bis auf die Tatsache, dass er immer mal erzählte, dass er z.B. Weihnachten nicht feiert, war er total gut in die Klassengemeinschaft integriert und ich als Mutter hätte mit dem Kind auch keine Probleme.
        Helfen kann man da nicht. Das muss das Mädchen irgendwann für sich entscheiden, ob es dabei bleibt oder nicht. Grundsätzlich fehlt ihr ja nichts, oder?

        LG

        a79

        • (4) 03.12.16 - 12:02

          Genauso ist es. ich habe beide Freunde meiner Kinder auch immer als sehr nette und zuvorkommende Kinder erlebt. Die tragen nicht ein Schild vor dem kopf "Achtung, bin andersgläubig" !

      Hallo du!

      Bei was oder warum willst du dem Mädchen denn helfen?

      Nur weil sie den Zeugen Jehovas angehört heißt das doch nicht automatisch, dass es ihr schlecht geht oder sie Hilfe braucht?

      Was aus ihrem Glauben bzw der Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas wird muss sie ganz allein entscheiden wenn sie alt genug dafür ist.

      Wie das Mädchen denkt und fühlt wirst du am ehesten erfahren wenn du dich mit ihr unterhältst, auch wenn andere hier Erfahrungen mit Kindern von Zeugen Jehovas haben, sagt das jetzt nicht so arg viel darüber aus was speziell in diesem Mädchen so vorgeht.

      Ich würde mir jetzt auch keine geoßer Gedanken darum machen, dass sie euer Kind "missioniert", da gehören ja auch immer zwei dazu, ich denke aber nicht dass das Mädchen da überhaupt in die Richtung anfängt, zumindest war es damals bei den Kindern die ich in meiner klasse hatte nicht so.

      Außerdem müsste in meinen Augen jemand der sich "Freidenker" nennt in der Lage sein zu akzeptieren, dass andere Menschen eben andere Überzeugungen Leben als man selbst ohne gleich "Rot zu sehen".

      Lg waldfee

      Wie sehr bist du Freidenkerin, wenn du bei einer derart harmolsen Gemeinschaft wie den Jehovas Zeugen rot siehst?

      Jehovas Zeugen missionieren nur dort, wo es erwünscht ist.
      Ich kenne selbst ein paar und mir tun sie nur leid. Ich lasse ihnen ihre "gute Nachricht"...
      Wir wissen doch alle nicht, was nach dem Tod folgt.

      • Hallo,

        Bisl zu deiner Antwort und auch an die TE gerichtet ;)????

        die missionieren nur da wo es erwünscht ist?

        Bei mir haben sie sogar Hausverbot und betreten dennoch immer wieder mein Grundstück um von mir unerwünscht an meiner Haustür zu klingeln.

        Mich nervt das extrem und ich finde es eine Frechheit. Ich akzeptiere jede Glaubensrichtung, denke aber auch dass es sich hier um eine Sekte handelt.

        Auch Freidenker dürfen bei Sekten skeptisch sein denke ich.
        Dennoch dürften meine Kinder mit Zeugen spielen oder diese hier her kommen.

        Weiterhin denke ich sehr wohl dass es meine Aufgabe ist darauf zu achten mit wem meine Kinder spielen. Es geht mich sehr wohl etwas an.
        Manchmal muss man eine Freundschaft als Mutter anzweifeln ...z.b. wenn das Kind ausgenutzt wird ohne es zu merken, wenn das Kind vielleicht abgezockt wird oder nur ein Notnagel ist wenn andere keine Zeit haben.
        Genauso wie ich meinem Kind Manieren beibring, bringe ich ihm bei mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und auch manchmal 'Freundschaften' zu hinterfragen.
        Ich kenne selber Zeugen und deren Sohn hat sehr gelitten dass er keinen Geburtstag und kein Weihnachten feiern durfte.
        Als er volljährig war ist er ausgezogen und lebt nun ein Leben das er endlich selbstbestimmt.
        Kann gut sein dass das Mädchen bei euch einfach nur Glüklich ist weil sie dort ein Leben ausserhalb der Sekte erleben kann. Diese Freundschaft kann fur beide Kinder sehr bereichernd sein.

        Mona

    Ich hatte eine Mitschülerin, deren Familie bei den Zeugen Jehovas war. Als sie jünger war, war der Kontakt ganz normal und unproblematisch - sie hatte Freundinnen, durfte halt lediglich an bestimmten Ausflügen nicht teilnehmen. Als sie älter wurde, haben die Eltern ihr verboten, "schlechte" Freundinnen zu haben - es gab kaum noch Kontakt und nach der 10. Klasse musste sie auf Wunsch der Eltern trotz guter Noten von der Schule.

    In eurem Fall sehe ich aber erst mal kein Problem: das Mädchen ist mit Deiner Tochter befreundet und fühlt sich bei Euch wohl - solange das so ist, würde ich das einfach so belassen!

    Liebe Grüße
    Anja

    Hallo!
    Ich hatte meine gesamte Schulzeit eine Freundin, die bei den Zeugen war.

    Ich fand es als Kind immer ganz schlimm, dass sie zu keinem Kindergeburtstag durfte, nie mit Weihnachten feiern durfte, sich an Fasching nicht verkleiden durfte. In unserer alltäglichen Freundschaft gab es für mich aber keinen Unterschied. Bis sie eines Tages (noch zu Grundschulzeiten) in meiner Anwesenheit den "Wachturm" ausgepackt hat und meinte, sie müsse sofort mit mir darin studieren. Als ich mich geweigert habe, hat sie mich rausgeworfen. Das war der Punkt, der für mich befremdlich war, von dem ich meiner Mutter erzählt habe und an dem sie sich eingemischt hat. Von dem Tag an war beiden Seiten klar, dass der Glaube in dieser Freundschaft keine Rolle spielen darf. Sonst hätte es keine Freundschaft mehr gegeben

    Ich würde mich an Deiner Stelle nicht wirklich einmischen, solange der Glaube in der Freundschaft keine Rolle spielt. Falls es doch irgendwelche Missionsversuche gäbe, würde ich rigoros eingreifen. Übrigens egal ob Zeuge, Muslime, Mormonen oder oder oder. In dem.Alter kann man gerne andere Religionen kennenlernen, sollte aber nicht "auf die andere Seite" gezogen werden.

    Gruß, #stern

    Na, ihr seid ja wirklich offen, liebevoll und "frei"! Ihr toleriert alle fremden Dinge, Xenophobie ist was für rechte Dumpfbacken von AfD und Pegida, ein Hoch auf Multikulti! Bis ... nun ja bis das eigene Prinzesschen eine Freundin hat, die ein bisserl anders ist. Und schon bricht die Panik aus. Gell, Multikulti ist toll, nur ja nicht in der eigenen Familie!

    • Ich habe es mir verkniffen #schein

      Hallo,
      eh, nein, bei mir bricht keine Panik aus? Ich habe hier lediglich höflich eine Frage gestellt, mich nach Erfahrungen erkundigt? Meine Tochter ist auch kein "Prinzesschen"???!!!

      Grundsätzlich finde ich solche Beleidigungen einfach schlimm, danke auch, Internet.

      Es geht lediglich darum, dass mir das Mädel tatsächlich LEID TUT und ich mir Gedanken mache, was diese Freundschaft eventuell mit meiner Tochter macht ...denn es handelt sich offensichtlich um eine SEKTE, es gibt ZIG Aussteiger-Berichte, die vor allem von ihrer sehr traurigen, strengen Kindheit berichten!

      Mit Multikulti hat das nichts zu tun.

      Danke aber auch für die nette, konstruktive Antwort. NICHT.

      K.

      • (13) 03.12.16 - 21:56

        Offiziell sind die Zeugen Jehovas keine Sekte, sondern eine anerkannte Glaubensgemeischaft. Informier dich mal besser!

        Kinder mit sehr harter und trauriger Kindheit gibt es in allen Religionen und Nationalitäten und Aussteiger gibt es auch aus der ev. und rk Kirche....

        Dass die Zeugen Jehovas offiziell als Sekte eingeordnet werden, wäre mir neu.

        Gruß,

        W

        Wenn dir das Mädchen leid tut, dann sei doch froh, dass es sich seine Freunde auch außerhalb der Zeugen-Gemeinschaft aussuchen darf und behandel es wie alle anderen Kinder. Ich würde gar nicht so ein Gschiss drum machen, weil das Mädchen ganz sicher andere Dinge im Kopf hat, als dein Kind zu missionieren. Es sucht Freundschaft, ganz normal wie alle anderen Kinder auch.

        Ich hatte mal eine Klassenkameradin, die Zeugin Jehovas war. Und wir haben die damals so ausgegrenzt (Kinder können fies sein). Sie durfte auch nie mit zu Veranstaltungen, Klassenfahrten usw. und war so furchtbar altmodisch gekleidet. Im Nachhinein tut es mir leid, wie sie ignoriert wurde. Ist doch wuppe, welcher Religion man angehört. Das spielt doch in einer Freundschaft keine Rolle. Am Ende lernt dein Kind, dass es eben ganz verschiedene Bräuche und Lebensweisen gibt und man trotzdem miteinander auskommt. Das wäre für beide Seiten ideal. Ihr feiert Friede-Freude-Weihnachten, sie eben nicht. Und? Ich fände es total falsch, da einzugreifen.
        palomita

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