Umgang mit "schwierigen" Mitschülern

    • (1) 09.12.16 - 12:20

      Hallo Ihr,

      wir haben ein Problem mit einem Mitschüler (nicht gleiche Klasse) meiner Großen (9). Gestern gipfelte das darin, dass er meine Tochter im Bus als "Nutte" und "Schlampe" beschimpft hat. Sie kam aufgelöst heulend heim. Natürlich versuche ich, sie zu stärken, damit sie sich das nicht zu Herzen nimmt. Es gab bereits Gespräche der Lehrer mit der Mutter, leider hat sich nichts geändert. Ähnliche Vorfälle gibt es seit wir an der Schule sind und wohl auch vorher schon häufig. Er schlägt auch oft zu (hat meine Tochter auch schon abbekommen).

      Ich bin mir gerade unsicher, ob und wenn ja wie ich da weiter vorgehen soll....

      Was würdet Ihr tun?

      Ich hab ja schon drüber nachgedacht, mir den Knaben mal direkt zu greifen und ein bißchen zu bedrohen - aber bringen wird das wohl eher nichts, schätze ich.

      LG

      • Hallo,

        das ist ärgerlich und nicht schön, aber ich fürchte, ich würde mein Kind einfach dahin gehend besärken, darüber hinweg zu hören. Erklär ihr, daß der Junge so ist und sie sich da nicht zu Herzen nehmen darf.

        LG

        • Aber kann es echt sein, dass sie da einfach "durch" muss und das noch fast ein Jahr lang (dann wechseln die Kinder alle, ist eine reine Grundschule) ertragen muss, täglich im Bus geschimpft und auch mal gehauen zu werden? Das kanns ja auch nicht sein...

          • Was willst Du denn machen? Du kannst Dich nochmal beschweren und vielleicht hetzt Du den Jungen dadurch noch mehr auf? Solange es nur Worte sind, würde ich darüber hinweg hören, wenn er gewalttätig wird, anzeigen.

        (7) 09.12.16 - 13:46

        Genau würde ich es handhaben. Und ich habe meinen Kids immer erklärt, wenn man auf solche Provokationen immer wieder eingeht (hier: sich aufregt vor ihm), dann bestärkt man den Anderen darin und der Andere (hier: der Junge) macht es extra immer wieder, weil es ja aufregt. Er also eine Reaktion/bestätigen.

    an unserer damaligen Grundschule gab es ein Kind - ähnlich wie es hier beschrieben wird. Jugendamt wurde von der Schule eingeschaltet - nachdem es über 2 Jahre lang nicht besser wurde. Die Ursache liegt ja eigentlich nicht beim Kind.....hier gibt es bestimmt andere Gründe

    Hallo!

    Ist es IMMER nur Deine Tochter, oder ist das wahllos gegen alle Kinder, die ihm über den Weg laufen?

    Wenn es nur Deine Tochter betrifft, dann würde ich nicht locker lassen und solange mich bei der Lehrerin / Direktorin und bei der Mutter beklagen, bis die beiden sich ERFOLGREICH aus dem Weg gehen.
    Deiner Tochter würde ich anraten sich

    1. nicht provozieren zu lassen,

    2. einen "Sicherheitsabstand" von mindestens 3m einzuhalten

    3. grundsätzlich versuchen immer mit einer Gruppe (Mädchen) zusammenzuhängen in seiner Gegenwart

    4. JEDEN Vorfall zu hause aufschreiben mit Datum, Uhrzeit, Ort, Beschreibung und das regelmäßig der Lehrerin / Direktorin / Mutter des Kindes zukommen lassen.

    Wenn es nicht "nur" deine Tochter betrifft, würde ich mal bei Müttern anderer betroffener Kinder zur Direktorin gehen und um Maßnahmen bitten - solange bis die wirklich wirken. Zur Not JA einschalten.

    LG, I.

    LG, I.

    hier an der GS gab es letztes Jahr solch einen Vorfall seitdem gibt es in jeder Klasse Sozialunterricht wöchentlich, wo man solche Probleme bespricht und wo Kinder lernen vernünftig miteinander umzugehen...

    (11) 09.12.16 - 13:32

    Hallo,

    solche asozialen Kinder gibt es immer.

    Solange sich das Verhalten solcher Kinder gegen viele andere Kinder richtet, finde ich, geht es noch, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass irgendwann eine ganze Gruppe gegen den Jungen vorgeht, weil es allen reicht.
    Bei unseren Kindern in der Schule gibt es natürlich auch solche asozialen Kinder, aber die bekommen es häufig gleich mit 5 Kindern aufwärts, auch aus höheren Klassen, zu tun, wenn sie jemanden drangsalieren. Einer läuft dann zur Aufsicht, und der Rest hält das Kind in Schach.

    Wenn dieser Junge bei Euch allerdings nur Deine Tochter mobbt, würde ich immer wieder bei der Lehrerin auf der Matte stehen oder auch beim Schuldirektor.
    Wenn Du die Eltern kennst und einschätzen kannst, dass das nicht selbst asoziale Schlägertypen sind, würde ich die ebenfalls ansprechen.
    Letztendlich kann man da aber wenig machen, zumindest, solange es sich nur um Beleidigungen und eher harmlose Schläge handelt.

    LG

    Heike

Hallo

Wenn das immer nur im Bus passiert soll dein Kind sich vorne einen Platz nehmen oder da stehen.
Wenn es immer der gleiche Fahrer ist kann man ihn bitten zu helfen.
Wenn du Glück hast macht er es

Ich hab immer die Kinder vorne sitzen lassen die randale machten.
Aber nicht nur ein paar Tage.

Einer fragte mal nach ein paar Tagen wie lange er vorne sitzen muss und ich sagte bis zu den Sommerferien (7 Klasse) und die waren noch ca 8 Wochen weg.
Das wirkte sich positiv auf den ganzen Bus aus denn die Kids wußten wer misst macht darf in meiner nähe sitzen :-).

Viele meiner Kollegen sagen aber zu recht das sie für die Erziehung nicht verantwortlich sind

Also im Laufe unserer Schullaufbahn musste ich feststellen, dass so ziemlich jede Klasse so ein Exemplar hat... Klar kannst Du Dir den Knaben mal greifen, vielleicht ist er Dir ja sogar bei einem Gespräch sympathisch (so ging es mir mal), nur die Mutter war mir alles andere als sympathisch und meist können die Kinder selbst am wenigsten dafür.

Hallo,

Das ist immer eine schwierige Situation und muss man eventuell von Fall zu Fall entscheiden.

Der erste Schritt ist, Abstand halten, nicht provozieren lassen, Hilfe bei Freunden holen usw. Wenn das nichts hilft, mit Lehrern reden.

Allerdings, wenn das alles nichts hilft, sind wir nicht bereit das ewig mit uns bzw den Kindern machen zu lassen. Ständiges vertrösten von den Lehrern oder der Mutter " da kann man nix machen, da müssen sie durch usw..." Lösen wir dann durchaus selber indem wir uns den Knaben zur Brust nehmen und mit ihm reden. Diese Kinder sind ja meistens auch nicht wirklich böse und wenn es dann wirklich mal eine Grenze gibt, in der Regel dankbar. Das mussten wir erst 2mal machen und half immer. Bedrohen muss man da niemanden, es reicht da schon ein ernstes Gespräch mit klaren Grenzen.

Ich finde es wichtig das Kinder hier nicht alleine gelassen werden- beide Seiten.

Liebe Grüße

Hallo,

das Kind "direkt zu greifen" kann ganz schön Ärger geben ... Das würde ich schon nicht machen, weil ich auch nicht wollte, dass das mit meinem Kind passiert.

Oft ist es ja auch leider so, dass der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen ist und man bei den Eltern auf Granit beißt.

Bei dem Vorfall im Bus muss es ja Zeugen gegeben haben. Die würde ich mobilisieren und dann einen Termin mit der Klassenlehrerin bzw. der Schulleitung ausmachen und einfach darauf drängen, das dies sanktioniert wird.

Wenn diese Kinder nie eine Rückmeldung bekommen, dass etwas passiert, laufen sie oft völlig aus dem Ruder.

GLg
Miss Mary

Eine Freundin hat eine ähnlich Situation wie folgt gelöst:

Die Tochter meiner Freundin wurde immer auf dem Hin- und Rückweg zur Schule von einem Jungen geärgert (verbal und körperlich), An einem Morgen ist ihr Mann/Vater der Tochter auch morgens unterwegs gewesen - so gaaaanz zufällig (war mit Tochter abgesprochen) und hat sich dann als Fremder in die Auseinandersetzung der beiden eingemischt.

Wärend sich seine Tochter auf den Weg zu Schule machte, mußte sich der "Übertäter" eine Standpauke anhören.

Nach diesem Tag ist er immer weit hinter der Tochter gegangen und hat sie in Ruhe gelassen.

Natürlich NICHT den "Knaben selbst bedrohen" #schock - Selbstjustiz ist verboten.

Ich würde die Vorfälle exakt aufschreiben und weiterhin den Lehrern melden (ebenso notieren, welcher Lehrer informiert wurde). Verbale Ausbrüche sind nicht schön, dagegen kann man aber erstmal groß nichts tun. Sobald er wieder gewalttätig wird GEGEN DEINE TOCHTER (!) direkt beim Jugendamt und der Polizei melden bzw. anzeigen. Dann wird "etwas" getan, da kannst du sicher sein.

Hallo.

Sprich mal mit dem Busunternehmen.

Ich kenne einen (gleichartigen) Jungen, der mal für ein paar Wochen nicht mehr transportiert wurde, da sich das Busunternehmen weigerte, diesen Flegel mitzunehmen. Diese sind nämlich nicht verpflichtet, jeden Trottel mitzunehmen. ;-)

Das ist oft sehr wirksam, da die Kinder dann entweder laufen müssen, oder von den Eltern gefahren werden müssen. #zitter

LG

Beschimpfungen derart übler Art und auch noch Zuschlagen habe ich weder bei meinen Kindern stillschweigend hingenommen und meine Tochter macht es bei ihrer Tochter auch nicht.
Lehrer ansprechen ist immer die erste Wahl, überhören geht eine Weile, aber bitte, warum soll sich ein kleines Mädchen dauernd "Nutte" und "Schlampe" anhören?
Das hat nichts mit Selbstjustiz zu tun, aber wenn der Lehrer machtlos ist und die Eltern assi sind, habe ich durchaus auch eingegriffen. Ich habe auch mal einem Mädchen unmißverständlich klargemacht, dass sie den Tag dann nicht vergessen wird, an dem ich sie mir richtig vorknöpfe....habe auch gesagt, dass ich gerne nachhole, was ihre Eltern offensichtlich versäumen und es mir absolut egal ist, wenn ich danach zur Polizei muss - und das Ganze in einem derart unmißverständlich scharfen Ton, dass Ruhe war.
Hab ich übrigens auch schon bei einer Schulkameradin meiner Enkelin gemacht, die selbst wirklich nicht auf den Mund gefallen ist, aber von einem Mädchen über Monate gequält wurde. Sämtliche Rücksprachen meiner Tochter mit der Lehrerin waren für die Katz. Und dann lief die kleine "Dame" mir ganz zufällig über den Weg, als ich Leonie abholte - tja.... #wolke komisch, seither ist Ruhe, sie suchte sich eine andere zum beleidigen, schubsen und mobben...und beklauen.
Doch - klare direkte Ansprache hilft - sollte aber das letzte Mittel sein.
LG Moni

(21) 10.12.16 - 05:09

Also bitte den armen Jungen nicht selber ansprechen. Immer bedenken er kann ja vielleicht gar nichts dafür, dass er so ist. Da muss deine Tochter halt durch und sollte einfach überhören als " Nutte" beschimpft zu werden.
*Ironie off*

Sorry aber dieser Grundtenor in den Antworten teilweise lässt mich nur mit dem Kopf schütteln.
Wir hatten hier einen ähnlichen Vorfall in der 3. Klasse. Mein Sohn hat mir erst nach Wochen auf dem Heimweg erzählt was jeden Tag los ist. Ich bin sofort mit ihm zu besagtem Jungen nach Hause gegangen. Seine Mutter sprach kein Deutsch und wollte nicht mit mir reden.
Sie hat den Jungen raus geschickt und ich habe ihn zur Rede gestellt und unmissverständlich klar gemacht das er aufzuhören hat!!!!
Seitdem ist Ruhe. Ganz im Gegenteil sogar. Jetzt 2 Jahre später sind sie gute Freunde.
Also wenn Gespräche mit Lehrern etc. nicht bringen, würde ich mir das Bürschchen selber mal schnappen bzw. zu Hause aufsuchen.

Keinesfalls würde ich mein Kind damit alleine lassen!!!!

Lg

Hallo,

als mein Sohn in der Grundschule war, hatten wir ähnliche Probleme.

Die Schule putzte sich ab, weil "nicht zuständig, weil die Vorfälle nach Unterrichtsende passieren", die Eltern der Kinder taten das Verhalten ihrer Kinder mit Kommentaren ab wie "Kinder sind eben so", sodass ich selbst mit den Kindern Gespräche führte. Sowohl natürlich mit meinem, als auch mit den Störenfrieden.

Es gab Tage, an denen ich mich hilflos fühlte, weil mein Sohn wieder heulend nach Hause kam, nachdem er umgerempelt, geboxt und anschließend noch mit Anlauf getreten wurde. Es blieb mir nichts anderes übrig, als das jeweilige Kind aufzusuchen und unmissverständlich klar zu machen, dass es beim nächsten Vorfall eine Anzeige bei der Polizei gäbe.
Dann war Ruhe.

Bestärke Dein Kind, sich zumindest verbal zu wehren. Es gibt auch gute Selbstbehauptungskurse.

Als mein Sohn an die weiterführende Schule kam, waren es genau dieselben Kinder, die Stunk machten. Zum Glück hat er jetzt Lehrer, die sich auch um das Sozialverhalten der Kinder kümmern. Wenn das schon in der Grundschule passiert wäre, hätten wir uns einiges erspart.

LG
Karin

Hallo ,

ich würde den Jungen definitiv ansprechen - ich verstehe gar nicht, warum das für so viele hier ein Problem ist.

Lehrer und Eltern haben offensichtlich nichts bewirkt, also würde ich natürlich eingreifen - niemand, auch kein anderes Kind hat eines meiner Kinder zu misshandeln oder anzugreifen - und zwar weder verbal noch körperlich.

Ansprechen heißt doch nicht gleich , dass man den Jungen einschüchtert,körperlich attackiert oder verbal total zusammenstaucht - aber wo ist denn das Problem , ihm klar und deutlich, vielleicht auch eher freundlich damit er nicht gleich "dicht macht", zu sagen , dass man ihn auf dem Schirm hat und dass er sowas zu unterlassen hat?
Man könnte ja auch mal Fragen , warum er so ist und sowas sagt/macht....wer weiß was dahinter steckt?

Mein Sohn hat früher ständig andere Kinder umarmt , angefasst usw, weil er Probleme mit der Sprache und dem Hören hatte, er musste alles haptisch erfassen , und hat ständig Grenzen überschritten - wenn auch nicht böswillig.
Natürlich hatte das eine Ursache, aber trotzdem durfte er das nicht, und das musste er mühevoll erlernen , und das wiederum geht nur über Feedback.

Natürlich darf oder durfte dann auch eine andere Mutter zu meinem Kind sagen

"Du hör mal , XY mag das nicht, lass das bitte..." - so lange ihn niemand wie eine Furie angegriffen hat (was allerdings leider auch vorkam...) ist das doch vollkommen ok, ein Kind anzusprechen wenn es sich auffällig verhält.

Und nein - oft können diese Kinder tatsächlich nichts dafür, aber das ändert ja nichts daran , dass das Kind sich an bestimmte Umgangsformen zu halten hat.

Ich würde wie gesagt den Jungen ansprechen.

Und ich finde es übrigens total unschön, von "assi" oder "Asozial" zu sprechen.

Nicht , weil ich da wattebauschsanft tüdelü unterwegs bin , sondern weil solche Kinder ganz oft ganz, ganz arme Mäuse sind , und so ein Verhalten auch seltenst eine "harmlose" Ursache hat.

Die Kinder sind das Produkt des Zusammenlebens mit erwachsenen Personen , die ihnen bestimmte Werte über Jahre vorgelebt haben - kein Kind macht sich selbst so.

Natürlich hat man deshalb keinen Freibrief für ein bestimmtes Verhalten ,und es soll auch nichts entschuldigen - aber man muss doch nicht noch so abwertend über diese Kinder sprechen und sie pauschal in Schubladen stopfen...finde ich zumindest.

Wer darauf , also auf so ein Verhalten , angemessen reagiert, signalisiert dem Kind, dass es erhört wird, und nichts anderes wollen solche Kinder - wenn auch vielleicht unbewusst - oftmals nur bezwecken.

Reagiert auf mich, kümmert euch um mich.

GlG,

Lulu

  • (24) 11.12.16 - 10:40

    "Solche Kinder" sind nicht immer ganz ganz arme Mäuse - sondern leider sehr oft hoffnungslos von den Eltern verwöhnt und zwar ohne jeglichen Blick für die Realität.
    Da meine Kinder genauso wie meine Enkelin auf eine Schule gingen mit extrem hohen Anteil an türkischen und später auch rußlanddeutschen Kindern, zieht sich das wie ein roter Faden durch die letzten 30 Jahre. Die Jungs aus diesen Familien sind größtenteils verwöhnte Kronprinzen, die ALLES dürfen - und das Mädel, welches meine Enkelin quälte - dasselbe in weiblich. Einziges Kind und die Mutter komplett beratungsresistent - ihre Prinzessin macht NICHTS falsch, und wenn sie in einer Woche 5x auf der roten Liste steht wegen unmöglichen Verhaltens.
    Asozial heißt nicht nur verwahrlost sondern auch "gesellschaftsschädlich" - und ja, das passt auch in solchen Fällen.
    LG Moni

    • (25) 11.12.16 - 13:44

      Stimmt. Zumindest war das bei den Kindern, die ich in meinem Beitrag gemeint habe, der Fall.

      Wohlstandsverwahrlost mit unbegrenztem Zugriff auf das Internet, die teuersten Spielsachen usw.

      Aber niemand weit und breit, der sich halbwegs um das Sozialverhalten der Kinder kümmert.

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