Sport Bodenturnentest - er kann NICHTS - was tun?!

    • (1) 13.12.16 - 16:10

      Hallo zusammen,

      im Sportunterricht meines Sohnes (10 J., 5. Klasse) wird seit einigen Wochen Bodenturnen trainiert mit Handstand, Kopfstand, Radschlag, Radwende etc.! Diese Woche soll ein abschließender Test stattfinden und die Kinder sollen dann einzeln eine selbstausgedachte Kür vorturnen, die dann benotet wird.

      Jetzt ist es so, dass mein Sohn ÜBERHAUPT kein Bodenturnen kann und in diesen vorangegangenen Stunden außer der Kerze nichts gelernt hat. Ich habe versucht, es Zuhause mit ihm zu üben, musste dann aber leider auch resigniert aufgeben, es ist einfach hoffnungslos. Er ist lang und dünn und hat seine langen "Gräten" einfach überhaupt nicht unter Kontrolle, er kriegt noch nicht einmal eine normale Rolle vorwärts hin, kullert unkontrolliert hier herum und das war's dann.#schock

      Nun hat er Angst vor dem Test und möchte ihn am Liebsten komplett verweigern, was ich ehrlich gesagt auch verstehen kann, nachdem ich das Elend hier gesehen habe. Ich fürchte nur, eine Verweigerung könnte der Lehrer als Trotz oder Dickkopf auslegen, daher habe ich schon überlegt, ihm eine Entschuldigung mitzugeben, damit er sieht, dass es nicht am "nicht wollen" liegt sondern einfach am absoluten "nicht können" und der Junge sich verständlicherweise nicht vor 30 Klassenkameraden damit komplett entblöden möchte.

      Was denkt Ihr in so einem Fall - macht es Sinn, da eine Entschuldigung zu schreiben oder muss er da jetzt irgendwie durch, auch wenn es darin enden wird, dass er dann eh nach dem 1. Versuch frustriert abbrechen wird und gar nichts mehr machen wird. #zitter Mir tut das so leid, ich war auch keine Sportskanone und erinnere mich gut an die peinlichen Tests in Sport. Er ist echt völlig unfähig in dieser Sportart, das wäre so, als würde man einen Nichtschwimmer testen wollen, wie schnell er 5 Bahnen schwimmt. ;-)

      LG
      sie71

      • Warum sprichst Du nicht einfach mit dem Sportlehrer, wie man Deinem Sohn helfen kann? Eine Entschuldigung ist kaum der richtige Weg, das sieht so und so nach kneifen aus.
        Hat Dein Sohn andere sportliche Stärken? Können die berücksichtigt werden? Irgendwas kann ein Kind doch meist immer. Meine Enkelin hasst Geräteturnen und Ballspiele, in denen man "abgeschossen" wird, ist aber eine sehr gute Schwimmerin und alles andere macht sie auch.
        Sprich mit dem Lehrer, dann kannst Du das sich blamieren vielleicht verhindern.
        LG Moni

        Hallo,

        ich denke, da muss er durch.

        Auf gar keinen Fall würde ich als Mutter eine Entschuldigung o.ä. an den Lehrer mitgeben. Es gibt nun einmal Fächer, die manchen Kindern mehr liegen und andere eben nicht. Du kannst auch ein völlig unmusikalischen Kind nicht vor einem musischen Hörtest bewahren.

        Eine schlechte Teilnote in Sport wird ihn nicht umbringen.

        Ich würde ihn allerdings darin bestärken, trotz allem sein Bestes zu geben. Viele Lehrer honorieren die Bemühung, auch wenn die Ausführung mangelhaft ist.
        Und ein guter Lehrer sollte die Klasse soweit im Griff haben, dass sich niemand über andere lustig macht bei Prüfungen (ausserdem gibt es immer genug Kinder, die ebenfalls eher zu den Grobmototrikern gehören).

        Schade finde ich ich jedoch, dass ein 10-Jähriger noch nicht einmal eine Rolle hinbekommt. Ich gehe davon aus, dass er keine körperlichen Beeinträchtigungen hat. Das lernen die Minis hier im KiGa.Treibt er überhaupt keinen Sport? Eine "perfekte Bodenkür";-) hinzulegen, ist sicherlich viel verlangt, aber ein bisschen Turnen?
        Vielleicht übt er die nächsten Tage nochmal zu Hause - resignieren würde ich nicht hinnehmen.

        LG

        • Guten morgen,

          mein 10-jähriger kann auch nicht wirklich eine Rolle vorwärts. Im Kindergarten wurde mal gar nichts in der Richtung gemacht. Die Begründung: "das ist nicht gut für die Nackenmuskeln, da die Kinder die Übung meist nicht richtig machen und diese unnötig überdehnt werden" :-[

          Kinderturnen o.ä. gibt es schon lange nicht mehr, mangels Trainern. Also hatte mein Sohn und viele andere keine Möglichkeit dies zu üben. In der Grundschule wurde es nur kurz gemacht, da der Sportlehrer auch keinen Bock darauf hatte (O-Ton von den Kindern)

          LG
          Tanja

          • Baucht man denn für alles einen Lehrer/Trainer?

            • Nö, aber ich bin eben auch nicht Turnbegabt und trotzdem sportlich. MEIN Sohn hat mit dem Unterricht auch gerade gar kein Problem.

              Aber diese pauschale Aussage a la: " warum kann ein 10-jähriger das nicht, so etwas wird doch im Kindergarten gemacht" war mir aufgefallen und hat mich zu einer entsprechenden Antwort angehalten.

              Müssen dann alle Jungs auch Fußballspielen können, weil sie Jungs sind ?

              LG
              Tanja

              • OK - ich korrigiere meine Aussage: Das machen Kinder spätestens im Kindergartenalter.

                Bewegung ist ein menschliches Grundbedürfnis und ein Grundprinzip zur körperlichen und geistigen Entwicklung. Kleine Kinder toben und purzeln durch die Gegend und benötigen dies auch für ihre Entwicklung hin zu Selbstständigkeit und Körper- und Umwelterfahrung.
                In wie weit sich das dann zu bestimmten sportlichen Spezialisierungen (wie z.B. Fußballspielen;-)) hin fortsetzt, steht auf einem anderen Blatt.

                Das hat natürlich auch viel mit dem Umfeld und den sozialen Gegebenheiten zu tun. Kinder, welche eventl. bereits von klein auf ständig in ihrem Bewegungsdrang ausgebremst werden oder denen die Couchpotato vorgelebt wird, fällt es später häufig schwer, komplexere Motorik ausführen zu können.
                (Immer von einem gesunden Körper ausgehend.)

                Ich möchte hier auch niemandem, insbesondere nicht der TE, unterstellen, sein Kind bewusst zum Grobmotoriker erzogen zu haben.
                Aber ein Purzelbaum:-) gehört für meine Begriffe ganz pauschal gesagt zu einem natürlichen Bewegungsablauf, den man mit 10 noch nicht verlernt haben sollte.

                Meine Jungs sind sehr sportlich, aber Fußball spielen mögen (und können;-)) sie nicht, genau so wie ich früher (als Mädchen) in der Schule beim Jazzdance regelmäßig versagt habe - ich habe aber dennoch jede Prüfung mitgemacht und hätte mich zu Tode geschämt, wenn meine Mutter mein Unvermögen bei der Lehrerin zu entschuldigen versucht hätte.

                LG

                • Dann ist mein Sohn ein Sonderfall. Er ist spät gelaufen und nie wirklich NIE irgendwo rauf geklettert als Kleinkind. Aber wenn es um Fahrzeuge jeglicher Art geht, immer vorne mit dabei, ebenso bei sämtlichen Ballsportarten, da hat er sich auf Fußball festgelegt.

                  Wir waren bei einigen Spezialisten (Osteopath z.B.) weil ein Junge der nicht auf Bäume klettert nun mal nicht normal sein kann. Doch ist er, völlig gesund und inzwischen auch mal an der Kletterwand bei Freunden unterwegs.

                  Das mit dem Jazzdance unterschreibe ich im übrigen voll und ganz. Paartanz etliche Jahre später hat mir aber immer Spaß gemacht.

                  LG

      (9) 13.12.16 - 16:33

      Hallo

      Sprich mit dem Lehrer.
      Ihm wird sicherlich im Unterricht nicht entgangen sein, das dein Sohn kein Bodenturnen kann.
      Außer der Rolle vorwärts konnte ich auch nichts, bin aber immer noch mit einer 4 durch gekommen, weil ich mich bemüht habe.
      Die Rolle vorwärts würde ich versuchen zu üben, so gut es geht.
      Er wird bestimmt nicht der einzige sein.
      Sollte er sich komplett verweigern, wird bestimmt ne 6.

      • (10) 14.12.16 - 11:22

        >>Sprich mit dem Lehrer.<<
        Das ist sinnfrei. Was soll das bringen? Persönliches Freistellungsgesuch?

        Sie sollte mit dem Sohn sprechen und ihm Mut machen, zu üben.

        LG

    (11) 13.12.16 - 16:34

    Danke für Eure Antworten! Lustigerweise konnte er in Kiga und Grundschule noch die Rolle, aber seitdem hat er keine mehr gemacht und jetzt kriegt er sie nicht mehr hin, er traut sich nicht und macht sie daher nur so halb.

    Er ist ansonsten ganz gut in Ballspielen (Handball, Fußball, Basketball) und ein sehr guter Schwimmer (auch im Verein).

    Hmm, ja, ich denke, dann muss er da wirklich einfach durch. Wir werden bis zum Test noch ein bisschen üben und dann hoffe ich, der gute Wille zählt.

    • Hat er Schmerzen, oder warum traut er sich nicht mehr? Habt ihr mal die Halswirbel checken lassen?

      aber beim schwimmen machen die doch auch Rollen im Wasser und bei den Ballspielen, muss man auch schnelle koordinierte Bewegungen beherrschen, also entweder dein Kind macht da nicht gut mit oder hat kein Bock auf Bodenturnen.

      (14) 13.12.16 - 21:34

      Das ist interessant. Mein großes Kind konnte auch und sogar recht früh eine Rolle und in ungefähr dem Alter deines Sohnes fiel ihm das schwer und sie haben das geübt in der Schule. Die Lehrerin hat dazu eine ganzheitliche Meinung geäußert, ich kann mich nur nicht mehr so recht erinnern daran. Sowas in der Richtung, das wäre ein Zeichen dafür, daß ihm ihm dieses oder jenes schwerfällt im Leben oder im Moment- nicht dramatisch, eher ein Charakterzug oder eine Entwicklungsaufgabe. Ich konnte übrigens nie, wofür es Noten gab im Sportunterricht, war dann trotzdem körperlich viel aktiver als viele andere meines Jahrgangs, hab in der Freizeit andere Sportarten gemacht.

(15) 13.12.16 - 16:34

Wenn dein Sohn so unsportlich ist, wird es solche Situationen noch häufiger geben, also besser er lernt damit umzugehen. Immer daheimbleiben geht ja nicht und muss wegen Sport js wirklich nicht sein.

Ich habe auch einen solchen unsportlichen Sohn (bzw er ist beim Schulsport unsportlich, sonst nicht). Wir haben abgemacht, dass er sich immer bemüht, die Sportnote aber generell einfach uninteressant ist. Seine Klassenkameraden wissen, dass er zB u.a. im Geräteturnen eine Null ist, das stört aber niemand groß, weil es ja schon immer so war.

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