Vorfall auf dem Schulweg

    • (1) 21.12.16 - 22:53

      Hallo,
      meine Tochter ist 8 Jahre alt und geht seit den Sommerferien alleine zur Schule und nach Hause. Sie geht mit Freundinnen, muss aber ein kurzes Stück alleine gehen. Grundsätzlich geht sie durch ein Wohngebiet in einer ruhigen Gegend, muss aber auch an einem Spielplatz vorbei, wo auch schonmal Jugendliche oder so abhängen.

      So.. jetzt hatte sie heute das Gefühl ab dem Spielplatz auf dem Weg nach Hause von einem jungen Mann verfolgt zu werden. Sie hatte Angst.. Zufällig fuhr unsere Nachbarin mit dem Auto vorbei und hat die Situation direkt als komisch eingeschätzt und neben ihr angehalten und sie aus dem Auto angesprochen ob alles okay ist. Daraufhin hat der Typ wohl umgedreht und ist weggelaufen. . Nachbarin und Tochter standen dann vor unserer Tür und ich habe mich richtig erschreckt.. obwohl natürlich niemand weiß ob da wirklich was dahinter steckt.

      Wie würdet ihr nun damit umgehen? Mein erster Impuls War sie wieder zur Schule zu bringen und abzuholen, oder zumindest zum Treffpunkt mit den Freundinnen. Meine Tochter fühlt sich jetzt auch unsicher.. Oder mache ich ihr so nur Panik? Soll ich die Schule darüber informieren?
      Menno.. man hört soviel Schlimmes. Ich hab jetzt echt Angst.. will aber auch keine Panik verbreiten. Eigentlich wohnen wir hier auch recht sicher.. aber passieren kann ja doch überall was. Mein Mann sieht das eher locker.. meinte sie könnte ja einen Umweg gehen um den Spielplatz zu meiden. Ich weiß nicht..???

      Was würdet ihr jetzt machen?

      Danke euch!
      Schlumpfine#winke

      • Natürlich kann immer und überall etwas passieren und man ist niemals sicher.

        Ebenso natürlich muss man seine Kinder laufen lassen, wenn sie laufen wollen.

        Aber genauso natürlich ist für MICH, dass ich in einer Situation, in der ich eine Gefahr für möglich halte und meine Tochter Angst hat, mitgehe. Das muss ja nicht für immer so bleiben, aber ein paar Tage die Lage zu peilen wird niemandem schaden.

        Ich würde mit meiner Tochter nochmal drüber reden wie sie sich Fremden gegenüber zu verhalten hat. Dass sie auf keinen Fall mitgehen darf. Sind vielleicht Geschäfte in der Nähe wo sie sich evtl Hilfe holen kann wenn sie Angst hat?
        Wenn deine Tochter sich unsicher ist würde ich sie auf dem Schulweg auch nochmal begleiten oder vielleicht von da abholen wo sie alleine weiter gehen muss. Ich denke Aufklärung ist das Beste. Vielleicht die Lehrerin informieren, dass sie mit den Kindern über das Verhalten Fremden gegenüber spricht. Aber auf keinen Fall Panik verbreiten. Das macht nur unsicher.
        Ich habe mit meinen Kindern auch Bücher dazu gelesen. Z.B. "Mit fremden gehe ich nicht mit" und "Conny geht nicht mit Fremden mit".

        Hier gibt es ein Präventionsprojekt der Polizei gegen sexuellen Mißbrauch, in dem Eltern ausdrücklich aufgefordert werden solche Vorfälle wie Deinen zu melden. Die Polizei nimmt das dann auf, zeigt mehr Präsenz auf dem Schulweg und achtet darauf ob ähnliche Fälle gemeldet werden. Wenn sie den Mann ausfindig machen, wird er auch angesprochen und seine Personalien aufgenommen.

        Ich finde es bei dir schon bedenklich, dass auch der Nachbarin aufgefallen ist, dass etwas nicht stimmt. Hier wird dazu geraten auf sein Bauchgefühl zu hören!

        Das ist keine Panikmache sondern einfach Prävention.

        Den Kindern wird hier auch erklärt, dass manche Situationen nicht eindeutig sind, man weiß einfach nicht, ob und was der Mann wollte. Manchmal steht z.B. der Vater nur hinter der Hecke, um zu beobachten, ob das Kind richtig zur Schule geht, aber auch das kann die Polizei dann einfach aufklären. In so einer Situation sollen die Kinder es den Eltern erzählen und die Eltern dann ggf. der Polizei.
        Ich würde sie erst mal nicht alleine gehen lassen.
        VG
        Juva

        • (5) 28.12.16 - 06:45

          Würde ich ganz genauso machen, auch ohne Projekt. Für mich die einzig sinnvolle Reaktion.
          Das Kind hatte Angst und die Nachbarin hat den Mann gesehen.
          Ich würde Schule und Polizei informieren, ohne total Panik zu machen. Einfach ansprechen. Gerade weil ein Erwachsener die Situation miterlebt hat, finde ich es bedenklich.

      Hallo

      Ich würde die Polizei informieren.

      Ich würde mein Kind da abholen wo sie sich von Ihren Freundinnen trennt.

    • Natürlich abholen und zur Polizei! Gut, dass deiner Tochter nichts passiert ist!

      Auch wenn sich das jetzt für manch einen dramatisch anhört, aber ich finde wir leben mittlerweile in einer Welt in der man leider fast immer vom schlimmsten ausgehen muss.
      Ich würde mein Kind auf jeden Fall die nächste Zeit bis zu dem Treffpunkt bringen und auch die Mütter der anderen Mädchen darüber informieren. Je mehr die Augen offen halten umso besser. Mal angenommen, der Mann führte wirklich was im Schilde, je schneller er merkt das er beobachtet wird bzw. dass man auf ihn aufmerksam geworden ist, desto besser!!

      LG Milli

      • (9) 22.12.16 - 22:43

        Immer dies Panikmache von wegen heute sei es viel gefährlicher als früher. #augen

        Ja, wir waren früher mehr alleine unterwegs und weißt Du was? Ich hatte zwei oder dreimal ähnliche Begegnungen als Kind, wie die Tochter der Fragestellerin. Es gab damals auch diverse Gerüchte unter uns und auch unter unseren Eltern im Bezug auf Leute, die sich verdächtig gegenüber Kindern verhielten.
        Als ich 16 war (1991) wurde ein Kind, was ich entfernt kannte, in der Nachbarstadt vergewaltigt und ermordet.

        Ich bin übrigens am Rand einer Stadt aufgewachsen, die gerade schon Großstadt war und wo Mittelschichts-Angehörige wohnten, nicht in einem sozialen Brennpunkt.

        Erwiesenermaßen ist die Rate von Pädophilen und sonstigen Psychopathen in den letzten Jahrzehnten nicht angestiegen. Heute wird das Thema nur viel mehr von den Medien verbreitet und aufgebauscht als früher. Wenn die Kinder nicht schwer verletzt oder ermordet wurden, tauchten solche Vorfälle früher nur im Regionalteil von Zeitungen auf.

        Mit den 20er Jahren habe ich mal näher befasst. Da gab es jede Menge wirklich üble Verbrechen, auch an Kindern, von denen man, fänden sie heute statt, behaupten würde, das habe es früher nicht gegeben...

        LG

        Heike

        • (10) 28.12.16 - 00:53

          Das ist doch überhaupt nicht der Knackpunkt, ob es das in dem Ausmaß schon immer gab, oder nicht!

          Tatsache ist, dass es Pädophile gibt und, dass wir Eltern, wachsam sein müssen.

          (11) 28.12.16 - 06:47

          Und weil früher schon Kinder entführt, vergewaltigt und umgebracht wurden, braucht man heute nicht mehr auf sein Gefühl zu hören?

    Hallo,

    unser Sohn kommt erst nächstes Jahr in die Schule, aber die ersten jahre wird er definitiv nicht alleine nach Hause gehen. Mal ganz davon abgesehen, dass erzu diesem Zeitpunkt dann auch noch etwa 4 Std. alleine zu Hause sein würde.

    Das scheint ja bei euch nicht so zu sein. Ich würde sie wieder bringen und abholen. Klar kann man sie nicht einsperren und auch nicht ewig begleiten, aber sie ist ja erst 8 Jahre.

    Guten Morgen,

    vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!:-)

    Ich werde nun heute mit der Schule über den Vorfall sprechen.. außerdem habe ich über die WhatsApp-Gruppe der Schulklasse meiner Tochter alle Eltern informiert. Sicher ist sicher..

    Meine Tochter werde ich nun erstmal immer zum Treffpunkt mit den Freundinnen bringen und von dort abholen - sonst habe ich keine ruhige Minute.. Auch wenn vielleicht gar nichts passiert wäre, der Gedanke "was wäre wenn" bleibt..#schock

    LG
    schlumpfine

    Hallo.

    Für was solltest du die Schule informieren? Was sollten die deiner Meinung nach unternehmen? #kratz

    Meine Tochter ist 9 und ich lasse sie den Weg zum Bus nicht alleine tätigen. Gut, wir wohnen abgelegen und sie ist die einzige an dieser Haltestelle.......

    Ich an deiner Stelle würde sie bis zum Treffpunkt mit den anderen Kindern bringen/holen.

    LG

    • (15) 22.12.16 - 09:44

      Ich finde es durchaus berechtigt die Schule zu informieren. Unsere Schulleitung würde bei einem solchen Vorfall, ein Rundschreiben an alle Eltern rausgeben.

      Andrea

      • (16) 22.12.16 - 11:12

        Ja, das würde (wurde) bei uns auch so gemacht werden.

        Wir hatten vor zwei Jahren "so einen Vorfall". Der Freund meines Sohnes (damals 4. Klasse) wurde von einem Mann aus einem sehr langsam fahrenden Auto heraus angesprochen. Als der Junge das Einsteigen ablehnte und davon lief, sprang der Mann aus dem Auto und verfolgte den völlig verängstigten Jungen. Dieser konnte sich zum Glück hinter einer großen Hecke in einem Nachbarsgarten verschanzen und der Mann brach die Suche glücklicherweise daraufhin sofort ab. Der Junge war daraufhin monatelang in psych. Behandlung und hatte schlimme Albträume, was auch absolut nachvollziehbar war.

        Die Mutter des Jungen fuhr mit dem Kind noch am selben Nachmittag zur Polizei, um den Vorfall zu melden. Auch in der Schule sagte sie bescheid und die Schulleitung ließ ein Rundschreiben an alle Eltern rausgeben.

        Tja.... Resultat war:

        - die Polizei war deswegen auch nicht präsenter im Ort (obwohl der Junge eine präzise Beschreibung des Mannes abgegeben hatte). Es wurde von der Polizei sogar gesagt, dass man es nicht in der Tageszeitung veröffentlichen wolle, um keine Panik zu erzeugen :-[
        - die Schule konnte natürlich auch nicht mehr unternehmen, als die Eltern vorzuwarnen und die Kinder nochmals zu schulen, was in so einem Fall zu machen ist
        - die Kinder, die vorher alleine unterwegs waren, waren es auch nach dem Vorfall#zitter
        - die Kinder, die von den Eltern bis dahin begleitet wurden, wurden dies natürlich auch weiterhin

        Fazit: eigentlich änderte sich rein gar nichts am Alltag#zitter

        • (17) 22.12.16 - 11:41

          Was der jeweils Einzelne aus der erhaltenen Information macht, ist seine Sache. Aber ich finde die Schule ist hier in der Informationspflicht.

          Außerdem, glaube ich kaum, dass Du wirklich nachvollziehen kannst welche Eltern welche Entscheidung getroffen haben, als sie von dieser Information in Kenntnis gesetzt wurden.

          Erfahrungsgemäß, sprechen nach nach solchen Vorfällen die Eltern nochmal mit Ihren Kindern, es wird im Unterricht thematisiert, und es gibt tatsächlich auch Eltern die die Kinder dann auf dem Schulweg begleiten.

          So läuft zumindest bei uns an der Schule, und ich glaube nicht, dass wir hier die große Ausnahme darstellen.

          Andrea

          • (18) 23.12.16 - 16:41

            Außerdem, glaube ich kaum, dass Du wirklich nachvollziehen kannst welche Eltern welche Entscheidung getroffen haben, als sie von dieser Information in Kenntnis gesetzt wurden."

            Klar weiß ich nicht, was die Eltern mit den Kindern zuhause gesprochen haben. Aber was sollte ein Kind in dem Alter schon groß ausrichten, wenn es gepackt und in ein Auto gezerrt wird?!? Da hilft das vorherige thematisieren auch nix mehr. Man darf ja nicht immer davon ausgehen, dass es beim reinen "ansprechen" bleibt?!

            "und es gibt tatsächlich auch Eltern die die Kinder dann auf dem Schulweg begleiten."

            jepp - klar gibt es solche. Aber in diesem Fall war es halt leider nicht so.

            • (19) 04.01.17 - 11:14

              Es gibt immer und überall "solche und solche". Genau aus diesem Grund ist die Schule in der Informationspflicht, wenn sie von solchen Vorfällen Kenntnis bekommt.

              Was der einzelne aus erlangten Informationen macht - ist jedem selbst überlassen. Aber lapidar zu sagen, wieso die Schule informieren - bringt ja eh' nix, die Eltern ändern nichts an ihrem Verhalten, ist 1. übergriffig und 2. fahrlässig.

              Andrea

        (20) 22.12.16 - 12:23

        In unserem Ort ist ein Kind umgebracht worden. Die Eltern haben eine Stiftung gegründet, die das Präventionsprojekt mit der Polizei ins Leben gerufen hat. Seitdem werden diese Hinweise ernst genommen, auch wenn manchmal nichts dahintersteckt. Lieber einmal Zuviel hingeschaut....aber die Polizei berichtet hier bei diesen Veranstaltungen immer wieder von Vorfällen, denen nachgegangen wird. Es gibt doch mehr kranke Leute als man denkt.

Nicht warten! Polizei informieren! Da würde ich gar nicht lange warten und mich auch nicht abwimmeln lassen! So wird evtl. mehr Streife gefahren und das kann schon abschrecken.

Ich kann dieses Bla Bla von den Leuten nicht mehr hören die sagen "man muss nicht immer so eine Panik machen", " es passiert doch kaum was".
Das machen die solange, bis sie selbst mal dran sind!

ICH wurde selber von einem Mann als Kind missbraucht!
Er hatte es geplant und das Gerücht ging schon im Ort um, dass mit ihm was nicht stimmt.
Ich wäre froh, wenn jemand meine Eltern darauf aufmerksam gemacht hätte, damit sie mich begleiten und im Notfall beschützen können!!!!
Ich leide heute als Erwachsene noch unter dem Vorfall, trotz Therapie. Die kann nämlich auch nicht einfach die Seele heilen.

Also bitte gehe ein paar Tage mit Deiner Tochter mit und beobachte die Situation.

LG, Jessie

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