Probleme mit dem Schwimmen lernen (7 Jahre)

    • (1) 08.01.17 - 19:44

      Hallo Ihr Lieben,

      wir sind so ein bisschen mit unserem Elternlatein am Ende. Wir haben zwei Kinder. Mit unserer großen Tochter war Schwimmen lernen überhaupt kein Thema. Sie machte sehr einfach in einem Schwimmkurs ihr Seepferdchen und kurz hintendran das Bronzeabzeichen. Zur Einschulung war das Thema durch.

      So dachte ich also, wird es bei unserem Sohn auch laufen. Denkste! Er mag schon gern Wasser und geht gern baden, aber schwimmen ... er hatte anfangs echt total Panik.

      Ich ging also als er 5 war mit ihm in einen Schwimmverein, die Anfängerschwimmen anbieten (von den Crashkursen halte ich nicht so viel). Aber es war echt eine einzige Quälerei. Er hatte wirklich Angst, sobald er in die Waagerechte sollte oder sein Kopf unter Wasser tauchte. Nach einigen Monaten gab ich es auf, weil er sich wirklich gequält hat und auch nicht mehr hin wollte. Dann sind wir Eltern mit ihm los und versucht ihm Schwimmen beizubringen. Das klappte aber auch irgendwie nicht, weil er nach wie vor sehr ängstlich war und immer versuchte sich aus dem Üben "rauszudiskutieren".
      Jetzt im Oktober (da wa er 7), haben wir einen neuen Versuch beim DLRG gestartet. Nun geht der Kurs dem Ende zu und unser Sohn kann immer noch nicht schwimmen. Er hat Probleme mit den Schwimmbewegungen. Trockenübungen klappen gut, aber sobald er im Wasser ist, bekommt er Panik, wenn er in die Waagerechte gehen soll (so über der Schwimmnudel hängen und dann die Schwimmbewegungen machen) und paddelt nur noch wild rum. Er hat auch große Angst vor dem tiefen Wasser, was zur Folge hat, dass er weder vom Beckenrand, geschweige denn vom Einer springt. Alle anderen Kinder machen das schon lange und schwimmen dann schon allein an den Beckenrand unter Aufsicht der Schwimmlehrer, aber unser Sohn ist nicht zu motivieren allein ins Wasser zu springen.
      Ich meine, insgesamt hat er schon total tolle Fortschritte gemacht. Er taucht mittlerweil den Kopf unter, rutscht von der Wasserrutsche ins Wasser, wo er noch stehen kann, trotz dass es spritzt und er kurz untertaucht. Er ist wirklich gern im Wasser und hat großen Spaß dran, aber schwimmen geht einfach gar nicht. Wir haben immer darauf geachtet, dass er den Spaß am Wasser nicht verliert und wenn wir eine Zeit geübt haben, war immer die doppelte Zeit reines Badevergnügen da. Da bin ich schon ganz froh. Aber dass er einfach nicht schwimmer lernt. Er ist jetzt in der zweiten Klasse und ab nächstem Schuljahr ist Schulschwimmen dran und sein Klassenlehrer hat schon gesagt, man solle bitte schauen, dass die Kinder bis dahin schwimmen können und dass ja so viele Kinder in dem Altern immer noch nicht schwimmen könnten (Unterton klingt nach: Weil die Eltern sich keine Mühe geben). Also irgendwie baut sich da Druck auf (zumindest bei mir).
      Jetzt war mein Mann gestern mit ihm schwimmen und er kam echt frustriert nach Hause (Sohn war munter und fröhlich) und meinte, dass er ihn vom Schwimmkurs abmelden will, weil es eh keinen Zweck hat. Die machen da halt auch Druck, dass er vom Einer springen soll und so und da hat unser Sohn auch mittlerweile langsam Angst überhaupt hinzugehen und so. Und immer der Schlechteste zu sein, ist ja auch nicht so toll. Ich persönlich gebe nur so ungern nochmal auf und hoffe irgendwie noch, dass der Knoten platzt.

      Nun sind wir echt ratlos. Mein Mann will morgen noch mal mit dem Schwimmlehrer sprechen, wie er sich das weiter vorstellt mit unserem Sohn und ob er vielleicht noch einen Rat weiß und dann schauen wir mal.

      Kennt Ihr das? Hattet Ihr auch ähnliche Probleme bei einem eurer Kinder und wenn ja: Wie seit ihr damit umgegangen?

      Ich habe schon an Schwimmeinzelunterricht gedacht, fürchte aber, dass wir uns das gar nicht leisten können. Ich weiß auch nicht, ob sowas überhaupt in unserer Wohnortnähe angeboten wird.

      Menno ... ich wollte so gern nächsten Sommer entspannt schwimmen fahren, ohne immer wie ein Luchs aufpassen zu müssen. Er hat ja keine Angst in dem Sinne vor dem Wasser und wagt sich viel zu weit rein, dafür dass er nicht schwimmen kann. Also ich muss immer dabei sein und gucken. Und er wird auch langsam gehänselt, weil er doch schon so groß ist ... das tut mir natürlich auch weh.

      lg
      Elasti

      • (2) 08.01.17 - 20:16

        tja ich denke es wird zeit dass ihr einfach mal dinge durchzieht lasst ihn weitermachen, hört mit der Spielerei auf oder setzt Vorrausetzungen dass er spielen darf im Wasser , es wird Zeit das er sich überwindet und ein wenig druck schadet da nicht, ansonsten lernt er dass man aufgeben kann mit ausreden oder aus Anngst und soetwas ist absolut nicht förderlch für seine ganze Zukunft, denk daran in der dritten kommt auch der erste Schulische druck und auch da mus er durch...und glaub mir wenn dein Sohn sich erst mal überwindet und einmal springt oder schwimmt dann wird sein selbstwertgefühl wachsen und er wird etwas tolles erfahren, ihr sollte ihn positiv motivieren und sagen dass ihr ganz fest an ihn glaubt, und dass er deswegen hingehen wird, denn Rest also Erwartungshaltung usw überlass den schwimmlehrern , aber macht ihm klar das spielzeit nur als belohnung für fortschritte gibt.

        (3) 08.01.17 - 20:21

        Schwimmen erfordert eine Koordination der Bewegung, die einen bestimmten Reifeprozess voraussetzt. D.h. mit fünf/ sechs sind viele Kinder einfach noch nicht so weit.

        Mit sieben können es die meisten Kinder lernen.

        Das Hauptproblem bei ängstlichen Kindern ist die flache Lage im Wasser. Mein Vater, der sechs Enkeln erfolgreich das Schwimmen beigebracht hat, hat daher immer erst mit "tauchen" angefangen, also mit Schwimmen mit dem Gesicht unter Wasser. Dafür braucht es aber einfach viel Geduld (und auch eine Schwimmbrille ist hilfreich). Das erfordert einfach Gewöhnung und daher die Bereitschaft oft bzw. regelmäßig mit den Kindern ins Bad zu gehen.

        Den Ausschlag zum Ringe für's Seepferdchen hochzutauchen ( der Knackpunkt bei meiner Tochter und ein echtes Problem) gab bei uns dann die Aussicht auf einen neuen Badeanzug für das Abzeichen - also eine klassische elterliche Erpressung (genannt Belohnung) :-) )

        Und: ich kenne hier viele Kinder, die Schwimmern erst mit neun Jahren lernen, hier gibt es DLRG-Kurse nach Schwimmstand und nicht nach Alter.

        (4) 08.01.17 - 20:25

        Hallo,

        schonmal versucht jemand anders mitzuschicken? Die Großeltern zum Beispiel.
        Wir hatten auch arge Probleme unserer Tochter das schwimmen beizubringen, mit 6 Jahren hat mein Schwiegervater das in die Hand genommen und ist mit ihr zum Training gefahren ich bin nur mit zum umziehen.
        Das ging bis zum Bronze so und seit dem nimmt sie auch von uns etwas an, klappt sehr gut mittlerweile.

        Ist vielleicht ein Versuch wert.

        Gruß Anorie

      • Hallo Elasti,

        nicht verzagen und vor allem nicht aufgeben, aber wirkliche EXPERTEN dazu holen. Frag mal in der DLRG nach, ob jemand Erfahrungen mit dem Unterrichten wirklich ängstlicher Kinder hat und dann braucht Dein Sohn einen ganz einfühlsamen und gemächlichen EINZELunterricht.
        Und keine Sorge, das klappt sicher noch, ihr müsst nur mit Geduld dran bleiben.

        Wenn alle Stricke reißen, müsst ihr mal Urlaub hier am Bodensee machen, denn hier bin oft ich diejenige, die die "schweren Fälle" bekommt und das klappt dann auch immer recht schnell. Wichtig ist wirklich die 1zu1-Situation, volle Konzentration auf Deinen Sohn und dann eben das richtige Händchen.

        Liebe Grüße,
        Elfchen

        • Gerade bei der DLRG haben wir schlechte Erfahrungen im Bezug auf ängstliche Kinder gemacht #schein Da stehen meist nur so schreiende Hypochonder am Beckenrand und jagen die Kinder durchs Wasser #cool

          • Hallo,

            bist Du Dir sicher, dass Du "Hypochonder" meinst?

            Liebe Grüße Andrea

            Naja, das liegt sicher nicht an der DLRG als Organisation, sondern eher an den Personen und/oder den Strukturen (Gruppengröße vs. Trainerzahl, Erfahrungsgrad der Ausbilder) in eurer Ortsgruppe! Tendenziell ist einfach die DLRG weniger leistungsorientiert und mehr an der Allgemeinheit orientiert, als zum Beispiel ein Schwimmverein. Nichts gegen Schwimmvereine, meine Kinder sind in einem und ich helfe auch da bei der Ausbildung, aber die Interessen sind einfach anders ausgerichtet und bei uns wird schon bei der Aufnahme so stark gefiltert und wer (noch) nicht gut schwimmen kann, hat keine Chance und wird an die Schwimmschule weiter verwiesen. Als Organisation liegt der DLRG sehr viel an der allgemeinen Schwimmfähigkeit möglichst vieler Kinder in Deutschland und das fördern sie entsprechend. Es gibt zum Beispiel Fortbildungen für Ausbilder, die sich speziell mit ängstlichen Kindern beschäftigen und mit Kindern die ganz spät schwimmen lernen. Hier läuft gerade zum Beispiel ein Programm für Flüchtlingskinder, die teilweise wirklich Panik vor Wasser haben. Entsprechende Erfahrung findest Du evtl. bei einer guten (!) Schwimmschule auch. Und dann muss darf man natürlich nicht die allgemeinen Trainingsstunden anschauen, denn die DLRG hat oft riesige Gruppen, eben um so vielen Kindern wie möglich das Schwimmen zu ermöglichen. Ihr müsstet jemanden haben und direkt mit ihr/ihm eine Übereinkunft finden. Wenn in eurer Ortsgruppe niemand ist, der da geeignet wäre, dann vielleicht in einer anderen oder bei einer Schwimmschule in der Nähe? Oder ihr schaltet eine Anzeige und sucht nach Privatlehrern mit entsprechender Erfahrung? Oder fragt einfach mal so rum, ob jemand jemanden kennt? Zu mir kommen die Kinder meist auch über Bekannte von Bekannten von Bekannten usw...

        Stimmt, Einzelunterricht mit einem einfühlsamen und geduldigen Schwimmlehrer würde ich auch empfehlen.

        Meine Tochter brauchte auch Extrazeit, um sich zu trauen, ins Wasser zu springen.

    (10) 08.01.17 - 20:50

    Huhu,

    Im Schwimmverein, bei dem mein Sohn ist, lernen die wenigsten Kinder innerhalb einer Kursspanne das Schwimmen, die meisten brauchen 2-4 Kurse, also zwischen einem halben und einem Jahr. Mein Sohn hat bis zum Seepferdchen von Januar bis Oktober gebraucht, es kann sogar noch länger gewesen sein, ich weiß es nicht mehr genau.

    Ich denke, es ist hilfreich, wenn ihr dran bleibt und nicht lauter unterschiedliche Dinge versucht.
    Irgendwann wird es schon werden, mit viel Geduld und ohne Druck.
    Bei einem Kind mit Seepferdchen kann man allerdings auch noch lange nicht entspannt zum

    Schwimmen fahren... ;-)
    Bei uns hat der Schwimmverein nie Druck gemacht, im Gegenteil, die Schwimmlernkurse kosten ja einen Haufen Kohle...
    Jetzt schwimmt mein Sohn seit ca. 4 Jahren im Verein und versucht sich seit über einem Jahr an Gold und schafft einfach das Tauchen nicht (alles andere hat er schon).

    LG

    Hanna

    (11) 08.01.17 - 21:10

    Hallo,

    ich habe 2 Kinder. Unser Sohn 11, konnte bis zur Einschulung schwimmen, unsere Tochter (mittlerweile fast 10) konnte es nicht. Bei ihr war es allerdings Angst vor dem tiefen Wasser und vor dem Springen. Von der Motorik her hätte sie das locker mit 4 Jahren gepackt. Natürlich meint man dann, dass Kind Nr.2 das auch so locker schafft wie das große Geschwisterkind - von dem Gedanken würde ich aber ganz schnell weg ;-)

    Wenn ich eines gelernt habe, dann das Druck überhaupt gar nichts bringt. Es vergrößert höchstens die Angst. Sprecht mit dem Schwimmlehrer, dass er den Fokus nicht so auf das Springen legt. Meine Tochter war absolut gar nicht vom 1Meterbrett zu kriegen, bevor sie nicht schwimmen konnte!! Sie springt erst seit diesem Sommer (schwimmt seit ca 1,5 Jahren erst). Dafür ist sie erst vom 1 Meter und 2 Tage später direkt vom 3er gesprungen #cool (ich hätte tatsächlich darauf gewettet, dass sie niemals jemand vom 3Meterbrett bekommt - hat sie aber völlig freiwillig gemacht).

    Sie war damals übrigens auch in einem Schwimmkurs, wo ein riesen Tamtam um das Springen gemacht wurde!! Als ich die Lehrer drauf ansprach, dass sie doch bitte den Fokus erstmal auf das Schwimmen legen sollen, anstatt ihr unnötig Angst zu machen, waren sie 0 einsichtig. Daraufhin haben wir den Schwimmkurs gewechselt - das Beste, was wir machen konnten.

    Manchen Kindern helfen auch kleinere Gruppen..

    lg

    (12) 08.01.17 - 21:38

    Meine 5jährige hat ein ähnliches Problem, nur nicht so extrem wie Dein Sohn.

    Sie kann die Schwimmbewegungen ganz vorbildlich (macht sie schöner als die große Schwester), schwimmt auch gerne mit Nudel (auch schon mal zwei, drei Züge ohne, wo sie stehen kann), aber den Kopf unter Wasser? Nein danke! So endete ihr erster Ferienschwimmkurs.

    Wir üben jetzt fleißig das Untertauchen beim Schwimmen und in der Badewanne. Üben heisst hier: Sie entscheidet, wie weit sie den Kopf ins Wasser steckt. Am Anfang hat sie sich das Kinn nass gemacht. Dann hab ich sie dolle gelobt, als der Mund das Wasser berührt hat. Mit zugehaltener Nase wurde es dann immer mehr Gesicht. Mittlerweile sind wir beim halben Kopf (also Gesicht bis Anfang der Ohren), der Hinterkopf ragt noch raus und die Nase wird zugehalten. Ein Seepferdchen bekommt sie so noch lange nicht, aber sie macht langsam aber stetig Fortschritte.

    Was ich bestätigen kann: Je öfter wir schwimmen gehen, desto schneller gehts voran.

    Fürs Schwimmen selbst haben wir jetzt auch noch mal Einzelstunden gebucht (kostet hier 35 Euro die Dreiviertelstunde in den öffentlichen Bädern) und sind gespannt, wie es laufen wird, aber das Untertauchen wird ihr auch der Schwimmlehrer nicht beibringen. Das ist ihr eigener Mut, der da wachsen muss.

    (13) 08.01.17 - 22:13

    Hallo!

    Meine Kinder sind auch als Nichtschwimmer in die Schule gekommen. Der Große hatte motorische Schwierigkeiten und der Kleine hat immer schon sein Ding gemacht. Bei ihm haben wir gedacht er lernt es nie. Er hat 5 Anfängerkurse gemacht. Alle wussten, das er eigentlich schwimmen kann. Er war beim DLRG und die haben ihm keinerlei Druck gemacht und mir die Sorgen genommen.

    An seinem 7. Geburtstag ( wir waren im Sommerurlaub) hat er mich angesehen und gefragt, ob Schwimmflügel mit 7 peinlich sein.

    Ich habe gesagt, ein bisschen!

    Von den Tag an ist er geschwommen.

    Ich bin selber Lehrerin und natürlich ist es einfacher, wenn alle Kinder schwimmen können. Aber es ist keine Voraussetzung.

    Der Sohn einer guten Freundin ist in Klasse 4 und hat bis heute kein Seepferdchen gemacht. Sie haben alles versucht (Privatlehrer, Chrashkurs, normaler Schwimmkurs).

    Ich würde mit den Trainern beim DLRG sprechen, eventuell haben sie noch Ideen.

    Ich bin mir aber sicher, das Druck gar nichts bringt.

    GLG Basket

    (14) 08.01.17 - 22:26

    Meine Enkelin war immer Wasserratte und tauchte.....schwimmen? Fehlanzeige, noch mit 8. Schwimmkurs....Ende....kein Seepferdchen möglich, sie blubberte ab. Mit 8 1/2 war sie mit ihren Eltern in Urlaub und sie machte ratzfatz dort im Schwimmbad ihr Seepferdchen....der Knoten war geplatzt. Nun ist sie seit kurzem 10 Jahre alt und schwimmt schon über ein Jahr im Schwimmverein trainingsmässig wie ein Fisch. Dranbleiben, schwimmen gehen mit allen Familienmitgliedern, Schwimmbrille aussuchen lassen, Flossen.....und irgendwann klappts bei euch auch. Manche brauchen länger, Leonie lernte auch sehr spät Fahrrad fahren, sie wäre noch in der 2. Klasse mit Stützrädern gefahren.....#zitter

    LG Moni

    (15) 08.01.17 - 22:42

    Ich würde ihn nicht vom Schwimmkurs abmelden. Unser ältester Sohn hat auch mehrere Seepferdchenkurse gemacht (3 waren es glaube ich, jeweils ein Quartal lang), aber auch danach konnte er es einfach noch nicht, er hatte einfach Angst, er konnte die Bewegungen und alles, aber tauchen z.B. ging gar nicht. Geschafft hat er es dann im dritten Anlauf beim Bademeister (beim DLRG mussten wir sehr lange auf den Platz warten und da konnte er dann erst zum Sommer hin), danach war der Knoten geplatzt. Bei uns gab es zur Belohnung Schnorchel und eine Taucherbrille. Im Sommer ist er dann zum DLRG, mittlerweile ist er 10 und macht jetzt den Juniorretter. Der kleine Bruder hat sein Seepferdchen dann beim DLRG gemacht (er hat 2 Kurse gebraucht, die gehen bei uns jeweils ein Halbjahr), jetzt fängt er nach den Ferien, sprich nächste Woche mit Silber an (er ist 8 Jahre). Ich denke das dass kontinuierliche schwimmen sicher hilft und der Knoten irgendwann platzt. In der größten Not: bei uns im Schwimmbad kann man einfach nachfragen zwecks Privatunterricht, das machen einige Bademeister aber das ist auch ganz schön teuer.

    (16) 09.01.17 - 09:45

    Meine fünf ersten Kinder haben "einfach" schwimmen gelernt, in gratis Crashkursen, denn für Schwimmverein und Schwimmunterricht hat das Geld gefehlt, in der Schule gabs kein Schulschwimmen.
    Schwimmen gehört für mich zur absoluten Allgemeinbildung, zudem leben wir direkt am Rhein, in der Schweiz, hier ist es völlig normal bereits Nichtschwimmer mit in den Fluss zu nehmen. Mit 12, 13 Jahren machten alle meine Kinder die Rettungsschwimmkurse und teilweise Tauchkurse.
    Bei unserem Jüngsten war alles anders, er badete sehr gerne, aber nur mit Boden unter den Füssen und Kopf über Wasser. Jeder, absolut jeder Versuch ihm Schwimmen beizubringen scheiterte. Ab der 3. Klasse wurde bei uns Schulschwimmen eingeführt, chancenlos, er schwamm nicht....mit 12 Jahren wollte er plötzlich mit in den Rhein, er bestand darauf. Ich gab nach, drückte ihm den Schwimmsack mit unserer Kleidung in die Hand und beschwor ihn diesen nicht loszulassen.
    Wir schwammen 8 Kilometer so in der Strömung. Ich stand Todesangst aus, spürte aber, dass gerade etwas ganz besonderes passiert.
    Seither ist er ein sensationeller Schwimmer, sehr verantwortungsbewusst, bewegt sich souverän in jeder Form von offenen Gewässern, spielt mit der Strömung wie ein Fisch, schwimmt schöner und besser als jedes seiner Geschwister.
    Heute Frage ich mich, weshalb ich mir 10 Jahre lang so viel Mühe gemacht habe und mich so gesorgt habe weil er nicht schwimmen lernte. Vielleicht hätte ich das entspannter angehen können/sollen?

    (17) 09.01.17 - 10:15

    Hallo,

    unsere Tochter hat im Schwimmkurs nach fast 1 Jahr immer noch kein Seepferdchen gehabt. Da war sie 5 bzw. 6.
    Diese Kurse passen nicht für alle Kinder. Wir kennen vier oder fünf Kinder, die in Schwimmkursen verschiedener Veranstalter nicht Schwimmen gelernt haben.
    Unsere Tochter hatte da auch irgendwie Angst im Tiefen, durfte aber nicht im Kinderbecken bleiben, weil der Anfänger- und Fortgeschrittenen-Kurs nur jeweils einmal belegt werden durfte.

    Wir haben sie dann rausgenommen und ihr selbst Schwimmen beigebracht.

    Heute ist sie 9 und hat seit 1 Jahr Bronze. Silber würde sie im Prinzip auch schaffen, aber da sie sich nicht einmal traut von 1-Meter-Brett zu springen, geht das 3-Meter-Brett für Silber gar nicht. Aber ich finde wichtig, dass die Kinder schwimmen können und nicht, dass sie sich trauen, von irgendwelchen Brettern zu springen.
    Dass Erwachsene Höhenangst haben, wird akzeptiert, aber bei Kindern, die sich nicht von Sprungbrettern trauen, wird Theater gemacht. Das muss man ja wohl nicht verstehen.

    Zum Thema, als Laie bringt man das Schwimmen den Kindern schlecht bei, muss ich sagen, dass unsere Tochter sogar letztens ein Lob von einer zufällig anwesenden Schwimmlehrerin bekommen hat, dass sie richtig gut schwimmen würde. Sie hat mittlerweile auch einen ganz schönen Zug drauf.

    Unser Sohn (7) hat Schwierigkeiten beim Schwimmen, weil er sich nicht richtig auf die Bewegungen konzentriert und dann ständig anfängt, irgendwie herum zu paddeln.
    Ihn hatten wir, nach der Erfahrung mit der Großen, gar nicht erst im Schwimmkurs angemeldet. (Bei ihm kommt noch dazu, dass er sich von jedem Unsinn ablenken läßt, und die anderen Jungs im Schwimmkurs wären da garantiert nicht hilfreich gewesen.)

    Oma meinte, das arme Kind würde das bei uns ja nicht lernen und hat ihn dann in einer Ferienanlage in einen Schwimmkurs gesteckt. Da hatte er sogar Einzel-Unterricht, weil das andere Kind abgesprungen war.
    Tja, was soll ich sagen?
    Jetzt hat er sich da zwar ein Seepferdchen erschlichen, aber Schwimmen kann er trotzdem genauso schlecht, wie zuvor bei uns. Nach wenigen Zügen ist immer noch Hunde-Paddeln angesagt.

    Fazit: Auch eine Weile Einzel-Unterricht muss nicht helfen.
    (Den möchte man ja nicht über Monate bezahlen...)

    Wir werden jetzt mal wieder anfangen, regelmäßig mit den Kindern Schwimmen zu gehen. Immerhin hat der Kleine bei uns ja schonmal grundsätzlich verstanden, wie man sich mit den richtigen Schwimmbewegungen über Wasser hält. Das muss nur ausgebaut werden.
    Ich denke, bis er in zwei Jahren Schulschwimmen hat, kriegen wir das hin.

    Das Springen vom Beckenrand und vom Startblock haben wir mit den Kindern übrigens so hinbekommen, dass sie sich erst beim Springen an einer Schwimmnudel festhalten durften, die wir ihnen vom Beckenrand aus hinhielten. Später sollten sie dann nach der Schwimmnudel springen und sie festhalten und noch später haben wir die Schwimmnudel immer im letzten Moment weggezogen. Die Kinder hatten einen Riesen-Spaß dabei. ;-)

    LG

    Heike

    • (18) 09.01.17 - 11:01

      Vielen Dank für Eure vielen Rückmeldungen.
      Einige machen wirklich Mut :-D

      Also Druck bringt mit Sicherheit nichts. Das habe ich bei ihm schon mitbekommen. Er verweigert sich und basta. Ich meine, im Prinzip ja auch gar nicht dumm: Wer nicht schwimmen kann, sollte definitiv nicht ins tiefe Wasser springen! Aber die Idee mit der Schwimmnudel beim Springen ist super!

      Mein Mann hat heute früh mit dem Schwimmlehrer gesprochen (der in der Tat den Macker markiert und viel rumbrüllt #rofl) und der meinte auch, auf keinen Fall abmelden. Er sieht zwar auch nicht, dass unser Sohn im Februar das Bronzeabzeichen machen wird, aber vielleicht platzt der Knoten doch noch und solange er keine Panik hat (wegen der Springerei), ist es ok, denke ich. Da entweder mein Mann oder ich dem Schwimmkurs immer beiwohnen, ist ja eh immer einer da, der im Notfall dazwischen gehen kann, wenn der cholerischer Schwimmlehrer brüllend unterm Einer paddelt und meine Sohn per verbaler Gewalt zwingen will zu springen. Einmal ist mein Mann einfach mit ins Wasser (er hat immer die Badehose unter). Das war gut. Der Schwimmlehrer hat es akzeptiert und unser Sohn ließ sich zumindest in Papas Arme gleiten. Immerhin.

      Die Großeltern sind alle über 70. Das wird nix mit dem Schwimmen. Das müssen wir schon selbst hinbekommen.

      Vielen Dank vorerst mal für Eure Erfahrungen und Tipps!

(19) 09.01.17 - 11:01

Hallo,

wir hatten keine Probleme beim Schwimmenlernen. Meine Große hat mit 5 dass Seepferdchen innerhalb von 5 Schwimmstungen gemacht. Die Kleine hat mit 3,5 Jahren beschlossen, dass sie keine Schwimmflügel mehr braucht und ist ab da getaucht und mit 4,5 geschwommen.

Allerdings hatte meine Große eine Freundin welche Schwierigkeiten hatte, schwimmen zu lernen, weil sie sich nicht getraut hat, denn Kopf unter Wasser zu nehmen.

Eines Tages haben wir sie zufällig im Schwimmbad getroffen, sie war beim Schwimmkurs, wir einfach so. Nach dem Kurs haben Mama und Kind sich uns angeschlossen und die Mama hat von den Schwierigkeiten erzählt. Das Mädchen hatte dann gesehen, dass meine Kleine schon taucht, damals gerade 4 geworden. Also haben sich die drei Mädels ein paar Schritte weg verkrümmelt und meine Mädels haben dem Mädchen Schritt für Schritt das Tauchen beigebracht, erst nur Mund, dann Nase, Augen usw. Nach einer Std. ist das Mädchen im 90 cm. tiefen Becken nach einem Ring getaucht. Ein paar Std. später hatte sie das Seepferdchen.

Habt ihr nicht auch Freunde des Kleinen die ihn da unterstützen können?

Theresa

(20) 09.01.17 - 11:10

Hört sich nach meinem Sohn an :-)
Ich habe Zwillingsjungs. Der eine hat schon vor der Schule sein Seepferdchen in einem Kurs gemacht. Der andere hatte einfach zu viel Panik. Rumspielen im Wasser kein Problem, mit 7 dann auch Tauchen aber Schwimmen über Wasser oder vom Beckenrand springen: no go. Wir haben auch alles mögliche probiert aber dann letztendlich entschieden ihn nicht mit Zwang daran zu führen. Jetzt hat er in der dritten Klasse Schwimmunterricht (und ja er war definitiv nicht der einzige Nichtschwimmer) und macht inzwischen das Bronzeabzeichen. Die Lehrer sind da total gelassen und haben uns nie Druck gemacht. Er ist immer noch nicht super im Schwimmen und wird es wohl nie sein, doch er kann es jetzt recht sicher und ohne Angst. Zum Glück wurde er nie von Mitschülern gehänselt. Lediglich andere Eltern haben uns immer wieder schief angeschaut und Weisheiten von sich gegeben, wenn sie ihn mit Schwimmgürtel unterwegs sahen. Unser Sohn ist bei sportlichen Sachen halt immer etwas langsamer als sein Bruder und hat uns gelehrt etwas entpsannter an so etwas ranzugehen. Am Ende hat er auch immer das geschafft, was sein Bruder kann, doch eben in seiner Zeit. Er ist halt jemand, der zu viel über so etwas nachdenkt, anstatt einfach nur loszulegen ;-) Und es kann ja nicht jeder gleich gut sein.

(21) 09.01.17 - 22:46

Hallo,
ich bin eine begeisterte und ausdauernde Schwimmerin - aber ich HASSE es, mit dem Kopf unter Wasser zu tauchen. Ich bekomme dann absolute Panik und würde niemals freiwillig ins Wasser springen, ich klettere immer gemütlich rein. Ich schwimme locker eine Stunde durch - aber Gesicht und Haare bleiben so gut wie trocken. Tauchen kann und will ich nicht - und bin der Meinung, das muss man auch nicht können. Schwimmen und sich über Wasser halten reicht zum Überleben.
Vielleicht ist es bei Deinem Sohn ähnlich - achte vielleicht mal drauf. Und dann wäre der Schwimmlehrer mit seinem "der muss vom Einer springen" mehr als kontraproduktiv.
Herzliche Grüße
Tiger

P.S. Mein Sohn schwimmt, taucht und springt übrigens begeistert und lacht immer über seine Mama - ist mir aber egal.

Ich würde mir nich so nen Druck machen. Auch nich von der Schule machen lassen.
Den Vorschlag "einfach durchziehen und mit Belohnung locken" oder "spielen erst wenn sich überwunden wurde zu springen" finde ich ganz schlimm.
Von dem Gedanken dass man mit 7 schwimmen können muss würde ich mich mal frei machen.

Ich habe nie schwimmen gelernt, hatte einfach panische Angst vor Wasser, das Vertrauen war nich da, und Wasser im Gesicht oder der Nase und den Augen hätte ich nicht ertragen.
Jegliches Probieren und Versprechen einer Belohnung deprimierte mich weiter, es war jedes mal eine weitere Niederlage und es wurde zu einem richtigen Komplex bei mir, ich enttäuschte mein Umfeld so offensichtlich.
Ich konnte mich erst viele Jahre später davon frei machen und selbstbewusst sagen "ich kann nicht schwimmen und mir fehlt es auch an nichts".
Ich hasste Schwimmbäder, bin nie in einem gewesen, mochte das zur Schau stellen nicht, und ich konnte auch erst im Jugendalter meine Angst vor Wasser so weit überwinden dass ich zumindest Haare waschen unter der Dusche konnte.

Mit 29 Jahren habe ich schließlich im letzten Sommer, man glaube es kaum, schwimmen gelernt.

Hintergrund sind die Tipps die hier auch schon eine Userin gab:

Wir hatten einen Pool, also ergab es sich einfach, fast täglich entspannt, alleine im Wasser zu plantschen. Diese Privatsphäre brauchte ich.
Ich kaufte mir eine Tauchmaske und begann mich so langsam ans Wasser zu gewöhnen. So konnte ich ohne Angst dieses Körpergefühl im Wasser entdecken.
Vorbild waren meine Töchter. Meine Große hatte früher große Angst im Wasser, jetzt ist sie fast 9 und übers Tauchen hat sie diese Liebe zum Wasser gefunden, wie ich.
Einen Anfänger Schwimmkurs werde ich beide (7 und 9) vielleicht noch machen lassen. Dann vom DLRG.

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