Einschulungs dieses Jahr oder doch lieber Rückstellung?

    • (1) 23.01.17 - 14:14

      Hallo,
      Ich weiß, dass mir keiner diese Entscheidung abnehmen kann, aber vielleicht stand ja mal jemand in ähnlicher Situation und mag mir von seinen Erfahrungen berichten.

      Und zwar geht es darum, dass meine Jüngste sich bei der Einschulungsuntersuchung nicht wirklich super schulreif zeigte. Sie ist 5 und wird im April 6. Anfang August wäre der Schulstart. Z. B. Sie zählt erst bis 8 sicher, Mengen erfassen geht bis 3, einige Worte spricht sie falsch, z.B. sagt sie "emmand" statt jemand. Übt man einzeln die Aussprache der Silben, dann kann sie sie richtig sagen, zusammen wird es wieder das verkehrte Wort. Präpositionen sitzen auch nicht sicher. Beim Nachzeichnen fehlten Striche und bei diesen Logikreihen hat sie auch einige nicht dazugehörige nicht richtig erkannt. Folge ist nun, dass wir zur Logo gehen werden und der Augenarzt auch drauf schauen soll, weil sie allgemein ständig ihre Augen rieb und unkonzentriert bei diesem Test wirkte. Mmh. Der Arzt fragte, ob wir uns Gedanken gemacht hatten ob vielleicht eine Rückstellung in Frage käme. Meine Mann wehrte sofort ab. Ich muss mir eingestehen, ich kann nicht klar einschätzen. Zumal ein halbes Jahr noch so viel passieren kann entwicklungstechnisch. Ja, sie ist auch bummelig und verträumt, aber wie fühlt sich das an, wenn alle Freunde in die Schule gehen und sie bleibt in der Kita? Ist es leichter später in der Schule zurückgestellt zu werden, wenn es doch nicht läuft?

      Ich hätte nicht gedacht, dass die kleine Maus mich mal vor diese Wahl stellen wird....
      Bin über alle Erfahrungsberichte dankbar.

      • Och nö. Statt dem B sollte eigentlich? stehen. Hab wohl daneben geklickt

        Wir waren in keiner ähnlichen Situation.

        Aber was sagen denn die Erzieherinnen im Kindergarten, was kam bei den U-Untersuchungen beim Kinderarzt raus? Wie schätzen andere, nahe Kontaktpersonen eure Tochter ein?

        Ob im Kindergarten bleiben besser oder schlechter als Klasse wiederholen ist, ist immer fraglich. Zudem kommt es auch immer auf das jeweilige Bundesland an.

        lg

        • Der Kinderarzt schätzte immer alles als zeitgemäß ein. Ja sie ist ruhig und eher schüchtern. Im Kindergarten hat es lange gedauert, bis sie dort sprach. Allerdings hängt es dort sehr von den Erziehern ab, ob sie was sagt. Ihre Gruppenerzieherin ist etwas speziell. Für meine Kleine fehlt ihr das Einfühlungsvermögen und ich mag die Art der Vorschule nicht. Es wird ein Arbeitsblatt nach dem anderen bearbeitet und ihr wird immer auf die Nase gerieben, was sie noch nicht kann. Jede Woche müssen wir eine Hausaufgabe machen, wo ich auch das Ergebnis sehe. Sie meint, sie kann das nicht. Ist dabei unkonzentriert und lustlos. Ihr wurde also in den letzten Monaten vermittelt, was sie nicht kann und sie, so klein wie sie ist, von sich selbst sagt, sie sei dumm. Die anderen Kinder lachen sie aus, weil die Erzieherin Fehler auch nicht diskret anmerkt. Sie möchte nicht mehr in der Kita sein und vor der Schule hat sie Angst, weil sie denkt, sie kann nichts.

          Familienangehörige finden sie "normal". Sie spielt und redet mit ihnen. Zu einigen ist sie auch mal etwas frech. Kleine kurze Karten- oder Brettspiele laufen auch schon etwas. Sie könnte dabei geduldiger sein und besser auf Spielregeln achten. Also auch noch ausbaufähig. Ich habe immer das Gefühl, dass es gut läuft, wenn ihr selbst etwas wichtig ist, aber sie sich auch gerne so anstellt, als würde sie nicht richtig verstehen was man von ihr möchte, wenn sie gerade nicht will. Und ich denke, diese Seite bekommt die Erzieherin immer zu spüren. Und wenn sie so ist, kostet es echt Nerven. Dann fragt man sich, warum sie es gestern noch konnte und heute nichts geht. Beim Kinderarzt zeigte sie sich immer von der besten Seite. Bei der Vorschuluntersuchung vom Gesundheitsamt war sie spürbar unkonzentriert...

          • Würde es denn deiner Meinung nach besser werden, wenn sie ein Jahr länger im Kindergarten bleibt? Würde sie dort evtl. sogar die Erzieherin behalten oder gibt es bei euch die Möglichkeit eine Vorklasse an der Grundschule zu besuchen.

            Grundsätzlich ist 1 Jahr länger Kindergarten eben nicht das Allheilmittel. Lehrer*innen sind es gewohnt mit sehr heterogenen Klassen zu arbeiten. Von Kindern, die bereits lesen und rechnen können bis hin zu denen, die keinerlei Buchstaben können und mit denen erst das grundlegende Zahlenverständnis trainiert werden muss. Und die Schule bietet in der Regel die Möglichkeit bis zum Ende der 1. Klasse alle auf ein ziemlich ausgeglichenes Niveau im Hinblick auf die Bewältigung der Anforderungen der nächsten Klasse zu bringen.

            Nach welchem Konzept (altershomogen vs. jahrgangsübergreifend) wird an der Grundschule unterrichtet? Gibt es Förderunterricht? Das sollten ebenso Punkte sein, die du in deine Entscheidung einbeziehen solltest. Einige Bundesländer machen Rückstellungen fast unmöglich, bei anderen bist du auf das Wohlwollen der Schulleitung angewiesen (Schülerzahl bis zum Klassenteiler beispielsweise), andernorts ist es völlig problemlos möglich.

            Mein Kleiner ist ein Aprilkind, eingeschult mit 6 1/4. Obwohl ich zuvor einige Bedenken hatte - gerade im Vergleich mit dem großen Bruder, der mit 5 1/2 lesend und rechnend ein Jahr früher eingeschult wurde - macht er sich gut. Klar gibt's ein paar kleinere Baustellen, aber die haben auch die deutlich älteren Kinder.

            Die Frage ist eben nur, wo du denkst, dass eine bessere Förderung möglich ist. Das kann eben ein zusätzliches Jahr Kindergarten ebenso sein wie das Wiederholen der 1. oder 2. Klasse, falls es sich als nötig herausstellen sollte.

            lG, Kathrin

            • Danke auch für deine Antwort. Das Problem ist, in dem Kindergarten wurde soviel am Personal verändert... Ich bin nicht mehr zufrieden. Ich wollte aber so kurz vor der Schule nicht zu viele Veränderungen für die Kleine erwirken. Zumal ich hier keinen nahen Super Kindergarten kenne. Daher wüsste ich nicht, wieviel besser werden könnten, wenn sie noch ein Jahr dort bleibt. Sie würde zu einer anderen Erzieherin kommen, die keine Deutsch nicht als Muttersprache spricht mit entsprechendem Akzent und eigener Grammatik. Ist ja auch kein Problem für viele Kinder. Lieb ist sie. Meine Kleine mag diese Erzieherin auch, aber sie hat Probleme sie zu verstehen. Das wäre auch keine Basis um die Lücken aufzuarbeiten...?

          Also nur so wie du hier sie beschreibst, ist sie für mich überhaupt nicht schulreif.
          Und ob sie diese "Defizite" in einem halben Jahr aufholt, ist fraglich.

          Ich würde sie aus der "Vorschulgruppe"rausnehmen und zurückstellen lassen.
          Lieber ist ihr dann im Kindergarten die letzten Monate langweilig (wenn sie dann richtig schulreif ist) , als daß sie gleich in der ersten Klasse nicht mitkommt.

          lg

    (8) 23.01.17 - 14:54

    Ich finde es ja immer doof, wenn alle Rückstellung schreien und dann sofort die Begründung kommt, man würde dem Kind ein Jahr Kindheit stehlen. Denn ich finde sowas sollte kein Grund sein.
    In eurem Fall versteh ich aber die Überlegungen gut.

    Für mich wäre relevant: War das nur in der Test-Situation so oder hat sie auch zu Hause (z.B. in Vorschulheften) ein Problem mit den Logikreihen?
    Wie 'schlimm' ist das Sprachproblem (z.B. aus Sicht des Logopäden)? Kleinere Aussprachefehler haben einige Erstklässler. Aber wenn es zu gravierend ist, dann kann das zu echten Problemen führen. Besonders sollte man darauf achten, nach welcher Methodik Deutsch unterrichtet wird. Das Schweizer Modell halte ich in so einem Fall für vollkommen ungeeignet. Die Fibelmethode (vielleicht sogar in Kombination mit dem Erlernen der Schreibschrift) ist langsamer und gründlicher. Für jemanden mit undeutlicher Aussprache also vielleicht eher die Chance das aufzuholen.
    Ein Hörtest war aber in Ordnung?

    Was Mathe angeht, so sind auch das alles Dinge die man in der ersten Klasse lernt. Die Zahlen werden nacheinander und ziemlich langsam durchgenommen. Das Zählen würde dann schon klappen.
    Wie sieht es bei der sozialen und emotionalen Entwicklung aus? Ist sie selbstbewusst? Will sie in die Schule? Hat sie eine gewisse selbstorganisation?

    Meine Tochter ist ein Novemberkind und war zu ihrer Einschulung entsprechend eine der Größten. Sie hatte/hat einen gewissen Leistungsvorsprung sowohl in Mathe (zählen bis 100, rechnen bis 20) als auch in Deutsch (Buchstaben, gute Aussprache, großer Wortschatz, zusammenziehen der Buchstaben zu Wörtern...). Ich hatte große Angst, dass sie sich in der Schule langweilen könnte. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt.

    Der ganze Start in die Schule war so aufregend und hat trotz des Wissens so viele neue Sachen bedeutet (Schreibschrift, Sachkunde, Ethik, Rechenregeln,...). Rückblickend bin ich froh, dass wir schulich erstmal wenig Druck haben und auch nicht üben müssen. So hat sie genug Zeit um wirklich anzukommen und sich auf die wesentlichen Sachen zu konzentrieren. Und sie hat damit immer noch genug zu tun.
    Würde meine kleine Tochter mit den Eckdaten die du oben schreibst jetzt vor der Einschulung stehen würde ich mich deswegen wohl dagegen entscheiden.

    Das beste, was du jetzt tun kannst, ist einen Termin mit der Schulleitung zu vereinbaren und dich mit ihr zu besprechen. Sie kennt ihre Lehrer und die Methoden. Sie weiß wie sich die Klassen zusammensetzen und was der Anspruch an ihrer Schule ist.

    Viel Glück für diese schwere Entscheidung!!

    • (9) 23.01.17 - 15:29

      Einige deiner Fragen habe ich zeitgleich gerade bei dem Beitrag zuvor beantwortet.

      Zu Hause habe ich Logikreihen mit ihr ausprobiert nach dem Desaster beim Schulischen Dienst.
      Die Logo läuft erst jetzt an. Da muss ich also noch auf eine weitere Meinung warten. Beim HNO waren wir auch mehrfach. Der machte verschiedenste Tests und konnte nichts organisches feststellen.

      Der Kinderarzt meinte, wir sollen nach der Logo nochmal in Ruhe nachdenken über die Rückstellung und bis dahin noch einiges zu Hause fördern.
      Ich fände es auch schön, wenn nach der Fibelmethode gelehrt wird. Gerade weil hier alle im Dialekt sprechen. Ich habe zu Hause auch das Intranet Material, aber sie interessiert sich momentan nur für die Buchstaben in ihrem Namen.

      Sie ist eher zurückhaltend. Sie hat Freunde aber findet es auch schön, mal ihre Ruhe zu haben. Also sie wirkt nicht unzufrieden in ihrer schüchternen Rolle.

      Ich hoffe ja sehr, daß die nächsten Wochen uns etwas mehr Klarheit verschaffen und wir den richtigen Weg finden

      • (10) 23.01.17 - 16:22

        Danke, habe es gelesen.

        Dass sie nur das Interesse an "ihren" Buchstaben hat finde ich vollkommen normal. Mehr muss und soll gar nicht sein.

        Einerseits stimme ich dem KA zu, dass es gut ist die Logo abzuwarten und in Ruhe zu entscheiden. Aber andererseits habe ich auch gerade gelesen, wie es deiner Tochter mit der Vorschule geht. Solltet ihr euch gegen eine Einschulung entscheiden wäre die Zeit sicher gut angelegt im aufbessern ihres dadurch angeknackten Selbstbewusstseins. (unmöglich sowas!)

        Die Kombination Schüchtern, Problemchen beim Sprechen und den Arbeitsblättern und der Angst finde ich wirklich viel. Die erste Klasse ist wirklich so eine tolle und aufregende Zeit und auch die Vorschule. Beides sollte nicht so angstbesetzt sein.

Wenn du die Möglichkeit der Rückstellung hast, dann nutze sie.

Bei bummelig und verträumt ist ein Jahr mehr Zeit sicherlich sinnvoll. Alles andere sehe ich garnicht mal so kritsch.

Ich erlebe täglich einige Kinder, die eingeschult wurden und jetzt echt kämpfen müssen, denen hätte eine Rückstellung gut getan. In Klasse2 geht es dann (in der Regel) eindeutig besser!!!!

Aber in NRW ist eine Rückstellung nur noch sehr selten.

  • Das ändert sich seit Ende 2015 aber wieder mit der strikten Verweigerung der Rückstellung in NRW.
    Uns selbst wurde die Rückstellung für unser September 2010 Kind im letzten Jahr Juni auf dem Silbertablet offeriert und wir waren sehr froh und somit geht unser Sohn erst diesen Sommer in die Schule....
    Alles - Vorschule im Kiga, alle Veranstaltungen der Vorschulkinder, Untersuchungen, Schulanmeldung, Schulspiel hatte er schon hinter sich, der Ranzen stand parat, die Schultüte ist im Haus, denn auch uns wurde immer nur von der quasi Unmöglichkeit der Rückstellung berichtet.

    Laut damaliger Schulleiterin rudert das Kultusministerium zurück und überlässt wieder mehr Entscheidung den Schulleitern....

    LG

Hallo,

ich denke auch, dass bis August ja noch lange hin ist, ihr habt jetzt einiges gestartet, das muss ja jetzt erstmal etwas "fruchten". Wie lange könnt ihr das denn rauschieben mit der Entscheidung? Vielleicht, dass ihr sagt bis Ostern mal zu warten und dann mit der Logopädin sprechen und mit dem KiA usw.? Wir haben unsere Tochter zurückgestellt, ich fand es einfach besser, dass sie mit 7 in die Schule kommt (war auch eher schüchtern und zurückhaltend) und es war für sie auch gut. Ich hätte es später viel blöder gefunden, sozusagen dann in der 2. oder 3. die Klasse wiederholen oder gar noch später. Aber das ist meine Meinung. Für uns bzw. unsere Tochter war es das Richtige! Aber es ist eine schwere Entscheidung. Wir haben auch erstmal gesagt, nein, kommt nicht in Frage. Aber nach vielen Gesprächen haben wir uns dann nach Ostern entschieden sie zurückzustellen. Alle Freundinnen kamen in die Schule, ich dachte, das wäre bestimmt schlimm für sie, war es aber gar nicht, wir haben es ihr gesagt und sie meinte dann nur "ah, gut, dann muss ich die Vorschulsachen nicht mehr mitmachen, sondern kann dann da spielen".

LG

  • Ich weiß gar nicht, wieviel Zeit zum Entscheiden ist. Aber vor Anfang Juni sind die Klassenzusammensetzungen noch nicht fertig. Mir ist gerade noch die Idee gekommen, dass ich mich mit der Beratungslehrerin der Grundschule zusammensetzen könnte. Meine Kleine war bereits 3 mal zur Vorschule dort (von diese Vorschulstunden hat mein Mäuschen immer fröhlich berichtet). Ihr Eindruck wäre ja auch interessant.

    Danke auch für den Bericht zu deinen Erfahrungen...

    • Das ist bestimmt auch interessant deren Einschätzung zu hören, vielleicht würde ich erst auch gar nichts in der Richtung sagen, sonst ist sie vielleicht gleich "voreingenommen", weißt du, wie ich meine? Also bei uns hieß es damals, dass man relativ lange sich noch umentscheiden können ... auch noch bis Juli. Hoffe, das ist bei euch auch so, denn wer weiß, vielleicht macht sie bis dahin noch einen große Schub oder eben nicht ...

      Alles Gute

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