erst 1. Klasse und nur Probleme :-(

    • (1) 24.01.17 - 14:17
      Inaktiv

      Hallo zusammen,
      ich bin mit meinem Latein am Ende und weiß nicht mehr, wie ich mich richtig verhalten soll, um noch Schlimmeres zu verhindern.

      Meine Tochter wurde Anfang September mit 7 Jahren eingeschult. Ich habe sie ein Jahr länger in der Kita lassen können. Am 19.09. begann dann der reguläre Unterricht. Zunächst sah alles ganz gut aus. Sie fand sehr schnell Anschluss, viele Freundschaften sind bereits entstanden.

      Mathe machte ihr von Anfang an Spaß, in Deutsch ließ die anfängliche Freude jedoch schon Mitte Oktober wieder nach. Das 1. Elterngespräch ließ also nicht lange auf sich warten. Bereits nach 7 Schulwochen (Ende November) wurde uns mitgeteilt, dass unser Kind Konzentrationsprobleme aufweist und Schwierigkeiten im Fach Deutsch aufzeigen würde. Eine Versetzungsgefährdung läge aber nicht vor: "dafür wäre es noch zu früh". Sie solle jedoch weiterhin üben und an ihrer Motivation arbeiten. Kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellte...
      Denn als meine Tochter nur knapp 2 Wochen später eine wichtige Bezugsperson verlor, war es endgültig vorbei. Sie machte nur noch in den für sie interessanten Fächern motiviert mit, in Deutsch verweigerte sie sogar die Hausaufgaben, in dem sie ihr Arbeitsheft absichtlich in der Schule "vergaß", um die Aufgaben zu Hause nicht erledigen zu müssen. Ich reagierte prompt mit einem Entschuldigungsbrief an die Lehrerin und schilderte die Situation - in der Hoffnung, sie sucht den Kontakt zu mir, wenn meine Tochter im Unterricht ein ähnliches Verhalten zeigen würde.

      Mitte Januar kam dann der nächste Schock. Nur 19 Schultage nach unserem 1. Gespräch wurden wir zu einem weiteren Termin geladen. Ich war alleine dort. Eine Sonderpädagogin der Schule und die (Klassen)Lehrerin saßen mir gegenüber. In diesem Gespräch war vor allem die Sonderpädagogin federführend, da sie sich in Gruppen- und Einzelgesprächen mit meiner Tochter auseinandergesetzt hat. Wie oft diese Termine stattfanden, kann ich nicht genau sagen, da mir kaum eine Chance blieb, selbst mal zu Wort zu kommen. Bekannt ist nur, dass sie in einem 2-Wochen-Rhythmus anwesend war. Laut meiner Berechnung also 4-6 "Sitzungen". Die Sonderpädagogin berichtete mir davon, dass hier kein Motivationsproblem mehr vorliegen würde, sondern meine Tochter schlichtweg nicht in der Lage wäre, Lesen und Schreiben zu lernen: „Sie ist sehr motiviert, kann aber nicht!“

      Ich hatte versucht, ihr zu erklären, dass meine Tochter seit geraumer keine Motivation mehr hätte… vergeblich! Sie beharrte auf ihrem Standpunkt…
      Zudem vermutet sie, dass dahinter eine auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung oder aber eine LRS steckt, was ich nun bei einem Facharzt abklären lassen soll. Schlimmer noch, es wird jetzt schon dringend empfohlen, mein Kind die Klasse 1 wiederholen zu lassen. Nach nur 13 Schulwochen… "Diesen Rückstand könne man in den nächsten 4 Wochen nicht mehr aufholen" lautete das Argument der Sonderpädagogin.

      Nun habe ich folgende Fragen:
      Ist es gerechtfertigt, ein Kind - unabhängig von der Diagnose (das lasse ich natürlich ganz schnell abklären) -, nach nur so kurzer Zeit eine "Unfähigkeit" zu attestieren und deshalb die Klasse wiederholen zu lassen? Wie verhält es sich mit den anderen Fächern, in denen sie gute bis sehr gute Leistungen hat? Warum werden diese nicht berücksichtigt? Ist es nicht kontraproduktiv, sie eine Klasse wiederholen zu lassen, wenn sie dann in den anderen Fächern unterfordert ist? Bin ich zu naiv, wenn ich mir hier stattdessen eine individuelle Förderung für mein Kind wünsche? Davon abgesehen habe ich noch nie gehört, dass ein Kind in der 1. Klasse zurückgestuft wurde, weil es im 1. Halbjahr noch nicht richtig lesen kann.

      Und noch was: Meine Tochter würde in der 1. Klasse schon 9 Jahre alt werden. Auch hier sehe ich einige Probleme, was die Persönlichkeitsentwicklung angeht, wenn sie dann zukünftig mit 6- und 7jährigen, manchmal sogar schon 5jährigen Mitschülern in einer Klasse wäre.

      Ein weiteres Thema bereitet mir gerade auch noch sehr starke Bauchschmerzen:
      Die Klassenlehrerin, welche auch gleichzeitig die Deutsch- und Mathelehrerin ist, hat nun im Alleingang entschieden, meiner Tochter leichteres Unterrichtsmaterial und auch leichtere Hausaufgaben zur Verfügung zu stellen. Mein Kind fängt jetzt praktisch wieder auf dem Niveau „finde das M in Maus und Ampel“ an, womit sie augenscheinlich unterfordert ist. Warum die Lehrerin das tut, ist mir schleierhaft. Auch verstehe ich nicht, warum sie uns darüber nicht informiert, geschweige denn uns Zusatzaufgaben zur Verfügung stellt, damit wir unsere Tochter gezielt fördern können (worauf ich sie bereits in beiden Gesprächen hingewiesen hatte). Ich bin diesbezüglich verunsichert, ob sie das macht, weil sie meinem Kind wieder Erfolgserlebnisse ermöglichen möchte, oder aber, weil die Klassenwiederholung für sie bereits besiegelt ist. Sie also ganz bewusst das Niveau flach hält, damit keine Chance mehr besteht, die Defizite auszugleichen.

      Und da ja bald wieder der nächste Test geschrieben wird, würde meine Tochter diesen natürlich nicht bestehen….

      Wie soll ich mich hier verhalten? Darf die Lehrerin sowas überhaupt alleine entscheiden?

      Da ja nach ihrer Aussage nur meine Tochter diese erheblichen Schwierigkeiten in Deutsch hat, werde ich die Befürchtung nicht los, dass sie den Mehraufwand scheut, der damit verbunden wäre, wenn sie sie individuell fördert und fordert. Mein Kind mit leichteren Aufgaben „abzufertigen“, ist dann natürlich der einfachere Weg. Aber das ist nur reine Spekulation…

      Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich wäre über jede/n Meinung/Tipp sehr dankbar. Aber auch über konstruktive Kritik!

      Eines muss ich noch loswerden: dass eine auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung vorliegt, bezweifle ich insofern, da meine Tochter aufgrund ihrer Konzentrationsprobleme 1,5 Jahre in heilpädagogischer Frühförderung war. Diese wurde auch erfolgreich abgeschlossen und lief sogar deutlich länger als nötig. Die Pädagogen dort sind u.a. auf Sprach- und Wahrnehmungsstörungen spezialisiert. Es wäre also schon früher ans Tageslicht gekommen, wenn sie in diesem Bereich Schwierigkeiten gehabt hätte. Ihre Testergebnisse sind aber alle altersgerecht ausgefallen. Eine Entwicklungsverzögerung liegt auch nicht vor.

      • Also ich finde das auch schlimm das deine Tochter gleich in eine Schublade gesteckt wird, gerade wenn sie persönlich ziemlich zu leiden hatte zuletzt. Doch gerade hier wäre ein Fachgespräch möglicherweise mit einem Kinderpsychologen sehr sinnvoll. NIcht um der Lehrerin zu beweisen deine Tochter hat was sondern um deiner Tochter zu helfen. Denn wenn sie an einem Verlust so knabbert kann ihr es hier helfen diesen zu verarbeiten. Vielleicht kannst der Kinderpsychiater auch feststellen wo möglicherweise wirkliche SChwachstellen liegen. Dann wißt ihr auch ob wirklich ein Problem vorliegt oder nicht! Wenn nicht bist du auf der besseren Seite und wenn doch etwas ist wisst ihr wo und wie ihr ansetzen könnt.

        ICh hab übrigens selbst einen Sohn mit Haken daher weiß ich wie das ist.

        Ela

        • (3) 24.01.17 - 15:09

          Vielen Dank für deine schnelle Antwort!
          Ja, an einen Kinderpsychologen hatte ich auch schon gedacht. Das werde ich in Angriff nehmen, sobald mir das Testergebnis in Bezug auf die auditive Wahrnehmungsstörung vorliegt.

          • (4) 24.01.17 - 15:21

            Nur Ärzte stellen Diagnosen und können anschließend auch Therapien (ggf. auch medikamentöse) verordnen.
            Kinderpsychologen würde ich ersetzen durch Kinderpsychiater!

            • (5) 24.01.17 - 15:57

              Und warum ein Kinderpsychiater? Meine Tochter hat allerhöchstens Konzentrationsprobleme, die anfangs bei den meisten Kindern auftauchen, sobald sie in die Schule kommen. Das ist nichts Ungewöhnliches, finde ich.
              Ein Kinderpsychologe würde z.B. Strategien im Umgang mit Emotionen wie Wut & Trauer geben. Ein (Kinder)Psychiater ist dazu da, psychische oder neurologische Störungen zu diagnostizieren und zu behandeln. Das hat ja meine Tochter nicht.

              • Wir waren mit unserem Sohn Anfang 2. Klasse bei einem Kinderpsychiater (also kein Psychologe) um die Konzentrationsprobleme, LRS und Dyskalkulie abklären zu lassen. der Psychiater schaut nach den Testungen wie es weiter geht, welche Behandlungsmöglichkeiten/Therapien es gibt. Unserem Sohn hat das sehr geholfen.

              • (7) 25.01.17 - 10:22

                Wen es zum Beispiel wirklich eine Lese-Rechtschreib-Schwäche ist, dann muss am an - zumindest hier bei uns in NRW - zum Psychiater, weil nur der(?) beurteilen kann zumindest aber muss, ob das Kind wirklich nur eine Teilleistungsschwäche oder eine Lernbehinderung hat. Psychologen allein dürfe das nicht.

                Wenn bei Deinem Kind die Ursache wirklich eher im psycho-sozialen Bereich (z.B. durch Trauer) liegt, kann ein Psychiater aber auch eine Therapien bei einem Psychologen usw. verordnen.

                Woran liegt es, dass sich bei Dir bei dem Wort Psychiater alles sträubt? Mein Kind hat eine Dyskalkulie und wir mussten aufgrund dieser Teilleistungsschwäche eben alles beim KJP durchtesten lassen. Ich habe mir aber immer gesagt: Ich würde auch zum Podologen gehen, wenn es meinem Kind hilft ;-)

                Ich denke aber, dass bei Deinem Kind insgesamt irgendwas in der Schule schief läuft, so kurzfristig redet eigentlich niemand vom Sitzenbleiben. Vielmehr gibt es ja die Schuleingangsphase, die die ersten beiden Klasse umfängt und drei Jahre dauern kann. Von daher such Dir Hilfe auch außerhalb der Schule, wenn Du da kein Vertrauen hast!

                • Hallo

                  wenn es um lrs geht musst du nicht zum kjp wenn es um den leistungsausgleich geht, sondern der Lehrer darf es auch ohne Diagnose machen.

                  Aber es ist sehr sinnvoll woher die Diagnostik beim Pädaudiologen und beim kjp zu machen

          Ich denke auch das du dir hier die beste Hilfe holen kannst. Entweder gegen die Schule wenn sie Mist bauen oder aber fürs Kind wenn was im Argen liegt. Wahrnehmungsstörung kann eben sich doch auch sehr vielfältig zeigen.

          Ela

    Bundesland?
    In NRW:
    Du und nur Du entscheidest ob deine Tochter zurückgesetzt wird, die LehrerInnen können da bis Klasse 2 nur Empfehlungen geben.

    Ja, die Lehrerin darf deinem Kind "leichtere" Arbeitsblätter geben, meist in Rücksprache der Sonderpädagogin. Allerdings würde sie es sicher nicht machen, wenn deine Tochter die "normalen" Blätter richtig bearbeiten würde.

    Individuelle Förderung: Ja, da bist du zu naiv. Das kann eine Regelschule nur in einem minimalen Umfang leisten, da schlichweg überall LehrerInnen fehlen.

    Ich würde an deiner Stelle alle "Diagnosen" der Sonderpädagogin gegenchecken lassen. Mit dem Bericht ein Gespräch führen und auf jedem Fall das Kind in der Klasse belassen.

    • (11) 24.01.17 - 15:33

      Danke für deine schnelle Antwort!

      Bundesland ist Brandenburg.
      Auch hier haben die Eltern ein Mitspracherecht, was die Versetzung in den ersten beiden Jahren angeht. Da die Lehrerin aber jetzt schon sehr entschlossen ist, würde ich meiner Tochter wahrscheinlich keinen Gefallen damit tun, sie in die 2. Klasse zu schicken.

      Zu den Arbeitsblättern: Ich bin aber fest davon überzeugt, dass meine Tochter KANN, nur leider nicht will. Das darf man nicht verwechseln... Deshalb sollte die Lehrerin zumindest verlangen, dass der Unterrichtsstoff zu Hause nachgeholt werden muss. Das hätte dann auch noch den Nebeneffekt, dass mein Kind sich das nächste Mal gut überlegt, ob es wirklich seine Freizeit am Nachmittag dafür opfern möchte.

      Zur individuellen Förderung: Und wozu braucht es dann eine Sonderpädagogin? Ist sie nicht dazu da, Lernschwierigkeiten zu überbrücken und individuelle Hilfestellungen zu geben?
      An der Nachbarschule (ebenfalls eine Regelschule) werden übrigens sogenannte Lernschwierigkeiten erst ab der 2. Klasse definiert. Davor ist das fast unmöglich, weil Kinder nun mal in einem unterschiedlichen Tempo lesen und schreiben lernen. Ich finde es auch nicht ungewöhnlich, wenn eine Lehrerin die Aufgabenstellung mehrmals erklären muss. Kinder, die gerade erst eingeschult wurden, müssen sich doch erst noch umstellen, sowohl körperlich (langes Sitzen) als auch geistig (Konzentrationsfähigkeit). Das ist individuell verschieden und kann mitunter mehrere Monate dauern.

      Und mit welcher Begründung würdest du ein Kind in der 1.Klasse belassen? Ich sehe es eher als Aussortierung. Denn selbst ein Kind mit LRS würde man gezielt fördern und "mitziehen". Bei meiner Tochter gibt es doch noch gar keine Diagnose (den Termin hab ich aber schon). Oder meintest du damit, ich solle sie in derselben Klasse lassen, also ab Herbst dann in die 2.Klasse schicken?

      • Arbeitsblätter: Wenn die Lehrerin glaubt deine Tochter ist überfordert mit dem normalen Schulstoff, dann ist es (aus ihrer Sicht) richtig nur "leichte" Blätter an deine Tochter zu geben, um sie nicht zu frustrieren.

        Sonderpädagogen: Ja, die müssen jetzt an allen Schulen sein um schwache Kinder zu unterstützen, so das Regelwerk. In der realen Schulwelt sind die Sondepädagogen diejenigen, die Vertretungsunterricht geben für kranke Kollegen, d.h. eine Lehrerin krank oder aus anderen Gründen nicht da findet keine Förderung statt.

        Und ich meinte du sollst deine Tochter in der Klasse lassen in der sie jetzt ist. Also auch im Herbst ins 2. Schuljahr gehen lassen.

(13) 24.01.17 - 15:19

Hallo!

Grundsätzlich wäre es sinnvoll zu wissen in welchem Bundesland das ist ...
Dann wäre es sinnvoll zu wissen, was genau die Begründung war sie erfolgreich zurückgestellt zu haben ....

Und es sei mal ganz nebenbei bemerkt: Pädagogen, Sonderpädagogen, sonstige Therapeuten stellen keine Diagnosen noch können die fachkundig welche ausschließen! DAS würde ich als Mantra vor mich hinmurmeln ...
Parallel würde ich dringlichst einen Termin beim KiA machen - sofern Du eine gute Kommunikationsbasis mit dem hast und er Dein Kind auch sonst kennt außer von den Impfterminen. Dem würde ich die Einschätzung der Sonderpädagogin schildern und mich beraten lassen, welchen Arzt man aufsuchen sollte für eine fundierte Diagnostik: KiPsychiater, Neurologe, Pädaudiologe, Augenarzt, alle zusammen, irgendwelche Blutwerte (Schilddrüse), etc.
Bei andauernden Konzentrationsproblemen, die schon 1,5 Jahre (offensichtlich erfolglos) in Behandlung waren da hätte ich einen klaren Verdacht .... (Die Frühforderung mag ja abgeschlossen sein, woran wurde der Erfolg gemessen?)
Die Schule würde ich schriftlich darüber informieren, dass ihr eine Diagnostik anfangt und dass es einige Zeit bedarf um die passenden Maßnahmen zur Förderung Deiner Tochter herausfinden zu können und Du es grundsätzlich als Voraussetzung siehst erstmal die Ursache zu kennen bevor (unpädagogische) Maßnahmen ergriffen werden.

Das mit der Androhung, dass sie die Klasse wiederholen müsste, würde ich als Schuß vor den Bug sehen, dass Du endlich was machen sollst, aber nciht als "gesetzt" sehen.

Persönliche Anmerkung: Jedes Kind ist motiviert und neugierig und wissbegierig, wenn aber die Erfolgserlebnisse definitiv und nachhaltig ausbleiben, dann ist die "Motivation" dahin.

LG & VG, I.

  • (14) 24.01.17 - 16:12

    Danke für deine Tipps.

    Wir wohnen in Brandenburg (Bundesland)

    Der Termin beim Pädaudiologen ist schon gemacht, um meine Tochter auf die AWVS zu testen.
    Die Rückstellung erfolgte auf eigenen Wunsch, weil ich damals wollte, dass sie im Bereich "Konzentrationsfähigkeit" gefördert wird. Ab Beginn der Einschulung ist diese Art der Frühförderung nicht mehr möglich. "Erfolgreich abgeschlossen" deshalb, weil sie sämtliche (standardisierte) Tests durchlaufen ist und die Ergebnisse im Normalbereich ihres Alters lagen.

    Konzentrationsprobleme sind übrigens nicht immer andauernd, es sei denn, es liegen psychische oder neurologische Erkrankungen vor. Bei meinem Kind sind diese Konzentrationsschwierigkeiten nur im Fach Deutsch zu erkennen, was auch mit der mangelnden Anstrengungsbereitschaft zu tun haben könnte. Und falls man es überhaupt "Konzentrationsschwierigkeiten" nennen kann. Ein Kind, dass keine Lust hat, nach einer bestimmten Methode Lesen und Schreiben zu lernen, wirkt eben abwesend und unkonzentriert. Das wird gerne mal verwechselt.

    In Mathe gibts dagegen gar keine Probleme - da arbeitet sie motiviert mit, weil es ihr Spaß macht. Hätte sie ein ernsthaftes Problem mit der Konzentration, wäre auch hier eine Leistungsminderung zu erwarten.

(15) 24.01.17 - 15:42

Www.Intraactplus.de

Geh mal auf die Seite und schau dir das Konzept an.

Mein Sohn hat damit zu Hause lesen gelernt.

Sehr gut sind auch die Lies mal Hefte vom Jahndorf Verlag. Dazu muss man aber schon einzelne Wörter lesen können.

Viele Grüße

Julia

  • (16) 24.01.17 - 15:51

    Vielen Dank für den Tipp!

    Das Konzept hat mich auch sofort überzeugt, so dass ich es vor ein paar Tagen gleich bestellt habe! Ab morgen geht es los mit dem Üben ;-)

    Wie lange hat denn dein Sohn gebraucht, um mit dem Intraactplus-Programm das Lesen zu lernen?

    • (17) 24.01.17 - 16:32

      Hallo,

      wie gut kann deine Tochter denn schon lesen? mein Sohn geht mit seinem Freund auch in die 1. Klasse und dieser kann noch nichts lesen. und bei ihm gibt es lt Lehrerin keine Probleme und zusatzförderung bräuchte er wohl nicht.

      Ich habe kurz nach Einschulung auch mit dem Intra act begonnen. er begann noch im September an zu lesen.

      wie sieht es denn bei deiner Tochter mit dem Schreiben aus?

      lg Maja

      • (18) 24.01.17 - 17:19

        Hallo Maja,

        das versuche ich gerade herauszufinden. Denn erschwerend kommt hinzu, dass das Unterrichtsmaterial der besagten Lehrerin nicht wirklich transparent ist. Meistens sind die Hefte und Bücher in der Schule. Uns wurde immer nur aufgetragen, zu Hause Silbenreihen zu lernen. Wie und wann der Übergang zu Wörtern und zu Sätzen stattfand, weiß ich daher leider nicht.

        Ich habe mich in den letzten 5 Tagen mit meiner Tochter intensiv zusammengesetzt und ein paar Tests mit ihr gemacht:
        - sie kann ohne Hilfe die Silbentrennung in Wörtern vornehmen (visuell und auditiv)
        - sie schreibt nach Gehör alle bekannten Buchstaben ohne Hilfe richtig (außer das "S" manchmal in Spiegelschrift)
        - sie liest in der Silbenfibel Beispielsätze wie "Mama und Papa stehen am ..." oder "Momo und Mio sind..." und "Memo ruft Toto" flüssig und ohne Hilfe
        - Probleme hat sie bei der visuellen Unterscheidung der kleingeschriebenen Buchstaben m und n
        - manchmal hält sie auch das W für ein M

        Ich denke, da macht Übung den Meister, und wir schaffen es durch viele Wiederholungen :-)

        • (19) 24.01.17 - 17:21

          Achso, schreiben mag sie ein bisschen lieber als lesen. Im Test vorletzte Woche hatte sie aber leider ganz typische Fehler eingebaut: Toa statt Tor, Pirt statt Pirat und Sespe statt Wespe

          • (20) 24.01.17 - 17:36

            Hmmm, Toa finde ich auf jeden Fall einen typischen "Fehler", der häufig vorkommt, total normal ist, und hier in NRW per Arbeitsblättern auch ganz intensiv geübt wird (also, die Endung -er oder -r).
            Aber Pirt und vor allem Sespe sind eigentlich nicht so typisch. Denkst du, sie hat aus Konzentrationsmangel einen Buchstaben vergessen bzw einen falschen geschrieben? Die Lehrerin hat vermutlich daraus abgeleitet, dass sie Anlaute nicht richtig erkennen kann. Ein S und ein W sind ja als Laut schon sehr unterschiedlich.
            Ich denke, es ist echt wichtig, dass ihr eine AVWS ausschließt (oder bestätigt).

            Mein Sohn hat in der 1. Klasse ein Bild, was anscheinend ein Radio darstellen sollte, als Laptop interpretiert und das Wort KOMPJUTA daneben geschrieben. ;-)

    (21) 24.01.17 - 16:35

    Das ging relativ schnell. Er kannte vorher schon alle Großbuchstaben, konnte aber noch nicht zusammen ziehen.

    Nach etwa 2 Monaten konnte er mit dem ersten Lies mal Heft beginnen.

    Parallel dazu habe ich ihm immer Zettel geschrieben in Großbuchstaben, mit Hinweisen, wo in der Wohnung der nächste Zettel versteckt ist. Am Ende gab es dann einen kleinen Gewinn, z. B. Gummibärchen.

    Das hat ihm sehr viel Spaß gemacht und er hat täglich nach so einem Leserätsel gefragt.

    Erstlesebücher konnte er nach etwa 4 Monaten lesen.

    Wenn du noch Fragen hast, melde Dich gerne.

    Viele Grüße

    Julia

    (22) 24.01.17 - 18:05

    Genau das wollte ich dir auch empfehlen. Kann deine Tochter schon einige Buchstaben?

    Meine Tochter brauchte nur ein paar Wochen in denen sie wirklich wollte, dann konnte sie die Großbuchstaben lesen.

    Die Lehrerin meiner Tochter sagte uns damals, die Kinder haben Zeit bis zum Ende der 2ten Klasse um sinnentnehmend lesen zu lernen, und die Zeit gibt sie den Kindern auch. In der Klasse meiner Tochter waren auch 2,3 Kinder die länger brauchten. Für diese Kinder nahm sie sich extra eine Std. pro Woche Zeit. Die anderen Kinder wurden durch "Lesemamas" während dessen gefördert. Ende der ersten Klasse konnten alle Kinder lesen, wenn viell. auch nicht fließend.

    Viel Wert wurde bei uns auf 10 min. tägl. lesen üben gelegt.

    lg
    Silvia

    • (23) 24.01.17 - 18:23

      Hallo Silvia,

      und genau so finde ich es auch richtig! Nämlich den Kindern bis zum Ende der 1.Klasse Zeit zu geben (oder noch länger), und sie nicht schon nach 13 Schulwochen aufs Abstellgleis zu schieben. Immerhin liegen jetzt noch 6 Monate vor ihr, in denen noch so viel passieren kann.

      Und dass sie jetzt überhaupt nichts lesen kann, stimmt ja nun auch wieder nicht. Deshalb verstehe ich nicht, warum man sie nicht weiterhin fordert...

      Ein Hoch auf die Lehrerin deiner Tochter!!! So sollte es immer sein!

(24) 24.01.17 - 17:23

Huhu,

Wie ist denn *dein* Eindruck bezüglich ihrer Deutschfähigkeiten? Siehst du auch, dass sie Verständnisschwierigkeiten hat?

Was meinst du denn damit, dass sie in anderen Fächern unterfordert wäre? Welche Fächer außer Deutsch und Mathe (ich habe verstanden, mit Zahlen ist sie gut?) gibt es noch? Kunst, Sport, Musik, Sachkunde, Religion, richtig? Das Problem ist, dass sie für die letzteren beiden Fächer auch bald Lesen und Schreiben können muss.
In Mathe kommen bald Textaufgaben. Und in Religion reicht es nicht mehr, Kirchenlieder zu singen und Bilder von christlichen Motiven zu malen, sondern man muss auch mal was schreiben. Und vor allen Dingen muss man in allen Fächern Aufgabenstellungen lesen und verstehen.
Das bedeutet, dass sie den Anschluss eventuell deshalb verlieren kann, weil ihr die Grundlagen für den weiteren Wissenserwerb in den anderen Fächern dann auch fehlen.

Wenn sie tatsächlich irgendeine Störung hat, durch die sie Probleme beim Erlernen des Lesens und Schreibens hat, ist es wirklich dringlich, dass so schnell wie möglich herauszufinden. Aber du hast ja geschrieben, dass ihr genau das macht. Ich hoffe, ihr bekommt schnell entsprechende Termine!
Wenn sich herausstellt, dass sie hier besondere Unterstützung braucht, dann sollte sie die ja auch schnell bekommen, so dass sie in den anderen Fächern weiterhin am Ball bleiben kann.

Wurde denn damals, als sie die heilpädagogische Frühförderung bekommen hat, eine Diagnose gestellt? Wie kam es denn dazu, dass sie diese Förderung bekommen hat? Und war sie "nur" wegen Konzentrationsproblemen ein Jahr länger im Kindergarten oder gab es noch andere Gründe?

Der Grund für die Verweigerung der Aufgaben, der sich in mangelnder Motivation äußert, kann durchaus auch in einer Überforderung liegen. Es ist schon typisch, wenn man etwas nicht kann und dadurch frustriert ist, diese Dinge zu verweigern. Ich denke, die Lehrerin möchte mit den leichten Aufgaben deiner Tochter tatsächlich zu Erfolgserlebnissen verhelfen. Und eigentlich fällt so etwas auch unter "spezielle Förderung".

Wenn die Sonderpädagogin den Eindruck hat, dass deine Tochter motiviert ist, dann scheint es ja so, als hätte sich deine Tochter in den Förderstunden sichtlich bemüht. Hätte sich deine Tochter verweigert, hätte sie das sicherlich nicht als sehr "motiviert" bezeichnet.

In NRW ist jahrgangsübergreifendes Lernen erforderlich. Hier gibt es auch häufig die 1. und 2. Klasse zusammen, damit wäre deiner Tochter vermutlich sehr geholfen. Sie bliebe im Klassenverband und würde nur in Deutsch einfach etwas langsamer arbeiten. In NRW ist es auch vorgesehen, dass man (ohne, dass es als Wiederholung zählt) diese beiden Jahren in drei Jahren durchläuft. Dabei bleibt man in der Klasse und hat auch immer einen Teil der Mitschüler gleich. Ich nehme an, das gibt es in eurem Bundesland bzw. Eurer Schule nicht?

Ich fände es auch unglücklich, wenn deine Tochter mit 9 Jahren noch in der 1. Klasse wäre. Ich hoffe, ihr findet schnell die Ursache für die Probleme und auch eine gute, für alle tragbare Lösung.

LG

Hanna

  • (25) 24.01.17 - 22:08

    Hallo Hanna,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Ob meine Tochter tatsächlich Verständnisprobleme hat, kann ich jetzt noch nicht beurteilen. Die Kinder haben ja noch nicht so viele Wörter und auch noch nicht alle Buchstaben gelernt. Die Wörter, die ihr bekannt sind, liest sie flüssig und erkennt sie auch im Text sehr schnell wieder. Sie muss sich also nicht jedes bereits erlernte Wort neu aneignen. Das finde ich schon mal positiv und lässt mich hoffen.

    Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass beim Lesenlernen immer wieder Tränen fließen, weil sie darauf einfach keine Lust hat. Hab ich sie erstmal dazu ermutigt, klappt es dann doch.

    In der Klasse gibts noch ein paar andere Kinder, die ebenfalls immer weinen, wenn es ums Üben geht. Oder sie gehen mit Bauch- und Kopfschmerzen in die Schule... Anscheinend können sie aber dem (Leistungs)Druck trotzdem besser standhalten als meine Tochter.

    Sicherlich liegt es an Überforderung. Aber das heißt ja nicht automatisch, dass man es nicht können wird oder dass dieser Zustand ewig andauert. Das kindliche Gehirn muss sich ja erstmal umbauen, die neuronalen Vernetzungen schaffen, damit das Lesen klappt. Es ist eine Art Training, ähnlich wie beim Muskelaufbau. Und auch hier ist nicht nur eine Methode für jeden Schüler gleich gut.

    Ich zum Beispiel habe vor knapp 30 Jahren das Lesen durch klassische Konditionierung (vergleichbar mit dem Intraactplus-Konzept) gelernt. Für mich war das der perfekte Weg, sehr schnell und fast mühelos lesen zu lernen.

    Wenn ich mir jedoch das Arbeitsheft meiner Tochter so anschaue, dann wird mir sehr schnell klar, dass dort eine regelrechte Reizüberflutung durch die vielen bunten Bilder und Rätsel stattfindet. Und nicht nur das, es wird auch noch gefordert, die Silben oder Anfangsbuchstaben logisch zuzuordnen.

    Ein Beispiel: Welche Abbildungen fangen mit dem Buchstaben M an - dann sieht man das Bild einer Möhre. Oder doch eine Karotte? Ich sag nie Möhre, meine Tochter auch nicht. Für uns ist das eindeutig eine Karotte... und schwupps ist die Aufgabe schnell falsch gelöst. Wenn mein Kind also genauso um die Ecke denkt wie ich, muss ich mich nicht wundern, dass der eigentliche Leseprozess dabei zu kurz kommt, Solche Beispiele sind mir übrigens schon öfter ins Auge gefallen.

    Naja, vielleicht hat sich meine Tochter in der Förderstunde mit der Sonderpädagogin ja gar nicht direkt verweigert. Sie weiß ja mittlerweile, was man von ihr in bestimmten Situationen erwartet. Ich könnte mir gut vorstellen (und so hab ich es auch schon ein paar Mal in verschiedenen Situationen erlebt), dass sie einfach nur Rätselraten spielt, also lieber irgendwas sagt als überhaupt nichts. Denn das hat wahrscheinlich in ihren Augen weniger Konsequenzen für sie, und sie wird dadurch eben schneller wieder in Ruhe gelassen...

    Aber ja, auch deine Theorie könnte stimmen. Das muss ich jetzt herausfinden.

    An ihrer Schule gibt es ebenfalls 2 Flex-Klassen, also jahrgangsübergreifender Unterricht bis zur 3. Klasse. Das würde aber unser aktuelles Problem nicht lösen, denn auch dort müsste sie laut Sonderpädagogin ein Jahr extra verweilen. Und so wie es aussieht, sind diese Klassen ohnehin schon voll (weil eben sehr beliebt).

    Zu deiner Frage bzgl. der Rückstellung: Die habe ich damals auf eigenen Wunsch und in Absprache mit der Kita beantragt, da meine Tochter eine Frühförderung im Bereich der Konzentrationsfähigkeit bekommen sollte. Nach der Einschulung wäre diese Art der Förderung nicht mehr möglich gewesen.

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