Sohn will nicht in den Religionsunterricht

    • (1) 24.01.17 - 22:41

      Hallöchen,

      ich hatte heute mal wieder eine kleine Diskussion mit meinem 11 jährigen Sohn. Seit der Grundschule "beschwert" er sich schon, dass er kein Interesse am Religionsunterricht hat. Er findet das alles doof und überhaupt glaubt er nicht an Gott.

      Habe heute wegen was anderem mit seiner Religionslehrerin telefoniert, da hat sie ihn sogar gelobt, dass er toll mitmacht. Sie kennt mich, ich habe Theologie (kein Voll- Theologie- Studium) studiert und bei ihr in der Schule Praktikum gemacht. Wegen meines Glaubens muss mein Sohn natürlich nicht auch an Gott glauben. Das habe ich ihm auch schon gesagt. Er muss auch nicht zur Konfirmation, wenn er das nicht möchte. Aber er hinterfragt eben, warum er den Religionsunterricht besuchen muss. Er empfindet das als Zeitverschwendung... Angesprochen, dass er ja trotzdem toll mitmacht, sagt er, dass tut er nur, damit ihm nicht zu langweilig ist.

      Ich denke, ich werde diesbezüglich auch mal mit seiner Lehrerin sprechen, was sie dazu meint. Theoretisch kann er ja in den Ethik Unterricht gehen...

      Was würdet ihr denn in so einer Situation machen?

      Gruß
      Mona

      • Bis jetzt hast Du ja nicht geschrieben, warum er Deiner Meinung nach am Religionsunterricht teilnehmen sollte?

        Meine Tochter nimmt auch am Religionsunterricht teil, aber wenn sie das nicht mehr wollte, dürfte sie selbstverständlich wechseln. Ich sehe keinen Sinn darin, da Zwang auszuüben.

        • Naja, wie schon geschrieben, er muss wegen mir nicht daran teilnehmen. Aber er ist getauft und wurde zur ersten Klasse wie üblich und bei jedem so, in den Religionsunterricht eingetragen. Für die fünfte wurde das eben einfach übernommen. Er hat nix gesagt, ich nicht drüber nachgedacht. Ausserdem dachte ich während der GS- Zeit ehrlicherweise auch, dass es so eine Art Phase ist. Weißt wie ich meine?
          Zwang ist das letzte was ich in Sachen Religion ausübe.

          • Mir ist dann nicht so ganz klar, was Dich daran hindert, ihm die Wahl zu lassen?

            Was spricht denn dagegen, dass er sich abmeldet? Wenn Du Theologie studiert hast bist Du doch ziemlich sattelfest und hast ihm vermutlich längst selbst beigebracht, worum es in der Bibel und im Christentum geht?

      hallo,
      hat er denn eine alternative wie ethik, werte und normen, philosophie? wenn nein: pech gehabt. da schulpflicht herrscht, muss er da eben durch und es handelt sich u a. um allgemeinbildenden unterricht! nur, weil man mathe nicht mag, kann man den unterricht nicht sausen lassen. er muss ja nicht glauben - wissen erlangen aber schon.
      vg

      (6) 25.01.17 - 09:12

      Dann nimm ihn doch raus! Wo ist das Problem?

      Andrea

    • Hallo!

      Diese Diskussion habe ich mit meinen Jungs immer wiederkehrend jedes Schulhalbjahr.
      In der Grundschule fanden die die Bibel-"Geschichten" blöd und langweilig. Gebete lernen ohnehin und es fehlt jeglicher "Sinn" dafür. (Übrigens im KiGa haben sie das Mittags"gebet" nie infrage gestellt). Und das blöde Malen und Ausmalen schon sowieso!

      Ihnen fehlt der "Gottesbeweis" ....
      Ich dachte nur meine Kinder hätten dieses Problem, aber nein sowohl in der GS als auch im Gym stellen die Eltern überwiegend fest, dass Reli-Unterricht im besten Fall toleriert, aber keinesfalls Begeisterung auslöst. Ich habe meinem Großen (damals war er 12) freigestellt ob er in Ethik oder Reli will. Er hat sich bei den Ethikern informiert und festgestellt, dass die ähnlichen "Mist" lernen müssen, also ist er in Reli geblieben.
      Andere Kinder sind von Ev. Reli zu Kat Reli gewechselt weil angeblich der Lehrer besser wäre - gab auch nur marginal Verbesserungen ....

      Nun in der 9. Klasse wird es erstmalig interessant in Reli, es geht eben doch ins philosophische, es geht um (christliche) Werte und um aktuelle Bezüge und das "Bibelstudium" ist jetzt beendet. Jetzt ist der Nerv getroffen.

      LG, I.

      Religion wird halt erst dann spannend, wenn es eher meta-religiös wird und es Richtung Bibelexegese geht. Bis dahin ist es so ein Fach, in dem die "Fakten" darauf beruhen, was Leute glauben. Das setzt ein, kurz nachdem man gelernt hat, dass das mit dem Weihnachtsmann halt doch gar nicht wahr schon. Und dann tauchen da die nächsten fiktionalen Gestalten auf... Das ist in Ethik aber nicht grundlegend anders. Da werden ja auch die Grundinhalte der Religionen vermittelt, nur eben kein eigener Glauben vorausgesetzt, wie es in Religion lehrkraftabhängig manchmal passiert.
      Wenn ihr die Möglichkeit habt zu Ethik zu wechseln, lass es ihn doch einfach mal ausprobieren. Für den Abschluss ist es vollkommen irrelevant, selbst wenn er sich dann entscheiden sollte, doch ne Abi-Prüfung in Religion machen zu wollen. Ist es ein Fach, dass für Kinder mit Konfession on top angeboten wird, liegt es vielleicht weniger am eigentlichen Inhalt als an der verlockenden Aussicht auf Freizeit ;-)

      lG, Kathrin

      (9) 25.01.17 - 20:51

      Hallo,

      unsere Tochter (4. Klasse) glaubt auch nicht an Gott und hat sich dauernd über Religion beschwert. Aber sie interessiert sich für Geschichte, unter anderem für das Mittelalter und die Beweggründe der Leute damals kann man nicht verstehen, ohne sich mit christlicher Religion auszukennen. So sieht sie zumindest mittlerweile einen Sinn in dem Fach.

      Abgesehen davon findet unsere Tochter Diskussionen über Werte, wie sie in Ethik stattfinden, kein bisschen spannender als Religion, wo ja auch immer wieder solche Themen kommen.

      Erkundige Dich doch mal, was in Ethik gemacht wird. Wahrscheinlich findet Dein Sohn das genauso langweilig und dann kann er auch gleich bleiben, wo er ist. ;-)

      LG

      Heike

      Hallo,

      normalerweise entscheiden die Eltern für ihre Kinder und mit 14 dürfen sie selbst wählen. Oder hast du von deinem Sohn den Eindruck, dass er deutlich weiter ist als Gleichaltrige?
      Bei uns wird im Unterricht kein Glauben vermittelt, sondern die Informationen über die Religion, zu der sich die Eltern entschieden haben und über die man (mit hoffentlich ausreichend Hintergrundwissen) mit 14 selbst entscheiden soll.

      Ich würde meinem Kind also anbieten, es noch die paar Jahre durchzuziehen, es wird immer mal Fächer/Lehrer geben, die einem nicht gefallen, so ist das schon mal eine gute Übung. Und mit 14 dann wirklich die freie Wahl zu lassen.

      LG

Top Diskussionen anzeigen