Gruseliger Bildungsstand...

    • (1) 25.01.17 - 00:54

      Hallo,
      wir hatten vor Kurzem Kindergeburtstag (8), bei enem Spiel gab es Fragen.
      Eine war:
      Wieviel Tiere nahm Mose jeweils mit auf seine Arche? ( Scherzfrage, es war Noah)
      Ich hatte die Spiele zuvor mit meinen Jungs (8&9) teilweise getestet, um zu sehen, ob es Spass macht / zu schwer ist- bei dieser Frage sind sie auch gleich in Falle getappt, haben zwei gesagt und sich dann scheckig gelacht über die Auflösung.
      Am Geburtstag, als die Frage kam - ratlose Gesichter. Ein Kind sagte: das Buch kenn ich nicht! Ich half: Die Bibel... Da sagte das nächste Kind: Ich habe Ethik!
      Das fand ich dann schon etwas - schräg.
      Wir sind Papierevangelen, dh sind im Verein und zahlen, glauben aber nicht und gehen genau ein Mal im Jahr in die Kirche. Unsere Kinder sind im Religionsunterricht, weil wir der Meinung sind, Christentum und Bibelgeschichten gehören zu unseren Wurzeln und zur Allgemeinbildung. Genau so wie Geschichte oder Politik.

      Diese völlige Unkenntnis fand ich erschreckend.
      Wie seht Ihr das?
      LG Petra

      • Hallo,

        Mir graut vor ganz anderen Dingen als der Unkenntnis erfundener Bibelfiguren.

        Meine Kinder, 7, sind bekenntnislos und kennen auch nicht alle Personen, die in der Bibel vorkommen, ebensowenig, wie die alle Märchen kennen.

        Sie wissen, dass es eine Bibel und Christen gibt, ebenso wie den Koran und Muslime oder die Juden (Thora kennen sie nicht). Sie wissen auch, dass andere Religionen mehrere Götter haben.

        Sie wissen, warum welcher christliche - große - Feiertag stattfindet und dass es in anderen Religionen Ramadan, Zuckerfest,... gibt.

        Sie kennen die ethischen Grundwerte, die sich in Vielem mit den Geboten decken, kennen die zehn Gebote aber nicht.
        Sie haben gelernt zu helfen, wenn andere in Not sind, wir reden über die verschiedenen Vorstellungen von Gott, dem Tod, der Entstehung des Universums.

        Um ehrlich zu sein finde ich das wichtiger als erfundene Personen erfundener Geschichten beim Namen zu kennen.... sie kennen die Geschichte von der Arche gaaaanz grob, aber ich bin sicher, dass sie nicht wissen, ob es Noah oder Mose war, der dazu gehört. Ich finde das tatsächlich unwichtig. Märchenfiguren tragen selten Namen.

        Gut, "Bibel" sollte man mal gehört haben- aber die Namen darin?

        Wer stünde deiner Meinung nach in der Verantwortung, dass die Kinder das wissen? Eltern oder Schule?

        LG
        Delfinchen

        • Unser ganzes Wertesystem basiert auf dem Judentum und dem Christentum.

          Ich kenne keine Kinder die Noah und Mose nicht unterscheiden können. Freunde von uns sind Atheisten und die Kinder haben Ethik, trotzdem kennen sie die biblischen Geschichten, ebenso wie die bekanntesten Märchen.

          Für mich gehört die Kenntnis der biblischen Geschichten zur Allgemeinbildung.

            • Na ja, wenn die Kinder in keinem kirchlichen Kindergarten waren und die Eltern ihnen die Geschichten nicht vorlesen, mag das sein. Ich kenne das nicht bei uns hatten in der Grundschule fast ausschließlich muslimsicher Kinder Ethik.

              Es hängt sicher davon ab, wo man lebt.

              Allerdings ist doch gerade die Arche Noah eine sehr populäre Geschichte. Es gibt doch sogar eine Arche von PlaymobiL und vor einigen Jahren eine Kinderfilm im Kino.

              Na ja, wenn die Kinder in keinem kirchlichen Kindergarten waren und die Eltern ihnen die Geschichten nicht vorlesen, mag das sein. Ich kenne das nicht bei uns hatten in der Grundschule fast ausschließlich muslimsicher Kinder Ethik.

              Es hängt sicher davon ab, wo man lebt.

      hallo,
      "scheckig" lachen über so eine totaaal lustige "scherz"frage #augen würde sich keins meiner kinder und keiner von uns. deine kids kommen da jetzt auch nicht deutlich gebildeter rüber als die anderen kinder, von denen du erzählst!
      vg

      Hallo,

      ich kann dich verstehen, weis aber das dies wohl der gesellschaftliche Trend ist.

      Beispiel: Hier wird in einer der evangelischen Kirchen, jedes Jahr ein Weihnachtsmusical aufgeführt und es sind jedes Jahr Kinder dabei, die Ostern und Weihnachten verwechseln bzw. die Weihnachtsgeschichte gar nicht kennen.

      Die Geschichte Noahs wurde bei Junior im ersten Schuljahr durchgenommen und er schrieb eine Lernzielkontrolle darüber (ökumenischer Unterricht, samt Ethik).

      LG Reina

      (9) 25.01.17 - 07:32

      Sorry,

      nur wegen soll dummlichen Scherzfragen auf einen Bildungsstand zu schließen, sorry, DAS ist peinlich znd dümmlich.

      Meine Kids haben die Geschichte der Arche Noah mal im Kiga-Buch gelesen und ich weiß gar nicht, ob das im Reli-Unterricht der Schule durchgenommen worden ist.

      Bevor mein Kind Bibelfest ist, soll es die Inhalte der 10 Gebote und das soziale Miteinander verstehen und teils auch danach leben. DAS ist doch die Aussage aller Geschichten der Bibel...in Kurzfassung. Ob man diese zitieren kann....naja, wenn einem das Wichtig ist, sollte man Bibelfeste Kinder einladen.

      lg
      lisa

      (10) 25.01.17 - 07:38

      ------und gehen genau ein Mal im Jahr in die Kirche. ----

      Lass mich raten: An Weihnachten?

      Das finde ich etwas - schräg :-p

      Ich hab hier 2 Ethikkinder (1. und 4.Klasse), die könnten dir die Fragen auch beantworten. Zusätzlich dazu würde dir der Große wahrscheinlich einen ellenlngen Vortrag darüber halten, dass die Ursprünge von Weihnachten und Ostern deutlich vor dem Christentum liegen...

      Viel wichtiger als das Runterbeten von schlichten Fakten zu jeglichen Weltreligionen finde ich aber, dass sie einen Überblick über diese haben und wissen, warum welche Gläubigen aus welchen Gründen was tun. Nur wenn man das weiß, kann meiner Meinung nach nämlich Verständnis für andere entstehen. Selbst wenn man selbst genauso wenig an irgendeinen Gott wie an den Osterhase glaubt... Für diese Akzeptanz muss man aber nicht wissen, ob Noah oder Moses oder wer auch immer nun 2 oder 4 Tiere jeder Art mit auf seinem Schiff hatte, das halte ich sogar für den unwichtigsten Teil an der Geschichte.

      Bildungsstandards stelle ich eher dann infrage, wenn Viertklässler nicht in der Lage sind alleine einkaufen zu gehen und im Laden abzuschätzen, ob das Geld jetzt nun noch für die Packung Eis reicht oder nicht. Naturwissenschaften generell als uncool und gern mit "Das fand ich in der Schule auch schon immer blöd" gelten und Lesen maximal als notwendiges Übel eingeschätzt wird. Die Probleme sind übrigens völlig unabhängig von Bibelfestigkeit, elterlichem Einkommen oder Lieblingsfarbe immer wieder anzutreffen...

      lG, Kathrin

      (12) 25.01.17 - 09:02

      >>Christentum und Bibelgeschichten gehören zu unseren Wurzeln und zur Allgemeinbildung.<<
      Aber zu anderen eben nicht. Ich finde Dich gruselig, dreist und vollkommen arrogant.
      Toller Kindergeburtstag #augen

      • (13) 25.01.17 - 21:03

        Ja, das sind die, die meinen Allgemeinbildung ist, dass man weiß, wer gerade im Dschungelcamp ist. #augen

        Sorry, aber ein Erwachsener, der sich nicht mit christlicher Religion auskennt, wenn er in Europa lebt, hat keine ausreichende Allgemeinbildung.

        Europa hat christliche Wurzeln, und das Christentum hat jahrhundertelang die europäische Geschichte bestimmt, ob Dir das passt oder nicht.

    (15) 25.01.17 - 09:08

    Das zum Kindergeburtstag? Finde ich superschräg!!

    Hat für mich überhaupt nichts mit Bildung oder Allgemeinbildung zu tun. Dem Thema Religion eine solch übersteigerte Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, lenkt nur von wirklich wichtigen Themen ab.

    Andrea

Top Diskussionen anzeigen