Homeschooling in Deutschland

    • (1) 30.01.17 - 01:26

      Hallo
      Ich frage für eine Freundin, sie will sich natürlich auch bei den Behörden informieren aber sie würde gerne erst generell wissen wie die Situation aussieht.
      Sie ist mit einem US Amerikaner verheiratet, Kinder haben die doppelte Staatsbürgerschaft. Demnächst ziehen sie nach Deutschland. Der Mann ist Soldat und wird für mindestens 2,5 Jahre hier stationiert sein.
      In seiner Familie ist Homeschooling normal, das haben sie auch bei ihren Kids angefangen. Das älteste ist 5 und jetzt stellt sich die Frage wie es schulisch hier weiter geht. Mittlerweile gibt es wohl auch viele online Homeschoolprogramme/pakete die sie gerne ab 6 beginnen würden, neben dem Unterricht der Mutter. Sie hat sogar Lehramt studiert.
      Ist das in Deutschland irgendwie möglich?

      Grüße

      • Ich empfehle mal die Seite der schulfrei-bewegung.de.

        Wenn die Eltern sich mit den Kindern in Deutschland anmelden, unterliegen sie der deutschen Schulpflicht, was eine Gebäudeanwesenheitspflicht ist. Es ist dem Schulamt und auch für eine gewisse Zeit dem Schuldirektor möglich, Ausnahmen zu genehmigen, passiert jedoch nur selten.

        Anmelden müssen sie sich nach dem Meldegesetz (so wie ich es verstanden habe), wenn sie sich länger als 3 Monate in Deutschland aufhalten wollen.

        Als Staatsangehörige der EU darf deine Freundin sich im Schengen-Raum frei bewegen. Viele Anhänger der Schulfrei-Bewegung halten sich nicht lange genug in Deutschland auf, um meldepflichtig zu werden.

        Alles Gute für deine Freundin!

        • Hallo
          Danke das schicke ich ihr mal! Kennst du dich näher damit aus? Ich habe mich mit dem Thema nie groß beschäftigt und als ich auf dieser Seite die Zahl der Kindef die keine Schule besuchen gesehen habe frag ich mich wie das geht ?

          LG

      Wie Unilein schon schrieb: Für in Deutschland wohnende Kinder gilt die Schulpflicht - die Befreiung davon ist mehr als schwierig. Und Homeschooling wird eben nicht mit dem Besuch einer anerkannten Schule gleichgesetzt.

      Aber soweit ich weiss, gilt innerhalb eines amerikanischen Stützpunktes amerikanisches Recht. Wenn die Familie also auf dem Stützpunkt wohnt, können sie alles wie bisher beibehalten.

      Grüsse
      BiDi

    • hallo,
      homeschooling in dem sinne gibt es hier nicht, da schulpflicht herrscht.
      ein anderer gedanke wäre: die familie will hier 2,5 jahre leben. gehört es dabei nicht auch dazu, zu versuchen, sich zu integrieren, kontakte aufzubauen, den persönlichen horizont zu erweitern, ein neues land kennenzulernen? dann gehört da u.a. auch schule und sprache lernen dazu.
      wenn die familie in "little USA" bleiben will (also ALLES wie gehabt, nur zufällig hier, warum geht man dann ins ausland?
      was würde dagegen sprechen, sich die kids integrieren zu lassen, freunde zu finden, sprache zu lernen, einen blick über den tellerrand zu erlangen, und nebenbei das, was die eltern als wichtig empfinden (hier aber z.b. nicht gelehrt wird), zuhause näher zu bringen?
      ich wünsche der familie eine portion offenheit, sich auf einen auslandaufenthalt mit allem drum und dran einlassen zu können :-). alles gute für deine bekannten

      • #kratz
        Lesen ist wohl nicht deine Stärke? Meine Freundin ist deutsche, selbstverständlich können die Kindet deutsch,haben hier nicht nur Familie und kennen das Land. Es ist in keinster Weise neu.
        Es ist ja auch nicht so das sie bewusst für eine von Ihnen gewählten Zeitraum sich ausgesucht haben "auszuwandern" sonder sie wurden versetzt und hatten mit dem Auswahl des Zieles nur sehr wenig zu tun.Sorry Du hast wohl keine Ahnung wie es in der Army läuft

        • dann ist DEINE stärke wohl weder lesen noch schreiben :-)! woraus geht denn hervor, dass deine freundin deutsche ist? nur weil sie deine freundin ist - selbstverständlich #rofl!
          deutsche sprache zu sprechen ist nur ein teil der integration. selbst wenn die kids dies können, sind sie deshalb nicht automatisch hier integriert. aber so, wie du schreibst, klingt es auch nicht so, als würden sie integration anstreben.
          army oder nicht - ausland bleibt ausland, egal bei welchem arbeitgeber!

          • Na die anderen haben das "Rätsel" ja auch gelöst, was sonst sollte auch mit doppelter Staatsbürgerschaft in diesem Zusammenang gemeint sein?

            Und nein Ausland ist nicht Ausland, sie müssen alle 2,3 Jahren um die Welt ziehen und du kannst von keinem erwarten sich doweit zu integrieren das gezwungenermaßen egal wo es hingeht Off post gelebt wird, die Schule in Landessprache besucht wird,.. Was nicht ausschließt das man die Base nicht einmal verlässt um die Kultur fremder Länder kennen lernt. Es ist und bleibt keine "Auswanderung" bei der man sich aussuchen kann wie,wo,was, wie lange.
            Lustig auch das du Integration ausschließlich über einen möglichen Schulbesuch ausmachst ;-) Wo du doch so offen und für die Gegebenheiten anderer Länder bist

            #winke

      Wenn man das so liest, muss man sich fragen, wie Erwachsene es schaffen, sich zu integrieren und Freundschaften zu schließen, ohne eine Zwangseinrichtung zu besuchen. Oder sind das dann immer die positiven Langzeitwirkungen des Schulbesuches?

Hallo
In ihrer Situation sollte das eigentlich kein Problem darstellen https://www.hslda.org/docs/nche/000000/00000032.asp . Wohin werden sie denn ziehen? Vielleicht kann sie ja Kontakt mit jemandem von dieser Gruppe aufnehmen http://www.stuttgarthomeschoolers.com/Welcome.html

LG

(12) 30.01.17 - 13:09

Hallo,

im Internet findet Deine Freundin genügend Angebote für Homeschooling, auch in deutscher Sprache. Es gibt auch Schulen, die Fernkurse für Kinder anbieten, wenn ein Schulbesuch im Ausland nicht möglich ist.

http://www.bildungzuhause.ch/de/praktisches/unterrichtshilfen/schulfaecher.html
https://www.schulstube.com/ideenkiste-lehrmittel/deutsch/
http://www.mk-care.org/schulfragen/homeschooling.htm

Das sind nur einige Adressen.

Für die Kinder wäre es doch besser eine Schule zu besuchen, auch wenn es nur wenige Jahre sind. Aber in dieser Zeit können sie trotzdem Freundschaften aufbauen. Auf dem Stützpunkt abgeschirmt zu leben - zu sehr isoliert. Die Kinder können das Land und die Menschen kennenlernen. Und ein Lehrer vermittelt den Stoff besser als Mama mit den Materialien zu Hause. Wie machen es die anderen Angehörigen auf dem Stützpunkt? Gibt es dort keine Schule?

LG
Yoha

  • Hallo
    Es gibt eigene Schulen in den Stützpunkten mit amerikanischem Schulsystem, was vorallem außerhalb der USA eine Rolle spielt. Sie selbst wollen das amerikanischer Schulsystem alleine aber nicht weil es wohl nicht das gelbe vom Ei ist. In der Familie des Mannes ist Homeschooling ohnehin normal, meine Freundin selbst hat ja Lehramt studiert und deshalb wollen sie das ganze teilweise alleine gestalten und aufwerten was wohl mithilfe der Homeschoolprogramme sehr gut möglich wäre. An ihrem jetzigen Standort gibt es auch so eine Homeschool Gruppe von der sie Teil sind mit der es eigenständig geplantes gibt. (natürlich nicht die einzigen Kontakte, das ist quasi wie die Schulklasse).
    Die meisten Kinder außerhalb der USA besuchen die Stützpunkt Schulen, alle 2 Jahre Land,Sprache und Schulsystem wechseln geht einfach nicht. So wie ich das jetzt verstehe ist aber Homeschooling auch da im kommen.
    "Freundschaften" ist dort ohnehin so eine Sache. Es ist schließlich ein gehen und kommen.

    LG

Hallo,

ich verstehe völlig, dass man nicht alle 2/3 Jahre Sprache und Schulsystem wechseln will - in diesem Fall frage ich mich aber doch, warum man sich nicht die Tatsache zunutze macht, daß das Kind deutsch spricht. Gerade für das erste Lesen lernen... Dann hat man Zuhause Kapazitäten, englisch zu lernen (auch Schrift) und das Kind lernt beides... später kann man doch immer noch homeschooling machen, wenn das Kind beide Sprachen in Wort und Schrift beherrscht und man ganz woanders lebt....

Das deutsche Schulsystem sieht übrigens auch muttersprachlichen Unterricht (freiwillig!!) vor - eine Freundin erzählte, dass die Kinder so ab der 1. Klasse polnisch, russisch, arabisch... lernen können - sicher auch englisch, je nachdem, wo man ist und was angeboten wird? Die Idee dahinter ist wohl, dass sie in der Muttersprache eben auch lesen und schreiben lernen, da sie die Sprache ja sonst nur sprechen könnten. Das ist dann natürlich nicht an der Schule selbst , sondern zentral in der nächstgelegenen Stadt. Ich weiß da nichts weiter drüber (aber unter dem Stichwort Muttersprachlicher Unterricht kann man sich sicher informieren), aber bei der Idee würde ich ansetzen:

Beide Sprachen lernen - u.U. eine zu Hause.

LG!

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