Isar-Schulen München /Ganztagesschule

    • (1) 01.02.17 - 08:27

      Hallo,

      ich wollte mal nachfragen, ob jemand hier im Forum mit Ganztagesschulen (Gym, Real) bzw. den Isar-Schulen in München Erfahrung hat. Ich war gestern auf einem Infotag der n und war ganz begeistert, denn es wurde versprochen, dass die Kinder nach Unterrichtsschluss wirklich Lernschluss haben (außer vielleicht Vokabel lernen) und an den Wochenenden ebenfalls nichts mehr zu tun ist. Ganz glauben kann ich dies jedoch nicht und wollte fragen, ob es hier im Forum Leute gibt, deren Kinder auf Ganztagesschulen gehen und ob dem wirklich so ist. Denn das ewige Lernen (kombiniert mit null Eigeninitiative des Kindes) an den Nachmittagen und Wochenenden empfinden wir mittlerweile als sehr schwierig in der Familie. Ein Kind (6. Gym) kann nicht allein lernen, mit Mama will es nicht mehr (verständlich), sitzt nur am PC, null Motivation und zudem ständige Diskussionen. Schlechte Noten sind - wenn ich mich raushalte - vorprogrammiert, denn Überflieger ist Kind generell nicht. Wenn dann hat er bislang die Noten durch Fleiß und meiner Hilfe geschafft. Egal. Die Ganztagesschule endet jeden Tag um 17 Uhr, danach S-Bahn-Fahrt ca. 35-40 Minuten. Der Schultag ist also lang. Aber: kommt er dann wirklich entspannt heim und kann den Stoff? Haben wir wieder entspannte Abende und Wochenenden? Es wäre ein Traum.

      Drum: Gibt es hier jemanden, der Erfahrung mit solchen Schulen oder gar mit den Isar-Schulen in München hat? Das würde mich wahnsinnig interessieren, zumal nun auch die Kleinste vor dem Übertritt steht und nach einer passenden Schule sucht.
      Vielen Dank für eure Rückmeldungen.:-)

      • Hallo

        meiner Erfahrung nach ist auf der weiterführenden Schule niemals Lernschluss mit Ende der Schule. Es wird zu Werbezwecken gerne vorgegaukelt, ist aber praktisch nahezu nicht umsetzbar. Und das ist völlig egal, ob das Gymnasium, Realschule oder Gesamtschule ist.

        lg

        Hallo,

        mein Sohn geht seit dem letzten August auf eine Ganztags-Realschule.
        Er besucht die Bilinguale Klasse und hat an 4 Tagen von 7.45 Uhr - 14.55 Uhr Schule bzw. die 6. Stunde ist Mittagspause mit der Möglichkeit in der Mensa zu Essen (Essen ist TOP, waren einmal eingeladen diese zu testen)
        Also netto 7 Stunden Unterricht.
        An einem Tag ist um 13.05 Uhr, nach der 6. Stunde Schluss. Die normalen Klassen haben einen langen Tag weniger.
        Sie haben für die Hauptfächer je eine Stunde Lernzeit/Woche mit ihrem Lehrer. Die Nebenfächer werden fast alle in Doppelstunden einmal wöchentlich unterrichtet, ohne HA.

        Bis auf Vokabeln und für Klassenarbeiten/Test lernen macht Niklas in der Woche nichts was von der Schule vorgegeben ist. An dem kurzen Tag checkt er alle Mappen und überträgt neue Vokabeln auf seine Karteikarten.

        Am WE maximal lernen, wenn etwas ansteht.

        Ansonsten ist er um 15.45 Uhr mit dem Bus zu Hause und packt sofort seine Tasche neu, bei Fächern die nur 1 x die Woche sind, schaut er noch kurz auf die letzten Mappeneinträge um auf dem neuesten Stand zu sein.

        So ist er um 16.00 Uhr fertig und bereit für nette Dinge. Seine Freunde auf normalen Schulen sind vorher auch nicht mit den Hausaufgaben fertig.

        Da ich auch Eltern älterer Kinder dort kenne, weiß ich das es fast bis zur 9./10. Klasse so bleibt. Natürlich auch abhängig vom Kind. Er hat auch Kameraden die jede Woche den Matheplan nicht fertig haben und diesen am WE nacharbeiten müssen. Mein Sohn schafft ihn immer und Mathe ist nicht sein Lieblingsfach bzw. er tut sich aufgrund einer leichten Dyskalkulie schwerer als andere.

        Es funktioniert, wenn die Schule das Konzept vernünftig umsetzt.

        LG
        Tanja

          • Hey,

            es ist eine Realschule in NRW.
            Weiss nicht wo du herkommst und ob dir das hilft.

            Aber das Konzept geht nach wie vor auf. Keine HA an den langen Tagen, am kurzen maximal neue Vokabeln. Projekte in den Nebenfächern gehen über mehrere Wochen in denen z.B. ein Plaket erstellt werden muss.

            LG
            Tanja

            • Oh schade, wir sind aus Bayern. Wäre ja auch zu schön gewesen#schmoll Trotzdem danke für deine schnelle Nachricht. So ein Konzept suche ich hier auch bei uns und ist auf den staatlichen Schulen nicht zu finden. Aber wir würden ja auch eine Privatschule in Kauf nehmen, Hauptsache dem Kind geht es gut und es hat eine schöne Schulzeit.
              LG P.

              • Das hatte ich befürchtet. War ja auch nur eine allgemeine Antwort zur Ganztagsschule.
                Unser Sohn ist inzwischen in der 6. Klasse und so dermaßen glücklich.
                Ich wünsch euch das ihr auch so eine Schule findet.

                LG
                Tanja

      Hallo Smartie,
      mein Sohn ist auf einer Ganztagsrealschule und 'in der Regel' stimmt es.
      Aber Vokabeln müssen unter der Woche gelernt werden, die werden auch abgefragt.

      Vor Tests stehen auch mal Übungsblätter an.
      Und am Wochenende müssen die Nebenfächer angeschaut werden, Grammatik wird wiederholt. Ab und zu gibt es auch Hausaufgaben.

      Heut schreibt er die letzte Schulaufgabe vor den Faschingsferien, da kommen jetzt auch mal ein paar Wochen, wo er heimkommt und nichts machen muss.

      Auf dem Gymnasium mit mind. 2 Fremdsprachen kann ich mir keine-und-nie-Hausaufgaben nur schwer vorstellen.

      LG
      Gul Damar

      Ich weiss nicht, ob es dir hilft, aber ich kenne eine Mutter persönlich, die Ihren Sohn auf die Isar Ganztageschule geschickt hat.
      Eigentlich aus den gleichen Gründen wie du.
      Sie war total begeistert. Laut ihrer Aussage schreibt der Junge (10. Klasse) mittlerweile nur noch gute Noten und ist total motiviert. Sie haben meist 1 Stunde Unterricht und direkt im Anschluss 1 Stunde in der geübt wird.

      Der Sohn kommt mit dieser Methode wohl sehr gut klar, auf seiner alten Schule hätte er die Klasse fast wiederholen müssen.
      Sie sagte auch, dass er am Nachmittag bzw Abend nichts mehr tun müsse. Ihr Tochter wurde dann gleich zum Schulstart an der Isar Grundschule angemeldet. Ich denke diese Mutter ist von den Konzept überzeugt, sonst hätte sie diesen Schritt nicht getan.

      lg

    Hallo Smartie111,
    den Schritt, dein Kind auf die Isarschulen zu schicken, solltest Du dir ganz genau überlegen. Hier ist bei Weitem nicht alles Gold was glänzt. An den Infoabenden hört sich das Konzept ganz wunderbar und überzeugend an. Hinter den Kulissen kommt peu a peu bedauerlicherweise jedoch ein anderes Gesicht zum Vorschein. Kleines Beispiel: Die angepriesenen Doppelstunden mit dem einhergehenden "Lernerfolg" sind dann Makulatur, wenn das Kind etwas nicht versteht, denn es werden in der Arbeitsstunde keine Fragen seitens des Kindes geduldet. Die Argumentation ist: "Das Kind soll selbstständig eine Lösung erarbeiten". Das bringt nur nichts, wenn das Kind keinen Ansatz findet und dann lieber zum Fenster rausstarrt bis die Stunde vorüber ist. Die Schulleitung lässt sich leider von diesem antiquierten pädagogischen Konzept auch nicht abbringen. Speziell die jüngeren Lehrer sehen das unter vorgehaltener Hand genauso, trauen sich jedoch nichts zu sagen.
    Die Lehrerfluktuation ist meines Erachtens für eine Privatschule relativ hoch.
    Man hatte den Eindruck, dass einige Lehrer eine staatliche Stelle bevorzugen und froh sind, wenn sie nicht mehr im Schulverbund unterrichten müssen.
    Insbesondere jüngere innovative Lehrer mit frischen Ideen und Ansätzen verlassen relativ schnell wieder den Schulverbund.
    Anfangs getätigte Aussagen der Schulleiter hinsichtlich des sicheren Übertritt in die Oberstufe dürfen und müssen in Frage gestellt werden. Es wird gnadenlos ausgesiebt, wer nicht in das Raster passt fliegt, auf Individualität wird keine Rücksicht genommen.
    Das Wichtigste ist die Statistik: Damit wird gerne geworben, nur wer und wie viele bis dahin auf der Strecke bleiben, dass wird verschwiegen. Entscheidend für die Schule ist die Außendarstellung zusammen mit der ach so tollen Statistik.

    Meine Empfehlung für dich:
    Wenn Du eine gute Schule in deiner Nähe hast, schick dein Kind dorthin.
    Dort ist es wahrscheinlich Anfangs auch nicht alleine.

    • Hallo Ibins01

      wir haben Schulpätze in der Grundschule und Huber-Gymnasium in Obersendling angeboten bekommen. Habt ihr persönlich Erfahrungen gesammelt mit den Schulverbund-Schulen ? Falls ja: haben eure Kinder auch die Grundschule oder Huber-Gymnasium in Obersendling besucht ? Habt ihr sie dann wieder von der Schule genommen ? Gerne würde ich mich weiter austauschen. Meine Emailadresse lautet:

      mrgalak99@gmail.com

      Viele Grüße

      • Hallo zusammen,

        Ich hatte meine Tochter an der Isar Grundschule Obersendling. Leider musste ich es rausnehmen, er war nämlich eine Katastrophe. Was am Isartor vielleicht noch halbweg funktioniert, funktioniert dort nicht. Weil ich Bände schreiben könnte, aber keine Zeit dafür habe. Hier ein paar Punkte:

        - Lehrerwechsel!! - es sind mindestens 10 Lehrer “verschwunden” teils gute, teils schlechte
        - Elternkommunikation - man kann zur Schule kommunizieren und wird bei einfach Fragen auf gehört. Information von der Schule über die Klasse ist Mangelware
        - Lehre kommt eher zu kurz, weil der ständige Lehrerwechsel sich schon negativ auswirkt
        - Aktivitäten außerhalb des Schulgebäudes (sprich Ausflüge, Schwimmen,...) gib es nicht
        - sehr “trostlose” Gegend mit sehr “trostlosen” Pausenhof
        - lernen nach der Schule: muss man, zumal die Arbeitstunden teilweise sehr laut sind

        Also wirklich, besser nicht
        Lg

    Falscher Film?

    Ich kann die Ausführungen hier nicht nachvollziehen.

    Meine beiden Kinder gehen seid der Grundschule auf die Isar Schulen. Wir sind darüber so glücklich. Schule ist bei uns nur selten ein Thema. Hausaufgaben gibt es nicht (nur Vokabeln lernen - aber das sagen sie einem auch von Beginn an).

    Das Arbeitsstunden-Prinzip klappt wunderbar. Es ist gerade das Gute, dass die Schüler in dieser Phase keine Fragen stellen dürfen, sondern selbstständig lernen sollen. Meine Kinder haben sich da gut eingefunden. Ich kann nicht verstehen, weshalb das antiquiert sein soll.

    Ganztagsschule ist sicher nichts für jedes Kind. Aber das Arbeitsstunden-Prinzip ist sicher die richtige Antwort auf die unsinnige Hört-Lösung.

    Ich glaube, dass man immer etwas negatives finden kann, aber so wie es hier beschrieben ist, kann ich das nicht nachvollziehen.

    Ich kann die Isar-Schulen nur empfehlen!!

    • (15) 24.04.18 - 09:14

      Wir haben / hatten 2 Kinder auf der ISAR Schule: Grundschule und Gymnasium.

      Bis vor kurzem hätte ich die Schule empfohlen. Es stimmt dass es zum Teil viele Lehrerwechsel gibt. Mir schien es auch, dass Eltern ziemlich Einfluss nehmen konnten - zumindest gab es Unmut in der Elternschaft und danach waren die Lehrer weg. Da meine Kinder eigentlich immer ganz gut klar kamen war das für sie manchmal echt bedauerlich.

      Die Arbeitsstunden finden wie beschrieben statt -keine Fragen durch die Kinder. Das Problem für uns ergab sich aber aus der Benotung der Hefte: diese werden von einigen Kindern eingesammelt - und wenn die Aufgabe unklar war (z. B. konnte sie dann auch vom Lehrer nicht gelöst werden) oder das Kind nicht sofort alles versteht, hagelt es schlechte Noten. Das kann aufs Gemüt schlagen.

      Die Schule wird autoritär geführt. Es ist ganz klar Lehrer und andere Wesen. Die Kinder haben Sorge gehabt, nach bestimmten Dingen zu fragen. Nach vielen Jahren der Zufriedenheit hatten wir jetzt 2 Fragen an die Lehrer. Auch wollten wir gerne ein Feedback haben und die Lehrersicht kennen lernen. Offensichtlich haben wir einen Fehler gemacht. 4 Tage später wurde uns aus heiterem Himmel mitgeteilt, dass der Vertrag zum Schuljahresende gekündigt wird. Das Kind hatte dies direkt mitbekommen. Dies klingt abenteuerlich und ich würde mir selbst nicht glauben, dass dies aus dem Nichts geschehen sein soll. Aber ist leider so. Ich kenne die Direktorin nicht persönlich, da ich nur 2x telefonisch Kontakt hatte (das 2. Mal War die Information bzgl. Kündigung)

      Unser erstes Kind erhielt regelmäßig Briefe, welch tolles Kind wir hätten. Das zweite Kind war kurz zuvor bei einer Auszeichnung und erhielt noch vor wenigen Tagen die Information, wie stolz man auf erbrachte Leistung (außerhalb des Schulstoffes aber für die Schule) sei.

      Ich möchte dennoch fair bleiben: die Grundschule war für meine Kinder gut. Wir haben einiges nicht verstanden, weil die Sorge vor Regressansprüchen hoch ist, wird viel verboten - auf der anderen Seite gab es aber auch tolle Lehrer. Solange alles gut läuft und kein Kontakt zur Schule notwendig ist, kann die Schule geeignet sein. Man sollte sich aber bewusst sein, sobald ein Hauch vermeintlichen Widerstandes oder Kritik vermutet wird, wird man als Problem gelöst.

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