Umzug in ein anderes Bundesland und gleichzeitig Wechsel von Grundschule auf Gymnasium

    • (1) 02.02.17 - 23:00

      Hallo,
      Wir werden zum Beginn des neuen Schuljahres wahrscheinlich umziehen, da mein Mann einen neuen Job angenommen hat. Im Moment wohnen wir in Hessen, dann geht es nach NRW.
      MeinE Tochter geht in die 2. Klasse und mein Sohn in die 4. Klasse Grundschule.
      Für ihn steht im Sommer der Wechsel aufs Gymnasium an. Sein Notendurchschnitt ist 1,0.
      Wann genau wir umziehen ist eigentlich egal. Wir sind uns im Moment nicht sicher ob es besser ist die Kinder das Schuljahr hier fertig machen zu lassen oder noch innerhalb des Schuljahres umziehen. Für meinen Sohn wäre das wahrscheinlich ziemlich heftig, da ja nach der GS alles nochmal durcheinander gewürfelt wird. Andererseits hätte er in GS die Möglichkeit schon mal Kontakte zu knüpfen. Und er könnte den Stoff in NRW mitnehmen. Ich glaube der Wechsel ins Gymnasium ist sowieso schon heftig, aber dann auch noch in einem anderen Bundesland.
      Ich bin schon dauernd auf der Suche wie das Schulsystem in NRW läuft. Welche Schulformen usw. Leider ist das ja nicht in allen BL gleich und zum Teil recht unübersichtlich. Was zum Beispiel ist eine Werkrealschule, beinhaltet die Gesamtschule auch den Gymnasialzweig? Gibt es eine Förderstufe so wie in Hessen? Zählt die Gymnasialempfehlung aus Hessen auch für NRW? Wenn nicht wäre es vielleicht besser wenigstens noch für ein paar Monate dort in die GS zu gehen?
      Vielleicht gibt es hier ein paar Userinnen die mir ein bisschen Licht ins Dunkelheit bringen können.

      Ich selber bin in Hessen in die Schule gegangen. Mit dem hessischen Schulsystem bin ich vertraut. Vielleicht bekomme ich so ein paar Antworten die uns die Entscheidung wann wir umziehen etwas erleichtern.

      Ich danke schon mal für eure Antworten.

      Lg pingi78#winke

      • Hallo
        Den Aspekt Freundschaften würde ich in dem Zusammenhang vergessen, mitte Juli beginnen in Nrw die Sommerferien und ihr habt aktuell noch nichtmal eine Unterkunft (?). Es kann je nach Konstellation so schon schwer sein sich in eine Gruppe die seit 4 Jahren zusammen ist einzufügen. Dann weißt du nichtmal ob auch nur eins der Kinder auf die selbe weiterführende Schule gehen wird. Der Schulstoff der dort in den letzten Wochen der 4 Klasse gemacht wird, wird auch nicht so weltbewegend sein und springender Punkte in Klasse 5 werden. Ehrlich, wenn ihr die Wahl habt sehe ich keinen einzigen Grund wieso ihr jetzt mitten im Schuljahr umziehen solltet.
        In die Klasse meiner Tochter (auch 4 Klasse) ist seit dieser Woche ein Mädchen das aus Berlin kommt, wir wohnen in BW. Die Eltern hatten keine Wahl und es musste ziemlich plötzlich gehen. Ich denke da habt ihr mehr Glück denn Berlin und BW sind vom Schulsystem wohl doch recht unterschiedlich.

        LG

        • Eine Unterkunft haben wir. Da mein Mann nicht jeden Tag pendeln kann hat er eine Wohnung angemietet. Wir sehen uns halt nur am Wochenende und das auch nur alle 2 Wochen.

          • Achso, das ist definitiv ein erwähnenswerter Punkt finde ich. Würde an MEINER Entscheidung aber dennoch nichts ändern. Der Zeitraum ist ja überschaubar, ihr habt doch glaube ich auch früher Ferien. Auch habt ihr ja so die Möglichkeit den neuen Wohnort schonmal zu erkunden (an dem Wochenende an dem dein Mann nicht kommt zB.).

      Guten Morgen aus NRW!
      In NRW gibt es zwar eine Empfehlung für die weiterführende Schule, diese ist aber nicht bindend. Bei Gymnasien gib es oftmals verschiedene Zweige und viele Gymnasien habe G8. In der Gesamtschule starten alle Kinder gemeinsam. Erst in Klasse 7 gibt es in Englisch und Mathe verschiedene Leistungskurse. Gesamtschulen haben eine gymnasiale Oberstufe. Meistens gibt es hier G9. Es gibt auch noch die gute alte Realschule und vereinzelt noch Hauptschulen. In vielen Orten gibt es Sekundarschule. Die sind ähnlich wie Gesamtschulen ohne gymnasiale Oberstufe.
      Vielleicht könnt ihr herausfinden, welche Schulen in Frage kommen und dort einmal den Unterricht anschauen? LG Basket

      • Danke für eure netten Beiträge.

        Natürlich werde ich mich weiter informieren und auch mit den Schulen Verbindung aufnehmen. Eine Gesamtschule wäre auch in Hessen nicht für uns in Frage gekommen. Mein Sohn hätte hier ein altsprachliches und ein naturwissenschaftlich geprägtes Gymnasium ins Auge gefasst.

        Die beiden Schulen hatten wir auch genauer angeschaut da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnten ob und wann wir umziehen. Etwas ähnliches stellt er sich natürlich auch am neuen Wohnort vor.
        Lg #danke

    Auch wenn Ihr dort wohnen bleibt, wird nach der GS alles durcheinander gewürfelt.

    Möglicherweise ist er dann auf einem Gymnasium in einer Klasse, in der er keinen kennt.
    Von daher würde ich erst zum nächten Schuljahr umziehen.

    (8) 03.02.17 - 08:55

    Hallo,

    unsere Tochter ist ebenfalls im 4. Schuljahr (in NRW).

    Wir wohnen in einer Gemeinde, die lediglich eine Sekundar-Schule hat (= kombinierte Haupt- und Realschule). Die erfreut sich aber allgemeiner Unbeliebtheit, weswegen alle Kinder aus der Klasse unserer Tochter, von denen ich es weiß, anderswo hingegen. Anderswo heißt hier in irgendeine Schule in einer der vielen umliegenden Städte und Gemeinden.

    Das wiederum heißt im Klartext, dass sich die Klasse in alle Winde verstreut.

    Mit unserer Tochter wird wahrscheinlich lediglich ein Mädchen aus der Parallel-Klasse auf das gleiche Gymnasium gehen.
    Bei der Tochter von Freunden, die in einer Grundschule in einer Kleinstadt in der Nähe war, kam auch keine der Freundinnen mit auf ihre weiterführende Schule, obwohl es das nächste Gymnasium war.

    Von daher würde ich Deinen Sohn die Grundschule in Hessen beenden lassen, und dann kann er sich auf der weiterführenden Schule neu orientieren, was Freunde angeht.

    Zum Thema Schulform: Mit einem Durchschnitt von 1,0 würde ich Deinem Sohn definitiv ein Gymnasium (hier alle G8) empfehlen.
    Die Gesamtschulen sind hier integrierte Gesamtschulen. Da kann man zwar mit G9 Abitur machen, aber erstmal sitzt man mit allen anderen Schülern zusammen. Das Niveau ist folglich nicht so hoch, wie auf einem Gymnasium.

    Wir hatten bei unserer Tochter auch überlegt, wegen G9 eine Gesamtschule zu nehmen. Aber sie hat außer in Sport und Religion nur Einsen und jammert uns die ganze Zeit die Ohren voll, dass ihre Lehrerin zu langsam vorwärts ginge (während die Hälfte der anderen Eltern jammert, dass die Lehrerin zu anspruchsvoll sei). #schwitz
    Die Lehrer empfehlen hier alle, Kinder mit einer uneingeschränkten Gymnasial-Empfehlung auf ein Gymnasium zu schicken und nicht auf eine Gesamtschule.

    Da die Empfehlungen in NRW nicht verbindlich sind, muss Eure Empfehlung hier "gelten". ;-)
    Die Gymnasien in unserer Ecke nehmen nur Schüler mit voller Gymnasial-Empfehlung. Aber ich denke, die würden Eure Empfehlung problemlos akzeptieren. Über Einser-Schüler freuen die sich immer und an irgendetwas müssen die sich ja bei Schülern aus anderen Bundesländern orientieren.

    Was es hier noch gibt, sind Gymnasien mit Inklusion und welche ohne. Ich habe den Eindruck, dass es mit der Inklusion am Gymnasium hier nicht wirklich gut funktioniert. Alle Gymnasien, die das hier anbieten, haben einen schlechten Ruf von wegen unruhige Klassen usw.

    Was für Schwerpunkte die einzelnen Gymnasien haben, müßt Ihr bei denen recherchieren, die für Euch in Frage kämen.
    Das Gymnasium, wo unsere Tochter hin gehen soll, bietet einen bilingualen Zweig Französisch und ist MINT-Schule. Es gibt hier aber auch ein Gymnasium mit musisch-künstlerischem Schwerpunkt und in der Großstadt sogar ein altsprachliches, wenn ich das richtig im Kopf habe.

    An Schulformen kenne ich hier in NRW: Gymnasien, Realschulen, integrierte Gesamtschulen und Sekundar-Schulen. Die Hauptschulen werden gerade nach und nach alle geschlossen bzw. in Sekundar-Schulen umgewandelt.

    LG

    Heike

    (9) 03.02.17 - 10:27

    Huhu,

    meines Wissens nach gibt es in NRW keine Werkrealschule. Die Schulformen findest du hier:
    https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsystem/
    Hier findest du eigentlich alle wichtigen Informationen. Ich finde es sehr übersichtlich.

    Ja, die Gesamtschule beinhaltet auch den Gymnasialzweig. In NRW gibt es keine bindenden Schulempfehlungen, die Grundschule stellt zwar eine Empfehlung aus, es gilt aber der Elternwille. Die 5. und 6. Klasse in NRW sind die "Erprobungsstufe". In der 5. Klasse kann man nicht sitzenbleiben (außer freiwillig) und nach der 6. Klasse entscheidet eine "Versetzungskonferenz" darüber, ob das Kind für die Schulform geeignet ist.

    Eine Gesamtschule hat den Vorteil, dass dort G9 möglich ist. An Gymnasien gibt es aktuell noch G8. Das kann sich aber in den nächsten Jahren wieder ändern.

    Ich selbst bin in Bayern zur Schule gegangen und finde die Schule in NRW prinzipiell gut. Es wird weniger auf stumpfes Auswendiglernen und Wiedergeben Wert gelegt, sondern es geht viel um Problemlösung, Analyse und echtes Verstehen. In Musik muss man z. B. nicht einfach aufschreiben, was die Definition von Takt oder Rhythmus ist (was man ja ohne es zu verstehen einfach auswendig lernen könnte), sondern im Musiktest werden kurze Stücke vorgespielt und die Kinder sollen die Taktform oder Dur/Moll oder das Tempo erkennen. In Biologie wurde bereits mit dem Mikroskop gearbeitet und die Aufgaben sind oft so gestaltet, dass die Kinder selbständig einen Text lesen müssen und daraus die wichtigsten Aspekte ableiten, neu zusammenstellen und dann in der Klasse vorstellen sollen. Es gibt also wenig Frontalunterricht.Die Kinder müssen sich vieles selbst erarbeiten, teils alleine, teils in Gruppen, und es gibt auch viele Referate.

    Ein Problem ist hier (aber anderswo sicher auch) der konstante Lehrermangel und Stundenausfall/Vertretungsstunden. Viele Themen werden nur angerissen und können nicht vertieft werden.

    NRW hat den Ruf, dass die Anforderungen auf dem Gymnasium viel niedriger sind als in Bayern oder BaWü. Ich finde die Anforderungen genau passend, wenn ich sie an meinem Sohn spiegele. Ich denke, aus Hessen solltet ihr in NRW klar kommen, würdet ihr nach Bayern ziehen, wäre es wohl kritischer.

    Ich würde mich in der Gemeinde, in die ihr zieht, schon einmal über die Schulanmeldungen informieren. Gesamtschulen sind oft sehr beliebt, eben wegen der G9 Möglichkeit, so dass viele Kinder mit Gymnasialeignung eine Gesamtschule besuchen möchten, dort aber keinen Platz bekommen.

    Wisst ihr schon genau, wo es hingeht?

    Die Schulanmeldungen sind schon bald.

    Heute gibt es Zeugnisse.

    Hallo,

    Ich komme zwar aus keinem der beiden Bundesländern, jedoch aus Sachsen das ein recht straffes bildungssystem hat.

    Was ich aus eigener Erfahrung in der Familie abklären würde wie der Bildungplan in der Grundschule ist. Meine Cousine ist nach der grundschulzeit ihres Sohnes von Bayern nach Mecklenburg Vorpommern gezogen. Für den Sohn der in die fünfte klasse musste war das schlimm da er bereits in Bayern arge schulische Probleme hatte. Hauptproblem war in dem Fall die Fremdsprache die es wohl zu dem Zeitpunkt nicht so gab wie in Mecklenburg-Vorpommern.

    In dem Fall würde ich sicher innerhalb des Schuljahres umziehen. Wenn die bildungsstandarts ähnlich sind würde ich es spontan entscheiden. Zum wohle des Familienlebens wäre ich für den Wechsel zu irgendeinen Ferien. Wohnung kündigen und zeitgleich kann dein mann eine neue bleibe für euch suchen. Hat den Vorteil dein Junior findet vorher schon ein klein wenig Anschluss. Ob der dann auch mit aufs Gymnasium geht ist was anderes. Aus der Klasse meines Sohnes sind dank unseres notwendigen notendurchschnittes von 2,0 nur ein Teil der Kids aufs Gymnasium und dann auch noch auf verschiedene.

    Der Wechsel von der Grundschule aufs Gymnasium wird unterschiedlich bewertet. Will heißen wenn deine Kids jetzt schon eine Grundschule besuchen die von sich aus einer höheres lernlevel hat ist die Umstellung weniger kritisch als wenn die Lehrer manchmal zu großzügig mit den guten Noten ist. Ich habe genau so ein Beispiel hier daheim. Es gab zum Schuljahreswechsel eine neue Rektorin bei uns die auch den Kids mal was gutes tut denen das lernen nicht einfach fällt. Dadurch hat mein mittleres Kind jetzt in einem Fach deutlich bessere Zensuren als im Vorjahr bei einer anderen Lehrerin. Für mein großes Kind wäre diese Lehrerin ein Jahr eher ein wahrer Segen gewesen. Die Noten bei meinem großen Kind sind ähnlich geblieben. Ausrutscher nach oben und unten gibt es immer wieder mal aber das gehört dazu. Ob dein Sohn diesen Durchschnitt den er jetzt auf der Grundschule hat weiter behalten wieder wage ich jedoch zu bezweifeln.
    An deiner Stelle rufe in der Grundschule an auf die deine Tochter gehen wird und lass dich telefonisch beraten. Alles andere sind nur Mutmaßungen.

    Viel Spaß beim Umzug

    Geli

Top Diskussionen anzeigen