Andere ärgern - Ursache?

    • (1) 04.02.17 - 13:52
      Inaktiv

      Nachdem ich von vielen Eltern höre, dass die Klassengemeinschaft (5. Klasse) meines Kindes wohl sehr schlecht ist, und mein Kind auch immer wieder mal von anderen in der Klasse geärgert wird, kommt hier meine Frage: woher kommt es eigentlich, dsas Kinder andere ärgern und Spaß daran haben?

      Es sind wohl merhere Kinder, die andere immer wieder ärgern, cih denke mal, so ein Drittel der Klasse und es sind Jungen und Mädchen. Aus meiner Kindheit kenne ich das auch. Es gibt wieklich kaum Kinder, die als Teil einer Gruppe nicht irgendwann einmal andere ärgern und sich dann auch kollektiv darüber amüsieren. Und es sind nach meiner Erfharung eigentlihc keine Kinder, die aus schwierigen Elternhäusern kommen. Es sind zum Großteil ganz normale Kinder. Und die Kinder, die in meiner Kindheit andere geärgert haben, sind alle ganz normale und auch soziale Erwachsene geworden.
      Mit Ärgern meine ich sowas wie Sachen verstecken, Bein stellen, an der Kleidung ziehen und dann wegrennen, Mütze wegnehmen und damit herumwerfen, blöde Namen für ein Kind erfinden (Anne - Panne, Juli - Schwuli), Scherzanrufe, etc.

      Und NEIN, ich finde das überhaupt nicht OK!

      Aber ich frage mich halt, woher dieser Drang kommt, solche Dinge zu tun? Mein Kind hatte das noch nie, obwohl es durchaus auch Schadenfreude empfindet. Aber auf die Idee, einem anderen Kind sein Federmäppchen wegzunehmen und zu verstekcne, würde mein Kind tatsächlich nicht kommen.
      Ist es ein wichtiger Entwicklungsschritt, ist es eine Sache der Gruppendynamik, ist es etwas übriggebliebenes aus früheren Zeiten, ist es fehlende Empathie, ist es doch Erziehung?

      Die Kinder wissen alle, dass das nicht OK ist, aber tun es trotzdem. Warum?

      • Hallo,
        vor einigen Wochen war im P&P Forum darüber eine Diskussion.

        Ist der Mensch böse?

        Warum zeigt der Mensch immer wieder sein sadistisches Gesicht und neigt zum zerstören/verletzen/ und mehr.

        So viele Experimente wurden mit Menschen in Gruppen durchgeführt. Immer wieder brechen Verhaltensweisen durch, die wir im zivilisierten Dasein als abnorm/ krank bezeichnen.

        Ich denke Kinder zeigen uns immer wieder, sobald sie alt genug sind sich dem Gruppengefüge anzuschließen, Muster die im Menschen stecken.
        -halte dich immer an den Stärksten

        - der Schwächste wird den Löwen zum frass vorgeworfen

        - der Scgwächste bleibt zurück nur die starken überleben.

        Ja, es ist schlimm.

        Ja, die Kinder wissen, dass ihr Verhalten gemein und verletzend ist, aber alle (natürlich gibt es Ausnahmen) machen mit. Wenn auch nur im kleinen, durch wegsehen usw.

        Durch sensibilisieren und Aufklärung, kannst du nur immer wieder die Opfer schützen.
        Gruß

        • Kurz benannt: Aufmerksamkeitsdefizit!
          Zuwenig Aufmerksamkeit Zuhause (Eltern kümmern sich um ihren eigenen Interessen) führt dazu, Aufmerksamkeit woanders zu erlangen, egal ob positiv oder negativ, Hauptsache immer mal wieder im Mittelpunkt stehen...dann gibt es auch den Gruppenangehörigkeitszwang unbedingt irgendwo dazugehören........., weiteres sind noch , zu wenig Liebe (oft durch materielle Sachen ruhig stellen) , zuwenig Verständnis, Eltern hören dem Kind nicht ernsthaft zu......ect. egal, ob Helikoptereltern, Vollzeiteltern, Akademikereltern oder sozialer Brennpunkt......Kinder brauchen zwar kontinuierliche Grenzen, Rechte und Pflichten, aber auch sehr viel Liebe, Sicherheit, Aufmerksamkeit und Vollwertigkeitsgefühl.

          @auditu
          Es gibt aber auch Starke, die durch ihr soziales Verhalten den Schwachen helfen.

          Unsere Grunschullehrerin hat damals unseren Kinder erklärt , das die körperlich Starken, die charakterlichen Schwächeren sind und die charakterlichen Starken, sich schützend vor den körperlichen Schwachen stellen. Bis auf zwei aufmerksamkeitsdefizite Jungs, haben es alle gleich kapiert. Die zwei Jungs merkten es erst, als sie keine Mitläufer mehr hatten und sie selbst fast zu den Außenseiter wurden. Eine Lehrkraft kann schon viel bewirken.
          Auf der jetzigen Schule z.B. fliegen bei Mobbing die Täter, da wird nicht weggeschaut und gewartet bis das Mobbingopfer die Schule von selbst wechselt.
          Aber man kann oft beobachten, das die eigenen Eltern das Fehlverhalten ihrer Kinder entweder ignorieren oder sogar tolerieren und es dadurch noch stärken. Geht ja z.T. schon in der KiTa los.

          • Ich finde deinen Text gut.

            Leider hast du recht, dass oft die Eltern (meistens aus besseren/ akademischem Hause) gerne wegschauen um sich nicht mit dem Fleck im Charakter ihres Kindes auseinander setzen zu müssen.

            Du bist neu angemeldet?! Auffällig.

            Gruß

      (6) 04.02.17 - 17:39

      Hi,

      bei den einen ist es die mangelnde Erziehung, die Eltern sind nicht besser und sie schauen es sich ab ...bis hin zum Gruppenzwang, um dazugehörig zu sein.

      Bei uns schaltet jetzt der Klassensprecher die Tutoren ein, bevor das Gespräch mit dem Lehrer gesucht wird.

      Wir haben auch ein paar halbstarke Teenager in der 5. Klasse, leider überwiegend Mädchen, die ein Gossen-Jargon haben und sich schon super wichtig fühlen. Die Jungs sind echt OK.

      Es ist halt schade, da viele Kids noch Eingewöhnungsprobleme haben und dann mit solchen "Gören" konfrontiert werden und dann die Leistung deswegen in den Keller gehen kann.

      LG
      Lisa

    • (7) 04.02.17 - 22:08

      Hallo,
      zum einen denke ich, daß Ärgern zu den Dingen gehört, die Kinder austesten.
      Aber die Kinder, die das intensiver betreiben, bekommen entweder zu Hause zu wenige Grenzen gesetzt, was ein solches Verhalten betrifft, oder sie fühlen sich zu Hause unterdrückt oder zu wenig beachtet und versuchen deswegen, anderswo selbst Macht auszuüben.
      Diese drei Dinge gibt es nicht nur in sozial auffälligen Familien. Manchmal sind diese Dinge auch nur vorrübergehend.
      Die Mitläufer sind häufig Kinder mit sehr wenig Selbstbewußtsein.

      Übrigens sind die Ober-Mobber aus meiner Kindheit und Jugend immer noch A***.
      Dass sich das immer auswächst, kann ich also nicht bestätigen.

      LG

      Heike

      (8) 05.02.17 - 11:46

      Huhu,

      Bei meinem Sohn sind auch so ein paar Kinder in der Klasse. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es etwas mit fehlender Aufmerksamkeit zu tun hat. Vielleicht überspielen sie damit auch irgendwelche Unsicherheiten.

      Bei meinem Sohn ist ein Junge in der Klasse, der oft ausgegrenzt wird. Von Anfang an haben einige Kinder über diesen Jungen verbreitet, dass er doof ist, lügt und schon immer so war. Dabei ist es wirklich ein ganz sympatischer netter Junge.

      Bei uns in der Schule war damals ein Junge in der Klasse, der wurde immer ausgegrenzt. Leider hatte dieser Junge eben komische Eltern, die ihm völlig unmodische Kleidung anzogen, er trug immer Hochwasserhosen und war so das Gespött der Klasse. Er wohnte neben uns und als Kinder hatten wir noch zusammen gespielt. Allerdings moche ich ihn tatsächlich nicht besonders, da er bei Brettspielen immer schummelte. Ich habe mich zwar aus dem aktiven Ärgern immer herausgehalten, aber ihm auch nicht geholfen (jedoch immer mit schlechtem Gewissen). Es ist einfacher als sich zu positionieren und den Gegenwind auszuhalten. Heute würde ich anders handeln aber als Kind konnte ich das nicht. Erst in der 8. Klasse, als der Junge ein grandioses Referat über sein Hobby hielt, bekam er auf einmal Respekt. Vorher hatte er gar keine Chance. Vermutlich, weil den Kindern erst dann klar wurde, dass man Menschen nicht nach ihrem Äußeren beurteilen sollte. Keine Ahnung...
      Ein paar der Mobber aus meiner Schulzeit sind doof geblieben, aber die meisten haben dieses Verhalten nach der Pubertät abgelegt.

      LG

      Hanna

      • Aber der Junge war "unsozial", weil er schummelte. Veräppelt wurden dann zwar die Hochwasserhosen, aber der Grund war, dass er sich einfach nicht gemeinschaftstauglich benahm, oder?

        • (10) 08.02.17 - 09:45

          Ja, aber man hätte ihn auch einfach in Ruhe lassen können... In der Schule hat er nichts verwerfliches gemacht, er war einfach nur da.

    Ich glaube, dass Ärgern quasi die menschliche Form der Rangordnungskämpfe ist. Man testet aus, wen man ärgern kann, wer sich nicht ärgern lässt, findet so seinen Platz in der Gruppe.

    Und die Kinder, bei denen Mama vor lauter Mitleid mit dem Kind immer gleich zur Stelle ist und alles regeln will, sind leider meiner Erfahrung nach meistens die, die immer wieder geärgert werden.
    Die Kinder, die nie ärgern, sind entweder absolute Ausnahmeengel oder sehen ihren Platz in der Gruppe eher am unteren Ende und hoffen einfach, nicht weiter aufzufallen.

    Also,

    es ist natürlich zuvorderst eine Sache der Gruppendynamik. Das würde hier den Rahmen sprengen, alles genau zu erklären. Du kannst dich da aber bei Interesse gern mal einlesen. Eine Schulklasse ist wie keine andere Gruppe eine völlig erzwungene, die einzige grobe Gemeinsamkeit, die Kinder aufweisen müssen, ist das Alter (wobei da auch nur das nominelle Alter, nicht das entwicklungsmäßige), zumindest in der GS. Also völlig inhomogen und ohne die Chance, da wieder rauszukommen - man muss ja hin. Nun gibt es dort 1. verschiedene Gruppenrollen und in quasi JEDER Gruppe gibt es diese Gruppenrollen. Google mal Rollen in der Gruppe Tiere und schau die Bilder an, da gibt's eins, wo die verschiedenen Tiere die Rollen symbolisieren. Und 2. gibt es verschiedene Phasen der Gruppenbildung bis hin zur Auflösung. (Nicht nur) aus diesen beiden Thesen ergibt sich, dass Rangordnungen jeglicher Art zur Gruppe einfach dazu gehören.

    Wer nun welche Rolle einnimmt, hat nun sicher mit den verschiedensten Dingen zu tun. Da spielt sicher Erziehung mit rein, aber auch charakterliche Eigenschaften wie Empathie etc., aber auch die Reaktionen der Gruppenmitglieder oder der Lehrer oder aber auch der Eltern.

    Ich finde deine Einschätzung aber auch ziemlich einseitig. Du verteufelst nun die "bösen" Ärgerer, die anderen Kinder sind "brav". Das stimmt so nicht. Auch der absolut oberbrave, mega korrekte Streber kann wirklich krätzig sein und einen negativen Einfluss auf die Gruppe haben oder der Petzer oder derjenige, der einfach NIE einschätzen kann, wann etwas scherzhaft gemeint ist und wann wirklich böse.

    Die Beispiele von dir sind z.B. meines Erachtens Großteils harmlos und ein ganz normales Spiel unter Kindern, arten aber dann aus, wenn das "Opfer" sich aufregt und z.B. petzt. Wir erleben das als Lehrer oft, dass gerade "Außenseiter" sich einerseits beschweren, weil sie nie mitspielen dürfen, andererseits aber bei jedem Spiel gleich in Tränen ausbrechen oder petzen. So benutzt z.B. die halbe Klasse IRGENDEINE Mütze als "Ball" und wirft diese rum. Klar fällt diese Mütze auch mal in ne Pfütze, in den Schnee oder den Schulteich. Erstmal aus Versehen. Aber der Seppi regt sich mega auf, weint, läuft zum Lehrer, weil er meint, es sei Absicht gewesen.

    Grundsätzlich werden Hänseleien immer zum Großwerden dazu gehören und ich finde sie gelegentlich auch wichtig. So hatte ich z.B. ein Mädchen, das noch in der 6. Klasse täglich von Mami mit Kuss an der Schultüre verabschiedet wurde und Mami hat ihr noch die Jacke zugemacht. #zitter Die Kinder waren überraschenderweise eh kulant, aber ich hab der Mutter irgendwann die Meinung gesagt, dass sie sich nicht wundern müssen, wenn das Mädchen hierfür gehänselt wird. Weil IRGENDWANN muss sich ein Kind auch mal gegen sowas auflehnen bzw. man muss das als Mama auch mal checken.

    Natürlich finde ich es als Mama auch schade, wenn mein Kind plötzlich seinen süßen Kindergartenrucksack nicht mehr für Schulausflüge benutzen will, obwohl er ihm selber eigentlich noch gut gefällt. Oder wenn er mal Angst hat, weil ihm ein Viertklässler droht, die Mütze in ein Loch zu werfen. Andererseits erkläre ich meinem Kind, dass davon die Welt nicht untergeht und dass es eben auch "böse" Leute gibt auf dieser Welt.

    Und mal ehrlich: Sind Erwachsene immer um so viel besser?

    Und bevor die ganzen Helikoptermamis wieder über mich herfallen: Ich bin eine mehr als fürsorgliche Lehrerin und kümmere mich sehr um Außenseiter. Mit Umtreibern hab ich zwar ein Stück weit Verständnis, aber ich lasse da nichts zu, weil jedes Kind angstfrei zur Schule gehen muss und das mein Job als Lehrerin ist, dafür zu sorgen. Aber ich glaub schon, dass manche Eltern da eine sehr einseitige Sicht haben. Und wirklich böse Sachen passieren eigentlich nur in den aller-allerseltensten Fällen - zumindest hier bei uns auf dem Land. Ein bisserl Tratzen gehört dazu, daran wächst auch der Getratzte.

    P.S.: Die wildesten Reime zu Namen habe ich alle von meiner Oma gehört - sie ist 85. #rofl

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