update zum Thema Überspringen (März 2016)

    • (1) 04.02.17 - 17:57

      Hallo,
      möchte nach langer Zeit doch mal unsere Erfahrungen aufschreiben. Hatte letztes Jahr im März einen Beitrag zum Thema überspringen geschrieben, weil unser mittlerer Sohn in der Schule so verhaltensauffällig war und sich auch gelangweilt hat.

      Wir haben die erste Klasse dann überstanden mit Guten Tagen und weniger guten. Nach dem Osterferien hatte sich die Situation etwas beruhigt und so ließen wir erst mal alles wie es war. Das Zeugnis war dann auch recht gut, nur Noten im Sozialverhalten waren schlechter geworden, teilweise dritte Spalte.

      Die zweite Klasse lief dann auch recht gut an, aber der Frieden währte nicht lange. Diesmal war es aber auch unser Sohn der immer frustrierter und unzufriedener wurde, der im Gespräch äußerte, ddaß ihm die schule keinen Spaß macht und er sich wünschte, das er nicht so schlau wäre, damit es nicht so langweilig für ihn ist. Ständig geriet er mit seiner Klassenlehrerin in Streit und irgendwann kam er nach hause mit dem Wunsch, die schule zu wechseln. Dann hatten wir ein Elterngespräch mit der Klassenlehrerin und der schulsozialabeiterin, ich habe mich ganz schön erschrocken, dass die auch gleich dabei war. Im Gespräch wurde uns gesagt, dass unser Sohn den Unterricht massiv stört und die ganze Klasse vom lernen abhält. Da er aber wohl wirklich schlauer zu sein scheint, hatten sie dann vorgeschlagen, dass er im Januar in der dritten klasse schnuppert, ob er dort besser reinpasst. Gesagt getan, wir waren erleichtert, das von Seite der schule endlich mal ein wirklicher Vorschlag kommt.

      Den Januar hat er in der dritten klasse verbracht und fühlt sich dort sehr wohl. In mathe kommt er super mit, in deutsch müssen wir den Stoff zu hause nacharbeiten, aber das klappt auch immer besser. Wir kommen mit einer halben Stunde übungszeit zusätzlich zu den Hausaufgaben hin. Englisch bei seiner alten Klassenlehrerin ist sein aktuelles Lieblingsfach und auch sie sagt, er kommt ihr wie ein anderes Kind.

      Fazit für uns: wir hoffen, dass es weiterhin so gut läuft, wenn nicht haben wir ja ein jahr Bonus sozusagen. Wir sind aber sehr froh, dass wir bzw. er die Chance bekommen hat, es auszuprobieren, denn wir hätten nicht gewusst, wie wir sonst die Grundschulzeit überstehen hätten sollen. Die Kinder müssen eben auch in der schule Spaß haben, man kann nicht alles mit privaten Angeboten am nachmittag auffangen.

      Danke fürs lesen, ist recht lang geworden.

      Gruß quautschi

      Hallo Quauatschi,

      Ich wundere mich, was daran nicht verständlich sein soll ?#kratz

      Glückwunsch. Man kann euch nur wünschen, dass es dabei bleibt,

      Mein jüngeres Kind ist ähnlich. Habt ihr vorher nicht über eine vorzeitige Einschulung nachgedacht ?

      Ich hatte genau vor der von dir beschriebenen Situation Angst und dann inbesondere dass er sich im letzten Kindergartenjahr zum Tode langweillt.

      Der Weg, der allerjüngste in der Klasse zu sein, ist kein Zuckerschlecken. Wir entschieden uns bereits eigentlich mit zwei Jahren, das wir den Weg gehen wollen. Ab da war es so sichtbar und eigentlich hat es sich dann nur fortgesetzt. Am Anfang hatten wir Probleme die an sich nichts mit dem Thema Schule zu tun hatten aber selbst diese haben sich alle gelegt.

      Mein Kind hat jetzt Zeugnis mit ausschließlich 1er bekommen, dazu macht es Sport in zwei Vereinen. Es hat ältere Bewunderinnen in der Klasse. #schwitz

      Was beide Wege gemeinsam haben, ist gegen den Strom zu schwimmen und Mut zu haben. Mit meinem Kind ist ein Kind in der Klasse, das zurückgestellt würde und man sieht dem Kind an, dass es gut war es so zu tun.

      Nicht jedes Kind ist mit 6 reif und nicht jedes Kind muss bis zum sechsten Geburtstag warten. Genauso sind Kinder, die schlichtweg Klasse überspringen sollen. Der beste Schulfreund meines älteren Kindes hat eine Klasse übersprungen und jetzt geht er auf eine Schule für Hochbegabte.

      Viel Glück wünsche ich dir weiterhin.

      #winke

      • Hallo,

        Bei meinem Sohn war es ähnlich. Im Kindergarten war im langweilig. Trotzdem haben wir uns gegen eine vorzeitige Einschulung entschieden.

        Die erste Klasse fand er auch sehr langweilig. Wir haben ihm ständig gesagt in der zweiten würde es besser werden. Allerdings hat er eine super Klassenlehrerin, die ihm gerne anspruchsvollere Aufgaben gegeben hat. So durfte er in der 1. Klasse ein selbst erarbeitetes Referat über die Planeten in der Klasse vortragen.
        In der 2. Klasse hatten wir eine schwere Zeit . Oft saß er weinend vor den Hausaufgaben wenn er zum 10. Mal für ein und dasselbe Diktat üben sollte. Irgendwann hatte er dann einen WutAnfall wie ich es von meinem Kind nicht kannte. Dabei kam heraus dass er es nicht versteht, warum er das 10 mal üben muss wenn er es beim 2. Mal schon kann. Daraufhin hatte ich ein Gespräch bei seiner Lehrerin. Er bekam dann ein DeutschBuch für die 3. Klasse in dem er immer dann arbeiten durfte wenn der Rest der Klasse Wiederholungen als HA auf hatten. Von da an war mein Kind glücklich, ist wieder gerne in die Schule gegangen und hat auch wieder gerne HA gemacht.
        Seit der 3. Klasse ist es entspannter geworden. Allerdings ist er auch jetzt in der 4. Klasse nicht sonderlich gefordert.

        Aber er geht gerne und lernt auch gerne. Seine Lehrerin achtet immer noch auf differenzierte Aufgaben wann immer es möglich und erforderlich ist.

        • Hallo,

          wow, da scheint ihr aber wirklich Glück mit der Lehrerin zu haben. Meine seeehr laienhafte Meinung sagt mir auch dass es auch nach der vierten Klasse besser sein müsste, wenn die Kids dann aufs Gymnasium gehen können. #kratz Da seid ihr dann fast soweit.

          #herzlich

          Noch was fäll mir ein - jaaa, mit den Zusatzaufgaben ist es so eine Sache. Mein älteres Kind ist Klassenbestes. Es ist Gott sei dank aber nicht hochbegabt. dennoch kommen dann Neider und gerade unerfolgreiche Kinder begegnen ihm manchmal mit Missgunst. Mein jüngeres Kind fällt demgegenüber nicht auf. Im Gegenteil. Maximal sagt seine Freundin - der macht ja immer alles richtig. Wie ist es bei euch so ?

          • Die Kinder in seiner Klasse wissen schon, dass er alle Aufgaben ohne Schwierigkeiten lösen können. Er ist in einer sehr sozialen Klasse. So eine tolle Klassengemeinschaft kenne ich aus meiner Schulzeit überhaupt nicht. Mein Sohn ist aber auch sehr hilfsbereit den schwächeren Kindern gegenüber, er kann sehr geduldig mit anderen sein. Eine zeitlang ist er jeden Tag mit einem mädchen aus seiner Klasse für 10 Minuten zum Lesen üben auf den Flur gegangen. Das hatte für das Mädchen den Vorteil, dass es nicht vor einem Erwachsenen lesen musste, denn sie war sehr schüchtern.

            Auf der anderen Seite sind in der Klasse 2 I-Kinder, eins davon mit einer 1 zu 1 Betreuung. Dieses Kind bekommt auch komplett andere Aufgaben und schreibt nicht einmal die Klassenarbeiten mit. Es bekommt also noch mehr "Sonderbehandlung" als mein Sohn. Das wird als ganz "normal" von der Lehrerin vorgelebt und da gab es auch nie eine Diskussion drüber ob das ungerecht ist oder nicht. Mein Sohn erledigt ja erst mal alle Aufgaben die auch alle anderen machen müssen. Er ist halt schneller fertig und braucht dann was anderes. Die anderen Kinder sind eigentlich froh drüber dass sie nicht so schnell sind, denn so müssen sie ja "weniger" machen als mein Sohn.

      Hallo,
      erstmal danke für die nette Antwort.

      Bei der U8 oder U9, die zum 5. Geburtstag hat uns die KIÄ eine vorzeitige Einschulung empfohlen. Danach haben wir verschiedene Gespräche geführt, mit der Kita und der Familie. Aber alle haben uns davon abgeraten mit den typischen Ratschlägen: Gönnt ihm noch das kita Jahr, der Ernst des Lebens kommt doch noch früh genug. Mein Bauchgefühl hat damals zwar schon geschrien, das er das schaffen kann, aber ich hatte nach der Geburt unserer Tochter gerade wieder angefangen zu arbeiten und so war es einfach der leichtere Weg. So blöd sich das auch anhört.

      Wir haben das jetzt auch mehrfach bereut, aber das ändert ja nichts an der Situation und so mussten wir etwas unternehmen.

      Unsere Tochter ist auch im September geboren und mindestens ein halbes Jahr weiter in ihrer Entwicklung. Sie hat eine hohe Sprachkompetenz, deswegen werden wir sie wahrscheinlich ein Jahr früher einschulen mit knapp sechs Jahren dann. Wir hoffen, daß es so besser läuft.

      Geschrieben habe ich eigentlich aus dem Grund, dass letztes Jahr einige ForumsTeilnehmer meinten, man könne langeweile in der schule durch private Angebote auffangen. Das ist aber nicht immer der Fall. Unser Sohn hatte jeden tag 4 Stunden Unterricht, in denen er sich nicht wohl gefühlt bzw. gelangweilt hat, mit der zeit in der Betreuung war er dann gute 6 bis 7 Stunden in der schule. Das ist eine verdammt lange Zeit für ein Kind und da sollte man versuchen, es so zu gestalten, dass es sich wohlfühlt und einigermaßen ausgelastet ist. Zusatzaufgaben waren für unseren Sohn auch nie eine Option, da hat er die Zeit lieber zum Quatsch machen genutzt.

      In der neuen Klasse jetzt hat er sich gleich am 3. Tag für ein freiwilliges Referat gemeldet und (das mit uns zusammen) ausgearbeitet. Unsere Hilfe brauchte er für die Arbeit am Computer und für die Struktur.

      LG quautschi

Hallo quautschi,

meine Tochter ist direkt von der 1. in die 3. Klasse und es hat sie sehr entlastet.
Zum Ende der 4. wurde es nochmal quälend, aber dann ging es wieder.

Ich sage dir aber, aus eigener Erfahrung, hab immer gut ein Auge auf ihn.

Alles Gute #klee

Hallo zusammen!

Darf ich euch mal fragen, ob ihr das Verhalten eurer Kinder bzw. das Überspringen einer Klasse als Anlass gesehen habt, euer Kind auf HB testen zu lassen?

Meine Söhne (1. Klasse) sind in einer ähnlichen Situation.

Danke!
Pili

  • (13) 05.02.17 - 19:34

    Hallo,

    Mutig, dass du fragst. Ich wünsche dir hilfreiche Antworten.

    Hatte mal eine ähnliche Anfrage gestellt und bin von vielen Seiten angegangen wurden ????.

    Uns geht es mit einem Erstklässler ähnlich, er klagt über Langeweile, ist aber vom Verhalten nicht auffällig.
    Ich lasse die Situation jetzt erst mal so wie sie ist. Es gibt ein wenig zusatzförderung, leider nur nicht in seinem (ehemals) Lieblingsfach.

    Hoffe, dass es ab morgen besser wird, da es einen fachlehrerwecjsel gibt.

    Alles gute für euch.
    Viele Grüße

    Hallo Pili,

    eigentlich hatten wir bisher nicht wirklich vor ihn testen zu lassen, da ich nicht glaube, dass er wirklich hochbegabt ist. Ich glaube bei ihm kommen einfach mehrere Faktoren zusammen: großer Bruder und dadurch viel Umgang mit älteren Kindern, dann eine schnelle Auffassungsgabe und eine relativ leistungsschwache Klasse. Ich glaube, durch das Zusammenspiel dieser Faktoren kam es zu der Langeweile und dem nicht ausgelastet sein, obwohl er in mathe wirklich von Anfang an wesentlich weiter war als alle anderen.

    Ich habe mir aber überlegt, das wenn es uns in einem halben Jahr wieder so geht und er wieder gelangweilt ist und den Unterricht stört, dass wir dann wirklich mal zum Kinderpsychologen gehen um einfach mal zu gucken, was los ist. Ob er hochbegabt, teilhochbegabt oder vielleicht auch ADHS hat, aber ich hoffe, dass er jetzt in der Klasse normal mitläuft und sehe das dann einfach als Bestätigung, dass er wirklich ein jahr früher hätte zur schule gehen müssen.

    Ich kann ja vor den Sommerferien einen Zwischenbericht schreiben. ;-)
    Gruß quautschi

    (15) 05.02.17 - 22:30

    Hallo Pili,

    wir sind immer mal von Bekannten oder Freunden die unseren Sohn sehr gut kennen des öfteren gefragt worden, ob wir ihn testen lassen wollen.
    Wir haben uns auch mit dem Thema Hochbegabung auseinandergesetzt und uns am Ende gefragt was es uns und vor allem unserem Sohn bringt wenn wir seinen IQ kennen.
    Warte die erste Klasse ab. Wir haben unserem Sohn versucht zu erklären, dass es sein Job ist in die Schule zu gehen und auch mitzuarbeiten, auch wenn es manchmal langweilig ist und keinen Spaß macht. Der Papa würde ja nicht nur interessante Arbeit machen um Geld zu verdienen. Das hat er einigermaßen verstanden. Seine Klassenkameraden fanden sein Referat über die Planeten super. Er hatte auch noch mit seinem Opa ein Modell des Sonnensystems gebastelt und hat 3 Sachkundestunden bekommen um es vorzutragen. In der 2. Klasse gab es eine Sonnenfinsternis und da er der "Experte" für dieses Thema in seiner Klasse ist (Aussage der Lehrerin) sollte er einen Vortrag darüber halten und zwar am nächsten Tag. Redet mit dem Lehrer. Wenn die Kinder ihre normalen Aufgaben ohne murren erledigen sind die Lehrer oft dazu bereit den Kindern vertiefendes Material zu geben.

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