Freie Schule oder Staatliche Schule

    • (1) 06.02.17 - 21:54

      Huhu
      Ich habe einen nachgewiesen Hochbegabten 4-jährigen (zur Einschulung dann 5), er ist kognitiv und motorisch einfach Schulreif, auch sein Sozialverhalten ist super, nur emotional ist er eben nicht auf dem Stand eines 6 Jährigen (was für uns auch völlig ok ist).

      Nun sind wir vor kurzem umgezogen und er darf nur noch bis Juli in seinen alten KiGa.
      Nun ist die Frage einschulen und wenn ja wo, im KiGa ist er nicht mehr glücklich und weiß nicht wo mit sich hin, er schlägt in Denkspielen (Memory, UNO etc.) einfach alle und die Erzieher wollen nicht wie er das wünscht rechnen und schreiben üben.
      Der Vorteil der staatlichen Schule ist, sie ist vor Ort und er müsste nicht gebracht werden, aber ich habe aber angst das er dort untergehen wird, er ist eben jünger und ich denke das ihn dieser harte Umstieg überfordert.
      Die freie Schule hat Altersübergreifende Klassen (1- 4) und legt noch viel Wert auf spielen und dem eigenen Lerntempo, dh er könnte dort ohne Freunde zu verlieren wiederholen, aber gleichzeitig in Fächern wo er super ist auch sich mit älteren messen und auch von ihnen lernen, allerdings müsste ich ihn dann fahren und man darf das Schulgeld nicht vergessen.

      Ich hätte nie gedacht, dass das Thema Schule so komplex ist und das er immer ein doofer Sonderfall ist.

      Also hat wer Erfahrungen, vor allem zur freien Schule, wie ist es dort wirklich, haben Kinder später evtl. Nachteile?

      LG

      Lola

      • (2) 07.02.17 - 07:00

        hallo,
        hat er denn das vorschulprogramm durchlaufen?
        wenn eine einschulung befürwortet wird (von fachlicher seite, nicht von mütterlicher!), warum ist er dann aktuell kein vorschulkind? welche stellen stehen denn hinter euch? es ist ja nicht so, dass eltern einfach entscheiden können, wann ihr kind eingeschult wird, auch nicht, wenn sie es für sehr schlau halten oder es dies auch ist oder wenn es aufgrund von umzug den kiga verlassen muss. gerade uno und memory spielt wohl so ziemlich jedes 4-5jährige kind gut ;-).
        ob staatlich oder frei tut erstmal nichts zur sache, da würde ich mit beiden schulen kontakt aufnehmen und mir erstmal selbst ein bild im gespräch machen, vielleicht ergibt sich daraus auch einiges. beides kann besser oder schlechter sein und steht/fällt mit den personen, die dort unterrichten.
        vg

        • beim hospitieren der freien Schule hatten wir einen anderen Eindruck vermittelt bekommen als er in Wahrheit war, viele Kurse wurden gerade auf die Tage unseres Besuchs gelegt und selbstverständlich war da das Interesse der Kinder besonders hoch.

          Später haben wir auch Aussteiger Eltern kennengelernt die die gleiche Erfahrung wie wir hatten, aus diesen Grund finde ich dass bei einem angekündigten Besuch vorsichtig geschaut werden sollte.

      (4) 07.02.17 - 08:21

      Was hält denn die staatliche Schule von der Hochbegabtenförderung bei euch? Staatlich ist ja nun nicht gleichbedeutend mit "langweiliger Frontalunterricht, der für alle gleich ist".
      Bei uns verwenden alle Klassen schon immer differenziertes Unterrichtsmaterial. Die Verlage geben also 4 Arbeitsbücher, die quasi identisch sind und nur einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad haben, heraus. Während also beim Förderheft alles sogar noch farblich markiert ist, es immer eine Beispielaufgabe gibt,... - muss man im Forderheft sich seine Aufgaben eben immer öfter selbst herleiten.
      In unserer staatlichen Schule gibt es für die Hochbegabten einmal in der Woche 2 Stunden eine extra Förderung. Da fehlen sie direkt im Unterricht. Im Gegenzug betrachtet fehlen Behinderte ja auch im Unterricht, wenn sie zur Therapie sind oder wenn sie ihre spezielle Förderungen "Alltagspraktische Fähigkeiten" oder "Psychomotorik" haben. Diese Zeit der "kleineren Klassen" werden bei uns dann genutzt, um die Schwächen der "Normalos" in einer deutlich besseren Lernumgebung zu verbessern. Also eine win-win-win-Situation.

    (6) 07.02.17 - 08:28

    HI,

    ich hab einen hochbegabten mittlerweile 8jährigen hier daheim ... gerade, wenn dein Sohn im emotionalen Bereich noch nicht so fit ist, würd ich alles mögliche unternehmen, nur ihn nicht jetzt schon in die Schule schicken. Das ganze organisatorische Drumherum in der Schule ist wirklich nicht zu unterschätzen. Habt ihr nicht die Möglichkeit, ihn in einen alternativen Kindergarten zu schicken? Monte - Waldorf - Waldkindergarten? Wo er anderen, neuen Input bekommt und auch emotional noch reifen kann? Ich will dich nicht demotivieren, aber das Regelschulsystem ist für ein hochbegabtes Kind kein Zuckerschlecken. Die Lehrkräfte sind in den allerseltensten Fällen darauf vorbereitet, Differenzierung findet statt, aber meist nur von unten zur MItte hin, nicht aber von der Mitte des Leistungsspektrums nach oben hin ...

    Wie lange ist denn die freie Schule? Bis zur 4.Klasse? Muss er danach für weiterführende Schulen eine Aufnahmeprüfung machen oder ist sie staatlich anerkannt? Nach welchen Rahmenvorgaben wird unterrichtet? Wer unterrichtet? Das wären meine Fragen an die Schule.

    LG

  • (7) 07.02.17 - 08:31

    Ich kenn Eure Schulen nicht, deshalb gebe ich nur mal eigene Erfahrungen aus der Familie weiter:

    Bei freien Schulen musst Du ganz genau hinschauen! Hier gibt es eine freie Schule, die auf dem Papier wunderschön klingt und auch gerne gut verkauft wird. In der Realität ist die Schule aber so frei, dass die jüngeren Schüler von den älteren massiv unterdrückt und für Machtspiele missbraucht werden, bis hin zu einem lebensbedrohlichen Vorfall. DAS wurde natürlich nicht erzählt. Leider hat sich auch danach nicht wirklich etwas an der Schule geändert, so dass die Kinder sich immer noch völlig frei entfalten. Nur leider nicht unbedingt in eine gesellschaftstaugliche Richtung.

    Was Deinen Sohn angeht: Welcher Bereich ist Dir besonders wichtig?
    Körper: Dass er gesund ist.
    Geist: Dass er klug ist.
    Seele: Dass er zufrieden ist.

    Für mich ist neben der Gesundheit die Seele ein wichtiges Kriterium als der Verstand. Wenn Du also denkst, Dein Sohn ist seelisch noch nicht so weit für die Schule, dann wäre das für mich ein deutliches Signal, ihn noch nicht einzuschulen, auch wenn er ein helles Köpfchen ist.
    Gerade bei hochbegabten Kindern (wird das wirklich mit 4 schon getestet? Scheint mir sehr früh für eine verlässliche Aussage) ist es wichtig, dass die Seele Zeit hat zu reifen und nicht hinter den kognitiven Fähigkeiten vernachlässigt wird.

    (8) 07.02.17 - 08:49

    Hallo Lola,

    zunächst einmal besteht deutschlandweit der Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Auch wenn das am alten Wohnort nicht mehr möglich ist, könnt ihr das am neuen sehr wohl geltend machen. Auch Kindergärten sind in der Lage entsprechend zu fördern, so dass eine vorzeitige Einschulung nicht immer nötig ist.

    An der freien Schule wäre für mich entscheidend, ob es sich dabei um eine sogenannte staatlich anerkannte (nicht nur genehmigte!) Ersatzschule handelt. Nur dann sind dort erworbene Abschlüsse anerkannt und auch ein Wechsel auf eine staatliche Schule in der Regel problemlos möglich.

    Welche Schule besser ist, kommt ganz auf die Schule selbst an - und auch auf das Kind. Es gibt Kinder (ob hochbegabt oder nicht), die mit dem freien Lernen in altersübergreifenden Klassen nicht klar kommen und Kinder, für die das ganz super ist. Das steht und fällt auch mit der jeweiligen Lehrkkraft. An unserer örtlichen freien Schule sind die Unterschiede zwischen den Lerngruppen enorm, was für uns ein Grund war uns für die staatliche Schule zu entscheiden.

    Ebenso ist die Umsetzung des pädagogischen Grundkonzeptes entscheidend. Waldorfschulen unterscheiden sich in der Umsetzung der grundlegenden Steiner-Pädagogik. Da muss man dann selbst entscheiden, in wie weit man da mitgehen kann, gerade das die kritischen Gesichtspunkte angeht - und damit meine ich nicht das gern belächelte "Namen tanzen".

    Gleichzeitig bedeuten altersgemischte Klassen auch, dass nicht nur ein mögliches Wiederholen, sondern auch ein Überspringen leichter ist. Und dazu kommt es dann gerade an freien Schulen zwangsläufig, wenn Kinder eben alles gelernt haben. Bei unserem Großen, ebenfalls mit 5 eingeschult, standen wir nach dem Halbjahr der ersten Klasse vor der Wahl, ob wir in im jahrgangsübergreifenden Lernen 1+2 in seinem Tempo weiterlaufen lassen wollen oder ganz bewusst "ausbremsen", um zu verhindern, dass er mit 6 Jahren dann plötzlich in der 3.Klasse sitzt. Ausbremsen bedeutete dann eben, keine weiteren Aufgaben, sobald seine erledigt waren, sondern Zeit, um ein Buch zu lesen, "Hilfslehrer" spielen, mal einen Vortrag vorbereiten.

    Da dein Sohn offensichtlich bereits getestet ist, weißt du ja auch, in welchen Bereichen die Hochbegabung wie ausgeprägt ist. Entsprechend lässt sich abschätzen, in welchen Fächern mit einem entsprechenden Lernvorsprung gerechnet werden kann, damit dann darauf eingegangen werden kann. Ebenso darf man nicht vergessen, dass auch eine attestierte Hochbegabung in dem Alter nur eine Momentaufnahme ist und sich bedingt durch die unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeit ebenso zu einer Normalbegabung entwickeln kann. Das heißt aber auch, dass du dann ggf. ein Kind hast, dem Lernen und Schule "nur" noch normal leicht bzw. schwer fällt - und zusätzlich, dass er dann in höheren Klassen der Kleine ist, bei dem Defizite im emotionalen Bereich immer noch absolut logisch sind, dann aber mehr ins Gewicht fallen, weil sie schulische Schwierigkeiten potenzieren können. Eine Entscheidung für eine vorzeitige Einschulung egal an welcher Schule sollte man also nie ohne die worst-case-Planung für die weiterführende Schule machen.

    lg, Kathrin

    (9) 07.02.17 - 09:13

    Hallo Loal,

    ist es nicht so, dass er von der Stelle, die ihn auf Hochbegabtenstiftung getestet hat, auch Unterstützung bekommt? Eigentlich müssten die euch weiter beraten/begleiten.

    Vg

    (10) 07.02.17 - 09:14

    Guten Morgen, wir haben vor Jahren einen weiten Umzug in kauf genommen damit unsere Kinder eine freie Schule besuchen können, wir waren wie ihr der Meinung dass sei für ihre Entwicklung besser.
    Unsere älteste wurde dann dort eingeschult, aber nach nur wenigen Monaten begannen erste Probleme, die Kinder waren dort alles andere als sozial, man kann das eher als Egoismus bezeichnen, die Lehrbegleiter haben Gruppenbildung akzeptiert und befürwortet, unsere Tochter ist ein offenes Mädchen die bei allen gut ankam , allerdings gab es dort ein Mädchen mit dem sie sich befreundet hat, welches von anderen ausgeschlossen wurde, so stand sie oft zwischen den Stühlen mit wen sie spielen möchte , diese Erfahrung hat sie mit 6 Jahren was Freundschaften betrifft sehr vorsichtig gemacht , in meinen Augen hätte so etwas indem Alter nicht sein dürfen.

    Ein weiteres Problem war den Kindern wurde dort vermittelt, es sei cool nicht lesen zu können und nur zu spielen, es wurden auch wenige Sachen angeboten, die dann oft nicht statt fanden oder der Lehrbegleiter verlies mitten drin den Raum, und hat gesagt die Kinder sollen mal selber machen.
    Fehler beim lesen wurden nie korrigiert, sprich meine Tochter verwechselte von Anfang das kleine b mit dem kleinen d und prägte sich das auch falsch ein.

    Zum anderen war sie angenervt nichts zu lernen da sie von ihren gleichaltrigen Freunden aus dem Sportverein doch viel mitbekam.
    So fing sie an darauf zu bestehen das ich nachmittags mit ihr lerne, das war der reinste Horror da ich das nicht gut kann und sie nur lernen, lernen, lernen wollte.
    Nach dem ersten Schuljahr verschlimmerte sich alles nochmals, sie wollte nicht mehr in die Schule es war ihr zu langweilig, sie war nur am lernen, wollte nicht mehr spielen nicht mal zu Hause in jeder freien Minute sezte sie sich vor ihre Bücher und bestand auf Nachschub, der einzigste Ausgleich war der Sport, sie machte jeden Tag irgendwas.
    Für mich war das ein schlimmer Anblick, wie eine Maschine, es war kein Kind mehr.

    Zum Ende des Kalenderjahres klagte sie oft morgens über Kopf-und Bauchschmerzen, aber sobald ich ihr anbot zu hause zu bleiben war alles wieder gut.
    Wir hatten Gespräche mit der Schule, sie meinten das wäre eine Phase und sie macht zu viel Sport, sie soll spielen, in der Schule wurde ihr lernen immer mehr verboten oder sie wurde ausgebremst, sie ging mittlerweile in Kurse für ältere Kinder, wo sie aber oft alleine war denn auch ältere Kinder 9-10Jährige hatten wenig Interesse an neuen Dingen.

    Durch all das hatten wir auch zu Hause Unstimmigkeiten, schließlich setzte ich mich mit der örtlichen Regelschule in Verbindung und das Kind durfte 2 Wochen zur Probe dorthin gehen.

    Als sie am ersten Tag heim kam, verkündete sie mir sie würde nie wieder in die freie Schule gehen.
    Auch nach 2 Wochen war sie der Meinung, in vielen Sachen war ihren Mitschülern voraus, aber dinge wie flüssig lesen oder Rechtschreibung mussten wir in den ersten Monaten üben zum ende der 2ten Klassen hat sie alles aufgeholt und machte nach der Schule nur noch die Hausaufgaben, noch mehr lernen wollte sie nicht, sie fing wieder an zu spielen und machte weiterhin ihren Sport.
    Auch in Klasse 3 und 4 macht sie nur das nötigste, lernt nicht extra Noten sind gut und sie macht Leistungssport und natürlich viel spielen, ein ganz normales Kind also.

    Ihre Schwester hat heimlich still und leise mit knapp 5 lesen und schreiben gelernt, durch abschauen zu Hause (so wie wir es uns gedacht haben mit der freien Schule)
    Dadurch war die erste Klasse Regelschule nicht interessant aber die Lehrkraft hat ihr Aufgaben gegeben die sie fordern auch in der 2ten Klasse ist es in deutsch immer noch so. Hausaufgaben hat sie dadurch fast nie auf, wird alles in der Schule gemacht, aber sie langweilt sich nicht , sie spielt noch Geige, übt also täglich und macht wie ihre Schwester Leistungsport und spielt auch viel am Tag.

    Daher sag ich dir eine freie Schule ist für Kinder die hochbegabt sind (meine sind es nicht ) definitiv nicht geeignet den schon normale aber pfiffige Kinder gehen dort unter.
    So eine Schule ist eher was für Kinder die noch nicht schulreif sind und länger brauchen oder einfach sehr verspielt sind.

    Wenn ein Kind sich langweilt dann kann durch Kurse, Musik oder Sport den Ausgleich finden.

    Nachteile nach dem Besuch einer freien Schule, ja bei den meisten Kindern sind diese vorhanden, die Schulleitung und Lehrer waren über unsere älteste doch sehr erstaunt dass sie soviel konnte und auch alles umsetzen konnte Hausaufgaben und co, die meisten Kinder müssen mindestens eine Klasse wiederholen und auch ältere haben selten einen höheren Wissenstand als 1-2 Erstklässler nach 4 Jahren freien Schule.

    • (11) 07.02.17 - 09:16

      Nachtrag:

      Das Soziale Verhalten der Regelschüler war super, meine älteste wurde sofort in die Klassengemeinschaft aufgenommen und hat Freunde gefunden.

(12) 07.02.17 - 11:14

Regelschulen sind trotz gleichem Lehrplan doch meist sehr verschieden. Die individuelle Förderung, die der einen Lehrkraft gelingt kann in der Nachbarschule, oft auch schon der Nachbarklasse, völlig fehlen.

Unsere Erfahrung mit der Regelschule ist, dass von leistungsstarke Kinder nur wenig gefordert wird. Es wird viel Zeit in die Förderung von leistungsschwachen Schülern investiert, da gibt es zusätzliche LRS-Kurse, der Stoff wird 5x durchgekaut etc.

Man ist froh über die Schüler, die keinen zusätzlichen Aufwand machen - ob man ihnen gerecht wird, darüber hat die Lehrkraft gar keine Zeit nachzudenken.
Was fast komplett auf der Strecke bleibt ist, auf die emotional-soziale Entwicklung des einzelnen Kindes einzugehen. Dafür ist die Spanne in der Klasse einfach viel zu groß, sowohl in der kognitiven als auch sozialen Entwicklung. Bei uns gibt es keine Differenzierungsstunden mehr, in denen früher auch mal Kleingruppen oder einzelne Kinder von einer zweiten Lehrkraft betreut wurden. Auch Hausaufgaben gibt es immer im Kollektiv - Einheitsbrei auf der ganzen Linie. Obwohl ich mit der Lehrkraft individuelle Aufgaben besprochen habe, sie sogar den Klassensprung vorschlug - andere Aufgabenstellungen bekam das Kind nicht. Es soll ja keine Sonderstellung bekommen :-[.

Was wir von den bekannten Privatschulen wie Waldorf/Montessori gehört haben, ist nicht wirklich viel aufmunternder. Dort ist das Tempo zwar besser dem Schüler angepasst, doch oft insgesamt eher langsam. Und die Gefahr, dass Lücken in den ungeliebten Fächern (die ja auch HB-Kinder haben) entstehen, sehr groß.

Internationale Schulen sind wohl oft die bessere Alternative - wenn man sie sich leisten kann.

Mein Rat: Schau dich in eurer Umgebung nach Vereinen oder Förderzentren für Kinder mit Hochbegabung um.
Es gibt spezielle Anlaufstellen für Eltern und Kinder, wir haben in unserem regionalen Verein schon einige wertvolle Tipps bekommen, da sich dort eben das Fachwissen und die Erfahrungen vor Ort sammeln. Außerdem gibt es dort Fachleute, die wissen welche Schulen evtl. schon Erfahrung mit diesen Kindern haben oder zumindest kooperativ sind.
Es gibt deutschlandweit z.B. bei 'Mensa' auch regionale Ansprechpartner. Dort solltet ihr euch Hilfe holen.

lg
murkel

(13) 07.02.17 - 11:40

Hallo!

Ich kann dir von unserer Erfahrung berichten.
Meine Jungs (1. Klasse) gehen auf eine Montessorischule, mit klassenübergreifenden Klassen (1-3), individuellem Lerntempo, es wird großen Wert auf selbstbestimmtes Lernen gelegt, dabei immer mit einem guten Blick auf das einzelne Kind. In einer Klasse sind ca. 24 Kinder, davon 3-5 mit Integrationsbedarf. Es gibt 3 Lehrer (davon 1 Förderlehrer) und entsprechend Schulbegleiter. Es sind normalerweise mindestens 4 Lehrer/Schulbegleiter in der Klasse.

Für meine Kinder, die nicht hb-getestet, aber sehr fit sind und sehr schnell lernen (aktueller Stand ca. 1 Jahr weiter), ist diese Schulform ideal. Sie werden nicht gebremst, im Gegenteil, sie werden nach ihren Anforderungen gefördert.
Das Tolle dort ist, dass sie durch die klassenübergreifende Klasse nicht so sehr einen Sonderstatus bekommen, da es eben nicht so auffällt. Das finde ich für den sozialen Umgang unter den Kindern sehr gut.

Auch unsere Schule ist eine private Schule und somit fällt Schulgeld an, welches einkommensgebunden ist. Durch den gebundenen Ganztag ist somit aber auch die Über-Mittag- bzw. Nachmittagsbetreuung "abgedeckt", welche wir an einer "normalen" Grundschule auch zahlen müssten. Wir zahlen schon etwas mehr, aber ganz ehrlich: Es ist uns jeden Cent wert!
Auch die Fahrerei würde ich in jedem Fall in Kauf nehmen!

Ich würde mich genau erkundigen, welches Konzept beide Schulen fahren und schauen, welches euch bzw. auch eurer Einstellung eher entspricht. Zusätzlich würde ich das Gespräch mit der Schulleitung o.ä. suchen, um das Thema hb konkret anzusprechen und zu sehen, wie mit dieser Situation umgegangen wird.

Ich wünsche euch eine gute Entscheidung!
Alles Gute,
Pili

(14) 07.02.17 - 12:01

Hallo,

meiner Meinung nach muss auch ein Hochbegabter mit dem normalen Leben klar kommen und dazu gehört, dass er lernt, dass das Leben nicht immer nur spannend und herausfordernd ist.

Von einer Schule, die zu spielerisch arbeitet, halte ich nichts.
Wenn Du Pech hast, spart Dein Sohn sich da die Aufgaben, zu denen er keinen Bock hat und kommt mit einem Defizit in dem Bereich aus dieser Schule.
Auf der weiterführenden Schule muss er das dann nacharbeiten, und wenn er dazu weiterhin keinen Bock hat, kann ihn das das Abitur kosten. Da kann er anderswo auf Universitäts-Niveau sein und hochbegabt, wie er will.

Wenn Du wirklich wissen willst, wie es an dieser Schule bei Euch läuft, frag' Eltern, die Kinder dort haben. Wenn Du niemanden kennst, frag' Nachbarn oder Bekannte. Erfahrungsgemäß haben Schulen erstens einen bestimmten Ruf in der Gegend und zweitens kennen die eventuell jemanden, mit dem Du sprechen kannst.

Falls das eine Waldorf-Schule sein sollte, würde ich sie mir übrigens auf jeden Fall sparen. Die haben für mich schon etwas von einer Sekte. Google mal nach den Lehren von Steiner.

Wenn Dein Sohn noch zu verspielt für die Regel-Schule ist, ist Schule eben noch nichts für ihn. Fachlich könnten viele Kinder ein Jahr früher zur Schule gehen, aber die Kinder müssen mit Kritik und Fehlschlägen umgehen können, stillsitzen können, sich organisieren können usw.

Steck' ihn lieber noch ein Jahr lang in einen Kindergarten, der anspruchsvolleres Material hat (z.B. Montessori, da waren unsere Kinder). Da kann er emotional reifen und dann in die Regel-Schule wechseln. Wenn er da ein Überflieger sein sollte, kann er immer noch springen.

LG

Heike

  • (15) 07.02.17 - 17:33

    Hallo!

    Hochbegabte Kinder brauchen genau so Förderung wie z.B. auch Kinder mit Lerndefiziten.
    Die Meinung, dass hochbegabte Kinder so mitlaufen können, da sie ja schon so schlau sind, ist schlichtweg falsch. Es ist für diese Kinder sehr belastend und wäre sicher keine pädagogische Maßnahme, die sie dazu bringt, im normalen Leben klar zu kommen. Das geht eher nach hinten los.

    DIe Idee mit anderen Eltern zu sprechen, deren Kinder auf den Schulen sind, ist doch gut. Das stimmt, da bekommt man meist eine ehrliche Meinung! Allerdings ist es sicher ratsam mit mehreren zu sprechen, damit man einen guten Durchschnitt erfährt.

    Montessorischulen oder auch Freien Schulen arbeiten nicht spielerisch, sie haben einfach nur ein anderes, für viele ungewohntes und unbekanntes Konzept. Sicherlich macht es Sinn, sich gerade dann besonders gut über das Konzept zu erkundigen und mit Lehrern und Eltern zu sprechen, damit sowas, was du ansprichst, eben nicht passiert. Es steht und fällt an diesen Schulen mit dem Konzept und dann auch mit den Lehrern, wie an anderen Schulen ja auch. Die Lehrer müssen mit den offenen Lernkonzepten aufmerksamer sein, die Eltern müssen sowohl den Lehrern, als auch ihren Kindern ein grosses Vertrauen entgegen bringen. Für einige ist das eben nichts.

    Den Kindern kann es erfahrungsgemäß sehr viel bringen, sowohl vom sozialen Umgang, als auch vom Lernen her. Nur weil die Kinder (mal mehr mal weniger) frei ihren Unterrichtsstoff wählen können, heisst es nicht automatisch, dass sie mit Defiziten die GS verlassen. Es gibt einige Studien darüber, dass Kinder, die an solchen Schulen waren, wesentlich eigenständiger und selbstständiger Arbeiten. Vom Wissen her sind sie auf einem Stand mit den Regelschulen.
    Wichtig zu wissen wäre, ob die Schule an die Lernpläne des jeweiligen Bundeslandes gebunden ist.

    Also bitte nicht verallgemeinern ;-)

    Alles Gute,
    Pili

(16) 07.02.17 - 12:28

Hallo,

ich kann dir nur von meiner Tochter berichten. Sie hat ADS und überdurchschnittlich Intelligent. Laut Psychologe vermutlich eher hochbegabt ohne ADS bzw. wenn wir uns für Medikamente dagegen entscheiden würden.

Sie ist nicht zu früh eingeschult worden mit 6,5 Jahren aber sie war sozial-emotional noch nicht soweit. Nicht negativ wegen aggressiv auffällig, nein zu ruhig und teilweise Hilflosigkeit bei Konflikten. Lässt auch heute noch vieles über sich ergehen und geht nicht zum Lehrpersonal. Die 1. Klasse war "sehr" schlimm. Sie glänzte mit Desinteresse, weil sie einfach schon alles konnte, war aber nicht weit genug damit adäquat umzugehen. Hat sich zu Unsinn anstiften lassen und/ oder hat selbst welchen verzapft. Problem ist, oft gar meistens können Schulen mit "anders Seienden Kindern" nicht umgehen. Man wird schnell abgestempelt. Keine kann hellsehen, keiner kann heute sagen wie es wäre wenn sie später eingeschult worden wäre oder anders gefördert worden wäre. Teilweise ist sie doch sehr unglücklich. Hat phasenweise keinen "Bock" auf Schule. Aktuell geht sie wieder gerne wegen neuer (jüngerer) Fachlehrer die anders auf sie eingehen. Im Sommer wird sie aufs Gymnasium versetzt. Es war ihr Wunsch den wir entsprechen. Von der Schule hat sie aufgrund ihres Verhaltens "nur" eine eingeschränkte Gymnasialempfehlung. Wir hoffen das es die richtige Entscheidung ist und sie durch neuen "höheren" Input Lust auf Schule hat und es nicht nach hinten losgeht. Denn nicht nur der IQ ist wichtig, dazu gehört so viel. Hört auf euer Bauchgefühl. Ihr kennt euer Kind, jedes Kind ist anders.

Alles gute.

LG

(17) 09.02.17 - 10:01

Danke für eure Antworten.

Wir waren auf dem Elternabend der staatlichen Schule und zumindest auf diese wird er nicht gehen, die Leitung ist sehr ziel fokussiert und mir gefällt dieses Prinzip nicht, schwach wird einfach immer zurück gestellt um den Schnitt zu heben und zu gut wird einfach nur verwahrt, nur für das gesunde "normale" Kind wird wirklich gesorgt. Ich habe nicht das Gefühl dort glücklich zu werden und auch Zwergnase würde dort nicht optimal gefordert und gefördert werden.
Am Samstag schauen wir uns nun die Freie Schule an, bisher gefällt mir das Prinzip gut.
Mit Lern und Projektphasen und eben der Möglichkeit durch die gemischten Klassen ihm sein Tempo zu lassen, also lasse ich mich mal überraschen. Notfalls kann ich ihn nach einem Jahr auch regulär in die staatliche Schule in die erste Klasse schicken, falls es wirklich nicht passt.

LG
Lola

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