Belohnungssystem für zu Hause - Erfahrungen

    • (1) 08.02.17 - 07:55

      Hallo,
      bisher dachte ich, dass es ohne sowas gut klappt. Doch seit diesem Schuljahr, beide Kinder (2. u. 3. Klasse) sind total motzig, es wird ständig verglichen "warum muss ich den Müll wegbringen?" etc. ..........nun kam mir der Gedanke, doch mit einem Belohnungssystem anzufangen. In der Hoffnung, dass das das ständige vergleichen u. gemotze aufhört.

      Wer kann mir von seinen Erfahrungen berichten?
      Bei uns kommt hinzu, dass der Kleine vielleicht ADS (Testung läuft) hat. Er braucht länger für Hausaufgaben, braucht mehr Unterstützung, sein Selbstmanagment, bedingt durch schlechte Konzentration, ist nicht so gut -> vergisst ständig was, z. B. ich schicke ihn zum Zähneputzen ins Bad und er kommt nach 2 Minuten und fragt "was sollte ich machen?"

      Hat jemand Tipps?
      Lg Judith mit Johanna (9) und Jonathan (7,5)

      • Guten morgen,

        ich habe so ein System bei meiner besten Freundin (Zwillingsmädchen 7 J. und Junge 10 J.) mitbekommen. Sie hat damit angefangen als die Mädels in die Schule kamen und ähnliche Probleme wie bei euch auftraten.

        Fazit: es wurde eher schlimmer

        Der Große hatte auch den Verdacht auf ADS (wurde am Ende aber nicht bestätigt) und braucht für alles länger.
        Hat er gesehen das seine Schwestern ihre Aufgabe(n) für den Tag bereits erledigt, und ihren Sticker bekommen hatten, ging das große Geheule los. Die Mädels haben ihn dann auch noch geärgert. Anders herum ging das natürlich auch. Der Große war fertig und fing an zu sticheln.

        Sie hat nach 3 Monaten das Ganze wieder abgeschafft und jetzt gibt es täglich die Aufgaben, reihum verteilt und wer meckert darf eben abends nicht mehr Fernsehen oder ans Tablet usw.
        Das funktioniert viel besser.

        LG
        Tanja

        • Abends geht's (vor dem Schlafen) bei uns eh nicht mehr an den Fernseher oder Computer ...somit fällt das flach, mit Fernsehverbot kann ich höchstens den Kleinen bestrafen, die Große interessiert das wenig. Aber mir wird schon was einfallen!
          Lg Judith

      Ich halte gar nichts von solchen Systemen.

      Warum willst du sie belohnen, wenn sie das machen, was ihre Pflicht ist? Wirst Du dafür belohnt, dass Du morgens aufstehst und das Frühstück machst oder so etwas?

      Und was suggerierst Du damit Deinen Kindern? Du machst nur etwas, wenn vorher schon klar ist, dass dafür eine Belohnung winkt? Oder ich bezahl Dich für gute Laune?

      Halte ich beides für nicht überlebenstauglich im "wahren Leben".

      Was die Kinder vergleichen, habe ich nicht wirklich verstanden. Fühlen sie sich ungerecht behandelt? Dann sorg dafür, dass sich beide ungerecht behandelt fühlen, dann sorg für ein transparentes System. Und vergiss nicht einzufügen, was DU alles tust, vor allem auch, wenn Du arbeiten gehst, es also noch zusätzlich zu Deiner "Schule" machst.

      Motzigsein kenne ich gut, meine Tochter ist auch in der dritten Klasse. Sie ist aber nicht motzig, um mich zu ärgern, sondern weil sie ko ist, weil die Anstrengungen in der Schule ihren Tribut fordern, weil... Meist hilft es da am besten zu sagen "Neustart! Wir machen jetzt etwas schönes" - kuscheln und ausruhen oder ein gemeinsames Spiel oder was immer der Seele gut tut.

      Was das Zähneputzen angeht: Dann geh halt mit und schau, dass er die Zahnbürste in die Hand nimmt. Ist das passiert, kannst Du Dich ja wieder entfernen, dann wird er schon wissen, was er damit zu tun hat.

      Auch wenn die Kinder in dem Alter schon relativ gross sind - es sind immer noch Kinder und dürfen auch noch so behandelt werden.

      • Danke! Genau das waren meine Argumente dagegen. Die Kinderärztin meinte, man könne es probieren .........die Klassenlehrerin vom Kleinen auch, mein Mann war dann auch voll begeistert u. möchte es versuchen .........doch ich denk mir: dann wird verglichen wer was machen muss und das Gestreite geht eh gleich wieder los!

    ich halte von solchen Systemen rein gar nichts, es gibt aufgaben die schlicht und einfach erledigt werden müssen, ich würde da eher nen Plan machen mit Aufgaben für die die Kinder zuständig sind jeder soll sich selber aussuchen waser gerne machen möchte, die unbeliebten werden dann im Losverfahren gezogen und wöchentlich gewechselt, wenn gemotzt wird einfach überhören und gut ist. persönlich mag ich auch nicht jede Arbeit im Haus aber was muss das muss.

    So ein Plan hilft auch bei der Selbstorganisation.

  • Hallo,

    Belohnungen haben bei uns nur immer sehr, sehr kurzfristig funktioniert.

    Bei unserem Großen (7.Klasse) funktioniert Belohnung schon seit einiger Zeit sehr gut, aber die Belohnung ist eigentlich eine logische Konsequenz.

    Nach der Schule muß das Handy abgegeben werden. Ihm ist klar, daß er nur eine Chance hat das Handy nachmittags nochmal zu bekommen, wenn er mich gütig stimmt.

    d.h. Hausaufgaben erledigen. Danach fragt er immer ganz lieb ob er nicht helfen kann und macht die Dinge dann auch ohne murren. Meistens darf er dann auch ans Handy, manchmal aber auch nicht, wenn was anderes noch ansteht.

    Das System hat er selber raus bekommen. Wenn ich sagen würde.... wenn du dies oder jenes erledigt hast darfst du ans Handy, hätten wir riesige Diskusionen. Warum die Schwester das nicht erledigt usw.

    Was ich halt öfter erwähnt habe ist "Glaubt ihr ehrlich, wenn ihr hier ein Theater macht, daß ich Lust habe euch entgegenzukommen?"

    Liebe Grüße:-D

    Martina

    Hallo,

    so ganz verstehe ich nicht, was deine Kinder da vergleichen. Jeder hat bestimmte Aufgaben oder wechselt das regelmäßig? Da könnte man ja einen Plan aufstellen, wer was machen muss. Dann sehen alle, ob die Aufgaben "gerecht" verteilt sind. Und natürlich muss jeder seine Aufgaben erledigen.

    Bei uns gibt es kein Belohnungssystem, sondern ein "erst die Arbeit, dann das Vergnügen". Erst wenn die Kinder ihre Aufgaben erledigt haben, dürfen sie spielen/fernseh gucken etc.

    Was willst du denn belohnen, das die Aufgabe erledigt wird oder dass dabei nicht gemeckert wird?

    LG

    (9) 08.02.17 - 09:56

    Huhu,

    bei uns hat es gut funktioniert. Allerdings haben wir nur ein Kind. Mein Sohn hatte ein paar Baustellen Anfang der Grundschule. Er hat morgens auch immer sehr getrödelt, obwohl wir schon ausreichend Zeit eingeplant hatten. Er hat dann für halbwegs flottes Anziehen und Zähneputzen ohne Aufforderung jeden Morgen jeweils einen Pokerchip bekommen, also insgesamt 2. Die Chips konnte er dann am Samstag immer einlösen. Nach einiger Zeit hat es super geklappt und wir haben das ganze wieder einschlafen lassen.
    Ich habe mal irgendwo gelesen, dass gerade Kinder mit ADHS von Tokensystemen profitieren.

    http://www.adhspedia.de/wiki/Token-System
    Ob es bei ADS auch so ist, weiß ich nicht. Da würde ich aber sehr kleine, konkrete Aufgaben nehmen, damit es nicht zu Frust kommt.

(11) 08.02.17 - 10:55

Hallo,

meine Eltern haben mit uns immer morgens beim Frühstück besprochen, was die heutigen Aufgaben sind (... Müll rausbringen, Milch einkaufen, Staub im Bücherregal wischen, Auto waschen... - so als Beispiel). Jeden Tag abwechselnd durfte dann ich mir als Erste eine Aufgabe aussuchen, dann die Schwester und Mama und Papa den Rest. So war jeder mal dran. Natürlich hat man trotzdem hin und wieder gedacht, dass man selbst IIIIIIMMMMMMEEEERRRR benachteiligt ist - ich glaube, das ist die normale Geschwisterrivalität.

Solche Dinge wie Tischdecken oder beim Abräumen helfen waren nicht dabei, die haben wir immer gemeinsam erledigt.

Ach ja, unser Großer ist auch so ein Gern-Vergesser. Da frage ich dann auch nochmal kurz nach "was sollst du machen?". Er ist 8,5 Jahre und in der 3. Klasse - es ist schon um Längen besser geworden - vielleicht wächst es sich einfach aus (bei uns).

VG
B

Hallo Judith,

zum Thema ADS habe ich leider keine persönlichen Erfahrungen und somit auch keine Tipps. Was das Belohnen in Sachen "Jobs im Haushalt" betrifft, so halte ich gar nichts davon. Oder wirst du belohnt? Wenn ich bei uns ein Belohnungssystem einführen würde, würden unsere Beiden (10 und 12) ja gar nichts mehr aus eigenem Antrieb anpacken, sondern nur, wenn's dafür eine Gegenleistung gibt.

Unsere Kinder werden von uns täglich in die Hausarbeit mit einbezogen und wenn's da Genöle geben sollte, weise ich sie freundlich aber bestimmt darauf hin, dass wir schließlich alle gemeinsam hier leben und uns somit auch alle gemeinsam um den Haushalt kümmern. Wenn mal einer mehr macht als der andere gleicht sich das an anderen Tagen wieder aus.

VLG deichbrise

ich finde, dass leichte aufgaben selbstverstaendlich sind. von belohnung/bestechung halte ich rein gar nichts. ich wuerde evtl einen plan machen wo alle arbeiten drauf stehen und dann woechentlich wechseln. also der eine bringt den muell diese woche raus und naechste woche der andere.

Hallo!

Die Frage ist ja letztlich, was du damit erreichst?
Es soll eine Belohnung für eine erledigte Aufgabe geben. Das schafft eventuell für den Moment auf jeden Fall Ruhe unf du sparst dir ggf Diskussionen, weil die Kinder es aufgrund der ausstehenden Belohnung ohne Theater machen. (so die Theorie)
Was soll dann die Belohnung sein?
Ein Spielzeug?
Zeit mit Papa/Mama?
Eine Freizeitaktivität?
Süßigkeiten?
Was auch immer es ist: das Kind erfüllt die Aufgabe NUR deswegen und bekommt das Gefühl vermittelt, all diese normalen Dinge "verdienen" zu müssen.
Solche Systeme sind also nichts anderes als Manipulation von kleinen, nicht besser wissenden Zwergen um sich selbst das Leben vermeintlich leichter zu machen.

Alles Liebe!

Hallo,

mein Sohn ist 10 und ich arbeite NICHT mit Belohnungssystemen, und zwar aus folgendem Grund: wenn ich meinem Kind etwas in Aussicht stelle, geknüpft an die Bedingung, dass vorher dieses oder jenes zu passieren hat - und sei es nur in Form von einem Stempel in einer Tabelle - dann hat er nur noch dieses Ziel vor Augen und konzentriert sich darauf, was er MINIMAL tun muss, um dieses Ziel zu erreichen. Heißt, er konzentriert sich nicht mehr auf das was ansteht (fatal bei Hausaufgaben #augen) und fragt alle 3 Minuten, ob es jetzt nicht vielleicht mal reicht. #gruebel
Ich habe das erlebt, als wir nach dem Übertritt aufs Gymnasium die Fernseh- und Medienzeit radikal gekürzt und auf NACH den Hausaufgaben geschoben haben. Er machte seine Arbeiten flüchtig, schmierte rum, regte sich furchtbar auf, wenn ich ihm sagte, dass er eine Arbeit so nicht abgeben könne und natürlich jetzt NICHT fernsehen darf, bevor er sie nicht nochmal ordentlich erledigt hat. Das fraß einfach einen Großteil seiner Energien auf, so dass wir derartige 'Belohnungen' komplett abgeschafft haben. Damit geht es ihm und uns allen deutlich besser.

Für mein Kind passt ein solches System einfach nicht.

Und wenn ich Deinen Text lese, vermute ich, dass es mindestens bei Deinem Kleinen auch nicht die beste Wahl ist. Du schreibst, dass er auf ADS getestet wird - womöglich gibt es Ursachen für seine Tüddeligkeit, die nicht in seiner Macht liegen. Da fänd ich es kontraproduktiv, wenn nicht gar gemein, diese 'Leistungen' an eine Belohnung zu koppeln, v.a. wenn der große Bruder dabei erwartbar besser abschneidet.
Schätze, das würde den Konkurrenzdruck eher erhöhen.

Viele Grüße!

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