wieviel Selbständigkeit von 11jähriger erwarten???

    • (1) 10.02.17 - 18:56

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe ein kleineres Problem mit meiner 11 - bald 12 jährigen "Göre" ;-) und hoffe auf ein paar neutrale Meinungen #bitte

      Auslöser war die Aussage nach einem 3er im Deutschtest: "Mama, du bist schuld dass ich keine bessere Note geschrieben habe, weil du hast nicht mit mir gelernt." #schock#schock

      Tja, prinzipiell hat und hatte sie schon immer wenig Interesse an der Schule und war es gewöhnt, dass ich ihren Test- Schularbeitenplan im Kopf habe, mich rechtzeitig darum kümmere dass ich mit ihr lerne, wie eine Detektivin immer herausfinde was das Fräulein nicht kann um es ihr dann wie der Lehrer erneut zu erklären. Beispiele für sie raussuchen, abfragen, usw.
      Bei ihr herrscht das Prinzip (so wie bei damals leider auch) "Soweit man sie schiebt, soweit hat an sie" #gruebel

      So geht es aber nicht mehr! Ich will und kann nicht mehr in diesem Ausmaß für ihre schulischen Belangen verantwortlich sein und ich glaube ich tue ihr damit auch nichts Gutes.
      Aber wie soll ich jetzt vorgehen? Ich habe ihr zwar schon gesagt dass ich natürlich jederzeit für sie da bin wenn sie Hilfe braucht, ich erkläre ihr gerne etwas wenn sie sich nicht auskennt aber SIE muss zu MIR kommen. Sie muss mir sagen können wenn und wobei sie Unterstützung braucht.

      Aber wie weit soll ich sie zB für Schularbeiten vorbereiten? Soll ich es ihrer eigenen Einschätzung überlassen ob und wann sie dafür lernen soll? Oder ist das zu viel verlangt für das Alter?
      Eines weiß ich nämlich jetzt schon, sie wird dann mit Sicherheit ihre erste negative Note kassieren! Was jetzt nicht so schlimm wäre, wenn es den nötigen "Aha-Effekt" bei ihr mit sich bringen würde. Woran ich jedoch zweifle und ich nicht weiß ob ich dann die nötige Coolness habe um nicht sofort panikartig zu sagen "Fräulein komm her, wir lernen!" #schwitz

      Puh, es ist manchmal gar nicht so leicht immer den richtigen Weg zu finden.

      Bitte helft mir mal ein bisschen #danke

      (4) 10.02.17 - 19:28

      Hallo,

      es kommt natürlich immer auf das Kind an, aber prinzipiell denke ich schon, dass eine fast 12-Jährige durchaus ein gutes Maß an Eigenverantwortung für ihr Lernpensum übernehmen kann.

      Wenn ihr allerdings bisher alles hinterher getragen wurde, schafft sie das natürlich nicht von heute auf morgen, sondern braucht deine Hilfe - zumindest für den Übergang -, um sich zu organisieren.

      Wie wäre es denn, wenn du sie nach wie vor nach ihrem Schulaufgabenplan fragst, dann mit ihr zusammen einen Lernplan entwirfst (also z.B. in Mathe kommen drei Themenblöcke dran, dann muss sie bis dahin den ersten, bis dahin den driten und bis spätestens zwei Tage vor der Schulaufgabe den dritten gelernt und geübt haben). Sie macht das selbstständig, du kontrollierst aber noch nach jedem Block. Wie du selbst sagst, mit Fragen und Problemen darf sie gerne zu dir kommen, falls sie sie nicht mit Hilfe ihrer Klassenkameraden lösen kann.

      Wann genau das Lernen anfangen muss, würde ich erstmal der Einschätzung deiner Tochter überlassen (außer die ist ganz krass unrealistisch). Wenn's nicht klappt, muss sie beim nächsten Mal früher anfangen. Dass sie dabei evtl. ein paar schlechte Noten kassiert, fände ich nicht so tragisch (außer es ginge um Versetzung / Wechsel auf eine andere Schule etc.). Die Noten der 6. Klasse (?) interessieren später mal niemanden mehr. Ernsthafte Lücken in Mathe oder Sprachen dürfen natürlich nicht entstehen, d.h. bei 4 oder schlechter muss dann nachgearbeitet werden.

      Ein Mädel in dem Alter stellt ja normalerweise auch Ansprüche (Unternehmungen, Klamotten, Privilegien, Party mit Freunden...), die durchaus als "Belohnung" herhalten dürfen, analog dem Smiley-System bei jüngeren Kindern. Funktioniert nicht bei allen Kindern, aber du kennst die "Trigger" deiner Tochter am besten.

      Es wird sicher eine Weile dauern, bis sich dieses oder ein anderes System eingespielt hat, aber bei meiner Tochter lief das immer nach dem Motto "Mehr Freiheiten und Privilegien auf der einen Seite verlangen mehr Eigenverantwortung auf der anderen", und das hat mit kleineren Rückschlägen auch gut geklappt. Die meisten Kinder können, wenn sie wollen :-D

      Liebe Grüße und viel Erfolg,

      Dany

    • Hallo,

      meine Tochter ist gerade 10 geworden und in der 4. Klasse. Bisher sage ich auch immer lernen, muss sie aber noch recht deutlich unterstützen. In Mathe und Englisch schafft sie es schon gut alleine, aber bei allem anderen weiß sie noch nicht so genau was "wichtig" ist. Hausaufgaben macht sie auch unaufgefordert alleine.

      Im Sommer wechselt sie aufs Gymnasium und ich bin gespannt wie es wird. Ich werde sie natürlich unterstützen aber es wird an der Zeit, dass sie sich so nach und nach alleine organisiert. Ich werde es ihr anfänglich zeigen, schreibe mit ihr einen Wochenplan samt Lerntage. Ich finde aber es ist wichtig, dass sie lernen alleine zu kommen wenn sie Hilfe benötigen. Ich möchte sie auch nicht jahrelang jeden Abend erinnern ihre Tasche zu packen. Ich denke einmal auf die "Schnüt" fallen ist nicht verkehrt.

      LG

      (6) 10.02.17 - 20:05

      Also meine 8jährige ist da selbständiger, insofern würde ich das nicht prinzipiell für "zu früh" halten.

      Meine Tochter weiß immer, wann Tests geschrieben oder etwas abgefragt wird und legt sich auch mal richtig ins Zeug, um gut dazustehen (wenn sie es kann, sagt sie auch mal, mama, lass, kann ich schon). Ich hab zwar ein Auge drauf, aber bisher ist das nicht nötig.

      Ich denke, es ist eine Frage des Interesses, ob ein Kind sich damit beschäftigt oder nicht.

      Ich würde ihr eine tägliche Checkliste machen mit allem, was Dir schulisch wichtig ist und es dann ihr überlassen, die abzuhaken.

    • (7) 10.02.17 - 20:38

      Hallo,

      das Problem ist doch folgendes

      <<Tja, prinzipiell hat und hatte sie schon immer wenig Interesse an der Schule und war es gewöhnt, dass ich ihren Test- Schularbeitenplan im Kopf habe, mich rechtzeitig darum kümmere dass ich mit ihr lerne, wie eine Detektivin immer herausfinde was das Fräulein nicht kann um es ihr dann wie der Lehrer erneut zu erklären. Beispiele für sie raussuchen, abfragen, usw.
      Bei ihr herrscht das Prinzip (so wie bei damals leider auch) "Soweit man sie schiebt, soweit hat an sie" #gruebel>>

      Du hast sie nicht von Anfang an daran gewöhnt, dass sie alleine lernen muss und jetzt kann sie es nicht. Also im Prinzip hat sie schon Recht. Du hast nicht mit ihr gelernt. Woher soll sie das auch alleine können so plötzlich?! Ich finde schon, dass eine 11jährige das können sollte. Aber nicht von jetzt auf gleich,da hätten die Grundlagen viel eher gelegt werden müssen.

      Also setz dich mit deiner Tochter zusammen und bring ihr bei, wie sie alleine und selbständig lernen kann, denn auch das Lernen muss man lernen!

      lg

      • Hallo,
        also dasselbe Problem habe ich auch bei meinem 12-Jährigen. Wenig Interesse an der Schule, musste auch immer mit ihm lernen (allein zu lernen wäre in der Grundschule nicht möglich gewesen, was auch immer andere User dazu meinen). Da das Interesse nicht da ist, ist dann halt auch der Wille und der Ehrgeiz nicht da. Selbst wenn ich mich dazusetze, erkenne ich das Desinteresse in den Augen und dementsprechend ist dann auch die Konzentration und die Merkfähigkeit. Es ist wahnsinnig anstrengend, zumal ich noch ein Kind in der Grundschule habe. Aus diesem Grund habe ich schon tatsächlich in Erwägung gezogen, das Kind auf eine Ganztagesschule zu geben, da ich dieses "gemeinsame" Lernen schon echt zu stressig finde. Vor allem für mich.

        Dazu kommt , dass das Kind auch mit mir nicht mehr lernen will. Es ist ein Teufelskreis.

        Oft denke ich mir - Internat!!!!!!! (Scherz), aber ich muss auch mal zur Ruhe kommen....:-(

        • Ganz ehrlich. Manche Kinder brauchen auch dieses Ganztagssystem und andere Kinder wiederum nicht. Nur der Schulwechsel wäre halt blöd.

          Ich hatte hier während der Grundschulzeit meiner Tochter mega Hausaufgabenstress, weil sie nie Lust hatte und furchtbar langsam war. Das ging soweit,dass ich schon Magenschmerzen hatte, sobald sie ihre Hausaufgaben gemacht hat. Dann haben wir sie in der OGS (Hort) angemeldet und sie hat da innerhalb 30 min ihre ganzen HA fertig bekommen (hat sie hier zu Hause nie!!!). Das war mega nervenschonend , für unser ganzes Familienfoto.
          lg

    (11) 10.02.17 - 20:49

    Hallo,

    mein Sohn ist auch 11 (6. Klasse Gym).
    Solange die Noten passen, überlasse ich es ihm selbst, ob, wann und wieviel er für die Schule lernt.
    Allerdings frage ich schon ab und zu, wann eine Schulaufgabe ansteht und ob er sich fit dafür fühlt und schaue, dass er die Hausaufgaben eingermaßen ordentlich erledigt. Er ist eher ein Anhänger des principle of least effort :-), aber wie gesagt, solange die Noten passen, ist das ok.

    Nur bei den Vokabeln bin ich hinterher, dass er sie regelmäßig übt, weil pro Fremdsprache ca. 50 neue Vokabeln wöchentlich dazukommen und wenn man nicht am Ball bleibt, verliert man leicht den Anschluss.

    An euerer Stelle würde ich das Schritt für Schritt einführen, dass sie selbständiger lernt, vielleicht kann sie ihren eigenen Lernplan entwerfen und danach üben.
    Das wurde den Kindern hier in der 5. Klasse bei den Lerntechniken beigebracht.

    LG

    (12) 10.02.17 - 23:55

    Erwarten kann man viel, aber wenn entweder die Bereitschaft oder die Fähigkeit dazu fehlt, nützt es nix.
    Gibt es bei euch nicht das Konzept "Lernen lernen" in der Schule? Das gibt es in unserer Stadt an fast allen Schulen ,weil Kinder nach der Grundschule tatsächlich manchmal erst erlernen müssen, wie man sich Unterrichtsstoff aneignet. Denn leider ist es so, dass in der GS oft die Eltern dabei sitzen und sich exzessiv kümmern oder es die Kinder noch nicht nötig haben, viel neben den HA zu lernen.

    Im Prinzip hast du ja mit ihr gelernt. Nur hast du versäumt, ihr Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und ihr immer das Ärschchen hinterhergetragen. Daher kann sie gar nicht von heute auf morgen umschalten.

    Wenn deine Tochter nur bequem ist und wenig Interesse an Schule hat, dann wird sie vielleicht mal reinfallen müssen, um den Ernst der Lage zu erkennen.

    Ansonsten weißt du doch, was ihr bisher gelernt habt. Wird bei euch nicht angesagt, was Thema der kommenden Arbeiten ist? Sind ihre Arbeitsmaterialien gut sortiert, so dass sie auch überblickt, was die letzten Themen waren? Dann hilf ihr bei der Planung. 'Was wird an welchem Tag gelernt. In dem Alter können Vokabeln z. B. auch mit einer Freundin geübt und abgehört werden. So hat jede etwas davon. Nur wenn es sein muss, kommt deine Hilfe zum Tragen.

    Mein Sohn (grade 12 geworden) muss mir alle Termine für Arbeiten und Tests mitteilen, ich trage die in unseren Kalender ein.

    Schon wenn er mir Termine sagt frage ich nach, wie er glaubt für diese Arbeit lernen zu müssen, also er muss mir verraten, wann er lernen will. Ich merke mir das und frage dann aber nach, ob er wirklich gelernt hat. Wenn nicht darf er kein fernsehen, sondern muss lernen (aber eben nach seinem Plan). Das klappt gut, ich muss aber auch alles im Blick haben.

    Grundsätzlich: Grade Klasse 7 und 8, je nach Schule auch 9 - das sind die Schuljahre in dem Kinder lernen sollen sich selbst zu organisieren, Hilfe und Unterstützung sollen da sein, aber sicher immer weniger werden. Da kann dann auch mal eine Note schlechter ausfallen ohne das es gleich relevant ist.

    (14) 11.02.17 - 11:06

    Ich antworte jetzt mal auf all eure Antworten - vielen Dank einmal dafür dass ihr euch Zeit genommen habt!! #liebdrueck

    Von den Fähigkeiten sehe ich was die schulische Anforderung an sie betrifft kein Problem. Sie ist ein normal schlaues Mädchen. Das Problem ist einerseits ihr Desinteresse an der Schule, welches sie von Beginn an hat. Sie geht schon gerne hin, ihre Freunde sind dort und sie mag die Lehrer. Vom Stoff der unterrichtet wird bekommt sie nicht so viel mit - das interessiert sie nicht so.
    In ihrer Freizeit ist das anders. Sie ist begeisterte Theaterschauspielerin, trifft sich gerne mit ihren Freunden, malt gerne usw. Nur eben die Schule spielt so gar keine Rolle bei ihr #cool
    Sie ist auch ansonsten in allen anderen Belangen sehr selbständig und braucht uns oft gar nicht mehr.

    Ihr habt sicherlich damit Recht dass dieses unselbständige Gehabe was die Schule betrifft zum großen Teil hausgemacht ist und es dadurch dass ich ihr all die Jahre lang immer alles hinterher getragen habe nicht besser wurde.
    Ich werde mich auf jeden FAll umhören ob es Kurse wie "lernen lernen" hier in der Nähe oder sogar an ihrer Schule gibt und sie wirklich auch daheim Konsequent aber schrittweise zum selbständigen lernen hinführen.

    Vielen Dank nochmal #winke

    • (15) 11.02.17 - 12:18

      Schade, dass das an der Schule eurer Tochter nicht gemacht wurde.

      Es gibt irgend so eine Veranstaltung übers "Lernen lernen" in manchen Städten. Ich weiß nicht, wo du her kommst, in NRW sind die ziemlich bekannt und diese Veranstaltung soll extrem gut sein. (Ich hab sie leider 2 mal verpennt..) Die ist zwar für Eltern, gibt aber jede Menge Hilfen, wie man sein eigenes Kind zum selbständigen Lernen animiert.

(16) 11.02.17 - 11:33

Hallo,

ich bin nicht für den schulischen Erfolg meiner Kinder verantwortlich. Ich frage nach und ich erinnere auch aber mein beim Lernen helfen besteht aus abfragen wenn dies gewünscht ist.
Immer sehr lustig wenn mein Sohn französisch lernt und ich kann das gar nicht#schein

Eigenverantwortliches Arbeiten und Handeln war und ist eines meiner Steckenpferde. Es ging im Kindergarten damit an sich die Brotzeit selber zusammen zu packen. Nach den Regeln natürlich und nicht nach lecker Schokolade.

Da deine Tochter das natürlich nun gewohnt ist kannst du nicht von heute auf morgen alle Dienste einstellen. Ich würde in drei schritten vorgehen.

Schritt 1: Ankündigen das es so wie bisher nicht laufen kann und sie lernen muss Verantwortung für sich selber zu übernehmen
Schritt 2: An Arbeiten erinnern und rechtzeitig anfangen sie auszufragen und ihr zu sagen was sie sich nochmal anschauen soll
Schritt 3: Ihr sagen das sie nun selber entscheiden muss wann sie ausgefragt werden will und dann natürlich für sie da sein.

Das geht bestimmt nicht von heute auf morgen aber es kann ein Weg sein.

LG
Corinna

  • *** [vom urbia-Team editiert.]

    • Meine große Tochter war auf einer Mittelschule und hat dort den mittleren Bildungsabschluß bekommen, aktuell ist sie im zweiten Jahr Ausbildung zur Erzieherin wo sie am Ende noch das Fachabitur mitschreibt.

      Mittelschule heißt nicht automatisch versagen. Diese Haltung kommt aus den Elternhäusern das dort nur die Looser sind.

      Bekomme das aktuell wieder gut mit da bei uns nächstes Jahr ja dann Übertritt bei der jüngsten ansteht.

      Dümmere Kommentare sind dir wirklich nicht eingefallen oder? Klar alle die eine Mittelschule besuchen braucht keiner!
      Ehrlich dich braucht auch keiner!!!

      Ela

(20) 11.02.17 - 13:55

Hallo,

ich finde, dass die Selbstständigkeit eine neue Disziplin im Mütterwettbewerb geworden ist. #schein

So generell lässt sich meiner Meinung nach gar keine Aussage treffen, wie viel Unterstützung richtig oder falsch ist, weil jedes Kind und jede Schule anders sind und auch die Ansprüche der Schulen mitunter sehr variieren.

Ich denke, es wäre nun falsch, den "Support" komplett und plötzlich einzustellen und das Kind gegen die Wand rennen zu lassen. Du kannst es durchaus thematisieren und langsam und schrittweise auf "selbstständig" umstellen.

Bei uns in der Familie war es so, dass meine Eltern (obwohl meine Mama "Vollzeithausfrau" war), bei mir und meinem Bruder gar nicht geschaut hat. Mein Vater sagte auch immer "Pech, wenn ihr das Abi nicht schafft, wird schon billiger für mich" ... Das meinte er wirklich so und bei meinem Bruder und mir zog das auch total. Wir wussten auch, dass er einen Tobsuchtsanfall mit ungeahnten Folgen bekommen würde, würden wir einen Brief wegen nicht gemachter Hausaufgaben, etc. bekommen.

Meine Schwester war gleich in der ersten Klasse mit die schlechteste der Klasse - das zog sich durch die gesamte Schulzeit.

Sie hatte keine Lust auf Schule und sie kam mit den Anforderungen auch nicht zurecht - und wollte nicht zurecht kommen, es war ihr egal. Sie hatte auch später keine beruflichen Ambitionen. Egal was man probierte (teuere Nachhilfe, Klasse wiederholen, ...) nichts half. SIe wollte am liebsten Ende Klasse 8 ohne Abschluss abgehen (was gegangen wäre, da sie 1x wiederholt hatte und somit ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt), dann am Ende von 9 wieder, weil Schule für sie ein Graus war.

Meine Eltern haben sie trotzdem bis zum Ende Klasse 10 unterstützt, gezwungen, in der Schule zu bleiben, wahnsinnig teuere Nachhilfe finanziert und viele Kämpfe ausgefochten, dass zumindest die "Fleißnoten" (Heftführung, Kurztests) etc. stimmten.

Beruflich hat es wenig gebracht, aber meine Schwester hat ihren Weg gefunden und heute ein sicheres Auskommen und eine abgeschlossene Lehre. Die Lehrstelle hat sie nur bekommen, weil das Zeugnis einigermaßen war - und das war nur einigermaßen, weil eben meine Eltern täglich mindestens eine bis drei Stunden aufgewendet haben.

Heute ist meine Schwester (die wirklich nicht doof ist) meinen Eltern sehr dankbar. Ist nun doch das Abschlusszeugnis, das in jede Bewerbung rein muss. Meine Eltern sagen auch heute, dass es wirklich harte Kämpfe waren, aber dass sie echt froh sind, dass sie das durchgehalten haben, einfach, weil meine Schwester zur Fraktion "ich sehe die Tragweite meiner Entscheidungen nicht ab" gehörte - das änderte sich erst Anfang 20.

GLG
Miss Mary

(21) 12.02.17 - 18:53

Hi,

bei uns stehen die Termine im Familienkalender und ja, ich weise meine Kids drauf hin, wenn es sein muss auch üben und ich sehe schon bei den Hausaufgaben was sie können oder nicht, da muss man kein Detektiv sein! Meine Kids haben auch gelernt zu mir zu kommen, wenn sie etwas nicht können.

Sorry, das ist nicht "Puder in den Arsch blasen" oder ähnliches, es ist eine normale Unterstützung.

Lerne mit ihr zusammen und bring ihr bei, dass sie dann öfters freiwillig kommen soll.

lg
lisa

(22) 12.02.17 - 21:34

Meine Tochter ist auch elf Jahre....lernen tut sie zwar selbstständig alleine, aber sie läßt sich vor Schulaufgaben gerne von mir abfragen (zur Selbstkontrolle), Vokabeln abfragen und bei Referaten ect. fragt sie auch nach, ob es so ausreicht. Ich finde, es kommt auf das Kind darauf an, ob es freiwillig von sich aus lernt oder eine Aufforderung dazu braucht., ob sie Unterstützung braucht oder es alleine meistert(was man an den Noten auch erkennt) Wenn es die Eltern zum Auffordern und Abfrage benötigt, sollte man es auch Unterstützen.

(23) 13.02.17 - 08:46

Hallo,

ich habe schon in der GS darauf geachtet, daß Aufgaben selbstständig erledigt werden, wenn es Fragen gab, kam das Kind selbsständig auf uns zu, somit haben wir auf der weiterführenden Schule ebenfalls keine Probleme gehabt. Ich schau schon nach und sehe, was an Arbeiten ansteht und muss gelegentlich auch mal zum lernen auffordern, aber das ich permanent mit meinem Kind lernen muss, ist nicht der Fall und das würde mir dann auch zu denken geben.

LG

Top Diskussionen anzeigen