Unterrichten die Lehrer so, dass euer Kind alles versteht?

    • (1) 12.02.17 - 18:19

      Hi,

      wir haben an unserer Schule leider sehr viel Ausfall und noch mehr Vertretungsstunden. In den Vertretungsstunden erfolgt nicht der Unterricht, der eigentlich zu erfolgen hätte, sondern z.B. ein anderes Fach oder gar ein Spiel etc. Nun hat unser Kind eine neue Mathelehrerin und auch Englischlehrerin. In Mathe lief es jetzt in 2 Doppelstunden so ab, dass sie jeweils eine vollständige Stunde nicht anwesend war. Sie erteilte den Kindern Aufgaben und die Klassensprecher sollten aufpassen, dass Ruhe herrschte. Diese Lehrerin fragt nicht nach, ob die Aufgaben verstanden werden oder erklärt Neues. Mein Sohn schaut Youtube, um sich das Thema erklären zu lassen (2 + Halbjahreszeugnis). In Englisch wird past simple und past progressive kurz angesprochen.....habe Übungen mit ihm gemacht und z.B. erklärt bei while - Achtung past progressive = Signalwort.....kannte er nicht. Sätze in Verneinungsform, Frageform etc. sind klar aber sobald ein langer Text mit simple past und past progressive erfolgt, ist er erst einmal überfragt. Bin Beides mit ihm durchgegangen auch in Englisch hat er eine 2 +. Nun habe ich von einigen Müttern gehört, das ist völlig normal. Wozu gibt es dann aber noch Lehrkräfte - provokativ gefragt.....irgendwie habe ich den Eindruck, man erarbeitet sich zu Hause sehr viel und das ist auch so gewollte.

      • Wie alt ist denn dein Sohn?

        Erst mal klingt der Text ja nicht nach den ersten beiden Schuljahren, in denen man alles vorkaut.

        Tatsächlich halte ich es für ziemlich normal, dass Schüler auch gefordert werden, sich Stoff eigenständig zu erarbeiten, vor allem in Vertretungssituationen. Wenn die Lehrerin rausgegangen ist, hatte sie wohl zeitgleich noch eine andere Klasse zu betreuen.

        Was für mich gar nicht geht ist, die Verantwortung für die Ruhe in der Klasse den Klassensprechern aufzubürden. Das ist nicht ihre Aufgabe und in jeder Altersklasse eine Überforderung, die nicht zu rechtfertigen ist. Die Lehrer dürfen sagen, der Klassensprecher soll bei Bedarf zum Lehrer kommen und Bescheid sagen, aber nicht, sie sollen für Ruhe sorgen!

        • Hi,

          bislang ging es auch gut....6. Klasse Gymnasium. Die beiden neuen Lehrer machen anderen Unterricht......bin es nicht gewohnt, dass mein Sohn sich Winkelberechnungen /Symetrie am PC beibringt.....bin etwas irritiert. Bislang konnten Fragen gestellt werden und Aufgaben wurden kontrolliert bzw. durchgegangen. Natürlich waren Aufgaben dabei, die man sich erarbeitet hat aber nicht ein neues Thema. Sie fragt wohl auch gar nicht nach, ob es Fragen gibt....Unterricht beendet und dann raus aus der Klasse....

          • Ist denn absehbar, dass der/die Lehrer/in dauerhaft ausfällt? Dann würde ich vielleicht drüber nachdenken, ob das immer so sein muss. Wegen ein paar wenigen Vertretungsstunden würde ich mir noch keine Sorgen machen.

      hi,

      bei uns auf dem Gym ist es recht normal.

      lg
      lisa

    • Hallo
      Lehrer ist nicht Lehrer, manche setzen auf 99,9% Frontalunterricht,bei anderen ist freies Arbeiten im Unterricht Tagesordnung,...
      Generell gesehen finde ich persönlich eine Mischung aus beidem super. Aber natürlich kommt nicht jeder mit beidem gut klar und gerade eigenständiges arbeiten muss gelernt werden. Wer es gewohnt ist alles bis aufs kleinste Detail vorgekaut zu bekommen hat da eventuell erstmal Schwierigkeiten.
      Natürlich schließt das aber nicht aus dass der Lehrer bei Fragen zur Verfügung steht. Hat dein Kind denn gefragt? Um welche Klassenstufe handelt es sich denn? Es gibt eben auch Lehrer die nicht nach allem fragen ob es noch Fragen gibt sondern erwarten dass sich eben von selbst gemeldet wird.

      LG

      • Tja, das mit den Fragen ist so eine Sache....

        in Latein liebt der Lehrer es, wenn nachgefragt wird und Sachen durchgegangen werden.....er hält das für ein Indiz dafür, dass man mit Freude die Sprache verstehen möchte......hier hat unser die 1 deshalb nicht erhalten, weil er zu wenig nachgefragt hat.....für ihn war einfach Vieles klar.

        In Mathe und Englisch Oberstufenlehrer - ganz anderer Unterricht und mein Sohn meinte, denen ist völlig egal, ob hier einer mitkommt oder nicht. Nun ist es ja nicht so, dass unser Kind eine 5 oder 4 gehabt hat und ich möchte mir auch nicht ausmalen, wie diese Kinder auf dem Schlauch stehen......meiner war jedenfalls überfordert und mein Mann hat mit ihm Geometrie gemacht und erklärt und zusätzlich hat er halt Youtube geschaut. Ich finde es ehrlicherweise überhaupt nicht ok, wenn man der Ansicht ist, dass die Kinder sich Neues beibringen müssen. Klar ist jedoch für mich, wenn übergreifend zum Thema sich etwas erarbeitet werden kann, dass dieses auch erfolgen muss. Wenn das normal ist, dann frage ich mich, warum sie nicht gleich einen PC vor das Lehrerpult stellen.

        • Also mein Stand der Dinge ist: ausschließlich Frontalunterricht ist veraltet. Eine gute Mischung aus Frontalunterricht UND selbstständigem und freiem Arbeiten, auch zum erlernen von neuem, das was ich am häufigsten mitbekommen. Ich finde es auch super.
          Ausschließliches alleine erarbeiten ohne die Möglichkeiten zum nachfragen wäre natürlich nichts.
          Ich persönlich habe ohnehin das Gehfühl dass freies Arbeiten auch hier groß im Kommen ist, oft in der Form von Lernbüros.

          • Hi,
            aber da erfolgen Inputs zu den Themen und es wird Material bereitgestellt für diejenigen, die sich schon an neue Themen wagen wollen und können. Außerdem ist eine Lehrkraft anwesend um ggf. etwas zu erklären und, ganz profan, dafür zu sorgen, dass die Arbeitsatmosphäre entsprechend ist.

            Im von der TE geschilderten Fall herrscht wohl schlicht und ergreifend Lehrermangel und die Kinder werden alleine gelassen, das hat mit Freiarbeit herzlich wenig zu tun.
            Der Unterrichtsausfall ist am Gym wohl ein generelles Problem, zumindest in BaWü. Blöd, wenn man da als Eltern nicht fit ist...

            Vlg tina

            • Hallo
              So sollte es natürlich nicht sein,sagte ich ja. Wenn ich mich nicht verlesen habe sagte die TE bei der Antwort an mich aber das sie es generell nicht gut findet wenn die Kinder bei solcher Freiarbeit etwas Neues lernen. Darum ging es mir.

              LG

    Hallo,

    mein Sohn ist in der 5. Klasse auf dem Gymnasium und auch ohne viel Ausfall muss er zuhause alles nacharbeiten. Es gibt sicherlich Kinder, die nach dem Unterricht ohne viel Aufwand alles verstanden haben und anwenden können - die Regel ist es nicht.
    Die Lehrer sagten mir ganz klar beim Elternsprechtag, dass 2 Stunden pro Tag für Hausaufgaben, Vor- und Nachbereitung des Unterrichts absolut realistisch seien.

    Viele Grüße!

    • Verstanden setzt jedoch voraus, dass man das Thema durchgegangen ist. Das erfolgt hier leider im Moment nicht. Bin gespannt, ob das so bleibt.

      Angeblich soll die Mathelehrerin auch gern am Handy sitzen - ist das erlaubt ? Habe ich noch nie gehört.....das weiß ich aber nur von einer anderen Mutter und mein Sohn hat so etwas auch noch nicht berichtet. Der Stil des Unterrichts ist auf jeden Fall hier sehr gewöhnungsbedürftig.

      • Hm. Das klingt in der Tat gewöhnungsbedürftig.

        Ich würde mich an die Elternvertreter wenden und mich umhören, wie die anderen Kinder so zurecht kommen. Dann das Problem ggf beim Klassenlehrer ansprechen.

        Ich glaube nicht, dass es erlaubt ist, sich während des Unterrichts mit dem Handy zu beschäftigen. Wobei ich das nicht so hoch hängen würde, solange Du es nur von einer anderen Mutter gehört hast. War die dabei? #gruebel

        Viele Grüße!

    Vielleicht sind auch manche Kinder einfach nicht so richtig auf der Schulform, wo sie wirklich hingehören. Unser Sohn ist weiß Gott kein Überflieger, aber er hat noch keinen einzigen Tag 2 Stunden an Hausaufgaben oder Unterrichtsvorbereitungen gesessen und sein Zeugnis war sehr gut.

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Kinder die nur am arbeiten sind, nicht auf das Gymnasium gehören. Gibt natürlich Kinder, die eine falsche Empfehlung mit viel Fleiß kompensieren können, aber die sitzen halt irgendwann nur noch vor den Schulklamotten. (Vor allem die, die schon in der Grundschule ständig gelernt haben, um ihre Empfehlung zu bekommen!).

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