Ist Schullandheim Pflicht?

    • (1) 17.02.17 - 19:31

      Hallo zusammen!

      Die 6. Klasse meiner Tochter fährt im April ins Schullandheim. Aufgrund einer Angsterkrankung ist es ihr nicht möglich, mit zu fahren,

      Jetzt möchte die Schule eine Diagnose, die das belegt, was an sich kein Problem ist.

      Aber da ich im letzten Jahr bereits schriftlich die Zustimmung geben musste, dass ich mit der Teilnahme an der Klassenfahrt einverstanden bin und nun ein Zettel nach Hause kam, in dem man sein Kind anmelden sollte, sieht es ganz so aus, als dass es eben keine Pflicht ist.
      Sonst hätte man sich die Zustimmung und Anmeldung ja sparen können.

      Wie verhält sich das?

      LG
      bruchetta

      • In meiner Schule ist es so, dass sich Kinder sehr wohl abmelden können, wenn es berechtigte Gründe gibt - was bei euch ja der Fall ist.
        Allerdings darf bei uns der Schüler dann für die Dauer der Schulverwaltung nicht einfach zuhause bleiben, sondern muss den Unterricht in einer anderen Klasse besuchen.

      Hallo
      In Deutschland herrscht Schulpflicht, aber keine "Landschulheim Pflicht". Dein Kind muss entweder mit ins Landschulheim (was in der Zeit quasi die Schulpflicht erfüllt) oder in einer Parallelklasse. Dazu alleine brauchst du auch keinen Attest oder ähnliches. Problematisch könnte aber sein das du bereits etwas unterschrieben hast. Du solltest nochmal genau schauen was du unterschrieben hast, eventuell bleibst du auf den Kosten sitzen.

      LG

    • (5) 17.02.17 - 20:15

      Hallo,
      ob schullandheim und ähnliche mehrtägige und eintägige Fahrten sind unterrichtspflicht!

      In eurem Fall spricht eine Erkrankung gegen die Teilnahme.

      Attestpflicht in Fall von Erkrankungen wird von Schule zu schule unterschiedlich gehandhabt.

      Ich kann verstehen, dass Schulen Atteste verlangen, da viele Kinder oftmals nur keine Lust mitzufahren, ohne das zwingende Gründe dagegen sprechen.
      Aber ehrlich, legt man es drauf an, bekommt man doch überall ein Attest ??.

      Euer Fall ist anders gelagert, sprich einfach mal mit dem Lehrer.

      Viele Grüße

      Hallo,

      da Lehrmittelfreiheit herrscht kann nichts, was die Eltern bezahlen müssen, Pflicht sein.

      In der Klasse meiner Tochter gab es zwei Kinder, die nicht mitgingen - einer, weil es die Eltern nicht erlaubt haben (religiöse Gründe).

      GLG
      Miss Mary

      • Erstens gilt Lernmittelfreiheit nur in 8 Bundesländern.

        Zweitens unterscheiden auch diese Bundesländer nach Lernmitteln und Dingen für den persönlichen Gebrauch. Turnschuhe für den Sportunterricht, grafikfähige Taschenrechner können also selber angeschafft werden müssen und gleichzeitig verpflichtend sein.
        Drittens fällt eine Klassenfahrt nicht unter Lernmittel, sondern unter Schulveranstaltung.

        Grüsse
        BiDi

        • Hallo,

          trotz allem kann man Eltern nicht verpflichten, eine Klassenfahrt zu bezahlen. So ist es zumindest bei uns in Baden-Württemberg.

          GLG
          Miss Mary

    Hi Bruchetta,

    Ich will mich nur auf den Attest beziehen, weil wir aus aktuellem Anlass in die Verwaltungsvorschriften geschaut haben. Bei uns hat die Schule bei berechtigtem yinteresse ein Anrecht darauf, ein Attest zu verlangen. Dies wäre der Fall. Es ist aber untersagt eine Diagnose zu verlangen.
    d.h. Attest vorlegen ja, Dioagnose nein.

    Das schwierigste wird sein, dass du dich genau erinnerst, was du unterschrieben hast.

    #winke

    • Ich habe unterschrieben, dass ich meiner Tochter erlaube, ins Schullandheim zu fahren. Obwohl ich weiß, dass das nicht möglich ist
      Ich verbiete es ihr ja nicht.

      • Für die Schule ist es aber verwirrend, wenn Du grundsätzlich Deine Zustimmung erteilst, abschließend Deine Tochter aber nicht anmeldest.
        Hättest Du nicht bereits zu Anfang der Schule mitteilen können, dass Deine Tochter nicht teilnehmen wird?
        Dann hättest du wahrscheinlich den jetzigen Anmeldebogen gar nicht mehr bekommen. Eventl. stehen auf dem noch weiterführende Informationen für die Beteiligten (so etwas was wie Abfahrt/Rückfahrt, mitzubringende Sachen etc.)

        Pflicht sind Schullandheime nicht; wie bereits geschrieben, muss das Kind während der Zeit in eine andere Klasse, um der Schulpflicht nachzukommen.

        LG

(12) 17.02.17 - 21:00

Hallo,

nein, Schullandheim ist keine Pflicht. Bei uns gibt es immer wieder Kinder, die nicht mitfahren (können / wollen), sie gehen dann in der Zeit in die Parallelklasse. Wenn das Attest kein Problem ist, dann besorg eins. Vielleicht ist es so, dass schon alles gebucht wurde und um kein Geld zahlen zu müssen (Unterkunft usw.), muss die Schule ein Attest vorlegen? Hätten sie ja aber sagen können ... April ist ja schon bald, denke mal, da ist schon alles gebucht, oder?

LG

Hallo,

es ist natürlich keine Pflicht, sodaß Du bestraft wirst, wenn Du dein Kind nicht mitlässt. Aber die Schule wird sich absichern wollen, dass es wirkliche Gründe gibt.

Dein Kind muss selbstverständlich während der Zeit ihre Schulanwesenheitsplicht ableisten - schade für das Kind, das ihm wichtige Erfahrungen in der Schulzeit nicht möglich sind.

Dein Kind hat eine ausdiagnostizierte, nicht behandelbare schwerste psychiatrische Erkrankung, die der Lehrerin noch nie mitgeteilt wurde und die auch im Alltag niemals bisher für die Lehrerin sichtbar war?

Liebe Grüße Andrea

  • Ich denke schon, dass es für die Lehrer sichtbar war. Die Lehrerin, die gestern hier angerufen hat, sagte, dass sie sich das bei meiner Tochter gut vorstellen kann.

    Sie hat eine 1,5 jährige Therapie hinter sich, die Ende 2015 abgeschlossen war. Es ist seitdem auch besser geworden, die Angst bezieht sich "nur noch" auf die Schule und Übernachtungen bei anderen.
    Vorher hatten sie z.B, Angst zu einem Geburtstag zu gehen, auf dem auch fremde Mädchen waren. Das geht jetzt alles.

    Die Therapeutin sagte, wir können erst nach 2 Jahren eine neue Therapie machen und wir sollen doch abwarten, wie sie sich in der Pubertät entwickelt.

    • Hallo bruchetta,
      ich will Dir nur ein wenig Mut machen.

      Bei uns gab es ähnliche Probleme, sowohl was das Schullandheim betrifft als auch die Schüchternheit.
      Jetzt, im Erwachsenenalter, ist nichts mehr davon zu spüren, es ist gesundes Selbstbewußtsein als auch zugehen auf die Menschen da. Es wird einfach seine Zeit brauchen, wobei es schon manchmal schwer ist, die nötige Geduld aufzubringen.
      Ich wünsche Dir alles Gute.

      Gruß Bernd

      (17) 20.02.17 - 09:36

      Toll, dass sich das schon so gebessert hat!

      Gäbe es vielleicht die Möglichkeit für dich sie auf diese Klassenfahrt zu begleiten? Oder wenigstens punktuell mal an einem Tag oder so hinzufahren?
      Ich finde es halt irgendwie auch schade, dass sie das nicht kann.

Ich sehe das so: Landschulheim ist eine Schulveranstaltung und somit Pflicht. Bei Angabe von Gründen können Kinder davon befreit werden. (Wie eben vom Unterricht auch.)

Über den Nachweis der Gründe muss man sich mit dem Lehrerkörper einigen.

(19) 18.02.17 - 12:42

Hallo,

ich würde ganz offen mit der Klassemlehrerin bzw. dem Klassenlehrer sprechen und denke, dass es wahrscheinlich gar kein Problem ist, dass deine Tochter den Unterricht in einer anderen Klasse besucht.

Die erste Unterschrift war wahrscheinlich nötig, damit die Lehrer den Aufenthalt buchen können. Dies geschieht zum Teil bis zu einem Jahr im Voraus.

Wenn ein Schüler in der Zwischenzeit umzieht, von der Schule abgeht etc. muss er auch nicht zahlen.
Solange es einzelne Schüler betrifft und begründet ist (wie bei euch), sollte dies kein Problem darstellen.

VG, biene6a

Hallo bruchetta.

Nein - PFLICHT ist es keine. Mein Sohn war letztes Jahr (5. Klasse) im Schullandheim. Es wurde zwar sehr angeraten, dass alle Kinder mitfahren sollten, um sich besser kennen zu lernen (war das erste Schuljahr an der neuen Schule). Aber wenn ein Kind absolut nicht mitfahren hätte wollen, dann hätte es in der Zwischenzeit die eine Woche in einer Parallelklasse den Unterricht besuchen müssen/können.

LG

(21) 20.02.17 - 09:18

Hallo!

Eine Schule kann nie die Offenlegung einer Diagnose verlangen - höchstens ein Attest, dass die Tochter krank ist und aufgrund der Erkrankung ein Schullandheim nicht besuchen kann.
Die Schule kann aber ein elterliches Attest, ein ärztliches Attest verlangen ODER sie hat aber die Möglichkeit in besonderen Fällen ein schulärztliches oder amtsärztliches Gutachten einzuholen. Was die Schule da verlangt liegt in Ihrem Ermessen.

Was interessiert die elterliche Zustimmung von vor einem Jahr, schließlich bist Du von einem "gesunden" Kind ausgegangen ... mittlerweile gibt es eine medizinische Lage, die es dem Kind unmöglich macht das Schullandheim zu besuchen.

Inwiefern jetzt Deine Tochter ein Parallelklasse besuchen muss, kann ich nicht beurteilen, kommt wohl auch darauf an, was genau im Attest steht, und ob es die organisatorischen Möglichkeiten hergeben eine Extra-Wurst zu braten.
Hier fahren alle 6. Klassen gleichzeitig eine Woche in die Skifreizeit, da gäbe es keine Parallelklasse zum "Flüchten" und soweit ich weiß sind da auch "alle" Kinder mitgefahren. Es waren auch Kinder darunter, die gar nicht Ski gefahren sind - wohl aber auch nur eine Handvoll bei 150 Kindern.
Ein Kollege aus der Klasse meines Sohnes ließ gleich am 2. Tag von seiner Mutter abholen, ich weiß aber nicht ob er in die Schule musste.

LG, I.

(22) 21.02.17 - 11:51

Hallo,

sicherlich ist die Teilnahme an einer Fahrt keine Pflicht. Wie schon andere hier schrieben, muss das Kind dann eben in dieser Zeit (weiterhin) die Schule besuchen.

Allerdings wird es bei dem, was Du unterschrieben hast vermutlich um die Kosten gehen.

Die Klasse meiner Tochter (5. Klasse) wird dieses Jahr im Mai/Juni eine Klassenfahrt machen.
Beim Elternabend im Oktober 2016 wurde über die Art und den Kostenrahmen gesprochen.
Im November/Dezember bekamen wir einen Zettel, mit dem wir -vorab- die Teilnahme des Kindes bestätigen sollten. Da stand auch drin, dass man quasi "kostenpflichtig" bucht, auch wenn das Ziel/der Betrag noch nicht endgültig fest stand zu diesem Zeitpunkt.

Die Lehrerin kann/konnte nämlich nur mit der genauen Angabe der Anzahl der teilnehmenden Kinder ein verbindliches Angebot von den einzelnen Anbietern einholen.

Ausserdem musste bei der Buchung im Dezember bereits eine Anzahlung geleistet werden (ging aus der Klassenkasse). Also, so ähnlich als wenn man privat im Dezember seinen Sommerurlaub bucht : verbindliche Buchung mit genauer Angabe der teilnehmenden Person inkl. Anzahlung und Restzahlung bis zum Termin x.
Solltest Du also etwas in der Art unterschrieben haben, könnte ich mir vorstellen, dass zumindest anteilig Stornokosten auf Euch zu kommen. Da würde ich also noch einmal nachfragen.

Das ist ein übliches Procedere...meine Tochter hat bereits im Kindergarten und in der 1. Klasse eine Fahrt gemacht. Man muss vor Buchung eine Teilnahmezusage geben, damit die genaue Anzahl der Teilnehmer feststeht. Und dann nochmal vor Antritt der Reise, damit die Schule und die Aufsichtsperson(en) ein Schriftstück in der Hand haben, dass die Eltern erlauben dass sich das Kind mit ihnen am Ort x befindet. Dieses Schriftstück nehmen sie mit, um es ggf. vorzuzeigen.

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