Wie händele ich das mit meiner Tochter?

    • (1) 20.02.17 - 12:45

      Hallo,

      meine Tochter ist seit ein paar Tagen 6 Jahre alt.

      Kurz vor dem dritten Geburtstag hat sie ihren Namen zur Hälfte zu Haus geschrieben und den Rest am nächsten Tag im Kindergarten. Auf die Frage was sie da schreibt, hat sie die Buchstaben lautiert. So hat sie angefangen die Buchstaben kennenzulernen. Da sie immer nicht schlafen konnte, hat sie sich Bücher angeschaut und so nach nun nach alle Buchstaben erkannt. Als sie dann 4 wurde, hat sie das zusammenziehen der Buchstaben entdekct und kann seither mer oder weniger gut lesen. Sie liest noch nicht flüssig, hat es aber auch die letzte Zeit vernachlässigt, versteht aber was sie liest.

      Zu Hause schreibt sie kleine Aufsätze, und beachtet die 1 Vergangenheit, da ihre Schwester gerade in der dritten lernt.

      Zählen bis 20 konnte sie mit 2, aber nicht auswendig, sondern sie hat das Prinzip verstanden, da sie immer neunzehn, zehnzehn gezählt hat. Jetzt zählt sie über hundert, kennt auch alle 2stelligen Zahlen. Rechnen kann sie auch bis 20. Dabei hat sie bisher immer auch meine Finger dazu benutzt, damit sie das sichtbar hat. Heute morgen habe ich ihr einmal den Zehnerübergang erklärt, danach hat sie selbständig die restlichen Aufgaben erledigt.

      Sie mag gar nicht mehr in den Kindergarten. Alles ist langweilig, die Vorschulaufgaben sind auch langweilig. Heute war sie nicht im Kindergarten, da sie sehr verschnupft ist. Ich musste ihr Aufgaben aus dem Grundschulkönig ausdrucken und sie hat konzentriert gerechnet, dann Deutschaufgaben in Angriff genommen.

      Das muss sie natürlich nicht, aber sie fordert es sehr vehement ein. Verbieten will ich ihr das nicht. So erwirbt sie aber einen Wissensvorspruch, und wird sich auch weiter langweilen.

      Hochbegabt ist sie mit größter Wahrscheinlich nicht, aber wahnsinnig ehrgeizig, und perfektionistisch. Sie muss alles perfekt malen, und ärgert sich, wenn es nicht ihren Vorstellungen entspricht. Macht aber so lange weiter , bis es ihren Vorstellungen entspricht. Das kann dann aber auch bis nachts um 10 gehen, und ich krieg sie nicht davon weg, weil sie es fertig machen muss.

      Wer hat auch Kinder die ähnlich ticken, wie geht ihr damit um?

      • Mein Sohn nicht, aber ich war so als Kind. Ich denke nicht, dass ich hochbegabt bin, aber ich habe eine schnelle Auffassungsgabe und bin gut im logischen Denken. Das zusammen mit Spass an "Denkaufgeben" haben auch dazu gefuehrt, dass ich mir vor der Einschulung das Lesen, Schreiben und Rechnen selbst beigebracht habe.

        Meine Mutter hat im Gegensatz zu dir alles versucht, um das zu verhindern, eben weil sie Angst vor Unterforderung in der Schule hatte, hat aber auf Dauer alles nichts genutzt. Das letzte Kindergartenjahr fand ich unglaublich langweilig, aber spaeter in der Schule hatte ich nie Probleme. Zwar musste ich bis weit ins Gymnasium hinein nie viel fuer die Schule tun, aber ich habe mich auch nie zu Tode gelangweilt. Es gab immer genug Moeglichkeiten, den Stoff, den ich schon konnte, zu vertiefen.

        Ich wuerde Ihr also das, was sie selbst einfordert auch geben. Zusaetzlich wuerde ich vielleicht ein Hobby suchen, das nicht direkt mit Schulstoff zu tun hat, sie aber intellektuell fordert, also ein Musikinstrument lernen, einen Robotik- oder Programmierkurs fuer Kinder besuchen, einen Schachklub etc.

        • Schach hat sie vom Nachbarn gelernt, und beim ersten Spiel viele seiner Züge vereitelt. lt. Nachbar ein Naturtalent. Schachklub wollten wir schon länger in Angriff nehmen, hat aber zeitlich noch nicht hingehauen. Das zweite Spiel hat sie gegen unseren 8jährigen Nachbarjungen gespielt, der seit 3 Jahren spielt und auch im Klub ist. Dieser meinte total überascht "ich wusste gar nicht, dass du so gut Schach spielen kannst". Seither spielen sie öfter gegeneinander.

          Sie geht zum Kinderturnen und in die Musikschule, will jetzt noch Trampolinturnen dazu nehmen. Reiten war sie bis Dezember. Das haben wir jetzt ausgesetzt. Voraussichtlich macht sie im Herbst weiter. Ebenso ist ein Musikinstrument angedacht. Wie ich das alles bezahlen soll, weiß ich eigentlich nicht.

          Eigentlich sollte sie ausgelastet sein.#kratz

          • (4) 20.02.17 - 13:15

            Das klingt schon nach recht viel!

            Grundsätzlich nicht ausbremsen und alles forcieren, was das Kind aktiv von sich aus einfordert.
            Bei eurem Pensum kommt bald bestimmt irgendwann von außen sowas wie "Eilaufeltern"!

            Einfach ignorieren, eure Tochter ist wahnsinnig "HUNGRIG", braucht geistigen Input.

            Ihr Ehrgeiz ist eine großartige Ressource, irgendjemand wird euch bestimmt auch erzählen, dass das zu viel wäre. Auch ignorieren! ;-)

            Macht einfach weiter so, auch mit dem Musikinstrument, teuer , ich weiß,
            aber sieh es einfach als Investition in die Zukunft!

          • Dein Kind macht definitiv zuviele Hobbies fuer 6 Jahre. Wichtig ist auch der soziale Umgang mit Gleichaltrigen und dass sie frei spielen kann.

            • Definitiv nicht.

              Im Moment sind gerade mal 2 aktive. Reiten ist ja ausgesetzt, dafür gucken wir uns Trampolinturnen an. Im Herbst läuft die Musikschule aus, dafür kommt dann vermutlich ein Instrument. Schah passt zeitlich nicht, also spielt sie privat mit dem Nachbarjungen.

              Sozialen Umgang hat sie auch zur Genüge. wir haben hier insgesamt 10 Kinder in der Strasse, 1 Mädchen ist in ihrer Vorschulgruppe, da muss sie 5 Meter laufen und klingeln, und schon wird hier durch 4 Gärten getobt. Spielplatz ist auch nur 100 m weg, da können sie alleine hin. Ausserdem ist sie bis 16 Uhr im Kindergarten, wehe ich hole sie früher ab. Spielbesuch hat sie natürlich auch, darf sich auch verabreden.

              Nach all dem kann sie abends trotzdem nicht einschlafen, weil sie noch nicht genug Imput hatte. Da setzt sie sich oft noch hin, malt, bastelt, rechnet oder liest.

              • #kratz Oben schreibst du, sie mag nicht mehr in den Kindergarten, ihr ist dort zu langweilig und weiter unten "Ausserdem ist sie bis 16 Uhr im Kindergarten, wehe ich hole sie früher ab.

                Laß ihr 1-2 Instrumente lernen, zuviel Schulübungen , brechen solchen Kindern in der Schule meist das Genick....durch Langeweile...wenn sie dann mal schulisch Lesen und Schreiben gelernt hat , dann evtl. eine Fremdsprache ausserhalb der Schule....nicht gerade Englisch, Französisch, also nicht gerade eine schulische Fremdsprache.

      Hallo
      Der zu starke Ehrgeiz ist noch starke Schwäche meiner 8 jährigen. Sie ist sehr selbstbewusst und schlagfertig, wegen einem anderen Kind würde sie niemals weinen. Hat sie aber wie kürzlich einen Flüchtigkeitsfehler in einer Arbeit, und dennoch die 1, kann es schon mal passieren das sie sich richtig reinsteigert und weint weil sie sich so über diesen vermeidbaren Fehler ärgert.
      Es ist aber durchaus schon besser geworden und wenn sie danach drüber nachdenkt erkennt sie auch das es eine tolle Leistung war, tut sich damit aber schwer die sich als toll anzuerkennen wenn es eben nicht zu 100% perfekt war.

      Das gleiche gilt für Ihr Hobby.
      Ehrgeiz alleine ist nicht schlecht, es darf halt nur nicht zu viel werden. Wie genau es besser wird kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Wir reden viel, ich mache deutlich das niemand perfekt ist und es unmöglich ist immer zu 101% perfekte Leistungen abzurufen,...

      LG

    Ich war auch so und konnte mit 5 lesen. Hochbegabt war ich aber nicht, hab das Abi mit ach und Krach geschafft. Meine Tochter eifert mir ein Stück weit nach, nur dass es bei ihr die Zahlen sind. Vom Großen hat sie mitbekommen, dass er manchmal Klassenarbeiten in der Schule schreibt. Jetzt müssen wir ihr dauernd Klassenarbeiten ausarbeiten, die sie schreibt und wir benoten. Sie rechnet sicher Addition und Subtraktion im Zahlenraum 1-10, Addition darüber hinaus ein Stück weit mehr. Im Kopf!!! Da sie so gerne schreibt, geben wir ihr öfter gern die Aufgabe, uns einen lieben Brief zu schreiben, da stehen dann all unsere Name drin. Ich möchte gerne, dass sie darüber kreativ bleibt und wünsche mir daher immer gaaaanz bunte Briefe mit tollen Bildern. Ansonsten gehe ich damit nicht weiter um, ich lasse sie einfach machen und fördere sie nicht weiter, nur wenn sie ganz gezielt auf mich zukommt in diesem Anliegen. Ansonsten ganz viel im Alltag. Zählen, Buchstaben erkennen...

    Die alten Schulhefte vom Großen, die noch nicht voll waren, habe ich aufgehoben und ihr gegeben, kannst ja mal gucken bei Ama... dann kann deine Tochter schon mal 1.Klasse Aufgaben lösen, z.B. Schreibschrift lernen etc. Die kosten ja nicht die Welt.

    Kommt sie denn dann dieses Jahr in die Schule? Ich würde das aber beim Schularzt ansprechen und auch bei der Anmeldung in der Schule, dass sie evtl dann bald die Klasse überspringen kann. Ideal wäre dann in deinem Fall eine Flex-Klasse, so hat sie den Unterrichtsstoff der 1. und 2. Klasse beisammen und kann gleich nach dem ersten Schuljahr in die 3. wechseln.

    • 1 Klasse hefte liegen hier, da arbeitet sie dran, wann immer sie Lust hat.

      Flexklassen gibt es bei uns nicht. Überspringen habe ich einen Horror vor. Hat mein Neffe gemacht und es war schrecklich.

      Theresa

      • Vergleich bloß nicht das eine Kind mit dem anderen! Ich weiß, dass es manchmal nicht klappt, informier dich mal vorher, was ist, wenn es nicht klappt.

        Schade, dass ihr keine Flex habt, auch nix vergleichbares (JÜL, SAPH und wie die Modelle alle heißen?)?

        Es gibt noch eine Internetseite für hochbegabte Kinder (musst mal googlen), da bekommt man noch ganz tolle Anregungen, was man machen/spielen könnte.

        Unser örtliches Gymnasium hat z.B. Begabtenförderung für Grundschüler, in der Großstadt gibt es die Kinderuni, ich weiß ja nicht, wo du wohnst, aber vielleicht ist so etwas ja auch für dich erreichbar.

        (13) 20.02.17 - 22:33

        Hallo,

        ich kenne zwei Kinder, bei denen das Überspringen gut geklappt hat. Die sind beide immer noch sehr gut in der Schule und zufrieden (mittlerweile auf dem Gymnasium).
        Ich denke, das hängt vom Kind ab.

        LG

        Heike

    Ich würde das Kind nicht die Aufgaben der 1.klasse geben, das kann nämlic nach hinten los gehen.
    Der Sohn eines Bekannten konnte schon einiges vom Unterrichtsstoff vom 1. Schuljahr und passte deswegen die erste Zeit nicht auf im Unterricht. Weil er meinte, das kann er schon alles; dann verpasste er den Punkt, als für ihn Neues kam. Und plötzlich war er schlecht in der Schule, weil er nicht aufpasste, sondern Einiges plötzlich verpasst hatte.

(15) 20.02.17 - 13:52

Gerade musste ich schmunzeln, denn Du beschreibst meine Tochter ziehmlich genau. Im Zwischenzeugnis standen so Sachen wie "ist sehr ehrgeizig", "stellt extrem hohe Ansprüche an sich selbst (und zeigt wenig Frustrationstoleranz, wenn sie die mal nicht erfüllen kann)". Durch ihren Perfektionismus steht sie sich manchmal selbst im Weg, sie kommt dann mit dem Zeitrahmen im Unterricht nicht hin.
Gezählt bis 100 mit 3, alle Großbuchstaben und einzelne Wörter mit 4, fliessend gelesen (selbst beigebracht indem sie die Volesebücher "studiert" hat) mit 5 und nun in der 1. Klasse Langeweile.
Wir haben die Forderungen nach Wissen mit Englischunterricht bei einer Muttersprachlerin, Musikschule, Sachbücher über Tiere, Pflanzen, Erdgeschichte etc. nicht vollends gestillt, aber reduziert. Ausserdem sind wir Stammgäste in naturkundlichen Museen - ihr Hauptinteressengebiet. Ich finde und fand das Pensum enorm, den sie geht auch noch zum Turnen, jetzt im Winter zum Skifahren und mind. Jede 2. Woche auch zum Schwimmen, aber sie saugt alles auf wie ein Schwamm.

Was wir nicht gemacht haben: Schulstoff vorgearbeitet, sonst würde sie sich jetzt noch mehr langweilen. Lass die Übungsblätter besser weg und finde eine andere Alternative.
LG

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